Fragen beantworten und Ängste nehmen

Was ist der Unterschied zwischen einer Vorlesung und einem Seminar? Welche Fächer sind zulassungsbeschränkt? Und was muss ich bei der Bewerbung für einen Studiengang beachten? Gerade beim Übergang von der Schule zur Uni gibt es viele Fragen. Viele Schülerinnen und Schüler wissen nicht, was sie erwartet, sie sind unsicher, ob und wie sie den Alltag an der Uni meistern werden. Fragen rund um den Studienstart zu beantworten und damit Schülerinnen und Schülern mögliche Ängste zu nehmen, ist die Aufgabe von Studierenden wie Philip Eberhard. Der Lehramtsstudent arbeitet als studentische Hilfskraft beim Info-Service Studium der Freien Universität und engagiert sich im Rahmen dieser Tätigkeit beim Informationsangebot FU-Studierende und Schulen, kurz FUSS.

FUSS ist ein Angebot für Gruppen, die sich für die Freie Universität interessieren. Hauptsächlich richten sich die Veranstaltungen an Berliner und Brandenburger Schulklassen“, sagt Katrin Niemann von der Zentraleinrichtung Studienberatung, die das FUSS koordiniert. Aber auch Schülergruppen und ausländische Studierende nähmen das Angebot wahr. Das Wichtigste bei FUSS ist der direkte Kontakt zwischen Schülern und Studierenden. Das etwa einstündige Informationsprogramm wird von studentischen Mitarbeitern des Info-Service – einer Beratungsstelle an der Uni – durchgeführt, die Spaß und Interesse an der Arbeit mit größeren Gruppen haben.

Zeigen, wie die Uni von innen aussieht

Das Interesse an FUSS ist groß. Viele Lehrerinnen und Lehrer besuchen die angebotenen Veranstaltungen mit ihren Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Ergänzungskurses „Studium und Beruf“, der seit 2011 in Berlin und Brandenburg an vielen gymnasialen Oberstufen angeboten wird. Derzeit kommen etwa zwei bis drei Gruppen pro Woche nach Dahlem. Zunächst wird eine Power-Point-Präsentation gezeigt, in der das Studium an der Freien Universität ganz allgemein erklärt wird. Es folgt eine Gesprächsrunde, bei der die Schüler Fragen stellen können, und schließlich lernen sie bei einer Tour den Dahlemer Campus kennen. Für Katrin Niemann und Philip Eberhard ist das ein entscheidender Punkt. „Viele Schüler haben eine hohe Hemmschwelle, wenn es darum geht, sich eine Uni aus der Nähe anzugucken“, sagt Katrin Niemann. „Wenn sie von einem Studenten begleitet werden, der nicht viel älter ist als sie selbst, und der ihnen alles erklären kann, ist das gleich viel einfacher.“

Philip Eberhard macht es Spaß, sein Wissen weiterzugeben und auf das breite Angebot der Freien Universität hinzuweisen. „Viele Schülerinnen und Schüler kommen mit ganz konkreten Fragen zur Bewerbung oder zum Numerus clausus. Doch die meisten wissen gar nicht, was man hier alles studieren kann.“ Judaistik, Pferdewissenschaft oder Kunstgeschichte – einige Schüler würden von diesen Fächern bei FUSS zum ersten Mal hören. Ob sich jemand dann tatsächlich entscheidet, anstelle von Jura lieber Islamwissenschaft zu studieren, erfährt Philip Eberhard in der Regel nicht. Aus persönlichen Beratungsgesprächen mit Studieninteressierten weiß Katrin Niemann jedoch von einigen Bewerbern, welche Informationsangebote diese bereits genutzt haben.

Von der Erstberatung über Informationsabende bis zum Einzelgespräch

Neben FUSS bietet der Info-Service eine Vielzahl von Informationsangeboten an:

  • Am Info-Schalter im Studierenden-Service-Center oder im Mensa-Foyer in der Silberlaube gibt es erste Informationen von geschultem Personal: Wer Fragen zu Bewerbung, Immatrikulation, zum Studienstart und einem Fachwechsel hat, ist dort genau richtig.
  • Die Reihe „Uni im Gespräch“ findet wöchentlich während des gesamten Schuljahres statt. Immer mittwochabends informieren Studierende interessierte Schülerinnen und Schüler über bestimmte Studienfächer an der Freien Universität. Jedem Fach oder jeder Fächergruppe wird ein Abend gewidmet.
  • Ein vertiefendes Gespräch mit einem Berater ist bei der Studienberatung möglich. Bei Problemen im Studium oder persönlichen Schwierigkeiten hilft die Psychologische Beratung weiter. Für internationale Studierende gibt es unter dem Titel Internationale Studierende an der FU (ISFU) ein breitgefächertes Informationsangebot. Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich täglich per E-Mail, Telefon und Chat beraten zu lassen sowie rund um die Uhr auf den Webseiten der Freien Universität.

Besonderen Wert legt das FUSS-Team darauf, die Unterschiede zwischen Universität und Schule aufzuzeigen: Seminare statt Klassenverbände, Semester statt Halbjahre, Dozenten statt Lehrer. „Und eigenverantwortliches Lernen und Arbeiten“, sagt Philip Eberhard. „Dass der Lernfortschritt nicht ständig kontrolliert wird, ist für viele die größte Veränderung. Darauf wollen wir die zukünftigen Studierenden möglichst früh vorbereiten.“

Verena Blindow

Dieser Artikel ist am 14. Dezember 2015 im Online-Magazin campus.leben erschienen.

Foto: Volker Möller


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