{"id":130,"date":"2021-10-27T10:04:56","date_gmt":"2021-10-27T08:04:56","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=130"},"modified":"2021-10-27T10:10:41","modified_gmt":"2021-10-27T08:10:41","slug":"rassismuskritische-bildung-und-aufarbeitung-der-kolonialgeschichte-an-deutschen-schulen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2021\/10\/27\/rassismuskritische-bildung-und-aufarbeitung-der-kolonialgeschichte-an-deutschen-schulen\/","title":{"rendered":"Rassismuskritische Bildung und Aufarbeitung der Kolonialgeschichte an deutschen Schulen"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aktuelle Bestandsaufnahme und Herausforderungen f\u00fcr die Zukunft<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Solva Bergmann (SoSe 2021)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">H\u00e4tte ich vor circa zwei Jahren ehemalige Kolonialm\u00e4chte aufz\u00e4hlen sollen, w\u00e4ren mir bestimmt L\u00e4nder wie Frankreich, Spanien und Portugal eingefallen, schlie\u00dflich habe ich das zumindest aus dem schulischen Geschichtsunterricht mitgenommen: die gro\u00dfen Kolonialm\u00e4chte, die zahlreiche L\u00e4nder auf dem afrikanischen und amerikanischen Kontinent besetzten, dessen Bev\u00f6lkerungen unterdr\u00fcckten und sie zu ihren eigenen wirtschaftlichen Interessen ausbeuteten. Allerdings erinnere ich mich kaum an eine aktualisierende Auseinandersetzung zu dem Thema, der Kolonialismus wurde folglich als abgeschlossenes Kapitel der \u201ewestlichen\u201c Geschichte behandelt. Doch welche Rolle spielte Deutschland eigentlich in der Kolonialzeit? Da ich mich im Rahmen des Geschichtsunterrichts nie fundiert mit den Gr\u00e4ueltaten des deutschen Kolonialreichs befasst habe, war mir lediglich bekannt, dass Deutschland selbst Kolonien besa\u00df, diese jedoch im Vergleich zu den anderen Kolonialm\u00e4chten \u201evernachl\u00e4ssigbar\u201c erschienen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema erfolgte bei mir pers\u00f6nlich erst circa ein Jahr nach meinem Schulabschluss, genauer gesagt kurz nach dem grausamen Mord an George Floyd am 25. Mai 2020. Im Kontext der dadurch ausgel\u00f6sten Protestbewegungen und Debatten rund um die Themen Polizeigewalt und struktureller Rassismus habe ich erstmalig von dem Genozid an den Herero und Nama geh\u00f6rt. Mindestens so schockiert wie ich \u00fcber das Ereignis selbst war, war ich \u00fcberrascht \u00fcber die Tatsache, dass ich erst jetzt mit dieser dunklen Schattenseite der Geschichte meines eigenen Heimatlandes konfrontiert wurde. Nach dem Austausch mit verschiedenen Freund*innen wurde deutlich, dass das kein individuelles Problem von Desinteresse an bestimmten historischen Ereignissen war, sondern eher von strukturellen Aufkl\u00e4rungsl\u00fccken an deutschen Schulen zeugt. Aber aus welchen Gr\u00fcnden wird ein solch gesellschaftlich relevantes Thema, gerade anl\u00e4sslich aktueller Ereignisse wie die sp\u00e4te Anerkennung des V\u00f6lkermords als solchen, im Lehrplan so unterrepr\u00e4sentiert? Welche Auswirkungen hat dies auf die Entwicklung eines postkolonialen Bewusstseins? Diese und weitere Fragen sollen im Folgenden n\u00e4her beleuchtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Um sich der Beantwortung dieser Fragen zu widmen, ist es notwendig, vorab festzustellen, aus welcher Perspektive die Geschichte des Kolonialismus erz\u00e4hlt wird. Die nigerianische Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie berichtet in dem TED-Talk \u201eThe danger of a single story\u201d wie sie als Kind haupts\u00e4chlich britische und amerikanische Kinderb\u00fccher las und sich nicht mit den Protagonist*innen identifizieren konnte. Dar\u00fcber hinaus wurde sie durch die ausl\u00e4ndischen Autor*innen sogar in dem Ma\u00dfe gepr\u00e4gt, dass sie in ihren ersten selbstgeschriebenen Geschichten ausschlie\u00dflich wei\u00dfnormierte Vorstellungswelten wiedergab. Dies verdeutlicht den ausgepr\u00e4gten Einfluss, den u.a. Bildungs-ressourcen auf unsere eigene Wahrnehmung haben. Adichie weist hierbei auf den Zusammenhang mit strukturellen Machtverh\u00e4ltnissen hin:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201eWie sie erz\u00e4hlt werden, wer sie erz\u00e4hlt, wann sie erz\u00e4hlt werden, wie viele Geschichten erz\u00e4hlt werden, wird wirklich durch Macht bestimmt. Macht ist die F\u00e4higkeit, die Geschichte einer anderen Person nicht nur zu erz\u00e4hlen, sondern sie zur ma\u00dfgeblichen Geschichte dieser Person zu machen.\u201c<\/em><\/p><cite><em>Adichie, 2009<\/em><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Adichie zufolge sind einige wenige Personen in der machtvollen Position, \u00fcber das Schicksal vieler marginalisierter Personen hinweg zu bestimmen. Im Kontext mit der Aufkl\u00e4rungsarbeit zu Rassismus und Kolonialismus stellt sich folglich die Frage, wer hier die Geschichte erz\u00e4hlt und somit die Deutungshoheit \u00fcber unser historisches Bewusstsein besitzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus meinen eigenen Erfahrungen im Geschichtsunterricht erinnere ich mich in der Retrospektive an einige fragw\u00fcrdige Erz\u00e4hlperspektiven, die sogar teilweise zur Legitimation der kolonialen Taten europ\u00e4ischer Gro\u00dfm\u00e4chte f\u00fchren. Pr\u00e4gend dabei ist z.B. die Heroisierung von Christoph Kolumbus als \u201eEntdecker Amerikas\u201c, wodurch die gewaltsame Eroberung des amerikanischen Kontinents und die Ausbeutung dessen indigener Bev\u00f6lkerung auf eine erschreckend verharmlosende Weise ausgeblendet werden. Eine faire Geschichtserz\u00e4hlung w\u00fcrde allen betroffenen Akteur*innen eine Stimme geben, insbesondere den Kolonisierten, die aufgrund einer asymmetrischen Machtverteilung nie die notwendigen Mittel besa\u00dfen, um sich erfolgreich gegen die Kolonisation zur Wehr zu setzen. Ein pr\u00e4gnantes Beispiel, das die vorherrschende Erz\u00e4hlperspektive best\u00e4tigt, ist das Kinderlied \u201eEin Mann, der sich Kolumbus nannt\u201c, das u.a. auf dem YouTube-Kanal \u201eSing mit mir: Kinderlieder\u201c ver\u00f6ffentlicht wurde. Der folgende Strophenausschnitt schildert die Situation kurz nach der Ankunft Kolumbus auf dem amerikanischen Kontinent.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>Das Volk an Land stand stumm und zag,<\/em> <\/p><p><em>[\u2026]<br>Da sagt Kolumbus: &#8222;Guten Tag!<\/em>      <\/p><p><em>[\u2026]<br>Ist hier vielleicht Amerika?&#8220;<\/em><\/p><p><em>Da schrien alle Wilden: &#8222;Ja!&#8220;<\/em><\/p><cite><em>Sing mit mir- Kinderlieder, 2015<\/em><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Bereits die herabw\u00fcrdigende und diffamierende Bezeichnung der einheimischen Bev\u00f6lkerung als die \u201eWilden\u201c deutet auf ein kolonialisierungsverherrlichendes Narrativ hin. In keiner Zeile des Lieds l\u00e4sst sich auch nur die Andeutung auf die tats\u00e4chlich stattgefundene gewaltsame \u00dcbernahme der Kolonisatoren finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der YouTube-Kanal \u201eCut\u201c dagegen ver\u00f6ffentlichte 2015 eine Videoaufnahme, in der indigene Personen vor der Kamera zeigen, was \u201eChristoph Kolumbus\u201c in ihnen emotional ausl\u00f6st. Diese Perspektive komplementiert das bestehende dominante Narrativ, indem nicht nur der Blickwinkel der sowieso schon machtvollen Personen beleuchtet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4quivalent zu der fehlenden Aufkl\u00e4rung \u00fcber die Kolonisierung des amerikanischen Kontinents charakterisiert sich das in der Schule angeeignete Wissen \u00fcber die deutsche Kolonialgeschichte als sehr eindimensional und l\u00fcckenhaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beleg f\u00fcr die Existenz kolonialer Kontinuit\u00e4ten ist die fehlende Aufarbeitung \u00fcber den Genozid an den Herero und Nama, der von Historiker*innen als der erste V\u00f6lkermord des 20. Jahrhunderts bezeichnet wird (vgl. Conrad, 2008). Die Kolonie Deutsch-S\u00fcdwestafrika auf dem heutigen Gebiet des Staates Namibia war seit 1884 die erste Kolonie des Deutschen Kaiserreichs. Das Gebiet war sehr trocken, weshalb die Bev\u00f6lkerung haupts\u00e4chlich von der Viehzucht lebte. Die Bev\u00f6lkerungszahl lag bei circa 200.000 Einwohner*innen, w\u00e4hrend sich davon etwa 80.000 zu dem Volk der Herero und 20 000 zu den Nama z\u00e4hlten (vgl. Opfer-Klingerl, 2012).<\/p>\n\n\n\n<p>In den 1890er Jahren entstanden zunehmend Probleme aufgrund der grunds\u00e4tzlichen Gewaltstruktur der kolonialen Situation. Infolge einer schweren Rinderpest und einer langen D\u00fcrreperiode geriet besonders das Nomadenvolk der Herero in existenzielle Schwierigkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>1904 erhoben sich die Herero gegen die Kolonialherrschaft, nachdem sie zunehmend rassistisch motivierte gewaltsame \u00dcbergriffe ertragen mussten und die deutschen Siedler*innen immer gr\u00f6\u00dfere Gebiete f\u00fcr sich beanspruchten (vgl. Ullrich, 1994). Am 11. August 1904 spitzte sich der Konflikt zu, als der neu eingesetzte Generalleutnant Lothar von Trotha und etwa 2000 deutsche Soldaten der \u201eSchutztruppe\u201c die Herero mit unsagbarer Brutalit\u00e4t in der Schlacht am Waterberg angriffen und \u00fcberw\u00e4ltigten (vgl. segu Geschichte, o. J.). \u00a0Die \u00fcberlebenden Herero flohen in der Nacht in die wasserarme Omaheke-Halbw\u00fcste. Im Oktober 1904 erlie\u00df von Trotha den sogenannten \u201eVernichtungsbefehl\u201c, durch den die Herero offiziell nicht l\u00e4nger auf dem deutschen \u201eSchutzgebiet\u201c geduldet werden sollten und dessen totale Vernichtung angeordnet wurde (vgl. bpb, 2014).<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201eInnerhalb der deutschen Grenze wird jeder Herero mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen, ich nehme keine Weiber und Kinder mehr auf, treibe sie zu Ihrem Volk zur\u00fcck oder lasse auf sie schie\u00dfen.\u201c <\/em>\u00a0<\/p><cite>von Throtha, 1904 zitiert nach Gewald, 1994<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Den Herero wurden in der Folge die R\u00fcckwege zu Wasserquellen von der \u201eSchutztruppe\u201c abgeschnitten, weshalb viele von ihnen in der W\u00fcste verdursteten. Andere \u00dcberlebende wurden zur Zwangsarbeit deportiert und starben in den Internierungslagern (vgl. Schaller, 2004). Auch Teile einer anderen Bev\u00f6lkerungsgruppe, der Nama, lehnten sich gegen die Kolonialherrschaft auf und erlitten ein \u00e4hnlich grausames Schicksal. Nach Sch\u00e4tzungen zufolge verloren etwa mindestens 60 000 Herero und 10 000 Nama durch den V\u00f6lkermord ihr Leben (vgl. bpb, 2014). Neben der Massenermordung wurden menschliche Sch\u00e4del von Milit\u00e4r\u00e4rzt*innen nach Deutschland geschickt, um rassistische Theorien zu belegen und koloniale Herrschaftsanspr\u00fcche zu legitimieren (vgl. Kimmerle, 2018).<\/p>\n\n\n\n<p>Zu dem Massenverbrechen gab es bis vor kurzer Zeit seitens der Bundesrepublik Deutschland keine angemessene Aufarbeitung, erst im Mai dieses Jahres, weit mehr als 100 Jahre sp\u00e4ter, wurde der V\u00f6lkermord als solcher anerkannt. Gr\u00fcnde f\u00fcr die so versp\u00e4tete Aufarbeitung sind einerseits das s\u00fcdafrikanische Apartheidsregime, das in Namibia bis 1990 gegolten hat. F\u00fcr die Nachfahren der Opfer ist es also erst seit der Unabh\u00e4ngigkeit Namibias 1990 m\u00f6glich, sich \u00f6ffentlich zum Ausdruck zu bringen (vgl. Brehl, 2021). Zudem ist aber auch in den ehemaligen Kolonialstaaten das generelle Bewusstsein f\u00fcr vergangene koloniale Verbrechen erst sehr sp\u00e4t aufgekommen, nachdem lange Zeit Gewalttaten an der indigenen Bev\u00f6lkerung als Kollateralschaden der Besiedlung behandelt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch vor allem seit dem 100. Jahrestag des Genozids fordern immer mehr Nachfolger*innen der Herero und Nama eine offizielle Anerkennung des Genozids, eine Entschuldigung und entsprechend angemessene Entsch\u00e4digungsleistungen (vgl. Kimmerle, 2018).<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem erste Erfolge aufgezeichnet werden konnten, als z.B. geraubte menschliche Gebeine an Namibia zur\u00fcckgegeben wurden, warteten die Nachfahren lange vergeblich nach einer respekt- und w\u00fcrdevollen offiziellen Entschuldigung. So beschreibt es auch der Berliner Herero-Aktivist Israel Kaunatjike:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201eWir wollen unsere [\u2026] W\u00fcrde noch mal herstellen. Anerkennung, W\u00fcrde, Menschenw\u00fcrde, das ist f\u00fcr uns das Wichtigste \u00fcberhaupt. Es geht nicht nur um Geld, materiell, es geht um Respekt, von Menschen, 100.000 Menschen, die damals umgekommen sind.\u201c <\/em><\/p><cite><em>Kaunatjike, 2018 zitiert nach Baschek, 2018<\/em><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Doch warum weigerte sich die Bundesrepublik so lange, den Genozid rechtlich offiziell anzuerkennen? Die Betonung liegt hier vor allem auf <em>rechtlich<\/em>, denn <em>historisch-politisch<\/em> wurde die Einsch\u00e4tzung als V\u00f6lkermord seitens der Bundesregierung infolge einer parlamentarischen Anfrage der Linken best\u00e4tigt (vgl. Bundesregierung, 2016). Der Hauptgrund f\u00fcr den zur\u00fcckhaltenden Umgang und die fehlende Aufarbeitung liegt wohl in der Angst, dass die verbleibenden Herero und Nama rechtliche Anspr\u00fcche auf Entsch\u00e4digungszahlungen erheben k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher gab es seit 2015 zwischen der deutschen und namibischen Regierung langwierige Verhandlungsgespr\u00e4che \u00fcber m\u00f6gliche Entsch\u00e4digungsleistungen. Zwar waren in der Delegation aus Namibia auch Vertreter*innen der Herero und Nama, die allerdings von der dortigen Regierung ausgew\u00e4hlt wurden (vgl. bpb, 2021). Der Hintergrund dabei ist, dass die Herero und Nama auch in Namibia bis heute noch als Minderheiten gelten und ihre Sonderanerkennung als Opfer des V\u00f6lkermords von der Seite der namibischen Regierung aus wenig bis gar nicht gew\u00fcrdigt wird (vgl. Brehl, 2021). Ebenso problematisch ist daher das Argument der Bundesregierung, dass Namibia von Deutschland das h\u00f6chste Entwicklungsgeld pro Kopf bekomme, mit welchem die zus\u00e4tzlichen Entsch\u00e4digungsleistungen obsolet erscheinen. Doch Vertreter*innen der Herero und Nama kritisierten, dass jenes Geld nicht bei ihnen ankomme und dass sie bis heute in einer finanziell prek\u00e4ren Notlage leben m\u00fcssen. Erw\u00e4hnenswert an dieser Stelle ist, dass das Farmland der Herero und Nama nach dem Genozid enteignet und an deutsche Siedler*innen verkauft wurde. Auch heute ist \u00fcber die H\u00e4lfte des kommerziellen Farmlands unter dem Besitz von wei\u00dfen deutschen Siedler*innen (vgl. Kimmerle, 2018).<\/p>\n\n\n\n<p>Nach \u00fcber f\u00fcnfj\u00e4hrigen Verhandlungen zwischen den beiden Regierungen, teilte Au\u00dfenminister Heiko Maas mit:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201eAls Geste der Anerkennung des unermesslichen Leids, das den Opfern zugef\u00fcgt wurde, wollen wir Namibia und die Nachkommen der Opfer mit einem substanziellen Programm in H\u00f6he von 1,1 Mrd. Euro zum Wiederaufbau und zur Entwicklung unterst\u00fctzen. [\u2026] Rechtliche Anspr\u00fcche auf Entsch\u00e4digung lassen sich daraus nicht ableiten.\u201c<\/em><\/p><cite><em>Maas, 2021<\/em><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Es bleibt nun abzuwarten, ob bei den betroffenen Personen auch tats\u00e4chlich etwas von den versprochenen Projekten und Geldleistungen ankommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der offiziellen Anerkennung des Genozids seitens der deutschen Bundesregierung sollte es konsequenterweise auch keinen logischen Grund mehr geben, die deutschen Kolonialverbrechen und dessen Fortwirkungen in die landesweiten Lehrpl\u00e4ne einzuschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die afroamerikanische Literaturwissenschaftlerin bell hooks schreibt, dass Bildung ein Heilungsprozess ist und mit \u201e<em>Erm\u00e4chtigung, Befreiung, Transzendenz, Erneuerung des Lebens\u201c<\/em> (hooks, 2003, S.&nbsp;43) zu tun hat. Gleichzeitig kritisiert sie den derzeitigen Status quo im Unterricht, der die bestehenden Macht- und Herrschaftsstrukturen nicht aufbricht, sondern sie noch tiefer verfestigt. Jedoch sollte nach hooks die Priorisierung auf der Entwicklung einer herrschafts- und hierarchiefreien Lernmethodik liegen, wodurch \u201eder Raum des Klassenzimmers zu einem Ort des Widerstands gegen Dominanz- und Herrschaftsstrukturen wird\u201c (Kazeem &amp; Schaffer, 2012, S.&nbsp;181). \u00dcbertragen auf die vorliegende Problematik hei\u00dft das, dass nur mit dem Wissen um die Entstehung des Rassismus in der deutschen Kolonialzeit der heute immer noch vorliegende, teils internalisierte Rassismus, erkannt und bek\u00e4mpft werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Aktuell wird die Kolonialgeschichte an deutschen Schulen zwar oft behandelt, allerdings aber meistens lediglich im Zusammenhang mit dem Imperialismus (vgl. Lueg, 2021). Ma\u00dfgeblich w\u00e4re vor allem eine fundierte Auseinandersetzung mit dem Machtgef\u00e4lle zwischen den Kolonialm\u00e4chten und den Kolonisierten und der Frage, inwiefern die Kolonialherrschaft die Entstehung von Rassismus bedingt. Dabei reproduziert bereits die Art und Weise, wie die koloniale Gewalt beispielsweise in Lehrb\u00fcchern dargestellt wird, oft schon selbst koloniale Diskurse. Den Angeh\u00f6rigen der Herero und Nama wird h\u00e4ufig eine Opferrolle zugeschrieben und ihre Lebenssituation stark vernachl\u00e4ssigt. Neben einer fehlenden Distanzierung von kolonialem Vokabular wie \u201eH\u00e4uptling\u201c oder \u201eEingeborene\u201c wird auch die Vielfalt des afrikanischen Kontinents mittels der Rede von \u201eden Afrikanern\u201c diffamiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die K\u00f6lnerin Abigail Fugah startete daher eine Petition zur \u00dcberarbeitung der Lehrb\u00fccher und Lehrpl\u00e4ne in Nordrhein-Westfalen und begr\u00fcndet dies wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u00a0\u201eWenn schwarze Kinder alt genug sind, Rassismus zu erfahren, dann sind wei\u00dfe Kinder auch alt genug, um etwas dar\u00fcber zu lernen.\u201c <\/em><\/p><cite><em>Fugah, 2020 zitiert nach Hilfe, 2020<\/em><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Da Bildung im Kompetenzbereich der Bundesl\u00e4nder liegt, variieren dementsprechend auch die jeweiligen Geschichtslehrpl\u00e4ne. In Niedersachsen z.B. ist lediglich die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Formen des Imperialismus festgeschrieben, wohingegen in Bayern auch die \u201eAuswirkungen auf die betroffenen V\u00f6lker an einem Beispiel\u201c thematisiert werden sollen. Selbst innerhalb eines Bundeslandes herrschen je nach Schulform hochgradige Unterschiede. In Sachsen-Anhalt wird in der neuesten Geschichtsbuchausgabe f\u00fcr die gymnasiale Oberstufe der aktuelle Diskurs \u00fcber die Anerkennung des Genozids an den Herero und Nama aufgegriffen, in dem Buch f\u00fcr die Realsch\u00fcler*innen l\u00e4sst sich dagegen kein einziger Satz zur Kolonialzeit finden (vgl. Kniestedt, 2020). Inwiefern dann das Thema behandelt wird, liegt folglich in der Verantwortung der einzelnen Lehrpersonen. Ob und wie sich die Lehrkr\u00e4fte Zeit nehmen, Kolonialismus und dessen Auswirkungen in ihrem Unterricht zu behandeln, ist auch von ihrer eigenen rassismuskritischen Einstellung abh\u00e4ngig (vgl. Kniestedt, 2020). Vorschl\u00e4ge f\u00fcr eine differenziertere Behandlung der Kolonialgeschichte beinhalten neben der Fortbildung f\u00fcr Lehrer*innen Lernkooperationen, die die Interessensvertretung von marginalisierten und rassismuskritischen Gruppen ber\u00fccksichtigen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn nur mit dem Bewusstsein um unsere koloniale Vergangenheit, k\u00f6nnen wir heute rassistische Strukturen in uns und unserer Gesellschaft \u00fcberhaupt erkennen. Deswegen sollten wir eine postkoloniale Perspektivenerweiterung in allen Schulen anvisieren, sodass zuk\u00fcnftige Generationen bereits so fr\u00fch wie m\u00f6glich f\u00fcr rassismuskritische Themen sensibilisiert werden. Auf diese Weise kann auch zu einer diskriminierungsfreieren Gesellschaft beigetragen werden, in der Schwarze Menschen, bzw. People of Color nicht mehr Opfer von rassistischen Gewalttaten werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Literaturverzeichnis<\/h2>\n\n\n\n<p>Adichie,\u00a0C.\u00a0N. (TED, Hrsg.). (2009, 16. Oktober). <em>The danger of a single story<\/em>. Zugriff am 23.09.2021. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.ted.com\/talks\/chimamanda_ngozi_adichie_the_danger_of_a_single_story\/transcript\">https:\/\/www.ted.com\/talks\/chimamanda_ngozi_adichie_the_danger_of_a_single_story\/transcript<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Baschek,\u00a0N., Kaunatjike, I. (Mitarbeiter). (2018, 25. Januar). <em>\u201eEs geht um Respekt\u201c, <\/em>Deutschlandfunk Kultur. Zugriff am 24.09.2021. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/herero-aktivist-israel-kaunatjike-es-geht-um-respekt.2165.de.html?dram:article_id=409199\">https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/herero-aktivist-israel-kaunatjike-es-geht-um-respekt.2165.de.html?dram:article_id=409199<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Bpb. (2014, 10. Januar). <em>Januar 1904: Herero-Aufstand in Deutsch-S\u00fcdwestafrika, <\/em>bpb. Zugriff am 24.09.2021. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/politik\/hintergrund-aktuell\/176142\/herero-aufstand-10-01-2014\">https:\/\/www.bpb.de\/politik\/hintergrund-aktuell\/176142\/herero-aufstand-10-01-2014<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Bpb (Hrsg.). (2021, 22. Juni). <em>V\u00f6lkermord an Herero und Nama: Abkommen zwischen Deutschland und Namibia<\/em>. Zugriff am 24.09.2021. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/politik\/hintergrund-aktuell\/335257\/abkommen-zwischen-deutschland-und-namibia\">https:\/\/www.bpb.de\/politik\/hintergrund-aktuell\/335257\/abkommen-zwischen-deutschland-und-namibia<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Brehl,\u00a0M., Ernst, A. (Mitarbeiter). (2021, 28. Mai). <em>Was bedeutet &#8222;Genozid&#8220;?, <\/em>S\u00fcddeutsche Zeitung. Zugriff am 23.09.2021. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/voelkermord-genozid-herero-und-nama-namibia-1.5306703\">https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/voelkermord-genozid-herero-und-nama-namibia-1.5306703<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Bundesregierung. (2016, 11. Juli). <em>Sachstand der Verhandlungen zum Vers\u00f6hnungsprozess mit Namibia und zur Aufarbeitung des V\u00f6lkermordes an den Herero und Nama<\/em>. Zugriff am 24.09.2021. Verf\u00fcgbar unter: htt<a href=\"\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/18\/091\/1809152.pdf\">ps:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/18\/091\/1809152.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Conrad,\u00a0S. (2008). <em>Deutsche Kolonialgeschichte<\/em>. M\u00fcnchen: C. H. Beck.<\/p>\n\n\n\n<p>Gewald,\u00a0J.\u2011B. (1994). The Great General of the Kaiser. <em>Botswana Notes and Records<\/em>, <em>26<\/em>, 67\u201376.<\/p>\n\n\n\n<p>Hilfe,\u00a0P., Fugah, A. (Mitarbeiter). (2020, 8. Oktober). <em>Kolonialgeschichte: kein Platz im Unterricht?, <\/em>Deutsche Welle. Zugriff am 24.09.2021. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/p.dw.com\/p\/3jcEu\">https:\/\/p.dw.com\/p\/3jcEu<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Hooks,\u00a0b. (2003). <em>Teaching community. A pedagogy of hope<\/em>. New York: Routledge. Retrieved from <a href=\"http:\/\/edrev.asu.edu\/reviews\/rev446.htm\">http:\/\/edrev.asu.edu\/reviews\/rev446.htm<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Kazeem,\u00a0B. &amp; Schaffer,\u00a0J. (2012). Talking back. bell hooks und Schwarze feministische Erm\u00e4chtigung. In J. Reuter &amp; A. Karentzos (Hrsg.), <em>Schl\u00fcsselwerke der Postcolonial Studies. <\/em>Wiesbaden: VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften.<\/p>\n\n\n\n<p>Kimmerle,\u00a0E. (2018). Okay, es war ein V\u00f6lkermord, aber \u2026 <em>fluter<\/em>, <em>69<\/em>, 22\u201323.<\/p>\n\n\n\n<p>Kniestedt,\u00a0F. (2020, 15. Juli). <em>Kein Platz f\u00fcr deutsche Kolonialgeschichte?, <\/em>Deutschlandfunk Kultur. Zugriff am 24.09.2021. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/geschichtsunterricht-kein-platz-fuer-deutsche.976.de.html?dram:article_id=480566\">https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/geschichtsunterricht-kein-platz-fuer-deutsche.976.de.html?dram:article_id=480566<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Lueg,\u00a0A. (2021, 28. Mai). <em>Kolonialgeschichte im Schulunterricht \u2013 Zu wei\u00dfe Perspektive?, <\/em>SWR2. Zugriff am 24.09.2021. Verf\u00fcgbar unter:<a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swr2\/wissen\/kolonialgeschichte-im-schulunterricht-zu-weisse-perspektive-swr2-wissen-2021-01-23-100.html\"> https:\/\/www.swr.de\/swr2\/wissen\/kolonialgeschichte-im-schulunterricht-zu-weisse-perspektive-swr2-wissen-2021-01-23-100.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ausw\u00e4rtiges Amt. (2021). <em>Au\u00dfenminister Maas zum Abschluss der Verhandlungen mit Namibia<\/em>. Zugriff am 23.09.2021. Verf\u00fcgbar unter: h<a href=\"\/\/www.auswaertiges-amt.de\/de\/newsroom\/-\/2463396\">ttps:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/de\/newsroom\/-\/2463396<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Opfer-Klingerl,\u00a0B. (2012). <em>Infoblatt: Der deutsche Imperialismus und der V\u00f6lkermord in S\u00fcdwestafrika, <\/em>Ernst Klett Verlag. Zugriff am 23.09.2021. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www2.klett.de\/sixcms\/media.php\/229\/DO01_3-12-430001_Kap6_online_kr2t98_Herero.pdf\">https:\/\/www2.klett.de\/sixcms\/media.php\/229\/DO01_3-12-430001_Kap6_online_kr2t98_Herero.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Schaller,\u00a0D.\u00a0J. (2004). \u00abIch glaube, dass die Nation als solche vernichtet werden muss\u00bb. Kolonialkrieg und V\u00f6lkermord in \u00abDeutsch-S\u00fcdwestafrika\u00bb. <em>Journal of genocide research<\/em>, <em>6<\/em>(3), 395\u2013430.<\/p>\n\n\n\n<p>Segu Geschichte (Hrsg.). (o. J.). <em>V\u00f6lkermord an den Herero<\/em>. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/segu-geschichte.de\/voelkermord-herero\/\">https:\/\/segu-geschichte.de\/voelkermord-herero\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Youtube (Sing mit mir- Kinderlieder, Hrsg.). (2015, 4. Mai). <em>Ein Mann, der sich Kolumbus nannt, <\/em>Youtube. Zugriff am 23.09.2021. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0b7w3GPdv7g\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0b7w3GPdv7g<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ullrich,\u00a0V. (1994, 14. Januar). <em>&#8222;\u2026 deutsches Blut zu r\u00e4chen&#8220;, <\/em>DIE ZEIT. Zugriff am 24.09.2021. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/zeitlaeufte\/herero\">https:\/\/www.zeit.de\/zeitlaeufte\/herero<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p>Quelle: Solva Bergmann, <u><em>Rassismuskritische Bildung und Aufarbeitung der Kolonialgeschichte an deutschen Schulen: Aktuelle Bestandsaufnahme und Herausforderungen f\u00fcr die Zukunft<\/em><\/u>, in: Blog ABV Gender- und Diversitykompetenz FU Berlin, 27.10.2021, <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2021\/10\/27\/rassismuskritische-bildung-und-aufarbeitung-der-kolonialgeschichte-an-deutschen-schulen\/\">https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=130<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aktuelle Bestandsaufnahme und Herausforderungen f\u00fcr die Zukunft Solva Bergmann (SoSe 2021) H\u00e4tte ich vor circa zwei Jahren ehemalige Kolonialm\u00e4chte aufz\u00e4hlen sollen, w\u00e4ren mir bestimmt L\u00e4nder wie Frankreich, Spanien und Portugal eingefallen, schlie\u00dflich habe ich das zumindest aus dem schulischen Geschichtsunterricht mitgenommen: die gro\u00dfen Kolonialm\u00e4chte, die zahlreiche L\u00e4nder auf dem afrikanischen und amerikanischen Kontinent besetzten, dessen &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2021\/10\/27\/rassismuskritische-bildung-und-aufarbeitung-der-kolonialgeschichte-an-deutschen-schulen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eRassismuskritische Bildung und Aufarbeitung der Kolonialgeschichte an deutschen Schulen\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2643,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[327720],"tags":[1661,471,2744,2740],"class_list":["post-130","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-essay","tag-bildung","tag-geschichte","tag-kolonialismus","tag-rassismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/130","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2643"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=130"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/130\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":135,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/130\/revisions\/135"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=130"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=130"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=130"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}