{"id":151,"date":"2021-12-13T13:09:11","date_gmt":"2021-12-13T12:09:11","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=151"},"modified":"2021-12-17T15:24:43","modified_gmt":"2021-12-17T14:24:43","slug":"against-carceral-feminism","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2021\/12\/13\/against-carceral-feminism\/","title":{"rendered":"Against Carceral Feminism"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum h\u00e4rtere oder h\u00f6here Strafen nichts gegen h\u00e4usliche und sexualisierte Gewalt ausrichten k\u00f6nnen<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lars Hardes (SoSe 2021) <\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"><em>Welche Handlungsoptionen resultieren aus der Auseinandersetzung mit Privilegien \/ De-privilegierung? Welche Ver\u00e4nderungspotentiale braucht es auf der pers\u00f6nlichen, welche auf der strukturellen und institutionellen Ebene? <\/em>\u2013 mit diesen Fragen haben wir uns in einer der Kleingruppendiskussionen im Seminar <em>Gender und Diversity: Zentrale soziale Kategorien im 21. Jahrhundert <\/em>besch\u00e4ftigt. Zun\u00e4chst diskutierten wir die pers\u00f6nliche \/ individuelle Ebene, anschlie\u00dfend erst die strukturelle und institutionelle.<sup>1<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Als es schlie\u00dflich um letztere ging, wurde in meiner Kleingruppe \u00fcberraschenderweise vorgeschlagen, h\u00e4rtere Strafen f\u00fcr h\u00e4usliche und sexualisierte Gewalt einzuf\u00fchren. Nicht genauer spezifizierte Studien h\u00e4tten erwiesen, dass eine Erh\u00f6hung des Strafma\u00dfes zur Verringerung der Anzahl von F\u00e4llen h\u00e4uslicher und sexueller Gewalt f\u00fchre. <sup>2<\/sup> Verantwortlich f\u00fcr diese Verringerung sei die abschreckende Wirkung der Strafen. Um sexualisierte Gewalt auf einer institutionellen und strukturellen Ebene zu bek\u00e4mpfen, sollten demnach mittels eines erh\u00f6hten Strafma\u00dfes negative Anreize f\u00fcr T\u00e4ter*innen geschaffen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl der Vorschlag sicherlich, wie wir sehen werden, vor allem aufgrund seines kontra- produktiven Charakters als unangebracht verworfen werden kann, fiel mir zun\u00e4chst auf, dass verschiedene Ebenen miteinander verwechselt worden waren. Denn was der Vorschlag offensichtlich missachtet, ist die Tatsache, dass es sich bei negativen Anreizen, die sich gegen bestimmte Einzelpersonen richten, um Ma\u00dfnahmen auf der individuellen Ebene handelt. Obwohl diese in einem institutionellen Rahmen, dem Gesetzestext, verankert werden sollten, werden institutionelle oder strukturelle Ursachen h\u00e4uslicher und sexualisierter Gewalt durch diesen nicht adressiert, sondern vielmehr ignoriert und verschwiegen. Ziel dieses Essays ist es, dem individualisierenden Vorschlag, sexualisierte und h\u00e4usliche Gewalt h\u00e4rter zu bestrafen, eine alternative Art des Denkens bzw. Umgangs entgegenzusetzen, die institutionelle und strukturelle Ursachen ber\u00fccksichtigt und sich einer Transformation dieser verschreibt. Gewisserma\u00dfen m\u00f6chte ich versuchen, pointiert zu er\u00f6rtern, welche Institutionen und Strukturen bez\u00fcglich h\u00e4uslicher und sexualisierte Gewalt eine Rolle spielen und wie diesen effektiv entgegengewirkt werden kann. Zun\u00e4chst soll daf\u00fcr der skizzierte Vorschlag als kontraproduktive Symbolpolitik kritisiert werden, die als typisch f\u00fcr den sogenannten \u201eStrafrechtsfeminismus\u201c<sup>3<\/sup> (<em>carceral feminism<\/em>) gelten kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei versuche ich zu verdeutlichen, dass gerade die Institutionen der Strafe, der Polizei und des Gef\u00e4ngnisses h\u00e4usliche und sexualisierte Gewalt reproduzieren, indem sie verhindern, dass jene Strukturen konfrontiert werden, welche die Gewalt tats\u00e4chlich verursacht haben: Statt etwa mangelhafte und fehlende Verst\u00e4ndnisse von Konsens oder problematische Vorstellungen der Maskulinit\u00e4t zu adressieren, bewirken strafende Ans\u00e4tze, polizeiliche Gewalt und die soziale Isolierung von T\u00e4ter*innen in Gef\u00e4ngnissen, dass Gewalt als Eigenschaft und Veranlagung bestimmter Individuen begriffen wird, vor denen als unschuldig verstandene Teile der Gesellschaft besch\u00fctzt werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleicherma\u00dfen m\u00f6chte ich verdeutlichen, dass die Institutionen der Strafe, der Polizei und des Gef\u00e4ngnisses die meisten Individuen weder vor Gewalt sch\u00fctzen, noch resozialisieren k\u00f6nnen respektive sollen. Anders als gemeinhin verbreitet, war dies auch nie ihre Aufgabe: Statt um ein neutrales und objektives System handelt es sich bei Polizei und Justiz um repressive Organe staatlicher Gewalt, die sich gegen bestimmte Individuen richten, welche von vornherein als suspekt und schuldig angesehen werden \u2013 Gerechtigkeit, Unschuld und Schutz vor Gewalt sind seit jeher privilegierten, also wei\u00dfen und\/oder besitzenden Teilen der Gesellschaft vorbehalten. Insofern somit nicht garantiert werden kann, dass diese allen Individuen gleicherma\u00dfen zugutekommen, muss automatisch davon ausgegangen werden, dass h\u00f6here Strafen vor allem gegen rassifizierte, marginalisierte und prekarisierte Individuen zur Anwendung kommen werden. Nicht zuletzt aus diesem Grund gilt es, nach alternativen Formen der nichtstaatlichen Gerechtigkeit zu suchen. Enden m\u00f6chte ich daher mit einer kurzen Besprechung jener Ans\u00e4tze zur Bek\u00e4mpfung h\u00e4uslicher und sexualisierter Gewalt, die als \u201eCommunity Accountability\u201c<sup>4<\/sup> bzw. \u201eTransformative Justice\u201c<sup>5<\/sup> bekannt sind. Die Forderung nach h\u00e4rteren Strafen f\u00fcr h\u00e4usliche und sexualisierte Gewalt erfreut sich heute gro\u00dfer Beliebtheit. In Deutschland wurde diese unter anderem nach den \u00dcbergriffen der Silvesternacht 2015\/16 in K\u00f6ln auch durch verschiedene feministische Organisationen ge\u00e4u\u00dfert. Interessanterweise trafen diese dabei ausgerechnet bei jenen \u201ekonservativen und rechten Kr\u00e4ften [auf breite Unterst\u00fctzung], denen Frauen*[\u2026]rechte bislang herzlich egal waren bzw. die diese Rechte bis dato bek\u00e4mpft haben.\u201c<sup>6<\/sup> Als Grund f\u00fcr diese \u201eseltsame Sch\u00fctzenhilfe\u201c<sup>7<\/sup> identifiziert Sanz Nationalit\u00e4t und Identit\u00e4t der T\u00e4ter*innen: Frauenrechte w\u00fcrden h\u00e4ufig als Deckmantel f\u00fcr Repressionen gegen unerw\u00fcnschte Individuen benutzt.<sup>8<\/sup> Entsprechende Forderungen k\u00f6nnen indessen als beispielhaft f\u00fcr jenes Ph\u00e4nomen gelten, das als <em>carceral feminism <\/em>bezeichnet wird. Folgen wir etwa Sanz, so kommt durch diesen Begriff eine Kritik des Vorgehens bestimmter feministischer Organisationen zum Ausdruck:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Die Kritik zielt auf die Art und Weise wie die Ausweitung von Polizei, Strafrecht und Gef\u00e4ngnis als eine zentrale L\u00f6sung f\u00fcr Gewalt gegen Frauen* mitgetragen wurde. Der Terminus beschreibt auch einen Prozess der Kooptierung (Aneignung) durch den Staat, der Anliegen von sozialen Bewegungen auf- nimmt und sie einbindet, dabei aber die emanzipatorischen Ziele und die transformative Macht dieser Anliegen ver\u00e4ndert und ablegt.<sup>9<\/sup><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Was n\u00e4mlich in entsprechenden Kampagnen und Debatten verloren geht, sind die institutionellen und strukturellen Aspekte respektive systemische Analysen der gesellschaftlichen Hintergr\u00fcnde h\u00e4uslicher und sexualisierter Gewalt: \u201eDie Thematik selbst wurde im Prozess [\u2026] umgedeutet zu einer strafrechtlichen und somit individualisierten Problemauffassung von Gewalt gegen Frauen*.\u201c<sup>10<\/sup> Dadurch w\u00fcrden nicht nur transformative, sondern auch zentrale feministische Anliegen, Auffassungen und Analysen hintergangen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Damit geht es bei Gewalt gegen Frauen* nicht mehr um patriarchale Unterdr\u00fcckung und m\u00e4nnliche Dominanz mit ihrem Profitieren von Ungleichheiten. Als zentrales Strukturprinzip der Gesellschaft und Fundament von Gewalt gegen Frauen* werden sie aus dem Blick ger\u00fcckt. Au\u00dferdem werden \u00f6konomische Ungleichheiten und Abh\u00e4ngigkeiten nicht als Kern des Problems angesehen \u2013 dementsprechend m\u00fcssen hier auch keine sozialstaatlichen L\u00f6sungen ausgebaut werden oder die sozio\u00f6konomische Position von Frauen* im Allgemeinen verbessert [werden].<sup>11<\/sup><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ebenso w\u00fcrden reale Auswirkungen entsprechender Ans\u00e4tze nicht genug ber\u00fccksichtigt: Da diese meistens die Situation, Erfahrung und Angreifbarkeit von rassifizierten, marginalisierten oder prekarisierten Individuen missachten, f\u00fchren sie h\u00e4ufig zu mehr statt weniger Gewalt oder aber einer Verschlechterung der individuellen Situation. Beispielsweise kann nicht jede Person die Polizei zur Hilfe rufen: Illegalisierten Migrant*innen und Gefl\u00fcchteten droht dann eine Abschiebung. Andererseits besteht auch die Gefahr, dass feminisierte Personen ihre Ein- und Unterkunft verlieren, wenn gewaltt\u00e4tige Partner*innen weggesperrt werden. Als vielleicht prominentestes Beispiel f\u00fcr kontraproduktive Folgen strafender Ans\u00e4tze k\u00f6nnen jedoch jene harte Strafen gelten, die in den USA gegen eine Vielzahl afroamerikanischer Frauen angewandt wurden, die sich mit Gewalt gegen h\u00e4usliche und sexualisierte Gewalt zur Wehr gesetzt haben.<sup>12<\/sup> H\u00e4rtere Strafen f\u00fchren demnach in nicht nur wenigen F\u00e4llen dazu, dass auch von h\u00e4uslicher und sexualisierter Gewalt Betroffene h\u00e4rter bestraft werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt scheinen strafende Ans\u00e4tzen auch daran zu scheitern, dass nur die Interessen der wei\u00dfen Mittel- und Oberschicht ber\u00fccksichtigt w\u00fcrden, so zumindest Sanz:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Indem ein Sicherheitsmodell f\u00fcr die wei\u00dfe Mittel- und Oberschicht forciert wurde, wurden andere Sicherheitsmodelle missachtet, ebenso wie die Wirkm\u00e4chtigkeit von historischen Stereotypen \u00fcber Schwarze M\u00e4nnlichkeit, rassistische Polizeigewalt und die Auswirkungen von polizeilicher \u00dcberwachung und massenweiser Inhaftierung f\u00fcr Communities of Color.<sup>13<\/sup><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Dass staatliche Institutionen demnach nur bestimmten Interessen verpflichtet scheinen, sollte uns nicht \u00fcberraschen. Folgen wir beispielsweise Vitale, so muss die Polizei etwa in erster Linie als Institution zur Aufrechterhaltung sozialer Ungleichheiten verstanden werden: \u201eThe reality is that the police exist primarily as a system for managing and even producing inequality by suppressing social movements and tightly managing the behaviors of poor and nonwhite people: those on the losing end of economic and political arrangements.\u201c<sup>14<\/sup> Den weit verbreiteten Irrglauben, dass die Polizei die Bev\u00f6lkerung vor Verbrechen und Gewalt besch\u00fctzen soll und k\u00f6nnte, entlarvt Vitale als liberales Wunschdenken:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>It is largely a liberal fantasy that the police exist to protect us from the bad guys. As the veteran police scholar David Bayley argues, \u201aThe police do not prevent crime. [\u2026] Yet the police pretend that they are society\u2019s best defense against crime and continually argue that if they are given more resources, [&#8230;] they will be able to protect communities against crime. This is a myth.\u2018<sup>15<\/sup><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>H\u00e4usliche und sexualisierte Gewalt kann und soll die Polizei also gar nicht erst verhindern. Dass sie bez\u00fcglich dieser Gewaltformen auch gar nicht erst als geeigneter Ansprechpartner gelten kann und sollte, legen indessen Studien aus den USA nahe, laut denen Polizist*innen diese sehr viel h\u00e4ufiger aus\u00fcben, als es normale B\u00fcrger*innen tun:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>An asthonishing 40 percent of cops acknowledged in one U.S. survey that they were violent with their spouse or children in the previous six months. A months survey had remarkably similar results \u2013 40 percent of officers admitted there was violence in their relationship in the previous year. The cop&#8217;s abuse rate was <em>up to 15 times that of the public<\/em>.<sup>16<\/sup><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Polizist*innen sind demnach selbst h\u00e4ufig T\u00e4ter*innen. Mehr Schutz durch die Polizei zu fordern, erweist sich sp\u00e4testens hier als widerspr\u00fcchlich: Insofern sich Betroffene h\u00e4uslicher oder sexualisierter Gewalt an die Polizei wenden, laufen sie Gefahr, erneut Gewalt zu erfahren, nun allerdings durch Polizist*innen, deren Einsatz von Gewalt staatlich sanktioniert ist und gegen die sich juristisch nur sehr schwer zur Wehr gesetzt werden kann, da Polizist*innen einen Vertrauensvorschuss genie\u00dfen und sich h\u00e4ufig gegenseitig decken. Gerade marginalisierte Individuen wie Sexarbeiter*innen k\u00f6nnen sich daher nicht auf Polizei und Justiz verlassen, wenn sie h\u00e4usliche oder sexualisierte Gewalt erfahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbst wenn diese Probleme mit der Polizei nicht best\u00fcnden, g\u00e4be es gen\u00fcgend weitere Gr\u00fcnde, gegen h\u00e4rtere Strafen im Besonderen und gegen Bestrafung im Allgemeinen zu sein. Als Ort zur sozialen Isolation von T\u00e4ter*innen kann das Gef\u00e4ngnis nur sehr wenig zur Pr\u00e4vention von Gewalt beitragen. Statt T\u00e4ter*innen dem eigenen Anspruch nach zu resozialisieren, reproduziert es etwa Gewalt, so zumindest Sanz: \u201eGanz au\u00dfer Acht bleibt [\u2026], dass Gef\u00e4ngnisse selbst Orte extremer Gewalt sind und der vielfach bewiesene Fakt, dass  diese Institution Gewaltzyklen aufrecht erh\u00e4lt und f\u00f6rdert.\u201c<sup>17<\/sup> Wie Olufemi verdeutlicht, handelt es sich bei Gef\u00e4ngnisstrafen au\u00dferdem wieder um individualisierende Ma\u00dfnahmen, die Institutionen und Strukturen au\u00dfer Acht lassen: \u201ePrison provides an individualistic response to harm \u2013 it locates the problem in the body of the &#8218;bad&#8216; person rather than connecting patterns of harm to the conditions in which we live.\u201c<sup>18<\/sup> Es gelte zu beachten, dass das Problem h\u00e4uslicher und sexualisierter Gewalt nur kollektiv angegangen werden kann:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Anyone who refuses to naturalise aggression, domination and violence in men\u2019s bodies, understands that these traits have more to do with <em>enforcement of gender as a system <\/em>than individual action. Gendered violence is a systemic problem that requires a collective response. It is crucial that we disrupt normative masculinity and the systems it is predicated on before they become cemented in the bodies of individuals.<sup>19<\/sup><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Kritische Bildung und soziale Unterst\u00fctzung scheinen demnach besser zur Bek\u00e4mpfung sexualisierter und h\u00e4uslicher Gewalt geeignet als Strafen, da sie die institutionellen und strukturellen Hintergr\u00fcnde wie etwa normative Gendersysteme tats\u00e4chlich adressieren. Auch finanzielle Unterst\u00fctzung k\u00f6nnte vorbeugend wirken, indem etwa prekarisierten Personen eigene Unterk\u00fcnfte erm\u00f6glicht werden, die es ihnen erlauben, Partner*innen zu verlassen, bevor diese gewaltt\u00e4tig werden. Insofern h\u00e4usliche und sexualisierte Gewalt bek\u00e4mpft werden sollen, ist die Forderung nach einer radikalen Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums also sinnvoller als die nach h\u00e4rteren Strafen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen letztere spricht auch der rassistische Charakter der Institutionen der Strafe, der Polizei und des Gef\u00e4ngnisses. Wie Wang etwa beobachtet, werden Schwarze von vornherein&nbsp;mit Schuld assoziiert: \u201ethere is an a priori association of Blackness with guilt (criminality).\u201c<sup>20<\/sup> Gerade im Namen wei\u00dfer Sicherheit komme es h\u00e4ufig zu Repressionen gegen Schwarze: \u201eracial violence is the unspoken and necessary underside of security, particularly white security. Safety requires the removal and containment of people deemed to be threats.\u201c<sup>21<\/sup> Dies schl\u00e4gt sich nicht nur in konkreten Praktiken wie dem <em>racial profiling <\/em>nieder,<sup>22<\/sup> sondern f\u00fchrt auch dazu, dass sexualisierte Gewalt an BIPoC festgemacht wird, so Schilde:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>W\u00e4hrend <em>wei\u00dfe <\/em>T\u00e4ter_innen sexualisierter Gewalt als \u201apathologische\u2018 Ausnahmen wahrgenommen und als Einzelt\u00e4ter_innen dargestellt werden, repr\u00e4sentieren marginalisierte T\u00e4ter_innen ihre gesamte Gruppe und die von bestimmten Personen ausgef\u00fchrte sexualisierte Gewalt wird auf die \u201aRasse\u2018 oder die \u201aKultur\u2018 zur\u00fcckgef\u00fchrt.<sup>23<\/sup><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Tatsache, dass h\u00e4rtere Strafen vor allem f\u00fcr Verbrechen angedacht sind, die mit rassifizierten Individuen in Verbindung gebracht werden, l\u00e4sst die Forderung nach diesen gelin de gesagt fragw\u00fcrdig erscheinen. Erneut sollten wir uns verdeutlichen, dass strafende Institutionen nicht zu mehr Sicherheit f\u00fchren: \u201eOn the contrary, their purpose is to maintain the &nbsp;social order, protect white people, and defend private property. If these intuitions are vio lent themselves, then expanding their jurisdiction will not help us, especially while racism and patriarchy endures.\u201c<sup>24<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4testens der Umstand, dass neben rassifizierten auch andere marginalisierte und prekarisierte Individuen durch die Institutionen der Strafe, der Polizei und des Gef\u00e4ngnisses systematisch benachteiligt werden, sollte uns jedoch endg\u00fcltig zu einer Abkehr von diesen bewegen. Der klassistische Charakter der Justiz, der sich unter anderem in der Sozialprognose und fehlenden (materiellen) Barrierefreiheit juristischer Ressourcen manifestiert, f\u00fchrt etwa dazu, dass privilegierte Individuen grunds\u00e4tzlich weniger hart bestraft werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch gibt es einen weiteren guten Grund, h\u00e4rtere Strafen abzulehnen \u2013 wie Brazzell aufzeigt, erf\u00fcllen diese schlichtweg nicht die Bed\u00fcrfnisse Betroffener: \u201eselbst die betroffenen Menschen [\u2026] w\u00fcnschen sich oft mehr Gerechtigkeit, Wiedergutmachung und Heilung als das Rechtssystem ihnen bieten kann.\u201c<sup>25<\/sup> W\u00e4hrend diese in unseren momentanen Praktiken jedoch keinesfalls mitgedacht werden, gibt es zahlreiche Versuche, diese Interessen Betroffener st\u00e4rker zu ber\u00fccksichtigen. Das vielleicht bekannteste Modell ist der <em>Transformative Justice<\/em>-Ansatz, der vollst\u00e4ndig auf die Institutionen der Strafe, der Polizei und des Gef\u00e4ngnisses verzichtet. Ziel dieser Praxis, die auch als <em>Community Accountability <\/em>bekannt ist, ist es, T\u00e4ter*innen durch die jeweiligen <em>Communities <\/em>darin zu unterst\u00fctzen, Verantwortung f\u00fcr ihre Taten zu \u00fcbernehmen. Zentral f\u00fcr den Ansatz sind Brazzell zufolge folgende Aspekte:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Unterst\u00fctzung von betroffenen Personen, Gew\u00e4hrleistung ihrer Sicherheit und Selbstbestimmung; Verantwortungs\u00fcbernahme durch den\/die Gewaltaus\u00fcbende und Verhaltens\u00e4nderung; Ma\u00dfnahmen inner halb der Community, die gegen Unterdr\u00fcckung und Gewalt gerichtete Haltungen und Praxen st\u00e4rken; Strukturelle Ver\u00e4nderung der gesellschaftlichen und politischen Verh\u00e4ltnisse, die f\u00fcr den Fortbestand von Gewalt verantwortlich sind.<sup>26<\/sup><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Integraler Bestandteil des zugrundeliegenden Gerechtigkeitsverst\u00e4ndnisses ist also die Transformation der Gesellschaft; strukturelle und institutionelle Ursachen von Gewalt wie toxische Maskulinit\u00e4ten, soziale Ungleichheit, Wohnungsmangel, etc. sollen gemeinsam beseitigt werden. Damit unterscheidet sich das Konzept signifikant von herk\u00f6mmlichen Methoden zur Herstellung von Gerechtigkeit, wie etwa dem T\u00e4ter-Opfer-Ausgleich:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Im Unterschied zum T\u00e4ter-Opfer-Ausgleich und anderen Mediationsmethoden [\u2026] betrachten Vertreter*innen von CA-TJ [Community Accountability-Transformative Justice, Anm. d. Verf.] Gewalt nicht losgel\u00f6st vom gr\u00f6\u00dferen Kontext systematischer Unterdr\u00fcckung und eines Machtgef\u00e4lles, das nicht einfach durch Mediation wiedergutgemacht werden kann. Daher m\u00fcssen sowohl das individuelle gewaltt\u00e4tige Verhalten als auch die diesem Verhalten zugrunde liegenden sozialen und politischen Verh\u00e4ltnisse ver\u00e4ndert werden.<sup>27<\/sup><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Von T\u00e4ter*innen fordert der Ansatz dabei nicht nur eine Ver\u00e4nderung, sondern auch eine Reflexion und potenziell lebenslange Aufarbeitung des eigenen Verhaltens. Positive Best\u00e4rkung soll den kontraproduktiven Auswirkungen von Scham und Schuld entgegenwirken: Da sie in den entsprechenden Prozessen unterst\u00fctzt werden, k\u00f6nnen sie Alternativen &nbsp;erlernen \u2013 anders als in der sozialen Isolation des Gef\u00e4ngnisses etwa.<\/p>\n\n\n\n<p>Werfen wir nun einen Blick auf die Forderung zur\u00fcck, Strafen f\u00fcr h\u00e4usliche und sexualisierte Gewalt zu erh\u00f6hen, so kann diese als kontraproduktive Symbolpolitik verworfen wer den. Obwohl dieser Vorschlag zwar vorgibt, die Sicherheit f\u00fcr feminisierte Personen zu erh\u00f6hen, profitieren nur jene hiervon, die sowieso schon verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig privilegiert sind. Rassifizierte, marginalisierte und prekarisierte Personen hingegen werden zus\u00e4tzlicher Gewalt ausgesetzt. Dass ausgerechnet von der Polizei, der Justiz und Gef\u00e4ngnissen erwartet wird, mehr Sicherheit zu schaffen, ist aus dem Grund abwegig, dass diese h\u00e4usliche und sexualisierte Gewalt nicht etwa verhindern k\u00f6nnen, sondern vielmehr reproduzieren und sogar selbst aus\u00fcben. Indem sie zudem rassifizierte, marginalisierte und prekarisierte Individuen zu S\u00fcndenb\u00f6cken stilisieren, bewirken sie effektiv eine Vergr\u00f6\u00dferung der Ungleichheit vor dem Gesetz wie auch sozialer Ungleichheit. Dass die tats\u00e4chlichen Ursachen von h\u00e4uslicher und sexualisierter Gewalt dabei vollkommen vernachl\u00e4ssigt werden, wird gr\u00f6\u00dftenteils verschwiegen. Wie dargestellt geht es den Institutionen auch nicht darum, diese zu beseitigen: Da die Aufrechterhaltung sozialer Ungleichheit das prim\u00e4re Ziel dieser staatlichen Organe ist, werden institutionelle und strukturelle Ursachen nicht angegangen. Weil der h\u00e4ufig formulierte Anspruch, Verbrechen und Gewalt effektiv zu bek\u00e4mp fen, mit dieser Realit\u00e4t keineswegs vereinbar ist, kann festgehalten werden, dass von Seiten des Staates leider keine L\u00f6sungen erwartet werden k\u00f6nnen. Diese m\u00fcssen vielmehr in die eigene Hand genommen werden: Allein durch <em>Community Accountability <\/em>und <em>Transformative Justice <\/em>werden kollektive Praktiken in Aussicht gestellt, die die Interessen von Betroffenen zur Gen\u00fcge ber\u00fccksichtigen und auch strukturelle und institutionelle Ursachen von Gewalt adressieren.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p style=\"font-size:0\">1 Nat\u00fcrlich ist es nicht immer m\u00f6glich, diese Ebenen klar voneinander zu trennen, da sich diese \u00fcberschneiden und gegenseitig beeinflussen.<\/p>\n\n\n\n<p>2&nbsp;Leider liegen mir besagte Studien bis heute nicht vor. Ganz im Gegenteil scheinen Erh\u00f6hungen des Strafma\u00dfes tats\u00e4chlich keinen Einfluss auf die Anzahl von Straftaten zu haben: \u201eOffensichtlich ist der Zusammenhang zwischen (harter) Bestrafung und Kriminalit\u00e4tsbelastung, vor allem, was schwerere Straftaten angeht, niedrig bzw. \u00fcberhaupt nicht vorhanden.\u201c Helmut Kury, Mehr Sicherheit durch Strafe?, in: APuZ 40\u201341 (2007), S. 30\u201337, hier S. 36.<\/p>\n\n\n\n<p>3&nbsp;Vgl. Limo Sanz, Einleitung: Strafrechtsfeminismus und Queere Straflust, in: Melanie Brazzell (Hg.), Was macht uns wirklich sicher? Toolkit f\u00fcr Aktivist_innen, Berlin 2017, S. 57\u201360, hier S. 57<\/p>\n\n\n\n<p>4 Vgl. Melanie Brazzell, Einleitung: Was macht uns wirklich sicher? Ein Einblick in den \u201eTransformative Justice\u201c Ansatz, in Dies. (Hg.), Wasmacht uns wirklich sicher? Toolkit f\u00fcr Aktivist_innen, Berlin 2017, S. 4\u201310, hier S. 7<\/p>\n\n\n\n<p>5 Vgl. ebd.<\/p>\n\n\n\n<p>6 Sanz 2010, S. 57.<\/p>\n\n\n\n<p>7 Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p>8 F\u00fcr den gesamten Absatz vgl. ebd. \u00c4hnlich argumentiert Wang: \u201eHistorically, appeals to the safety of wo- men have sanctioned the expansion of the police and prison regimes while conjuring the racist image of the Black male rapist.\u201c Jackie Wang, <em>Against innocence. Race, Gender, and the Politics of Safety<\/em>, o. O. 2014, S. 9.<\/p>\n\n\n\n<p>9 Sanz 2010, S. 57.<\/p>\n\n\n\n<p>10&nbsp;&nbsp; Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p>11&nbsp;&nbsp; Ebd., S. 57f. Wachsende soziale Ungleichheiten und der Abbau von sozialstaatlichen Strukturen f\u00fchren unter anderem dazu, dass feminisierte Personen gewaltvolle Beziehungen nicht mehr verlassen k\u00f6nnen.Vgl. ebd., S. 58.<\/p>\n\n\n\n<p>12 Vgl. ebd., S. 58.<\/p>\n\n\n\n<p>13&nbsp;&nbsp; Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p>14 Alex Vitale, <em>The End of Policing <\/em>(EPUB), London\/New York 2017, Pos. 71.<\/p>\n\n\n\n<p>15&nbsp;&nbsp; Vitale 2017, Pos. 68. Vitale zitiert hier David Bayley, <em>Police for the <\/em>Future, Oxford 1996, S. 25\u201328. Brazzell argumentiert zudem, dass \u201eTechniken wie Polizei, Gef\u00e4ngnis und Grenzen Gewalt (re)produzieren statt sie zu beenden.\u201c <a href=\"https:\/\/www.zeitschrift-luxemburg.de\/sicherheit-von-links-der-transformative-justice-ansatz\/\">https:\/\/www.zeitschrift-luxemburg.de\/sicherheit-von-links-der-transformative-justice-ansatz\/<\/a>, zuletzt abgerufen am 30. August 2021.<\/p>\n\n\n\n<p>16 Alex Roslin, <em>Police Wife. The Secret Epidemic of Police Domestic Violence<\/em>, o. O. 2017, S. 6f. Meine Hervorhebung.<\/p>\n\n\n\n<p>17 Sanz 2010, S. 58.<\/p>\n\n\n\n<p>18&nbsp;&nbsp; Lola Olufemi, Feminism, Interrupted. Disrupting Power, London 2020, S. 111.<\/p>\n\n\n\n<p>19 Olufemi 2020, S. 113. Meine Hervorhebung. <\/p>\n\n\n\n<p>20 Wang 2014, S. 4.<\/p>\n\n\n\n<p>21 Ebd., S. 20.<\/p>\n\n\n\n<p>22&nbsp;&nbsp; Dass Schulungen zur Schaffung und Verbreitung von politischer oder kultureller Awareness etwas an rassistischen Polizeipraktiken \u00e4ndern k\u00f6nnten, widerlegt Vitale. Vgl. Vitale 2017, Pos. 20. Das Problem ist auch nicht die mangelnde Diversit\u00e4t der Polizeikr\u00e4fte: \u201eEven the most diverse forces have major problems with racial profiling and bias, and individual black and Latino officers appear to perform very much like their white counterparts.\u201c Vitale 2017, Pos. 28.<\/p>\n\n\n\n<p>23&nbsp;&nbsp; Astrid Schilde, \u201ewhite Men saving white Women from Men of Color\u201c: rassistischer maskulinistischer Schutz in Deutschland, in: Melanie Brazzell (Hg.), Wasmacht uns wirklich sicher? Toolkit f\u00fcr Aktivist_innen, Berlin 2017, S. 64f, hier S. 65.<\/p>\n\n\n\n<p>24 Wang 2014, S. 23.<\/p>\n\n\n\n<p>25 <a href=\"https:\/\/www.zeitschrift-luxemburg.de\/sicherheit-von-links-der-transformative-justice-ansatz\/\">https:\/\/www.zeitschrift-luxemburg.de\/sicherheit-von-links-der-transformative-justice-ansatz\/<\/a><a href=\"http:\/\/www.zeitschrift-luxemburg.de\/sicherheit-von-links-der-transformative-justice-ansatz\/\">,<\/a> zuletzt abgerufen am 30. August 2021<\/p>\n\n\n\n<p>26&nbsp;&nbsp; Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p>27 Ebd<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p>Quelle: Lars Hardes, <em>Against Carceral Feminism: Warum h\u00e4rtere oder h\u00f6here Strafen nichts gegen h\u00e4usliche und sexualisierte Gewalt ausrichten k\u00f6nnen<\/em>, in: Blog ABV Gender- und Diversitykompetenz FU Berlin, 13.12.2021, <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=151\">https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=151<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum h\u00e4rtere oder h\u00f6here Strafen nichts gegen h\u00e4usliche und sexualisierte Gewalt ausrichten k\u00f6nnen Lars Hardes (SoSe 2021) Welche Handlungsoptionen resultieren aus der Auseinandersetzung mit Privilegien \/ De-privilegierung? Welche Ver\u00e4nderungspotentiale braucht es auf der pers\u00f6nlichen, welche auf der strukturellen und institutionellen Ebene? \u2013 mit diesen Fragen haben wir uns in einer der Kleingruppendiskussionen im Seminar Gender &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2021\/12\/13\/against-carceral-feminism\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eAgainst Carceral Feminism\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2643,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[327720],"tags":[449047,433140,314960],"class_list":["post-151","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-essay","tag-carceral-feminism","tag-sbdg","tag-sexualisierte-gewalt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/151","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2643"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=151"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/151\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":160,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/151\/revisions\/160"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=151"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=151"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=151"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}