{"id":183,"date":"2022-01-31T12:12:44","date_gmt":"2022-01-31T11:12:44","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=183"},"modified":"2022-01-31T12:14:39","modified_gmt":"2022-01-31T11:14:39","slug":"welcher-zusammenhang-laesst-sich-zwischen-kultureller-aneignung-und-kulturellem-erbe-mit-blick-auf-die-gegenwart-und-koloniale-kontinuitaeten-herausarbeiten-am-beispiel-der-benin-bronzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2022\/01\/31\/welcher-zusammenhang-laesst-sich-zwischen-kultureller-aneignung-und-kulturellem-erbe-mit-blick-auf-die-gegenwart-und-koloniale-kontinuitaeten-herausarbeiten-am-beispiel-der-benin-bronzen\/","title":{"rendered":"Welcher Zusammenhang l\u00e4sst sich zwischen kultureller Aneignung und kulturellem Erbe mit Blick auf die Gegenwart und koloniale Kontinuit\u00e4ten herausarbeiten, am Beispiel der Benin Bronzen?"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jody A. Pinkrah (SoSe 2021)<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Einleitung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die Welt befindet sich seit Jahren in einem anhaltenden Globalisierungsprozess. Manche Wissenschaftler*innen argumentieren, dass der Prozess im 15. Jahrhundert mit Kolumbus begann, andere datieren den Beginn mit der Entstehung des Wirtschaftsbegriffs in den 60er Jahren (Straumann 2016). In jedem Fall lassen sich verschiedene Phasen im Laufe des Prozesses festlegen, mit denen weitreichende Ver\u00e4nderungen in allen Bereichen des menschlichen (Zusammen-)Lebens einhergehen, wie Wirtschaft, Politik, Kultur, Umwelt, Kommunikation etc. Die Globalisierung ist nicht konfliktfrei, daf\u00fcr aber best\u00e4ndiger Grund f\u00fcr Debatten. Der sich stetig steigernde kulturelle Austausch ist ein Teil dieser Ver\u00e4nderungen und Diskussionen. Die Debatte um kulturelle Aneignung gewann in den letzten Jahren immer mehr an Aufmerksamkeit, womit auch Diskussionen um Kulturerbe immer mehr in den Fokus vieler Menschen ger\u00fcckt wurden. Diese Diskussion soll auch Thema dieser Arbeit werden, indem ich mich mit der Frage nach der Restitution der Benin Bronzen und den damit in Verbindung stehenden kolonialen Kontinuit\u00e4ten besch\u00e4ftige. Meine Fragestellung dazu lautet: Welcher Zusammenhang l\u00e4sst sich zwischen kultureller Aneignung und kulturellem Erbe mit Blick auf die Gegenwart und kolonialen Kontinuit\u00e4ten herausarbeiten, am Beispiel von den Benin Bronzen?<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Fragestellung angemessen er\u00f6rtern zu k\u00f6nnen, definiere ich erst einmal die wichtigsten Begriffe mithilfe des \u201eOnline-Lexikons zur Kultur und Geschichte der Deutschen im \u00f6stlichen Europa\u201c. Anschlie\u00dfend gehe ich zur Kolonialzeit \u00fcber und bespreche Alexander Humboldts Rolle des Forschers in einer<em> fremden<\/em> Kultur zu jener Zeit mit dem Text: \u201eWahrnehmung Humboldts in Lateinamerika: Chancen und Herausforderungen einer Themensaison\u201c von Sandra Rebok. Daran ankn\u00fcpfend gehe ich vor dem Hintergrund des Humboldt Forums und der aktuellen Diskussion \u00fcber die Benin-Bronzen auf kulturelles Erbe in Museen ein, sowie die kulturelle Aneignung von vielen ausgestellten Objekten in vorrangig westlichen Museen (mit dem Text von Lutz M\u00fckke und Maria Wiesner \u201eDie Beute Bronzen\u201c). Zuletzt betrachte ich die Folgen, die das Aneignen von Kulturerbe f\u00fcr die Menschen der Ursprungskultur hat.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Definitionen: (Im)materielles Kulturerbe und kulturelle Aneignung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Zuerst muss gekl\u00e4rt werden, was materielles bzw. immaterielles Kulturerbe ist: \u201eAls Kulturerbe wird die Gesamtheit der materiellen und immateriellen Kulturg\u00fcter bezeichnet\u201c (Bierwerth 2014). Kulturg\u00fcter sind essenziell f\u00fcr eine nationale und kollektive Identit\u00e4tsbildung. Kulturerbe ist ein sehr dehnbarer Begriff und kann sich demnach abh\u00e4ngig von Land und Kultur unterscheiden. Es wird zwischen materiell und immateriell unterschieden. Das materielle Erbe umfasst sowohl bewegliche als auch unbewegliche Objekte. Diese Objekte besitzen einen Wert, im Sinne einer symbolischen Bedeutung, f\u00fcr die entsprechende Bev\u00f6lkerungsgruppe. Immaterielles Erbe hingegen umfasst kulturelle sowie soziale Praktiken, Techniken, Kenntnisse und m\u00fcndliche \u00dcberlieferungen. Immaterielles Erbe wird also von Menschen getragen. Durch Kulturerbe wird Vergangenheit \u00fcberliefert, die gleichzeitig f\u00fcr die Zukunft bewahrt werden soll. Kulturerbe ist in einem stetigen Wandel, da es neu interpretiert und angenommen werden kann (Bierwerth 2014). Das hei\u00dft aber nicht, dass kulturelle Elemente aus ihrem Kontext gerissen und in einem anderen verwendet werden sollten, das w\u00e4re wiederum kulturelle Aneignung. Im \u201cCambrige Dictonary\u201d wird kulturelle Aneignung als \u201cthe act of taking or using things from a&nbsp;<a href=\"https:\/\/dictionary.cambridge.org\/dictionary\/english\/culture\">culture<\/a>&nbsp;that is not&nbsp;<a href=\"https:\/\/dictionary.cambridge.org\/dictionary\/english\/your\">your<\/a>&nbsp;own,&nbsp;<a href=\"https:\/\/dictionary.cambridge.org\/dictionary\/english\/especially\">especially<\/a> without&nbsp;<a href=\"https:\/\/dictionary.cambridge.org\/dictionary\/english\/showing\">showing<\/a>&nbsp;that you&nbsp;<a href=\"https:\/\/dictionary.cambridge.org\/dictionary\/english\/understand\">understand<\/a>&nbsp;or&nbsp;<a href=\"https:\/\/dictionary.cambridge.org\/dictionary\/english\/respect\">respect<\/a>&nbsp;this&nbsp;<a href=\"https:\/\/dictionary.cambridge.org\/dictionary\/english\/culture\">culture<\/a>\u201d (<a href=\"https:\/\/dictionary.cambridge.org\/dictionary\/english\/\">Cambridge Advanced Learner\u2019s Dictionary &amp; Thesaurus<\/a>) beschrieben. Im Kontext von kulturellem Austausch und Wandel kommt es allerdings st\u00e4ndig zu kulturellen Aneignungen. Kulturelle Aneignung wird somit zunehmend allt\u00e4glich und popkulturell verhandelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es stellt sich also die Frage, ab wann und warum wird dies zu einem Problem? Eine Antwort w\u00e4re beispielsweise, dass es zum Problem wird, sobald Kulturerbe kommerzialisiert wird. Denn dies hat fast immer zur Folge, dass der Ursprung des Kulturerbes keine Anerkennung mehr findet, womit immer negative Konsequenzen f\u00fcr die Ursprungsgruppen einhergehen. Diese bestehen darin, dass innerhalb der Kommerzialisierung und damit in Bezug auf ein System, dessen Markt nach kapitalistischen Maximen agiert, beispielsweise nur ausgew\u00e4hlte und f\u00fcr die Elite n\u00fctzliche Teile verschiedener Kulturen akzeptiert und assimiliert werden. Das bedeutet in der Konsequenz, dass entsprechende Kulturen nicht vollst\u00e4ndig in ebendieser Kultur anerkannt und akzeptiert werden. Die Menschen, die der Ursprungskultur angeh\u00f6ren, sind weiterhin von Diskriminierung betroffen. Sie profitieren zudem am wenigsten von der Kommerzialisierung der Elemente ihrer Kultur (vgl. Armbruster 2002). (Kultureller) Austausch setzt Reziprozit\u00e4t voraus.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel der beschriebenen Kommerzialisierung von Kulturgut ist die K\u00f6rpertechnik Capoeira. Sie wurde von T\u00e4nzen, Ritualen und Musikelementen aus Afrika inspiriert. Capoeira ist mittlerweile einer der Trendsportarten Deutschlands und genie\u00dft gro\u00dfe Beliebtheit innerhalb der Bev\u00f6lkerung, besonders in der Hauptstadt Berlin (Armbruster 2002). Capoeira ist historisch gesehen verbunden mit dem transatlantischen Sklavenhandel und dem Plantagensystem, insbesondere den Zuckerrohrplantagen und dem Widerstand der versklavten Menschen. Laut aktuellen Forschungen wird davon ausgegangen, dass Capoeira von <em>Bantu-Sklaven<a href=\"#_ftn1\"><strong>[1]<\/strong><\/a><\/em> in der Kolonialzeit entwickelt und dazu genutzt wurde, um sich vor Gewalt zu sch\u00fctzen. Im Laufe der Zeit wurde Capoeira zu einem festen und sehr wichtigen Bestandteil der afrobrasilianischen Kultur und transformierte sich fortlaufend. Im Jahr 1888 wurde Capoeira als Gewaltakt deklariert und damit sogar kriminalisiert:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eIn einer historischen Perspektive muss Capoeira aber zun\u00e4chst als kulturelle Praxis begriffen werden, die die k\u00f6rperlich gespeicherte Erinnerung an die Gewalt der Sklavenhaltergesellschaft und die Techniken und Rituale physischen, psychischen und religi\u00f6sen \u00dcberlebens beinhaltet.\u201c<\/p><cite>Armbruster 2002<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Gegenw\u00e4rtig ist Capoeira eine Mischung aus Sport, Spiel, Tanz, Ritual, Akrobatik und Musik. Durch die Globalisierung kam Capoeira in den 90er Jahren auch in Europa und den USA an. Die Kommerzialisierung Capoeiras begann allerdings in Brasilien.<\/p>\n\n\n\n<p>1937 wurde Capoeira als brasilianische Nationalsportart anerkannt und damit auch wieder legalisiert. Mit der fortlaufenden Ausbreitung ist sie nicht mehr Symbol des Widerstands und der gewaltvollen Erfahrung des Schwarz-Seins f\u00fcr die Afrobrasilianer*innen (Armbruster 2002). Derweil verdienen Leiter*innen gr\u00f6\u00dferer Unternehmen, wie zum Beispiel Fitnessketten daran. Diese sind tendenziell eher Menschen, die nicht aus der Ursprungsgruppe kommen und nur wenig bis gar keinen Bezug zu der Entstehungskontext haben. Strukturelle Rassismen und Diskriminierungen wirken nachhaltig auf die Menschen\/Bev\u00f6lkerungsgruppen (in diesem Fall die Bev\u00f6lkerungsgruppen, aus deren geteilter kultureller Praxis, also dem Erfahrungsraum, Capoeira entstanden ist). Sie sind damit gesellschaftlich benachteiligt und finden schwerer oder gar keinen Zugang zu den Positionen, die ihnen erlauben w\u00fcrden, ihre eigene Kultur\/Kulturgut in einem globalisierten marktwirtschaftlichen System zu pr\u00e4sentieren, zu verteidigen und damit eben auch in eine Kommerzialisierung zu \u00fcberf\u00fchren. Die gesamtgesellschaftliche Anerkennung eines spezifischen Kulturguts aus einer Kultur bedeutet nicht die gleichzeitige Anerkennung einer gesamten Kultur oder Gruppe von Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es kann also gesagt werden, kulturelle Aneignung wird immer dann zum Problem, wenn die Kultur, aus der die Kulturelemente adaptiert werden, nicht anerkennt wird und die Kulturelemente und die Bedeutung in ihren urspr\u00fcnglichen Kontexten nicht verstanden werden. Die Philosophin Djamila Ribeiro beschreibt die Aneignung fremder Kulturelemente \u201eals ein Problem des Systems und nicht eines Individuums.\u201c<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> Sie sagt, man muss das System verstehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Humboldts Forschung und Wahrnehmung in Lateinamerika<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das Aneignen von Kulturerbe wirft vor allem in kolonialen Kontexten Fragen nach Wiedergutmachung und kollektiver Identit\u00e4tsbildung auf. Hinsichtlich der Verbindung zwischen Lateinamerika und Europa war Alexander von Humboldt ein sehr wichtiges Bindeglied. Er war ein deutscher Wissenschaftler, der von 1769 bis 1859 lebte. Bekannt wurde er f\u00fcr seine f\u00fcnfj\u00e4hrige Expeditionsreise (von 1799 bis 1804) durch Lateinamerika (Rebok 2019: S. 10). Seine empirischen Aufzeichnungen und detaillierten Karten gelten, insbesondere in Lateinamerika, noch immer als Forschungsgrundlage. Er gilt als der erste westliche Forscher, der Natur und Klima in einen kontinentalen Kontext setzte und erkannte, wie er selbst oft betonte, dass alles in einer Wechselwirkung geschieht (Rebok 2019).<\/p>\n\n\n\n<p>Wie Humboldt und seine Forschung in Lateinamerika wahrgenommen wird, unterscheidet sich von Land zu Land und wurde durch Umfragen erfasst. Die unterschiedlichen Auffassungen sind von verschiedenen Faktoren abh\u00e4ngig wie z.B. der Aufenthaltsdauer Humboldts im entsprechenden Land oder der Intensivit\u00e4t, in welcher er mit den lokalen Wissenschaftler*innen arbeitete. Jedes Land hat somit \u201eseinen eigenen Humboldt zu pflegen\u201c (Rebok 2019: S. 24).<\/p>\n\n\n\n<p>In den Umfragen kamen viele verschiedene Aspekte zur Sprache. Es werden zum Beispiel seine wissenschaftlichen Kenntnisse, sowie seine Beitr\u00e4ge zur Weiterentwicklung diverser Disziplinen bewundert. Er gilt als einer der wichtigsten Wissenschaftler der letzten Jahrhunderte. Au\u00dferdem wird seine transnationale Sicht als hilfreich beschrieben, da sie dazu beitrug, Nationalismen zu \u00fcberwinden. Er vermittelte wohl eine sehr humane Version Lateinamerikas (im Gegensatz zu anderen europ\u00e4ischen Ethno- und Soziologen) und machte gleichzeitig auf die ungerechte Verteilung der Ressourcen und die daraus folgenden Konsequenzen aufmerksam. Er kritisierte damit auch die koloniale Ausbeutung und Regierung. Er erhob also nicht nur eine beachtliche Menge an wissenschaftlichen Daten, sondern setzte sich auch mit den Lebensgewohnheiten, der Wirtschaft, der Politik und den sozialen Problemen der Menschen auseinander. Ein bedeutend gro\u00dfer Teil des Wissens \u00fcber Lateinamerika, gelangte durch Humboldt nach Europa. Weiterhin trug er dazu bei, dass Errungenschaften lateinamerikanischer Wissenschaftler*innen als solche anerkannt wurden und bezog diese in seine eigenen wissenschaftlichen Arbeiten mit ein. Sp\u00e4ter hatte Humboldt auch Einfluss auf zahlreiche wissenschaftliche Projekte, sowie auf die politische F\u00fchrung verschiedener s\u00fcdamerikanischer L\u00e4nder.<\/p>\n\n\n\n<p>Genauso gibt es neben der durchaus sehr positiven Haltung Lateinamerikas gegen\u00fcber Humboldt auch kritische Stimmen, die in den Umfragen zum Vorschein kamen. Humboldt kritisierte zwar einerseits die koloniale Regierung, andererseits unterst\u00fctzte er diese, indem er seine Forschungsergebnisse zur Verf\u00fcgung stellte, welche zur weiteren Ausbeutung der Ressourcen des Landes verhalfen. Au\u00dferdem wird insbesondere in Kolumbien die Frage aufgeworfen, warum sich nicht auf kolumbianische Wissenschaftler*innen konzentriert wird, anstatt Humboldt zu seinem Jubil\u00e4um zu ehren. Weiterhin gibt es eine Sensibilisierung f\u00fcr das Wort <em>entdecken. <\/em>Dieses impliziert, dass Dinge erst eine Bedeutung erlangen w\u00fcrden, wenn sie von Europ\u00e4er*innen <em>entdeckt<\/em> werden und f\u00fcr die europ\u00e4ische Wissenschaft als wichtig gelten. Es wird auch hervorgehoben, dass f\u00fcr Humboldt (wie f\u00fcr viele seiner Zeitgenossen) das wissenschaftliche Interesse \u00fcber dem kulturellen Respekt stand. So geht aus seinen Tageb\u00fcchern hervor, dass er z.B. ca. im Jahr 1800, aus heiligen Grabst\u00e4tten indigener V\u00f6lker, Skelette der Vorfahren zu Forschungszwecken nach Europa mitnahm (Rebok 2019).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Humboldt-Forum<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Dass L\u00e4nder nicht nur durch die kolonialen M\u00e4chte bestohlen und ausgebeutet wurden, sondern auch durch europ\u00e4ische Forscher*innen, die Teil der kolonialen M\u00e4chte waren und in ihren Heimatl\u00e4ndern oft als Abenteurer*innen und Held*innen galten, ist bekannt und Teil der antikolonialen Aufarbeitungsgeschichte. Dabei wurden viele f\u00fcr die indigenen Bev\u00f6lkerungen wichtige Teile ihres Kulturerbes entwendet, die mittlerweile in zahlreichen europ\u00e4ischen bzw. westlichen Museen zu finden sind. Das Pr\u00e4sentieren von gestohlenem Kulturerbe und der daraus resultierende finanzielle Gewinn f\u00fcr die Museen (durch z.B. wachsende Besucherzahlen), ist die materiell lukrativste Form kultureller Aneignung. Durch sie werden betroffene Gruppen nicht nur im wahrsten Sinne des Wortes ihrer kulturellen Geschichte beraubt, sondern ihnen wird auch die M\u00f6glichkeit genommen, ihre Geschichte(n) selbst erz\u00e4hlen zu k\u00f6nnen. Sie werden stattdessen in eine eurozentrische Erz\u00e4hlperspektive gedr\u00e4ngt. Die Verteilung von Macht spielt also eine wesentliche Rolle bei kultureller Aneignung. Diese Tatsache entfacht weltweit Diskussionen \u00fcber die Frage nach Restitutionen und Provenienzforschungen. Genauso werfen die sogenannten <em>Human Remains <\/em>ethnische und moralische Fragen auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Teil dieser Debatten ist auch das Humboldt-Forum in Berlin, dessen Namensgeber die Br\u00fcder Alexander von Humboldt (siehe Seite 3) und Wilhelm von Humboldt, ein Gelehrter und Schriftsteller, sind (Stiftung Preu\u00dfischer Kulturbesitz). Schon im Zuge des Wiederaufbaus und der Neuer\u00f6ffnung des Humboldt-Forums kam es immer wieder zu Debatten und Kritik bez\u00fcglich kolonialer Sammlungen, aber auch bez\u00fcglich des Umgangs mit Menschenknochen aus Afrika, die zu <em>rassenanthropologischen<\/em> Forschungs- und Sammelzwecken w\u00e4hrend der Kolonialzeit nach Berlin gebracht worden waren. Vor allem die Pr\u00e4sentation dieser Sammlungen war starker Kritik ausgesetzt, nicht zuletzt, da diese mit nur \u201eeingeschr\u00e4nkter Beteiligung betroffener Gruppen und unter weitgehender Ausblendung postkolonialer Perspektiven\u201c (Zimmerer 2013) geschehen sollte. Die Gr\u00fcnder wollten, dass Berlin, mithilfe des Humboldt-Forums, zu einer der gr\u00f6\u00dften Museumsst\u00e4dte Europas wird. Sie sollte \u00fcber eine Institution von Weltklasse verf\u00fcgen, (dank der enorm gro\u00dfen Sammlung von gestohlenen Kulturg\u00fctern) vergleichbar mit dem British Museum oder dem Louvre. Das Humboldt-Forum sollte die Botschaft eines <em>Universalmuseums<\/em> tragen, was im Hinblick auf die geschichtlichen Hintergr\u00fcnde eine gewisse Ironie mit sich bringt. Forderungen nach Restitutionen wurden immer lauter, insbesondere in Bezug auf die Benin-Bronzen: \u201eDie Bronzen geh\u00f6ren zu den bedeutendsten und wertvollsten afrikanischen Kunstwerken. In den vergangenen Jahren sind sie au\u00dferdem zu Symbolen der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Debatte\">Debatte<\/a>\u00a0um den Umgang mit kolonialer Raubkunst geworden\u201c (H\u00e4ntzschel 2021).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Benin-Bronzen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Vor 1897 schm\u00fcckten noch hunderte Bronzen die W\u00e4nde des k\u00f6niglichen Palasts im K\u00f6nigreich Benin. Das Edo-Volk nutzte keine Schriftsprache, sondern die Bronzen, um alle wichtigen Ereignisse auf ihnen festzuhalten. Andere Benin Antiquit\u00e4ten hatten sakrale Funktionen und wurden von K\u00f6nigen als Kommunikationsmittel genutzt, um mit ihren Vorfahren in Kontakt treten zu k\u00f6nnen. Hier wird der enorme emotionale Wert deutlich (neben dem materiellen Wert), die die Objekte f\u00fcr die Menschen im Hinblick auf ihr Kulturerbe haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor 120 Jahren brannten die Briten den gesamten k\u00f6niglichen Palast im damaligen Benin nieder und pl\u00fcnderten das Lagerhaus. Dabei wurden zahlreiche Kunstsch\u00e4tze (ca. 3500 bis 4000 Objekte) aus dem K\u00f6nigreich Benin (heutiges Nigeria) gestohlen (M\u00fckke, Wiesner 2018). Einige davon wurden der Queen geschenkt, oder Elitesoldat*innen behielten ihre Kriegsbeute selbst. Der Gro\u00dfteil jedoch wurde nach der R\u00fcckkehr der Truppen f\u00fcr die Finanzierung des Krieges an Museen und Sammlungen in aller Welt verkauft. Neben Gro\u00dfbritannien besitzt Deutschland die meisten der geraubten Benin-Bronzen. Das Humboldt-Forum verf\u00fcgt mit ca. 500 St\u00fcck \u00fcber die zweitgr\u00f6\u00dfte Sammlung von Benin-Objekten Deutschlands (M\u00fckke, Wiesner 2018). Kurator*innen aus westlichen Museen hatten lange Abstand davon gehalten mit Nigeria in ein Gespr\u00e4ch zu treten, aufgrund der Angst vor Forderungen auf Restitutionsanspr\u00fcchen. Als diese letzten Endes nicht mehr zu ignorieren waren, wurde immer wieder darauf verwiesen, dass das Land zu korrupt sei und die Museen zu unprofessionell und unsicher w\u00e4ren, um solch wertvolle Objekte auszustellen (M\u00fckke, Wiesner 2018). Diese Aussagen haben nicht nur einen rassistischen Unterton, sondern entsprechen demnach nicht der Wahrheit und werden nur vorgeschoben, um den Besitz des kulturellen Erbes weiterhin rechtfertigen zu k\u00f6nnen. Wie auch der nigerianische Kurator Theophilus Umogabi nochmals deutlich machte, waren die Objekte mehr als 500 Jahre lang im Besitz des K\u00f6nigreichs Benin, bevor sie auf brutalste Art und Weise geraubt wurden (M\u00fckke, Wiesner 2018). Au\u00dferdem kann der Westen, allein aus moralischer Sicht, keine Anspr\u00fcche auf das gestohlene Kulturerbe erheben. Die Debatten der westlichen Museen um Restitution l\u00f6sen in Nigeria ein nachwirkendes Trauma aus, viele Nigerianer*innen f\u00fchlen sich nicht ernstgenommen: \u201eWie kann es sein, dass ich bis nach London fliegen muss, um etwas anzuschauen, das zu meiner Kultur geh\u00f6rt, das uns gestohlen wurde?\u201c (Adekunle Gold<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> in M\u00fckke, Wiesner 2018).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Restitution<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Nach mehr als hundert Jahren, in denen Restitutionsforderungen, vor allem f\u00fcr die Benin-Bronzen gestellt wurden, scheint es endlich Bewegung zu geben. Der Generalintendant des Humboldt-Forums, Hartmut Dorgerloh, k\u00fcndigte nun \u00fcberraschend an, dass die Bronzen (zumindest ihr gr\u00f6\u00dfter Teil) restituiert werden sollen (H\u00e4ntzschel 2021). Wenn dieses Versprechen wirklich gehalten wird, w\u00e4re das ein weltweiter Meilenstein und Pr\u00e4zedenzfall. Es muss allerdings ber\u00fccksichtigt werden, dass die Sammlungen und somit die Benin-Bronzen nicht dem Humboldt-Forum geh\u00f6ren, sondern der Stiftung Preu\u00dfischer&nbsp;Kulturbesitz (Steffes-Halmer 2021). Der Direktor Hermann Pranziger soll die R\u00fcckgabegespr\u00e4che n\u00e4chstes Jahr (2022) f\u00fchren. Im Artikel \u201eArchive der Zukunft\u201c wird aufgrund der immer wieder aufkommenden Frage, wie Restitutionen am besten durchgef\u00fchrt werden sollen, eine neue Politik der Restitution und die damit verbundene Aufarbeitung von kolonial geschichtlichen Archiven und ethnographischen Sammlungen in Deutschland diskutiert. Es wird \u00fcber eine r\u00e4umliche Neuverteilung von Archiven gesprochen und eine andere Art von Kuration. F\u00fcr die Zukunft von Archiven muss es nicht nur die M\u00f6glichkeit zu Restitutionen geben, sondern auch die Sammelgeschichte erneut reflektiert werden und \u201eals eine Geschichte der Macht ihrer Institutionen, ihrer Formationen und ihrer Medien\u201c begriffen werden (Kuster 2019: 98).<\/p>\n\n\n\n<p>Die R\u00fcckgabe des Kulturerbes h\u00e4tte eine immense Bedeutung f\u00fcr die Menschen und das Land, die Bronzen sind in Nigeria zu einem emotionalen Symbol kolonialer Erniedrigung geworden (M\u00fckke, Wiesner 2018). Der Ministerpr\u00e4sident von Nigeria, Godwin Nogheghase Obaseki, erkl\u00e4rte in einem Statement 2018:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDiese Kunstwerke verk\u00f6rpern das, was wir sind: unser Volk, unsere Kultur, unsere Religion, auch einen Teil unserer politischen Struktur. Sie sind Symbole unserer Identit\u00e4t. 100 Jahre nachdem sie uns mit f\u00fcrchterlicher Gewalt entrissen wurden, versuchen wir immer noch, sie zur\u00fcckzubekommen. Was 1897 passierte, hat unser ganzes Volk traumatisiert. Es war ein Schock. Vergessen Sie nicht, dass Benin einst eine Weltmacht war.\u201c <\/p><cite>M\u00fckke, Wiesner 2018<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Seiner Ansicht nach kann die R\u00fcckholung der Benin-Bronzen dabei helfen, das koloniale Trauma zu \u00fcberwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem haben die Objekte (wie schon zuvor erw\u00e4hnt) einen enormen materiellen Wert, an dem Menschen verdienen, die nur wenig bis gar keine Verbindung zu der Herkunft oder Kultur der Objekte haben. Bis heute tauchen Objekte aus Benin auf Auktionen auf. \u00dcber die Jahre hinweg sind die Preise f\u00fcr entsprechende Objekte gewaltig gestiegen (M\u00fckke, Wiesner 2018). Selbst, wenn mittlerweile eine kritischere Auseinandersetzung stattfindet und die Objekte nicht mehr so leichtfertig verkauft werden, wurde mit ihnen \u00fcber Jahrzehnte hinweg viel Geld gemacht, ohne dass der Ursprungsort oder die Menschen dort in irgendeiner Weise davon profitierten. Wissenschaftler*innen diskutierten sogar noch, ob der Stil der Bronzen nicht viel mehr von portugiesischem, deutschem, indischem, chinesischem, oder japanischen Ursprung sei (M\u00fckke, Wiesner 2018), was erneut verdeutlicht, wie wenig Anerkennung die Menschen und die Kultur, aus der die <em>Sch\u00e4tze<\/em> stammen, bekommen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fazit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Es gab also, wenn \u00fcberhaupt, nur eine sehr geringe Anerkennung der Kultur, aus der die Objekte eigentlich stammten. Dar\u00fcber hinaus wurde mit Eintrittsgeldern, Katalogen und Bildrechten viel Geld verdient. Zudem sind Museen elementare Anziehungspunkte f\u00fcr Tourismus. All dies sind weitere Gr\u00fcnde, weshalb die Benin-Bronzen zur\u00fcck in das Ursprungsland gegeben werden sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Kulturerbe schafft kollektive Identit\u00e4ten. Es hilft Menschen dabei, sich ihrer Herkunft bewusst zu werden und ihre kulturellen Identit\u00e4ten zu konstituieren und zu verstehen. So wird \u00fcber materielles, sowie immaterielles Kulturgut Wissen weitergetragen. Deswegen haben viele Kulturg\u00fcter einen enormen ideellen Wert f\u00fcr viele Menschen. Wenn Kulturerbe zerst\u00f6rt oder gestohlen wird, hat das zur Folge, dass innerhalb der betroffenen Bev\u00f6lkerungsgruppe Identit\u00e4ten und Kulturen mit Traditionen und \u00dcberzeugungen nicht weiter ausgebildet und\/oder weitergetragen werden k\u00f6nnen. Das schafft Platz f\u00fcr neue Machtstrukturen, die die Menschen oft in schw\u00e4chere Positionen dr\u00e4ngt und es kommt zum Verlust von Identit\u00e4ten. Das ist f\u00fcr mich auch einer der Gr\u00fcnde, wieso kulturelle Aneignung oft ein Problem darstellt. Dabei geht es darum, dass der Wert einer Sache umgedeutet wird und gleichzeitig die Menschen, die diese Umdeutung vornehmen, von ihr profitieren. Wenn etwas mit dem bestehenden Wert und der bestehenden Bedeutung aus einem Kontext gerissen und in einen Neuen gebracht wird, ist das dann ein Problem, wenn dies ohne Verweis auf die Quelle geschieht, ohne Anerkennung dessen, woher es genommen wurde. Etwas wegzunehmen und selber anzunehmen, ohne dabei etwas zur\u00fcckzugeben, im kleinsten Fall, Anerkennung, sollte nicht legitim sein. Deshalb gilt das Argument des kulturellen Austausches f\u00fcr mich nicht. <em>Austausch <\/em>impliziert, dass alle Parteien einen Nutzen aus ihm ziehen k\u00f6nnen. Es geht also um Wertsch\u00e4tzung des Ursprungs und gerechter Verteilung von Anerkennung und Profit. Da das aber in den meisten F\u00e4llen nicht gegeben ist, und Profit und Anerkennung bei denen landet, die in Gesellschaften aufgrund von Strukturen und Systemen, die ihnen zugute kommen am wenigsten Widerstand entgegenwirken m\u00fcssen, ist es umso wichtiger, ein Bewusstsein f\u00fcr dieses Problem zu schaffen. Besonders bei denen, die sich durch die Systeme, in denen wir leben, weniger konfrontiert mit der Thematik sehen und f\u00fcr die das Problem in ihrer Lebensrealit\u00e4t nicht existent ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei diesen Menschen muss angesetzt und ein Bewusstsein aufgebaut werden, weil man nur gegen diese Problematik vorgehen kann, wenn ein Bewusstsein daf\u00fcr vorhanden ist. Es ist also wichtig, dieses Bewusstsein zu schaffen und gleichzeitig durch z.B. Restitution, Aufkl\u00e4rung und Wertsch\u00e4tzung Kulturerbe weiterhin zu sichern. Deswegen sollte insbesondere im Hinblick auf Museen und deren Sammlungen ein Umdenken stattfinden. Die Aufarbeitung ethnographischer Sammlungen ist ein wichtiger Prozess f\u00fcr den entsprechend Konzepte geschaffen werden m\u00fcssen, um dann grundlegende \u00c4nderungen herbeif\u00fchren zu k\u00f6nnen. In dem Bericht \u201eThe Restitution of African Cultural Heritage. Toward a New Relational Ethics\u201d (2018) forderten Sarr und Savoy \u201eeine gemeinsame Wende in der Kulturpolitik, die das Recht der afrikanischen L\u00e4nder auf ihr kulturelles Erbe anerkennt. Restitution wird dabei als ethischer Akt der Kultivierung verstanden, der neue kulturelle Beziehungen kn\u00fcpft\u201c (Kuster 2019: 96). Mit ihrem Restitutionsprojekt wurde der Beginn eines Konzeptes geschaffen, auf dem aufgebaut werden kann, um fundamentale und systemische Ver\u00e4nderungen zu erzeugen. Genauso essenziell f\u00fcr ein immer globaler werdendes Leben ist aber nat\u00fcrlich der kulturelle Austausch. Ich denke, er ist mittlerweile auch in jeglichen Aspekten unseres Lebens verankert und nicht mehr wegzudenken. Das Fundament daf\u00fcr sollte allerdings eine respektvolle und wertsch\u00e4tzende Ebene sein.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> \u201eDie Somalischen Bantu\u2026 sind <a href=\"https:\/\/www.evolution-mensch.de\/Anthropologie\/Ethnische_Minderheit\">ethnische Minderheiten<\/a>\u00a0gegen\u00fcber der \u00fcberwiegenden Mehrheit der Somali in Somalia.\u201c\u00a0 Diverse\u00a0<a href=\"https:\/\/www.evolution-mensch.de\/Anthropologie\/Bantu\">Bantu<\/a>-Volksgruppen wurden im 19. Jahrhundert im Rahmen des ostafrikanischen Sklavenhandels aus dem heutigen Tansania, Malawi, Mosambik und Kenia nach Somalia verkauft. (Die Evolution des Menschen o.D.)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-admin\/post-new.php#_ftnref2\">[2]<\/a> https:\/\/www.blickpunkt-lateinamerika.de\/artikel\/die-turban-kontroverse-rassismus-gegen-schwarz-und-weiss\/<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-admin\/post-new.php#_ftnref3\">[3]<\/a> Nigerianischer K\u00fcnstler und S\u00e4nger<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Literaturverzeichnis<\/h2>\n\n\n\n<p>Armbruster, Claudius 2002: \u201cGewei\u00dfte Capoeira\u201c. Vom afrobrasilianischen Kulturgut zum globalen Freizeitsport. In: Matices 35. Zeitschrift f\u00fcr Lateinamerika, Spanien und Portugal.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/pbi.phil-fak.uni-koeln.de\/index.php?id=37388\">https:\/\/pbi.phil-fak.uni-koeln.de\/index.php?id=37388<\/a> (31.10.2021)<\/p>\n\n\n\n<p>Bierwerth, Gesa 2014: Kulturerbe. In: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im \u00f6stlichen Europa.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/ome-lexikon.uni-oldenburg.de\/begriffe\/kulturerbe\">https:\/\/ome-lexikon.uni-oldenburg.de\/begriffe\/kulturerbe<\/a> (31.10.2021)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/dictionary.cambridge.org\/dictionary\/english\/\">Cambridge Advanced Learner&#8217;s Dictionary &amp; Thesaurus<\/a> o.D.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/dictionary.cambridge.org\/dictionary\/english\/cultural-appropriation\">https:\/\/dictionary.cambridge.org\/dictionary\/english\/cultural-appropriation<\/a> (31.10.2021)<\/p>\n\n\n\n<p>Die Evolution des Menschen o.D.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.evolution-mensch.de\/Anthropologie\/Somalische_Bantu\">https:\/\/www.evolution-mensch.de\/Anthropologie\/Somalische_Bantu<\/a> (31.10.2021)<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4ntzschel, J\u00f6rg 2021: Versprechen oder Versprecher? Er &#8222;erwarte&#8220; die R\u00fcckgabe der Benin-Bronzen noch in diesem Jahr, sagte Hartmut Dorgerloh vom Humboldt-Forum. Nur: Wer entscheidet das?<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/museen-benin-bronzen-rueckgabe-humboldt-forum-1.5243677\">https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/museen-benin-bronzen-rueckgabe-humboldt-forum-1.5243677<\/a> (31.10.2021)<\/p>\n\n\n\n<p>Kuster, Brigitta, Britta Lange und Petra L\u00f6ffler 2019: Archive der Zukunft? Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber Sammlungspolitiken, koloniale Archive und die Dekolonisierung des Wissens. In: Heft 20. Zeitschrift f\u00fcr Medienwissenschaft.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/mediarep.org\/bitstream\/handle\/doc\/4481\/ZfM_20_Was_uns_angeht_96-111_Kuster_Lange_Archive-der-Zukunft_.pdf?sequence=6\">https:\/\/mediarep.org\/bitstream\/handle\/doc\/4481\/ZfM_20_Was_uns_angeht_96-111_Kuster_Lange_Archive-der-Zukunft_.pdf?sequence=6<\/a> (31.10.2021)<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00fckke, Lutz und Maria Wiesner 2018: Die Beute Bronzen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/kriminalitaet\/benin-die-beute-bronzen-15359996.html#die-geschichte\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/kriminalitaet\/benin-die-beute-bronzen-15359996.html#die-geschichte<\/a> (31.10.2021)<\/p>\n\n\n\n<p>Rebok, Sandra 2019: Wahrnehmung Humboldts in Lateinamerika: Chancen und Herausforderungen einer Themensaison.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.ssoar.info\/ssoar\/handle\/document\/62425\">https:\/\/www.ssoar.info\/ssoar\/handle\/document\/62425<\/a> (31.10.2021)<\/p>\n\n\n\n<p>Steffes-Halmer, Annabelle 2021: Geraubtes Erbe Afrikas: Kehren die Benin-Bronzen zur\u00fcck?<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/benin-bronzen-r\u00fcckgabe\/a-57008055\">https:\/\/www.dw.com\/de\/benin-bronzen-r\u00fcckgabe\/a-57008055<\/a> (31.10.2021)<\/p>\n\n\n\n<p>Stiftung Preu\u00dfischer Kulturbesitz o.D.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.preussischer-kulturbesitz.de\/newsroom\/dossiers-und-nachrichten\/dossiers\/dossier-humboldt-forum\/auf-einen-blick-das-humboldt-forum.html\">https:\/\/www.preussischer-kulturbesitz.de\/newsroom\/dossiers-und-nachrichten\/dossiers\/dossier-humboldt-forum\/auf-einen-blick-das-humboldt-forum.html<\/a> (31.10.2021)<\/p>\n\n\n\n<p>Straumann, Tobias 2016: Die drei Phasen der Globalisierung.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/blog.tagesanzeiger.ch\/nevermindthemarkets\/index.php\/39267\/die-drei-phasen-der-globalisierung\/\">https:\/\/blog.tagesanzeiger.ch\/nevermindthemarkets\/index.php\/39267\/die-drei-phasen-der-globalisierung\/<\/a> (31.10.2021)<\/p>\n\n\n\n<p>Zimmerer, J\u00fcrgen 2013: Kulturgut aus der Kolonialzeit \u2013 ein schwieriges Erbe?<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/kolonialismus.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/MUKU_1502_Artikel-05_Zimmerer.pdf?referrer=justicewire\">https:\/\/kolonialismus.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/MUKU_1502_Artikel-05_Zimmerer.pdf?referrer=justicewire<\/a> (31.10.2021)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p>Quelle: Jody A. Pinkrah, <em>Welcher Zusammenhang l\u00e4sst sich zwischen kultureller Aneignung und kulturellem Erbe mit Blick auf die Gegenwart und koloniale Kontinuit\u00e4ten herausarbeiten, am Beispiel der Benin Bronzen?<\/em>, in: Blog ABV Gender- und Diversitykompetenz FU Berlin, 31.01.2022, <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2022\/01\/31\/welcher-zusammenhang-laesst-sich-zwischen-kultureller-aneignung-und-kulturellem-erbe-mit-blick-auf-die-gegenwart-und-koloniale-kontinuitaeten-herausarbeiten-am-beispiel-der-benin-bronzen\/\">https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2022\/01\/31\/welcher-zusammenhang-laesst-sich-zwischen-kultureller-aneignung-und-kulturellem-erbe-mit-blick-auf-die-gegenwart-und-koloniale-kontinuitaeten-herausarbeiten-am-beispiel-der-benin-bronzen\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jody A. Pinkrah (SoSe 2021) Einleitung Die Welt befindet sich seit Jahren in einem anhaltenden Globalisierungsprozess. 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