{"id":292,"date":"2022-11-01T14:15:07","date_gmt":"2022-11-01T13:15:07","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=292"},"modified":"2022-11-22T14:33:53","modified_gmt":"2022-11-22T13:33:53","slug":"be_hinderung-ist-ein-konstrukt%ef%bf%bc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2022\/11\/01\/be_hinderung-ist-ein-konstrukt%ef%bf%bc\/","title":{"rendered":"Be_hinderung ist ein Konstrukt"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tomke Thielebein (SoSe 2022) <\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. Warum ich dar\u00fcber schreibe, wor\u00fcber ich schreibe<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Mein selbstgew\u00e4hlter Beginn meiner politischen Sozialisation und damit einhergehenden Sensibilisierungsprozess mit gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen begann in den Jahren 2014\/15, da in dieser Zeit PEGIDA und die AfD, gefl\u00fcchtete Menschen verwendeten, um den Gesellschaftsdiskurs unangenehm dominant f\u00fcr ihre Zwecke zu nutzen. In dieser Zeit begann ich zu den Gegendemonstrationen der sog. \u201abesorgten B\u00fcrger\u2018 &#8211; jeden Montag auf dem Europaplatz beim Hauptbahnhof &#8211; zu gehen. Hier kam ich das erste Mal intensiv in Ber\u00fchrung mit Kritik an gesellschaftlichen Strukturen. Die ersten Hauptthemen, die mich in eine tiefere Auseinandersetzung brachten, waren kapitalismuskritische Stimmen und eine antifaschistische Haltung. Dar\u00fcber vertiefte ich mich weiter in <em>(deutsche) linke<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> <\/em>Inhalte. Hierbei geht es im Groben um Macht- und Unterdr\u00fcckungsverh\u00e4ltnisse, die es zu verstehen und im besten Fall zu dekonstruieren gilt. Viel besprochene Themen in diesem Zusammenhang sind: Kapitalismus, Sexismus und Rassismus; auch Klassismus findet immer mehr reflexiven Raum in linken Kreisen. Auch im gesellschaftlichen Mainstream findet sich mittlerweile Literatur, die sich bspw. mit Rassismus auseinandersetzt und die diskriminierenden Dimensionen der dominant-deutschen Bev\u00f6lkerung verdeutlichen und zur Auseinandersetzung anregen (bspw.: Sow, 2018; Ogette, 2022). Was meiner Erfahrung nach jedoch wenig Beachtung findet \u2013 sowohl in der linken Szene als auch im gesellschaftlichen Mainstream-Diskurs -, ist Ableismus und damit verbundene Strukturen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich anfing zu Ableismus zu recherchieren, hatte ich im Kopf \u00fcber Ableismus und Sprache zu schreiben und hier auf sprachliche (De-) Konstruktionen einzugehen. Dabei wollte ich Verbindungen zur sprachlichen Ver\u00e4nderung bei gendernden Bezeichnungen ziehen. Jedoch habe ich zu Ableismus und Sprache wenig gefunden. Dabei findet sich Ableismus als Normalit\u00e4t st\u00e4ndig in der Sprache: \u201eAuf dem rechten Auge blind sein\u201c, \u201edas war wirklich irre\u201c, \u201eich glaub du bist verr\u00fcckt\u201c usw. Das sind alles sprachliche Ausdr\u00fccke, die gesamtgesellschaftlich viel benutzt werden und wo bisher wenig Sensibilisierung stattgefunden hat. Literatur zu Machtverh\u00e4ltnissen und Sprache in Bereichen wie Sexismus und Rassismus findet sich hingegen sowohl in der wissenschaftlichen Fachliteratur einiges (bspw.: Hentges &amp; Nottbohm, 2014; Arndt et al., 2018; Nduka-Agwu &amp; Hornscheidt, 2013; G\u00fcnthner, 2019; Elsen, 2020), als auch im gesellschaftlichen Mainstream<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[2]<\/a> (bspw.: Sow, 2018; Ogette, 2022; G\u00fcm\u00fc\u015fay, 2021). Jedoch bin ich bei der Recherche auf Kritik von be_hinderten Aktivist*innen gesto\u00dfen, die darauf aufmerksam machen, dass Ableismus ein wenig beachteter Teil von (<em>linken)<\/em> Diskursen ist und unreflektiert als Normalit\u00e4t oft stattfindet (vgl.: Ash, 2021 und TRAUMALEBEN, 2022).<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb habe ich mich dazu entschieden in die Auseinandersetzung mit Ableismus zu gehen, um mich dahingehend zu sensibilisieren. Hierzu habe ich mich in die Dis_ability Studies hineingelesen und mich mit der Konstruktion <em>Be_hinderung<\/em> besch\u00e4ftigt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1.1 Warum ich so schreibe, wie ich schreibe<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich schreibe Be_hinderung weil der Unterstrich in aktivistischen Kreisen benutzt wird, um klar zu machen: \u201eBehindert ist man nicht \u2013 behindert wird man\u201c (Payk, 2019). &nbsp;Dies unterstreicht einen Perspektivwechsel, der Be_hinderung als soziales Konstrukt versteht, welches durch gesellschaftliche Strukturen, Diskurse und Handlungen erwachsen ist. Die Umwelt wird als Problem artikuliert, statt die Be_hinderung (vgl.: ebd.).<\/p>\n\n\n\n<p>Den Unterstrich benutze ich auch in der englischsprachigen Schreibweise: Dis_ability.Zum einen m\u00f6chte ich auch hier auf die behindernden Strukturen aufmerksam machen und zum anderen ist es in der englischen Schreibweise m\u00f6glich aufzuzeigen, dass \u201adisabled\u2018 Menschen gleichzeitig \u201aabled\u2018 sind (vgl.: ebd.).<\/p>\n\n\n\n<p>Bezogen auf gendergerechte Sprache nutze ich den sog. Gender-Stern (*), um zum einen die soziale Konstruiertheit von Mann und Frau zu verdeutlichen und zum anderen, die Binarit\u00e4t aufzubrechen und Platz zu machen f\u00fcr weitere Genderidentit\u00e4ten<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[3]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2. Das soziale Modell in den Dis_ability Studies<\/h2>\n\n\n\n<p>In unserer (deutschen, westlichen) Gesellschaft herrscht ein defizitorientierter Blick auf Menschen mit Be_hinderung vor, der die Annahme schafft, Be_hinderungen seien eine individuelle Trag\u00f6die, die Familien und Gesellschaft belaste. Dieser Blick wurde von dem individuell-medizinischen Modell von Be_hinderung gepr\u00e4gt. Dieses \u201efokussiert auf den Mangel an sensorischen, mentalen und physischen F\u00e4higkeiten\u201c (Grochar, 2022). Grundlegend daf\u00fcr ist die normative Konstruktion eines \u201a<em>gesunden<\/em>\u2018 K\u00f6rpers, der als Differenzschablone dient. Die Abweichung dieser k\u00f6rperlichen Norm kann zu einer Diagnose f\u00fchren, die einen Menschen zu einem Menschen mit Be_hinderung macht (vgl.: Grochar, 2022).<\/p>\n\n\n\n<p>Das soziale Modell kann als Gegenmodell zum individuell-medizinischen betrachtet werden und ist ein grundlegendes Modell der Dis_ability Studies. Es geht davon aus, dass es einen Unterschied zwischen diagnostizierbaren Beeintr\u00e4chtigungen oder Sch\u00e4digungen gibt \u2013 diese werden impairment genannt \u2013 und daraus folgenden sozialen Benachteiligungen\/Diskriminierungen \u2013 die dis_ability genannt werden (vgl.: Anhorn, Bettinger, Schmidt-Semisch &amp; Stehr, 2007, S.&nbsp;114\u2013115). Somit sind Menschen mit Be_hinderung nicht von Natur aus be_hindert, sondern werden durch soziale und gesellschaftliche wie auch materielle Strukturen von der Gesellschaft behindert und damit von einer gleichberechtigten Teilhabe abgehalten. Ein k\u00f6rperlicher Schaden oder normabweichendes Verhalten, welches als impairment festgestellt werden kann, muss nicht zwangsl\u00e4ufig zu<a> <\/a>dis_ability werden, jedoch tragen gesellschaftliche Strukturen dazu bei.<\/p>\n\n\n\n<p>Um diese theoretischen Worte in eine anschaulichere Praxis zu \u00fcbertragen: Eine Person, die bspw. durch einen Unfall nicht mehr laufen kann und auf einen Rollstuhl angewiesen ist, kann sich eigentlich gut selbstst\u00e4ndig in der Welt fortbewegen, jedoch sind unsere Stra\u00dfen, Geb\u00e4ude und Bahnh\u00f6fe nur auf die k\u00f6rperliche Norm der \u201a<em>gesunden<\/em>\u2018 K\u00f6rper, die Laufen k\u00f6nnen ausgerichtet. Somit kann ein B\u00fcrger*innensteig, eine kleine Treppe vor einem Gesch\u00e4ft oder ein kaputter Fahrstuhl dazu f\u00fchren, dass Menschen von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen werden. Aus der normativen Perspektive wird hier als Problem meistens nicht die Stufe oder der fehlende gesenkte Bordstein benannt, sondern der Rollstuhl an sich als negativ und behindernd betitelt. Dies verdeutlicht z.B. Raul Kaufhausen, wenn er darauf aufmerksam macht, dass Floskeln fallen wie: \u201ean den Rollstuhl gefesselt sein\u201c. Dies ist eine Perspektive der Abh\u00e4ngigkeit und des Defizits, die meistens von Nichtbe_hinderten zu h\u00f6ren ist. Raul Kaufhausen betont, dass f\u00fcr ihn der Rollstuhl \u201eFreiheit und nicht Einschr\u00e4nkung\u201c (Krauthausen, 2011) bedeutet und dass er sich freiwillig anschnallt und nicht daran fremdbestimmt \u201egefesselt\u201c wird (vgl.: ebd.).<\/p>\n\n\n\n<p>Im weiteren Abschnitt m\u00f6chte ich mich etwas genauer noch mit der normativen Konstruktion besch\u00e4ftigen, die ich als grundlegend f\u00fcr das Soziale Modell beschreiben w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3.&nbsp;&nbsp;&nbsp; Normativit\u00e4t<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Dis_ability Studies und damit auch das Soziale Modell m\u00f6chten die Konstruktion von Be_hinderung untersuchen. Es geht also um die Produktion, Konstruktion und Regulation von Be_hinderung durch die Dominanzgesellschaft; die Forschungsperspektive wird sozusagen umgekehrt und die Minderheit schaut auf die Mehrheit (vgl.: Raab, 2012, S.&nbsp;70).&nbsp; Vertreter*innen der Dis_ability Studies in den 1990er Jahren besch\u00e4ftigten sich vorwiegend mit den institutionellen Herstellungen von Be_hinderung, wie oben bereits anhand der materiellen Barrieren wie Bordsteinen oder kaputten Fahrst\u00fchlen beschrieben wurden (vgl.: Waldschmidt, 2022, S.&nbsp;361). An dieser Stelle m\u00f6chte ich auch exkludierende Einrichtungen wie Werkst\u00e4tte f\u00fcr Menschen mit Be_hinderung nennen, wo unterbezahlt Arbeit geleistet wird, Heime, wo station\u00e4re Unterbringung au\u00dferhalb der Gesamtgesellschaft stattfindet oder F\u00f6rder- bzw. Sonderschulen. &nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den 2000er Jahren hin, wird eine poststrukturalistische Perspektive auf Be_hinderung lauter, die mit R\u00fcckgriff auf Foucault die Trennung von <em>impairment<\/em> und <em>dis_ability<\/em> kritisiert, indem sie auf den konstruierenden Aspekt des gesellschaftlichen Diskurses aufmerksam machen und damit die Nat\u00fcrlichkeit von <em>impairment<\/em><a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[4]<\/a> in Frage stellen (vgl.: ebd.).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.1 Konstruktion von Normalit\u00e4t bzw. Normativit\u00e4t durch diskursive Praxis<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Grundannahme ist, dass die Art und Weise, wie (von der Dominanzgesellschaft) \u00fcber Menschen gesprochen wird, Normalit\u00e4t und Nichtnormalit\u00e4t hergestellt wird. In den Dis_ability Studies ist der K\u00f6rper als Ausgangs- und Bezugspunkt relevant, da erst normative Zuschreibungen, die sich an Form und Zustand orientieren, diesen produzieren (vgl.: Raab, 2012, S.&nbsp;69). Ein be_hinderter K\u00f6rper resultiert als soziales Ph\u00e4nomen aus verdichteten diskursiven Strategien und Machtpraktiken (vgl.: Raab, 2012, S.&nbsp;76\u201377). Wie ich noch etwas kleinteiliger beschreiben w\u00fcrde: Innerhalb dieses diskursiven Prozesses, der gesellschaftliche Normen, Werte usw. pr\u00e4gt, wird \u201a<em>gesund<\/em>\u2018 als differenzgebende Kategorie f\u00fcr Be_hinderung geschaffen. Diese bin\u00e4re Differenzierung wiederum ist grundlegend f\u00fcr weitere Ausdifferenzierungen, was nun in die Normkategorie und was in die abweichende Kategorie einzuteilen ist. Ein \u201aklassisches\u2018 Beispiel, das in diesem Zusammenhang genannt werden kann, ist die Pathologisierung von Homosexualit\u00e4t. Durch den gesellschaftlichen Diskurs wurde die Pathologisierung geschaffen und im weiteren Verlauf der gesellschaftlichen Entwicklung dekonstruiert und 1992 aus dem ICD (International Classification of Diseases) gestrichen (vgl.: Zander, 2022, S. 12).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem gesellschaftlichen Diskurs wird nicht nur eine bin\u00e4re Differenzierung aufgemacht, sondern es werden auch Wertigkeiten konstruiert. So sind bestehende Stereotype bezogen auf Menschen mit Be_hinderung oft negativ und \u00e4u\u00dfern sich in Zuschreibungen wie: \u201eschwach, unselbstst\u00e4ndig, abh\u00e4ngig, nicht leistungsf\u00e4hig, hilfebed\u00fcrftig, unattraktiv\u201c (K\u00f6bsell, 2016, S.&nbsp;92\u201393). Insgesamt also das negative Gegenbild der anzustrebenden Norm(alit\u00e4t). Diese Vorannahmen sind die Grundlage auf dem Mitleid entsteht und auch diskriminierendes Verhalten (vgl.: ebd.).<\/p>\n\n\n\n<p>Eine anschauliche Erz\u00e4hlung bezogen auf den normativen Blick der Dominanzgesellschaft habe ich aus der Zeit des Arbeitsprozesses f\u00fcr diesen Text: Eine Lehrerin war in dieser Zeit bei mir zu Besuch und wollte wissen, wor\u00fcber ich schreibe. Ich sagte ihr, dass ich \u00fcberlege die Konstruktion von Normativit\u00e4t bzw. Normalit\u00e4t anhand von der Kategorie Be_hinderung zu diskutieren. Daraufhin meinte sie: \u201eOhh ja, es ist wirklich schlimm, dass \u201abe_hindert\u2018 so oft als Schimpfwort benutzt wird. Meinen Sch\u00fcler*innen sage ich immer, wenn sie sich gegenseitig so beleidigen: \u201aseid froh, dass ihr nicht behindert seid!\u2018\u201c. Damit hat sie ein perfektes Beispiel f\u00fcr die Konstruktion von der Normalit\u00e4t als \u201a<em>gesunde\u2018<\/em> Person gegeben und gleichzeitig die Annahme der negativen Konstruktion, die in der Zuschreibung \u201a<em>unerw\u00fcnscht\u2018<\/em> m\u00fcndet. Sie sagte das mit einer solchen Selbstverst\u00e4ndlichkeit, die so wirkte, als meinte sie gerade ein antidiskriminierendes Statement abgegeben zu haben. Dies hat mir in intensiver Eindr\u00fccklichkeit die gesellschaftlich vorherrschende Sichtweise auf <em>Normalit\u00e4tsabweichung<\/em> nochmals vor Augen gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Raul Kaufhausen \u2013 den ich als nur eine Stimme von Aktivist*innen nennen m\u00f6chte \u2013 zeigt genau auf dieses Ph\u00e4nomen, wenn er schreibt: \u201eAuch ist die Annahme, dass ich an \u201aGlasknochen leide\u2018, eine typische Sicht der Nichtbehinderten. F\u00fcr viele Menschen mit Behinderung ist die Tatsache, behindert zu sein, einfach Fakt\u201c (Krauthausen, 2011).<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Fakt sollte gesellschaftlich integriert werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">4. Doing Dis_ablility und Doing Gender<\/h2>\n\n\n\n<p>Das soziale Modell von Be_hinderung mit der Trennung der individuellen und gesellschaftlichen Ebene erinnert an \u00e4hnliche Prozesse der Konstruktion im Bereich von Geschlecht, wo eine Trennung von Sex und Gender stattgefunden hat. So ist es nicht verwunderlich, dass es auch die Perspektive des Doing Dis_ability gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Doing Gender erm\u00f6glicht die Konstruktionsprozesse von Gender, Genderrollen und Genderstereotypen zu analysieren (vgl.: K\u00f6bsell, 2016, S.&nbsp;91). Gender ist nicht nur durch Sexismus und strukturelle Ungleichheiten konstruiert, sondern auch \u00fcber Interaktionen im Alltag, die allt\u00e4glich Genderrollen und -stereotype (re-)produzieren und verfestigen (vgl.: ebd.). Dieser Prozess beginnt ab dem Moment, wo abgelesen wird, ob ein Kind \u201eoh ein Junge!\u201c oder \u201eoh ein M\u00e4dchen!\u201c wird. Doing Gender kann sowohl bewusst wie auch unbewusst stattfinden; der unbewusste Anteil geschieht viel \u00fcber gesellschaftliche Erwartungen und Zuschreibungen, die unsere Sozialisation beeinflussen (vgl.: ebd.). Dieser Sozialisationsprozess bringt verschiedene Verhaltens- und Denkweisen mit sich, die durch eine sexistische, heteronormative Gesellschaft hierarchisch strukturiert sind und meist unbewusst und unreflektiert \u00fcbernommen werden (vgl.: ebd.). Unsere Gesellschaft strukturiert nicht nur <em>Geschlecht <\/em>bin\u00e4r, sondern auch andere Kategorien, wie deutsch und fremd oder be_hindert und nichtbe_hindert und schafft auch in ihnen eine hierarchische Differenz, die durch reproduzierendes Handeln naturalisiert wird (vgl.: K\u00f6bsell, 2016, S.&nbsp;91\u201392).<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtiger Teil der Konstruktion von Be_hinderung bzw. Doing Dis_ability ist \u201acompulsory abledbodiedness\u2018 (vgl.: K\u00f6bsell, 2016, S.&nbsp;94). Dies ist ein Konzept, das angelehnt an \u201acompulsory heterosexuality\u2018 aufzeigt, dass alle gesellschaftlichen Bereiche sowohl an einer verpflichtenden Heterosexualit\u00e4t als auch an einer verpflichtenden ablebodiedness ausgerichtet sind und bspw. beides getrennt von Politik gesehen wird und als nat\u00fcrliche Art zu leben (vgl.: K\u00f6bsell, 2016, S.&nbsp;94).<\/p>\n\n\n\n<p>Doing Dis_ability findet auf der Ebene allt\u00e4glicher Interaktionen statt, welche bestimmte Handlungen und F\u00e4higkeiten mit der Bedeutung be_hindert oder nichtbe_hindert versehen (vgl.: K\u00f6bsell, 2016, S.&nbsp;92). Die Zuschreibungen, die beim Doing Dis_ability unreflektiert in Wahrnehmungen, Interaktionen und alltagspolitische Handlungen hineinflie\u00dfen und Wirkung entfalten, sind meist negativ (wie oben auf Seite 7 bereits genannt). Diese negativen Zuschreibungen k\u00f6nnen sich zu herabw\u00fcrdigendem und bevormundenden Verhalten entwickeln, wie z.B., dass Menschen mit Be_hinderung nicht als gleichwertige Gespr\u00e4chspartner*innen gesehen werden oder automatisch zugeschrieben wird, Hilfe im Alltag zu brauchen (vgl.: ebd.). Diese Erwartungen und Zuschreibungen k\u00f6nnen internalisiert werden und als eigene Handlungsmaximen \u00fcbernommen werden, so dass sich die Vorannahmen zu erf\u00fcllen scheinen (Stichwort: Selbsterf\u00fcllende Prophezeiung).<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSo schreibt Fredi Saal \u201aIch bin n\u00e4mlich ein gelernter Behinderter. Die Rede vom \u201agelernten\u2019 Behinderten bitte ich wortw\u00f6rtlich zu nehmen. Denn ich bin zwar mit einer spastischen L\u00e4hmung geboren worden, ich bin aber nicht mit dem Sozialstatus eines Behinderten auf die Welt gekommen. Mich als Behinderten anzusehen, habe ich gelernt \u2013 und zwar gr\u00fcndlich!\u2018 (1996, S. 87)\u201c (K\u00f6bsell, 2016, S.&nbsp;93).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p>Insgesamt hat mich die Auseinandersetzung mit den Dis_ability Studies dazu angeregt, mich aus erweiterten Perspektiven mit gesellschaftlichen Normalisierungsprozessen auseinanderzusetzten. Diese produzieren im gesellschaftlichen Zusammenleben verschiedenste Diskriminierungsformen. Eine Normalisierung von Nichtbe_hinderung bringt eine Naturalisierung von Be_hinderung als negativ konnotiert und eingeschr\u00e4nkt mit sich. Die Konstruktion von Gender und die Infragestellung von Heteronormativit\u00e4t ist im gesellschaftlichen Diskurs angekommen und es hat sich ein Sensibilisierungsprozess eingestellt. Obwohl das individuell-medizinische Modell bereits vom sozialen Modell abgel\u00f6st wurde, ist diese neue Perspektive scheinbar noch nicht in der Gesellschaft angekommen und Be_hinderung wird als \u201aNaturph\u00e4nomen\u2018 gesehen. Dies ist wegbereitend f\u00fcr Ableismus. Ein gesellschaftlicher Diskurs kann dazu beitragen, dass Be_hinderung gesamtgesellschaftlich als soziales Konstrukt gesehen wird und damit auch als gesamtgesellschaftliche Dekonstruktions-Aufgabe.<\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich sagen, dass es aus meiner Sicht noch viel Bedarf gibt f\u00fcr Ableismus zu sensibilisieren, damit wir uns alle weiter von einer exkludierenden Gesellschaft wegbewegen, hin zu einer inkludierenden. Dies k\u00f6nnen nichtbe_hinderte Menschen tun, indem sie sich z.B. selbstst\u00e4ndig informieren oder auch mit Geldspenden Einrichtungen, Organisationen usw. unterst\u00fctzen, die sich gegen Ableismus einsetzen oder auch Beratungen und Fortbildungen anbieten \u2013 wie es bspw. der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. tut.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Literaturverzeichnis<\/h2>\n\n\n\n<p>Anhorn,&nbsp;R., Bettinger,&nbsp;F., Schmidt-Semisch,&nbsp;H. &amp; Stehr,&nbsp;J. (Hrsg.). (2007). <em>Foucaults Machtanalytik und soziale Arbeit. Eine kritische Einf\u00fchrung und Bestandsaufnahme <\/em>(Lehrbuch, Bd. 1, 1. Aufl.). Wiesbaden: VS Verl. f\u00fcr Sozialwiss. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-531-90710-9\">https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-531-90710-9<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Elsen, H. (2020). <em>Gender &#8211; Sprache &#8211; Stereotype: Geschlechtersensibilit\u00e4t in Alltag und Unterricht<\/em> (1. Aufl.). UTB GmbH.<\/p>\n\n\n\n<p>G\u00fcm\u00fc\u015fay, K. (2021). <em>Sprache und Sein<\/em>. btb Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p>G\u00fcnthner, S. (2019). Sprachwissenschaft und Geschlechterforschung: \u00dcbermittelt unsere Sprache ein androzentrisches Weltbild?. In: Kortendiek, B., Riegraf, B., Sabisch, K. (eds) Handbuch Interdisziplin\u00e4re Geschlechterforschung. Geschlecht und Gesellschaft, vol 65. Springer VS, Wiesbaden. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-658-12496-0_126\">https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-658-12496-0_126 <\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Grochar,&nbsp;P. (2022, 12. August). <em>Das Individuell-medizinische Modell von Behinderung | DISTA<\/em>. Zugriff am 12.08.2022. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/dista.uniability.org\/glossar\/das-individuell-medizinische-modell-von-behinderung\/\">https:\/\/dista.uniability.org\/glossar\/das-individuell-medizinische-modell-von-behinderung\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Hentges, G. &amp; Nottbohm, K. (2014). <em>Sprache &#8211; Macht &#8211; Rassismus<\/em> (1. Aufl.). Metropol-Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6bsell,&nbsp;S. (2016). Doing Dis_ability: Wie Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen zu \u201eBehinderten\u201c werden. In K. Fereidooni &amp; A. P. Zeoli (Hrsg.), <em>Managing Diversity <\/em>(S.&nbsp;89\u2013103). Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-658-14047-2_6\">https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-658-14047-2_6 <\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Krauthausen,&nbsp;R. (2011, 7. November). Wenn Sprache behindert. <em>Raul Krauthausen<\/em>. Zugriff am 27.07.2022. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/raul.de\/wortsport\/wenn-sprache-behindert\/\">https:\/\/raul.de\/wortsport\/wenn-sprache-behindert\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a>N.N. (2022, 15. August).<\/a> <em>Gendergerechte Sprache \u2022 Diversity \u2022 Freie Universit\u00e4t Berlin<\/em>. Zugriff am 15.08.2022. Verf\u00fcgbar unter: https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/diversity\/antidiskriminierung\/sprache\/gender\/index.html<\/p>\n\n\n\n<p>Nduka-Agwu, A. &amp; Hornscheidt, A. L. (2013). <em>Rassismus auf gut Deutsch: Ein kritisches Nachschlagewerk zu rassistischen Sprachhandlungen (wissen &amp; praxis)<\/em> (2., Auflage). Brandes &amp; Apsel.<\/p>\n\n\n\n<p>Ogette, T. (2022). <em>exit RACISM: rassismuskritisch denken lernen<\/em> (9. Aufl.). Unrast Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p>Payk,&nbsp;K. (2019, 12. M\u00e4rz). H\u00e4? Was bedeutet be_hindert? &#8211; Missy Magazine. <em>Missy Magazine, <\/em>01\/19. Zugriff am 15.08.2022. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/missy-magazine.de\/blog\/2019\/03\/12\/hae-was-bedeutet-be_hindert\/\">https:\/\/missy-magazine.de\/blog\/2019\/03\/12\/hae-was-bedeutet-be_hindert\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Raab,&nbsp;H. (2012). Doing Feminism: Zum Bedeutungshorizont von Geschlecht und Heteronormativit\u00e4t in den Disability Studies. In K. Rathgeb (Hrsg.), <em>Disability Studies <\/em>(S.&nbsp;69\u201389). Wiesbaden: VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-531-18972-7_6\">https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-531-18972-7_6<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Sow, N. (2018). <em>Deutschland Schwarz Wei\u00df: Der allt\u00e4gliche Rassismus<\/em> (1. Aufl.). BoD \u2013 Books on Demand.<\/p>\n\n\n\n<p>Waldschmidt,&nbsp;A. (2022). <em>Handbuch Disability Studies<\/em>. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-531-18925-3\">https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-531-18925-3<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Zander,&nbsp;M. (2022). Ist Behinderung eine soziale Konstruktion? Zur Kritik sozialkonstruktivistischer Auffassungen in den (deutschsprachigen) Disability Studies. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.15203\/ZDS_2022_1.04\">https:\/\/doi.org\/10.15203\/ZDS_2022_1.04 <\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> Gerne m\u00f6chte ich anmerken, dass es DIE deutsche Linke nicht gibt, sondern innerhalb linker Kreise viele verschiedene Str\u00f6mungen existieren. Insgesamt gibt es viele Diskussions- und Streitpunkte in linken Kreisen, jedoch w\u00fcrde ich meinen, dass es ein verbindendes Glied gibt: Die Auseinandersetzung mit Macht- und Unterdr\u00fcckungsverh\u00e4ltnissen und damit zusammenh\u00e4ngend Diskriminierungsstrukturen in der Gesellschaft. Ein gemeinsames Ziel, w\u00e4re die Abschaffung dieser Unterdr\u00fcckungsverh\u00e4ltnisse hin zu einer Vielfalt-integrierenden Gesellschaft. Wie das jedoch geht, wo begonnen wird usw. sind wiederum Streitpunkte.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a> Mit \u201aMainstream\u2018 meine ich in diesem Zusammenhang B\u00fccher, die nicht nur in einem Fachdiskurs gelesen werden, sondern auch in einer breiteren Gruppe der Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a> Wobei ich bei diesem Punkt l\u00e4nger \u00fcberlegt habe, ob ich den Doppelpunkt verwenden m\u00f6chte, da ich in einem Vortrag geh\u00f6rt habe, dass sehbehinderte oder eingeschr\u00e4nkte Menschen, die ein Leseger\u00e4t nutzen, den Doppelpunkt besser dechiffrieren k\u00f6nnen. Nun habe ich aber auf der Website der FU gelesen, dass der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. das Sternchen favorisiert, da dieses von den Ger\u00e4ten besser zu lesen sei (vgl.: N.N. (2022). Was ich mich in diesem Zusammenhang noch gefragt habe, ob der Unterstrich, den ich bei Be_hinderung nutze, von den Leseger\u00e4ten gelesen werden kann oder ob dieser den Lesefluss st\u00f6ren w\u00fcrde. Dazu habe ich leider nichts gefunden.<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_ftn4\" href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> \u00dcber die Konstruiertheit von impairment gibt es innerhalb der Disability Studies Kritik und unterschiedliche Ansichten. Dies zeigt bspw. ein Artikel in der <em>Zeitschrift f\u00fcr Disability Studies <\/em>in der Ausgabe vom Februar 2022 (vgl.: Zander (2022).<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>Quelle: Tomke Thielebein, <em>Be_hinderung ist ein Konstrukt<\/em>, in: Blog ABV Gender- und Diversitykompetenz FU Berlin, 01.11.2022, <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=292\">https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=292<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tomke Thielebein (SoSe 2022) 1. Warum ich dar\u00fcber schreibe, wor\u00fcber ich schreibe Mein selbstgew\u00e4hlter Beginn meiner politischen Sozialisation und damit einhergehenden Sensibilisierungsprozess mit gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen begann in den Jahren 2014\/15, da in dieser Zeit PEGIDA und die AfD, gefl\u00fcchtete Menschen verwendeten, um den Gesellschaftsdiskurs unangenehm dominant f\u00fcr ihre Zwecke zu nutzen. In dieser Zeit begann &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2022\/11\/01\/be_hinderung-ist-ein-konstrukt%ef%bf%bc\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eBe_hinderung ist ein Konstrukt\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2643,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[327720],"tags":[449584,90487,10098],"class_list":["post-292","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-essay","tag-ableismus","tag-diskriminierung","tag-sprache"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/292","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2643"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=292"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/292\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":296,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/292\/revisions\/296"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=292"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=292"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=292"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}