{"id":337,"date":"2023-04-18T17:23:14","date_gmt":"2023-04-18T15:23:14","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=337"},"modified":"2023-04-18T17:34:14","modified_gmt":"2023-04-18T15:34:14","slug":"kolonialmedizinische-verbrechen-am-beispiel-von-robert-koch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2023\/04\/18\/kolonialmedizinische-verbrechen-am-beispiel-von-robert-koch\/","title":{"rendered":"Kolonialmedizinische Verbrechen am Beispiel von Robert Koch"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Anonym (WiSe 2022\/23)<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1.&nbsp;&nbsp;Einleitung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Im Rahmen des Moduls \u201cDecolonize! Intersektionale Perspektiven auf lokale und globale Machtverh\u00e4ltnisse\u201c wurden wir dazu angeregt, unser eigenes Studienfach aus einer postkolonialen Perspektive zu betrachten. In meinem Studienfach Biochemie wird solch eine Betrachtung in der Lehre nicht aufgegriffen, obwohl es definitiv Grund daf\u00fcr g\u00e4be. Zahlreiche Wissenschaftler*innen aus dem natur- und lebenswissenschaftlichen Gebiet waren an Verbrechen beteiligt: prominente Beispiele sind die Mitwirkungen an der Giftgasentwicklung und am Bau der Atombombe w\u00e4hrend des 20.&nbsp;Jahrhunderts. In fr\u00fcheren Kolonien begangen deutsche Wissenschaftler*innen grausame Verbrechen sogar selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus mehreren Vorlesungen war mir der deutsche Wissenschaftler Robert Koch bekannt, damals noch als Begr\u00fcnder der medizinischen Mikrobiologie und Pionier in seinem Fachgebiet. Was immer unerw\u00e4hnt blieb, waren die kolonialmedizinischen Verbrechen, die Koch beging. Nachdem ich durch einen Artikel auf diese aufmerksam geworden bin, habe ich mich intensiver mit der Kolonialmedizin auseinandergesetzt. Beginnend mit Koch&nbsp;&#8211;&nbsp;der wohl bekannteste T\u00e4ter in der Geschichte der deutschen Kolonialmedizin, aber bei weitem nicht der Einzige&nbsp;&#8211;&nbsp;habe ich mich \u00fcber die medizinischen Grausamkeiten, die von den Kolonialm\u00e4chten in kolonialisierten Gebieten ver\u00fcbt wurden, informiert. Mich erstaunte, dass verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenig Literatur zu diesem Thema existiert und wie wenig Beachtung diesem allgemein gegeben wird. Aber auch ich wusste vorher weder aus meinem Studium noch aus dem Privaten von den Gr\u00e4ueltaten. Daher m\u00f6chte ich in diesem Essay auf die kolonialmedizinischen Verbrechen zu Beginn des 20.&nbsp;Jahrhunderts eingehen und einige der furchtbaren Taten am Beispiel von Robert Koch aufgreifen&nbsp;&#8211;&nbsp;Taten, die niemals in Vergessenheit geraten d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2.&nbsp;&nbsp; Robert Koch<\/h2>\n\n\n\n<p>Robert Koch (1843 \u2013 1910) gilt als der Begr\u00fcnder der medizinischen Mikrobiologie. Seine Experimente lieferten erstmals den Beweis, dass bestimmte Mikroorganismen spezifische Krankheiten verursachen und \u00fcbertragen k\u00f6nnen. So identifizierte Koch das Bakterium <em>Bacillus anthracis<\/em> als Milzbrand-Erreger und formulierte aufbauend auf dieser Erkenntnis die sogenannten Koch\u00b4schen Postulate, deren Kriterien noch heute das Fundament zum Nachweis eines Organismus als Krankheitserreger bilden. Als gr\u00f6\u00dfte Errungenschaft Kochs gilt die Identifizierung des <em>Mycobacterium tuberculosis<\/em> als Erreger der Tuberkulose \u2013 die Krankheit, die zu der damaligen Zeit (um 1880) f\u00fcr ein Siebtel aller erfassten Todesf\u00e4lle im Deutschen Reich verantwortlich war. F\u00fcr die Entdeckung des Tuberkuloseerregers erhielt Koch 1905 den Nobelpreis f\u00fcr Physiologie und Medizin.&nbsp;<sup>[1]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Mit diesen Entdeckungen legte Koch den Grundstein f\u00fcr die Infektionslehre, sowie f\u00fcr die Entwicklung erfolgreicher Methoden zur Vermeidung und Heilung von Infektionskrankheiten. F\u00fcr diese Errungenschaften wird Robert Koch heute bewundert und geehrt, was sich unter anderem in den vielen Denkmalen und Gedenktafeln \u2013 allein in Berlin gibt es vier &#8211; zeigt. Zahlreiche Stra\u00dfen, Parks, Pl\u00e4tze, Schulen und andere Einrichtungen sind nach Koch benannt.<sup> [2]<\/sup> Zudem wurde ihm die Ehrenb\u00fcrgerw\u00fcrde der Stadt Berlin verliehen. <sup>[3]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Was in Bezug auf Robert Koch fast nie thematisiert wird &#8211;&nbsp;ob bewusst oder aus Unwissenheit&nbsp;&#8211; sind die menschenverachtenden Verbrechen, die Koch in ehemaligen Kolonialstaaten beging.<\/p>\n\n\n\n<p>1902 gab es erste Berichte \u00fcber das Auftreten der Afrikanischen Trypanosomiasis&nbsp;(meist als Schlafkrankheit bezeichnet) aus der ehemaligen deutschen Kolonie Deutsch-Ostafrika&nbsp;(heutiges Tansania, Burundi und Ruanda). Die Krankheit wird durch den Parasiten <em>Trypanosoma ugandense<\/em> ausgel\u00f6st und von der Tsetsefliege&nbsp;(<em>Glossina palpalis<\/em>) \u00fcbertragen. <sup>[4] <\/sup>Die Erkrankung verl\u00e4uft in der Regel in drei Phasen: Zu den ersten Symptomen z\u00e4hlen Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen, im darauffolgenden Stadium wird das Nervensystem der Erkrankten angegriffen, wodurch es zu Verwirrung, Schlafst\u00f6rungen und Krampfanf\u00e4llen kommt. Im Endstadium leiden die Patient*innen unter schweren neurologischen Sch\u00e4den, schweren Schlafst\u00f6rungen und verfallen in einen koma\u00e4hnlichen D\u00e4mmerzustand, welcher namensgebend f\u00fcr die Erkrankung ist. Unbehandelt verl\u00e4uft die Krankheit t\u00f6dlich.&nbsp;<sup>[5]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Zu Beginn des 20.&nbsp;Jahrhunderts breitete sich die Schlafkrankheit als Epidemie im Gebiet Deutsch-Ostafrikas aus. Ein Gegenmittel gab es noch nicht, folglich erlagen sch\u00e4tzungsweise eine Viertel Millionen Afrikaner*innen der Schlafkrankheit. Diese schwerwiegenden Auswirkungen nahmen die Kolonialherren als Gef\u00e4hrdung ihres Kolonisationsprozesses wahr. Neben den gesundheitlichen Risiken, die ihnen selbst drohten, fehlten ihnen nun vor allem die Arbeiter*innen, die sie zum Ausbau der Infrastruktur zwingen und ausbeuten konnten. <sup>[4]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>So entstand in Europa ein zunehmend wirtschaftliches und politisches Interesse an der Erforschung der Schlafkrankheit, insbesondere an der Entwicklung von Medikamenten zur Pr\u00e4vention und Heilung. Die Forschung begann in den Laboren innerhalb Europas, aber schon bald entsendete die Kolonialabteilung des Ausw\u00e4rtigen Amtes als Reaktion auf die zunehmende Ausbreitung der Epidemie eine Expedition zur Erforschung der Schlafkrankheit aus dem Deutschen Reich nach Deutsch-Ostafrika. Die 1906 beginnende Expedition wurde unter der Leitung Robert Kochs durchgef\u00fchrt. <sup>[4]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Koch und seine Mitarbeiter*innen siedelten sich auf den Sese-Inseln, einer Inselgruppe im Victoriasee, an. Das Gebiet stand zwar unter britischer Herrschaft, bot Koch aber als zentraler Epidemieherd&nbsp;&#8211;&nbsp;innerhalb weniger Jahre starben hier fast zwei Drittel der Bewohner*innen an der Schlafkrankheit&nbsp;&#8211;&nbsp;ideale Bedingungen zur Forschung. Als die Expedition in Afrika begann, war der Parasit <em>Trypanosoma ugandense<\/em> bereits als Erreger identifiziert worden und weitgehenden Untersuchungen unterzogen worden, sodass Kochs Fokus prim\u00e4r auf der Suche nach einer Therapiem\u00f6glichkeit lag. <sup>[4]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Nach kurzer Zeit wurden in dem eingerichteten Forschungslager bereits jeden Tag \u00fcber 1&nbsp;000 Patient*innen untersucht und \u201ebehandelt\u201c. Als Medikament diente Atoxyl, ein organisches Arsenpr\u00e4parat.&nbsp;<sup>[4] <\/sup>Atoxyl wurde zuvor in Europa als m\u00f6gliche Therapieform f\u00fcr die Schlafkrankheit im Labor untersucht. In Tierversuchen f\u00fchrte es zun\u00e4chst zu einem R\u00fcckgang des Erregers im Blut und zu einer Minderung der Symptome. Bei einem Gro\u00dfteil der Versuchstiere tauchte der Parasit jedoch entweder nach dem Ende der Behandlung, aber auch bei einer durchgehenden Gabe von Atoxyl, wieder in der Blutbahn auf. Die Parasiten vermehrten sich weiter, die Symptome kehrten ebenso zur\u00fcck, letztendlich erlagen die Tiere der Krankheit. Trotz der eher ern\u00fcchternden Ergebnisse hielten einige Forscher an Atoxyl fest und empfohlen es in bestimmten Dosen zur Behandlung an Menschen. In Deutschland war die Verabreichung von Atoxyl verboten&nbsp;\u2013&nbsp;aus der fr\u00fcheren Fachliteratur war die Gef\u00e4hrlichkeit und hohe Giftigkeit des arsenhaltigen Mittels durchaus bekannt: Es f\u00fchrte zu Erblindungen und weiteren schweren Nebenwirkungen.&nbsp;<sup>[6]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Als Folge wurde die klinische Pr\u00fcfung von Atoxyl von den Kolonialm\u00e4chten nach Afrika verlegt. Die Kolonien selbst dienten als Laboratorien und die an der Schlafkrankheit erkrankte Afrikaner*innen wurden zu Objekten der pharmakologischen und therapeutischen Forschung. Robert Koch und andere Forscher nahmen diese menschenverachtenden Bedingungen billigend in Kauf, beziehungsweise unterst\u00fctzten und befeuerten diese sogar noch. <sup>[4]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Robert Koch verabreichte Atoxyl in Deutsch-Ostafrika an Tausende von Erkrankten. Hierbei hielt er sich in keinster Weise an die wissenschaftlichen und ethischen Standards: Anstatt wie empfohlen die Dosis vorsichtig und allm\u00e4hlich anzupassen, verabreichte er jeweils eine Dosis von 0,5&nbsp;g in kurzen Intervallen, obwohl er von der Toxizit\u00e4t des Mittels wusste. Nachdem nicht die gew\u00fcnschten Effekte eintraten, erh\u00f6hte er die Dosis auf 1 Gramm. Dies tat er, ohne die Patient*innen zu informieren, aufzukl\u00e4ren und sogar entgegen ihren Willen. Als Behandlung ist dieses Vorgehen kaum zu bezeichnen, vielmehr f\u00fchrte Koch grausame Humanversuche durch.&nbsp;<sup>[4]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Die Gabe von Atoxyl f\u00fchrte bei den Patient*innen zu schweren Nebenwirkungen. Tausende erlitten irreversible Erblindungen, viele starben. Robert Koch wusste von dem Leid, aber verabreichte das Medikament trotzdem weiter, obwohl noch nicht einmal der Heilungseffekt nachgewiesen war.&nbsp;<sup>[4] <\/sup>In seinem \u201eSchlu\u00dfbericht \u00fcber die T\u00e4tigkeit der deutschen Expedition zur Erforschung der Schlafkrankheit\u201c schreibt Koch selbst:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNicht wenige Kranke entzogen sich sehr bald dieser st\u00e4rkeren Behandlung, weil ihnen dieselbe zu schmerzhaft war und auch sonstige unangenehme Empfindungen verursachte, wie \u00dcbelkeit, Schwindelgef\u00fchl, kolikartige Schmerzen im Leibe. Da diese Beschwerden indessen nur vor\u00fcbergehend waren, so wurde mit der starken Behandlung fortgefahren. Da stellte sich aber bei einigen Kranken ein Symptom ein, welches uns fr\u00fcher weder bei den unbehandelten Kranken noch bei denjenigen, welche nicht gr\u00f6\u00dfere Dosen als 0,5 g erhalten hatten, jemals begegnet war. Es war dies eine Erblindung, welche sich in verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kurzer Zeit auf beiden Augen entwickelte. Anfangs hofften wir noch, da\u00df dieses Symptom ebenso wie die anderen wieder vor\u00fcbergehen w\u00fcrde, namentlich auch, da in Europa nach Atoxylbehandlung mehrfach vor\u00fcbergehende Erblindung beobachtet ist. Leider trat aber bei unseren Kranken keine Besserung ein, und dieselben sind dauernd blind geblieben.\u201c&nbsp;<sup>[7]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Bericht zeigt einmal mehr, wie skrupellos, menschenverachtend und verbrecherisch Robert Koch handelte.<\/p>\n\n\n\n<p>Im weiteren Verlauf beschreibt Koch zus\u00e4tzlich ungeniert die Sinnlosigkeit der Dosis Erh\u00f6hungen:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs ist \u00fcbrigens noch zu erw\u00e4hnen, da\u00df die Behandlung mit gro\u00dfen Atoxyldosen in keiner Weise bessere Resultate lieferte in Bezug auf das Befinden der Kranken als die Behandlung mit mittelgro\u00dfen Dosen.\u201c&nbsp;<sup>[7]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>1907 reiste Robert Koch aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden zur\u00fcck nach Berlin. Damit hatte sein verbrecherisches Wirken aber keineswegs ein Ende, Koch hielt vielmehr stur an der Atoxyltherapie fest und forderte \u00fcberdies weitere brutale Ma\u00dfnahmen. So schlug er dem Reichsgesundheitsrat im Anschluss an seine Expedition im November 1907 vor, \u201edazu \u00fcber[zu]gehen, die ganze Bev\u00f6lkerung verseuchter Bezirke in gesunde Gegenden zu versetzen; die infizierten Individuen w\u00fcrden dann, da die Sterblichkeit ohne Behandlung eine absolute sei, ausnahmslos zugrunde gehen, damit werde dann die Seuche erl\u00f6schen [\u2026]\u201c.&nbsp;<sup>[8]<\/sup> Als besser realisierbare Alternative forderte er zudem, alle Infizierten aus \u201everseuchten Orten [\u2026] herauszugreifen\u201c und in \u201eKonzentrationslagern\u201c zu isolieren.&nbsp;<sup>[8]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Fatalerweise nahm der Reichsgesundheitsrat Kochs Vorschl\u00e4ge an und errichtete die geforderten Lager am Viktoriasee in Afrika. Tausende Erkrankte wurden interniert und erfolglos mit Atoxyl behandelt. In den bis 1911 bestehenden Lagern verloren mindestens 1 487 der 11 079 Internierten in Folge der Schlafkrankheit oder der Therapie ihr Leben.&nbsp;<sup>[4]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3.&nbsp;&nbsp; Darstellung Robert Kochs durch das RKI<\/h2>\n\n\n\n<p>Nach einer Betrachtung der schrecklichen Vorgehensweise Robert Kochs scheint es absurd, dass Koch, der f\u00fcr seine Forschung \u00fcber Leichen ging, als Forschungspionier verehrt wurde und noch immer wird. Eine \u00f6ffentlichkeitswirksame Aufarbeitung seiner menschenverachtenden Verbrechen fand bisher nicht statt. Und das, obwohl der Name Robert Koch seit etwa drei Jahren allen Menschen in Deutschland bekannt sein sollte und uns allen regelm\u00e4\u00dfig durch mediale Berichterstattungen begegnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Robert Koch ist Namensgeber des in Berlin sitzenden Robert-Koch-Instituts&nbsp;(RKI), die biomedizinische Leitforschungseinrichtung der deutschen Bundesregierung. Seit dem Beginn der Coronapandemie Ende 2019 ist das RKI f\u00fcr die Erfassung und Beurteilung der aktuellen Pandemie- und Risikolage und f\u00fcr die Beratung und das Aussprechen von Empfehlungen f\u00fcr die Politik und Fachwelt verantwortlich. Somit fungiert das Institut gleichzeitig auch als unverzichtbare Informationsquelle f\u00fcr die deutsche Bev\u00f6lkerung und ist seit dem Fr\u00fchjahr 2020 omnipr\u00e4sent in Deutschland. Einhergehend mit dieser Pr\u00e4senz wird die Aufmerksamkeit auch auf den Namenspatronen Robert Koch gelenkt. Das Bild, das von Koch vermittelt wird, stellt diesen allerdings weitestgehend als medizinisches, bewundernswertes Vorbild dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Das RKI steht als ehemalige Wirkst\u00e4tte Kochs und durch die Verwendung seines Namens in der Verantwortung, dessen Taten kritisch aufzuarbeiten. Ein Blick auf die Website des RKI zeigt jedoch, dass die kolonialen Praktiken Kochs fast keine Erw\u00e4hnung finden. Nachdem zun\u00e4chst Lobeshymnen \u00fcber Kochs Errungenschaften zu lesen sind, wird seine Expedition nach Deutsch-Ostafrika wie folgt beschrieben:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e1906 und 1907 wurde eine Kommission unter Kochs Leitung nach Ostafrika entsandt, um Therapiem\u00f6glichkeiten gegen die Schlafkrankheit auszuloten. Durch den Einsatz von Atoxyl, einer arsenhaltigen Arznei, konnte Koch anfangs Erfolge bei der Behandlung von Schlafkranken erzielen. Doch der Parasit, der die Infektion verursacht, lie\u00df sich im Blut der Kranken nur f\u00fcr eine kurze Zeit zur\u00fcckdr\u00e4ngen. Daraufhin verdoppelte Koch die Atoxyl-Dosis &#8211; obwohl er um die Risiken des Mittels wusste. Bei vielen Betroffenen kam es zu Schmerzen und Koliken, manche erblindeten sogar. Trotzdem blieb Koch vom prinzipiellen Nutzen des Atoxyls \u00fcberzeugt. Seine letzte Forschungsreise war das dunkelste Kapitel seiner Laufbahn.\u201c&nbsp;<sup>[9]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Darstellung wirkt eindeutig glorifizierend. Es wird weder thematisiert, dass Koch das Medikament Atoxyl gegen den Willen der Patient*innen einsetzte, noch die hohe Anzahl an Todesf\u00e4llen, die auf die erfolglose bzw. die Behandlung selbst zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Nicht benannt wird, dass Koch mit seinen von Rassismus gepr\u00e4gten Humanversuchen die einheimische Bev\u00f6lkerung als \u201eVersuchskaninchen\u201c missbrauchte. Auch die Errichtung von Krankenlagern und die zwangsweise Internierung von Tausenden Erkrankten bleibt unerw\u00e4hnt. Stattdessen werden Kochs Verbrechen nur verallgemeinernd und verherrlichend als das \u201edunkelste Kapitel seiner Laufbahn\u201c&nbsp;<sup>[9]<\/sup> abgetan und ansonsten ausgeblendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Das RKI geht sogar so weit und zelebriert die verbrecherischen Expeditionen Kochs:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Aufz\u00e4hlung der Reisen, die Koch zur Erforschung verschiedener Infektionskrankheiten durchf\u00fchrte, und die wichtigsten Kongresse, an denen er teilnahm, zeigen die Vielf\u00e4ltigkeit und die Mobilit\u00e4t des Forschers in einer Zeit eher m\u00fchseligen Reisens.\u201c&nbsp;<sup>[10]<\/sup>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In der Auflistung dieser Reisen, auf die sich der obenstehende Absatz bezieht, ist auch die Expedition nach Deutsch-Ostafrika gelistet.&nbsp;<sup>[10]<\/sup> Dies zeigt einmal mehr, dass von Seiten des RKI keine kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Namensgeber stattfindet. Trotz des Wissens, dass Koch Menschen gequ\u00e4lt hat, dient er dennoch als Leitfigur des Instituts.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend am RKI in den letzten Jahren eine&nbsp;\u2013&nbsp;noch lange nicht abgeschlossene&nbsp;\u2013&nbsp;Aufarbeitung \u00fcber die Beteiligung an menschenverachtenden medizinischen Humanversuchen w\u00e4hrend des Nationalsozialismus stattfand, geraten die kolonialmedizinischen Verbrechen in Vergessenheit. Beispielsweise wurden 2008 Forschungsergebnisse \u00fcber das Mitwirken des RKI an Verbrechen w\u00e4hrend der NS-Zeit ver\u00f6ffentlicht, nachdem die Rolle des Instituts im Nationalsozialismus erstmals umfassend untersucht wurde. Die Ergebnisse waren erschreckend:&nbsp; viele bisher unbekannte Taten und T\u00e4ter*innen kamen ans Licht.&nbsp;<sup>[11]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Das wirft die Frage auf, welche Taten aus Kolonialzeiten noch entdeckt oder ver\u00f6ffentlicht werden w\u00fcrden, wenn auch die Verbrechen dieser Zeit aufgearbeitet werden w\u00fcrden? Im Moment werden selbst die Verbrechen, die in wissenschaftlichen Publikationen dokumentiert wurden und hierdurch als eindeutig moralisch verwerflich und verbrecherisch zu identifizieren sind, nicht verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig verurteilt. Es ist an der Zeit, dass das RKI Einsicht zeigt und t\u00e4tig wird. Die T\u00e4ter*innen d\u00fcrfen nicht weiterhin gesch\u00fctzt und glorifiziert werden, sondern m\u00fcssen als solche benannt und verurteilt werden. Und die zahlreichen Opfer d\u00fcrfen unter keinen Umst\u00e4nden in Vergessenheit geraten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">4.&nbsp;&nbsp; (Fehlende) Aufarbeitung der kolonialmedizinischen Verbrechen<\/h2>\n\n\n\n<p>Nicht nur dem RKI mangelt es an dem Willen, sich mit dem kolonialen Erbe, das sich hinter dem Namen Robert Koch verbirgt, auseinanderzusetzten. Auch sonst werden die kolonialmedizinischen Verbrechen, die von Koch&nbsp;&#8211;&nbsp;der wohl Deutschlands bekanntester, aber bei weitem nicht der einzige Kolonialmediziner war&nbsp;\u2013&nbsp;und anderen Kolonialmedizinern begangen wurden, nur wenig thematisiert und sind meiner Wahrnehmung nach der breiten \u00d6ffentlichkeit kaum bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst im Jahr 1997, also 90&nbsp;Jahre nachdem die Grausamkeiten von Koch in Deutsch-Ostafrika begangen wurden, wurden diese erstmalig in einer wissenschaftlichen Ausarbeitung rekonstruiert und aufgearbeitet. Ver\u00f6ffentlicht wurden die Ergebnisse von Prof. Dr. Wolfgang Eckart in seinem Buch \u201eMedizin und Kolonialimperialismus \u2013 Deutschland 1884 bis 1945\u201c. Der ehemalige Medizinhistoriker und Direktor des Instituts f\u00fcr Geschichte und Ethik der Medizin an der Ruprecht-Karls-Universit\u00e4t Heidelberg befasste sich in diesem Buch umfassend mit der deutschen Kolonialmedizin, so unter anderem auch mit Robert Koch.&nbsp;<sup>[12]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Seit mehreren Jahren setzen sich einige Initiativen, wie beispielsweise die \u201eKritische Medizin M\u00fcnchen\u201c, f\u00fcr die Aufarbeitung der kolonialmedizinischen Verbrechen ein. <sup>[13] <\/sup>Eine gro\u00dfe gesellschaftliche Debatte mit Konsequenzen blieb bisher aber noch aus. In der politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung \u00fcber den Kolonialismus und seine Folgen hat der Bereich der Medizin noch immer keinen wirklichen Raum gefunden.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend es in den letzten Jahren einige Erfolge in der Umbenennung von kolonialen Stra\u00dfennamen gab,&nbsp;<sup>[13]<\/sup> erhielt die Petition, die die Umbenennung des Robert-Koch-Instituts fordert, bisher lediglich 1&nbsp;343 Unterschriften (Stand 11.01.2023).&nbsp;<sup>[14]<\/sup> Gleichzeitig wird \u00fcber das RKI seit drei Jahren t\u00e4glich in den Medien berichtet. Auch die im Spiegel ver\u00f6ffentlichte Forderung nach einer Umbenennung des RKI durch den Historiker und Afrikawissenschaftler J\u00fcrgen Zimmerer blieb ohne Konsequenzen.&nbsp;<sup>[15]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">5.&nbsp;&nbsp; &nbsp;Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend ich mich mit dem Thema der Kolonialmedizin auseinandergesetzt habe, wurde mir bewusst, dass die kolonialmedizinischen Verbrechen, die durch deutsche Wissenschaftler*innen und \u00c4rzt*innen begangen wurden, fast keine Ber\u00fccksichtigung in unser Erinnerungskultur finden. Die f\u00fchrenden Einrichtungen der medizinischen Forschung sind nicht dazu bereit, die Verbrechen selbst aufzuarbeiten. Zudem fehlt auch in der Lehre an Universit\u00e4ten die Aufkl\u00e4rung \u00fcber die Schattenseiten von Wissenschaftler*innen. Anstatt nur von den Errungenschaften zu berichten, sollten auch die Abgr\u00fcnde der Wissenschaft kritisch beleuchtet, anstatt totgeschweigen zu werden. Die Verbrechen k\u00f6nnen nicht mehr r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden, aber sie d\u00fcrfen keinesfalls in Vergessenheit geraten. Eine kritische Aufarbeitung ist das Mindeste, das passieren muss. Wir m\u00fcssen aus der grausamen Vergangenheit f\u00fcr die Gegenwart und die Zukunft lernen.<\/p>\n\n\n\n<p>Rassistische und menschenverachtende Praktiken in der Medizin wurden keineswegs nur in der Vergangenheit durchgef\u00fchrt. Auch heute sind Gesundheitssysteme und die pharmakologische und medizinische Forschung von kolonialen Kontinuit\u00e4ten und rassistischen Denkweisen gepr\u00e4gt. Diese wurden in den letzten Jahren unter anderem durch die Coronapandemie sichtbar gemacht. Bei der Verteilung der COVID-19 Impfstoffe lag nicht die Gesundheit der Menschen im Vordergrund, sondern wieder einmal der \u00f6konomische Gewinn. Machtvolle Konzerne und \u201ewestliche\u201c Staaten blockieren stur die Aussetzung der Impfstoffpatente. Und w\u00e4hrend bei uns \u00fcbersch\u00fcssige Impfdosen weggeschmissen werden, wird einem Gro\u00dfteil der Weltbev\u00f6lkerung kein Zugang zu den lebensrettenden Impfstoffen gew\u00e4hrt.&nbsp;<sup>[16]<\/sup> Dass koloniale Denkmuster und Robert Kochs Gedanke, Menschen aufgrund ihrer Herkunft f\u00fcr Versuche instrumentalisieren zu k\u00f6nnen, noch heute ein riesiges Problem darstellen, zeigte sich zus\u00e4tzlich im April 2020 in erschreckender Weise in der Forderung zweier \u00c4rzte, m\u00f6gliche neue Coronaimpfstoffe in Afrika zu testen.&nbsp;<sup>[17]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">6.&nbsp;&nbsp; Literatur- und Quellenverzeichnis<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>[1]<\/strong><\/td><td>Madigan, Martinko, J. M., Brock, T. D., &amp; Thomm, M. (2009).&nbsp;<em>Brock Mikrobiologie \/ Michael T. Madigan\u202f; John M. Martinko. Dt. Bearb. von Michael Thomm.<\/em>&nbsp;(11., aktualisierte Aufl., [1. dt. \u00fcberarb. u. erw. Ausg.]). Pearson Studium, 15-17. &nbsp;<\/td><\/tr><tr><td><strong>[2]<\/strong><\/td><td>Robert Koch. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Koch\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Koch<\/a>&nbsp; (09.01.2023) &nbsp;<\/td><\/tr><tr><td><strong>[3]<\/strong><\/td><td>Abgeordnetenhaus Berlin. <em>Robert Koch.<\/em> <a href=\"https:\/\/www.parlament-berlin.de\/Das-Haus\/Berliner-Ehrenbuerger\/robert-koch\">https:\/\/www.parlament-berlin.de\/Das-Haus\/Berliner-Ehrenbuerger\/robert-koch<\/a> &nbsp; (09.01.2023) <\/td><\/tr><tr><td><strong>[4]<\/strong><\/td><td>Eckart, W. U. (1997).&nbsp;<em>Medizin und Kolonialimperialismus: Deutschland 1884-1945<\/em>. Schonigh, 340-349. &nbsp;<\/td><\/tr><tr><td><strong>[5]<\/strong><\/td><td>\u00c4rzte ohne Grenzen. <em>Schlafkrankheit<\/em>. <a href=\"https:\/\/www.aerzte-ohne-grenzen.de\/unsere-arbeit\/krankheiten\/schlafkrankheit\">https:\/\/www.aerzte-ohne-grenzen.de\/unsere-arbeit\/krankheiten\/schlafkrankheit<\/a> (10.01.2023) &nbsp;<\/td><\/tr><tr><td><strong>[6]<\/strong><\/td><td>Boyce R. (1907). <em>THE TREATMENT OF SLEEPING SICKNESS AND OTHER TRYPANOSOMIASES BY THE ATOXYL AND MERCURY METHOD. <\/em>British medical journal, 2(2437), 624\u2013625. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1136\/bmj.2.2437.624\">https:\/\/doi.org\/10.1136\/bmj.2.2437.624 <\/a><\/td><\/tr><tr><td><strong>[7]<\/strong><\/td><td>Koch, R. (1907). <em>Schlu\u00dfbericht \u00fcber die T\u00e4tigkeit der deutschen Expedition zur Erforschung der Schlafkrankheit.<\/em> Dtsch Med Wochenschr.; 33(46):&nbsp;1889-1895<br>DOI:10.1055\/s-0029-1189093 <br><a href=\"https:\/\/edoc.rki.de\/bitstream\/handle\/176904\/5330\/1206-1216.pdf?sequence=1&amp;isAllowed=y\">https:\/\/edoc.rki.de\/bitstream\/handle\/176904\/5330\/1206-1216.pdf?sequence=1&amp;isAllowed=y<\/a> (10.01.2023) &nbsp;<\/td><\/tr><tr><td><strong>[8]<\/strong><\/td><td>Koch, R. (1907). <em>Mitteilung \u00fcber den Verlauf und die Ergebnisse der vom Reiche zur Erforschung der Schlafkrankheit nach Ostafrika entsandten Expedition.<\/em> Koch, Werke, Bd 2,2, 930-940. &nbsp;<\/td><\/tr><tr><td><strong>[9]<\/strong><\/td><td>RKI. (2018). <em>Robert Koch: Der Mitbegr\u00fcnder der Mirkobiologie.<\/em> <a href=\"https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/Institut\/Geschichte\/robert_koch_node.html\">https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/Institut\/Geschichte\/robert_koch_node.html<\/a> (10.01.2023) &nbsp;<\/td><\/tr><tr><td><strong>[10]<\/strong><\/td><td>RKI. (2018). <em>Lebenslauf, Reisen und Kongresse Robert Kochs in tabellarischer Form.<\/em> <em><\/em> <a href=\"https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/Institut\/Geschichte\/Robert_Koch_Lebenslauf.html\"><em>https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/Institut\/Geschichte\/Robert_Koch_Lebenslauf.html<\/em><\/a><em> <\/em>(10.01.2023) &nbsp;<\/td><\/tr><tr><td><strong>[11]<\/strong><\/td><td>Hacker, J. (2008). <em>Das Robert Koch-Institut im Nationalsozialismus: Stellungnahme zu den Forschungsergebnissen.<\/em> <a href=\"https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/Service\/Presse\/Pressetermine\/presse_rki_ns_Stellungnahme.html\">https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/Service\/Presse\/Pressetermine\/presse_rki_ns_Stellungnahme.html<\/a> (10.01.2023) &nbsp;<\/td><\/tr><tr><td><strong>[12]<\/strong><\/td><td>Amberger, J. (2020). <em>Robert Koch und die Verbrechen von \u00c4rzten in Afrika.<\/em> <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/menschenexperimente-robert-koch-und-die-verbrechen-von-100.html\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/menschenexperimente-robert-koch-und-die-verbrechen-von-100.html<\/a> (11.01.2023) &nbsp;<\/td><\/tr><tr><td><strong>[13]<\/strong><\/td><td>Kritische Medizin M\u00fcnchen. <a href=\"https:\/\/kritischemedizinmuenchen.de\/die-verbrechen-der-kolonialen-medizin\/\">https:\/\/kritischemedizinmuenchen.de\/die-verbrechen-der-kolonialen-medizin\/<\/a> (11.01.2023) &nbsp;<\/td><\/tr><tr><td><strong>[14]<\/strong><\/td><td>Bezirksamt Mitte. <em>Koloniale Stra\u00dfennamen und ihre Umbenennung im Bezirk Mitte. <\/em><a href=\"https:\/\/www.berlin.de\/kunst-und-kultur-mitte\/geschichte\/erinnerungskultur\/strassenbenennungen\/artikel.1066742.php\">https:\/\/www.berlin.de\/kunst-und-kultur-mitte\/geschichte\/erinnerungskultur\/strassenbenennungen\/artikel.1066742.php<\/a> (11.01.2023) &nbsp;<\/td><\/tr><tr><td><strong>[15]<\/strong><\/td><td>Zimmerer, J. (2020). <em>Der ber\u00fchmte Forscher und die Menschenexperimente.<\/em>&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/geschichte\/robert-koch-der-beruehmte-forscher-und-die-menschenexperimente-in-afrika-a-769a5772-5d02-4367-8de0-928320063b0a\">https:\/\/www.spiegel.de\/geschichte\/robert-koch-der-beruehmte-forscher-und-die-menschenexperimente-in-afrika-a-769a5772-5d02-4367-8de0-928320063b0a<\/a> (11.01.2023) &nbsp;<\/td><\/tr><tr><td><strong>[16]<\/strong><\/td><td>\u00c4rzteblatt. (2022). <em>Coronapandemie macht koloniale Strukturen sichtbar. <\/em><a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/nachrichten\/132782\/Coronapandemie-macht-koloniale-Strukturen-sichtbar\">https:\/\/www.aerzteblatt.de\/nachrichten\/132782\/Coronapandemie-macht-koloniale-Strukturen-sichtbar<\/a> (11.01.2023) &nbsp;<\/td><\/tr><tr><td><strong>[17]<\/strong><\/td><td><em>\u201eRassistisch!\u201c &#8211; WHO verurteilt Forderung nach Impfstoff-Tests in Afrika.<\/em> (2020). <a href=\"https:\/\/www.swp.de\/panorama\/who-verurteilt-forderung-nach-impfstoff-tests-in-afrika-als-_rassistisch_-45283843.html\">https:\/\/www.swp.de\/panorama\/who-verurteilt-forderung-nach-impfstoff-tests-in-afrika-als-_rassistisch_-45283843.html<\/a> (11.01.2023)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>Quelle: Anonym, <em>Kolonialmedizinische Verbrechen am Beispiel von Robert Koch<\/em>, in: Blog ABV Gender- und Diversitykompetenz FU Berlin, 18.04.2023, <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=337\">https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=337<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anonym (WiSe 2022\/23) 1.&nbsp;&nbsp;Einleitung Im Rahmen des Moduls \u201cDecolonize! Intersektionale Perspektiven auf lokale und globale Machtverh\u00e4ltnisse\u201c wurden wir dazu angeregt, unser eigenes Studienfach aus einer postkolonialen Perspektive zu betrachten. In meinem Studienfach Biochemie wird solch eine Betrachtung in der Lehre nicht aufgegriffen, obwohl es definitiv Grund daf\u00fcr g\u00e4be. Zahlreiche Wissenschaftler*innen aus dem natur- und lebenswissenschaftlichen &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2023\/04\/18\/kolonialmedizinische-verbrechen-am-beispiel-von-robert-koch\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eKolonialmedizinische Verbrechen am Beispiel von Robert Koch\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2643,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[327720],"tags":[471,2744,1072],"class_list":["post-337","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-essay","tag-geschichte","tag-kolonialismus","tag-medizin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/337","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2643"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=337"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/337\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":345,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/337\/revisions\/345"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=337"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=337"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=337"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}