{"id":375,"date":"2023-06-12T13:49:50","date_gmt":"2023-06-12T11:49:50","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=375"},"modified":"2023-06-12T13:51:15","modified_gmt":"2023-06-12T11:51:15","slug":"von-der-pathologisierung-zur-selbstbestimmung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2023\/06\/12\/von-der-pathologisierung-zur-selbstbestimmung\/","title":{"rendered":"Von der Pathologisierung zur Selbstbestimmung"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Betrachtung des TSG im Hinblick auf das Selbstbestimmungsgesetz<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">John Krakow (WiSe 2022\/23) <\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einleitung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Zur trans* Geschichte geh\u00f6rt auch Pathologisierung und Fremdbestimmung. Einen gro\u00dfen Anteil daran hat das TSG, das sogenannte \u201eTranssexuellengesetz\u201c. Es regelt in Deutschland die Personenstands- und Vornamens\u00e4nderung f\u00fcr trans* Personen (Stand Mai 2023). Das Gesetz ist seit dem 1. Januar 1980 in Kraft, jedoch l\u00e4ngst \u00fcberholt und mehrfach f\u00fcr verfassungswidrig erkl\u00e4rt worden.<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Zur trans* Geschichte geh\u00f6rt aber auch Vielfalt, Freude und Kultur, um die es \u00f6fter gehen sollte, leider wird sie auch hier wieder zu kurz kommen. Aktuell ist die Frage nach Selbstbestimmung, das H\u00e4nderingen nach Sichtbarkeit und die Notwendigkeit von Information brennend. Seit dem 09.05.2023 liegt der Entwurf f\u00fcr das Selbstbestimmungsgesetz vor, nun liegt er bei den Interessenverb\u00e4nden.<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In dieser Hausarbeit wird es haupts\u00e4chlich um die Erkl\u00e4rung des TSG gehen, auch unter Bezugnahme des Entwurfes zum Selbstbestimmungsgesetz. Dabei fokussiere ich mich auf den Aspekt der Pathologisierung. Zum Schluss habe ich meine eigene Meinung in einem Essay zusammengefasst, das sich mit der Pathologisierung auf der allt\u00e4glichen und gesellschaftlichen Ebene besch\u00e4ftigt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Begriffe<\/h2>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst ist eine Begriffsdifferenzierung n\u00f6tig, da das TSG den veralteten Begriff <em>transsexuell<\/em> im Namen tr\u00e4gt. Trans* sein hat nichts mit Sexualit\u00e4t zu tun, sondern befindet sich auf der Geschlechtsebene: Trans* Personen k\u00f6nnen jede Sexualit\u00e4t haben, die cis Personen auch haben k\u00f6nnen. <em>Transsexualit\u00e4t<\/em> oder auch <em>Transsexualismus<\/em> kommen aus einem medizinischen, pathologisierenden Kontext, in dem Transidentit\u00e4t als Krankheit eingestuft wurde. Au\u00dferdem h\u00e4ngt der Begriff <em>transsexuell<\/em> auch mit Gatekeeping und der Vorstellung zusammen, man sei nur wirklich trans*, wenn man sich einer \u201evollst\u00e4ndigen\u201c Transition unterziehe. Der Begriff <em>Transsexuell<\/em> wird daher nicht mehr verwendet, sondern stattdessen <em>transident<\/em>, <em>transgeschlechtlich <\/em>oder auch <em>transgender<\/em>, da die Begriffe genauer und wertfreier sind. Es wird auch nicht mehr von <em>Transsexuellen<\/em> gesprochen, sondern von trans* Personen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Differenzierungen und Untersuchungen sind wichtig, da hinter den Begriffen auch gesellschaftliche Verst\u00e4ndnisse stecken.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aktuelle Namens- und Personenstands\u00e4nderung<\/h2>\n\n\n\n<p>Um aktuell als trans* Person Vornamen und\/oder Personenstand zu \u00e4ndern, muss das TSG durchlaufen werden. Unterschieden wurde in der Vergangenheit zwischen \u201eder kleinen L\u00f6sung\u201c und \u201eder gro\u00dfen L\u00f6sung\u201c. Die kleine L\u00f6sung bestand dabei nur aus der Vornamens\u00e4nderung und die gro\u00dfe L\u00f6sung beinhaltete ebenfalls die Anpassung des Personenstandes. Diese Unterteilung, sowie die darin beinhalteten Voraussetzungen, sind als verfassungswidrig eingestuft worden und finden keine Anwendung mehr. Sie sind jedoch immer noch im TSG festgeschrieben.<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Um Namen und Personenstand zu \u00e4ndern, ist f\u00fcr trans* Personen immer noch ein gerichtliches Verfahren Voraussetzung, in dem sie mit zwei voneinander unabh\u00e4ngigen psychologischen Gutachten ihr Geschlecht beweisen m\u00fcssen. Ein Gericht urteilt anschlie\u00dfend dar\u00fcber. Die Kosten m\u00fcssen selbst getragen werden, Prozesskostenbeihilfe ist m\u00f6glich. Der Arbeitsaufwand f\u00fcr Beh\u00f6rden, Psycholog*innen und Betroffene ist immens. Zudem liegt dem Prozess eine Pathologisierung zugrunde, die zur Entm\u00fcndigung f\u00fchrt. Das eigene Geschlecht muss bewiesen und fremd beurteilt werden, weil das eigene Urteilsverm\u00f6gen nicht belastbar scheint. Der Name des Gesetzes spricht also f\u00fcr sich, Fundament f\u00fcr dieses gesetzliche Regelung ist der Irrglaube von Transidentit\u00e4t als Krankheit, als <em>Transsexualismus<\/em>.<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[4]<\/a> In den Gutachtenverfahren sind die Betroffenen der Willk\u00fcr der Gutachter*innen ausgesetzt. Das Spektrum reicht von wohlwollender Beratung bis hin zu grenz\u00fcberschreitenden (Re-)Traumatisierung. Teil dieses Verfahrens sind h\u00e4ufig seitenlange Frageb\u00f6gen, mit Fragen zu Befindlichkeit und Rollenverst\u00e4ndnis aus der Kindheit, beispielsweise \u201eWelche Toilette oder Umkleide benutzen Sie in der Schule? Hatten Sie eine Lieblingssportart?\u201c. Pers\u00f6nlichere, jedoch nicht weniger willk\u00fcrliche Fragen, beinhalten zum Beispiel \u201eWie alt war ihre Mutter bei ihrer Geburt?\u201c oder \u201eHatten Sie bereits wichtige Freundschaften oder Partnerschaften?\u201c. Manche Betroffene berichten davon, \u00fcber ihr Liebes- und Sexleben, sowie Masturbationsverhalten ausgefragt worden zu sein, teilweise mit Unterstellungen, die P\u00e4dophilie beinhalten. Einige berichten ebenfalls davon, dass sie sich haben ausziehen m\u00fcssen. Homophobie ist neben der offensichtlichen Transphobie und \u00dcbergriffigkeit ein weiteres Problem innerhalb der Verfahren. Betroffene verschweigen ihre Homosexualit\u00e4t, oder andere nicht-heteronormative Sexualit\u00e4ten, aus Angst ein negatives Gutachten zu erhalten.<a href=\"#_ftn5\" id=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Es gibt nat\u00fcrlich auch Gutachter*innen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben trans* Personen zu unterst\u00fctzen, zu beraten und vor solchen Situationen zu sch\u00fctzen. Um Einzelpersonen geht es bei der Kritik an den Gutachten jedoch nicht, sondern um die Willk\u00fcr, Gef\u00e4hrdung und die Entm\u00fcndigung, die das Verfahren bedeuten. Selbst Gutachter*innen, die diese Verfahren durchf\u00fchren, halten diese f\u00fcr \u00fcberholt und schlichtweg unn\u00f6tig, da Geschlecht keine Kategorie ist, die von au\u00dfen bestimmbar ist. Einer Beratung steht einer Begutachtung kontr\u00e4r gegen\u00fcber.<a href=\"#_ftn6\" id=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Paragraf zu den Gutachtenverfahren lautet wie folgt:<\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDas Gericht darf einem Antrag nach \u00a7 1 nur stattgeben, nachdem es die <strong>Gutachten von zwei Sachverst\u00e4ndigen<\/strong> eingeholt hat, die auf Grund ihrer Ausbildung und ihrer beruflichen Erfahrung mit den besonderen Problemen des Transsexualismus ausreichend vertraut sind. Die Sachverst\u00e4ndigen m\u00fcssen <strong>unabh\u00e4ngig voneinander <\/strong>t\u00e4tig werden; (\u2026)\u201c<\/p><cite><a id=\"_ftnref7\" href=\"#_ftn7\">[7]<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201e(\u2026) in ihren Gutachten haben sie auch dazu Stellung zu nehmen, ob sich nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft <strong>das Zugeh\u00f6rigkeitsempfinden des Antragstellers mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr \u00e4ndern wird<\/strong>.\u201c<\/p><cite><a id=\"_ftnref8\" href=\"#_ftn8\">[8]<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Allein die Formulierung gibt Aufschluss dar\u00fcber, wie trans* sein hier immer noch als Krankheit geframt wird.&nbsp; Es wird von \u201ebesonderen Problemen\u201c ausgegangen, die Expertise ben\u00f6tigen. Zudem wird hier erneut der pathologisierende Begriff <em>Transsexualismus<\/em> verwendet. Der zweite Part des Paragrafen ist ebenfalls interessant, da er eine Angst widerspiegelt, die sich immer noch um den Diskurs zur Selbstbestimmung rankt und selbst im Entwurf zum Selbstbestimmungsgesetz zu finden ist, in dem eine einj\u00e4hrige Sperrfrist vorgesehen ist bis Name und\/oder Personenstand wieder ge\u00e4ndert werden k\u00f6nnen. Zudem gibt es bei dem Selbstbestimmungsgesetz eine dreimonatige Bedenkzeit, bis die \u00c4nderung beim Standesamt rechtkr\u00e4ftig wird. Hier ist deutlich die Angst vor Ver\u00e4nderung zu sehen, ebenso wie die Angst von Geschlecht als wandelbare, diverse und komplexe Kategorie, sowie die diffuse Angst vor Missbrauch gesetzlich festgelegter Rechte marginalisierter Gruppen, die den Diskurs pr\u00e4gen. Im Gesetzesentwurf zur Sperrfrist hei\u00dft es:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDies (die Sperrfrist) soll dazu f\u00fchren, dass insbesondere vollj\u00e4hrige Personen sich der <strong>Tragweite ihrer Erkl\u00e4rung<\/strong> bewusst sind, weil klar ist, dass sie an die Erkl\u00e4rung mit den entsprechenden Eintr\u00e4gen mindestens ein Jahr gebunden sind. Die Vorschrift dient damit als <strong>\u00dcbereilungsschutz<\/strong> und verdeutlicht der erkl\u00e4renden Person die <strong>Ernsthaftigkeit ihrer Erkl\u00e4rung<\/strong>.\u201c<a href=\"#_ftn9\" id=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Interessant ist hierbei auch wieder die Formulierung. Ein \u201e\u00dcbereilungsschutz\u201c klingt nach \u00fcber 40 Jahren TSG nach fehlgeleiteter P\u00e4dagogik. Die Tragweite ist durch allt\u00e4gliche Diskriminierung und Marginalisierung von trans* Personen schlichtweg nicht zu \u00fcbersehen. Die Festschreibung der Ernsthaftigkeit als Kriterium scheint der Ernsthaftigkeit der Rechtesicherung gegen\u00fcber trans* Personen nicht gerecht zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mitzuber\u00fccksichtigen ist sicherlich die Gerichtsfestigkeit, die solche Entw\u00fcrfe ebenfalls sichern m\u00fcssen. Einen mindestens faden Beigeschmack hinterlassen solche Regelungen und Formulierungen trotzdem, auch angesichts der jahrzehntelangen staatlichen Diskriminierung, dem dieses Gesetz genau gegen\u00fcbertritt.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201e(\u2026) sie sich auf Grund ihrer transsexuellen Pr\u00e4gung nicht mehr dem in ihrem Geburtseintrag angegebenen Geschlecht, sondern dem anderen Geschlecht als zugeh\u00f6rig empfindet (\u2026)\u201c<\/p><cite><a id=\"_ftnref10\" href=\"#_ftn10\">[10]<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ein weiterer problematischer Aspekt ist die geschlechtliche Binarit\u00e4t, auf dem das TSG basiert. Nicht-bin\u00e4re Personen finden erst seit 2020 Erw\u00e4hnung, durch die Erweiterung um die Kategorie divers und die M\u00f6glichkeit der Streichung der Geschlechtseintragung. Die Kategorie divers steht seit 2018 inter* Personen zur Verf\u00fcgung. Sie m\u00fcssen aber eine \u201eVariante der Geschlechtsentwicklung\u201c attestiert bekommen, welche eine weitere Form der Pathologisierung aufweist und essentialistisch argumentiert. Die sogenannte \u201eDritte Option\u201c wurde bis 2019 auch von trans* Personen genutzt, bis diese neu formuliert wurde und trans* Personen kriminalisiert, die diese Option nutzen. Diese M\u00f6glichkeit der Personenstands\u00e4nderung bezieht sich ausdr\u00fccklich nur auf K\u00f6rperlichkeit und dem Herausfallen aus essentialistischer Zweigeschlechtlichkeit, die offengelegt und offiziell nachgewiesen werden muss.<a href=\"#_ftn11\" id=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Im Entwurf zum Selbstbestimmungsgesetz sind nicht-bin\u00e4re Personen ausdr\u00fccklich mitbedacht und erhalten die gleiche Rechte wie bin\u00e4re trans* Personen.<a href=\"#_ftn12\" id=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">TSG \u2013 pausierte Klauseln<\/h2>\n\n\n\n<p>Das TSG beinhaltet einige Klauseln, die f\u00fcr verfassungswidrig erkl\u00e4rt wurden, da sie gegen das Recht auf freie Pers\u00f6nlichkeitsentfaltung versto\u00dfen und die Menschenw\u00fcrde missachten.<a href=\"#_ftn13\" id=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Drei dieser Klauseln sind besonders gravierend.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis 2009 ging die Anpassung von Name- und Personenstand auch mit der Zwangsscheidung der eigenen Ehe einher. Das geht zur\u00fcck auf Homophobie und nationalistische Familienvorstellungen, die ein Abweichen von der cis-hetero Norm nicht vorsahen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201cIst die Person im Zeitpunkt der gerichtlichen Anordnung verheiratet gewesen und ist <strong>ihre Ehe nicht inzwischen f\u00fcr nichtig erkl\u00e4rt, aufgehoben oder geschieden <\/strong>worden, so gilt die Ehe mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes als aufgel\u00f6st. (\u2026)\u201c<\/p><cite><a id=\"_ftnref14\" href=\"#_ftn14\">[14]<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Bis 2011 wurden trans* Personen dazu gezwungen \u201edauerhaft fortpflanzungsunf\u00e4hig\u201c zu sein. Das bedeutete die Entscheidung zwischen der Anerkennung der eigenen Identit\u00e4t und Zwangssterilisation. Trans* Personen wurden au\u00dferdem zur Transition gezwungen, um sich cis Vorstellungen von Geschlecht anzupassen. Sehr deutlich wird hier die bin\u00e4re Vorstellung von Geschlecht und der Versuch des Erhalts tradierter Geschlechterrollen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201e(\u2026) sich einem ihre \u00e4u\u00dferen Geschlechtsmerkmale ver\u00e4ndernden <strong>operativen Eingriff <\/strong>unterzogen hat, durch den eine deutliche Ann\u00e4herung an das Erscheinungsbild des anderen Geschlechts erreicht worden ist\u201c<\/p><cite><a id=\"_ftnref15\" href=\"#_ftn15\">[15]<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Trans* Personen sollte so zwar erm\u00f6glicht werden staatlich anerkannt (und reguliert) zu existieren, jedoch nur in der Anpassung an Heteronormativit\u00e4t und unter Ausschluss von Familienleben. Das bedeutet unsichtbar sein und nicht partizipieren. Deutlich wird hier ein nationalistisches Bild von Familie, in dem der Staat massiv in Reproduktionsrechte eingreift und dar\u00fcber bestimmen m\u00f6chte, wer Familien gr\u00fcndet. Auch die Legalit\u00e4t und Information von Schwangerschaftsabbr\u00fcchen und die Gleichstellung der Ehe entspringen diesem Motiv. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bis heute haben die Betroffenen dieser Zwangssterilisation und Zwangsoperationen keine Entsch\u00e4digungsleistungen erhalten, die immer wieder von Verb\u00e4nden und sogar dem UN-Menschenrechtsrat gefordert werden. Die planm\u00e4\u00dfige Aktenvernichtung nach drei\u00dfig Jahren konnte noch verhindert werden, sodass dies weiterhin m\u00f6glich w\u00e4re.<a href=\"#_ftn16\" id=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gesundheit und Selbstbestimmung<\/h2>\n\n\n\n<p>Selbstbestimmung hat gro\u00dfe, positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Dieser Satz ist nicht nur g\u00fcltig f\u00fcr trans* Personen, sondern f\u00fcr alle Menschen. Ein selbstbestimmtes Leben ist ein essenzieller Bestandteil f\u00fcr Zufriedenheit, Selbstwirksamkeit und auch Sicherheit. Anerkennung der eigenen Identit\u00e4t hat ebenfalls gro\u00dfen Einfluss auf die psychische Gesundheit. Die Verwendung von korrekten Pronomen und dem selbstgew\u00e4hlten Namen senkt nachweislich das Depressions- und Suizidrisiko, wie eine Studie \u00fcber junge trans* Personen aus Texas zeigt<a href=\"#_ftn17\" id=\"_ftnref17\">[17]<\/a>. Diskriminierung und Unwissenheit in medizinischen Kontexten sind ein weiteres Problem. Trans* Personen suchen sich m\u00f6glicherweise viel sp\u00e4ter Hilfe und bekommen teilweise eine schlechtere Versorgung, weil das Wissen \u00fcber trans* K\u00f6rper noch nicht besonders verbreitet ist.<a href=\"#_ftn18\" id=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Den Beitrag, den das Selbstbestimmungsgesetz dazu leisten k\u00f6nnte, w\u00e4re ein H\u00fcrdenabbau, durch banal erscheinende Aspekte wie die Anpassung einer Krankenkassenkarte.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Rechtssicherheit und Selbstbestimmtheit bez\u00fcglich des eigenen Namens und Pronomens wie es im Selbstbestimmungsgesetz vorgesehen ist, wird riesige Auswirkungen auch auf die Gesundheit von trans* Personen haben. Das Offenbarungsverbot, das vorsieht, Misgendering und Outing strafrechtlich zu verfolgen, k\u00f6nnte ebenfalls ein lang ersehntes St\u00fcck Sicherheit f\u00fcr trans* Personen bringen, wei\u00dft aber L\u00fccken auf.<a href=\"#_ftn19\" id=\"_ftnref19\">[19]<\/a> Den eigenen Personenstand und Namen nicht angepasst zu haben, birgt st\u00e4ndige Unsicherheit im Alltag und kann auch zur Gefahr werden. Diese Art der existenzbedrohenden Unsicherheit bedeutet eine massive Beeintr\u00e4chtigung der psychischen Gesundheit und des allgemeinen Wohlbefindens. Auch wenn das Selbstbestimmungsgesetz die Angst, die Personen marginalisierter Gruppen allt\u00e4glich empfinden, nicht aufheben kann, kann es ein St\u00fcck l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige Rechtssicherheit bringen. Die Auswirkungen des Selbstbestimmungsgesetzes w\u00e4ren weitreichend &#8211; sie bewegen sich auf dem fundamentalen Level der Anerkennung, der Sicherheit, aber beinhalten auch die Freude dar\u00fcber, auf der Bankkarte endlich den eigenen Namen zu haben, problemlos(er) einen Job anzufangen und wieder verreisen zu k\u00f6nnen, weil der Check-in am Flughafen nicht mehr das Aus bedeutet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Pathologisierung und Selbstbestimmung im gesellschaftlichen, b\u00fcrgerlichen Kontext<\/h2>\n\n\n\n<p><em>Der folgende Text ist ein Essay, der auf meiner pers\u00f6nlichen Meinung basiert<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Im TSG spiegelt sich auch ein gesellschaftliches Verst\u00e4ndnis von trans* Personen und deren Realit\u00e4ten. Gerade im Angesicht eines m\u00f6glichen Selbstbestimmungsgesetz ist es wichtig, sich das TSG noch einmal genau anzuschauen, auch im gesellschaftlichen, konkret b\u00fcrgerlich-liberalen Kontext. Die Pathologisierung, die im TSG deutlich zu erkennen ist, findet sich auch im Alltag, mit dem trans* Personen konfrontiert sind, wieder. Fragen nach <em>\u201eWie weit bist du schon?\u201c<\/em> zeichnen trans* sein als Aufgabe, die es zu bew\u00e4ltigen gilt, als Prozess, der abgeschlossen werden soll, um in eine vermeintliche Normalit\u00e4t zur\u00fcckzukehren. Die Prozesshaftigkeit, die schon im Wort trans* verankert zu sein scheint, findet immer noch zu selten Beachtung.<\/p>\n\n\n\n<p>Trans* sein verstehe ich auch als Chance der st\u00e4ndigen Transformation und der Wandelbarkeit. Nicht jede trans* Person strebt \u00fcberhaupt eine Transition an und keine Transition sieht gleich aus. Wenn ich also mal wieder gefragt werde <em>\u201eXY ist aber schon weiter als du, oder?\u201c<\/em>, kann ich nur fragen: Womit? Mit dieser Hausarbeit? Mit dem Einrichten der eigenen Wohnung?<\/p>\n\n\n\n<p>Trans* sein ist weder als abgeschlossen zu betrachten, noch in Frage zu stellen. Es findet sich auch eine Sicherheit in der Reflexion und der M\u00f6glichkeit zur Ver\u00e4nderung, im Verst\u00e4ndnis f\u00fcr sich selbst. Die M\u00f6glichkeit Grenzen zu ziehen und mehr \u00fcber sich herauszufinden, bietet auch die Chance, Empathie gegen\u00fcber anderen Menschen und deren Realit\u00e4ten zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Davon abgesehen, dass solche Fragen durchaus grenz\u00fcberschreitend sind, sind sie doch sehr aufschlussreich. Sie geben auch Aufschluss \u00fcber gesellschaftliche Scham, die, wenn auch nicht nur, als Folge von Pathologisierung zu sehen ist. Auch Krankheit ist nach wie vor ein Tabuthema &#8211; auch dies ist problematisch, ist aber zu weitreichend an dieser Stelle.<\/p>\n\n\n\n<p>Worte wie trans*, nicht-bin\u00e4re Person, trans Mann, trans Frau und Transition sind noch immer schambehaftet. Anstatt also im passenden Rahmen, und nach vorheriger Erlaubniseinholung, zu fragen wie es mir mit meiner Transition geht und wie meine Hormonbehandlung l\u00e4uft, kommt <em>\u201eWie weit bist du schon?\u201c<\/em>. Als sei man ein Payback Punkte Heft, noch zwanzigmal Testogel schmieren und die Teflonpfanne Burgund ist schon zum halben Preis erh\u00e4ltlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine weitere solcher Fragen ist dann oft <em>\u201eWie lange musst du das denn noch machen?\u201c<\/em>, bezogen ist das auf die Zufuhr von Testosteron.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kritik ist eine gesellschaftliche Kritik. Die Unwissenheit von Einzelpersonen, denen ich ehrliches Interesse gar nicht abspreche, ist nur Symptom der fortlaufenden Pathologisierung. Ich werde Testosteron mein Leben lang nehmen, das ist kein Medikament zur Bek\u00e4mpfung einer Krankheit. Trans* sein ist eine Variante der Existenz, genau wie cis sein. Trans* sein darf und muss ausgesprochen werden, laut ausgesprochen werden. Es ist kein Zufall, dass das TSG Transsexuellengesetz hei\u00dft, es immer noch besteht, und die Angst vor dem Selbstbestimmungsgesetz, auf allen Seiten, gerade gr\u00f6\u00dfer ist denn je. Der pathologisierende Ansatz im Umgang mit trans* Personen findet sich im Alltag und in Institutionen wieder. Im besten Fall durchl\u00e4uft man die Transition in den sicheren cis-Hafen, im schlechtesten existiert man gar nicht, sondern ist verwirrt, nicht zurechnungsf\u00e4hig. Trans* muss zur Normalit\u00e4t als Facette hinzugef\u00fcgt werden, die eine Gleichwertigkeit mit cis hat. Ich werde immer trans* sein und das finde ich sch\u00f6n.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer Gesellschaft in der trans* Personen gleichzeitig nicht existieren und eine Bedrohung sind, ist Aufkl\u00e4rung und im Zuge dessen Entpathologisierung essenziell und reichlich versp\u00e4tet. Bereits Magnus Hirschfeld verfolgte den Ansatz der Entpathologisierung, beispielsweise mit der Einf\u00fchrung des sogenannten Transvestitenscheins. Dieser erm\u00f6glichte es trans* Personen, von Polizei und Beh\u00f6rden einigerma\u00dfen unbehelligt, selbst \u00fcber ihren Geschlechtsausdruck zu bestimmen. Dieser Schein, eine der ersten Umsetzungen zur Entpathologiserung, wurde 1909 eingef\u00fchrt.<a href=\"#_ftn20\" id=\"_ftnref20\">[20]<\/a> \u201eTranssexualismus\u201c fiel erst mit der Einf\u00fchrung des ICD 11, der immer noch keine gro\u00dffl\u00e4chige Anwendung findet, aus dem Katalog der Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rungen, 2019.<a href=\"#_ftn21\" id=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Knapp 114 Jahre sp\u00e4ter liegt nun auch schon ein Gesetzesentwurf vor, der aus Transsexualit\u00e4t Transidentit\u00e4t macht und f\u00fcr Selbstbestimmung sorgen soll. Selbstbestimmung scheint greifbar, endlich m\u00f6glich. Aber die noch so hoffnungsvollen Stimmen, die selbst nach 2021, der ersten Ablehnung der Abschaffung des TSG<a href=\"#_ftn22\" id=\"_ftnref22\">[22]<\/a>, werden stetig leiser und sorgenvoller. Hausrecht, Verteidigungsfall. Was ist denn jetzt mit meinen trans* Schwestern? Warum muss in einem Gesetz, das f\u00fcr uns gemacht wird, erw\u00e4hnt werden, dass sich am allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz rein gar nichts \u00e4ndern wird? Die Formulierungen sprechen B\u00e4nde: Das dient nicht dem Schutz von Frauen, weder trans* noch cis. Die Beruhigung der Angst vor mindestens konservativen Stimmen, w\u00e4hrend man die Strohfrau wieder aufstellt und das einfachste Feindbild bedient: die bedrohliche trans Frau. Als ginge Gewalt nicht immer und immer wieder von M\u00e4nnern aus, meistens cis M\u00e4nnern und als br\u00e4uchten sie eine weitere staatliche Erlaubnis \u00fcbergriffig zu sein, das hat das Patriachat doch gar nicht n\u00f6tig. Die Aufmerksamkeit ist da, zus\u00e4tzlicher Schutz nicht. Es muss dar\u00fcber geredet und gestritten und informiert werden. Ich kann keinen Text, keine Arbeit \u00fcber Selbstbestimmung schreiben, ohne dar\u00fcber zu reden, doch die Emotionalit\u00e4t ist vorhanden, das will in keine streng wissenschaftliche Form. Die Emotionalit\u00e4t ist wichtig, hier geht es um Existenzen, und Sensibilit\u00e4t macht Aspekte nicht weniger wichtig, es unterstreicht sie.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch immer werden trans* Personen mit ged\u00e4mpfter Stimme und unangebrachten Detailw\u00fcnschen nach der Transition gefragt, als sei diese mit trans* sein gleichzusetzen und als sei trans* nur eine Zwischenstufe zur\u00fcck in die Normalit\u00e4t hinein in eine B\u00fcrgerlichkeit. So \u00e4hnlich, als habe man in den 1980ern einen Vokuhila gehabt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wenn das Bewusstsein \u00fcber <em>die Tragweite <\/em>als Kriterium im Entwurf bereits sieben Mal erw\u00e4hnt wird, frage ich mich langsam ernsthaft nach der Ernsthaftigkeit und dem Verst\u00e4ndnis der Tragweite, wenn nach 114 Jahren das erste Mal ernsthaft Aussicht auf Selbstbestimmung in Deutschland besteht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Literaturverzeichnis<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Antidiskriminierungsstelle des Bundes <a href=\"https:\/\/www.antidiskriminierungsstelle.de\/DE\/ueber-diskriminierung\/diskriminierungsmerkmale\/geschlecht-und-geschlechtsidentitaet\/dritte-option\/dritte-option-node.html\">https:\/\/www.antidiskriminierungsstelle.de\/DE\/ueber-diskriminierung\/diskriminierungsmerkmale\/geschlecht-und-geschlechtsidentitaet\/dritte-option\/dritte-option-node.html<\/a> (letzter Aufruf 15.05.23)<\/p>\n\n\n\n<p>Bundesverband trans* zum ICD 11 <a href=\"https:\/\/www.bundesverband-trans.de\/bvt-begruesst-icd-11-der-who-verbesserung-der-transgendergesundheitsversorgung-in-aussicht\/\">https:\/\/www.bundesverband-trans.de\/bvt-begruesst-icd-11-der-who-verbesserung-der-transgendergesundheitsversorgung-in-aussicht\/<\/a> (letzter Aufruf 15.05.23)<\/p>\n\n\n\n<p>Bundestag Abstimmungsergebnisse \u00fcber die Abschaffung des TSG vom 19.05.2021 <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/parlament\/plenum\/abstimmung\/abstimmung\/?id=738\">https:\/\/www.bundestag.de\/parlament\/plenum\/abstimmung\/abstimmung\/?id=738<\/a> (letzter Aufruf 15.05.23)<\/p>\n\n\n\n<p>Dokumentation \u201eAb heute \u2013 Der lange Weg zum eigenen Namen\u201c 2021 <a href=\"https:\/\/www.abheute-doku.com\">https:\/\/www.abheute-doku.com<\/a> (letzter Aufruf 15.05.23)<\/p>\n\n\n\n<p>ICD-10 <a href=\"https:\/\/www.icd-code.de\/suche\/icd\/code\/F64.-.html?sp=STranssexualismus\">https:\/\/www.icd-code.de\/suche\/icd\/code\/F64.-.html?sp=STranssexualismus<\/a> (letzter Aufruf 15.05.23)<\/p>\n\n\n\n<p>Jstor Daily Artikel zum Transvestitenschein <a href=\"https:\/\/daily.jstor.org\/gender-identity-in-weimar-germany\/\">https:\/\/daily.jstor.org\/gender-identity-in-weimar-germany\/<\/a> (letzter Aufruf 15.05.23)<\/p>\n\n\n\n<p>Queer.de Artikel Entsch\u00e4digungsfonds <a href=\"https:\/\/www.queer.de\/detail.php?article_id=43769\">https:\/\/www.queer.de\/detail.php?article_id=43769<\/a> (letzter Aufruf 15.05.23)<\/p>\n\n\n\n<p>Referentenentwurf Selbstbestimmungsgesetz des Bundesministeriums f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Bundesministeriums der Justiz &#8211; Entwurf eines Gesetzes \u00fcber die Selbstbestimmung in Bezug auf den Geschlechtseintrag und zur \u00c4nderung weiterer Vorschriften <a href=\"https:\/\/www.bmfsfj.de\/resource\/blob\/224548\/ee3826a31ca706aed23053b633ff5c60\/entwurf-selbstbestimmungsgesetz-data.pdf\">https:\/\/www.bmfsfj.de\/resource\/blob\/224548\/ee3826a31ca706aed23053b633ff5c60\/entwurf-selbstbestimmungsgesetz-data.pdf<\/a> (letzter Aufruf 15.05.23)<\/p>\n\n\n\n<p>Schwulenberatung Berlin, Studie &#8211; \u201eWo werde ich eigentlich nicht diskriminiert?\u201c &#8211; \u201eDiskriminierung von LSBTIQ* im Gesundheitssystem in Berlin\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sven Lehmann Interview zum Entwurf des SBGG <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/queerspiegel\/hausrechtsparagraf-lost-angste-aus-queerbeauftragter-will-anderungen-an-selbstbestimmungsgesetz-9790259.html\">https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/queerspiegel\/hausrechtsparagraf-lost-angste-aus-queerbeauftragter-will-anderungen-an-selbstbestimmungsgesetz-9790259.html<\/a> (letzter Aufruf 15.05.23)<\/p>\n\n\n\n<p>TSG \u2013 Gesetze im Internet Gesetzestext Einsicht <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/tsg\/BJNR016540980.html\">https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/tsg\/BJNR016540980.html<\/a> (letzter Aufruf 15.05.23)<\/p>\n\n\n\n<p>University of Texas at Austin, Studie \u00fcber psychische Gesundheit von jungen trans* Personen <a href=\"https:\/\/news.utexas.edu\/2018\/03\/30\/name-use-matters-for-transgender-youths-mental-health\/\">https:\/\/news.utexas.edu\/2018\/03\/30\/name-use-matters-for-transgender-youths-mental-health\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Private Quellen: Eigene Erfahrung, Erfahrung anderer trans* Personen, allgemeines Wissen, das Teil von queeren und trans* Diskursen ist und nicht auf eine spezielle Quelle zur\u00fcckzuf\u00fchren sind<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weiterf\u00fchrende Links zu Stellungsnahmen (letzter Aufruf 05.06.23)<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>dgti* (Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Transidentit\u00e4t und Intersexualit\u00e4t e.V) <a href=\"https:\/\/dgti.org\/2023\/05\/10\/selbstbestimmungsgesetz\/\">https:\/\/dgti.org\/2023\/05\/10\/selbstbestimmungsgesetz\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>transinterqueer e.V.: <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/Cs3i5fqMitW\/?igshid=MzRlODBiNWFlZA%3D%3D\">https:\/\/www.instagram.com\/p\/Cs3i5fqMitW\/?igshid=MzRlODBiNWFlZA%3D%3D<\/a> (Stellungnahme auf Website folgt noch <a href=\"https:\/\/www.transinterqueer.org\">https:\/\/www.transinterqueer.org<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p>Deutscher Juristinnenbund: <a href=\"https:\/\/www.djb.de\/presse\/stellungnahmen\/detail\/st23-16\">https:\/\/www.djb.de\/presse\/stellungnahmen\/detail\/st23-16<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Frauen gegen Gewalt e.V.: <a href=\"https:\/\/www.frauen-gegen-gewalt.de\/de\/aktuelles\/nachrichten\/nachricht\/stellungnahme-zum-referentenentwurf-des-bmfsfj-und-des-bmjv-zum-selbstbestimmungsgesetz.html\">https:\/\/www.frauen-gegen-gewalt.de\/de\/aktuelles\/nachrichten\/nachricht\/stellungnahme-zum-referentenentwurf-des-bmfsfj-und-des-bmjv-zum-selbstbestimmungsgesetz.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Stellungnahme von Sven Lehmann (Beauftragter der Bundesregierung f\u00fcr die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt) : <a href=\"https:\/\/www.sven-lehmann.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Stellungnahme-des-Queer-Beauftragten-zum-Entwurf-Selbstbestimmungsgestz-1.pdf\">https:\/\/www.sven-lehmann.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Stellungnahme-des-Queer-Beauftragten-zum-Entwurf-Selbstbestimmungsgestz-1.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> TSG <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/tsg\/BJNR016540980.html\">https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/tsg\/BJNR016540980.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a> Stellungnahmen von Interessenverb\u00e4nden liegen seit dem 31.05 vor, diese Hausarbeit entstand davor, weiterf\u00fchrende Links zu Stellungnahmen finden sich im Literaturverzeichnis. Insgesamt begr\u00fc\u00dfen die meisten Interessenverb\u00e4nde ein Selbstbestimmungsgesetz, kritisieren jedoch die Umsetzung. Die meistgenannten Punkte sind dabei die unzureichenden M\u00f6glichkeiten der Selbstbestimmung f\u00fcr Minderj\u00e4hrige (teilweise Forderung nach selbstst\u00e4ndiger \u00c4nderung ab 14 Jahren), das nicht ausreichend sch\u00fctzende Offenbarungsverbot (Ehepartner*innen werden hier zum Beispiel ausgenommen), die Diskriminierung von trans* Eltern durch falsche Eintr\u00e4ge im Geburtenregister, die Diskriminierung von trans* Frauen und trans* femininen Personen durch die unn\u00f6tige Nennung des AGG und die fragw\u00fcrdige Regelung im Verteidigungsfall, sowie fehlender gesetzlicher Schutz, au\u00dferdem die Forderung nach St\u00e4rkung und F\u00f6rderungen von peer-to-peer Beratung und die Einrichtung von Entsch\u00e4digungsfonds.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a> Referententwurf Selbstbestimmungsgesetz unter Begr\u00fcndung A. Allgemeiner Teil, Seite 17<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a> ICD-10 Transidentit\u00e4t klassifiziert als Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung <a href=\"https:\/\/www.icd-code.de\/suche\/icd\/code\/F64.-.html?sp=STranssexualismus\">https:\/\/www.icd-code.de\/suche\/icd\/code\/F64.-.html?sp=STranssexualismus<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\" id=\"_ftn5\">[5]<\/a> Teils private Quellen; basierend auf Erfahrungen von verschiedenen trans* Personen, au\u00dferdem interessant&nbsp; ZDF Magazin Royale vom 2. Dezember 2022 <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/comedy\/zdf-magazin-royale\/zdf-magazin-royale-vom-2-dezember-2022-100.html\">https:\/\/www.zdf.de\/comedy\/zdf-magazin-royale\/zdf-magazin-royale-vom-2-dezember-2022-100.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\" id=\"_ftn6\">[6]<\/a> Dokumentation \u201eAb heute \u2013 Der lange Weg zum eigenen Namen\u201c 2021 <a href=\"https:\/\/www.abheute-doku.com\">https:\/\/www.abheute-doku.com<\/a>, private Quellen<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\" id=\"_ftn7\">[7]<\/a> TSG Erster Abschnitt Vornamen\u00e4nderung \u00a74 (4) Gerichtliches Verfahren <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/tsg\/BJNR016540980.html\">https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/tsg\/BJNR016540980.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\" id=\"_ftn8\">[8]<\/a> TSG Erster Abschnitt Vornamens\u00e4nderung \u00a71 (2) Voraussetzungen<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\" id=\"_ftn9\">[9]<\/a> Referententwurf Selbstbestimmungsgesetz unter \u00a75 Sperrfrist; Vornamen bei R\u00fcck\u00e4nderung Seite 41<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\" id=\"_ftn10\">[10]<\/a> TSG Erster Abschnitt Vornamens\u00e4nderung \u00a71 (1) Voraussetzungen<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\" id=\"_ftn11\">[11]<\/a>Antidiskriminierungsstelle des Bundes; Dritte Option und AGG &nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.antidiskriminierungsstelle.de\/DE\/ueber-diskriminierung\/diskriminierungsmerkmale\/geschlecht-und-geschlechtsidentitaet\/dritte-option\/dritte-option-node.html\">https:\/\/www.antidiskriminierungsstelle.de\/DE\/ueber-diskriminierung\/diskriminierungsmerkmale\/geschlecht-und-geschlechtsidentitaet\/dritte-option\/dritte-option-node.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\" id=\"_ftn12\">[12]<\/a> Referentenentwurf SBGG zum Beispiel auf den Seiten 20, 25, 34 &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\" id=\"_ftn13\">[13]<\/a> Unter anderem Referentenentwurf SBGG Seite 1 A. Problem und Ziel<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref14\" id=\"_ftn14\">[14]<\/a> TSG \u00a716 (2) \u00dcbergangsvorschrift<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref15\" id=\"_ftn15\">[15]<\/a> TSG \u00a78 (4) Voraussetzungen<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref16\" id=\"_ftn16\">[16]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.queer.de\/detail.php?article_id=43769\">https:\/\/www.queer.de\/detail.php?article_id=43769<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref17\" id=\"_ftn17\">[17]<\/a> \u201eWo werde ich eigentlich nicht diskriminiert?\u201c \u201eDiskriminierung von LSBTIQ* im Gesundheitssystem in Berlin\u201c Studie der Schwulenberatung in Berlin, Seiten 8, 9<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref18\" id=\"_ftn18\">[18]<\/a> Studie der University of Texas at Austin <a href=\"https:\/\/news.utexas.edu\/2018\/03\/30\/name-use-matters-for-transgender-youths-mental-health\/\">https:\/\/news.utexas.edu\/2018\/03\/30\/name-use-matters-for-transgender-youths-mental-health\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref19\" id=\"_ftn19\">[19]<\/a> Referentenentwurf SBGG \u00a713 Offenbarungsverbot und \u00a714 Bu\u00dfgeldvorschriften Seite 9 und Stellungnahme von Sven Lehmann&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.sven-lehmann.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Stellungnahme-des-Queer-Beauftragten-zum-Entwurf-Selbstbestimmungsgestz-1.pdf\">https:\/\/www.sven-lehmann.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Stellungnahme-des-Queer-Beauftragten-zum-Entwurf-Selbstbestimmungsgestz-1.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref20\" id=\"_ftn20\">[20]<\/a> Jstor Daily Artikel <a href=\"https:\/\/daily.jstor.org\/gender-identity-in-weimar-germany\/\">https:\/\/daily.jstor.org\/gender-identity-in-weimar-germany\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref21\" id=\"_ftn21\">[21]<\/a> Artikel Bundesverband trans* zum ICD 11 <a href=\"https:\/\/www.bundesverband-trans.de\/bvt-begruesst-icd-11-der-who-verbesserung-der-transgendergesundheitsversorgung-in-aussicht\/\">https:\/\/www.bundesverband-trans.de\/bvt-begruesst-icd-11-der-who-verbesserung-der-transgendergesundheitsversorgung-in-aussicht\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref22\" id=\"_ftn22\">[22]<\/a> Abstimmungsergebnisse \u00fcber die Abschaffung des TSG vom 19.05.2021 <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/parlament\/plenum\/abstimmung\/abstimmung\/?id=738\">https:\/\/www.bundestag.de\/parlament\/plenum\/abstimmung\/abstimmung\/?id=738<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>Quelle: John Krakow, <em>Von der Pathologisierung zur Selbstbestimmung \u2013 Betrachtung des TSG im Hinblick auf das Selbstbestimmungsgesetz<\/em>, in: Blog ABV Gender- und Diversitykompetenz FU Berlin, 12.06.2023, <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=375\">https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=375<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Betrachtung des TSG im Hinblick auf das Selbstbestimmungsgesetz John Krakow (WiSe 2022\/23) Einleitung Zur trans* Geschichte geh\u00f6rt auch Pathologisierung und Fremdbestimmung. 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