{"id":395,"date":"2023-09-22T14:09:48","date_gmt":"2023-09-22T12:09:48","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=395"},"modified":"2023-12-05T12:21:45","modified_gmt":"2023-12-05T11:21:45","slug":"inwiefern-haben-gesellschaftliche-konzepte-von-maennlichkeit-einen-einfluss-auf-die-diagnostik-von-depressionen-bei-maennern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2023\/09\/22\/inwiefern-haben-gesellschaftliche-konzepte-von-maennlichkeit-einen-einfluss-auf-die-diagnostik-von-depressionen-bei-maennern\/","title":{"rendered":"Inwiefern haben gesellschaftliche Konzepte von M\u00e4nnlichkeit einen Einfluss auf die Diagnostik von Depressionen bei M\u00e4nnern?"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nele Lorenz (SoSe 2023)<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. Einleitung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Das Erkranken an einer Depression stellt in der heutigen Gesellschaft ein zunehmendes Risiko dar. Insbesondere Frauen scheinen vermehrt betroffen. Sie erkranken h\u00e4ufiger an Depressionen und weisen ausgepr\u00e4gtere depressive Symptome auf. Werden allerdings die geschlechterspezifischen Suizidraten miteinander verglichen, kann ein Paradoxon festgestellt werden. Obwohl M\u00e4nner seltener mit einer Depression diagnostiziert werden, suizidieren sie sich fast doppelt so h\u00e4ufig wie Frauen (Wolfersdorf et al., 2006). Schlussfolgernd kann von einer Unterdiagnostizierung von Depressionen bei M\u00e4nnern ausgegangen werden. Es stellt sich die Frage inwieweit sich traditionelle Bilder von M\u00e4nnlichkeit auf dieses Ph\u00e4nomen auswirken und eine Ursache darstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die vorliegende Ausarbeitung wird sich im Folgenden auf den derzeitigen Literaturbestand und die Forschung, in Hinblick auf den Zusammenhang von gesellschaftlichen Konzepten von M\u00e4nnlichkeit und einer depressiven Erkrankung bei M\u00e4nnern, beziehen. Die anf\u00e4ngliche Darstellung von traditionellen M\u00e4nnlichkeitsbildern, sowie die darauffolgende Beschreibung einer depressiven Erkrankung anhand des ICD-10 fungiert als Grundlage der Analyse. Der Hauptteil umfasst die Betrachtung eines m\u00e4nnerspezifischen Depressionsverst\u00e4ndnisses mit vier verschiedenen Schwerpunkten. Es werden die grundlegenden Unterschiede zwischen den Geschlechtern in Bezug auf die Pr\u00e4valenz von Depressionen aufgef\u00fchrt. Anschlie\u00dfend werden die Artefakttheorie, sowie der Begriff der Maskierten Depression und die Thematik des Hilfesuchverhaltens als Verst\u00e4ndnis einer m\u00e4nnerspezifischen Depression veranschaulicht. Den Schluss bildet ein Res\u00fcmee.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Literatur, sowie die Forschung, die sich mit der beschriebenen Thematik befasst, geht oftmals von einem bin\u00e4ren System der Geschlechter aus. Zus\u00e4tzlich wird gr\u00f6\u00dftenteils nicht ausreichend konkret zwischen dem biologischen (sex) und dem sozialen (gender) Geschlecht unterschieden. Im Folgenden werde ich demnach ausschlie\u00dflich auf die bin\u00e4ren Konzepte von Frau und Mann eingehen k\u00f6nnen. Da sich die Ausarbeitung insbesondere mit gesellschaftlich vermittleten Geschlechterbildern auseinandersetzt, werde ich mich mit dem Begriff \u201eGeschlecht\u201c auf das soziale Geschlecht beziehen. Ich werde versuchen diesen Begriff zu vermeiden und stattdessen \u201eGender\u201c zu verwenden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2. M\u00e4nnlichkeitskonzepte<\/h2>\n\n\n\n<p>Die folgenden Unterkapitel befassen sich mit grundlegenden traditionellen Bildern von M\u00e4nnlichkeit, sowie der hegemonialen M\u00e4nnlichkeit als konkretes Konzept.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.1. Traditionelle M\u00e4nnlichkeit<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Idee der traditionellen M\u00e4nnlichkeit l\u00e4sst sich mit den Begriffen der Genderrolle und Gendernorm weiter ausf\u00fchren und konkretisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die m\u00e4nnliche Genderrolle beinhaltet Erwartungen an die Rolle als Mann, die im Verlauf des Sozialisationsprozesses von Individuen erlernt und auf diesem Weg von einer Generation in die n\u00e4chste weitergegeben werden (Addis &amp; Mahalik, 2003; Branney &amp; White, 2008). Traditionell m\u00e4nnliche Normen beeinflussen diese idealisierte m\u00e4nnliche Genderrolle, die somit keine angeborene Eigenschaft darstellt (Addis &amp; Cohane, 2005; Addis &amp; Mahalik, 2003; Cochran &amp; Rabinowitz, 2003). Die Gendernormen beinhalten soziale Normen, die vorgeben, welche Verhaltensweisen, Eigenschaften, Gedanken und Emotionen bei den bin\u00e4ren Konstrukten von Geschlecht, demnach bei M\u00e4nnern und Frauen erw\u00fcnscht sind und erwartet werden (Syzdek &amp; Addis, 2010). Idealisierte Eigenschaften wie k\u00f6rperliche St\u00e4rke, kompetitives Verhalten in Zusammenhang mit Erfolg, dem Interesse an Macht, emotionaler Gleichmut oder Anti-Feminit\u00e4t z\u00e4hlen zu der m\u00e4nnlichen Gendernorm (Addis &amp; Cohane, 2005; Addis &amp; Mahalik, 2003; Cochran &amp; Rabinowitz, 2003).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.2. Hegemoniale M\u00e4nnlichkeit<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Begriff der hegemonialen M\u00e4nnlichkeit findet sich erstmals in der marxistischen Literatur des italienischen Autors Gramsci wieder (Connell, 1987; Donaldson, 1993). Der Gedanke der hegemonialen M\u00e4nnlichkeit geht davon aus, dass Frauen schw\u00e4cher und vulnerabler als M\u00e4nner sind und ihnen au\u00dferdem k\u00f6rperlich unterlegen sind. Das Bitten um Hilfe hingegen, also auch sich um seine*ihre Gesundheit zu k\u00fcmmern, ist weiblich konnotiert. Es besteht die Annahme, dass M\u00e4nner strukturell leistungsf\u00e4higer sind und auch, dass Gesundheit und Sicherheit keine Rolle f\u00fcr einen Mann spielen sollen, wenn er dem Ideal der hegemonialen M\u00e4nnlichkeit entsprechen will (Courtenay, 2000).<\/p>\n\n\n\n<p>Das Konzept definiert eine Form von M\u00e4nnlichkeit und vermittelt ein dominierendes Bild, das als w\u00fcnschenswert und erstrebenswert gilt (Connell, 1987; Connell &amp; Messerschmidt, 2005; Donaldson, 1993; Schigl, 2018). Es fungiert als handlungsleitender Grundeinstellung, an der M\u00e4nner sowohl sich selbst als auch andere M\u00e4nner messen (M\u00f6ller-Leimk\u00fchler, 2010). Es wird von der Existenz einer Vielzahl unterschiedlicher M\u00e4nnlichkeit innerhalb einer bestimmten Kultur ausgegangen. Die hegemoniale M\u00e4nnlichkeit stellt allerdings das vorherrschende Modell der M\u00e4nnlichkeit, als Ausdruck von Macht, Prestige und \u00dcberlegenheit dar, dem andere Formen untergeordnet werden (Connell, 1987; Connell &amp; Messerschmidt, 2005). Ausschlie\u00dflich f\u00fcr eine Minderheit von M\u00e4nnern ist dieses Idealbild realisierbar (M\u00f6ller-Leimk\u00fchler, 2010). Die Aufrechterhaltung der hegemonialen M\u00e4nnlichkeit wird mit der Interaktion zwischen M\u00e4nnern sichergestellt. Die M\u00e4nnlichkeit eines Mannes wird von anderen M\u00e4nnern best\u00e4tigt (Schigl, 2018). M\u00e4nner, die dem Bild der hegemonialen M\u00e4nnlichkeit nicht entsprechen laufen also Gefahr, von anderen Personen einer der \u201euntergeordneten\u201c Form von M\u00e4nnlichkeit zugeordnet zu werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3. Depressionen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Diagnosekriterien einer Depression sind im ICD-10 unter dem \u00dcberbegriff der depressiven Episode festgehalten. Es werden eine gedr\u00fcckte Stimmung und ein vermindertes Antriebs- und Aktivit\u00e4tsverhalten beschrieben. Es k\u00f6nnen Schlafst\u00f6rungen, eine Verminderung des Appetits und der Konzentration, sowie ausgepr\u00e4gte M\u00fcdigkeit, auch nach nur kleinen Anstrengungen, auftreten. Zus\u00e4tzlich sind Depressionen durch ein geringes Selbstvertrauen und Selbstwertgef\u00fchl gekennzeichnet, das mit einem Gef\u00fchl der Wertlosigkeit einhergeht. Anhand der Anzahl und Schwere der Symptome findet eine Zuordnung zu einer leichten, mittelgradigen oder schweren depressiven Episode statt (ICD-code, o.J.).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">4. M\u00e4nnerspezifische Depression<\/h2>\n\n\n\n<p>Die aufgef\u00fchrten Unterkapitel stellen Argumentationspunkte in Bezug auf ein m\u00e4nnerspezifisches Depressionsverst\u00e4ndnisses dar und f\u00fchren die Hintergr\u00fcnde f\u00fcr eine Unterdiagnostizierung von Depressionen bei M\u00e4nnern auf. Grundlage ist der aktuelle Literatur- und Forschungsstand.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4.1. Datenlage zu den Unterschieden zwischen M\u00e4nnern und Frauen<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Anzahl der depressiv diagnostizierten M\u00e4nner und die Zahl der m\u00e4nnlichen Suizidopfer weist in der Literatur eine Inkongruenz auf. Es wird davon ausgegangen, dass mehr M\u00e4nner an Depressionen leiden, als die klinische Pr\u00e4valenzrate vorhersagt. Begr\u00fcndet wird dies an der Feststellung, dass Frauen h\u00e4ufiger mit Depressionen diagnostiziert werden, M\u00e4nner allerdings in der Relation viermal h\u00e4ufiger Suizid begehen (Addis &amp; Cohane, 2005; Cochran &amp; Rabinowitz, 2003; Fields &amp; Cochran, 2011). Das Robert Koch Institut stellte in einer Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGD1) aus den Jahren 2008 bis 2012 eine 12-Monats-Pr\u00e4valenz von 8,1% diagnostizierter Depressionen bei Frauen und 3,8% bei M\u00e4nnern fest (M\u00fcters et al., 2013). Bei Frauen werden demnach mehr als doppelt so h\u00e4ufig Depressionen diagnostiziert als bei M\u00e4nnern. Bei depressiven Frauen bewegen sich die Themen besonders in ihrem engeren Verpflichtungsfeld der Familie, Partnerschaft und Kinder, w\u00e4hrend bei m\u00e4nnlicher Depression der Themenschwerpunkt vermehrt, egozentrisch, auf der eigenen Person liegt (Wolfersdorf et al., 2006). Depressive Frauen geben in einer Selbstbeurteilung au\u00dferdem signifikant h\u00f6here Werte in Bezug auf eine Selbstbeschreibung von Angst und \u00c4rger-\u00c4u\u00dferungen an. Au\u00dferdem berichten Frauen konstant von mehr Symptomatik hinsichtlich der Beschwerdeliste. Im Freiburger Erregbarkeitsinventar und im STAIG-Angstfragebogen erreichen M\u00e4nner signifikant h\u00f6herer Werte in dem Item der Erregbarkeit versus Hemmung (Wolfersdorf et al., 2006).<\/p>\n\n\n\n<p>In Kulturen, in denen Alkoholkonsum und Suizid gesellschaftlich tabuisiert werden, wie beispielsweise in der J\u00fcdisch-Orthodoxen Gemeinde unterscheidet sich die Depressionsrate und -symptomatik zwischen Frauen und M\u00e4nnern nicht. Dieses Ph\u00e4nomen l\u00e4sst sich auch in der Kultur der Amish People beobachten, in der die Geschlechterrollennormen streng egalit\u00e4r sind (M\u00f6ller-Leimk\u00fchler, 2008).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4.2. Artefakttheorie<\/h3>\n\n\n\n<p>Eine Studie von Mahalik und Cournoyer (2000) untersuchte den Einfluss von M\u00e4nnlichkeitsvorstellungen auf M\u00e4nner mit Depressionen. Es wurde ein Vergleich der Testergebnisse der Gender Role Conflict Scale von depressiven und nicht depressiven M\u00e4nnern durchgef\u00fchrt. Es stellte sich heraus, dass M\u00e4nner, die depressiv erkrankt waren, bei 17 Items, die sich auf Genderbilder bezogen, h\u00f6here Werte erzielten als M\u00e4nner, die nicht depressiv waren. Die Autoren formulierten daraufhin die Annahme, dass M\u00e4nner, die an \u00dcberzeugungen der m\u00e4nnlichen Genderrolle festhalten, eher von Depressionen betroffen sind als M\u00e4nner, die diese \u00dcberzeugungen nicht vertreten. Diese \u00dcberzeugung wird \u201egenderspezifische kognitive Verzerrung\u201c genannt (Mahalik &amp; Cournoyer, 2000). Folgernd kann von der Theorie ausgegangen werden, dass M\u00e4nnlichkeitsnormen die Entwicklung psychopathologischer Probleme beg\u00fcnstigen (Syzdek &amp; Addis, 2010). Die sogenannte Artefakttheorie f\u00fchrt den Unterschied zwischen den Geschlechtern in der Pr\u00e4valenz von Depressionen auf \u201ek\u00fcnstliche\u201c Faktoren zur\u00fcck. Es wird davon ausgegangen, dass Genderbilder, die \u00fcber den Sozialisationsprozess vermittelt werden, sich auf die Wahrnehmung und \u00c4u\u00dferung der Symptome bei M\u00e4nnern und Frauen auswirken. Es stellt sich die Frage, inwiefern sich Depressionen mit einer anderen Symptomatik bei Frauen und M\u00e4nnern \u00e4u\u00dfern. Anhand einer Studie lie\u00df sich zeigen, dass Symptommuster wie Irritabilit\u00e4t, antisoziales Verhalten und Aggressivit\u00e4t bei M\u00e4nnern h\u00e4ufiger ein Hinweis f\u00fcr eine depressive Erkrankung waren. Bei Frauen handelte es sich dagegen oftmals um eine grundlegende Unruhe, Klagsamkeit, als auch um eine depressive Verstimmung (M\u00fcters et al., 2013). M\u00e4nner berichten au\u00dferdem h\u00e4ufiger von atypischen Symptomen als Frauen, die sich nicht den regul\u00e4ren diagnostischen Kriterien einer Depression im ICD-10 zuordnen lassen. Es handelt sich beispielsweise um Alkoholabh\u00e4ngigkeit, feindselige Verstimmungen, Verlangsamung in Bewegung und Sprache, sowie einem Mangel an Gesten (Branney &amp; White, 2008). Die verwendeten Skalen zur Erfassung von Depressionen weisen eine frauenspezifischere Auslegung auf, was zu einer systematischen Unterdiagnostizierung und Untersch\u00e4tzung von Depressionen bei M\u00e4nnern f\u00fchren kann (M\u00fcters et al., 2013). Demnach l\u00e4sst sich ein Gender Bias in der Depressionsdiagnostik festhalten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">4.2.1. \u201eMale Depression\u201c<\/h4>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend eines Suizidpr\u00e4ventionsprogramms auf der schwedischen Insel Gotland wurde das Konzept der \u201emale depression\u201c, mithilfe von psychologischen Autopsien an durch Suizid verstorbenen Menschen und weiteren klinischen Erfahrungen, entwickelt. Nach Weiterbildungen in Bezug auf die Depressionsdiagnostik und -behandlung stellte sich heraus, dass sich die Suizidrate der Frauen auf der Insel um etwa 90% verringerte, w\u00e4hrend die der M\u00e4nner allerdings unver\u00e4ndert blieb. Bei den Autopsien der m\u00e4nnlichen Suizidopfer zeigte sich, dass diese oftmals sowohl depressiv, als auch teilweise alkoholabh\u00e4ngig waren. Den \u00c4rzt*innen war diese Tatsache, im Gegensatz zu der \u00f6rtlichen Polizei und Ordnungsbeh\u00f6rden, h\u00e4ufig nicht bekannt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Ber\u00fccksichtigung der h\u00e4ufig zus\u00e4tzlich auftretenden Symptome bei M\u00e4nnern wie Aggressivit\u00e4t, Irritabilit\u00e4t, antisoziales Verhalten, \u00c4rgerattacken oder Risiko- und Suchtverhalten w\u00e4hrend der Therapie, konnte die Suizidrate der M\u00e4nner reduziert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Erkenntnisse f\u00fchrten zu der Entwicklung der \u201eGotland Scale for Male Depression\u201c, die als Screening-Instrument explizit nach m\u00e4nnlichen Symptomen fragt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Konzept der \u201emale depression\u201c geht zusammenfassend davon aus, dass die zuvor aufgef\u00fchrten Symptome, die eigentlichen depressiven Symptome bei M\u00e4nnern maskieren. Diese geschlechtertypische, allerdings depressionsuntypische Symptomatik, ist in den \u00fcblichen Depressionsinventaren nicht enthalten. Dies hat eine Unterdiagnostizierung von M\u00e4nnern mit Depressionen zur Folge und f\u00fchrt zu eventuellen Fehldiagnosen (M\u00f6ller-Leimk\u00fchler, 2007).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">&nbsp;4.3. Maskierte Depression<\/h2>\n\n\n\n<p>In der Literatur l\u00e4sst sich oftmals ein Zusammenhang zwischen der Forschung zu M\u00e4nnlichkeit und Depressionen und dem Begriff der \u201eAlexithymie\u201c finden. Dieser beinhaltet u.a. den Verlust der F\u00e4higkeit Gef\u00fchle zu erkennen, zu benennen und zu kommunizieren (Carpenter &amp; Addis, 2000). Zur\u00fcckhaltung in der Emotionalit\u00e4t wird typischerweise der traditionellen m\u00e4nnlichen Norm zugeordnet und somit h\u00e4ufig mit M\u00e4nnern und M\u00e4nnlichkeit in Verbindung gebracht. Wird an diesen Mustern festgehalten, kann nicht ad\u00e4quat auf eine depressive Erkrankung reagiert werden. Gef\u00fchle von Trauer, die mit einer depressiven Erkrankung verbunden werden, gelten als unerw\u00fcnscht und unm\u00e4nnlich (Cochran &amp; Rabinowitz, 2000). Ein Erreichen der m\u00e4nnlichen Idealnorm scheint ausschlie\u00dflich auf Kosten von weiblich definierten Emotionen und Eigenschaften, wie Angst, Schw\u00e4che, Traurigkeit, Unsicherheit und Hilflosigkeit m\u00f6glich (M\u00f6ller-Leimk\u00fchler, 2010). Es findet eine Externalisierung der einhergehenden Probleme statt. Aufgrund der verdeckten und externalisierten Symptome, die oftmals nicht mit einer Depression in Verbindung gebracht werden, zeigt sich eine depressive Erkrankung bei diesen M\u00e4nnern nicht direkt (Cochran und Rabinowitz, 2000; Addis, 2008). Cochran und Rabinowitz (2000) beschreiben dieses Ph\u00e4nomen in ihrem Buch \u201eMen and Depression: Clinical and Empirical Perspectives\u201c als \u201emaskierte Depressionen\u201c. Die maskierte Depression schlie\u00dft sowohl physische Krankheiten, Alkohol- und Drogenmissbrauch, sexuelle Dysfunktion, als auch Aspekte wie h\u00e4usliche Gewalt und Selbstsabotage im Beruf oder \u00e4hnlichem als m\u00f6gliche Folgen und Anzeichen ein (Cochran &amp; Rabinowitz, 2000). Rochlen et al. (2010) befragten im Rahmen einer Studie zum Einfluss der m\u00e4nnlichen Genderrolle 45 M\u00e4nner zu ihrer pers\u00f6nlichen Einstellung in Hinblick auf Genderrollen und Depressionserlebnissen. Die Beschreibungen der Probanden deckten sich zu einem Gro\u00dfteil mit dem Begriff der maskierten Depression. Es wird von Erwartungen an die m\u00e4nnliche Rolle berichtet, die sich auf das Erleben der Depression auswirkten. Dazu z\u00e4hlten u.a. Erwartungen, wie nach au\u00dfen hin ein gutes Bild zu vermitteln, keine Schw\u00e4che zu zeigen und Schmerzen zu verbergen. Auch die Erz\u00e4hlungen von Problemverhalten deckten sich mit der Theorie der maskierten Depression (Rochlen et al., 2010). Die Studie berichtete auch, dass einige Teilnehmer Depressionen als Gegenst\u00fcck zum Gl\u00fccklichsein betrachten, welches gelichzeitig selbst als unm\u00e4nnlich aufgefasst wird. Die Schlussfolgerung daraus ist die normative Betrachtung von Depression bei M\u00e4nnern (Rochlen et al., 2010).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">4.4. Hilfesuchverhalten<\/h2>\n\n\n\n<p>Neben einem Gender Bias und dysfunktionales Stressverarbeitungsmustern und Umgangsformen l\u00e4sst sich zus\u00e4tzlich ein mangelndes Hilfesuchverhalten als Grund der Unterdiagnostizierung von Depressionen bei M\u00e4nnern festhalten. Der gemeinsame Nenner dieser drei Faktoren stellt das Konstrukt der traditionellen Maskulinit\u00e4t dar, das eine Depression normativ ausschlie\u00dft und deren Maskierung durch externalisierendes Verhalten f\u00f6rdert (M\u00f6ller-Leimk\u00fchler, 2008). Traditionelle M\u00e4nnlichkeitsideale implizieren das Abhalten einer Hilfesuche (Addis &amp; Mahalik, 2003; Epstein et al., 2010; Good et al., 1989). Good et al. (1989) fanden in einer Studie mit 401 m\u00e4nnlichen Studenten heraus, dass bei M\u00e4nnern, die an traditionellen m\u00e4nnlichen Genderrollen festhalten, das Hilfesuchverhalten geringer ausf\u00e4llt als bei M\u00e4nnern mit einer weniger traditionellen Auspr\u00e4gungen. Es zeigte sich, dass M\u00e4nner, die eine negative Einstellung zu offener Emotionalit\u00e4t aufwiesen, weniger geneigt waren, sich psychologische Hilfe zu suchen (Good et al. 1989). Eine weitere Studie von Vogel et al. (2011) fand heraus, dass sich Selbststigmatisierung als ein entscheidender Pr\u00e4diktor f\u00fcr ein Hilfesuchverhalten erwies. Zusammenfassend kann festgehalten, dass normative Geschlechterrollenerwartungen, die zu einer Nichtwahrnehmung und Verleugnung von Symptomen anleiten, Barrieren f\u00fcr eine Hilfesuche darstellen (Wolfersdorf et al., 2006). Zus\u00e4tzlich werden psychische oder emotionale Probleme selten von M\u00e4nnern w\u00e4hrend eines Besuchs eines*r \u00c4rzt*in angesprochen. Vielmehr wird von k\u00f6rperlichen Beschwerden berichtet. Dahinter verbirgt sich ein Vermeidungsverhalten, das die m\u00e4nnliche Identit\u00e4t wahren soll (M\u00f6ller-Leimk\u00fchler, 2008). Ein Therapieprozess kann nicht stattfinden, wenn sich ein depressiv erkrankter Mann keine Hilfe sucht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">5. Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p>Schlussendlich l\u00e4sst sich festhalten, dass die Unterdiagnostizierung von Depressionen im Vergleich zu der hohen Suizidrate bei M\u00e4nnern eine Problematik darstellt. Dieses Paradoxon l\u00e4sst sich auf den Hintergrund von gesellschaftlich vermittelten traditionellen Gendernormen, wie der hegemonialen M\u00e4nnlichkeit, zur\u00fcckf\u00fchren. Stereotypische Genderbilder, die w\u00e4hrend eines Sozialisationsprozesses internalisiert werden, k\u00f6nnen eine maskierte Depression bei M\u00e4nnern hervorbringen. Hegemoniale Gedanken, wie beispielsweise \u201eM\u00e4nner sind nicht vulnerabel\u201c werden verinnerlicht und mit Scham verbunden. Symptome, wie ein verringertes Selbstwertgef\u00fchl, werden daraufhin von externalisierten Symptomen \u00fcberdeckt. Diese zeigen sich beispielsweise in einer Alkoholsucht, was wiederrum eine Fehldiagnose zur Folge haben kann. Eine mangelndes Hilfesuchverhalten, das von Genderbildern unterst\u00fctzt wird, f\u00fchrt zus\u00e4tzlich zu einer Unterdiagnostizierung von Depressionen bei M\u00e4nnern. Auch der Gender Bias in der Diagnostik l\u00e4sst sich als eine Ursache f\u00fcr die Unterschiede in der Pr\u00e4valenz von Depressionen zwischen den bin\u00e4ren Gendersystemen verordnen. Beurteilungsskalen und Diagnosekriterien weisen insbesondere in Hinblick auf traditionelle Genderrollen einen frauenspezifischen Schwerpunkt in der Symptomatik auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte abschlie\u00dfend die Kritik auff\u00fchren, dass Probanden der wenigen Studien oftmals wei\u00dfe, heteronormative, cis-m\u00e4nnliche Universit\u00e4tsstudenten aus den USA waren. Die Studien sind demnach nicht repr\u00e4sentativ f\u00fcr M\u00e4nner anderer Ethnien oder anderer sexueller Orientierung. Auch der sozio\u00f6konomische Hintergrund wurde h\u00e4ufig nicht miteinbezogen. Verallgemeinernd ist zu verzeichnen, dass noch nicht ausreichend wissenschaftliche Evidenz f\u00fcr das Konzept von m\u00e4nnlichen Depressionen, sowie Studien zur Thematik von geschlechterspezifischer Wirksamkeit von Antidepressiva oder psychotherapeutischen Verfahren bestehen. Zuk\u00fcnftig werden weitere Untersuchungen, die Studien, wie die auf der Insel Gotland weiter untermauern und st\u00e4rken, von gro\u00dfer Bedeutung sein, um die Unterschiede in der Pr\u00e4valenz von Depressionen zu reduzieren und Betroffenen umfangreicher behandeln zu k\u00f6nnen. Es ist von gro\u00dfer Wichtigkeit, ein Bewusstsein und eine Sensibilit\u00e4t f\u00fcr die L\u00fccke in der Forschung, als auch im zwischenmenschlichen Umgang, zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">6. Literaturverzeichnis<\/h2>\n\n\n\n<p>Addis, M. e. (2008). Gender and Depression in Men. <em>Clinical Psychology: Science and Practice, 15<\/em>, 153-168. doi:10.1111\/j.1468-2850.2008.00125.x <\/p>\n\n\n\n<p>Addis, M. E., &amp; Cohane, G. H. (2005). Social Scientific Paradigms of Masculinity and Their Implications for Research and Practice in Men\u2019s Mental Health. <em>Journal of Clinical Psychology, 61<\/em>(6), 633-647. doi:10.1002\/jclp.20099 <\/p>\n\n\n\n<p>Addis, M. E., &amp; Mahalik, J. R. (2003). Men, Masculinity, and the Contexts of Help Seeking. <em>American Psychologist, 58<\/em>(1), 5-14.<\/p>\n\n\n\n<p>Branney, P., &amp; White, A. (2008). Big boys don\u2019t cry: depression and men. <em>Advances in Psychiatric Treatment, 14<\/em>(4). doi:10.1192\/apt.bp.106.003467 <\/p>\n\n\n\n<p>Carpenter, K. M., &amp; Addis, M. E. (2000). Alexithymia, Gender, and Responses to Depressive Symptoms. <em>Sex Roles, 43<\/em>(9\/10), 629-644. doi:10.1023\/A:1007100523844 <\/p>\n\n\n\n<p>Cochran, S. V., &amp; Rabinowitz, F. E. (2000). <em>Men and Depression: Clinical and Empirical Perspectives<\/em>). doi:10.1016\/B978-0-12-177540-7.X5000-0 <\/p>\n\n\n\n<p>Cochran, S. V., &amp; Rabinowitz, F. E. (2003). Gender-Sensitive Recommendations for Assessment and Treatment of Depression in Men. <em>Professional Psychology: Research and Practice, 34<\/em>(2), 132-140. doi:10.1037\/0735-7028.34.2.132 <\/p>\n\n\n\n<p>Connell, R. W. (1987). <em>Gender and Power: Society, the Person and Sexual Politics<\/em>. Cambridge, UK: Polity Press.<\/p>\n\n\n\n<p>Connell, R. W., &amp; Messerschmidt, J. W. (2005). Hegemonic Masculinity: Rethinking the Concept. <em>Gender &amp; Society, 19<\/em>(6), 829-859. doi:10.1177\/0891243205278639  <\/p>\n\n\n\n<p>Courtenay, W. H. (2000). Constructions of masculinity and their influence on men&#8217;s well- being: a theory of gender and health. <em>Social Science &amp; Medicine, 50<\/em>(10), 1385-1401. doi:10.1016\/S0277-9536(99)00390-1 <\/p>\n\n\n\n<p>Donaldson, M. (1993). What Is Hegemonic Masculinity? <em>Theory and Society, 22<\/em>(5), 643-657. doi:10.1007\/BF00993540 <\/p>\n\n\n\n<p>Epstein, R. M., Duberstein, P. R., Feldman, M. D., Rochlen, A. B., Bell, R. A., Kravitz, R. L., . . . Paterniti, D. A. (2010). \u201cI Didn\u2019t Know What Was Wrong:\u201d How People With Undiagnosed Depression Recognize, Name and Explain Their Distress. <em>Journal of General Internal Medicine, 25<\/em>(9), 954-961. doi:10.1007\/s11606-010-1367-0 <\/p>\n\n\n\n<p>Fields, A. J., &amp; Cochran, S. V. (2011). Men and Depression: Current Perspectives for Health Care Professionals. <em>American Journal of Lifestyle Medicine, 5<\/em>(1), 92-100. doi:10.1177\/1559827610378347 <\/p>\n\n\n\n<p>ICD-code. (o.J.). <em>Depressive Episode. <\/em><a href=\"https:\/\/www.icd-code.de\/icd\/code\/F32.-.html\">https:\/\/www.icd-code.de\/icd\/code\/F32.-.html<\/a> (zuletzt abgerufen am 12.08.2023)<\/p>\n\n\n\n<p>Good, G. E., Dell, D. M., &amp; Mintz, L. B. (1989). Male Role and Gender Role Conflict: Relations to Help Seeking in Men. <em>Journal of Counseling Psychology, 36<\/em>(3), 295-300. doi:10.1037\/0022-0167.36.3.295 <\/p>\n\n\n\n<p>Mahalik, J. R., &amp; Cournoyer, R. J. (2000). Identifying Gender Role Conflict Messages That Distinguish Mildly Depressed From Nondepressed Men. <em>Psychology of Men &amp; Masculinity, 1<\/em>(2). doi:10.I037\/\/1524-9220.1.2.I09.<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00f6ller-Leimk\u00fchler, A. M. (2007). \u201eMale depression\u201c in einer Bev\u00f6lkerungsstichprobe junger M\u00e4nner. <em>Der Nervenarzt, <\/em>78, 641-650. doi:10.1007\/s00115-006-2173-0  <\/p>\n\n\n\n<p>M\u00f6ller-Leimk\u00fchler, A. M. (2008) Depression \u2013 \u00fcberdiagnostiziert bei Frauen, unterdiagnostiziert bei M\u00e4nnern?. <em>Der Gyn\u00e4kologe, <\/em>41, 381-388. doi:10.1007\/s00129-008-2161-5 <\/p>\n\n\n\n<p>M\u00f6ller-Leimk\u00fchler, A. M. (2010). Depression bei M\u00e4nnern: Eine Einf\u00fchrung. <em>Journal f\u00fcr Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie, <\/em>11(3), 11-20. <a href=\"https:\/\/www.kup.at\/kup\/pdf\/9154.pdf\">https:\/\/www.kup.at\/kup\/pdf\/9154.pdf<\/a> (zuletzt abgerufen am 14.08.2023)<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00fcters, S., Hoebel, J. &amp; Lange, C. (2013). Diagnose Depression: Unterschiede bei Frauen und M\u00e4nnern. GBE kompakt, 4(2), 1-10. <a href=\"https:\/\/edoc.rki.de\/bitstream\/handle\/176904\/3112\/2.pdf?sequence=1&amp;isAllowed=y\">https:\/\/edoc.rki.de\/bitstream\/handle\/176904\/3112\/2.pdf?sequence=1&amp;isAllowed=y<\/a> (zuletzt abgerufen am 15.08.2023)<\/p>\n\n\n\n<p>Rochlen, A. B., Paterniti, D. A., Epstein, R. M., Duberstein, P., Willeford, L., &amp; Kravitz, R. L. (2010). Barriers in Diagnosing and Treating Men With Depression: A Focus Group Report. <em>American Journal of Men\u2019s Health, 4<\/em>(2), 167-175. doi:10.1177\/1557988309335823 <\/p>\n\n\n\n<p>Schigl, B. (2018). <em>Psychotherapie und Gender. Konzepte. Forschung. Praxis. Welche Rolle spielt die Geschlechtszugeh\u00f6rigkeit im therapeutischen Prozess? <\/em>In H. G. Petzold, U. A. Lammel, K. A. Leitner, &amp; S. Petitjean (Hrsg. der Reihe), Integrative Modelle in Psychotherapie, Supervision und Beratung. doi:10.1007\/978-3-658-20471-6  <\/p>\n\n\n\n<p>Syzdek, M. R., &amp; Addis, M. E. (2010). Adherence to Masculine Norms and Attributional Processes Predict Depressive Symptoms in Recently Unemployed Men. <em>Cognitive Therapy and Research, 34<\/em>, 533-543. doi:10.1007\/s10608-009-9290-6  <\/p>\n\n\n\n<p>Vogel, D. L., Heimerdinger-Edwards, S. R., Hammer, J. H., &amp; Hubbard, A. (2011). \u201cBoys Don\u2019t Cry\u201d: Examination of the Links Between Endorsement of Masculine Norms, Self-Stigma, and Help-Seeking Attitudes for Men From Diverse Backgrounds. <em>Journal of Counseling Psychology, 58<\/em>(3), 368\u2013382. doi:10.1037\/a0023688 <\/p>\n\n\n\n<p>Wolfersdorf, M., Schulte-Wefers, H., Straub, R. &amp; Klotz, T. (2006). M\u00e4nner-Depression: Ein vernachl\u00e4ssigtes Thema \u2013 ein therapeutisches Problem. <em>Blickpunkt der Mann, <\/em>4(2), 6-9. <a href=\"https:\/\/www.kup.at\/kup\/pdf\/5784.pdf\">https:\/\/www.kup.at\/kup\/pdf\/5784.pdf<\/a> (zuletzt abgerufen am 16.08.2023)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>Quelle: in: Nele Lorenz, <em>Inwiefern haben gesellschaftliche Konzepte von M\u00e4nnlichkeit einen Einfluss auf die Diagnostik von Depressionen bei M\u00e4nnern?<\/em>, in: Blog ABV Gender- und Diversitykompetenz FU Berlin, 22.09.2023, <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=395\">https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=395<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-admin\/edit.php?post_type=post\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nele Lorenz (SoSe 2023) 1. Einleitung Das Erkranken an einer Depression stellt in der heutigen Gesellschaft ein zunehmendes Risiko dar. Insbesondere Frauen scheinen vermehrt betroffen. Sie erkranken h\u00e4ufiger an Depressionen und weisen ausgepr\u00e4gtere depressive Symptome auf. Werden allerdings die geschlechterspezifischen Suizidraten miteinander verglichen, kann ein Paradoxon festgestellt werden. 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