{"id":399,"date":"2023-09-22T14:24:44","date_gmt":"2023-09-22T12:24:44","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=399"},"modified":"2023-12-05T12:03:20","modified_gmt":"2023-12-05T11:03:20","slug":"geschlechtergerechte-gesundheitsversorgung-herausforderungen-und-defizite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2023\/09\/22\/geschlechtergerechte-gesundheitsversorgung-herausforderungen-und-defizite\/","title":{"rendered":"Geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung: Herausforderungen und Defizite"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Atanasova Polina (S0Se 2023)<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Einleitung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die Gesundheitsversorgung ist ein grundlegendes Menschenrecht, das jedem Individuum unabh\u00e4ngig von Geschlecht, Alter oder Herkunft gleicherma\u00dfen zug\u00e4nglich sein sollte. Dennoch offenbart die Realit\u00e4t, dass die geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung mit einer Vielzahl von Herausforderungen und Defiziten konfrontiert ist. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>Historisch gesehen hat die Medizin den m\u00e4nnlichen K\u00f6rper als universelles menschliches Modell verwendet.<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Dabei wurden anatomische Abbildungen, Symptom-Beschreibungen, diagnostische Verfahren und Therapien ohne Ber\u00fccksichtigung anderer Geschlechter entwickelt. Dies f\u00fchrte zu einer unangemessenen medizinischen Versorgung f\u00fcr Frauen*<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[2]<\/a> und Minderheitsgruppen<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[3]<\/a>, die h\u00e4ufig vernachl\u00e4ssigt oder stigmatisiert wurden. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>Obwohl es Fortschritte bei der Verbesserung der Gesundheitsversorgung und der Reduzierung der Stigmatisierung gibt, sind Frauen* und LGBTQ*-Personen nach wie vor einem besonderen Ma\u00df an Unsichtbarkeit, Diskriminierung und Ungerechtigkeit ausgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die vorliegende Arbeit hat das Ziel, die Herausforderungen im Gesundheitswesen zu schildern, denen Frauen* und LGBTQ*-Personen gegen\u00fcberstehen. Dabei liegt der Fokus auf den verschiedenen Faktoren und Erfahrungen von Frauen* und LSBTQ*-Menschen in Deutschland im Zusammenhang mit ihrer sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>1. Die medizinische Pathologisierung von Frauen*<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Traditionelle Annahmen \u00fcber M\u00e4nnlichkeit und Weiblichkeit haben im gesellschaftlichen Bewusstsein gewisse Asymmetrien in den Vorstellungen \u00fcber beide Geschlechter gefestigt. Diese Geschlechterasymmetrien \u00e4u\u00dfern sich haupts\u00e4chlich in stereotypen Geschlechterbildern, die sowohl negative Vorstellungen \u00fcber das andere Geschlecht als auch positive Selbstbilder auf der Grundlage bestimmter Merkmale einschlie\u00dfen k\u00f6nnen. Solche stereotypen Vorstellungen \u00fcber das Verhalten beider Geschlechter sind das Ergebnis historisch gewachsener sozialer Rollenverteilungen.<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Historisch betrachtet wurde der m\u00e4nnliche K\u00f6rper als Norm angesehen, w\u00e4hrend der weibliche K\u00f6rper als abweichend und pathologisch erkl\u00e4rt wurde.<a href=\"#_ftn5\" id=\"_ftnref5\">[5]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>Wie von Karin Nolte betont wird, bleibt diese Wahrnehmung auch in der Gegenwart hartn\u00e4ckig bestehen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eBis heute pr\u00e4gen Geschlechterkonzeptionen der Medizin des 19. Jahrhunderts Wahrnehmungen von Weiblichkeit und Krankheit in unserer Gesellschaft, die nach wie vor auf der Vorstellung einer dichotomen Geschlechterordnung basieren.\u201c<\/p><cite><a id=\"_ftnref6\" href=\"#_ftn6\">[6]<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Pathologisierung von Frauen* in der Medizin hatte verschiedene Konsequenzen: Fehl- oder \u00dcberversorgung im Bereich der Medikalisierung durch Psychopharmaka; Vernachl\u00e4ssigung spezifischer Gesundheitsbed\u00fcrfnisse; Stigmatisierung, sowie Unterrepr\u00e4sentation von Frauen* in klinischen Studien.<a id=\"_ftnref7\" href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> In der Tat, obwohl geschlechtsspezifische Unterschiede in Symptomatik und Krankheitsverlauf nachgewiesen sind, werden klinische Studien h\u00e4ufig nur an m\u00e4nnlichen* Probanden durchgef\u00fchrt und Diagnosekriterien, Behandlungsm\u00f6glichkeiten sowie Medikamentendosierungen sind haupts\u00e4chlich auf M\u00e4nner* ausgerichtet.<a id=\"_ftnref8\" href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> Weiterhin zeigen internationale Studien<a id=\"_ftnref9\" href=\"#_ftn9\">[9]<\/a>, dass Schmerzen bei Frauen* h\u00e4ufig untersch\u00e4tzt oder nicht ernst genommen werden, insbesondere wenn die Schmerzen nicht mit anderen Symptomen einhergehen.<a id=\"_ftnref10\" href=\"#_ftn10\">[10]<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>Nicht nur in der Forschung, sondern auch in der medizinischen Praxis werden nicht alle K\u00f6rper gleichwertig behandelt. Besonders betroffen von dieser Ungleichbehandlung sind Frauen*, die als nicht wei\u00df gelesen werden: bei ihnen \u00fcberlagern sich sexistische und rassistische Vorurteile, was oft zu einer besonders schlechten medizinischen Versorgung f\u00fchrt.<a id=\"_ftnref11\" href=\"#_ftn11\">[11]<\/a>&nbsp;&nbsp;<br>Weitere Diskriminierungsrisiken aufgrund der sexuellen Identit\u00e4t betreffen vor allem nicht-heterosexuelle und nicht-cisgeschlechtliche Menschen. Dies kann auf mangelnde Sensibilit\u00e4t und Stereotypen seitens medizinischen Personals, Diskriminierung und Stigmatisierung sowie Zugangsbarrieren zu speziellen medizinischen Dienstleistungen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden.<a id=\"_ftnref12\" href=\"#_ftn12\">[12]<\/a><br><br>All diese Aspekte werden genauer erl\u00e4utert, und es wird auf die spezifischen Erfahrungen von Frauen* und LGBTQ*-Menschen in Deutschland eingegangen. Zuvor ist es jedoch wichtig, kurz zu definieren, was unter <em>geschlechtsspezifischer Medizin<\/em> zu verstehen ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>2.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Geschlechtsspezifische Medizin <\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die geschlechtsspezifische Medizin (auch als Gendermedizin bekannt) untersucht die Auswirkungen von biologischen und soziokulturellen Geschlechteraspekten auf Pr\u00e4vention, Entstehung, Diagnose, Therapie und Forschung von Krankheiten. Ihr Hauptziel besteht darin, die Qualit\u00e4t der Gesundheitsversorgung zu optimieren.<a href=\"#_ftn13\" id=\"_ftnref13\">[13]<\/a><br>Dieses Teilgebiet der Humanmedizin entstand in den 1970er Jahren als Reaktion auf die internationale Frauengesundheitsbewegung. Anfangs lag der Schwerpunkt haupts\u00e4chlich auf den Gesundheitsproblemen von Frauen*, doch im Laufe der Zeit hat sich ein ausgewogenes Interesse an der Erforschung anderer Geschlechter etabliert.<a href=\"#_ftn14\" id=\"_ftnref14\">[14]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>Dank der geschlechtsspezifischen Medizin konnte ein stark ausgepr\u00e4gter Geschlechterunterschied bez\u00fcglich des Gesundheitsgeschehens nachgewiesen werden, d. h., in der Morbidit\u00e4t (Krankheitsh\u00e4ufigkeit) und der Mortalit\u00e4t (Sterberate). In den Entstehungsprozessen von Krankheiten sowie den Krankheitsverl\u00e4ufen und im Gesundheitsverhalten scheinen M\u00e4nner* und Frauen* sich signifikant zu unterscheiden.<br>Es muss jedoch beachtet werden, dass die Medizin in ihrer Definition von Gender<a href=\"#_ftn15\" id=\"_ftnref15\">[15]<\/a> immer noch ein dichotomes, normiertes zweigeschlechtliches Verst\u00e4ndnis nutzt: das Forschungsfeld konzentriert sich vorrangig auf die Binarit\u00e4t der Geschlechter Mann* und Frau*. Studien zu trans* und queeren Personen sind in diesem Bereich selten anzutreffen.<a href=\"#_ftn16\" id=\"_ftnref16\">[16]<\/a>&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es l\u00e4sst sich also konstatieren, dass die geschlechtsspezifische Medizin eine bedeutsame und vielversprechende Disziplin darstellt, welche das Potenzial besitzt, die Gesundheitsversorgung erheblich zu optimieren. Indem geschlechtsspezifische Unterschiede in Betracht gezogen werden, k\u00f6nnen genauere Diagnosen und individualisierte Behandlungen erm\u00f6glicht werden, was zu verbesserten Ergebnissen f\u00fcr die Patienten f\u00fchrt. Des Weiteren tr\u00e4gt die geschlechtsspezifische Medizin dazu bei, gezieltere Pr\u00e4ventionsstrategien zu f\u00f6rdern.<br>Dennoch ist es auch unbestreitbar, dass der geschlechtsspezifischen Medizin gewisse Herausforderungen gegen\u00fcberstehen. Eine n\u00e4here Erl\u00e4uterung dieser Herausforderungen folgt im anschlie\u00dfenden Abschnitt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>3. Probleme und Barrieren der gesundheitlichen Versorgung &nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>In unserem allt\u00e4glichen Wissen wird die Zweigeschlechtlichkeit des Menschen sowie die von Geburt an festgelegte Geschlechtszugeh\u00f6rigkeit (und gr\u00f6\u00dftenteils die damit verbundene Heterosexualit\u00e4t) in der Regel als selbstverst\u00e4ndlich und nat\u00fcrlich akzeptiert und praktiziert.<a id=\"_ftnref17\" href=\"#_ftn17\">[17]<\/a> Dennoch handelt es sich bei der Geschlechtskategorie um ein sozial strukturelles und sozial konstruiertes Ph\u00e4nomen, das historisch und gesellschaftlich geformt ist und in sozialen und allt\u00e4glichen Interaktionen sowie Handlungen reproduziert wird. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>Geschlecht klassifiziert Individuen in zwei unterschiedliche Gruppen, basierend sowohl auf biologischen Zuordnungen als auch auf gesellschaftlichen Zuschreibungsprozessen.<br>Demzufolge liegt das Problem dieser Ausrichtung an zweigeschlechtlichen und heterosexuellen Normen in der Gesundheitsversorgung haupts\u00e4chlich darin, dass es spezifische Benachteiligungen aufgrund der geschlechtlichen und sexuellen Identit\u00e4t verursacht.<a id=\"_ftnref18\" href=\"#_ftn18\">[18]<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>Wie bereits zuvor kritisch angemerkt wurde, werden Frauen<sup>*<\/sup> in medizinischen Studien oft nicht angemessen ber\u00fccksichtigt, w\u00e4hrend nicht-bin\u00e4re Personen, die sich au\u00dferhalb des traditionellen Geschlechterspektrums identifizieren, mit unzureichender Anerkennung und Sensibilisierung seitens Gesundheitsdienstleistern konfrontiert sind. Dies f\u00fchrt zu geschlechtsbezogenen Datenl\u00fccken, erschwertem Zugang zu geschlechtsspezifischen Gesundheitsdiensten, Schwierigkeiten bei geschlechtsangleichenden Ma\u00dfnahmen, psychischen Gesundheitsproblemen und sozialer Stigmatisierung. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>Diese Probleme verdeutlichen die Notwendigkeit einer geschlechtsbewussten und LGBTQ* inklusiven Herangehensweise in der Medizin, um eine gerechtere und effektivere Gesundheitsversorgung f\u00fcr Frauen* und LGBTQ*-Menschen sicherzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Folgenden werden wir uns in den kommenden beiden Abschnitten konkret mit Daten und Erfahrungen bez\u00fcglich der Gesundheitsversorgung von Frauen und LGBTQ*-Menschen in Deutschland auseinandersetzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>3.1 Erfahrungen von Frauen*<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Laut des RKI-Berichtes zur <em>gesundheitliche Lage der Frauen in Deutschland<\/em><a id=\"_ftnref19\" href=\"#_ftn19\">[19]<\/a> von 2020 sind Frauen* h\u00e4ufiger von psychischen St\u00f6rungen \u2013 vor allem von Depression, Angstst\u00f6rungen und Essst\u00f6rungen \u2013 betroffen als M\u00e4nner*:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eBei der Entstehung psychischer St\u00f6rungen spielen biologische, psychische und soziale Faktoren eine Rolle und werden als Gr\u00fcnde f\u00fcr bestehende Geschlechterunterschiede diskutiert. Aber es scheint auch Unterschiede in der \u00e4rztlichen Diagnosestellung zu geben: so wird bei gleicher Symptomatik bei Frauen h\u00e4ufiger eine psychische, bei M\u00e4nnern eine k\u00f6rperliche Erkrankung diagnostiziert.\u201c<\/p><cite><a id=\"_ftnref20\" href=\"#_ftn20\">[20]<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Forschungsergebnisse<a href=\"#_ftn21\" id=\"_ftnref21\">[21]<\/a> belegen, dass Frauen* im Vergleich zu M\u00e4nnern* seltener Schmerzmittel verschrieben bekommen, wenn sie unter Schmerzen leiden, und stattdessen h\u00e4ufiger an Psycholog*innen \u00fcberwiesen werden.<a href=\"#_ftn22\" id=\"_ftnref22\">[22]<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>Hier l\u00e4sst sich argumentieren, dass es sich bei den festgestellten gesundheitsspezifischen Unterschieden um naturgegebene Ph\u00e4nomene handelt, f\u00fcr die niemand verantwortlich gemacht werden kann. Dennoch ist es wichtig zu beachten, dass viele der gesundheitlichen Probleme von Frauen* nicht unmittelbar mit ihren spezifischen biologischen Eigenschaften in Verbindung stehen. Vielmehr sind sie das Ergebnis oder die Folge anhaltender Diskriminierung oder Benachteiligung.<a href=\"#_ftn23\" id=\"_ftnref23\">[23]<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>Es kann festgestellt werden, dass die geschlechtsspezifische Medizin in der Realit\u00e4t nicht immer das gew\u00fcnschte Ma\u00df an Inklusivit\u00e4t aufweist. Studien weisen darauf hin, dass \u00e4rztliches Fachpersonal m\u00e4nnliche* Beschwerden ernster nehmen. Dagegen werden bei dem weiblichen Geschlecht anscheinend h\u00e4ufiger psychisch bedingte Leiden vermutet und die Behandlung dementsprechend ausgerichtet.<a href=\"#_ftn24\" id=\"_ftnref24\">[24]<\/a>&nbsp;<br>Deutliche Geschlechterunterschiede zeigen sich auch im Bereich der Gesundheitsversorgung, z.B. bei der Einnahme von Arzneimitteln. Sie betreffen zum einen die Verstoffwechselung und Wirkung von Arzneimitteln, einschlie\u00dflich der Nebenwirkungen. Zum anderen gibt es Unterschiede in der Inanspruchnahme: Frauen* wenden h\u00e4ufiger Arzneimittel an als M\u00e4nner*, sowohl mit \u00e4rztlicher Verordnung als auch in Selbstmedikation.<a href=\"#_ftn25\" id=\"_ftnref25\">[25]<\/a> &nbsp;&nbsp;<br>Besonders ausf\u00fchrlich belegt sind Behandlungsunterschiede nach Geschlecht bei Herzinfarkten. Nach Ber\u00fccksichtigung der vorhandenen Symptome und des kardialen Risikos wurden weibliche Patientinnen, die mit Brustschmerzen die Notaufnahme aufsuchten, im Vergleich zu m\u00e4nnlichen Patienten seltener auf Herzkrankheiten getestet.<a href=\"#_ftn26\" id=\"_ftnref26\">[26]<\/a> &nbsp;&nbsp;<br>Zus\u00e4tzlich erfuhren Frauen* mit Brustschmerzen in der Notaufnahme l\u00e4ngere Wartezeiten im Vergleich zu M\u00e4nnern*. Diese Beobachtung wurde in vier Berliner Krankenh\u00e4usern best\u00e4tigt.<a href=\"#_ftn27\" id=\"_ftnref27\">[27]<\/a> Des Weiteren ergab eine Studie, dass kardiologische Untersuchungen bei Frauen* deutlich h\u00e4ufiger fehlerhaft durchgef\u00fchrt wurden als bei M\u00e4nnern*, insbesondere wenn diese von m\u00e4nnlichen \u00c4rzten vorgenommen wurden.<a href=\"#_ftn28\" id=\"_ftnref28\">[28]<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>Armut und soziale Ungleichheit haben ebenso &nbsp;zentrale Auswirkungen auf die Gesundheit: Immer noch bekommen Frauen* im Durchschnitt 21 % weniger Gehalt als M\u00e4nner*.<br>Diese geschlechtsspezifischen Ungleichheiten haben einen deutlichen Einfluss auf das Gesundheitswesen und stellen Barrieren dar, die zu Unterschieden in den Zugangschancen von M\u00e4nnern* und Frauen* f\u00fchren.<a href=\"#_ftn29\" id=\"_ftnref29\">[29]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>3.2 Erfahrungen von LGBTQ*-Menschen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Eine andere von Diskriminierung im Gesundheitswesen betroffene Gruppe sind LGBTQ*-Menschen. Trotz gesellschaftlicher Fortschritte in Richtung Akzeptanz und Gleichstellung bestehen weiterhin pathologisierende und stigmatisierende Perspektiven auf nicht-heterosexuelle und nicht-cisgeschlechtliche Lebensweisen. LGBTQ*-Menschen sind nach wie vor einem erh\u00f6hten Risiko von Vorurteilen, Stereotypen und ungleicher Behandlung durch medizinisches Fachpersonal ausgesetzt. Diese Problematik wirkt sich nicht nur auf individuelle Gesundheitsergebnisse aus, sondern beeintr\u00e4chtigt auch das Vertrauen und die Bereitschaft der LGBTQ-Gemeinschaft, medizinische Versorgung in Anspruch zu nehmen.<a id=\"_ftnref30\" href=\"#_ftn30\">[30]<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>Insgesamt berichteten acht von zehn Jugendlichen und jungen Erwachsenen (82%), mindestens einmal Diskriminierung aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identit\u00e4t an mindestens einem Ort erlebt zu haben. Bei jungen trans* und gender*diversen Menschen sind es gut neun von zehn (96%).<a id=\"_ftnref31\" href=\"#_ftn31\">[31]<\/a>&nbsp;<br>Die Erkenntnisse der <em>Europ\u00e4ischen Union Agentur f\u00fcr Grundrechte<\/em> zeigen, dass jeder f\u00fcnfte Trans*Mensch im Gesundheitswesen Diskriminierung erf\u00e4hrt. Der Bericht enth\u00fcllt, dass Trans*Menschen oft mit einem Mangel an Fachwissen \u00fcber Transgender-Anliegen seitens der Gesundheitsdienstleister konfrontiert werden, unangemessene Fragen gestellt bekommen, ihr Geschlecht wiederholt fehlerhaft interpretiert wird, sie nicht ernst genommen oder beschimpft werden und ihnen sogar die Behandlung verweigert wird.<a id=\"_ftnref32\" href=\"#_ftn32\">[32]<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>Ein weiteres Beispiel in Hinblick auf die Verweigerung von gleichen Zug\u00e4ngen findet sich im Gesundheitsbereich, da der Zugang zur gesundheitlichen Versorgung f\u00fcr Menschen mit einer HIV-Erkrankung deutlich erschwert ist. Ein konkretes Problem besteht darin, dass HIV-positive Menschen Schwierigkeiten bei der Terminvereinbarung in Arztpraxen haben.<a id=\"_ftnref33\" href=\"#_ftn33\">[33]<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>Zwei Studien<a id=\"_ftnref34\" href=\"#_ftn34\">[34]<\/a> zur Gesundheit von lesbischen Frauen liefern ebenfalls klare Hinweise darauf, dass es im deutschen Gesundheitssystem Barrieren gibt.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>Insgesamt hatten \u00fcber 20% aller Befragten Diskriminierungserfahrungen im Gesundheitssystem aufgrund ihrer lesbischen oder bisexuellen Lebensweise; ebenso viele gaben an, ihre soziosexuelle Identit\u00e4t aus Furcht vor Stigmatisierung und Ausgrenzung im medizinischen Bereich nicht offen gelegt zu haben: \u201eIch habe es nie \u00f6ffentlich gemacht, um nicht schlechter behandelt zu werden.\u201c<a id=\"_ftnref35\" href=\"#_ftn35\">[35]<\/a>&nbsp;&nbsp;<br>Oftmals wurden Frauen* f\u00e4lschlicherweise als heterosexuell gelesen, sogar nachdem sie ihr Coming-out hatten, bis sie aktiv diese Annahme korrigierten. Die betroffenen Frauen* kritisierten die Verwendung nicht-einschlie\u00dfender Fragen, die ein &#8222;Zwang zum Selbst-Outing&#8220; darstellten. Solche Fragen bezogen sich zum Beispiel auf Verh\u00fctung oder den letzten Geschlechtsverkehr, wobei nur heterosexueller Geschlechtsverkehr angenommen wurde.<br>Wenn sich Frauen nicht offenbarten, f\u00fchrte dies vor allem in der gyn\u00e4kologischen Versorgung zu Verwirrung auf Seiten der \u00c4rztInnen und sogar zu fehlerhaften Differentialdiagnosen und Therapieempfehlungen.<a id=\"_ftnref36\" href=\"#_ftn36\">[36]<\/a><br>Aus den Erkenntnissen \u00fcber die gesundheitliche Situation von LGBTQ*-Menschen wird ersichtlich, dass sozialer Ausschluss und Diskriminierung den gleichberechtigten Zugang zur Gesundheitsversorgung behindern. Um das Ziel des universellen Zugangs zu erreichen, ist es unerl\u00e4sslich, angemessene Ressourcen bereitzustellen, um diese Barrieren zu \u00fcberwinden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p>Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Gesundheitsbranche und die Forschungsgemeinschaft weiterhin in die geschlechtsspezifische Medizin investieren und sie als integralen Bestandteil der Gesundheitsversorgung etablieren. Durch eine verst\u00e4rkte Sensibilisierung, Bildung und Zusammenarbeit kann sichergestellt werden, dass geschlechtsspezifische Unterschiede angemessen ber\u00fccksichtigt werden und alle Patienten von den Vorteilen einer personalisierten und geschlechtsgerechten Medizin profitieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Letztendlich bietet die geschlechtsspezifische Medizin eine vielversprechende Perspektive f\u00fcr eine inklusivere, gerechtere und effektivere Gesundheitsversorgung. Es besteht daher ein dringender Bedarf an Ma\u00dfnahmen, um diese Herausforderungen anzugehen und die Versorgung dieser spezifischen Minderheitsgruppen zu verbessern.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vgl. Schiebinger, Londa. 1993. <em>Sch\u00f6ne Geister: Frauen in den Anf\u00e4ngen der modernen Wissenschaft<\/em>. Stuttgart: Klett-Cotta, S. 291; sowie vgl. <a>Oertelt-Prigione, S., Hiltner, S. (2018). <\/a>Medizin: Gendermedizin im Spannungsfeld zwischen Zukunft und Tradition. In: Kortendiek, B., Riegraf, B., Sabisch, K. (eds) Handbuch Interdisziplin\u00e4re Geschlechterforschung. Geschlecht und Gesellschaft, vol 65. Springer VS, Wiesbaden.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a> Durch die Verwendung des Symbols &#8222;*&#8220; wird betont, dass die Kategorie Geschlecht konstruiert ist. Geschlechtsidentit\u00e4t und Geschlechtsausdruck sind keine fest definierten Kategorien. Sie gehen \u00fcber die bin\u00e4ren Bezeichnungen weiblich und m\u00e4nnlich* bzw. Frau* und Mann* hinaus und umfassen eine Vielfalt von Identit\u00e4ten.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a> Mit dem Begriff sind: ethnische Minderheiten, LGBTQ+-Personen und Menschen mit Behinderungen gemeint.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a> Vgl. Khrystenko, O. (2016). Die Manifestierung von Geschlechterstereotypen in Metaphern der deutschen Jugendsprache.&nbsp;<em>Linguistik Online<\/em>,&nbsp;<em>75<\/em>(1). S.84-85.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\" id=\"_ftn5\">[5]<\/a> Vgl. Nolte, K. (2020). \u201eMedizin und Geschlecht&#8220; \u2013 Medizinhistorische Perspektive. Schwerpunkt: Gender &amp; Medizin. In: <em>Dr. med. Mabuse <\/em>247 September\/Oktober 2020, S. 39.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\" id=\"_ftn6\">[6]<\/a> Ebenda, S. 39.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\" id=\"_ftn7\">[7]<\/a> Vgl. Maschewsky-Schneider U. (2002). Gender Mainstreaming im Gesundheitswesen \u2014 die Herausforderung eines Zauberwortes. In: <em>Verhaltenstherapie und Psychosoziale Praxis<\/em> 34(3). S. 493.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\" id=\"_ftn8\">[8]<\/a> Vgl. Bartig et al. (2021): <em>Diskriminierungsrisiken und Diskriminierungsschutz im Gesundheitswesen \u2013 Wissensstand und Forschungsbedarf f\u00fcr die Antidiskriminierungsforschung<\/em>. S. 32.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\" id=\"_ftn9\">[9]<\/a> Verweis auf <em>Chen et al. 2008; Hoffmann und Tarzian 2001; Pierik et al. 2017; Samulowitz et al. 2018<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\" id=\"_ftn10\">[10]<\/a> Vgl. Bartig, et al. (2021), S. 33.<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_ftn11\" href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Vgl. S\u00fcess, M. Medizin: Wer hat Angst vor der gesunden Frau? WOZ Die Wochenzeitung.<a href=\"https:\/\/www.woz.ch\/2236\/medizin\/medizin-wer-hat-angst-vor-der-gesunden-frau\/!GGDTEYEPQ0RZ\"> https:\/\/www.woz.ch\/2236\/medizin\/medizin-wer-hat-angst-vor-der-gesunden-frau\/!GGDTEYEPQ0RZ<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\" id=\"_ftn12\">[12]<\/a> Vgl. K. Oldemeier, Kerstin: Sexuelle und geschlechtliche Diversit\u00e4t aus salutogenetischer Perspektive: Erfahrungen von jungen LSBTQ*-Menschen in Deutschland, In: Diskurs Kindheits- und Jugendforschung, 2-2017, S. 146.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\" id=\"_ftn13\">[13]<\/a> Vgl. Meinert, T. (2023): Geschlechtsspezifische Medizin. In: Deutscher Bundestag Nr. 09\/23, S. 1.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref14\" id=\"_ftn14\">[14]<\/a> Vgl. Oertelt-Prigione, S., Hiltner, S. (2018).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref15\" id=\"_ftn15\">[15]<\/a> Mit dem Begriff <em>Gender<\/em> ist das gesellschaftlich zugewiesene und sozial konstruierte Geschlecht gemeint.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref16\" id=\"_ftn16\">[16]<\/a> Vgl. Keim-Kl\u00e4rner, S. (2019). Soziale Netzwerke und gesundheitliche Ungleichheiten im Kontext verschiedener Ungleichheitsdimensionen. In: <em>Neue Ideen f\u00fcr mehr Gesundheit<\/em>. Georg Thieme Verlag KG. S. 276.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref17\" id=\"_ftn17\">[17]<\/a> Verweis auf die Studie von <em>Wetterer, 2004<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref18\" id=\"_ftn18\">[18]<\/a> Vgl. Bartig, et al. (2021), S. 56.; sowie Verweis auf die Studie von <em>P\u00f6ge et al. 2020<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_ftn19\" href=\"#_ftnref19\">[19]<\/a> Vgl. RKI \u201cGesundheitliche Lage der Frauen in Deutschland | 2020\u201c, aufrufbar unter: <a href=\"https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/Gesundheitsmonitoring\/Gesundheitsberichterstattung\/GBEDownloadsB\/frauenbericht\/11_Zusammenfassung_Fazit.pdf?__blob=publicationFile.\">https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/Gesundheitsmonitoring\/Gesundheitsberichterstattung\/GBEDownloadsB\/frauenbericht\/11_Zusammenfassung_Fazit.pdf?__blob=publicationFile.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref20\" id=\"_ftn20\">[20]<\/a> Ebenda, S. 377.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref21\" id=\"_ftn21\">[21]<\/a> Verweis auf <em>Naamany et al. 2019; Samulowitz et al. 2018<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref22\" id=\"_ftn22\">[22]<\/a> Vgl. Bartig, et al. (2021), S. 33.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref23\" id=\"_ftn23\">[23]<\/a> Vgl. Riggers, M.: Gender Mainstreaming in Niedersachsen. In: <em>Gesundheitswesen. 12. Tagung des Netzwerkes Frauen\/M\u00e4dchen und Gesundheit Niedersachsen am. 7. Dezember 2000 in Hannover<\/em>, SS.4-5.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref24\" id=\"_ftn24\">[24]<\/a> Vgl. A. Kl\u00e4rner et al. (2019), S. 283.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref25\" id=\"_ftn25\">[25]<\/a> Vgl. RKI \u201cGesundheitliche Lage der Frauen in Deutschland | 2020\u201c, S. 378.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref26\" id=\"_ftn26\">[26]<\/a> Vgl. Bartig, et al. (2021), S. 33.; sowie Verweis auf <em>Chang et al. 2007.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref27\" id=\"_ftn27\">[27]<\/a> Verweis auf <em>Jungehulsing et al. 2006<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref28\" id=\"_ftn28\">[28]<\/a> Vgl. Bartig, et al. (2021), S. 33.; sowie Verweis auf <em>Chakkalakal et al. 2013.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref29\" id=\"_ftn29\">[29]<\/a> Vgl. A. Kl\u00e4rner et al. (2019), S. 283.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref30\" id=\"_ftn30\">[30]<\/a> Verweis auf <em>Oldemeier (2017)<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref31\" id=\"_ftn31\">[31]<\/a> Ebenda, S.56.<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_ftn32\" href=\"#_ftnref32\">[32]<\/a> Vgl. Karsay, D. (2017, October 10). Gesundheitliche Diskriminierung von Menschen au\u00dferhalb des bin\u00e4ren Geschlechtersystems | Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung. Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung. <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/2017\/10\/10\/gesundheitliche-diskriminierung-von-menschen-ausserhalb-des-binaeren-geschlechtersystems.\">https:\/\/www.boell.de\/de\/2017\/10\/10\/gesundheitliche-diskriminierung-von-menschen-ausserhalb-des-binaeren-geschlechtersystems.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref33\" id=\"_ftn33\">[33]<\/a> Vgl. Kalkum, Dorina; Otto, Magdalena (2017): <em>Diskriminierungserfahrungen in Deutschland anhand der sexuellen Identit\u00e4t: Ergebnisse einer quantitativen Betroffenenbefragung und qualitativer Interviews<\/em>. Berlin: Antidiskriminierungsstelle des Bundes. S. 88.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref34\" id=\"_ftn34\">[34]<\/a> Verweis auf <em>Dennert 2005; Wolf 2004.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref35\" id=\"_ftn35\">[35]<\/a> Vgl. Dennert, G.; Wolf, G. Gesundheit lesbischer und bisexueller Frauen. Zugangsbarrieren im Versorgungssystem als gesundheitspolitische Herausforderung. In: Femina Politica 1 | 2009, S.50.; Zitate aus dem offenen Frageteil der Fragebogenerhebung. Sie werden hier z.T. gek\u00fcrzt und in neuer Rechtschreibung wiedergegeben; Dennert 2005, 75-82.<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_ftn36\" href=\"#_ftnref36\">[36]<\/a> Ebenda.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>Quelle: Atanasova Polinda,<em> Geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung: Herausforderungen und Defizite<\/em>, in: Blog ABV Gender- und Diversitykompetenz FU Berlin, 22.09.2023,<a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=399\"> https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=399<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Atanasova Polina (S0Se 2023) Einleitung Die Gesundheitsversorgung ist ein grundlegendes Menschenrecht, das jedem Individuum unabh\u00e4ngig von Geschlecht, Alter oder Herkunft gleicherma\u00dfen zug\u00e4nglich sein sollte. Dennoch offenbart die Realit\u00e4t, dass die geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung mit einer Vielzahl von Herausforderungen und Defiziten konfrontiert ist. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Historisch gesehen hat die Medizin den m\u00e4nnlichen K\u00f6rper als universelles menschliches Modell verwendet.[1] Dabei &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2023\/09\/22\/geschlechtergerechte-gesundheitsversorgung-herausforderungen-und-defizite\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eGeschlechtergerechte Gesundheitsversorgung: Herausforderungen und Defizite\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2643,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[327720],"tags":[449602,449603,449588,62750,1072],"class_list":["post-399","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-essay","tag-gendermedizin","tag-geschlechtesgerechte-medizin","tag-geschlechtssensible-medizin","tag-gesundheit","tag-medizin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/399","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2643"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=399"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/399\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":410,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/399\/revisions\/410"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=399"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=399"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=399"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}