{"id":405,"date":"2023-12-05T12:04:29","date_gmt":"2023-12-05T11:04:29","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=405"},"modified":"2023-12-05T12:05:13","modified_gmt":"2023-12-05T11:05:13","slug":"die-kolonialzeit-unabhangigkeitsbewegung-und-die-formung-des-heutigen-pakistans","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2023\/12\/05\/die-kolonialzeit-unabhangigkeitsbewegung-und-die-formung-des-heutigen-pakistans\/","title":{"rendered":"Die Kolonialzeit, Unabh\u00e4ngigkeitsbewegung und die Formung des heutigen Pakistans"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-right\">Abb. 1: Collage zur Kolonialgeschichte von Pakistan<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Munaam Baig (SoSe 2023)<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Einleitung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Ich komme aus Karachi, einer Stadt in Pakistan. In Gespr\u00e4chen f\u00e4llt mir oft auf, dass viele Leute gar nicht wissen, dass Pakistan existiert und noch lange nicht, wo es geographisch liegt. Einige machen die Verbindung, dass es ein Teil von Indien ist oder in der N\u00e4he von Indien liegt. Andere kennen Pakistan nur aus den Nachrichten \u00fcber \u00dcberflutungen, D\u00fcrren und Hunger. Verglichen mit den gro\u00dfartigen Assoziationen von Reichtum und Innovationen mit den westlichen L\u00e4ndern, f\u00e4llt auf, wie negativ die Assoziationen mit Pakistan ausfallen. Ich bin sehr fr\u00fch nach Berlin gezogen, womit ich in Berlin aufgewachsen bin. Meine enge Familie lebt jedoch weiterhin in Pakistan und auch meine Eltern haben mich mit Ihrer Kultur aufgezogen und gepr\u00e4gt. Die st\u00e4ndigen Besuche nach Pakistan haben mir gezeigt, wie einfach Vorurteile geschaffen werden k\u00f6nnen, was durch die westliche Perspektive bewusst oder unbewusst \u00fcbermittelt wird, da selbst ich diesen Vorurteilen geglaubt hatte. Rassistische \u00c4u\u00dferungen werden nicht direkt und \u00f6ffentlich gemacht, jedoch existieren diese Muster weiterhin unbewusst und zeigen sich auf verschiedenste Weisen.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Essay wird versucht herauszufinden, wodurch das heutige Bild Pakistans beeinflusst wurde bzw. wird. Die Kolonialgeschichte, von der fr\u00fchen Pr\u00e4senz europ\u00e4ischer M\u00e4chte bis hin zur Entstehung von einer unabh\u00e4ngigen Nation, wird hierbei unter die Lupe genommen und analysiert. Die daraus folgende Leitfrage lautet: Kolonialismus und Unabh\u00e4ngigkeit: Wie pr\u00e4gt die Vergangenheit Pakistans die heutige globale Stellung?<\/p>\n\n\n\n<p>Um der Beantwortung der Leitfrage n\u00e4her zu kommen, wird die Kolonialgeschichte Pakistans kurz zusammengefasst und wichtige Prozesse genannt, die schlie\u00dflich zur Unabh\u00e4ngigkeit und Teilung des Landes gef\u00fchrt haben. Daraufhin wird auf die sozialen, politischen und kulturellen Aspekte eingegangen, die drastisch durch den kolonialen Einfluss transformiert wurden und bis heute in vielen Dynamiken eine Rolle spielen. Au\u00dferdem wird darauf eingegangen, wie diese Erfahrungen die heutige Perzeption Pakistans geformt haben, wie dies global pr\u00e4sentiert wird und inwiefern die Kolonialvergangenheit f\u00fcr die heutigen Defizite verantwortlich ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kolonialgeschichte Pakistans<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Kolonialgeschichte Pakistans besteht aus mehreren Epochen und startet mit der Kolonisation von Indien. In diesem Essay fokussieren wir uns auf drei Epochen, die besonders wichtig sind, um den sp\u00e4teren Zusammenhang besser verstehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ostindien-Kompanie<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Bevor die britische Kolonialherrschaft begann, gab es drei ausschlaggebende Epochen zuvor.&nbsp; In der fr\u00fche Kolonialherrschaft 16. Jahrhundert bis ca. Mitte des 18. Jahrhunderts gab es in Indien Handelspr\u00e4senz von verschiedenen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern wie Portugal, den Niederlanden und Gro\u00dfbritannien. Zu dieser Zeit etablierte die britischen Ostindien-Kompanie Handelsst\u00fctzpunkte in Indien, wodurch die politische und wirtschaftliche Dominanz der Kolonialm\u00e4chte in einigen Gebieten begann. Die britische Ostindien-Kompanie regierte von 1757-1858. Durch gewaltt\u00e4tige Auseinandersetzungen stieg die Macht der Ostindien-Kompanie. Die britische Kontrolle nahm immer gr\u00f6\u00dfere Teile Indiens ein. Praktiken wie wirtschaftliche Ausbeutung, Landbesteuerung und soziale Ver\u00e4nderungen nahmen zu. Im Jahr 1857 kam es zu einem Aufstand der Einheimischen, dieser wurde jedoch durch die Ostindien-Kompanie niedergeschlagen. Im Jahre 1858 endete die Herrschaft der britischen Ostindien-Kompanie und es kam zu einer direkten \u00dcbernahme durch die britische Krone (WENDE, 2010, S. 112).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Britische Kolonialherrschaft: 1858-1947<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die \u00dcbernahme verlief ohne gro\u00dfe Probleme, da die gr\u00f6\u00dften Teile Indiens schon unter britischer Macht standen. In der Collage (siehe VII) sind oben rechts jeweils indische Bedienstete und Polizisten zu sehen, wie sie f\u00fcr die britischen Familien, die in Indien stationiert waren, arbeiteten. Es waren Jobs wie Bedienstete, Haushaltshilfen, Babysitter, Putzfrauen und Polizisten zum Schutz. Positionen der Befehlshaber wurden ausschlie\u00dflich von wei\u00dfen britischen M\u00e4nnern gef\u00fchrt, um die bestehende Hierarchie in der kolonialen Gesellschaft deutlich zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKolonialismus konnte nur damit legitimiert werden, dass die Unterworfenen als ungebildet und barbarisch in Bezug auf die eigenen Ideale und Werte dargestellt wurden, und sich damit rechtfertigte, sie mittels der Kolonisierung auf diese Ideale und Werte hin umzuerziehen. Der Kolonialismus konnte sich nur w\u00e4hrend dieser \u00bbErziehungszeit\u00ab als notwendig ansehen, wodurch die Kolonialherren m\u00f6glichst lange das Erreichen des \u00bbErziehungsziels\u00ab herausz\u00f6gern mussten, um ihre Legitimationsgrundlage zu erhalten.\u201c (BROECK, 2012, S. 105). Die Kontrolle \u00fcber Indien sorgte f\u00fcr eine tiefgreifende Transformation der politischen Strukturen, der Wirtschaft und der sozialen Normen. Diese \u00c4ra hatte nicht nur Auswirkungen auf Indien als Ganzes, sondern ebnete auch den Weg zur sp\u00e4teren Gr\u00fcndung des unabh\u00e4ngigen Staates Pakistan im Jahr 1947. Die britische Kolonialherrschaft brachte starke wirtschaftliche Ausbeutung mit sich. Die indische Wirtschaft wurde auf die Bed\u00fcrfnisse der Kolonialmacht ausgerichtet und zugeschnitten, was zu einer Deindustrialisierung und einer starken Abh\u00e4ngigkeit von landwirtschaftlichen Produkten f\u00fchrte. Die Einf\u00fchrung der Eisenbahn diente nur britischen Interessen und f\u00fchrte zu einer gewissen Modernisierung, die jedoch auf Kosten der einheimischen Bev\u00f6lkerung ging, da diese nicht beachtet wurden. Diese f\u00fchrte zu mehreren Hungerskatastrophen, die in den Jahren 1876\u20131878 und 1899\u20131900 zahllosen Opfer kosteten. Allein 1877, ein Jahr nachdem K\u00f6nigin Viktoria zur Kaiserin von Indien wurde, starben dort aufgrund der Vernachl\u00e4ssigung der einheimischen Bev\u00f6lkerung f\u00fcnf Millionen Menschen den Hungertod (WENDE, 2010, S. 121).<\/p>\n\n\n\n<p>Neben der direkten Administration von Regionen arbeiteten die Briten mit gro\u00dfen und kleineren indischen F\u00fchrern, die die Briten als eine Oberhoheit ansahen, um in Ihren Gebieten einige Freiheiten zu bekommen. Die britische Kolonialmacht hat daf\u00fcr gesorgt, dass die indischen F\u00fchrer keine Verh\u00e4ltnisse untereinander hatten, um diese besser kontrollieren zu k\u00f6nnen und um eine m\u00f6gliche Kooperation gegen die Kolonialherren auszuschlie\u00dfen (BOSE\/JALAL, 2011, S. 54). Indien war der gro\u00dfe \u00fcberseeische Machtblock, bestehend aus dem Gebiet des direkt verwalteten Britisch-Indien und zahlreichen indischen F\u00fcrstent\u00fcmern, die indirekt durch Gro\u00dfbritannien beherrscht wurden (WENDE, 2010, S. 17). \u201cPower may have been exercised through indirect means, but it was not in any more than a formal sense limited in its potential to stamp out resistance.\u201d (BOSE\/Jalal, 2011, S. 55). Die britische Kolonialmacht hat ihre Macht nicht offen gezeigt, jedoch war die indirekte Methode stark genug, um jede Art von Widerstand zu zerdr\u00fccken. Widerstand wurde mit extremer Brutalit\u00e4t bek\u00e4mpft (SIEBER, 2012, S. 104). Die Kolonialherren hatten nicht nur vor aktivem Widerstand Angst, denn dieser konnte meist als Barbarei brandmarken und mit Milit\u00e4rtechnik niederschlagen. Besonders \u00e4ngstigten sie jedoch die angepassten Kolonisierte: Hybride Subjekte, die immer \u00e4hnlicher wurden, sowohl im Denken als auch im Verhalten, und trotzdem weiterhin Spuren der anderen Herkunft in sich trugen. Dies verwirrte die Kolonialherren, da eine Gleichheit und Differenz Ihnen entgegen stand, \u201cas a subject of a difference that is almost the same, but not quite\u201d \u2013 \u201calmost the same but not white\u201d (BHABHA, 1994, S. 86, 89).<\/p>\n\n\n\n<p>Entgegen der Bem\u00fchungen trug die britische Herrschaft paradoxerweise selbst zur Entwicklung von Nationalismus und Identit\u00e4t bei. Die Erkenntnis der gemeinsamen Unterdr\u00fcckung durch die Kolonialmacht f\u00fchrte zur Bildung eines gemeinsamen indischen Bewusstseins. Gleichzeitig wurde jedoch auch die Idee der gespaltenen Identit\u00e4t gef\u00f6rdert, was sp\u00e4ter zur Teilung des Landes f\u00fchrte (WENDE, 2010, S. 121).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Teilung und Unabh\u00e4ngigkeit: 1947<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Der wachsende Widerstand gegen die britische Vorherrschaft f\u00fchrte zur Entstehung von Organisationen, mit dem Ziel der Unabh\u00e4ngigkeit durch Verhandlungen, die die Interessen der einheimischen Bev\u00f6lkerung repr\u00e4sentierten. Die wichtigste Figur der Unabh\u00e4ngigkeit Pakistans war Muhammad Ali Jinnah, der links oben in der Collage vor der pakistanischen Flagge zu sehen ist (siehe VII). Jinnah wurde am 25. Dezember 1876 in Karachi geboren und studierte Recht in Gro\u00dfbritannien. Er begann seine politische Karriere als Mitglied des Indischen Nationalkongresses, der zu dieser Zeit auf eine gemeinsame Unabh\u00e4ngigkeit von Gro\u00dfbritannien hinarbeitete. &nbsp;Gandhi war ein indischer Anwalt, antikolonialer Nationalist und politischer Ethiker, der gewaltlosen Widerstand einsetzte, um die erfolgreiche Kampagne f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit Indiens von der britischen Herrschaft anzuf\u00fchren. In der Collage (siehe VII) sieht man Jinnah und Gandhi zusammen l\u00e4chelnd, mittig vom Bild. Beide hatten gro\u00dfe Wertsch\u00e4tzung f\u00fcreinander und arbeiteten als Team f\u00fcr die Befreiung ihres Landes Indien im Indischen Nationalkongress. Sp\u00e4ter trat Jinnah aus dem Kongress aus und schloss sich der All India Muslim League an, da er zunehmend besorgt \u00fcber die Interessen der muslimischen Minderheit in Indien war. In der Collage (siehe VII) unten links ist die All India Muslim League zu sehen. Jinnah war ein eloquenter Bef\u00fcrworter der muslimischen Identit\u00e4t und betonte die Notwendigkeit eines eigenen Staates f\u00fcr die muslimische Bev\u00f6lkerung. Er argumentierte, dass Muslime in einer hindu-dominierten Mehrheit in Indien in ihrer Kultur, Religion und politischen Vertretung gef\u00e4hrdet w\u00e4ren. Er f\u00fchrte die Muslim League in Richtung der Forderung nach einem unabh\u00e4ngigen muslimischen Staat. Jinnah war einer der Hauptgr\u00fcnder der Lahore-Resolution von 1940, die die Schaffung eines eigenst\u00e4ndigen muslimischen Staates forderte. Unterdessen verschlechterten sich die Beziehungen zwischen Religionsgemeinschaften in verschiedenen Regionen Indiens stark. <strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zu Beginn des Jahres 1947 bestand Londons Hauptpriorit\u00e4t darin, Indien so schnell wie m\u00f6glich zu verlassen, bevor die antikoloniale Politik noch radikaler wurde als ohnehin schon und die kommunale Gewalt noch gef\u00e4hrlichere Ausma\u00dfe annahm. Im ganzen Land gab es Berichte \u00fcber Bauern-, Arbeiter- und Jugendunruhen, die sich zum Aufstand erhoben. Nach den Unruhen in Bengalen und Bihar Ende 1946 verschlechterte sich die kommunale Situation im Punjab ab Januar 1947 stetig. Diese unz\u00e4hligen Konflikte entlang der Klassen- und Gemeinschaftsgrenzen bildeten die Grundlage f\u00fcr eine Verst\u00e4ndigung zwischen dem Oberkommando des Kongresses und London. Schlie\u00dflich verk\u00fcndetet der britische Premierminister Clement Attlee am 20. Februar 1947, dass die Briten Indien bis zum 30. Juni 1948 verlassen w\u00fcrden (BOSE\/JALAL, 2011, S. 150).<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt musste das britische Parlament nur noch die notwendigen Gesetze verabschieden, um die Macht auf zwei neue Gebiete zu \u00fcbertragen, was im Juli ordnungsgem\u00e4\u00df geschah. Der Kongress und die Briten stellten Jinnah am Ende vor die Wahl: Entweder ein ungeteiltes Indien ohne Garantie f\u00fcr den muslimischen Machtanteil im gesamtindischen Zentrum, oder ein souver\u00e4nes Pakistan, das aus den mehrheitlich muslimischen Bezirken bestehen solle (BOSE\/JALAL, 2011, S. 153). F\u00fcr Jinnah war Pakistan das Mittel, um den Muslimen im gesamtindischen Zentrum einen gerechten Machtanteil zu sichern. Best\u00e4tigende Beweise daf\u00fcr, dass der Quaid-e-Azam den Islam nie als Religion zur Beherrschung des Staates Pakistan vorsah, finden sich in seiner Ansprache an die allererste Sitzung der verfassungsgebenden Versammlung Pakistans am 11. August 1947: \u201cYou are free to go to your temples, you are free to go to your mosques or to any other place of worship in this state of Pakistan. . .. You may belong to any religion or caste or creed \u2013 that has nothing to do with the business of the State. . .. We are starting with this fundamental principle that we are all citizens and equal citizens of one State.\u201d (Why JI \u2013 Jinnah Institute) (BOSE\/JALAL, 2011, S. 160). Jinnah spielte eine wichtige Schl\u00fcsselrolle in den Verhandlungen mit der britischen Regierung und den indischen politischen F\u00fchrern, die zur Teilung des Subkontinents f\u00fchrten. Am 14. August 1947 wurde Pakistan als unabh\u00e4ngiger Staat f\u00fcr Muslime gegr\u00fcndet. Jinnah wurde der erste General Gouverneur Pakistans.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Postkoloniale Auswirkungen der Kolonialen M\u00e4chte<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>In dem geschichtlichen Abschnitt wurden einige Auswirkungen der Kolonialen M\u00e4chte schon genannt. In diesem Abschnitt sollen diese Aspekte nochmals eingeteilt und tiefer in den postkolonialen Kontext gesetzt werden, um die heutige Situation besser verstehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die konstante Ausbeutung des Landes sorgte daf\u00fcr, das im Jahr 1947, zum Zeitpunkt der Entlassung in die Unabh\u00e4ngigkeit, Indien und Pakistan zu den \u00e4rmsten L\u00e4ndern der Welt z\u00e4hlten. Mehr als 50% der l\u00e4ndlichen Bev\u00f6lkerung waren nicht in der Lage, sich ausreichend zu ern\u00e4hren, da eine dem freien Markt ausgesetzte Landwirtschaft nicht mehr gen\u00fcgend Grundnahrungsmittel produzierte. Das britische K\u00f6nigreich verlass die ehemaligen Kolonien in einem sehr ung\u00fcnstigen Zustand. Einer dysfunktionalen Wirtschaft, ohne dass in dem Land ausreichende Grundlagen f\u00fcr eine eigene Industrialisierung geschaffen wurden (WENDE, 2010, S. 121). Die ersten Jahre nach der Unabh\u00e4ngigkeit waren sehr harte Jahre, die weiterhin viele Menschenleben kosteten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bed\u00fcrfnisse der einheimischen B\u00fcrger wurden au\u00dfen vorgelassen, da das Mutterland h\u00f6chste Priorit\u00e4t hatte. Der Umsatz, der auf dem globalen Markt durch indische Produkte erzielt wurde, wurde zur Finanzierung der Kolonialen M\u00e4chte und Kolonialer Infrastruktur genutzt und ebenfalls an das Mutterland geschickt, um dieses weiter ausbauen zu k\u00f6nnen und pr\u00e4chtiger gestalten zu k\u00f6nnen. Selbst in der postkolonialen \u00c4ra sind die Spuren der Kolonialzeit weiterhin bestehend: \u201eKoloniale Muster von Unterwerfung und Unterdr\u00fcckung existieren auch nach dem Kolonialismus fort.\u201c (KASTNER, 2012, S. 94). Die heutige Infrastruktur der Eisenbahn spiegelt die damalige Intention weiterhin wider. Die einseitigen wirtschaftlichen und geostrategischen Interessen der Kolonialmacht in den Ausbau des Streckennetzes zu investieren, war nie f\u00fcr den m\u00f6glichen Nutzung der Einheimischen vorgesehen (Vgl. Ian J. Kerr, 2007). Die f\u00fcr die Wirtschaft damals relevanten Gebiete besitzen eine Bahn Anbindung, w\u00e4hrend weniger relevante Orte au\u00dfen vorgelassen werden und durch Vernachl\u00e4ssigung weiterhin strukturell schwach sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Die europ\u00e4ische Moderne, die Freiheit und Demokratie bef\u00fcrwortet, ist unmittelbar bedingt durch Eroberung, Verw\u00fcstung, genozidaler Vernichtung, Verschleppung, kultureller Ausl\u00f6schung und kolonialer Ausbeutung von Menschen und Ressourcen anderer V\u00f6lker (BROECK, 2012, S. 169, 170). Diese Vergangenheit sorgt weiterhin daf\u00fcr, dass ehemalige Kolonien bis heute strukturelle Defizite aufweisen und aus ihrem Teufelskreis der Verschuldung und Abh\u00e4ngigkeit nicht entkommen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wohingegen Indien inzwischen wirtschaftlich w\u00e4chst und eine gro\u00dfe Pr\u00e4senz im globalen Diskurs hat, als gr\u00f6\u00dfte Demokratie der Welt, kann von Pakistan nicht das gleiche behauptet werden. Aufgrund von Korruption und der st\u00e4ndigen \u00c4nderung der Regierungsform ist eine positive Entwicklung weiterhin nicht m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Pakistan Heute<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Pakistanische Flagge repr\u00e4sentiert mit der dunkelgr\u00fcnen Farbe, dem Mond und Stern die 90% muslimische Bev\u00f6lkerung, die wei\u00dfe Fl\u00e4che der Flagge repr\u00e4sentiert die 10% Minderheit, die sich aus anderen religi\u00f6sen Gruppen zusammensetzt, wie in der Collage zu sehen ist (siehe VII). Die Idee f\u00fcr Pakistan war es, einen Staat zu schaffen, in dem sich Minderheiten ohne sorgen wohlf\u00fchlen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>In dem heutigen globalen Diskurs bleibt Pakistan weiterhin, wie zu den Zeiten seiner Gr\u00fcndung, ein armes Land. Seit seiner Gr\u00fcndung leidet Pakistan an politischer Instabilit\u00e4t. Jinnah starb am 11. September 1948. Die Pr\u00e4sidenten*innen die danach gew\u00e4hlt wurden, waren entweder korrupt oder wurden durch Attentate ermordet. Bis jetzt hat in der Geschichte Pakistans noch kein*e Pr\u00e4sident*in die volle Amtszeit beendet. Viele dieser Ereignisse sind auf die Kolonialvergangenheit zur\u00fcckzuf\u00fchren, die daf\u00fcr sorgt, dass ehemalige Kolonien nicht die Ressourcen besitzen, um an dem Weltmarkt teilzunehmen. Dieses Bild der Unsicherheit und fehlenden Entwicklung wird durch die Wiedergabe in der westlichen Welt weiterhin reproduziert. In der postkolonialen Theorie wird dieses Ph\u00e4nomen des Fortlebens kolonialer Muster nach dem Kolonialismus als Teil einer \u00bbKolonialit\u00e4t\u00ab angesehen (KASTNER, 2012, S. 94). Kolonialit\u00e4t wird als Prozess der von Dekolonisierung und nation building hinaus als \u201eMaschine\u201c gesehen, die im Rahmen der globalen Netzwerk-Gesellschaft soziale Ungleichheit reproduziert (D. MIGNOLO, 2001, S. 426). Die Ungleichheiten, die w\u00e4hrend der Kolonialzeit entstanden, werden in der westlichen Perspektive weiterhin bewusst und unbewusst reproduziert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Schlussfolgerung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die mehr als drei Jahrhunderte, w\u00e4hrend denen Gro\u00dfbritannien die Herrschaft \u00fcber ein riesiges Kolonialreich hatte, haben unsere heutige globale Welt vielfach gepr\u00e4gt. Viele Staaten sind in ihren Grenzen und in ihrer demographischen Struktur die Resultate britischer Kolonialherrschaft. Indien und Pakistan sind zwei der vielen Staaten. &nbsp;Viele Konflikte, die bis heute noch existieren, sind oftmals Hinterlassenschaften britischer Kolonialherrschaft. W\u00e4hrend einige L\u00e4nder sich inzwischen trotz ihrer kolonialen Vergangenheiten weiter entwickeln konnten, ist dies nicht der Fall f\u00fcr Pakistan, ein Land das erst 75 Jahre alt ist. Gegr\u00fcndet, damit Minderheiten eine Stimme bekommen und ein Ort geschaffen wird, an dem sie ohne Angst leben k\u00f6nnen. All die B\u00fcrger*innen, Politiker*innen und Anw\u00e4lt*innen wie Muhammad Ali Jinnah, die f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit der Einheimischen gek\u00e4mpft haben. All die Opfer, die erbracht wurden, die zahlreichen Konflikte und Aufst\u00e4nde von Menschen, die nur menschlich behandelt werden wollten. Nicht nur in Indien und Pakistan, sondern auf der ganzen Welt: Diese Menschen inspirieren und pr\u00e4gen alle zuk\u00fcnftigen Generationen, f\u00fcr ihre Rechte zu k\u00e4mpfen. Auch wenn diese Stimmen nicht gleich viel geh\u00f6rt werden bedeutet das nicht, dass diese Stimmen nicht existieren. Sie existieren und werden weiterhin geh\u00f6rt, von Leuten, die bis heute f\u00fcr ihre Freiheit k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Muhammad Ali Jinnah bleibt eine faszinierende Pers\u00f6nlichkeit, die die Entstehung Pakistans gepr\u00e4gt hat. Er hat sein ganzes Leben und seinen Einsatz Pakistan gewidmet. Seine Vision und sein Einsatz f\u00fcr unterdr\u00fcckte Minderheiten haben eine dauerhafte Wirkung auf die Geschichte und Identit\u00e4t des Landes hinterlassen. Sein Verm\u00e4chtnis als &#8222;Quaid-e-Azam&#8220; lebt in der pakistanischen Geschichte und Kultur weiter. Er wird oft als Symbol f\u00fcr F\u00fchrung, Entschlossenheit und die Vision eines starken und unabh\u00e4ngigen Pakistans betrachtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Jede Art von Widerstand, ob aktiv oder passiv, ist eine wahre Inspiration, die zeitlos ist und uns immer daran erinnert, dass man seine Hoffnung niemals aufgeben sollte. Der Weg mag hart und erm\u00fcdend sein, jedoch ist jede Art von Anstrengung es wert, dass man sich f\u00fcr die Freiheit der Unterdr\u00fcckten einsetzt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Literaturverzeichnis<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>BHABHA, H. K. (1994): The Location of culture. London u. a.: Routledge. 408 S.<\/p>\n\n\n\n<p>BOSE S. JALAL A., (2011): Modern South Asia: History, Culture, Political Economy. Second Edition. London u. a.: Routledge. 270 S.<\/p>\n\n\n\n<p>BROECK, S. (2012): Dekoloniale Entbindung. In: Reuter, J., Karentzos, A. (eds) Schl\u00fcsselwerke der Postcolonial Studies. Wiesbaden. VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften. \u200e375 S.<\/p>\n\n\n\n<p>BRUNNER, M. P. (2021): Schooling the Subcontinent: State, Space and Society, and the Dynamics of Education in Colonial South Asia. London u. a.: Routledge. 534 S.<\/p>\n\n\n\n<p>FISCHER-TINE, H. (2022): Kolonialismus zwischen Modernisierung und Traditionalisierung. Die britische Herrschaft in Indien. (<a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/shop\/zeitschriften\/apuz\/indische-unabhaengigkeit-2022\/510895\/kolonialismus-zwischen-modernisierung-und-traditionalisierung\/\">https:\/\/www.bpb.de\/shop\/zeitschriften\/apuz\/indische-unabhaengigkeit-2022\/510895\/kolonialismus-zwischen-modernisierung-und-traditionalisierung\/<\/a>) (zuletzt aufgerufen 20.08.2023)<\/p>\n\n\n\n<p>GILMARTIN, D. (1998): Imagining Pakistan: Colonialism, Nationalism, and the Long View of History. In: The Journal of Asian Studies Vol. 57, No. 4. Durham, North Carolina. Duke University Press. 1068-1095 S.<\/p>\n\n\n\n<p>JALAL, A. (1985): The Sole Spokesman: Jinnah, the Muslim League, and the Demand for Pakistan. Cambridge. Cambridge University Press. 336 S.<\/p>\n\n\n\n<p>KASTNER, J. (2012): Klassifizierende Blicke, manich\u00e4ische Welt. In: Reuter, J., Karentzos, A. (eds) Schl\u00fcsselwerke der Postcolonial Studies. Wiesbaden. VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften. \u200e375 S.<\/p>\n\n\n\n<p>KERR, I. J. (2006): Engines of Change: The Railroads That Made India. Westport. Praeger. 224 S.<\/p>\n\n\n\n<p>LOSSAU, J. (2012): Postkoloniale Geographie. Grenzziehungen, Verortungen, Verflechtungen. In: Reuter, J., Karentzos, A. (eds) Schl\u00fcsselwerke der Postcolonial Studies. Wiesbaden. VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften. \u200e375 S.<\/p>\n\n\n\n<p>MIGNOLO, W. D. (2021): The Politics of Decolonial Investigations (On Decoloniality). Durham, North Carolina. Duke University Press. 736 S.<\/p>\n\n\n\n<p>PURUSHOTHAM, S. 2021: From Raj to Republic: Sovereignty, Violence, and Democracy in India. Redwood City. Stanford University Press. 360 S.<\/p>\n\n\n\n<p>SAID, E. W. (2003): Orientalism. London, Ncw York: Penguin. 432 S.<\/p>\n\n\n\n<p>SAID, E.&nbsp; W. (1993\/1994): Culture and Imperialism. New York: Vintage. 528 S.<\/p>\n\n\n\n<p>SIEBER, C. (2012): Hybridity \u2013 Hybridit\u00e4t. In: Reuter, J., Karentzos, A. (eds) Schl\u00fcsselwerke der Postcolonial Studies. Wiesbaden. VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften. \u200e375 S.<\/p>\n\n\n\n<p>WENDE, P., (2010): Vom Inselstaat zum Weltreich: Anmerkungen zum Aufstieg und zur Struktur des Britischen Empire. In: Zeitschrift f\u00fcr Weltgeschichte Interdisziplin\u00e4re Perspektiven Jahrgang 11, Heft 2 (Herbst 2010) ZWG 11|2 herausgegeben von Hans-Heinrich Nolte F\u00fcr den Verein f\u00fcr Geschichte des Weltsystems<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Bild Quellen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.constitutionofindia.net\/blog\/our-independence-movement-constitution\/\">https:\/\/www.constitutionofindia.net\/blog\/our-independence-movement-constitution\/<\/a> (zuletzt aufgerufen: 02.08.2023)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.constitutionofindia.net\/blog\/our-independence-movement-constitution\/\">https:\/\/www.constitutionofindia.net\/blog\/our-independence-movement-constitution\/<\/a> (zuletzt aufgerufen: 02. 08.2023)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/microform.digital\/boa\/series\/16\/india-under-colonial-rule-1752-1933\">https:\/\/microform.digital\/boa\/series\/16\/india-under-colonial-rule-1752-1933<\/a> (zuletzt aufgerufen: 03.08.2023)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.pngegg.com\/en\/png-exlky\">https:\/\/www.pngegg.com\/en\/png-exlky<\/a> (zuletzt aufgerufen: 03.08.2023)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/fdc4all.com\/index.php?main_page=product_info&amp;products_id=2279\">https:\/\/fdc4all.com\/index.php?main_page=product_info&amp;products_id=2279<\/a> (zuletzt aufgerufen: 03.08.2023)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/news.abplive.com\/news\/india\/independence-day-2021-how-foreign-indian-newspapers-covered-india-75th-i-day-freedom-from-british-in-1947-1476222\">https:\/\/news.abplive.com\/news\/india\/independence-day-2021-how-foreign-indian-newspapers-covered-india-75th-i-day-freedom-from-british-in-1947-1476222<\/a> (zuletzt aufgerufen: 03.08.2023)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/thediplomat.com\/2020\/04\/covid-19-and-indias-addiction-to-colonial-era-laws\/\">https:\/\/thediplomat.com\/2020\/04\/covid-19-and-indias-addiction-to-colonial-era-laws\/<\/a> (zuletzt aufgerufen: 03.0.2023)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>Quelle: Munaam Baig, <em>Die Kolonialzeit, Unabh\u00e4ngigkeitsbewegung und die Formung des heutigen Pakistans<\/em>, in: Blog ABV Gender- und Diversitykompetenz FU Berlin, 05.12.2023, <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=405\">https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=405<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abb. 1: Collage zur Kolonialgeschichte von Pakistan Munaam Baig (SoSe 2023) Einleitung Ich komme aus Karachi, einer Stadt in Pakistan. In Gespr\u00e4chen f\u00e4llt mir oft auf, dass viele Leute gar nicht wissen, dass Pakistan existiert und noch lange nicht, wo es geographisch liegt. Einige machen die Verbindung, dass es ein Teil von Indien ist oder &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2023\/12\/05\/die-kolonialzeit-unabhangigkeitsbewegung-und-die-formung-des-heutigen-pakistans\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDie Kolonialzeit, Unabh\u00e4ngigkeitsbewegung und die Formung des heutigen Pakistans\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2643,"featured_media":406,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[327720],"tags":[12034,2744,449576],"class_list":["post-405","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-essay","tag-kolonialgeschichte","tag-kolonialismus","tag-post-kolonialismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/405","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2643"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=405"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/405\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":411,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/405\/revisions\/411"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/media\/406"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=405"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=405"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=405"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}