{"id":449,"date":"2024-02-29T13:53:17","date_gmt":"2024-02-29T12:53:17","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=449"},"modified":"2024-07-08T13:24:42","modified_gmt":"2024-07-08T11:24:42","slug":"die-soziale-konstruktion-von-krankheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2024\/02\/29\/die-soziale-konstruktion-von-krankheit\/","title":{"rendered":"Die soziale Konstruktion von Krankheit"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hysterie als Beispiel f\u00fcr die Reproduktion von Stereotypen in der Medizin<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Julika Likus (WiSe 2023\/24)<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einleitung&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p>Gesundheit und Krankheit spielen sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene eine gro\u00dfe Rolle im allt\u00e4glichen Leben. Im Diskurs \u00fcber Gesundheit und Krankheit \u00fcberschneiden sich medizinische, biologische und soziale, aber auch politische und historische Ans\u00e4tze, obwohl h\u00e4ufig zun\u00e4chst die medizinischen<a id=\"_ftnref1\" href=\"#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Aspekte im Vordergrund stehen, diskutiert und als heilungsbed\u00fcrftig empfunden werden. Dabei werden ebenfalls h\u00e4ufiger k\u00f6rperliche Abweichungen einer Norm st\u00e4rker mit der Sph\u00e4re von Krankheit und Gesundheit verkn\u00fcpft als geistige Beeintr\u00e4chtigungen, die von physischen Konditionen oft als abgrenzbar dargestellt werden. Eine erweiterte Betrachtung des Feldes Krankheit und Gesundheit betrachtet Krankheit jedoch nicht als \u201erein-medizinischen\u201c Zustand, sondern als soziales Ereignis (Dross\/Metzger 2018). Einerseits ist die Medizin in Bezug auf Beurteilung, Diagnose und Behandlung von Krankheit und Gesundheit von gesellschaftlichen Normen gepr\u00e4gt, die sich stetig wandeln, und andererseits folgt auf eine medizinische Diagnose von Krankheit und Gesundheit eine soziale Wirkung\/Reaktion, die die Teilnahme an einem sozialen Alltag beeinflusst. So sind also auch gesundheitliche Unterschiede zwischen Gruppen nicht ausschlie\u00dflich durch biologische Unterschiede verursacht, sondern werden durch soziale Strukturen, die mit Hierarchie und Macht zusammenh\u00e4ngen und Menschen privilegieren und unterdr\u00fccken, konstruiert (Short\/Zacher 2022).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In der vorliegenden Arbeit wird sich haupts\u00e4chlich auf Machtgef\u00e4llen und diskriminierenden Strukturen im medizinischen Bereich beschr\u00e4nkt, die aufgrund des Geschlechts<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> existieren, wobei eine ganzheitliche, feministische Perspektive immer auch andere -ismen und Merkmale wie Klasse oder <em>Race<\/em> einbeziehen muss und intersektional gedacht werden muss.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Daten wissenschaftlicher Forschungen, die zur Entwicklung medizinischer Definitionen und Behandlungsleitlinien verwendet werden, wurden jahrhundertelang anhand einer haupts\u00e4chlich cis-m\u00e4nnlichen<a id=\"_ftnref3\" href=\"#_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Untersuchungsgruppe gewonnen und deren Erkenntnisse dann geschlechts- und gruppen\u00fcbergreifend angewandt. Die Abwesenheit von Frauen in klinischen Studien bedeutet das Zuschneiden des Wissens auf M\u00e4nner und festigt die Norm eines cis-m\u00e4nnlichen K\u00f6rpers. Die Aufschl\u00fcsselung nach Geschlecht<a id=\"_ftnref4\" href=\"#_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> wurde zunehmend in medizinischer Forschung etabliert, weitere soziale Realit\u00e4ten und intersektionale Perspektiven werden jedoch weiterhin gr\u00f6\u00dftenteils au\u00dfer Acht gelassen (Kuhlmann 2016).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Frauen erhalten auch heute noch regelm\u00e4\u00dfig andere Diagnosen und Behandlungsempfehlungen wie M\u00e4nner, bei ihnen werden zum Beispiel h\u00e4ufiger psychische Dinge als Ursache f\u00fcr Symptome angesehen und k\u00f6rperliche Probleme dadurch \u00fcbersehen (Short\/Zacher 2022). Ein historisch interessanter Fall, der die Verflechtung von Stereotypen, Krankheit und Gesundheit aufzeigt und zur Reproduktion patriarchischer Strukturen f\u00fchrt, ist die haupts\u00e4chlich Frauen zugeschriebene und lange als Krankheit angesehene Hysterie. In den n\u00e4chsten Kapiteln wird zun\u00e4chst die soziale Konstruktion von Krankheit und Gesundheit n\u00e4her erl\u00e4utert und anschlie\u00dfend die Entstehung und Konzeption der Hysterie als Beispiel f\u00fcr die Verkn\u00fcpfung sozialer Norm und Geschlechtsvorstellungen mit medizinischer Diagnostik und Behandlung thematisiert. Es wird sich zeigen, dass sich die Symptomatik und Behandlungsmethoden der Symptome mit sich ver\u00e4ndernden Werten und zugeschriebenen Eigenschaften und Erwartungen an Geschlechter ebenfalls ver\u00e4ndert haben und besonders die Benachteiligung im medizinischen Bereich f\u00fcr diskriminierte Gruppen der Gesellschaft folgenschwere Auswirkungen hat.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Krankheit als soziales Konstrukt&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Verst\u00e4ndnis von Krankheit und Gesundheit beruht auf sozialen Vorstellungen \u00fcber den Zustand von Personen oder Dingen. Die Medizin nimmt in der Gesellschaft eine Art Doppelrolle ein, die als Hauptinstanz zur Trennung von Krankheit und Gesundheit gilt, dadurch aber gleichzeitig auch ihr eigenes Handeln begr\u00fcndet (Dross\/Metzger 2018). Krankheit wird in der Literatur urspr\u00fcnglich h\u00e4ufig als Abweichung eines als \u201enormal\u201c betrachteten K\u00f6rpers definiert, der das Einwirken von Mediziner:innen zur Stellung einer Diagnose und eines Behandlungskonzepts mit dem grunds\u00e4tzlichen Ziel der Heilung und Wiederherstellung von Gesundheit erfordert. Einem strukturfunktionalistischem Ansatz nach gilt k\u00f6rperliche und geistige Gesundheit als Voraussetzung f\u00fcr die Aufrechterhaltung der Gesellschaftsstruktur. Krankheit wurde zunehmend als Prozess verstanden, der keine klare Grenze zu \u201eGesundheit\u201c &nbsp;hat (Ullrich 2014). Einige Krankheitsbilder h\u00e4ngen stark mit der gesellschaftlichen Konstruktion und Vorstellung von K\u00f6rper, Geschlecht und Sexualit\u00e4t zusammen, die Geschichte bestimmter Krankheitsbilder zu verstehen, erfordert deshalb die Auseinandersetzung mit der Ver\u00e4nderung klinischer und psychologischer Vorstellungen von Sexualit\u00e4t und Geschlecht (Kleinplatz 2018, Schroer\/Wilde 2016). Werte und Normen enthalten oft stereotypische Vorstellungen von Menschen, die in der Medizin zu ausbleibender oder fehlerhaften Diagnostik und Behandlung f\u00fchren. Neben der medizinischen Komponente greifen diverse sozio-politische Aspekte in den Bereich von Krankheit und Gesundheit; soziale Beziehungen, Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnisse und politische Setzungen, die von gesellschaftlichen Normen gepr\u00e4gt sind (Ullrich 2014). Erkrankungen pr\u00e4gen soziale Beziehungen und Konnotationen von Krankheiten wirken sich auf den gesellschaftlichen Umgang mit einer erkrankten Person aus. Besonders schwerwiegende oder ansteckende Krankheiten werden zum Beispiel h\u00e4ufig mit Armut in Verbindung gebracht und k\u00f6nnen zur sozialen \u00c4chtung, Abscheu, Ausgrenzung oder ,Aussatz\u2018 f\u00fchren. Allgemeine Definition von Krankheiten, die auf der ,Norm\u2018 basieren, ignorieren Gesundheit- und Lebensrealit\u00e4ten vieler marginalisierter und diskriminierter Gruppen wie zum Beispiel BIPoCs, LGBTQIA+-Menschen und Frauen, da aufgrund von Stereotypen und tats\u00e4chlichem Ausschluss aus medizinischer Betrachtung und Forschung unterschiedliche Ma\u00dfst\u00e4be zur Bewertung und Behandlung gleicher Umst\u00e4nde je nach Patient:in angelegt werden (Dross\/Metzger 2018). \u201e[S]oziale Strukturen werden durch wissenschaftliche Autorit\u00e4t im K\u00f6rper der Betroffenen veranker[t]\u201c (Dross\/Metzger 2018), was folgenschwere Auswirkungen f\u00fcr die Personen haben kann.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hysterie als Beispiel f\u00fcr stereotypisierte medizinische Diagnostik und Behandlung&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p>Hysterie<a href=\"#_ftn5\" id=\"_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a> ist ein historischer medizinischer Begriff, der im Laufe der Zeit verschiedene Bedeutungen hatte und in der modernen Medizin nicht mehr als diagnostische Kategorie verwendet wird. Ein Blick auf die Geschichte der Hysterie ist dennoch hilfreich, um die Entwicklung medizinischer Konzepte und Behandlungsmethoden im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen zu verstehen und wie gesellschaftliche Vorstellungen von Frauen und ihrer Rolle in der Medizin sich im Laufe der Zeit ver\u00e4ndert haben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hysterie leitet sich aus dem altgriechischen Wort f\u00fcr Geb\u00e4rmutter <em>hist\u00e9ra <\/em>ab (G\u00fcnther 2023).<\/p>\n\n\n\n<p>Lange Zeit galt die produktive Geb\u00e4rmutter als Hauptmerkmal einer k\u00f6rperlich und geistig gesunden Frau und als urs\u00e4chliches Organ f\u00fcr psychiatrische Krankheiten im Zusammenhang mit Hysterie, die sich allgemein durch ein sozial unerw\u00fcnschtes Verhalten \u00e4u\u00dferten (Short\/Zacher 2022). Das zugrundeliegende Frauenbild ist das der Frau als Mutter und Hausfrau f\u00fcr den Mann.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Als typische Symptome der Hysterie wurden einerseits ein bestimmtes \u201etheatralisches\u201c\/ \u201edramatisches\u201c Verhalten angesehen, aber auch sensorische Ausf\u00e4lle wie Kr\u00e4mpfe, pl\u00f6tzliche Blindheit, Ohnmacht oder chronischer M\u00fcdigkeit (Dross\/Metzger 2018). Der Psychiater Richard von Kraft-Ebing beschreibt Hysterikerinnen als Frauen, die<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eihre Leiden \u00fcbertreiben, zu simulieren, sich um jeden Preis interessant [\u2026] machen [,] wobei ihre krankhaft gesteigerte Phantasie gute Dinge leistet und ihre geschw\u00e4chte Sittlichkeit vor keinem Betrug und keiner L\u00fcge zur\u00fcckschreckt.\u201c <\/p><cite>Kraft-Ebing 1883, S.212<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Der Diskurs \u00fcber Hysterie besch\u00e4ftigte sich zun\u00e4chst haupts\u00e4chlich mit Frauen, erweiterte sich aber zunehmend auch auf M\u00e4nner, die anhand ,zu weiblicher Eigenschaften\u2018 oder ,Feigheit\u2018 durch die Diagnose der Hysterie ebenfalls stark abgewertet wurden (Westhoff 2013). Bereits in der Antike wurde Hysterie als eine&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eVer\u00e4nderung der Position der Geb\u00e4rmutter gesehen, welche, durch sexuelle Abstinenz hungrig geworden, auf der Suche nach Befriedigung die Reise durch den K\u00f6rper antrat und auf ihrem Weg andere Organe in Unordnung brachte.\u201c <\/p><cite>Zaudig 2015, S.28<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Platon sagt \u00fcber die Geb\u00e4rmutter:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDie Geb\u00e4rmutter ist ein Tier, das gl\u00fchend nach Kindern verlangt. Bleibt dasselbe nach der Pubert\u00e4t lange unfruchtbar, so erz\u00fcrnt es sich, durchzieht den ganzen K\u00f6rper, verstopft die Luftwege, hemmt die Atmung und dr\u00e4ngt auf diese Weise den K\u00f6rper in die gr\u00f6\u00dften Gefahren und erzeugt allerlei Krankheiten.\u201c<\/p><cite>Zaudig 2015, S.28<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Es wurde davon ausgegangen, dass die Verlagerung der Geb\u00e4rmutter die mentale Situation einer Frau ver\u00e4ndert und das Nichtnachkommen K\u00f6nnen oder Wollen ihrer ,nat\u00fcrlichen\u2018 Aufgaben eine Frau, zum Beispiel Mutterschaft oder T\u00e4tigkeiten im Haushalt, krank macht. Die antike S\u00e4ftelehre besagt, dass weibliches Blut einer monatlichen Reinigung (Periode) unterzogen wird und beim Ausbleiben der Periode richtet die Materie im Inneren Unheil an (Westhoff 2013). Trotz der historischen Fokussierung auf die Geb\u00e4rmutter und die Reproduktionsf\u00e4higkeit der Frau wurden tats\u00e4chliche, schmerzhafte und lebensver\u00e4ndernde Krankheiten der Geb\u00e4rmutter wie Endometriose in der Forschung und Gesellschaft wenig beachtet und erhalten auch heute im Vergleich zu nicht \u201enur Frauen betreffenden Krankheiten\u201c wenig Aufmerksamkeit (Westhoff 2013).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Im viktorianischen Zeitalter dominierte ein Geschlechterideal, das die Rolle der Frau stark von traditionellen Normen und den Bed\u00fcrfnissen des Ehemanns abh\u00e4ngig machte. Weibliche Sexualit\u00e4t galt als kontrollierbar und sollte vorrangig die Bed\u00fcrfnisse des Mannes befriedigen, Abweichungen von diesem normativen Verhalten wurden als sexuelle St\u00f6rung betrachtet. Die psychologischen Probleme von Frauen wurden h\u00e4ufig auf angebliche St\u00f6rungen der Fortpflanzungsorgane zur\u00fcckgef\u00fchrt, insbesondere durch die Diagnose der \u201eHysterie\u201c, was die Kontrolle \u00fcber weibliche Psyche und Sexualit\u00e4t weiter institutionalisierte (Kleinplatz). <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201cThe underlying assumption that women were dominated by their reproductive organs led some physicians to blame virtually all women\u2019s diseases and complaints on disorders of these organs.\u201d &nbsp;<\/p><cite>Groneman 1994, zitiert nach Kleinplatz 2018 S.33<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Der Psychoanalytiker Sigmund Freud h\u00e4lt Hysterie f\u00fcr den Ausdruck verdr\u00e4ngter, unterdr\u00fcckter W\u00fcnsche aufgrund eines ungel\u00f6sten Traumas, h\u00e4ufig sexueller Missbrauch im Kindesalter (Kleinplatz 2018, Westhoff 2013). Frauen mit Hysterie seien unwillig\/unf\u00e4hig, \u201eweiblicher\u201c Pflichten nachzukommen und h\u00e4tten keine famili\u00e4ren Gef\u00fchle (Dross\/Metzger 2018). Im 19. Jahrhundert waren Methoden wie ballaststoffreiche Di\u00e4ten, Aderlass, kalte Einl\u00e4ufe, Ovarektomien (Entfernung der Eierst\u00f6cke), Klitorisablation, Ausl\u00f6sung paroxysmaler Kr\u00e4mpfe (Orgasmen) durch den Arzt \u00fcblich zur Behandlung von Hysterie. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eWhat is interesting, however, is the surprising manner in which the uterus is at the same time considered an essential component to womanhood and also easily removable.\u201c <\/p><cite>Jones 2015, S.1108<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Der franz\u00f6sische Neurologe Jean-Martin Charcot \u201ef\u00fchrte seine hysterischen Patientinnen \u00f6ffentlich vor und demonstrierte an ihnen die aberwitzigsten, martialischen Behandlungsmethoden wie zum Beispiel eine ,Ovarienpresse\u2018 oder Vibratoren ,zur Beruhigung\u2018.\u201c (Westhoff 2013). Eltern oder Ehem\u00e4nner von ,hysterischen Frauen\u2018 veranlassten h\u00e4ufig Zwangseinweisungen in psychiatrische Anstalten zur Linderung der Symptome und Heilung (Dross\/Metzger 2018).<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eNo one knew for certain how to prevent this from happening, but one cure was to anchor the uterus. This could easily be accomplished through either impregnating the woman or keeping the uterus moist through intercourse so it would not seek out the moisture of other organs.\u201c <\/p><cite>Meyer 1997, S.1<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Im 20. Jahrhundert wurde die zunehmende diagnostische Ungenauigkeit des Begriffs Hysterie erkannt und die vielf\u00e4ltigen Symptome in neue Begriffe pr\u00e4ziser klassifiziert. Der Begriff \u201eHistrionische Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung&#8220; (von lat. \u201ehistrio\u201c: Schauspieler) betonten die (intentionale) Dramatisierung von Konflikten, w\u00e4hrend die \u201eDissoziative St\u00f6rung&#8220; einen Zerfall der Pers\u00f6nlichkeit, insbesondere nach traumatischen Ereignissen, beschrieb.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz zur klassischen Hysterie standen bei diesen Diagnosen psychologische Aspekte im Vordergrund, und sie wurden zunehmend unabh\u00e4ngig von k\u00f6rperlichen Symptomen betrachtet (Westhoff 2013).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zuschreibung und Interpretation bestimmter Verhaltensweisen als ,typisch weiblich\u2018 und die gleichzeitige Vernachl\u00e4ssigung k\u00f6rperlicher Ausfallserscheinungen f\u00fchrt zu einer Pathologisierung des seelischen und k\u00f6rperlichen Leidens von Frauen. Die Konzeption einer ,\u00fcberemotionalen\u2018 Frau festigt historische Stereotypen, die h\u00e4ufig eine vermeintliche Instabilit\u00e4t und Irrationalit\u00e4t weiblicher Emotionen betonen. Hysterie als konstruierte Krankheit f\u00fchrte zur sozialen Stigmatisierung von psychischen Erkrankungen, insbesondere solchen, die \u00fcberwiegend Frauen zugeschrieben wurden, und muss auch heute noch bei der Diskussion \u00fcber Gleichberechtigung und Gesundheitsversorgung mitbedacht werden.&nbsp; Die heutigen therapeutischen Ans\u00e4tze, denen Frauen mit sexuellen Problemen begegnen, variieren in Abh\u00e4ngigkeit von der aufgesuchten medizinischen Fachkraft, wobei h\u00e4ufig immer noch eine unzureichende interdisziplin\u00e4re Betrachtung besteht. Es bedarf einer Herangehensweise, die organische, psychische und psychosoziale Ursachen gemeinsam betrachtet und behandelt, um eine effektive Therapie zu gew\u00e4hrleisten (Kleinplatz 2018).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aktuelle Debatten&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eNot only was hysteria itself all of those things\u2014irrational, capricious, unpredictable, and most importantly, unsolvable\u2014but it also pathologized, sexualized, and eroticized womanhood.\u201c <\/p><cite>Jones 2015, S.1095<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>In der Medizin ist der Begriff der Hysterie aus dem wissenschaftlichen\/medizinischen Sprachgebrauch gr\u00f6\u00dftenteils verschwunden und wird haupts\u00e4chlich allt\u00e4glich und medial verwendet. Mit \u201ehysterisch\u201c wird bis heute ein bestimmtes stereotypisches Verhalten wahrgenommen, wie beispielsweise Kreischen, Weinen oder hohe Emotionalit\u00e4t; Eigenschaften, die vorrangig immer noch weiblichen Personen zugeschrieben werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eWer heute etwa \u00fcber Krankheitssymptome klagt wird noch immer schnell mal als ,hysterisch\u2018 bezeichnet. Auch wenn man als Frau die Stimme erhebt oder mal so richtig ,ausrastet\u2019, ist das vorbestrafte H-Wort nicht weit.\u201c <\/p><cite>G\u00fcnther 2023<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Auch die mediale Weiterverwendung f\u00fchrt also zur Reproduktion geschlechtsstereotypischen Verhaltens, wertet Eigenschaften und Verhaltensweisen ab und erinnert an historisch \u00fcberholte Vorstellungen einer Frau, deren Gesundheit allein von einer produktiven Geb\u00e4rmutter und dem Einf\u00fcgen in gesellschaftliche Rollenbilder abh\u00e4ngt. Der Begriff muss sich eindeutig davon abgrenzen, dass mit ihm ein meist weiblich zugeschriebenes Verhalten als ,krankhaft\u2018 bezeichnet wurde und zu entm\u00fcndigenden sowie menschen- und frauenfeindlichen Behandlungsmethoden gef\u00fchrt hat.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Einem Ansatz der amerikanischen Professorin f\u00fcr Women\u00b4s and Gender Studies Cara E. Jones nach weist zum Beispiel die heutige Lebensrealit\u00e4t von Frauen mit Endometriose einige Parallelen zum historischen Konzept der Hysterie auf:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eI argue that [\u2026] endometriosis has taken up a diagnostic and cultural location once occupied by hysteria: each disease pathologizes not only certain physical symptoms, but also social and cultural deviations from female gender norms.\u201c <\/p><cite>Jones 2015, S.1084<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Jones argumentiert, dass die medizinischen Behandlungsmethoden f\u00fcr sogenannte ,weibliche\u2018 Krankheiten wie Endometriose immer noch auf veralteten Vorstellungen \u00fcber die Geb\u00e4rmutter beruhen und auf die ungehinderte Reproduktion von Frauen abzielt (Jones 2015).<\/p>\n\n\n\n<p>In ihrem Beitrag liefern Short und Zacher einige Ans\u00e4tze zu geschlechtersensiblerer medizinischer Diagnostik und Behandlungsmethoden. Die Betrachtung der Frauengesundheit sollte sich von der reinen Fokussierung auf Fortpflanzung und Kindergesundheit l\u00f6sen, um den Frauenk\u00f6rper nicht ausschlie\u00dflich auf die Funktion des Kinderkriegens zu reduzieren. Es ist wichtig, die bin\u00e4re Geschlechtervorstellung zu \u00fcberwinden und sich nicht ausschlie\u00dflich auf die Unterschiede zwischen M\u00e4nnern und Frauen zu konzentrieren. Geschlechter sollten als sozial konstruierte Konzepte betrachtet werden und auch geschlechtsspezifischer Unterschiede sollten nicht auf biologische Faktoren geschoben werden, sondern unter Ber\u00fccksichtigung zugrundeliegender biosoziale Strukturen und Mechanismen. Es ist entscheidend, intersektionale Ans\u00e4tze einzubeziehen, die die Wechselwirkungen verschiedener sozialer Benachteiligungen oder Privilegien ber\u00fccksichtigen. Dazu geh\u00f6ren Merkmale wie Geschlecht,Sexualit\u00e4t, F\u00e4higkeiten, Race, Klasse, Bildung und andere relevante Parameter (Short\/Zacher 2022).&nbsp; Ungleichheiten in der Medizin m\u00fcssen von den treibenden Kr\u00e4ften der Forschung anerkannt und gezielt behoben werden. Short und Zacher berichten in ihrem Artikel \u00fcber eine Studie aus dem Jahr 2021, die zeigt, dass die Forschung zu Krankheiten, von denen M\u00e4nner \u00fcberproportional betroffen sind, von den nationalen Gesundheitsinstituten eher \u00fcberfinanziert wird, w\u00e4hrend die Forschung zu Krankheiten, von denen haupts\u00e4chlich Frauen betroffen sind, im Verh\u00e4ltnis zur Krankheitslast in der Bev\u00f6lkerung eher unterfinanziert ist (Short\/Zacher 2022).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p>Krankheit und Gesundheit sind keine rein biologischen oder medizinischen Ph\u00e4nomene, sondern werden stark von sozialen Strukturen und Machtverh\u00e4ltnissen beeinflusst. Die Entwicklung medizinischer Definitionen und Behandlungsleitlinien basierte historisch oft auf Forschungsdaten, die haupts\u00e4chlich an cis-geschlechtlichen M\u00e4nnern gewonnen wurden, was zu einer unzureichenden Ber\u00fccksichtigung geschlechtsspezifischer Unterschiede f\u00fchrte. Frauen erhielten und erhalten immer noch unterschiedliche Diagnosen und Behandlungsempfehlungen im Vergleich zu M\u00e4nnern, wobei stereotype Vorstellungen \u00fcber weibliche Emotionalit\u00e4t und Sexualit\u00e4t die medizinische Praxis beeinflussen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das historische Beispiel der Hysterie verdeutlichte, wie gesellschaftliche Normen und Geschlechtsvorstellungen in medizinische Diagnosen eingeflossen sind. Frauen wurden als haupts\u00e4chlich von der Geb\u00e4rmutter gesteuert betrachtet, was zu pathologisierenden und oft dehumanisierenden Behandlungsmethoden f\u00fchrte. Obwohl der Begriff der Hysterie heute aus dem medizinischen Vokabular verschwunden ist, bleiben stereotype Vorstellungen \u00fcber &#8222;hysterisches&#8220; Verhalten im gesellschaftlichen Diskurs pr\u00e4sent.<\/p>\n\n\n\n<p>Ungleichheit in medizinischen Strukturen betonen die Notwendigkeit geschlechtersensiblerer medizinischer Ans\u00e4tze, die nicht nur auf Fortpflanzung fokussiert sind. Frauenk\u00f6rper d\u00fcrfen nicht ausschlie\u00dflich auf reproduktive Funktionen reduziert werden und bin\u00e4re Geschlechtervorstellung \u00fcberwunden werden. Die Einbeziehung intersektionaler Ans\u00e4tze, die die Vielschichtigkeit sozialer Benachteiligungen ber\u00fccksichtigen, ist entscheidend, um diverse Ungleichheiten in der Medizin anzugehen und eine gerechtere Gesundheitsversorgung f\u00fcr alle zu gew\u00e4hrleisten. &nbsp; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Literatur- und Quellenverzeichnis&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p>Dross, Fritz und Nadine Metzger (2018). Krankheit als Werturteil. In: bpb. <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/shop\/zeitschriften\/apuz\/270305\/krankheit-als-werturteil\/\">https:\/\/www.bpb.de\/shop\/zeitschriften\/apuz\/270305\/krankheit-als-werturteil\/<\/a> (letzter Aufruf: 30.01.2024).<\/p>\n\n\n\n<p>G\u00fcnther, Paula (2023). Von M\u00e4nnern erfunden: Diagnose Hysterie als Machtmittel gegen das weibliche Geschlecht. In: Qiio Magazin. <a href=\"https:\/\/www.qiio.de\/von-maennern-erfundendiagnose-hysterie-als-machtmittel-gegen-das-weibliche-geschlecht\/\">https:\/\/www.qiio.de\/von-maennern-erfundendiagnose-hysterie-als-machtmittel-gegen-das-weibliche-geschlecht\/<\/a> (letzter Aufruf 30.01.2024).<\/p>\n\n\n\n<p>Jones, Cara E. (2015). Wandering Wombs and \u201cFemale Troubles\u201d: The Hysterical Origins, Symptoms, and Treatments of Endometriosis, Women&#8217;s Studies, 44:8, 1083-1113 <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1080\/00497878.2015.1078212\">https:\/\/doi.org\/10.1080\/00497878.2015.1078212 <\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Kleinplatz, Peggy J. (2018). History of the Treatment of Female Sexual Dysfunction(s). In: Annual Review of Clinical Psychology. 14:1, 29-54.<\/p>\n\n\n\n<p>Krafft-Ebing, Richard von (1883). Lehrbuch der Psychiatrie auf klinischer Grundlage f\u00fcr praktische \u00c4rzte und Studierende (Bd. 1-2). Stuttgart: Enke.<\/p>\n\n\n\n<p>Kuhlmann, Ellen (2016). Gendersensible Perspektiven auf Gesundheit und Gesundheitsversorgung. In: Soziologie von Gesundheit und Krankheit. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden. 183\u2013196. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-658-11010-9_12\">https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-658-11010-9_12 <\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Meyer, Cheryl L. (1997). The Wandering Uterus: Politics and the Reproductive Rights of Women. In: New York University Press. 1997. https:\/\/doi.org\/10.18574\/nyu\/9780814763209.001.0001 <\/p>\n\n\n\n<p>Schroer, Markus und Jessica Wilde (2016). Gesunde K\u00f6rper \u2013 Kranke K\u00f6rper. In: Soziologie von Gesundheit und Krankheit. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden. 257-271.<\/p>\n\n\n\n<p>Short, Susan E. und Meghan Zacher (2022). Women&#8217;s Health: Population Patterns and Social Determinants. In: Annual Review of Sociology. 48:1, 277-298.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ullrich, Charlotte (2014). Die soziale Konstruktion von Krankheit und Gesundheit. In: Medikalisierte Hoffnung?. Deutschland: transcript. 31\u201358.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Westhoff, Andrea (2013). Hysterie.In: Deutschlandfunk <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/radiolexikon-hysterie-100.html\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/radiolexikon-hysterie-100.html<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Zaudig, Michael (2015). Entwicklung des Hysteriekonzepts und Diagnostik in ICD und DSM bis DSM-5. In: Hysterie. Verst\u00e4ndnis und Psychotherapie der hysterischen Dissoziationen und Konversionen und der histrionischen Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung. M\u00fcnchen: CIP-Medien. 20:1, 27-49 <a href=\"https:\/\/sbt-in-berlin.de\/cip-medien\/03.-Zaudig.pdf\">https:\/\/sbt-in-berlin.de\/cip-medien\/03.-Zaudig.pdf<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> Im Verlauf des Textes wird \u201emedizinisch\u201c f\u00fcr die Beschreibung klassischer, schulmedizinischer Vorstellungen verwendet, die h\u00e4ufig f\u00fcr unver\u00e4nderbar gehalten werden und aktuell die gr\u00f6\u00dfte wissenschaftliche Deutungshoheit in der Unterscheidung von Krankheit und Gesundheit haben. Die Verwendung des Wortes \u201emedizinisch\u201c muss jedoch vor dem Hintergrund betrachtet werden, dass \u201eMedizin\u201c nicht gleich frei von Normen bedeutet und Priorit\u00e4ten, Durchf\u00fchrung und Auswertung wissenschaftlicher Forschungen immer durch soziale Strukturen gepr\u00e4gt sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_ftn2\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Geschlecht ist keine biologische, neutrale Tatsache, sondern eine aufgrund von k\u00f6rperlichen Merkmalen bei oder sogar schon vor der Geburt vorgenommene Zuweisung, die h\u00e4ufig auf der Vorstellung bin\u00e4rer Geschlechterkategorien beruht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a> Zur Vereinfachung werden im Verlauf der Arbeit zwar die bin\u00e4ren Begriffe Mann und Frau verwendet zur Beschreibung cis-geschlechtlicher Zugeh\u00f6rigkeit zu einer dieser Gruppen, wobei bei jeder Verwendung mitbedacht werden soll, dass Geschlecht, und vor allem die bin\u00e4re Betrachtung davon, konstruiert sind.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a> Eine Aufschl\u00fcsselung nach Geschlecht bedeutet in der Wissenschaft eine Trennung von cis-weiblichen und cis-m\u00e4nnlichen Personen, was auf einer bin\u00e4ren Geschlechterkonstruktion beruht und diskriminierend gegen\u00fcber allen anderen Geschlechtsidentit\u00e4ten ist.<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_ftn5\" href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Bei der Verwendung des Wortes Hysterie wird sich ausschlie\u00dflich auf die historischen Konzepte in Abgrenzung von einer medizinischen Diagnose bezogen, da der Begriff historisch stark mit stereotypen Vorstellungen von Frauen verbunden ist und ihre psychischen Gesundheitszust\u00e4nde auf veraltete, kulturell gepr\u00e4gte Vorstellungen reduziert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>Quelle: Julika Likus, <em>Die soziale Konstruktion von Krankheit \u2013 Hysterie als Beispiel f\u00fcr die Reproduktion von Stereotypen in der Medizin<\/em>, in: Blog ABV Gender- und Diversitykompetenz FU Berlin, 29.02.2024,<a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=440\"><\/a> <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2024\/02\/29\/die-soziale-konstruktion-von-krankheit\/\">https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2024\/02\/29\/die-soziale-konstruktion-von-krankheit\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hysterie als Beispiel f\u00fcr die Reproduktion von Stereotypen in der Medizin Julika Likus (WiSe 2023\/24) Einleitung&nbsp; Gesundheit und Krankheit spielen sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene eine gro\u00dfe Rolle im allt\u00e4glichen Leben. Im Diskurs \u00fcber Gesundheit und Krankheit \u00fcberschneiden sich medizinische, biologische und soziale, aber auch politische und historische Ans\u00e4tze, obwohl h\u00e4ufig zun\u00e4chst &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2024\/02\/29\/die-soziale-konstruktion-von-krankheit\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDie soziale Konstruktion von Krankheit\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2643,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[327720],"tags":[62750,449612,1072,449581],"class_list":["post-449","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-essay","tag-gesundheit","tag-krankheit","tag-medizin","tag-stereotype"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/449","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2643"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=449"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/449\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":456,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/449\/revisions\/456"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=449"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=449"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=449"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}