{"id":459,"date":"2024-07-08T14:42:44","date_gmt":"2024-07-08T12:42:44","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=459"},"modified":"2024-07-08T14:42:44","modified_gmt":"2024-07-08T12:42:44","slug":"diskriminierung-und-selbsthass-durch-rassistisch-gepraegte-schoenheitsideale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2024\/07\/08\/diskriminierung-und-selbsthass-durch-rassistisch-gepraegte-schoenheitsideale\/","title":{"rendered":"Diskriminierung und Selbsthass durch rassistisch gepr\u00e4gte Sch\u00f6nheitsideale"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die K\u00f6rperpolitik des Colorismus<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kim-Margaux D\u00e9niel (WiSe 2023\/24)<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. <strong>Einleitung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Seit Beginn meiner Pubert\u00e4t haben mich Themen wie das Schminken, Stylen, und die allgemeine eigene Sch\u00f6nheit fast t\u00e4glich besch\u00e4ftigt. Sei es fr\u00fch morgens vor der Schule, nachmittags, bevor ich meine Freund*innen traf, oder auch abends vor Konzerten gewesen &#8211; ein \u201eperfektes\u201d Aussehen war in fast allen Bereichen meines Lebens ein sehr wichtiger Aspekt. Ein Thema, welches mich allerdings nie betroffen hat und mir daher gr\u00f6\u00dftenteils unbewusst war, beinhaltet die starke Pr\u00e4senz von diskriminierenden Sch\u00f6nheitstrends, die von rassistischen Werten gepr\u00e4gt sind. Tats\u00e4chlich ist mir der Begriff \u201eColorism\u201d erst seit einigen Jahren bekannt und ist mir auch seitdem erst als ein fortbestehendes, soziokulturelles Problem aufgefallen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen meines Studiums und nach der Teilnahme am ABV-Modul \u201eGender, Diversity, Gender Mainstreaming\u201d habe ich mich unter Anderem tiefer mit Rassismus und rassistischer Diskriminierung auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen auseinandergesetzt. Des Weiteren wurde ich f\u00fcr verschiedene Themenbereiche der Diskriminierung st\u00e4rker sensibilisiert, was dazu f\u00fchrte, dass ich das Ph\u00e4nomen Colorismus kritisch betrachtet und n\u00e4her analysiert habe. In dieser Analyse werde ich zun\u00e4chst auf die Begriffsbedeutung und den historischen Kontext von Colorismus eingehen, bevor moderne Beispiele aus mehreren Berichten Colorismus als ein best\u00e4ndiges, allgegenw\u00e4rtiges und vielschichtiges Problem verdeutlichen. Mit Hilfe von wissenschaftlicher Literatur, welche die Themen Sch\u00f6nheit und Colorismus aus diversen soziologischen Perspektiven behandelt, wird diese Analyse ermitteln, inwiefern Colorismus als ein komplexes, diskriminierendes und h\u00f6chst sch\u00e4digendes System fungiert. In diesem Text werde ich haupts\u00e4chlich den eingedeutschten Begriff \u201eColorismus\u201d (vom Englischen \u201eColorism\u201d) verwenden, welcher sich klar von dem Farbkonzept \u201eKolorismus\u201d aus der Malerei abgrenzt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2. <strong>Was ist Colorismus?: Begriffskl\u00e4rung und historischer Ursprung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der Begriff wurde 1982 von der afroamerikanischen Schriftstellerin Alice Walker gepr\u00e4gt und bezeichnet die \u201evoreingenommene oder bevorzugte Behandlung von Menschen derselben [rassifizierten Gruppe] basierend allein auf ihrer Hautfarbe\u201d (Igwe, 2023). Die Definition des Merriam-Webster Dictionary betont dar\u00fcber hinaus, dass Menschen mit hellerer Haut gegen\u00fcber denen mit dunklerer Haut bevorzugt werden. Hierbei geht hervor, dass Colorismus sich von Rassismus unterscheidet, da er innerhalb von ethnischen und rassifizierten Gruppen stattfindet und somit nur ein bestimmter Teil dieser Gruppen diskriminiert wird. Hinzu kommt, dass Colorismus von allen ethnischen und rassifizierten Gruppen praktiziert wird und dies insofern problematisch ist, dass dadurch Spaltungen innerhalb von verschiedenen Communities, z.B. der Schwarzen Community, entstehen k\u00f6nnen (Wolf, 2021).<\/p>\n\n\n\n<p>In einem Artikel des Studierendenmagazin der Hochschule der Medien schreibt Samira Igwe \u00fcber das Stereotyp \u201eAngry Black Woman\u201d, also \u201edas Narrativ der w\u00fctenden Schwarzen Frau\u201d (Igwe, 2023), welches Betroffenen das Recht auf Wut abspricht. Samira berichtet von ihrer eigenen Erfahrungen mit dem Stereotyp und nimmt Bezug auf Colorismus, wobei sie anmerkt, dass sie selbst als \u201elightskinned-Schwarze Frau\u201d<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> weniger ausgegrenzt und diskriminiert wird, als die \u201edarkskinned-Schwarze\u201d Perla Londole, Gr\u00fcnderin der Black Community Foundation in Deutschland, welche oftmals als \u201eAngry Black Woman\u201d abgestempelt wird. Dieses Beispiel verdeutlicht: Je heller die Hautfarbe Schwarzer Personen, desto mehr Privilegien haben sie in einer wei\u00dfen Mehrheitsgesellschaft, w\u00e4hrend Schwarze Personen mit dunkler Haut schlechter behandelt werden (Igwe).<\/p>\n\n\n\n<p>Seinen Ursprung hat der Colorismus im Kolonialismus. Im US-amerikanischen Kontext basiert er auf der Versklavung von Schwarzen Menschen. Da versklavte Menschen mit hellerem Teint oftmals Familienmitglieder<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> der Sklavenhalter*innen waren, wurden sie meist bevorzugt. Dies zeigte sich vor allem in den verschiedenen Aufgabenbereichen: w\u00e4hrend Sklav*innen mit hellerer Hautfarbe oft im Haushalt arbeiteten, mussten andere versklavte Menschen mit dunklerer Hautfarbe schwere Arbeiten auf den Feldern verrichten. Folglich wurde eine helle Hautfarbe unter versklavten Menschen als Verm\u00f6genswert angesehen (Nittle, 2021). Daraus l\u00e4sst sich schlie\u00dfen, dass Colorismus einen klaren rassistischen Ursprung hat und in einer Beziehung zu einer Hierarchie der Klassengesellschaft steht, wobei eine dunkle Hautfarbe immer unterhalb der helleren eingestuft wird. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die historische Beziehung zum Klassismus wird noch deutlicher hinsichtlich des Colorismus in asiatischen L\u00e4ndern, wo er bereits vor dem Kontakt mit Europ\u00e4ern und eher aus den Unterschieden zwischen der herrschenden und der Bauernklasse entstand. Die gebr\u00e4unte Haut von Menschen der Bauernklasse wurde zu einem klaren Merkmal eines unterprivilegierten Status, w\u00e4hrend ein heller Teint mit der Elite assoziiert wurde (Nittle, 2021). Es ist demnach sehr wahrscheinlich, dass der heutige Colorismus im asiatischen Raum auf dieser Vorgeschichte basiert und weiterhin von kulturellen westlichen Einfl\u00fcssen verst\u00e4rkt wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3. <strong>Colorismus in der heutigen Zeit: ein vielschichtiges <\/strong><strong>\u201eSubsystem\u201d<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Mit dem Wissen, dass Colorismus stark mit Rassismus und Klassismus zusammenh\u00e4ngt, ist es nicht verwunderlich, dass dieser sich ebenfalls in vielen gesellschaftlichen und kulturellen Bereichen als pr\u00e4sent und wirkungsvoll erweist. Von medialer Repr\u00e4sentation, \u00fcber Einstellungen im Beruf, bis hin zu allt\u00e4glichen Dingen wie Seifenspendern und Snapchat Filtern, die dunkle Haut nicht als menschlich identifizieren. Diese Allgegenw\u00e4rtigkeit deutet auf ein systematisches Machtgef\u00fcge hin, dessen Funktionsweise Prof. Dr. Maisha-Maureen Auma darin sieht, \u201chierarchisch zu positionieren, zu marginalisieren und auszuschlie\u00dfen\u201d (Auma, 2020). &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Des Weiteren bezeichnet die Professorin Colorismus als ein Subsystem bzw. eine bedeutende Technik der rassistischen Ordnung, welche dazu dient, Rassismus durch Unterschiede der Hautpigmentierung zu begr\u00fcnden. Folglich liegt es f\u00fcr wei\u00dfe Privilegierte somit in der Natur, und nicht am Menschen, dass Schwarze Menschen rassifiziert werden. Negative Eigenschaften wie &nbsp;Kriminalit\u00e4t, Faulheit und Emotionalit\u00e4t wurden in wei\u00dfen Mehrheitsgesellschaften historisch mit Schwarzen Menschen assoziiert, wobei die Hautfarbe \u201ezu einer folgenreichen Unterscheidungskategorie aufgeladen\u201d wurde (Auma, 2020). &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das bereits erw\u00e4hnte Stereotyp \u201eAngry Black Woman\u201d ist ein klares Beispiel daf\u00fcr, wie sich bestimmte Assoziationen mit dunkler Hautfarbe in medialer Repr\u00e4sentation sowie in zwischenmenschlichen Interaktionen offenbaren und widerspiegeln. Ein wiederkehrendes Motiv in Serien und Filmen ist die lightskinned Frau, welche oftmals als sehr h\u00fcbsch, freundlich, und wohlerzogen dargestellt wird, wohingegen ihre darkskinned Freundin entgegengesetzte Eigenschaften pr\u00e4sentiert, sprich Boshaftigkeit, Unerzogenheit und Verbitterung.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In der US-amerikanischen Netflix Serie <em>Dear White People<\/em> (2017-2021) wird das Stereotyp der \u201eAngry Black Woman\u201d zum Teil von der Figur Joelle Brooks verk\u00f6rpert, dessen beste Freundin und Hauptfigur Samantha White ein \u201elightskin privilege\u201d besitzt. Auch durch Coco Conners, eine weitere Freundin von Samantha, wird Colorismus in der Serie deutlich und kritisch behandelt. W\u00e4hrend die Aktivistin Samantha versucht, ihr eigenes lightskin und \u201ewhite privilege\u201d<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> zu \u00fcberkompensieren (Willer, 2021), indem sie sich besonders stark f\u00fcr die Schwarze Community und das Black Movement an ihrer Universit\u00e4t engagiert, h\u00e4lt Coco sich diesbez\u00fcglich zur\u00fcck. Da sie aus armen Familienverh\u00e4ltnissen kommt und als darkskinned Frau sehr viel unterprivilegierter ist als lightskinned Frauen*, musste sie lernen, sich der wei\u00dfen Gesellschaft anzupassen. Ein Merkmal, welches dies veranschaulicht, sind Coco\u2019s glatte, unnat\u00fcrliche Haare, die im Gegensatz zu den nat\u00fcrlichen Haaren von Samantha stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Thema Haare wird unter anderem in der Serie thematisiert, als die beiden Freundinnen sich \u00fcber ihre unterschiedlichen sozialen Privilegien streiten. Diese dargestellte Selbstreflexion f\u00fchrt dazu, dass Samantha ihr lightskin Privileg als solches erkennt und sich bei Coco f\u00fcr ihre fr\u00fchere Ignoranz entschuldigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird demnach deutlich, dass der Colorismus oft \u00fcber Hautfarbe hinausgeht, und Haarstruktur ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. Das vorherrschende rassistische und klassistische europ\u00e4ische Sch\u00f6nheitsideal ist im Colorismus zentral. In den folgenden Sektionen werde ich anhand von pers\u00f6nlichen Berichten und einem viralen Modetrend n\u00e4her auf die Beziehung zwischen gesellschaftlichen Vorstellungen von Sch\u00f6nheit und Colorismus eingehen.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>3.1. <\/strong><strong>\u201e<\/strong><strong>Je wei\u00dfer, desto sch\u00f6ner\u201d: Colorismus als Sch\u00f6nheitsma\u00dfstab<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>In ihrem TEDx Talk \u201eConfessions of a D Girl: Colorism and Global Standards of Beauty\u201d (dt.: \u201eGest\u00e4ndnisse eines D Girls: Colorismus und globale Sch\u00f6nheitsstandards\u201d) aus dem Jahr 2016, spricht Chika Okoro \u00fcber die sch\u00e4digenden Auswirkungen von Colorismus auf Selbstliebe und das Selbstwertgef\u00fchl von schwarzen Frauen* mit dunklem Hautton. Zun\u00e4chst berichtet sie von ihrer Entdeckung der \u00fcberaus problematischen Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr bestimmte Rollen in dem Film <em>Straight Outta Compton <\/em>(2015). Die Kategorien im Casting-Aufruf verdeutlichen ihr, dass sie unter die letzte Kategorie der \u201eD girls\u201d f\u00e4llt, welche sich auf arme schwarze Frauen bezieht, die in \u201ekeiner guten Form\u201d sind und einen dunkleren Hautton besitzen m\u00fcssen. Kontr\u00e4r dazu setzen die vorherigen Kategorien (A-C) hellere Hautt\u00f6ne sowie nat\u00fcrliches langes Haar voraus, wobei die Kategorie der \u201cA girls\u201d sich auf die \u201chei\u00dfesten Models\u201d bezieht. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Chika Okoro beschreibt ein Gef\u00fchl des Verrats, welches sie durch die Realisierung \u00fcberkommt, dass es ihr selbst innerhalb einer rassifizierten Gruppe, die ohnehin schon selten auf der gro\u00dfen Leinwand repr\u00e4sentiert wird, verwehrt wird, sich sch\u00f6n zu f\u00fchlen. Doch dieses Gef\u00fchl wird zu einer zwangsl\u00e4ufigen Akzeptanz, da subtiler Colorismus ihr in nahezu allen Lebensbereichen deutlich wird. Weniger subtil sind hingegen Testmethoden wie der Papiert\u00fcten-Test, um Hautt\u00f6ne zu pr\u00fcfen, der Stifttest, welcher Haarstrukturen pr\u00fcft, und der Schattentest, um Gesichtsmerkmale abzugrenzen. Diese Methoden werden unter anderem von Elite-Gruppen (bspw. US Schwesternschaften) genutzt, um Personen und vor allem Frauen*, welche zu weit von den \u00e4u\u00dferlichen europ\u00e4ischen K\u00f6rpermerkmalen abweichen (d.h. dunklere Hautfarbe, krauses Haar, \u2018nicht wei\u00dfe\u2019 Gesichtsz\u00fcge), auszugrenzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch hiermit wird erneut klar, dass Colorismus neben der Hautfarbe alle \u00e4u\u00dferlichen Merkmale mit einbezieht, welche ein gewisses Sch\u00f6nheitsideal widerspiegeln. Durch die historischen Auswirkungen des Kolonialismus sind Haar-Differenzierungen bis heute bei schwarzen Frauen, wie Sch\u00f6nheitsideale und Weiblichkeit verbunden. Dies reflektiert die Aufrechterhaltung rassistischer Gegens\u00e4tze, wobei die \u2018gerade Haar-Regel\u2019 als Bestandteil kolonialer und rassistischer Ideologien dient (Ellis &amp; Destine, 2023, S.8).<\/p>\n\n\n\n<p>In dem Buch <em>Projekt K\u00f6rper: Wie der Kult um die Sch\u00f6nheit unser Leben pr\u00e4gt<\/em> (2009) spricht Waltraud Posch von der Entstehung von K\u00f6rperklassen im Neoliberalismus, welche bestimmte K\u00f6rperideale bevorzugen und andere durch Selektionsmechanismen ausgrenzen. Das dadurch gebildete System der Attraktivit\u00e4t beeinflusst die soziale Hierarchie, in welcher Sch\u00f6nheit sich als eigene Klasse etabliert hat (Posch, 2009, S.64-65). Daraus l\u00e4sst sich schlie\u00dfen, dass vorherrschende Sch\u00f6nheitsideale direkt mit einer Einstufung in gesellschaftliche Klassen einhergehen, wobei unerw\u00fcnschte K\u00f6rper abgewertet und ausgeschlossen werden. Des Weiteren sorgen m\u00f6glichst unerreichbare Normen daf\u00fcr, dass diejenigen, die sie erreichen, als \u201ebesonders gut, toll, fit, [und] erfolgreich\u201d gelten (Posch, S.65). Je weniger Menschen sich also dem Idealk\u00f6rper n\u00e4hern k\u00f6nnen, desto erfolgreicher sind die k\u00f6rperlich Erfolgreichen. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In den F\u00e4llen von Chika Okoro und dem fiktiven Charakter Coco Conners wird diese Einstufung, wie sich zeigt, neben dem Rassismus sehr stark vom Colorismus bestimmt. Beide Beispiele werfen ein Licht darauf, wie tief coloristische Wertvorstellungen in der Gesellschaft verankert sind und dass diese sich vehement auf das Selbstwertgef\u00fchl von jenen auswirken, die aus der \u2018Sch\u00f6nheitsnorm\u2019 fallen. Ein wesentlicher Aspekt hierbei ist, dass K\u00f6rperlichkeit, im Sinne von Mode oder grundlegender K\u00f6rperdimensionen, eine entscheidende Rolle bei der Schaffung und Darstellung von Identit\u00e4t spielt. Sei es die Wahl der Kleidung, die N\u00e4he zu Sch\u00f6nheitsstandards, oder die Inszenierung der Pers\u00f6nlichkeit durch Mode und K\u00f6rperlichkeit &#8211; all das tr\u00e4gt zur Identit\u00e4tsbildung bei (Posch, 2009, S.37). Daher ist es nicht verwunderlich, wenn auch problematisch, dass viele Menschen mithilfe von kostspieligen und\/oder sogar gesundheitssch\u00e4dlichen Mitteln versuchen, dem idealen Aussehen so nahe wie m\u00f6glich zu kommen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>3.2. Obsession <\/strong><strong>\u201e<\/strong><strong>Wei\u00df-sein\u201d: Auswirkungen auf pers\u00f6nliches Handeln<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, ist Colorismus ein globales Ph\u00e4nomen, welches People of Color aus unterschiedlichen Regionen und Kulturen betrifft. Neben Chika Okoro\u2019s US-bezogenen TEDx Talk gibt es noch viele weitere Berichte \u00fcber Colorismus von Menschen und Frauen* unterschiedlicher ethnischer Herkunft. Beispielsweise berichtet Bianca Punzalan von Colorismus in den Philippinen, und Waseka Nahar spricht \u00fcber ihre Erfahrungen als \u201cbrown girl\u201d in S\u00fcdasien. Beide Sprecherinnen thematisieren die gro\u00dffl\u00e4chige Vermarktung und Beg\u00fcnstigung von wei\u00dfer Haut durch hautaufhellende Cremes und Mittel. Auch die exzessive Verwendung von Sonnencreme soll in den Philippinen nicht blo\u00df gesundheitsbedingt sein, sondern h\u00e4ngt laut Punzalan sehr stark mit dem Sch\u00f6nheitsideal heller oder wei\u00dfer Haut zusammen.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>In Punzalan\u2019s Bericht (2021) wird deutlich, wie sehr sich das Verinnerlichen und Bewerben dieses Ideals von der eigenen Familie auf junge Menschen auswirken kann. Da braune Haut in den Philippinen als \u201cdreckig, h\u00e4sslich, und arm\u201d betrachtet wird und oft Spr\u00fcche fallen wie \u201eDu bist h\u00fcbsch, <em>f\u00fcr<\/em> <em>eine dunkle Person<\/em>\u201d, hat Punzalan zwangsl\u00e4ufig versucht, sich dem Sch\u00f6nheitsideal trotz schmerzhafter Methoden immer weiter zu n\u00e4hern. Auch die beiden Schweizerinnen Dhiviyaa Satkunanathan und Claire Bengue erz\u00e4hlen in der Reportage \u201eHau(p)tsache hell &#8211; Das Gesch\u00e4ft mit dunkler Haut\u201d (2021) von ihren zwanghaften, famili\u00e4r gef\u00f6rderten Versuchen, einen helleren Hautton durch Bleichcremes und Seifen zu erreichen. Dies verursachte bei Bengue einmal eine Hautverbrennung. Ein permanentes negatives Feedback zur \u201ezu dunklen\u201d Hautfarbe f\u00fchrt demnach h\u00e4ufig dazu, dass Betroffene trotz eigener Gesundheitsgef\u00e4hrdung mit Hilfe von entsprechenden (und weit verbreiteten) Produkten und Methoden alles versuchen, um ihre Haut aufzuhellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Daraus l\u00e4sst sich also folgern, dass rassifizierte Sch\u00f6nheit eine Kommodifizierung heller Haut mit sich bringt, was die Hautaufhellungsindustrie zu einem Millionen-Dollar-Gesch\u00e4ft macht. Zudem f\u00f6rdern coloristische Ideale und deren Vermarktung die Selbstabwertung betroffener Menschen sowie das wei\u00dfe \u00dcberlegenheitsdenken als Begleiter des europ\u00e4ischen Kolonialismus (Ellis &amp; Destine, 2023, S.7). Im asiatischen Raum steht helle Haut f\u00fcr Modernit\u00e4t und soziale Mobilit\u00e4t, weshalb wei\u00dfes Bleipulver von asiatischen Frauen* der Oberschicht historisch oft verwendet wurde (Ellis &amp; Destine, S.9). Demzufolge kann Colorismus als ein Subsystem des Rassismus betrachtet werden, welches sich auf die komplexen Strukturen des Klassismus, Sexismus, und Kapitalismus st\u00fctzt, und somit durch mehrere zusammenh\u00e4ngende Faktoren weitergef\u00fchrt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Waltraud Posch betont, dass K\u00f6rpermanipulationen als Mittel zweier gegens\u00e4tzlicher Verhaltensweisen dienen: zum einen der Unterwerfung und zum anderen der Selbstbestimmung. Somit k\u00f6nnen sie gleichzeitig f\u00fcr Unterdr\u00fcckung sowie f\u00fcr Freiheit stehen (Posch, 2009, S.166). Des Weiteren muss klargestellt werden, dass Sch\u00f6nheitshandeln kein privates Handeln ist, denn es \u201everlangt nach dem Blick der anderen und ist ein Akt der Kommunikation\u201d (Posch, S. 166). Ebenso wenig stellt Sch\u00f6nheitshandeln reinen Spa\u00df, reine \u2018Frauensache\u2019, oder blo\u00df ein Oberfl\u00e4chenph\u00e4nomen dar; denn tats\u00e4chlich ist es ein identit\u00e4tsstiftender Akt (Posch, S. 166). <\/p>\n\n\n\n<p>Die vorgestellten F\u00e4lle dienen daf\u00fcr als klare Beispiele. Colorismus ist zwar h\u00e4ufig ein geschlechtsspezifisches Ph\u00e4nomen, welches Frauen* \u00fcberproportional betrifft (Ellis &amp; Destine, 2023, S.2), jedoch kann er ebenso von Menschen aller Geschlechtszugeh\u00f6rigkeiten erfahren werden. Der Zusammenhang von sozialem Geschlecht und dunkler Hautfarbe kann hier, wie auch in einigen Formen des Rassismus, auf gesellschaftliche Vorstellungen von Sch\u00f6nheit und Weiblichkeit zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. In diesem Kontext k\u00f6nnen Methoden der Hautaufhellung eine Unterdr\u00fcckung im Sinne der Konformit\u00e4t (Wei\u00df-sein = \u201esch\u00f6n\u201d sein) widerspiegeln, was jedoch f\u00fcr einige gewisse Freiheiten mit sich bringt. Wenn hellere Haut soziale Inklusion und bessere Behandlung bedeutet, wird sie als ein Kapital gesehen, welches eindeutig mehr Chancen und Privilegien bietet als dunklere Haut. Ob dies echte Freiheit darstellt, gilt definitiv zu hinterfragen. Vielmehr m\u00f6gen die positiven Effekte derartiger K\u00f6rpermanipulationen eine Freiheit vort\u00e4uschen, die auf h\u00f6chst problematischen sozialen Dynamiken und Werten basiert, und das auf Kosten des Selbstwertgef\u00fchls und der k\u00f6rperlichen Akzeptanz.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">4. <strong>Fazit: Social-Media Einfluss: Was ist vor allem heute wichtig?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das heutige Zeitalter der \u201eSocial Media Generation\u201d bietet eine riesige Fl\u00e4che f\u00fcr die regelm\u00e4\u00dfige Verbreitung bestimmter Bilder und Einfl\u00fcsse, weshalb das Internet als relevantes und integrales Kulturobjekt gilt. Von User*innen und prominenten Personen, die gewisse K\u00f6rper, Standards, und \u00c4sthetiken pr\u00e4sentieren, bis hin zu Fotobearbeitungstools, durch welche Selfies schnell und einfach \u201eversch\u00f6nert\u201d oder gar verfremdet werden k\u00f6nnen &#8211; ein Entkommen der modernen Sch\u00f6nheitsideale ist nahezu unm\u00f6glich. Auch im Kontext des Colorismus stellen scheinbar harmlose, hautaufhellende Gesichtsfilter, oder Trends wie der \u201eClean Girl Look\u201d<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> eine gef\u00e4hrliche Kontinuit\u00e4t der bereits bestehenden (selbst)abwertenden Ansichten und Praktiken dar. Umso wichtiger ist es, \u00f6ffentliche Inhalte und Plattformen einerseits kritisch zu betrachten und andererseits als Tool f\u00fcr mehr Aufkl\u00e4rung, Sichtbarkeit, und Diversity-F\u00f6rderung wahrzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Literaturverzeichnis \/ Referenzen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Auma, M.-M. (2020, July 27). Maisha-Maureen Auma: \u201cRassismus Hat \u00fcbrigens nichts mit der Hautfarbe zu tun.\u201d ZEIT Campus. <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/campus\/2020-07\/maureenmaisha-auma-erziehungswissenschaftlerin-colorism-schwarze-community-rassismus.\u00a0\">https:\/\/www.zeit.de\/campus\/2020-07\/maureenmaisha-auma-erziehungswissenschaftlerin-colorism-schwarze-community-rassismus.\u00a0<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ellis, N. P., &amp; Destine, S. (2023). Color capital: Examining the racialized nature of beauty via colorism and skin bleaching. Sociology Compass, 17(8), e13049.<\/p>\n\n\n\n<p>Igwe, S. (2023, December 7). Wer hat Angst vor der Schwarzen Frau?. edit. Magazin. <a href=\"https:\/\/www.edit-magazin.de\/wer-hat-angst-vor-der-schwarzen-frau.html.\">https:\/\/www.edit-magazin.de\/wer-hat-angst-vor-der-schwarzen-frau.html.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Nahar, W. (2019, May 1). Finding Self Love in a World of Colorism | Waseka Nahar | TEDxEMWS. YouTube. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=iNFX26_5NIY\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=iNFX26_5NIY<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Nittle, N. K. (2021, February 28). The Roots of Colorism, or Skin Tone Discrimination. ThoughtCo. <a href=\"https:\/\/www.thoughtco.com\/what-is-colorism-2834952\">https:\/\/www.thoughtco.com\/what-is-colorism-2834952<\/a>.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Okoro, C. (2016, May 23). Confessions of a D girl: Colorism and Global Standards of Beauty | Chika Okoro | tedxstanford. YouTube. h<a href=\"\/\/www.youtube.com\/watch?v=fvoWoMIwr-g&amp;t=192s\">ttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=fvoWoMIwr-g&amp;t=192s<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Posch, W. (2009). Projekt K\u00f6rper: Wie der Kult um die Sch\u00f6nheit unser Leben pr\u00e4gt. Campus.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Punzalan, B. (2021, June 2). Colorism in the Philippines | Bianca Punzalan | TEDxMoreauCatholicHS. YouTube. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=dbK4yyUTie0&amp;t=73s.\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=dbK4yyUTie0&amp;t=73s.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Urban\u010dik, J. (2024, April 5). Gr\u00fcnde, warum du den Clean Girl Look nicht nachstylen solltest. wmn. <a href=\"https:\/\/www.wmn.de\/beauty\/fashion\/clean-girl-look-problematisch-a-did421334\">https:\/\/www.wmn.de\/beauty\/fashion\/clean-girl-look-problematisch-a-did421334<\/a>.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Willer, M. (2020, June 17). The Women in \u201cDear White People.\u201d FemCinema. <a href=\"https:\/\/femcinema.home.blog\/2020\/06\/17\/the-women-in-dear-white-people\/\">https:\/\/femcinema.home.blog\/2020\/06\/17\/the-women-in-dear-white-people\/<\/a>.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Wolf, F. (2021, February 19). Colorism: Ein Gef\u00e4hrliches \u00dcberbleibsel des Kolonialismus. wmn. <a href=\"https:\/\/www.wmn.de\/buzz\/colorism-bedeutung-id34489\">https:\/\/www.wmn.de\/buzz\/colorism-bedeutung-id34489<\/a>.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Yogarasa, S. (2021, May 25). Hau(p)tsache Hell &#8211; Das Gesch\u00e4ft mit dunkler haut. colorism. YouTube. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=DY8HyjJpwr8&amp;t=1s\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=DY8HyjJpwr8&amp;t=1s<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> \u201elightskinned\u201d beschreibt eine <a href=\"https:\/\/glossar.neuemedienmacher.de\/glossar\/schwarze-menschen-schwarzer\/\">Schwarze Person<\/a> mit vergleichsweise hellem Hautton, w\u00e4hrend \u201edarkskinned\u201d sich auf Schwarze Personen mit dunklerem Hautton bezieht. Die Begriffe werden auch im deutschen Diskurs verwendet, u.a. von der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erziehungswissenschaft\">Erziehungs-<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gender_Studies\">Genderwissenschaftlerin<\/a> Prof. Dr. Maisha-Maureen Auma. Sie betont, dass solange die deutsche Sprache noch nicht genug f\u00fcr die anerkennende Beziehung zwischen Schwarzen Menschen und ihren K\u00f6rpern hergibt, englische Begriffe benutzt werden m\u00fcssen (zeit).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Kinder von versklavten Menschen und Sklavenhalter*innen waren meist das Ergebnis von sexuellen \u00dcbergriffen, bei dem die versklavten Menschen zum Geschlechtsverkehr gezwungen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Samantha White ist die Tochter einer schwarzen Mutter und eines wei\u00dfen Vaters, und somit \u201cbiracial\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_ftn4\" href=\"#_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>\u201eClean Girl Look\u201d: eine Stil-\u00c4sthetik, die minimales und \u2018sauberes\u2019 Make-Up sowie Kleidungs- und Lebensstil darstellen soll. Er wurde mehrfach daf\u00fcr kritisiert, dass er ausgrenzend, und ausschlie\u00dflich auf \u2018h\u00fcbsche\u2019, d\u00fcnne, und wei\u00dfe Frauen* ausgerichtet sei. Vor allem das schlichte Make-Up wurde von Schwarzen Creator*innen als spezifisch f\u00fcr wei\u00dfe Menschen bezeichnet (Urbancik, 2024).<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>Quelle: Kim-Margaux D\u00e9niel,<em> Diskriminierung und Selbsthass durch rassistisch gepr\u00e4gte Sch\u00f6nheitsideale: Die K\u00f6rperpolitik des Colorismus<\/em> in: Blog ABV Gender- und Diversitykompetenz FU Berlin, 08.07.2024, <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=459\">https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=459<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die K\u00f6rperpolitik des Colorismus Kim-Margaux D\u00e9niel (WiSe 2023\/24) 1. Einleitung Seit Beginn meiner Pubert\u00e4t haben mich Themen wie das Schminken, Stylen, und die allgemeine eigene Sch\u00f6nheit fast t\u00e4glich besch\u00e4ftigt. Sei es fr\u00fch morgens vor der Schule, nachmittags, bevor ich meine Freund*innen traf, oder auch abends vor Konzerten gewesen &#8211; ein \u201eperfektes\u201d Aussehen war in fast &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2024\/07\/08\/diskriminierung-und-selbsthass-durch-rassistisch-gepraegte-schoenheitsideale\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDiskriminierung und Selbsthass durch rassistisch gepr\u00e4gte Sch\u00f6nheitsideale\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2643,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[327720],"tags":[449615,90487,449614,2740,418009],"class_list":["post-459","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-essay","tag-colorismus","tag-diskriminierung","tag-koerperpolitik","tag-rassismus","tag-schoenheit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/459","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2643"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=459"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/459\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":460,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/459\/revisions\/460"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=459"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=459"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=459"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}