{"id":498,"date":"2025-05-26T11:24:55","date_gmt":"2025-05-26T09:24:55","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=498"},"modified":"2025-12-10T15:04:41","modified_gmt":"2025-12-10T14:04:41","slug":"zwischen-reproduktion-und-ideologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2025\/05\/26\/zwischen-reproduktion-und-ideologie\/","title":{"rendered":"Zwischen Reproduktion und Ideologie:"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Weiblichkeitskonstruktionen und Zwangssterilisation im Nationalsozialismus<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Loredana Engel (WiSe 2024\/25)<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>1.\u00a0 Einleitung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Der Nationalsozialismus war gepr\u00e4gt von rassistischen, antisemitischen und patriarchalen Vorstellungen. Das neue System erlaubte es, Menschen zu kategorisieren und \u201e<em>rassisch<\/em> minderwertige\u201c zu verfolgen und zu vernichten. Zugleich zielte der NS-Staat auf die ideologische Formung und politische Steuerung derjenigen, die als \u201e<em>rassisch<\/em> wertvoll\u201c galten. Sie verkn\u00fcpften Reinheitsideale mit biologisch definierten Geschlechterrollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiblich gelesene Personen, die dem Ideal entsprachen, spielten eine gro\u00dfe Rolle in der Logik der NS-Ideologie, denn sie sollten als Tr\u00e4gerinnen fungieren, die die \u201earische\u201c Reproduktion vorantreibt. Daraus resultierte eine umfassende Kontrolle \u00fcber Sexualit\u00e4t, Fortpflanzung und soziale Beziehungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits vor 1933 wurde der erste Lehrstuhl im Bereich Medizin f\u00fcr \u201e<em>Rassen<\/em>hygiene\u201c in M\u00fcnchen eingerichtet und wurde zunehmend zum Pflichtbestandteil medizinischer Ausbildung.<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Menschen j\u00fcdischen Glaubens, Sinti*zze, Rom*nja, sowie mit einer Behinderung beziehungsweise einer unheilbaren Krankheit wurden als \u201egemeinschaftsfremde\u201c Gruppen betrachtet. Jene, die einer der Personengruppen angeh\u00f6rte, wurde gezielt aus der sogenannten \u201eVolksgemeinschaft\u201c ausgeschlossen und zur Reproduktion, durch zum Beispiel einer Sterilisation, angehalten. Damit hatte die Regierung versucht, sie langfristig auszul\u00f6schen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die NS-Herrschaft erkl\u00e4rte ihr Leben als \u201elebensunwert\u201c und rechtfertigte ab 1939 mithilfe anthropologischer, genetischer und eugenischer Forschungen der sogenannten \u201e<em>Rassen<\/em>hygieniker\u201c den systematischen Mord. Die medizinischen Eingriffe, die an den Menschen vorgenommen wurden, wurden perfide als \u201eEuthanasie\u201c bezeichnet.<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1935, zwei Jahre nach der Macht\u00fcbernahme, erlie\u00df die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) die N\u00fcrnberger Gesetze. Personen mit nachweislicher \u201earischer Abstammung\u201c wurden automatisch mehr politische Rechte zugeschrieben. Ein weiteres Gesetz besagte, dass jene, die Eheschlie\u00dfungen und au\u00dfereheliche Beziehungen mit j\u00fcdischen Menschen oder anderen, nicht \u201earischen <em>Rassen<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[3]<\/a> eingingen, mit Zuchthausstrafen rechnen m\u00fcssten. Allgemein wurden solche Beziehungen als \u201e<em>Rassen<\/em>schande\u201c bezeichnet, ein Begriff, der nicht nur diffamierte, sondern schwerwiegende Konsequenzen mit sich brachte.<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Mit dieser Arbeit m\u00f6chte ich zeigen, wie Weiblichkeit im Nationalsozialismus vom Staat gesellschaftlich definiert, bewertet und gelenkt wurde. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse, wie weiblich gelesene K\u00f6rper durch die Zuschreibung einer reproduktiven Aufgabe zur Erhaltung der \u201eVolksgemeinschaft\u201c politisch instrumentalisiert wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem soll die Arbeit die These st\u00fctzen, dass Weiblichkeit intersektional entlang von Geschlecht, <em>Rassen<\/em>zuschreibung, sozialer Zuschreibung und Behinderung kontrolliert wurde. Es geht darum, die strukturellen Ausschlussmechanismen der Bev\u00f6lkerungspolitik des NS-Regimes sichtbar zu machen und die Rolle weiblich gelesener Personen in der NS-<em>Rassen<\/em>politik differenziert zu beleuchten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>2. Grundlagen der NS-<em>Rassen<\/em>ideologie<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die nationalsozialistische <em>Rassen<\/em>ideologie bestand aus pseudowissenschaftlichen Theorien, sozialdarwinistischem Denken und tief verankertem Antisemitismus. Im Zentrum stand die Darwin\u2019sche Evolutionstheorie, dass es biologische \u201e<em>Rassen<\/em>\u201c g\u00e4be, die sich in einem st\u00e4ndigen \u00dcberlebenskampf bef\u00e4nden. Diese Theorie wurde auf die Menschheit \u00fcbertragen und die deutsche \u201earische <em>Rasse<\/em>\u201c als \u00fcberlegen konstruiert, die vor \u201eVerunreinigung\u201c gesch\u00fctzt werden m\u00fcsse.<a href=\"#_ftn5\" id=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Bereits im sp\u00e4ten 19. Jahrhundert etablierten sich die ersten Ideologien. Das Judentum wurde vom britischen Autor Houston Stewart Chamberlin sowie dem deutschen Wilhelm Marr als \u201efremdartig und minderwertig\u201c bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Denkweise wurde von den Nationalsozialisten \u00fcbernommen und machte sie zu ihrem ideologischen Fundament. Wissenschaftler*innen aus Medizin, Biologie und Anthropologie unterst\u00fctzten die nationalsozialistische Politik durch scheinwissenschaftliche Studien zur \u201e<em>Rassen<\/em>zugeh\u00f6rigkeit\u201c. So wurde versucht, durch k\u00f6rperliche Merkmale wie Sch\u00e4delma\u00dfe oder Blutgruppe eine <em>Rassen<\/em>zuordnung zu verwenden.<a href=\"#_ftn6\" id=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Im Kaiserreich und in der Weimarer Republik entstand der Begriff der \u201e<em>Rassen<\/em>hygiene\u201c. Diese Bezeichnung wurde zu einem wichtigen Teil der sozialpolitischen Biopolitik und wurde dem Volk als staatliches Gesundheitsprogramm verkauft. Der Ausdruck von \u201eVolksgesundheit\u201c diente als Tarnung, um ihr Projekt zur Kontrolle von K\u00f6rper, Sexualit\u00e4t und Zugeh\u00f6rigkeit aufrechtzuerhalten. Alfred Ploetz pr\u00e4gte den Begriff 1895 und verstand darunter eine gezielte Beeinflussung der Vererbung, um \u201eminderwertige\u201c Anlagen auszuschlie\u00dfen und \u201ewertvolle\u201c zu f\u00f6rdern.<a href=\"#_ftn7\" id=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Zur Umsetzung dieser Absicht wurde die Reproduktion gezielt gesteuert und \u00fcberwacht, um durch genetische Optimierung die Herausbildung einer idealisierten Menschheit zu erm\u00f6glichen.<a href=\"#_ftn8\" id=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Machtergreifung durch die Nationalsozialist*innen wurden diese Konzepte versch\u00e4rft und durch Ma\u00dfnahmen wie Zwangssterilisation und Heiratsverbote systematisch in der Bev\u00f6lkerungspolitik implementiert. Dadurch wurde diese Ideologie zur offiziellen Staatsdoktrin, was letztlich in eine eliminatorische Strategie m\u00fcndete. Alle Personen, die \u201efremd\u201c waren und als eine Bedrohung f\u00fcr das deutsche Volk galten, wie Sinti*zze, Rom*nja, homosexuelle und sogenannte \u201easoziale\u201c, sollten beseitigt werden. Die \u00d6ffentlichkeit wurde weitestgehend manipuliert, indem ihr durch derartige Ma\u00dfnahmen die Projektion einer langfristigen Sicherheit der Bev\u00f6lkerung suggeriert wurde. Diese erfundene Erz\u00e4hlung beruhte auf gesellschaftlicher Zustimmung und wurde durch Angst vor Degeneration angekurbelt.<a href=\"#_ftn9\" id=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich feststellen, dass die nationalsozialistische <em>Rassen<\/em>ideologie keine Nebenerscheinung war, sondern in allen Bereichen auftauchte. Vor allem in der medizinischen Ausbildung kam man an \u201e<em>Rassen<\/em>kunde\u201c nicht vorbei. Das ist nur ein Beispiel daf\u00fcr, wie Wissenschaft zur Waffe werden kann, wenn sie sich in den Dienst einer totalit\u00e4ren Ideologie stellt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>3. Weiblichkeitskonstruktionen im Nationalsozialismus<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Weiblichkeit in der Zeit des nationalsozialistischen Deutschlands wurde nicht als vielf\u00e4ltiges Spektrum verstanden, sondern auf ein politisch kontrolliertes, konstruiertes Idealbild reduziert. Frauen<a href=\"#_edn1\" id=\"_ednref1\">[i]<\/a> wurden nicht als eigenst\u00e4ndige Person gesehen, sie dienten lediglich dem Mittel zum Zweck. Die sogenannte \u201edeutsche Mutter\u201c galt als Leitbild. Der Staat sah sie als Tr\u00e4gerin des \u201eVolksk\u00f6rpers\u201c deren h\u00f6chste Aufgabe in der Reproduktion \u201eerbgesunder\u201c Nachkommenschaft lag.<a href=\"#_ftn10\" id=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Sie wurde somit mit Fruchtbarkeit, H\u00e4uslichkeit, Gehorsam und Aufopferung gleichsetzt, wobei gesellschaftliche Anerkennung an biologische und soziale N\u00fctzlichkeit verkn\u00fcpft war.<a href=\"#_ftn11\" id=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dieses nationale Frauenbild war stark durch offizielle Publikationen, Propagandafilme und Frauenzeitschriften gepr\u00e4gt und wurde kontinuierlich reproduziert.<a href=\"#_ftn12\" id=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Nur Frauen, die der Vorstellung von \u201earischer\u201c Herkunft, k\u00f6rperlicher Gesundheit, sittlicher Integrit\u00e4t und sozialer Konformit\u00e4t entsprachen, waren gesellschaftlich erw\u00fcnscht.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den rassistischen Reinheitsidealen der \u201earischen\u201c Frau geh\u00f6rten die \u00e4u\u00dferen Eigenschaften, wie blonde lange Haare, blau\u00e4ugig, hellh\u00e4utig, ein gesunder, fruchtbarer, aber nicht zu sportlicher oder zu muskul\u00f6ser K\u00f6rper.<a href=\"#_ftn13\" id=\"_ftnref13\">[13]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Bereits in den fr\u00fchen Jahren wurden M\u00e4dchen und junge Frauen zu dieser Ideologie erzogen. Ihnen wurde in schulischen Lehrpl\u00e4nen, im \u201eBund Deutscher M\u00e4del\u201c oder in Aufkl\u00e4rungsschriften die Vorstellung vermittelt, dass ihre Erf\u00fcllung einzig in der Mutterschaft und im Dienst der \u201eVolksgemeinschaft\u201c liege. Die weibliche Identit\u00e4t wurde zum Objekt einer staatlichen Reproduktions- und Bev\u00f6lkerungspolitik, deren Funktion klar definiert wurde. Die Frau sollte daher nicht aus individueller Freiheit heraus Mutter werden, sondern weil es ihre \u201enat\u00fcrliche\u201c und \u201ev\u00f6lkische\u201c Pflicht sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Demnach sahen die Nationalsozialist*innen jene Frauen als Bedrohung, die von dieser normativen Konstruktion, sei es aufgrund ihrer Herkunft oder sexueller Selbstbestimmung abwichen. Vor allem die weibliche Sexualit\u00e4t wurde pathologisiert oder kriminalisiert, wenn sie nicht im Dienst der Reproduktion stand. Thomas Roth zeigt, wie Frauen, die sexuelle Beziehungen zu ausl\u00e4ndischen Zwangsarbeiter*innen eingingen, durch die Justiz nicht nur gesellschaftlich ge\u00e4chtet, sondern systematisch verfolgt wurden.<a href=\"#_ftn14\" id=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt zeigt sich, dass das nationalsozialistische Frauenbild wenig Raum f\u00fcr Individualit\u00e4t oder Diversit\u00e4t lie\u00df. Die reproduktiven Ideale der \u201earischen\u201c Mutter wurden nicht nur zur aktiven Exklusion \u201eabweichender\u201c Frauen genutzt, sondern ebenfalls zur sozialen Ordnung und waren Bestandteil rassistischer, biopolitischer und geschlechterbasierter Machtaus\u00fcbung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>4. Zwangssterilisation als Instrument der Herrschaftskontrolle<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die nationalsozialistische Bev\u00f6lkerungspolitik nannte es die \u201eerbbiologische Reinigung\u201c des \u201eVolksk\u00f6rpers\u201c und begr\u00fcndete es als \u201emedizinische\u201c Ma\u00dfnahme. Es handelt sich um die Zwangssterilisation, die Ausdruck eines Systems war, das K\u00f6rper, Reproduktion und soziale Zugeh\u00f6rigkeit regulierte.<\/p>\n\n\n\n<p>Im sp\u00e4ten 19. Jahrhundert entstanden die ersten wissenschaftlichen Diskurse, die die Reproduktion als Aspekt politischer Regulierung thematisierten.<a href=\"#_ftn15\" id=\"_ftnref15\">[15]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Als die NSDAP 1933 an die Macht kam, wurde am 14. Juli 1933 mit dem \u201eGesetz zur Verh\u00fctung erbkranken Nachwuchs\u201c eine fl\u00e4chendeckende Praxis eingef\u00fchrt. Menschen, die nicht ins rassistische Idealbild passen, sollten dauerhaft von der Fortpflanzung ausgeschlossen werden. Am 01. Januar 1934 trat das Gesetz schlie\u00dflich in Kraft. Dieses Gesetz erm\u00f6glichte den Nationalsozialist*innen bis 1945 ungef\u00e4hr 400.000 Zwangssterilisationen, wobei 5.000 Menschen an den Folgen verstarben.<a href=\"#_ftn16\" id=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die Zahlen suggerieren, dass Frauen und M\u00e4nner gleicherma\u00dfen von der Zwangssterilisation betroffen waren. Diese Darstellung verschleiert jedoch wichtige Details. Die Kriterien f\u00fcr weibliche Opfer basierten auf geschlechterspezifischen Normvorstellungen. Ihnen wurden Zuschreibungen wie \u201esexuelle Abweichung\u201c, \u201eAsozialit\u00e4t\u201c oder \u201ePromiskuit\u00e4t\u201c unterstellt.<a href=\"#_ftn17\" id=\"_ftnref17\">[17]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Um die Umsetzung dieser Eingriffe zu legitimieren, arbeiteten institutionelle Akteur*innen, wie Gesundheits\u00e4mter, \u00e4rztliche Gutachter*innen, Richter*innen der Erbgesundheitsgerichte und Pflegeeinrichtungen eng zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel daf\u00fcr ist das Schicksal von Anna Lehnkering. Sie wurde 1915 in Sterkrade geboren und bereits mit vier Jahren fiel ihren Eltern psychische Auff\u00e4lligkeiten auf. Im Jahr 1931 wurde sie von \u00c4rzten mit \u201eSchwachsinn erheblichen Grades\u201c diagnostiziert.<a href=\"#_ftn18\" id=\"_ftnref18\">[18]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Daraus folgte, dass A. Lehnkering vier Jahre sp\u00e4ter auf Grundlage der nationalsozialistischen Erbgesundheitsideologie als \u201eerbkrank\u201c klassifiziert und zwangssterilisiert wurde. Ihre Angeh\u00f6rigen beschrieben sie als sanftm\u00fctig und hilfsbereit im Gegensatz zu der Beschreibung der Heil- und Pflegeanstalt, die sie als \u201earbeitsunwillig\u201c und \u201el\u00e4stig\u201c charakterisiert.<a href=\"#_ftn19\" id=\"_ftnref19\">[19]<\/a> Ihr Leben endete 1940 im Alter von 24 Jahren, als Anna Lehnkering mit anderen Frauen nach Grafeneck deportiert und vergast wurde.<a href=\"#_ftn20\" id=\"_ftnref20\">[20]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die meisten Kriterien zur Auswahl \u201eerbkranker\u201c Personen waren so ungenau, dass die verantwortliche Person Vorurteile problemlos einflie\u00dfen lassen konnte. Anna Lehnkering ist nur eine von Tausenden Frauen, die im NS-Staat entrechtet, zwangssterilisiert und ermordet wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zwangssterilisation bedeutete f\u00fcr Frauen nicht nur einen physischen gewaltsamen Eingriff, der zur k\u00f6rperlichen Unfruchtbarkeit f\u00fchrte, sondern auch einen tiefgreifenden sozialen Ausschluss.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihnen wurde die Rolle einer potenziellen Mutter aktiv entzogen, was in einer Gesellschaft, die Weiblichkeit prim\u00e4r \u00fcber Reproduktionsf\u00e4higkeit definiert, einer existenziellen Aberkennung gleichkam.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Betroffene litten durch die Folgen der Zwangssterilisation oder Zwangsabtreibungen, die ab 1935 gesetzlich bis zum 6. Schwangerschaftsmonat m\u00f6glich waren,<a href=\"#_ftn21\" id=\"_ftnref21\">[21]<\/a> an psychischen Traumata, Scham und sozialer Isolation, ohne juristische oder gesellschaftliche Anerkennung des erlittenen Unrechts zu bekommen.<a href=\"#_ftn22\" id=\"_ftnref22\">[22]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die nationalsozialistische Zwangssterilisation war daher kein geschlechtsneutrales Mittel zur Bev\u00f6lkerungspolitik, sondern ein zentraler Baustein einer intersektionalen Gewaltstruktur. Sie kombinierte medizinische Macht mit staatlicher Ideologie, um eine definierte Gesellschaftsordnung herzustellen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>5. Fazit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wir haben anhand der Analyse gesehen, dass die ideologische Konstruktion von Weiblichkeit und rassistische Zuschreibungen Diskurse systematisch miteinander verflochten wurden, um gesellschaftliche Kontrolle auszu\u00fcben.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiblich gelesene Personen standen dabei im Zentrum einer biopolitischen Strategie, die ihr k\u00f6rperliches Dasein auf ihre Reproduktionsf\u00e4higkeit reduzierte und sie entweder zur \u201eTr\u00e4gerin des Volksk\u00f6rpers\u201c stilisierte oder aus der \u201eVolksgemeinschaft\u201c exkludierte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die nationalsozialistische Ideologie handelte dabei nicht nur mit einer bin\u00e4ren Geschlechterlogik, sondern aus einem Zusammenspiel aus sozialer, gesundheitlicher und geschlechtlicher Diskriminierung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die in dieser Arbeit zugrunde gelegte These, dass Weiblichkeit im Nationalsozialismus intersektional entlang von Geschlecht, rassistischer Zuschreibung, sozialem Status und Behinderung kontrolliert wurde, hat sich im Verlauf der Untersuchung best\u00e4tigt. Die \u201edeutsche Frau\u201c diente nicht nur als Objekt propagandistischer Inszenierung, sondern ebenfalls zur politischen Instrumentalisierung. Ihr gesellschaftlicher Wert wurde ausschlie\u00dflich durch seine Funktion f\u00fcr das Fortbestehen der \u201earischen <em>Rasse<\/em>\u201c reduziert. Femininit\u00e4t war weder individuell noch autonom, sondern durch staatliche Gewalt reglementiert und diszipliniert.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders drastisch zeigt sich das anhand der Zwangssterilisation. Diese Methode der Enteignung war nicht nur Ausdruck einer rassistischen und ableistischen Bev\u00f6lkerungspolitik zu verstehen, sondern auch als ein gezielter Angriff auf geschlechtsspezifische Selbstbestimmung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die betroffenen Personen wurden nicht nur Opfer von medizinischen Eingriffen, sondern ihnen wurde ebenfalls die gesellschaftliche Anerkennung genommen und das Recht, als Frau und Mutter gesehen zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer Gesellschaft, die Weiblichkeit prim\u00e4r \u00fcber Reproduktion definierte, war das ein existenzieller Gewaltakt.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Gewalt war jedoch nicht nur ein physischer Akt, sondern auch ein symbolischer.<\/p>\n\n\n\n<p>Die nationalsozialistische Regierung erschuf damit ein System der Ungleichwertigkeit, das bestimmte K\u00f6rper als \u201ewertvoll\u201c und andere als \u201eminderwertig\u201c klassifizierte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Fremdbestimmung \u00fcber weibliche Sexualit\u00e4t, die moralische Bewertung reproduktiven Verhaltens und die staatlich legitimierte Kontrolle \u00fcber den K\u00f6rper sind keine Ph\u00e4nomene, die ausschlie\u00dflich dem historischen Nationalsozialismus angeh\u00f6ren. Auch in heutigen Debatten \u00fcber Geschlecht, Migration, Behinderung oder soziale Herkunft lassen sich Strukturen der Kontinuit\u00e4t beobachten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der R\u00fcckblick auf die NS-Zeit erlaubt uns nicht nur eine historische Analyse, sondern er\u00f6ffnet uns auch eine kritische Perspektive auf gegenw\u00e4rtige Gesellschaftsstrukturen. Er veranlasst uns Nachzudenken und Fragen nach der Legitimit\u00e4t von Machtanspr\u00fcchen \u00fcber den eigenen K\u00f6rper zu hinterfragen. Wissenschaft und Medizin sollten keine Autorit\u00e4t besitzen, um \u00fcber Normalit\u00e4t und Abweichungen einer Person zu bestimmen. Die nationalsozialistische Bev\u00f6lkerungspolitik war kein irrationaler Zufall, sondern das Produkt gesellschaftlicher Zustimmung, wissenschaftlicher Komplizenschaft und politischer Kalkulation.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir halten fest, dass das nationalsozialistische Konzept von Weiblichkeit nicht nur Ausdruck einer patriarchalen Ideologie war, sondern in seiner Kombination mit Rassismus, Ableismus und Klassismus ein erschreckend wirkm\u00e4chtiges Herrschaftsinstrument darstellte. Die politische Funktionalisierung weiblich gelesener Personen offenbarte sich in einer rassistischen Biopolitik, die auf Ausschluss, Gewalt und Vernichtung beruhte.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Erinnerung daran ist nicht nur ein Akt der historischen Gerechtigkeit, sondern ein notwendiger Appell an heutige Gesellschaften, sich gegen\u00fcber s\u00e4mtlicher Form struktureller Ungleichheit und ideologischer Kontrolle \u00fcber K\u00f6rper entschieden entgegenzustellen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>6. Literaturhinweise<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Achtelik, K. (2016). <em>Eugenik und \u00bbEuthanasie\u00ab im Nationalsozialismus.<\/em> In <em>Selbstbestimmte Norm. Feminismus, Pr\u00e4nataldiagnostik, Abtreibung.<\/em> Verbrecher Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p>Bock, G. (2010). <em>Zwangssterilisation im Nationalsozialismus: Studien zur Rassenpolitik und Geschlechterpolitik \/ Gisela Bock.<\/em> (Nachdruck der Erstausgabe 1986). MV-Wissenschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung. (2012). <em>Die Grundlagen der NS-Rassenideologie.<\/em> In: <em>Informationen zur politischen Bildung<\/em>, Heft 284.<\/p>\n\n\n\n<p>Koonz, C. (1988). <em>Mothers in the fatherland: women, the family and Nazi politics \/ Claudia Koonz.<\/em> (Paperback ed.). Methuen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kopeck\u00e1, L. (2011). <em>Konstruktionen von Weiblichkeit und M\u00e4nnlichkeit im Nationalsozialismus<\/em> (Bachelorarbeit). Universit\u00e4t Wien.<\/p>\n\n\n\n<p>Reyer, J. (1988). <em>Rassenhygiene und Eugenik im Kaiserreich und in der Weimarer Republik: Pflege der Volksgesundheit oder Sozialrassismus.<\/em> In U. Herrmann &amp; J. Oelkers (Hrsg.), <em>P\u00e4dagogik und Nationalsozialismus.<\/em> Weinheim &amp; Basel: Beltz Verlag. S. 113\u2013145.<\/p>\n\n\n\n<p>Roth, T. (2009). <em>\u201eGestrauchelte Frauen\u201c und \u201eunverbesserliche Weibspersonen\u201c.<\/em> In E. Frietsch &amp; C. Herkommer (Hrsg.), <em>Nationalsozialismus und Geschlecht.<\/em> Bielefeld. S. 109\u2013123.<\/p>\n\n\n\n<p>Wagenaar, M. (2023). <em>Das Frauen- und Mutterbild im Nationalsozialismus und seine Auswirkungen bis heute.<\/em> Opladen: Budrich Academic Press.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>7. Quellen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Brandenburgische Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung (2013).<\/strong> <em>Arier.<\/em> <a href=\"https:\/\/www.politische-bildung-brandenburg.de\/lexikon\/arier\">https:\/\/www.politische-bildung-brandenburg.de\/lexikon\/arier<\/a> (aufgerufen am 07.04.2025)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Deutsches Historisches Museum (2010).<\/strong><strong> <\/strong><em>Frauen im Nationalsozialismus.<\/em> <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/ns-regime\/innenpolitik\/frauen\">https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/ns-regime\/innenpolitik\/frauen<\/a> (aufgerufen am 25.03.2025)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Deutsches Historisches Museum (2016).<\/strong> <em>Rassenpolitik im Nationalsozialismus.<\/em> <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/ns-regime\/innenpolitik\/rassenpolitik\">https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/ns-regime\/innenpolitik\/rassenpolitik<\/a> (aufgerufen am 25.03.2025)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Holocaust.cz. (2019).<\/strong> <em>Die NS-Ideologie \u2013 Historischer Kontext.<\/em> <a href=\"https:\/\/www.holocaust.cz\/de\/geschichte\/holocaust-2\/historischer-kontext\/die-ns-ideologie\/\">https:\/\/www.holocaust.cz\/de\/geschichte\/holocaust-2\/historischer-kontext\/die-ns-ideologie\/<\/a> (aufgerufen am 03.04.2025)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>MDR. (2025).<\/strong> <em>Zwangssterilisation und Euthanasiegesetz im NS-Staat.<\/em> <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/geschichte\/ns-zeit\/politik-gesellschaft\/zwangssterilisation-euthanasie-gesetz-zur-verhuetung-erbkranken-nachwuchses-pirna-sonnenstein100.html\">https:\/\/www.mdr.de\/geschichte\/ns-zeit\/politik-gesellschaft\/zwangssterilisation-euthanasie-gesetz-zur-verhuetung-erbkranken-nachwuchses-pirna-sonnenstein100.html<\/a> (aufgerufen am 01.04.2025)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stiftung Denkmal f\u00fcr die ermordeten Juden Europas. (2024). <\/strong><em>Anna Lehnkering \u2013 Biografie<\/em>. Gedenk- und Informationsort f\u00fcr die Opfer der nationalsozialistischen \u201eEuthanasie\u201c-Morde. <a href=\"https:\/\/www.t4-denkmal.de\/biografies\/view\/4\">https:\/\/www.t4-denkmal.de\/biografies\/view\/4<\/a> (aufgerufen am 24.04.2025)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stiftung nieders\u00e4chsische Gedenkst\u00e4tten (2021).<\/strong> <em>Rassenschande.<\/em> <a href=\"https:\/\/www.erinnert-euch.de\/de\/glossar\/rassenschande\/\">https:\/\/www.erinnert-euch.de\/de\/glossar\/rassenschande\/<\/a> (aufgerufen am 07.04.2025)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> Husemann, M. (2016). <em>NS-Rassenpolitik<\/em>, Deutsche Historisches Museum Berlin.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a> Husemann, M. (2016). <em>NS-Rassenpolitik<\/em>, Deutsche Historisches Museum Berlin.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a> &nbsp;\u201eAls \u201enicht-arisch\u201c galt, wer ein j\u00fcdisches Eltern- oder Gro\u00dfelternteil hatte.\u201c zitiert aus:<\/p>\n\n\n\n<p>Brandenburgische Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung. (o.\u202fD.). <em>Arier<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a> Siehe <strong>Stiftung nieders\u00e4chsische Gedenkst\u00e4tten. (o.\u202fD.).<\/strong> <em>Rassenschande<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\" id=\"_ftn5\">[5]<\/a> Holocaust.cz (2019). <em>Die NS-Ideologie<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\" id=\"_ftn6\">[6]<\/a> Holocaust.cz (2019). <em>Die NS-Ideologie<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\" id=\"_ftn7\">[7]<\/a> Reyer, J. (1988). <em>Rassenhygiene und Eugenik im Kaiserreich und in der Weimarer Republik: Pflege der Volksgesundheit oder Sozialrassismus<\/em>. In U. Herrmann &amp; J. Oelkers (Hrsg.), <em>P\u00e4dagogik und Nationalsozialismus<\/em>, Beltz Verlag. S. 115ff.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\" id=\"_ftn8\">[8]<\/a> Ebd. Reyer, J. (1988), S. 116f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\" id=\"_ftn9\">[9]<\/a> Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung. (2012). <em>Die Grundlagen der NS-Rassenideologie<\/em>. In Informationen zur politischen Bildung Nr. 284: Nationalsozialismus II. S. 68-69.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\" id=\"_ftn10\">[10]<\/a> Koonz, C. (1987). <em>Mothers in the Fatherland: Women, the Family and Nazi Politics<\/em>. New York: Routledge.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\" id=\"_ftn11\">[11]<\/a> Wagenaar, M. (2023). <em>Das Frauen- und Mutterbild im Nationalsozialismus und seine Auswirkungen bis heute<\/em>. Opladen: Budrich Academic Press. S. 162-164.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\" id=\"_ftn12\">[12]<\/a> Kopeck\u00e1, L. (2011). <em>Konstruktionen von Weiblichkeit und M\u00e4nnlichkeit im Nationalsozialismus<\/em> (Bachelorarbeit). Universit\u00e4t Wien. S. 6-7.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\" id=\"_ftn13\">[13]<\/a> Ebd. Kopeck\u00e0, L. (2011).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref14\" id=\"_ftn14\">[14]<\/a> Roth, T. (2009). \u201eGestrauchelte Frauen\u201c und \u201eunverbesserliche Weibspersonen\u201c. In E. Frietsch &amp; C. Herkommer (Hrsg.), <em>Nationalsozialismus und Geschlecht<\/em>. Bielefeld. S. 109-123. S. 114-117.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref15\" id=\"_ftn15\">[15]<\/a> Achtelik, K. (2016). Eugenik und\u202f\u00bbEuthanasie\u00ab\u202fim Nationalsozialismus. In&nbsp;<em>Selbstbestimmte Norm. Feminismus, Pr\u00e4nataldiagnostik, Abtreibung<\/em>. Verbrecher Verlag. S. 64ff.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref16\" id=\"_ftn16\">[16]<\/a> Vgl. Studie von Gisela Bock, 1986.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref17\" id=\"_ftn17\">[17]<\/a> Bock, G. (2010). <em>Zwangssterilisation im Nationalsozialismus. Studien zur Rassenpolitik und Geschlechterpolitik.<\/em> M\u00fcnster: MV Wissenschaft. S. 8-11.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref18\" id=\"_ftn18\">[18]<\/a> Stiftung Denkmal f\u00fcr die ermordeten Juden Europas. (2024). <em>Anna Lehnkering \u2013 Biografie<\/em>. Gedenk- und Informationsort f\u00fcr die Opfer der nationalsozialistischen \u201eEuthanasie\u201c-Morde.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref19\" id=\"_ftn19\">[19]<\/a> Stiftung Denkmal f\u00fcr die ermordeten Juden Europas. (2024). <em>Anna Lehnkering \u2013 Biografie<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref20\" id=\"_ftn20\">[20]<\/a> Stiftung Denkmal f\u00fcr die ermordeten Juden Europas. (2024). <em>Anna Lehnkering \u2013 Biografie<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref21\" id=\"_ftn21\">[21]<\/a> Achtelik, K. (2016). Eugenik und\u202f\u00bbEuthanasie\u00ab\u202fim Nationalsozialismus. In&nbsp;<em>Selbstbestimmte Norm. Feminismus, Pr\u00e4nataldiagnostik, Abtreibung<\/em>. Verbrecher Verlag.S.73.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref22\" id=\"_ftn22\">[22]<\/a> Vgl. Bock, G. (2010). <em>Zwangssterilisation im Nationalsozialismus. Studien zur Rassenpolitik und Geschlechterpolitik<\/em>. M\u00fcnster: MV Wissenschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>MDR (2025). <em>Zwangssterilisation im Dritten Reich<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\" id=\"_edn1\">[i]<\/a> In dieser Arbeit wird der Begriff \u201eFrau\u201c ausschlie\u00dflich f\u00fcr cis-geschlechtliche Personen verwendet, die bei Geburt dem weiblichen Geschlecht zugewiesen wurden. Trans, inter* oder nicht-bin\u00e4re Personen, die schwanger werden k\u00f6nnen oder von \u00e4hnlichen K\u00f6rperpolitiken betroffen sind, werden in dieser Begriffsverwendung hier nicht gemeint.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>Quelle: Loredana Engel, <em>Zwischen Reproduktion und Ideologie: Weiblichkeitskonstruktionen und Zwangssterilisation im Nationalsozialismus<\/em> in: log ABV Gender- und Diversitykompetenz FU Berlin, 26.05.2025, <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=498\">https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=498<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weiblichkeitskonstruktionen und Zwangssterilisation im Nationalsozialismus Loredana Engel (WiSe 2024\/25) 1.\u00a0 Einleitung Der Nationalsozialismus war gepr\u00e4gt von rassistischen, antisemitischen und patriarchalen Vorstellungen. Das neue System erlaubte es, Menschen zu kategorisieren und \u201erassisch minderwertige\u201c zu verfolgen und zu vernichten. Zugleich zielte der NS-Staat auf die ideologische Formung und politische Steuerung derjenigen, die als \u201erassisch wertvoll\u201c galten. 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