{"id":501,"date":"2025-05-26T11:41:53","date_gmt":"2025-05-26T09:41:53","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=501"},"modified":"2025-12-10T15:04:34","modified_gmt":"2025-12-10T14:04:34","slug":"intergeschlechtlichkeit-in-der-psychotherapie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2025\/05\/26\/intergeschlechtlichkeit-in-der-psychotherapie\/","title":{"rendered":"Intergeschlechtlichkeit in der Psychotherapie"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Marla Rohe (WiSe 2024\/25) <\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. <strong>Einleitung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">21,7% der inter* Personen haben bereits einen Suizidversuch hinter sich und versp\u00fcren weiterhin den (starken) Wunsch zu sterben (Rosenwohl-Mack et al., 2020).<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn es zahlreiche wissenschaftlich belegte Fakten, Statistiken und Expert:innenbeitr\u00e4ge zum Thema Geschlechterdiversit\u00e4t gibt, halten zeitgleich noch immer Personen an der bin\u00e4ren Vorstellung von Geschlecht fest. Dennoch: das wissenschaftliche Interesse an Intergeschlechtlichkeit w\u00e4chst, so l\u00e4sst sich dies in den letzten Jahren an der steigenden Anzahl wissenschaftlicher Publikationen ermessen (Hendricks &amp; Testa, 2012). Auch der Psychologie als interdisziplin\u00e4res Fach ist diese Entwicklung nicht entgangen. Die mentale Gesundheit von Personen, die sich der LGBTQIA*-Community angeh\u00f6rig f\u00fchlen, ist immer h\u00e4ufiger Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Zum Gl\u00fcck, denn: Inter* Personen haben geringe Chancen auf ein gesundes Leben (Kasprowski et al., 2021).<\/p>\n\n\n\n<p>Aus den vorliegenden Studien lie\u00df sich intuitiv folgende Forschungsfrage ableiten:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>\u201eWie muss die psychotherapeutische Begleitung gestaltet sein, um die psychische Gesundheit von inter* Personen zu verbessern?&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2. <strong>Intergeschlechtlichkeit \u2013 Herausforderungen durch bin\u00e4res System<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Im folgenden Abschnitt sollen zentrale Begriffe der vorliegenden Arbeit genauer definiert werden, so dass alle lesenden Personen \u00fcber ein fundiertes Verst\u00e4ndnis von Intergeschlechtlichkeit verf\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.1 <strong>Begriffe, Abgrenzungen und Grundlegendes<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Intergeschlechtlichkeit gibt es verschiedenste Definitionen, die als Basis f\u00fcr diese Arbeit herangezogen werden k\u00f6nnen. Um die geschlechtliche Vielfalt m\u00f6glichst depathologisierend darzustellen, wird die Definition der Trans*Inter*Beratungsstelle (2024) verwendet:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eInter* [\u2026] bezeichnet Menschen, mit angeborenen k\u00f6rperlichen Geschlechtsmerkmalen, die nicht den g\u00e4ngigen gesellschaftlichen und medizinischen Vorstellungen von m\u00e4nnlichen oder weiblichen K\u00f6rpern entsprechen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Dies kann sich durch Variationen auf chromosomaler, hormoneller Ebene zeigen oder auch durch vielf\u00e4ltige Auspr\u00e4gungen der Gonaden (Teil der Geschlechtsorgane) auszeichnen (Antidiskriminierungstelle des Bundes, 2024). Alle Variationen der Geschlechtsmerkmale sind nat\u00fcrlich vorkommende und gesunde Auspr\u00e4gungen einer geschlechtlichen Vielfalt. Laut Sch\u00e4tzungen des Ethikrates leben etwa 80.000 inter* Personen in Deutschland. Die Zahlen bleiben leider nur grobe Sch\u00e4tzungen, da es zum einen an verl\u00e4sslicher Dokumentation fehlt und je nach zugrundeliegender Definition manche Personen nicht in ihrer Intergeschlechtlichkeit gesehen werden. Hochrechnungen gehen davon aus, dass circa 1,7% der Weltbev\u00f6lkerung inter* Personen sind (Antidiskriminierungsstelle des Bundes, 2024; Bora, 2012).<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wort \u201eInter\u201c stellt eine lateinische Vorsilbe dar, die mit dem Begriff \u201ezwischen\u201c gleichgesetzt werden kann. H\u00e4ufig als Antonym genutzt, bezeichnet \u201eendo\u201c bzw. \u201edyadisch\u201c Personen, deren k\u00f6rperliche Merkmale, den gesellschaftlichen und medizinischen Normvorstellungen entsprechen. Der Zusatz des Sternchens (\u201e*\u201c) wird gew\u00e4hlt, um eine m\u00f6glichst inklusive Ansprache zu gew\u00e4hrleisten, indem das Sternchen vielf\u00e4ltige Endungen erm\u00f6glicht und somit keine Personen aus dem Bedeutungsraum ausschlie\u00dft (Trans*Inter*Beratungsstelle, 2024). Laut der Trans*Inter*Beratungsstelle (2024) bezeichnet Intergeschlechtlichkeit die \u00dcbersetzung des Begriffs \u201eintersex\u201c, welcher insbesondere in der englischen inter* Community genutzt wird. \u201eSex\u201c steht im Englischen f\u00fcr die k\u00f6rperliche Ebene von Geschlecht. Im Deutschen k\u00f6nnte der Begriff \u201eIntersex\u201c allerdings als irref\u00fchrend wahrgenommen werden, da er Assoziationen zur sexuellen Orientierung einer Person hervorrufen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Intergeschlechtlichkeit beschreibt die k\u00f6rperliche Dimension von Geschlecht und sagt nicht automatisch etwas \u00fcber die Genderidentit\u00e4t, die sexuelle Orientierung einer Person oder die Genderrollen\u00fcbernahme und -darstellung aus. Eine dazu passende Abgrenzung zur Transgeschlechlichkeit soll dies verdeutlichen. Trans* Personen identifizieren sich nicht mit dem k\u00f6rperlichen Geschlecht, welches nach der Geburt auf Grundlage der k\u00f6rperlichen Auspr\u00e4gungen festgelegt wurde. Transgeschlechtlichkeit bezieht sich somit auf die Ebene der Genderidentit\u00e4t. Die Begriffe sind klar voneinander abzugrenzen. Inter- und Transgeschlechtlichkeit treten unabh\u00e4ngig voneinander auf. Trans* Personen k\u00f6nnen inter* oder auch endo sein (Trans*Inter*Beratungsstelle, 2024).<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn dieses Kapitel zum Ziel hat, grunds\u00e4tzliche Begriffe der Intergeschlechtlichkeit darzustellen, ist es unumg\u00e4nglich inter* Personen immer nach der eigenen Selbstbezeichnung zu fragen, diese anzuwenden und zu respektieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die vorliegende Definition sowie Begriffsdebatte weist zudem auf einen weiteren wichtigen Aspekt von Intergeschlechtlichkeit hin: die gesellschaftliche und medizinische Perspektive. Die gesellschaftlich gelebte Binarit\u00e4t des Geschlechtersystems f\u00fchrt dazu, dass Personen, die nicht dieser Binarit\u00e4t entsprechen, gewissen Stressoren ausgesetzt sind, welche langfristig zu negativen gesundheitlichen Folgen f\u00fchren k\u00f6nnen. Neben einer strukturellen Benachteiligung und Diskriminierung im somatisch-medizinischen Bereich durch unter anderem (Zwangs-)Operationen, unzureichende Forschung und mangelnde Fachpersonalschulung, z\u00e4hlt auch psychischer Stress zu einem negativen Outcome der starren Geschlechterbinarit\u00e4t. Psychischer Stress kann sich langfristig negativ auf die mentale Gesundheit einer Person auswirken, sodass gegebenenfalls psychotherapeutische Behandlungen notwendig sind, um die Lebensqualit\u00e4t wieder herzustellen bzw. zu verbessern. Rosenwohl-Mack et al. (2020) fanden heraus, dass 53,6% der befragten inter* Personen ihre mentale Gesundheit als mittelm\u00e4\u00dfig bis schlecht bezeichnen. Diese subjektiv eher negative Einsch\u00e4tzung der mentalen Gesundheit von inter* Personen zeigte sich vor allem unter j\u00fcngeren Menschen (28,2%). 61,1% der befragten inter* Personen gaben an, mit einer depressiven St\u00f6rung diagnostiziert worden zu sein. 62,6% leiden unter diagnostizierten Angstst\u00f6rungen. Von Suizidversuchen und dem (starken) Wunsch zu sterben berichteten, wie einleitend dargestellt, 21,7% der befragten inter* Personen (Rosenwohl-Mack et al., 2020).<\/p>\n\n\n\n<p>Der Handlungsbedarf zur Verbesserung der mentalen Gesundheit von inter* Personen ist, gemessen an den oben aufgef\u00fchrten Studienergebnissen, enorm. W\u00e4hrend ein langfristiges gesellschaftliches Umdenken zumindest teilweise bereits im Gange ist, braucht es kurzfristigere und schnell umsetzbare M\u00f6glichkeiten zur psychologischen Begleitung von inter* Personen. Hierf\u00fcr ist es notwendig, sich konkreter mit der Lebensrealit\u00e4t, den Erfahrungen und Herausforderungen von inter* Personen auseinanderzusetzen und diese Stressoren in ihrer Komplexit\u00e4t zu verstehen. Ein Modell, das sich den spezifischen Stressoren von Minderheiten widmet, ist das Minorit\u00e4ten-Stress-Modell, welches als theoretische Grundlage dieser Arbeit im anschlie\u00dfenden Kapitel genauer beleuchtet werden soll.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.2 <strong>Minorit\u00e4ten-Stress-Modell<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das Minorit\u00e4ten-Stress-Modell wurde im Jahr 2003 von I. H. Meyer entwickelt und beschreibt, wie chronischer Stress durch soziale Stigmatisierung und Diskriminierung die psychische Gesundheit von Menschen aus marginalisierten Gruppen negativ beeinflusst. Fokusgruppen bei der Entwicklung durch Meyer (2003) bildeten vorrangig lesbische, schwule und bisexuelle Personen. Da allerdings alle, der LGBTQIA* Community angeh\u00f6rigen Personen, von Ausgrenzungen und Diskriminierungen betroffen sein k\u00f6nnen (van de Grift et al., 2024), l\u00e4sst sich dieses Modell auch f\u00fcr die vorliegende Arbeit zum Thema Intergeschlechtlichkeit anwenden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"616\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/files\/2025\/05\/blog-1-1024x616-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-503\" srcset=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/files\/2025\/05\/blog-1-1024x616-1.png 1024w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/files\/2025\/05\/blog-1-1024x616-1-300x180.png 300w, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/files\/2025\/05\/blog-1-1024x616-1-768x462.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><figcaption><em>Abb. 1 Minority Stress Modell (Meyer, 2003)<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Modell unterscheidet zwischen distalen (aus Abbildung 1: (d)) und proximalen (f) Stressprozessen (Hendricks &amp; Testa, 2012). Distale Stressoren entstehen durch den vorgestellten Minderheitenstatus (b), welcher sich bei inter* Personen durch die \u201eNicht-\u00dcbereinstimmung der angeborenen k\u00f6rperlichen Geschlechtsmerkmale mit den g\u00e4ngigen gesellschaftlichen und medizinischen Vorstellungen von m\u00e4nnlichen oder weiblichen K\u00f6rpern\u201c ergibt (abgeleitet aus Begriffsdefinition, vgl. Trans*Inter*Beratungsstelle, 2024).<\/p>\n\n\n\n<p>Unter distalen Stressprozessen versteht man insbesondere von au\u00dfen einwirkende, also externe, Geschehnisse, welcher eine Person ausgesetzt ist. Dazu kann unter anderem Diskriminierung und Ablehnung durch die Gesellschaft, die Stigmatisierung im medizinischen System \u2013 auch im psychotherapeutischen Bereich &#8211; aber auch Viktimisierung und fehlende Akzeptanz von Geschlechtervielfalt fallen (van de Grift et al., 2024). Auch die fehlende Sichtbarkeit von Intergeschlechtlichkeit in der Gesellschaft wird von inter* Personen als frustrierend empfunden und f\u00fchrt unter anderem zu Gef\u00fchlen der Einsamkeit und Isolation (van de Grift et al., 2024). Diese distalen Stressprozesse setzen wiederum proximale Stressprozesse in Gang bzw. verst\u00e4rken diese zudem (Meyer, 2003).<\/p>\n\n\n\n<p>Die proximalen Stressprozesse stellen internalisierte \u00dcberzeugungen (bspw. \u201esich unnormal f\u00fchlen\u201c) dar, die einen gro\u00dfen Einfluss durch die Minderheitenidentit\u00e4t (e) einer Person erfahren sowie deren Selbstbild definieren (Meyer, 2003). So k\u00f6nnen Personen einer Minderheit Ablehnungen\/ Diskriminierungen auch internalisiert haben, obwohl sie selbst dieser Minderheitengruppe angeh\u00f6rig sind. Zudem spielen bei den proximalen Stressprozessen auch negative Erwartungen bei Outing\/ romantischen Beziehungen und Verschweigen von Gef\u00fchlen\/ Erfahrungen und dadurch eine gespielte Anpassung an Binarit\u00e4t eine gro\u00dfe Rolle (Hendricks &amp; Testa, 2012; van de Grift et al, 2024). Zu den proximalen Stressoren erg\u00e4nzen die Autor:innen der Studie von van de Grift et al. (2024) noch die \u00dcberinterpretation von k\u00f6rperlichen Vorg\u00e4ngen, die durch das fehlende Vertrauen in den eigenen K\u00f6rper entstehen kann. Eine weitere Herausforderung f\u00fcr inter* Personen kann das Kommunizieren von k\u00f6rperlichen Grenzen darstellen. Durch zahlreiche, oft \u00fcbergriffige medizinische Untersuchungen und die dadurch verringerte k\u00f6rperliche Autonomie f\u00fchlen sich inter* Personen h\u00e4ufig ungesch\u00fctzter bzw. gef\u00e4hrdeter in Bezug auf \u00fcbergriffige k\u00f6rperliche Begegnungen (ebd., 2024). Der interpersonelle Stress, welcher wie oben aufgef\u00fchrt u.a. durch internalisierte negative \u00dcberzeugungen auftritt, \u00e4u\u00dfert sich bei inter* Personen durch konstante negative Verstimmung. K\u00f6rperliche und emotionale Intimit\u00e4t kann dadurch f\u00fcr inter* Personen ebenfalls eine gro\u00dfe Herausforderung und somit Stressor darstellen (ebd., 2024).<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Stressoren wirken sich, gemeinsam mit den generellen Lebensstressoren (c) und unter Ber\u00fccksichtigung der Merkmale der Minorit\u00e4t (g) auf die mentale Gesundheit von Personen aus (Meyer, 2003). Meyer (2003) beschreibt allerdings auch, ins Deutsche \u00fcbersetzt, \u201eBew\u00e4ltigungsstrategien und soziale Unterst\u00fctzung\u201c (h). Diese k\u00f6nnen, wenn richtig ausgepr\u00e4gt, als Gegenpol zum chronischen Stress wirken und somit die mentale und k\u00f6rperliche Gesundheit von inter* Personen st\u00e4rken. Hierzu z\u00e4hlen unterst\u00fctzende Netzwerke (\u201eCommunity\u201c), die Entwicklung von Stolz (\u201ePride\u201c), Selbstakzeptanz und positive Identit\u00e4tsentwicklung, die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Normen und die positiv unterst\u00fctzende Gestaltung des unmittelbaren sozialen\/ famili\u00e4ren Umfeldes (van de Grift et al., 2024).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3. <strong>Intergeschlechtlichkeit in der Psychotherapie<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.1 <strong>ICD-11: Wirklich ein Fortschritt?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das Diagnostikmanual \u201eICD-11\u201c, welches zum 01. Januar 2022 in Kraft trat und zum Teil auch schon in der psychotherapeutischen Praxis Anwendung findet, hat der Stigmatisierung von trans* Personen entgegengewirkt und somit Transgeschlechtlichkeit im Diagnostikbereich entpathologisiert. F\u00fcr Intergeschlechtlichkeit jedoch hat das ICD-11 keine solche Verbesserung gebracht. Noch immer wird Intergeschlechtlichkeit als St\u00f6rung klassifiziert und unter dem Code LD2A als \u201eFehlbildungen in der Geschlechtsentwicklung\u201c gef\u00fchrt (oii Germany, 2022; Bundesministerium f\u00fcr Arzneimittel und Medizinprodukte, 2022). Dieser, aus dem \u00e4lteren DSM \u00fcbernommene, Diagnosecode tr\u00e4gt weiterhin zur Stigmatisierung und Pathologisierung von Intergeschlechtlichkeit bei (oii Germany, 2022).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.2 <strong>\u00dcberlegungen f\u00fcr psychotherapeutische Praxis: St\u00e4rkung von Resilienzen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Ein m\u00f6glicher Ansatz innerhalb der psychotherapeutischen Betreuung von inter* Personen ergibt sich aus den vorherigen Kapiteln zun\u00e4chst intuitiv: Stressoren senken bzw. diesen entgegenwirken und Resilienzfaktoren f\u00f6rdern bzw. diese aufrechterhalten. Diese Empfehlung vertreten auch die Autor:innen der Studie von van de Grift et al. (2024): Um gesundheitliche Probleme von inter* Personen zu vermeiden bzw. diesen entgegenzuwirken, empfehlen die Autor:innen, dass klinische Expert:innen aktiv nach Minorit\u00e4ten-Stressoren fragen, um hier mit psychotherapeutischen Programmen anzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer wichtiger Ankn\u00fcpfungspunkt f\u00fcr psychotherapeutische Ma\u00dfnahmen stellen die Resilienzfaktoren von inter* Personen dar. Van de Grift et al. (2024) haben auch diese noch einmal genauer differenziert und in distale und proximale Resilienzfaktoren unterschieden. Ein distaler Resilienzfaktor, der sich in der Studie der Autor:innen best\u00e4tigen lie\u00df, ist das Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl zu einer Community oder auch Selbsthilfegruppe. Auch das Zuwenden zu \u201erole models\u201c oder die eigene Annahme einer solchen Modellrolle z\u00e4hlen laut den Autor:innen zu den distalen Resilienzfaktoren. Vorbilder, wie bspw. ber\u00fchmte queere Pers\u00f6nlichkeiten, helfen dabei, Erfahrungen von inter* Personen zu normalisieren oder neue Bew\u00e4ltigungsstrategien und Wissen zu vermitteln. Aktivismus (bspw. in Form von politischem Engagement) wird ebenfalls aufgef\u00fchrt, da es die wahrgenommene Kontrolle \u00fcber die eigene Situation steigert. Psychotherapeutische Ma\u00dfnahmen sollten insbesondere auf die F\u00f6rderung von hoffnungsstiftenden Aktivit\u00e4ten (wie oben beschriebener Aktivismus oder der Zuwendung zu \u201erole models\u201c) abzielen. Hoffnung und das Gef\u00fchl von Sinnstiftung wurden von van de Grift et al. (2024) als relevante Resilienzfaktoren zum Abbau von Minorit\u00e4tsstressoren genannt. Zur Erleichterung der F\u00f6rderung von Aktivismus und\/oder der Zuwendung zu \u201erole models\u201c sollten psychotherapeutische Praxen \u00fcber Informationsmaterial zu entsprechenden aktivistischen Vereinen\/ Institutionen und Selbsthilfegruppen bereithalten. Auch Namen von (ber\u00fchmten) queeren Vorbildern sowie Kenntnis \u00fcber deren Social-Media-Kan\u00e4le sollten als Orientierungspunkte f\u00fcr inter* Personen zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausschlaggebend bei der Resilienz von distalem Stress sei aber auch die Akzeptanz und der Support von nahestehenden Menschen und Institutionen, wie bspw. Eltern oder Schule (van de Grift et al., 2024). LGBTQIA* Personen treffen sich signifikant h\u00e4ufiger mit Freund:innen, Nachbar:innen oder Bekannten als cis-Personen. Daraus l\u00e4sst sich schlie\u00dfen, dass die Bedeutung von zwischenmenschlichen Beziehungen f\u00fcr LGBTQIA* Personen h\u00f6her ist und aktiver Beziehungsaufbau betrieben wird (Kasprowski et al., 2021). Ableitend f\u00fcr m\u00f6gliche psychotherapeutische Ma\u00dfnahmen sollten Eltern, Geschwister oder Freund:innen von inter* Personen st\u00e4rker in die Therapien miteinbezogen werden, um die (Selbst-)Akzeptanz von Intergeschlechtlichkeit zu f\u00f6rdern und somit soziale Unterst\u00fctzung zu sichern. Denkbar w\u00e4re, zeitgleich zur Individualtherapie workshop\u00e4hnliche Betreuungen anzubieten, in welchen das enge Umfeld der zu therapierenden Person n\u00e4here Informationen und Wissen um Intergeschlechtlichkeit an sich, aber auch der Komplexit\u00e4t von Minorit\u00e4ten-Stressoren und Resilienzfaktoren erwerben kann. Die \u201eInterdisziplin\u00e4re Spezialsprechstunde zu Fragen der Geschlechtsidentit\u00e4t im Kindes- und Jugendalter\u201c von der Charit\u00e9 bietet in der Begleitung von trans* Personen auch die Arbeit mit Eltern im Sinne des \u201eAmbiguous Loss\u201c an. Dies kann den Prozess des sozialen Supports stark voranbringen, da Eltern hier zun\u00e4chst Abschied von internalisierten Vorstellungen und W\u00fcnschen \u00fcber ihre Kinder nehmen k\u00f6nnen, bisherige Geschlechterannahmen reflektieren und sich anschlie\u00dfend f\u00fcr neue Konzepte \u00f6ffnen bzw. Stolz (\u201ePride\u201c als Resilienzfaktor) erarbeiten (Charit\u00e9, 2025). Auch wenn dieses Beratungsangebot sich auf trans* Personen bezieht, sollte diese Form der Elternarbeit auch in die psychologische Begleitung von inter* Personen Einzug finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbstakzeptanz, positive Erfahrungen mit Offenheit und vor allem das Gef\u00fchl von Handlungskompetenz werden von van de Grift et al. (2024) als Resilienzfaktoren gegen proximale, also innerliche Stressoren aufgef\u00fchrt. Die psychotherapeutische Betreuung von inter* Personen sollte positive Erfahrungen mit subjektiver Offenheit erm\u00f6glichen, diese verst\u00e4rken und so zu mehr Selbstakzeptanz und auch Handlungskompetenz beitragen. Wichtig hierbei k\u00f6nnte eine gendersensible Ansprache und empathische, wertfreie Perspektiven\u00fcbernahme f\u00fcr die Lebensrealit\u00e4t der inter* Person sein. Handlungskompetenzen k\u00f6nnten beispielsweise durch die Vermittlung von Wissen \u00fcber individuelle Rechte\/ M\u00f6glichkeiten im medizinischen System gest\u00e4rkt werden. Aber auch Skills-Training zur Steigerung der Selbstwirksamkeit und die Beihilfe zur Entwicklung von realistischen Selbstzielen k\u00f6nnten dazu beitragen, dass die inter* Person \u00fcber mehr Handlungskompetenzen verf\u00fcgt. Das Training von Kommunikationsstrategien und konkrete Gespr\u00e4chssimulationen (bspw. Gespr\u00e4che mit \u00c4rzt:innen), k\u00f6nnten eingesetzt werden, um Grenzen setzendes Verhalten zu f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>4. Konklusion<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die vorliegende Arbeit erl\u00e4utert kompakt die Stressoren und Resilienzen von inter* Personen und leitet daraus erste intuitive Implikationen f\u00fcr die psychotherapeutische Betreuung ab. Auch wenn inter* Personen die Variation in angeborenen Geschlechtsmerkmalen sowie die Erfahrung von Diskriminierungen gemeinsam haben, kann der Leidensdruck von Person zu Person unterschiedlich ausgepr\u00e4gt sein. Abschlie\u00dfend sei deshalb wichtig zu erw\u00e4hnen, dass es nicht die eine inter* Lebensrealit\u00e4t gibt. Psychotherapeutische Ans\u00e4tze m\u00fcssen die Individualit\u00e4t einer Person einbeziehen und Interventionen an individuelle Belastungs- und Bed\u00fcrfnissituationen anpassen. Komorbidit\u00e4ten wie Depressionen oder Angstst\u00f6rungen sollten ebenfalls Bestandteil einer psychotherapeutischen Begleitung von inter* Personen sein. Psychotherapeutische Begleitung von inter* Personen sollte sich zudem nicht allein auf die zu therapierende Person fokussieren, sondern das Umfeld der inter* Person einbeziehen. Sozialer Support und Akzeptanz ist f\u00fcr die mentale Gesundheit von inter* Personen entscheidend (van de Grift et al., 2024) und sollte in direkter Zusammenarbeit mit dem sozialen Umfeld erarbeitet werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">5. <strong>Res\u00fcmee<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend noch ein paar subjektive Worte. Da ich sp\u00e4ter eine Karriere als psychologische Psychotherapeutin anstrebe, hat mir das Seminar \u201eGender &amp; Gesundheit\u201c und auch die Ausarbeitung der vorliegenden Arbeit viele neue Sichtweisen und Denkanst\u00f6\u00dfe f\u00fcr die sp\u00e4tere Berufspraxis geliefert. Ich konnte detaillierteres Wissen \u00fcber die Komplexit\u00e4t der Stressoren der LGBTQIA* Community erlernen. In einem m\u00f6glichen Berufsalltag w\u00fcrde ich mich deshalb stark f\u00fcr mehr Sichtbarkeit von Intergeschlechtlichkeit einsetzen, beispielsweise durch mehr Aufkl\u00e4rung und genderneutrale Dokumente. Zudem hat mich das Seminar zum \u00dcberdenken von eigenem heteronormativem Sprachgebrauch angeregt, welcher auch in zuk\u00fcnftiger Berufspraxis eine gro\u00dfe Rolle spielen wird. Die Beziehung zwischen Therapeut:in und Klient:in macht etwa 30% des Therapieerfolges aus (Lambert &amp; Barley, 2001). So ist mir noch deutlicher bewusst geworden, dass ich beispielsweise bei der Frage nach dem Beziehungsstatus einer Person nicht direkt von heterosexueller Bindung ausgehen sollte, sondern auch hier auf eine genderneutrale Sprache achten muss, um anderen sexuellen Orientierungen Sichtbarkeit zu verschaffen und das Vertrauensverh\u00e4ltnis und die M\u00f6glichkeit zur Offenheit von der bzw. dem Klient:in zu sichern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">6. <strong>Literaturverzeichnis<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Antidiskriminierungsstelle des Bundes (2024). inter*, abgerufen \u00fcber: <a href=\"https:\/\/www.antidiskriminierungsstelle.de\/DE\/ueber-diskriminierung\/diskriminierungsmerkmale\/geschlecht-und-geschlechtsidentitaet\/inter\/inter-node.html#:~:text=Laut%20Sch%C3%A4tzung%20des%20Deutschen%20Ethikrats%20leben%2080.000%20intergeschlechtliche%20Personen%20in%20Deutschland\">https:\/\/www.antidiskriminierungsstelle.de\/DE\/ueber-diskriminierung\/diskriminierungsmerkmale\/geschlecht-und-geschlechtsidentitaet\/inter\/inter-node.html#:~:text=Laut%20Sch%C3%A4tzung%20des%20Deutschen%20Ethikrats%20leben%2080.000%20intergeschlechtliche%20Personen%20in%20Deutschland<\/a><a><\/a><a><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Bora, A. (2012). Deutscher Ethikrat. Zur Situation intersexueller Menschen. Berlin.<\/p>\n\n\n\n<p>Bundesinstitut f\u00fcr Arzneimittel und Medizinprodukte (2022). IDC-11 in Deutsch &#8211; Entwurfsfassung, abgerufen \u00fcber: <a href=\"https:\/\/www.bfarm.de\/DE\/Kodiersysteme\/Klassifikationen\/ICD\/ICD-11\/uebersetzung\/_node.html\">https:\/\/www.bfarm.de\/DE\/Kodiersysteme\/Klassifikationen\/ICD\/ICD-11\/uebersetzung\/_node.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Charit\u00e9 Berlin (2025). Interdisziplin\u00e4re Spezialsprechstunde f\u00fcr Fragen der Geschlechtsidentit\u00e4 im Kindes- und Jugendalter, abgerufen \u00fcber: <a href=\"https:\/\/kinder-und-jugendpsychiatrie.charite.de\/fuer_patienten_eltern\/ambulanzen\/interdisziplinaere_spezialsprechstunde_fuer_fragen_der_geschlechtsidentitaet_im_kindes_und_jugendalter\">https:\/\/kinder-und-jugendpsychiatrie.charite.de\/fuer_patienten_eltern\/ambulanzen\/interdisziplinaere_spezialsprechstunde_fuer_fragen_der_geschlechtsidentitaet_im_kindes_und_jugendalter<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Hendricks, M. L., &amp; Testa, R. J. (2012). A conceptual framework for clinical work with transgender and gender nonconforming clients: An adaptation of the Minority Stress Model. <em>Professional Psychology: Research and Practice<\/em>, 43(5).<\/p>\n\n\n\n<p>Kasprowski, D., Fischer, M., Chen, X., de Vries, L., Kroh, M., K\u00fchne, S., Richter, D. &amp; Zindel, Z. (2021). Geringere Chancen auf ein gesundes Leben f\u00fcr LGBTQI*-Menschen<em>. DIW Wochenbericht<\/em>, 88(6).<\/p>\n\n\n\n<p>Lambert, M. J., &amp; Barley, D. E. (2001). Research summary on the therapeutic relationship and psychotherapy outcome.&nbsp;<em>Psychotherapy: Theory, Research, Practice, Training<\/em>,&nbsp;<em>38<\/em>(4), 357\u2013361.<\/p>\n\n\n\n<p>Meyer, I. H. (2003). Prejudice, social stress, and mental health in lesbian, gay, and bisexual populations: Conceptual issues and research evidence.&nbsp;<em>Psychological Bulletin, 129<\/em>(5), 674\u2013697.<\/p>\n\n\n\n<p>oii Germany (2022). Stellungsnahme OII Germany zum Eckpunktepapier f\u00fcr ein Selbstbestimmungsgesetz, abgerufen \u00fcber: <a href=\"https:\/\/oiigermany.org\/eckpunktepapier-selbstbestimmungsgesetz\/\">https:\/\/oiigermany.org\/eckpunktepapier-selbstbestimmungsgesetz\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Rosenwohl-Mack, A., Tamar-Mattis, S., Baratz, A. B., Dalke, K. B., Ittelson, A., Zieselman, K., Flatt, J. D., &amp; Useche, S. A. (2020). A national study on the physical and mental health of intersex adults in the U.S.&nbsp;<em>PloS One<\/em>,&nbsp;<em>15<\/em>(10).<\/p>\n\n\n\n<p>Trans*Inter*Beratungsstelle (2024). Begriffskl\u00e4rungen, abgerufen \u00fcber: <a href=\"https:\/\/www.trans-inter-beratungsstelle.de\/de\/begriffserklaerungen.html\">https:\/\/www.trans-inter-beratungsstelle.de\/de\/begriffserklaerungen.html<\/a>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Van de Grift, T. C., Dalke, K. B., Yuodsnukis, B., Davies, A., Papadakis, J. L., &amp; Chen, D. (2024). Minority stress and resilience experiences in adolescents and young adults with intersex variations\/differences of sex development.\u00a0<em>Psychology of Sexual Orientation and Gender Diversity<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>Quelle: Marla Rohe, <em>Intergeschlechtlichkeit in der Psychotherapie<\/em> in: Blog ABV Gender- und Diversitykompetenz FU Berlin, 26.05.2025, <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=501\">https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=501<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marla Rohe (WiSe 2024\/25) 1. Einleitung 21,7% der inter* Personen haben bereits einen Suizidversuch hinter sich und versp\u00fcren weiterhin den (starken) Wunsch zu sterben (Rosenwohl-Mack et al., 2020). Auch wenn es zahlreiche wissenschaftlich belegte Fakten, Statistiken und Expert:innenbeitr\u00e4ge zum Thema Geschlechterdiversit\u00e4t gibt, halten zeitgleich noch immer Personen an der bin\u00e4ren Vorstellung von Geschlecht fest. 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