{"id":560,"date":"2026-03-10T14:16:57","date_gmt":"2026-03-10T13:16:57","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=560"},"modified":"2026-03-10T14:20:43","modified_gmt":"2026-03-10T13:20:43","slug":"afrikanische-frauenfussballnationalmannschaften-zwischen-westlich-zentrierter-berichterstattung-und-postkolonialen-machtstrukturen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2026\/03\/10\/afrikanische-frauenfussballnationalmannschaften-zwischen-westlich-zentrierter-berichterstattung-und-postkolonialen-machtstrukturen\/","title":{"rendered":"Afrikanische Frauenfu\u00dfballnationalmannschaften zwischen westlich-zentrierter Berichterstattung und postkolonialen Machtstrukturen"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Laila Lehming (WiSe 2025.26)<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. Pers\u00f6nliche Positionierung und Einleitung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Als eine in Deutschland aufgewachsene Studentin im Fach Politikwissenschaft reflektiere ich \u00fcber globale Sportmedien aus einer westlich sowie weiblich gepr\u00e4gten Perspektive. Meine Wahrnehmung ist dabei stark durch deutsch- und englischsprachige Medien gepr\u00e4gt. Beide galten f\u00fcr mich lange als selbstverst\u00e4ndliche Referenz.<br>Seit dem Vize-Europameisterschafts-Erfolg der deutschen Frauenfu\u00dfballnationalmannschaft bei der EM im Sommer 2022 verfolge ich den Sport und die Berichterstattung dar\u00fcber intensiv. Seit der EM 2022 sowie der darauffolgenden WM 2023 ist die mediale Berichterstattung \u00fcber diesen Sport enorm gestiegen. Dabei ist vor allem bei der WM 2023 aufgefallen, dass afrikanische Mannschaften medial eine andere Aufmerksamkeit erlangen als europ\u00e4ische Teams.<br>\u00a0<br>W\u00e4hrend die englischen \u201eLionesses\u201d in den Medien stets als \u201ek\u00e4mpferisch\u201d (Schicklinski 2025) beschrieben werden, die spanische Nationalmannschaft als extrem technisch versiert und bei den Franz\u00f6sinnen ihre Schnelligkeit hervorgehoben wird, werden afrikanische Mannschaften] meistens relativ \u00e4hnlich beschrieben. Und das trotz ihrer vorhandenen Differenzen. Oft werden deren Spielstile im Vergleich zu europ\u00e4ischen Teams auf ihre \u201ePhysis\u201d oder eine (oft in westlichen Vereinen spielende) einzelne Spielerin beschr\u00e4nkt. Diese wiederkehrende Zuschreibung erzeugt ein homogenisiertes Bild afrikanischer Mannschaften, welches ihre sportliche Vielfalt und taktische Unterschiedlichkeit kaum abbildet. Medial werden sie dadurch nicht als gleichwertige Konkurrentinnen in internationalen Wettbewerben dargestellt, sondern als eine Abweichung von westlichen Normen. Hinzu kommt, dass unabh\u00e4ngig von ihren letzten Erfolgen afrikanische Teams im Vergleich zu europ\u00e4ischen Teams konstant als \u201eUnderdog\u201d gesehen werden.<br>\u00a0<br>Diese Unterschiede in der Berichterstattung sind dabei mehr als zuf\u00e4llige Beobachtungen, sondern weisen auf tief verankerte strukturelle Machtverh\u00e4ltnisse innerhalb globaler Sportmedien hin. Besonders deutlich wird hierbei, dass sich die geschlechtsspezifische Benachteiligung im Frauenfu\u00dfball mit rassistischen und postkolonialen Zuschreibungen \u00fcberlagert, wodurch afrikanische Spielerinnen mehrfach marginalisiert werden.<br>\u00a0<br>Diese Problematik gewinnt insbesondere im Hinblick auf die Frauenfu\u00dfball-Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien an Relevanz. Vor dem Hintergrund anhaltender geschlechtlicher und rassistischer Diskriminierungsstrukturen stellt sich die Frage, inwiefern zuk\u00fcnftige mediale Berichterstattung bestehende Machtverh\u00e4ltnisse reproduzieren oder potenziell aufbrechen kann. Eine kritische Untersuchung dieser Dynamiken erscheint daher von zentraler Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2. Kontextualisierung<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.1 Frauenfu\u00dfball im afrikanischen Kontext<\/h3>\n\n\n\n<p>Entgegen weit verbreiteter Annahmen stellt der Frauenfu\u00dfball in afrikanischen Kontexten kein randst\u00e4ndiges oder qualitativ unterlegenes Ph\u00e4nomen dar, sondern ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil internationaler Wettbewerbe. Afrikanische Frauennationalmannschaften nehmen regelm\u00e4\u00dfig an Turnieren wie den Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften teil. Im <em>CAF Africa\u2019s Women&#8217;s Cup of Nations<\/em> ist die Qualit\u00e4t der Mannschaften stark zusammenger\u00fcckt. Der \u201eafrikanische Fu\u00dfball der Frauen macht Quantenspr\u00fcnge in Sachen Qualit\u00e4tsdichte und das seit mehreren Jahren\u201d (Emrich 2025). Trotz sportlicher Erfolge und wachsender Professionalisierung, wie z.B. die Gr\u00fcndung eines \u201eHigh-Performance-Centre&#8220; an der Universit\u00e4t Pretoria, das gezielt Fu\u00dfballspielerinnen f\u00f6rdern soll, ist der Frauenfu\u00dfball in den afrikanischen L\u00e4ndern \u201emassiv unterfinanziert\u201d (ntv.de 2023). Begrenzte finanzielle Mittel, mangelhafte Trainingsbedingungen, fehlende institutionelle Unterst\u00fctzung sowie die Nichtzahlung von Pr\u00e4mien pr\u00e4gen die strukturellen Rahmenbedingungen. Hinzu kommen schwerwiegende Vorw\u00fcrfe sexualisierter Gewalt innerhalb einzelner Verb\u00e4nde, die auf tiefgreifende Machtungleichgewichte hinweisen. Die Trainingskonditionen sind oft \u201eeinfach nur schlecht\u201d (ntv.de 2023). Die Aussage der ehemaligen Kapit\u00e4nin der s\u00fcdafrikanischen Nationalmannschaft Janine van Wyk, \u201edie Kluft zwischen [den Bedingungen] im afrikanischen Fu\u00dfball und dem Rest der Welt ist riesig\u201c (ntv.de 2023), verdeutlicht, dass sportlicher Erfolg bislang nicht mit gleichwertigen strukturellen Voraussetzungen einhergeht.<br>\u00a0<br>Trotz dieser strukturellen Missst\u00e4nde befindet sich der Frauenfu\u00dfball in Afrika in einer Phase des deutlichen Aufschwungs. Die erstmalige Qualifikation von vier afrikanischen Teams f\u00fcr die Weltmeisterschaft 2023 markiert einen historischen Moment und f\u00fchrte in vielen L\u00e4ndern zu gesteigerter \u00f6ffentlicher Aufmerksamkeit. Diese sportliche Entwicklung steht jedoch in einem Spannungsverh\u00e4ltnis zur weiterhin marginalen medialen Repr\u00e4sentation auf globaler Ebene.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.2 \u00a0Mediale Sichtbarkeiten afrikanischer Frauenfu\u00dfballnationalmannschaften<\/h3>\n\n\n\n<p>\u00a0Trotz der beschriebenen sportlichen Entwicklung und wachsenden Professionalisierung afrikanischer Frauenfu\u00dfballnationalmannschaften spiegelt sich dieser Fortschritt bislang nur wenig in ihrer medialen Repr\u00e4sentation wider.<br>\u00a0<br>Der Frauenfu\u00dfball im Allgemeinen erlebt global einen rasanten Aufschwung an Popularit\u00e4t. Er ist der am st\u00e4rksten wachsende und stetig popul\u00e4rer werdende Teamsport der Welt (vgl. Staab 2017, S.56). Nationale Ligen sowie internationale Turniere knacken regelm\u00e4\u00dfig Publikumsrekorde (vgl. DPA, 2022). Trotzdem bleibt seine mediale Behandlung von strukturellen Ungleichheiten gepr\u00e4gt. Dies zeigte sich unter anderem in der verz\u00f6gerten Sicherung der \u00dcbertragungsrechte der Frauenfu\u00dfball-Weltmeisterschaft 2023 in Deutschland, die erst kurz vor Turnierbeginn finalisiert wurde (vgl. deutschlandfunk 2023). Die lange Unsicherheit verdeutlicht, dass selbst auf nationaler Ebene Frauenfu\u00dfball medial noch immer nicht als selbstverst\u00e4ndlicher Bestandteil sportlicher Berichterstattung gilt. Sowohl in Europa als auch in S\u00fcdamerika ist Fu\u00dfball noch immer eine reine \u201eM\u00e4nnerdom\u00e4ne\u201d (Dunning 2003, S.473).<\/p>\n\n\n\n<p>Erkl\u00e4rt werden kann dies dadurch, dass sozial und kulturell vermittelt wird, dass die \u201ewahre M\u00e4nnlichkeit\u201d der Anreiz des Sportes insgesamt ist (vgl. S\u00fclze 2011, S.303). So stellen Fu\u00dfball und die Fu\u00dfballfankultur einen wichtigen Ort gesellschaftlich wirkm\u00e4chtiger Konstruktionen von M\u00e4nnlichkeit dar, in dem die Anwesenheit von Frauen* ausgeblendet wird (vgl. K\u00fcppers 2018, S.87f). Dennoch ist es erschreckend, dass der Fu\u00dfball trotz der Tatsache, dass er immer wieder versucht, den Anschein der Diversit\u00e4t zu vermitteln, explizit die Kategorie \u201eGeschlecht\u201d ausl\u00e4sst.<br>Allgemein l\u00e4sst sich sagen, dass die globale Sportberichterstattung ma\u00dfgeblich von Medienh\u00e4usern im globalen Norden gepr\u00e4gt ist. Diese entscheiden dar\u00fcber, welche Teams, Spielerinnen und Narrative als berichtenswert gelten. Sichtbarkeit im internationalen Sport ist somit nicht ausschlie\u00dflich an sportliche Leistung gekn\u00fcpft, sondern auch an \u00f6konomische Interessen und bestehende Machtverh\u00e4ltnisse.<br>\u00a0<br>Vor diesem Hintergrund erfahren afrikanische Frauenfu\u00dfballnationalmannschaften eine doppelte Marginalisierung medialer Pr\u00e4senz. Zum einen sind sie Teil eines generell benachteiligten Frauenfu\u00dfballs, zum anderen sind Mannschaften aus dem globalen S\u00fcden von medialen Selektionsmechanismen besonders betroffen. Die sportlichen Leistungen von Frauennationalmannschaften aus Afrika werden h\u00e4ufig durch eurozentrierte Deutungsmuster gefiltert. \u00dcber Teams aus dem globalen S\u00fcden wird in den internationalen Medien nur sehr begrenzt berichtet. Und wenn, dann nur zu internationalen Turnieren, mit der Beteiligung westlicher Mannschaften. Das zeigt sich daran, dass innerkontinentale Turniere wie der <em>Women\u2019s Africa Cup of Nations<\/em> kaum mediale Aufmerksamkeit bekommen (vgl. Letura 2024) und die Spiele in keinem etablierten internationalen Sender zu sehen sind. Es sind kaum Informationen \u00fcber Spielerinnen, Spielstile, Mannschaftsentwicklung und Statistiken verf\u00fcgbar. Das fehlende Wissen verhindert, dass diese Informationen auch weitergegeben werden k\u00f6nnen, weder an Fans noch an die Fach\u00f6ffentlichkeit. Dieser Effekt wird durch postkoloniale Machtverh\u00e4ltnisse verst\u00e4rkt, da sich globale Sportmedien prim\u00e4r an Zielgruppen aus dem globalen Norden orientieren. Vor allem die langfristige Begleitung von Teams aus dem globalen S\u00fcden fehlt, da sportliche Erfolge h\u00e4ufig nur als \u00fcberraschende Ausnahmeereignisse thematisiert werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3. Zwischenfazit: Intersektionale Perspektive auf Diskriminierung im Frauenfu\u00dfball<\/h2>\n\n\n\n<p>Die zuvor beschriebenen Mechanismen zeigen auf, dass die Benachteiligung afrikanischer Frauenfu\u00dfballnationalmannschaften nicht eindimensional ist. Frauen* sind im Sport allgemein strukturell benachteiligt, etwa durch geringere mediale Pr\u00e4senz oder niedrigere finanzielle Ressourcen. F\u00fcr afrikanische Spielerinnen kommt die Marginalisierung durch eurozentrierte Medienlogiken und postkoloniale Deutungsmuster hinzu, die ihre Professionalit\u00e4t, taktische Qualit\u00e4t und Kontinuit\u00e4t systematisch unterbewerten. Intersektional betrachtet sind die Spielerinnen sowohl Opfer geschlechtsspezifischer Diskriminierung als auch von postkolonial ungleich verteilten Machtstrukturen. Die Folgen zeigen sich in fehlender langfristiger medialer Begleitung, mangelndem internationalen Ansehen und eingeschr\u00e4nkten Karrierechancen. Die Probleme werden durch die globale Medienstruktur reproduziert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">4. Kritische Reflexion<\/h2>\n\n\n\n<p>Die mediale Marginalisierung afrikanischer Frauenfu\u00dfballnationalmannschaften entsteht nicht zuf\u00e4llig. Sie ist das Ergebnis struktureller, eurozentrierter und postkolonialer Machtverh\u00e4ltnisse und wird aktuell nur selten aufgebrochen. Als eine in Deutschland aufgewachsene, in Berlin studierende Politikwissenschafts-Studentin bin ich selbst Teil der medialen und akademischen Wissenshierarchie. Diese bestimmen mit, welche sportlichen Leistungen sichtbar werden und welche unbeachtet bleiben.<br>\u00a0<br>Durch mein ausgepr\u00e4gtes Interesse am Frauenfu\u00dfball besch\u00e4ftige ich mich im Allgemeinen intensiver mit diesem Themenfeld als andere Medienkonsument*innen. Hinzu kommt, dass ich als politikwissenschaftlich gepr\u00e4gte, weibliche Studentin eine erh\u00f6hte Sensibilit\u00e4t f\u00fcr Fragen von Geschlechtergerechtigkeit und struktureller Ungleichheit mitbringe. Trotzdem hat mir die Auseinandersetzung mit medialen Repr\u00e4sentationen afrikanischer Frauenfu\u00dfballnationalmannschaften gezeigt, dass auch mein eigenes Wissen von eurozentrierten Medienstrukturen gepr\u00e4gt ist.\u00a0\u00a0<br>\u00a0<br>Meiner Erfahrung nach existiert in wissenschaftlicher Literatur, insbesondere in explizit auf Frauenfu\u00dfball fokussierten Arbeiten wie auch in Universit\u00e4ts-Seminaren eine differenzierte Auseinandersetzung mit afrikanischen Teams und ihren Entwicklungen. Dieses Wissen ist aber aktuell weitgehend auf spezialisierte Diskurse beschr\u00e4nkt und findet nur selten Platz in der breiten medialen \u00d6ffentlichkeit. Auch meine eigene Wahrnehmung afrikanischer Nationalmannschaften entstand prim\u00e4r im Kontext internationaler Turniere und h\u00e4ufig erst in Spielen gegen mir bekanntere, meist westliche Teams.\u00a0\u00a0<br>\u00a0<br>Auch wurden einzelne Spielerinnen mir zudem oftmals erst dann n\u00e4hergebracht, wenn sie bereits in westlichen Ligen aktiv waren und dort mediale Aufmerksamkeit erhielten. Diese eigene Reflexion verdeutlicht mir, wie stark ich mich, auch trotz bewusster Auseinandersetzung mit dem Thema, auf westliche Medien als prim\u00e4re Wissensquelle verlasse.\u00a0\u00a0<br>In meiner Analyse spreche ich von \u201eAfrika\u201c als Kontinent, da gemeinsame koloniale Erfahrungen und die Art und Weise, wie Teams international medial behandelt werden, bestimmte strukturelle Parallelen erkennen lassen. Es ist mir aber bewusst, dass diese Pauschalisierung problematisch ist, da sie die gro\u00dfe kulturelle, politische und sportliche Vielfalt der einzelnen L\u00e4nder verschleiert und wichtige lokale Unterschiede unsichtbar macht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">5. Handlungsperspektiven<\/h2>\n\n\n\n<p>Meine Analyse und eigene Reflexion verdeutlichen, dass strukturelle Ungleichheiten nicht auf individueller Ebene aufgel\u00f6st werden k\u00f6nnen. Um diese Diskriminierung erfolgreich und langfristig aufzubrechen, bedarf es gezielter Intervention auf medialer, institutioneller und gesellschaftlicher Ebene.<br>\u00a0<br>Die zentrale Rolle bei der Reproduktion und dadurch auch bei einer m\u00f6glichen Reduktion struktureller Ungleichheiten spielen Sportmedien. Um die Sichtbarkeit afrikanischer Frauenfu\u00dfballnationalmannschaften zu erh\u00f6hen, bedarf es einer kontinuierlichen und kontextualisierten Berichterstattung. Diese kann an den medialen Erfolg eines internationalen Turniers gekn\u00fcpft sein, muss aber dar\u00fcber hinausgehen. Auch darf diese Thematisierung nicht ausschlie\u00dflich im Vergleich mit westlichen Mannschaften geschehen. Diese sollte eine langfristige Entwicklung, taktische Konzepte sowie individuelle Spielerinnenbiografien in den Fokus r\u00fccken. F\u00fcr die langfristige Berichterstattung bedarf es unbedingt auch der \u00dcbertragung oder wenigstens der Ergebnisverk\u00fcndung von afrikanischen interkontinentalen Turnieren. Ich sehe darin eine besondere Bedeutung, da sie eurozentrierte Deutungsmuster aufbricht und afrikanischen Frauenfu\u00dfball als eigenst\u00e4ndigen, konkurrenzf\u00e4higen und nicht von westlicher Anerkennung abh\u00e4ngigen Sport sichtbar macht.\u00a0<br>\u00a0<br>Dar\u00fcber hinaus ist eine kritische Reflexion eurozentrierter Bewertungsma\u00dfst\u00e4be im Sportjournalismus notwendig. Eine dekoloniale Medienpraxis w\u00fcrde bedeuten, sportliche Qualit\u00e4t nicht ausschlie\u00dflich anhand westlicher Normen und Ligen zu messen, sondern lokale Kontexte, Ressourcenunterschiede und strukturelle Rahmenbedingungen st\u00e4rker zu ber\u00fccksichtigen.<br>\u00a0<br>Neben den Medien tragen in jedem Fall auch internationale und kontinentale Sportorganisationen Verantwortung f\u00fcr die Sichtbarkeit afrikanischer Frauenfu\u00dfballteams. Institutionen wie die FIFA oder die CAF m\u00fcssten durch gezielte F\u00f6rderprogramme und Investitionen in Infrastruktur und Trainingsbedingungen zur Professionalisierung beitragen.\u00a0<br>Dar\u00fcber hinaus sollten internationale und kontinentale Sportorganisationen sicherstellen, dass Turnier- und Leistungspr\u00e4mien tats\u00e4chlich bei den Spielerinnen ankommen. Eine transparente und m\u00f6glichst direkte Auszahlung der Pr\u00e4mien, und das unabh\u00e4ngig von nationalen Verb\u00e4nden, k\u00f6nnte dazu beitragen, finanzielle Ungleichheiten zu reduzieren und die Autonomie der Spielerinnen zu st\u00e4rken. Dies liegt nicht zuletzt im Interesse der Organisationen selbst, da faire finanzielle Rahmenbedingungen langfristig zu einem ausgeglicheneren Wettbewerb und einer nachhaltigen Professionalisierung des internationalen Frauenfu\u00dfballs beitragen. Es sollten sich gleichzeitig mediale Mindeststandards f\u00fcr internationale Turniere etablieren, um eine gleichwertige Berichterstattung sicherzustellen.\u00a0<br>\u00a0<br>Es ist wichtig, bei der F\u00f6rderung von Frauenfu\u00dfball den intersektionalen Aspekt nicht au\u00dfen vor zu lassen. Ma\u00dfnahmen, die Geschlechtergerechtigkeit adressieren, sollten immer auch rassistische und postkoloniale Machtverh\u00e4ltnisse ber\u00fccksichtigen. Sonst besteht die Gefahr, bestehende Ungleichheiten unbeabsichtigt zu reproduzieren.<br>\u00a0<br>Auch auf gesellschaftlicher Ebene sind Ver\u00e4nderungen notwendig. Konkret muss eine Sensibilisierung f\u00fcr die Rolle von Medien in der Wissensproduktion geschehen. Es muss sichtbar werden, dass das \u201eAngebot-und-Nachfrage\u201d-Konzept der Medien oft sehr hinterherhinkt. Die Annahme, Frauenfu\u00dfball generiere zu wenig Publikum, erweist sich immer wieder als gesellschaftlich (und medial) erzeugte Verzerrung. \u00dcbertragungen zu regul\u00e4ren Sendezeiten erzielen nachweislich hohe bis sehr hohe Reichweiten. Deshalb kann nicht einfach angenommen werden, dass Teams aus dem globalen S\u00fcden medial kein Publikum erreichen w\u00fcrden.<br>\u00a0<br>Im Sinne einer dekolonialen Wissensproduktion w\u00e4re es wichtig, Stimmen aus dem globalen S\u00fcden st\u00e4rker einzubeziehen und nicht nur \u00fcber afrikanische Frauenfu\u00dfballnationalmannschaften zu sprechen, sondern ihnen selbst eine Stimme und Raum zu geben.<br>\u00a0<br>Letztlich sind erg\u00e4nzend zu den medialen und institutionellen Handlungsebenen auch alternative Formen der Wissensproduktion wichtig. Soziale Medien, unabh\u00e4ngiger Sportjournalismus und wissenschaftliche Auseinandersetzungen k\u00f6nnen dazu beitragen, bestehende mediale Leerstellen zu f\u00fcllen und so Wissen \u00fcber afrikanische Frauenfu\u00dfballteams jenseits etablierter westlich-zentrierter Medienlogiken zu verbreiten.\u00a0 Vor allem in den Bereichen, wo klassische Sportmedien ihrer Verantwortung nicht gerecht werden, hat diese Art der Medien eine hohe Relevanz.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">6. Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p>Die geringe Sichtbarkeit von afrikanischen Frauenfu\u00dfballnationalmannschaften f\u00e4llt strukturell auf. Sie ist weniger auf sportliche Leistungen zur\u00fcckzuf\u00fchren als auf strukturelle, postkoloniale-, geschlechter- und machtpolitische Ungleichheiten. Diese pr\u00e4gen die Medienlandschaft bis heute. Die Reflexion dar\u00fcber hat auch meine eigene Wahrnehmung und Wissensproduktion kritisch infrage gestellt.<br>\u00a0<br>Diese Arbeit hat verdeutlicht, dass Frauenfu\u00dfball insgesamt strukturell benachteiligt ist und afrikanische Nationalmannschaften dabei einer doppelten Marginalisierung unterliegen. Intersektional betrachtet sind afrikanische Teams Teil eines weiterhin unterrepr\u00e4sentierten Frauensports, gleichzeitig werden sie als Teams aus dem globalen S\u00fcden in internationalen Medien seltener kontinuierlich begleitet. Ihre sportlichen Leistungen werden h\u00e4ufig nur im Kontext internationaler Gro\u00dfturniere wie WM oder Olympia beleuchtet und dann oft nur in Begegnung oder Vergleich mit westlichen Mannschaften. Dabei werden sie oftmals als \u00fcberraschende Ausnahmeereignisse gerahmt. Langfristige Entwicklungen, taktische Konzepte und individuelle Spielerinnenbiografien bleiben oft au\u00dfen vor.<br>\u00a0<br>Auch wurde deutlich, dass Medien nicht lediglich gesellschaftliches Interesse widerspiegeln, sondern diese aktiv mitgestalten. Die verbreitete Annahme, insbesondere der Frauenfu\u00dfball aus dem globalen S\u00fcden generiere zu wenig Publikum, ist eine mediale Verzerrung. Wo \u00dcbertragungen stattfinden und redaktionelle Begleitung gew\u00e4hrleistet ist, zeigen sich stabile Reichweiten und wachsendes Interesse. Die ungleiche Sichtbarkeit afrikanischer Frauenfu\u00dfballteams ist nicht naturgegeben. Sie ist das Ergebnis selektiver Berichterstattung und westlich-zentrierter Bewertungsma\u00dfst\u00e4be.\u00a0<br>\u00a0<br>Dieses Ph\u00e4nomen darf nicht losgel\u00f6st von den strukturellen Bedingungen betrachtet werden, unter denen viele afrikanische Frauenfu\u00dfballnationalmannschaften agieren. Diskriminierung ist materiell und k\u00f6rperlich. Das wird in schlechten Trainingsbedingungen, ausbleibenden Pr\u00e4mienzahlungen sowie schwerwiegenden Vorw\u00fcrfen sexualisierter Gewalt innerhalb nationaler Verb\u00e4nde deutlich. Besonders problematisch ist es, dass internationale Organisationen wie die FIFA trotz ihrer Verantwortung als Turnierausrichter h\u00e4ufig nicht konsequent eingreifen. Dass Trainer mit gravierenden Vorw\u00fcrfen sexualisierter Gewalt weiterhin Teams bei Weltmeisterschaften betreuen d\u00fcrfen oder F\u00f6derationen bekannte Pr\u00e4mien vorenthalten, ist ein institutionelles Versagen. Auch hier tragen internationale Verb\u00e4nde Verantwortung. Zu dieser Verantwortung geh\u00f6rt es, nicht nur sportliche Wettbewerbe zu organisieren, sondern Mindeststandards f\u00fcr Schutz, Transparenz und Gleichberechtigung durchzusetzen und Verst\u00f6\u00dfe \u00f6ffentlich zu thematisieren.\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>In meiner kritischen Reflexion wurde mir deutlich, dass auch mein eigenes Wissen \u00fcber afrikanische Frauenfu\u00dfballnationalmannschaften ma\u00dfgeblich durch westliche Medien gepr\u00e4gt ist. Selbst als Frau mit ausgepr\u00e4gtem Interesse am Frauenfu\u00dfball habe ich viele Teams und Spielerinnen erst im Rahmen internationaler Turniere oder \u00fcber ihre Pr\u00e4senz in westlichen Ligen wahrgenommen. F\u00fcr mich hat das unterstrichen, wie wirkm\u00e4chtig mediale Strukturen sind. Auch zeigt es, wie begrenzt alternative Perspektiven bislang sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine gerechte Repr\u00e4sentation afrikanischer Frauenfu\u00dfballnationalmannschaften kann nur durch ein Zusammenspiel medialer, institutioneller und gesellschaftlicher Ver\u00e4nderungen erreicht werden. Das bedarf einer dekolonialen Medienpraxis, einer kontinuierlichen Berichterstattung, der Einbindung lokaler Kontexte und der St\u00e4rkung von Stimmen aus dem globalen S\u00fcden. Sichtbarkeit im Sport ist nicht nur eine Frage der Aufmerksamkeit. Sport ist in vielen Aspekten ein Spiegel der Gesellschaft. Die faire Berichterstattung \u00fcber afrikanische Frauenfu\u00dfballnationalmannschaften ist es eine Frage von Anerkennung, Teilhabe und globaler Gerechtigkeit.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">7. Quellenverzeichnis<br>\u00a0<\/h2>\n\n\n\n<p>DPA 2022: Frauen-Bundesliga knackt Zuschauer-Rekord. Sportschau [<a href=\"https:\/\/www.sportschau.de\/newsticker\/dpa-frauen-bundesliga-knackt-zuschauer-rekord-100.html\">https:\/\/www.sportschau.de\/newsticker\/dpa-frauen-bundesliga-knackt-zuschauer-rekord-100.html<\/a>.] Abruf am 01.02.2026.<\/p>\n\n\n\n<p>Dunning, Eric 2003: Sport als M\u00e4nnerdom\u00e4ne. Anmerkungen zu den sozialen m\u00e4nnlichen Identit\u00e4t und deren Transformation, in: Elias, Norbert\/ Dunning, Eric: Sport und Spannung im Proze\u00df der Zivilisation, 473-502, Frankfurt am Main, Deutschland: Suhrkamp.<\/p>\n\n\n\n<p>Emrich, Jonas 2025: Wie der afrikanische Frauenfu\u00dfball immer besser wird:<br>Aufpassen, Nigeria!. 11 Freunde. [<a href=\"https:\/\/www.11freunde.de\/international\/wie-der-afrikanische-frauenfussball-immer-besser-wird-aufpassen-nigeria-a-dfdc8947-f3a2-4b8e-87bb-775594736def\">https:\/\/www.11freunde.de\/international\/wie-der-afrikanische-frauenfussball-immer-besser-wird-aufpassen-nigeria-a-dfdc8947-f3a2-4b8e-87bb-775594736def<\/a>] Abruf am 31.01.2026.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerstenberger, Olivia; Sturmberg, Jessica 2023: FIFA Frauen-WM 2023: Poker um TV-Rechte. deutschlandfunk. [<a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/tv-rechte-fussball-wm-frauen-faeser-australien-neuseeland-100.html#Warum\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/tv-rechte-fussball-wm-frauen-faeser-australien-neuseeland-100.html#Warum<\/a>] Abruf 01.02.2026.<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00fcppers, Carolin. 2018: Die mediale Konstruktion von M\u00e4nnlichkeit und Heteronormativit\u00e4t zur Fu\u00dfballweltmeisterschaft in S\u00fcdafrika. In Sexismus und Homophobie im Sport: interdisziplin\u00e4re Perspektiven auf ein vernachl\u00e4ssigtes Forschungsfeld, 85-104. Wiesbaden, Deutschland: Springer (VS).<\/p>\n\n\n\n<p>Letura, Tuka 2024: WAFCON 2024: African Women\u2019s Football Deserves Better Broadcast Coverage. Afrocritik [<a href=\"https:\/\/afrocritik.com\/wafcon-2024-african-women-football-deserves-better-broadcast-coverage\/\">https:\/\/afrocritik.com\/wafcon-2024-african-women-football-deserves-better-broadcast-coverage\/<\/a>] Abruf 01.02.2026.<\/p>\n\n\n\n<p>Schicklinski, Johann 2025: EM-Finalistinnen im Vergleich<br>Spanien ist besser besetzt als England, aber. sportschau. [<a href=\"https:\/\/www.sportschau.de\/fussball\/frauen-em\/england-gegen-spanien-die-spielerinnen-im-direktvergleich,england-gegen-spanien-spielerinnen-im-direktvergleich-100.html\">https:\/\/www.sportschau.de\/fussball\/frauen-em\/england-gegen-spanien-die-spielerinnen-im-direktvergleich,england-gegen-spanien-spielerinnen-im-direktvergleich-100.html<\/a>] Abruf am 30.01.2026.<\/p>\n\n\n\n<p>Staab, Monika 2017: Erlebte Geschichte: Die Anf\u00e4nge des Frauenfu\u00dfballs nach 1970. In Sobiech, Gabriele\/ G\u00fcnter, Sandra (Hrsg.): Sport &amp; Gender \u2013 (inter)nationale sportsoziologische Geschlechterforschung &#8211; Theoretische Ans\u00e4tze, Praktiken und Perspektiven, 49- 58, Wiesbaden, Deutschland: Springer Fachmedien.<\/p>\n\n\n\n<p>S\u00fclzle, Almut 2011: Fu\u00dfball, Frauen, M\u00e4nnlichkeiten. Eine ethnographische Studie im Fanblock, Frankfurt am Main, Deutschland: Campus Verlag.\u00a0<br>\u00dcbergriffe, Beleidigungen, H\u00e4me: Der schwierige Weg f\u00fcr Afrikas Fu\u00dfballerinnen. 2023. ntv.de. [<a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/sport\/fussball\/Der-schwierige-Weg-fuer-Afrikas-Fussballerinnen-article24240735.html\">https:\/\/www.n-tv.de\/sport\/fussball\/Der-schwierige-Weg-fuer-Afrikas-Fussballerinnen-article24240735.html<\/a>] Abruf am 31.01.2026.<br><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>Quelle: Laila Lehring, <em>Afrikanische Frauenfu\u00dfballnationalmannschaften zwischen westlich-zentrierter Berichterstattung und postkolonialen Machtstrukturen<\/em>, in: Blog ABV Gender- und Diversitykompetenz FU Berlin, 18.03.2026, <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=560\">https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=560<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laila Lehming (WiSe 2025.26) 1. Pers\u00f6nliche Positionierung und Einleitung Als eine in Deutschland aufgewachsene Studentin im Fach Politikwissenschaft reflektiere ich \u00fcber globale Sportmedien aus einer westlich sowie weiblich gepr\u00e4gten Perspektive. Meine Wahrnehmung ist dabei stark durch deutsch- und englischsprachige Medien gepr\u00e4gt. Beide galten f\u00fcr mich lange als selbstverst\u00e4ndliche Referenz.Seit dem Vize-Europameisterschafts-Erfolg der deutschen Frauenfu\u00dfballnationalmannschaft bei &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2026\/03\/10\/afrikanische-frauenfussballnationalmannschaften-zwischen-westlich-zentrierter-berichterstattung-und-postkolonialen-machtstrukturen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eAfrikanische Frauenfu\u00dfballnationalmannschaften zwischen westlich-zentrierter Berichterstattung und postkolonialen Machtstrukturen\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2643,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[327720],"tags":[457804,457803,449576],"class_list":["post-560","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-essay","tag-afrika","tag-fussball","tag-post-kolonialismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/560","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2643"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=560"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/560\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":561,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/560\/revisions\/561"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=560"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=560"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=560"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}