{"id":66,"date":"2021-04-22T10:50:53","date_gmt":"2021-04-22T08:50:53","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/?p=66"},"modified":"2021-05-21T11:25:36","modified_gmt":"2021-05-21T09:25:36","slug":"was-hat-das-alles-mit-mir-zu-tun-plaedoyer-fuer-einen-diversen-geschichtsunterricht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2021\/04\/22\/was-hat-das-alles-mit-mir-zu-tun-plaedoyer-fuer-einen-diversen-geschichtsunterricht\/","title":{"rendered":"\u201eWas hat das alles mit mir zu tun?\u201c- Pl\u00e4doyer f\u00fcr einen diversen Geschichtsunterricht"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Marcus Sch\u00e4fer (SoSe 2020)<\/h3>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-drop-cap has-dark-gray-color\">Als ich neulich in einem Seminar f\u00fcr lateinamerikanische Geschichte sa\u00df, in dem viele Aspekte dieses spannenden Kulturkreises behandelt wurden, teilweise auch unter feministischen Vorzeichen, da versuchte ich mich zu erinnern, ob ich w\u00e4hrend meiner Schulzeit jemals etwas anderes gelernt hatte als europ\u00e4ische und vor allem deutsche Geschichte. In diesen Erz\u00e4hlungen behandelten wir meist wei\u00dfe M\u00e4nner, die vermeintlich gro\u00dfe politische Dinge taten. Das war zweifellos bedeutsam, aber sollte es da nicht noch mehr geben? Das folgende Essay wird sich mit diesem Gegenstand fehlender Diversit\u00e4t im Geschichtsunterricht tiefergehend befassen und danach fragen, wie eine Darstellung und Perspektivierung von Geschichte mit Bezug zu Gender und Diversity im Unterricht aussehen k\u00f6nnte. Und was genau k\u00f6nnte mit solch einer Neujustierung eigentlich erreicht werden? Welche Umst\u00e4nde stehen dieser Neujustierung oder De- und Rekonstruktion des Bildungssystems m\u00f6glicherweise im Weg? Fest steht, dass in diesem so elementaren Sektor trotz einer sichtbaren und kaum bestreitbaren Werte- sowie Normenverschiebung innerhalb der Gesellschaft definitiv Nachholbedarf besteht. Und nicht nur dort, auch bzgl. anderer Thematiken, wie ich sie dieses Semester kennenlernen durfte, seien es Self-Awareness, Vielfalt, Heteronormativit\u00e4t, Rassismus, Intersektionalit\u00e4t, Mechanismen der Diskriminierung im Allgemeinen, Feminismus und andere Gender &amp; Diversity-Faktoren sieht es trotz sicherlich vorhandener Fortschritte in den letzten Jahrzehnten noch einigerma\u00dfen d\u00fcster aus und bedarf es vielschichtiger Reformbestrebungen. Und dies ist keine einfache Aufgabe, wie die Professorin f\u00fcr Sozialp\u00e4dagogik Christine Riegel feststellt: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201e Der Umgang mit sozialen Differenzen und sozialer Ungleichheit stellt eine gesellschaftliche und auch p\u00e4dagogische Aufgabe und Herausforderung dar.\u201c<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Eine intersektionale Perspektive w\u00e4re f\u00fcr ein solches Bildungsangebot, wie es auch f\u00fcr das deutsche Bildungswesen insgesamt notwendig ist, unabdingbar: \u201eIntersektionalit\u00e4t stellt eine Analyseperspektive dar, um hegemoniale und selbstverst\u00e4ndliche Grenzziehungen und Kategorisierungen, Normierungen und Normalisierungen zu hinterfragen.\u201c<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> Eine Neuperspektivierung muss als Kernelement moderner, zeitgem\u00e4\u00dfer Bildung gelten. Das Hinterfragen der eigenen Position und Denkmuster muss hier unbedingt miteinbezogen und als Kernkompetenz gelehrt werden. Die Historikerin Christiane Kohser-Spohn betont im Zuge didaktischer \u00dcberlegungen, dass bspw. Frauen- bzw. Geschlechtergeschichte im Geschichtsunterricht unbedingt gelehrt werden sollte. Sie stellt aber auch fest, dass, obwohl diesbez\u00fcglich bereits eine breitgef\u00e4cherte Einsicht vorhanden ist, kaum vern\u00fcnftige Konzepte vorliegen, diese Einsicht in eine gute Praxis umzusetzen, welche dem Themenkomplex w\u00fcrdig w\u00e4re. So beschr\u00e4nken sich derartige Versuche oftmals damit, in Schulb\u00fcchern hier und dort ein zus\u00e4tzliches Kapitel anzuh\u00e4ngen, welches \u201eAspekte im Leben der Frau\u201c erw\u00e4hnt.<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> Der Historiker und Geschichtsdidaktiker Vadim Oswalt nennt diesen fr\u00fchen Ansatz \u201eadditiv-kompensatorisch\u201c \u2013 das Hinzuf\u00fcgen eines \u201eerg\u00e4nzenden\u201c aber schlussendlich auch isoliert dastehenden \u201eFrauenthemas\u201c. Die eingangs genannte Einsicht, Geschlechtergeschichte in den Geschichtsunterricht miteinzubeziehen, ist nat\u00fcrlich vern\u00fcnftig, dennoch erscheint ein Ansatz wie der gerade genannte doch recht plump und kontraproduktiv. B\u00e4rbel Kuhn, Professorin f\u00fcr Didaktik der Geschichte an der Universit\u00e4t Siegen, spricht sich f\u00fcr eine Vertiefung bzgl. eines geschlechtergerechten Geschichtsunterrichts durch die Nutzung oder \u201eIntegration autobiografischer Quellen\u201c aus, da durch deren Nutzung Individuen betrachtet werden und keineswegs lediglich anonyme Beispielpersonen und \u201estatische Lebenswelten\u201c. Stattdessen w\u00fcrden Sch\u00fcler*innen Menschen kennenlernen, welche \u201e[&#8230;] mit ihren Erfahrungen, ihren Leiden, ihren Gegens\u00e4tzen, ihren Normen und Wertevorstellungen, ihrer Weltauffassung und ihrer subjektiven Darlegung von Ereignissen [&#8230;]\u201c einen tiefen Eindruck hinterlassen k\u00f6nnten und gerade so zum Nach- und\/oder Umdenken bewegen k\u00f6nnten. Sie sollen nicht nur ein Alltagsleben zeigen, sondern eben die Wechselwirkung zwischen Gesellschaft und Einzelperson aufzeigen, und auch, wie ein solches Individuum m\u00f6glicherweise geschichtliche Prozesse empfunden hat. Des Weiteren sei die Behandlung des Entstehens und Fortbestehens von \u201eKlischees und Stereotypen\u201c hier m\u00f6glich, betont Kuhn.<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> Solch ein \u201epers\u00f6nlicher\u201c und diverser Unterricht w\u00fcrde der Sch\u00fclerin oder dem Sch\u00fcler eben auch mehr Identifikationspotenzial bieten und ein erweitertes Spektrum an Lebensformen aufzeigen (und somit auch der so lebenswichtigen Orientierung von Jugendlichen dienen, die ja oftmals nicht wirklich gegeben ist), als das schlichte Abhandeln von Politik- und Zeitgeschichte und dem eindimensionalen Auswendiglernen von Daten und Namen: \u201eEin Unterricht, der dem Menschsein und den menschlichen Erfahrungen eine zentrale Rolle zuspricht, antwortet mit Leichtigkeit auf die Frage: \u201eWas hat das alles mit mir zu tun?\u201c<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> Die hier zitierten Ausf\u00fchrungen beziehen sich zwar \u201enur\u201c auf die Beziehung von Mann und Frau, dennoch k\u00f6nnen sie auf alle m\u00f6glichen Personenkreise bezogen werden und somit Homosexuelle, Transgender-Personen, andere Nationalit\u00e4ten, u.a. miteinbeziehen. Ich habe in meinem 3. Semester an der Freien Universit\u00e4t ein Seminar zu <em>Migration im 19. und 20. Jahrhundert<\/em> belegt, in welchem multiperspektivisch nach diversen Migrationserfahrungen in verschiedensten Nationen und Kulturen gefragt wurde, welche sich nicht nur auf Deutschland bezog. Solch ein Geschichtsunterricht sollte Standard an wirklich jeder Schule sein, um Verst\u00e4ndnis f\u00fcr andere Lebenslagen zu entwickeln. Dann w\u00fcrden vielleicht auch in Deutschland einmal weniger Fl\u00fcchtlingsheime brennen. Gerade das Fach der Geschichtswissenschaft kann ein \u201eVermittler der Heterogenit\u00e4t\u201c sein, wie es Oswalt ausdr\u00fcckt: \u201eNur wer die Verschiedenheit sozialer und kultureller Lebensbedingungen und Wertvorstellungen als einen Normalfall menschlicher Gesellschaften begreift, kann ein reflektiertes historisches Denken entwickeln.\u201c<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> Somit sind es wohl gerade die Geschichtswissenschaften, die sich perfekt dazu eignen (k\u00f6nnten), Sch\u00fcler*innen u. a. ein tiefergehendes Verst\u00e4ndnis von Gender und Diversity zu vermitteln.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Problematik eines allzu homogenen Geschichtsunterrichts k\u00f6nnte auch mithilfe von Projektwochen begegnet werden: Ich pl\u00e4diere f\u00fcr eine ein- oder mehrw\u00f6chige Projektwoche pro Schuljahr, in welcher Informationsangebote zu verschiedenen Kontinenten, L\u00e4ndern und Bev\u00f6lkerungsteilen angeboten werden, die sonst eher seltener im Fokus stehen, so eben Asien, Afrika oder auch S\u00fcdamerika und hier eben nicht in der uns allen bekannten einseitigen Darstellung. Hier sollte sich umfassend mit m\u00f6glicherweise dem Individuum noch \u201efremden\u201c oder vielmehr unbekannten Kulturen besch\u00e4ftigt werden, vor allem nat\u00fcrlich mit ihren Geschichten und auch Leidenswegen, so beispielsweise mit Rassismus, Kolonialismus und Postkolonialismus. Aber nicht ausschlie\u00dflich. Denn ein Kontinent oder Land definiert sich nicht ausschlie\u00dflich durch ihre Unterdr\u00fccker oder Kolonialismus. Was definiert das Selbstbild einer Kultur? Ihre Traditionen, Strukturen, Religion, Musik, Film, Literatur und so vieles mehr. Es k\u00f6nnte also auch abseits von Klischees eine reichhaltige Geschichte erz\u00e4hlt werden. Und diese Betrachtung muss differenziert geschehen. Warum nicht einmal einen kubanischen Film zur sozialistischen Revolution schauen und den historischen Hintergrund analysieren? Oder wie w\u00e4re es mit Stra\u00dfentouren, in denen geschichtstr\u00e4chtige Orte besucht werden, deren Besuch \u00e4u\u00dferst p\u00e4dagogisch sind? Die \u201eBerliner Spurensuche\u201c bietet Stra\u00dfenf\u00fchrungen im Wedding an (\u201eKolonialer Wedding\u201c), in denen diverse Stra\u00dfen abgeklappert werden und die historischen Hintergr\u00fcnde einiger Stra\u00dfennamen mit kolonialem Hintergrund erkl\u00e4rt werden. Dort erfahren wir, was der Kolonialismus eigentlich war und was Deutschland hiermit zu tun hatte (und hat!). Der regelm\u00e4\u00dfige Besuch solcher Veranstaltungen sollte ein Pflichtprogramm werden. Und auch der Austausch mit Korrespondenten oder Besuchern aus dem jeweiligen Land k\u00f6nnte sinnvoll sein. Von Menschen, die von ihrer Welt und ihrem Leben erz\u00e4hlen. Gerade durch eine multiperspektivische und diverse Betrachtung von Geschichte, Kulturen, Gesellschaften, Geschlechtern, Lebenswegen, Lebensmodellen, etc. kann auch eine Inklusion geschaffen werden, die einer Ausgrenzung vorbeugen kann. Deutschland ist ein Einwanderungsland und dies nicht erst seit gestern. Warum sollte beispielsweise nicht auch t\u00fcrkische oder griechische Geschichte behandelt werden? Und wenn schon \u00fcber weltbewegende Individuen gesprochen werden muss, warum nur \u00fcber Winston Churchill, Richard L\u00f6wenherz und Napoleon Bonaparte reden, wenn es auch weltbewegende Frauen, wie Indira Ghandi, Isabella I. oder Ulrike Meinhof gab und gibt? Diese aber nur als Beispiel.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Gegenseite steht nat\u00fcrlich die Frage nach dem Zeit- und Kostenfaktor. Hier m\u00fcsste verst\u00e4rkt in ein veraltetes und gegenw\u00e4rtig sowieso relativ marodes Bildungssystem investiert werden, welches dringend einer General\u00fcberholung bedarf. Hierbei w\u00fcnscht man sich die Offenheit und das Verantwortungsbewusstsein der verantwortlichen staatlichen Institutionen, eben solche neuen Projekte in Angriff zu nehmen. Des Weiteren lassen sich bei genauerer Betrachtung immer wieder auch Ungleichgewichte in unserem klassifizierten Bildungssystem finden; zwar gibt es bereits in einigen Bundesl\u00e4ndern zahlreiche Gesamtschulen, welche das veraltete dreigliedrige Schulsystem \u2013 Hauptschule, Realschule &amp; Gymnasium &#8211; obsolet gemacht haben, sodass alle den gleichen Stoff lernen, dennoch ist diese Dreigliederung weiterhin fester Bestandteil des reformbed\u00fcrftigen deutschen Bildungssystems. Zwar sterben Hauptschulen laut einem Artikel der <em>S\u00fcddeutsche Zeitung<\/em> teilweise aus bzw. gehen in Gesamtschulen oder im Verbund mit Realschulen in sog. Regional- oder Sekundarschulen auf, die aber \u2013 genau wie Realschulen \u2013 eher praxisorientiert sind, wodurch gerade dort solche Konzepte eher hinten anstehen.<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> Als ich nun in meinem Lateinamerika-Seminar sa\u00df, wurde mir als ehemaligem Realsch\u00fcler bewusst, dass eine Bildung, wie sie hier besprochen wird, immer noch eher f\u00fcr bildungsb\u00fcrgerliche Schichten erreichbar ist, dem entgegengesetzt stehen Personen aus dem \u201eunteren\u201c Bildungssektor, welche mit Gender &amp; Diversity keinerlei Kontakt und m\u00f6glicherweise auch privat keine Motivation oder Gelegenheit haben, dieser Thematik nachzugehen. Also ist es wohl nur richtig, zu beanstanden, dass bei einer Reform des Schul- und Bildungssystems alle Schulformen gleichm\u00e4\u00dfig behandelt werden m\u00fcssen. Haupt- und Realsch\u00fcler beispielsweise sollten diese essentiellen Theorien ebenfalls n\u00e4hergebracht werden und nicht nur, wie man Vogelh\u00e4uschen zimmert oder Schrauben sortiert. Die Fragmentierung des deutschen Bildungssystems muss also generell neu bewertet und \u00fcberdacht werden, damit die Vorteile modernisierter Bildungsinhalte auch jeden Menschen erreichen, und eben nicht nur bildungsb\u00fcrgerliche Schichten hiervon profitieren. Des Weiteren darf auch ein ideologischer Faktor nicht ausgeblendet werden: In einer Zeit, in der eine Partei wie AFD versucht, Minderheiten und marginalisierte Gruppen zu diskreditieren und r\u00fcckst\u00e4ndige Meinungen, Werte und Normen in der Mitte der Gesellschaft zu integrieren, ist es einerseits nat\u00fcrlich ein Indiz daf\u00fcr, dass in einer angeblich sehr aufgekl\u00e4rten bundesdeutschen Gesellschaft noch einiges an Nachholbedarf besteht. Andererseits wird klar, dass es bei angestrebten Reformen, wie sie dieses Bildungssystem n\u00f6tig h\u00e4tte, auch darum gehen muss, <em>hearts and minds<\/em> der Menschen f\u00fcr einen modernisierten und somit zeitgem\u00e4\u00dfen Unterricht zu gewinnen. Und hier besteht eine grundlegende Schwierigkeit, da derzeit eben auch ein stark reaktion\u00e4rer und r\u00fcckw\u00e4rtsgewandter Wind weht, der in die entgegengesetzte Richtung bl\u00e4st. Auch Riegel sieht hier ein Problem:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eAuch wenn es inzwischen ein gewisses Bewusstsein f\u00fcr eine Vielfalt an Lebensformen, f\u00fcr heterogene Lebenslagen sowie f\u00fcr gesellschaftliche Diskriminierungs- und Ungleichheitsverh\u00e4ltnisse gibt, erweist sich der Umgang damit als h\u00f6chst ambivalent und umstritten \u2013 und bleibt allzu oft in vorherrschenden Macht- und Normalit\u00e4tsverh\u00e4ltnissen gefangen.\u201c<a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Solch eine Ablehnung oder doch zumindest Reserviertheit sei in den Geschichtswissenschaften keine Seltenheit. Erst vor wenigen Tagen wurde ich von einem Historiker am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universit\u00e4t darauf hingewiesen, dass es gerade in den Geschichtswissenschaften wohl eine bisher eher ablehnende Haltung gegen\u00fcber der Anwendung einer geschlechtergerechten Sprache g\u00e4be \u2013 Gr\u00fcnde hierf\u00fcr konnte er mir leider keine geben. Als er die Frage ins Plenum warf, wer denn bereits in seiner Schulzeit mit dem Gendern in Ber\u00fchrung gekommen sei, war die Antwort negativ, sprich: Es war einfach kein Thema, welches auf den meisten Gymnasien aktiv behandelt wurde, was im Jahr 2020 schon einigerma\u00dfen schockierend ist. Da passt es wohl, wenn Kohser-Spohn meint, dass Geschlechtergeschichte als solche (auch im Bildungssektor) mit Argwohn betrachtet werden w\u00fcrde: \u201eNevertheless, innovations brought by gender history are considered with reserve.\u201c<a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die Vorteile einer Vertiefung des <em>Gender &amp; Diversity<\/em> &#8211; Komplexes liegt ganz klar auf der Hand: Durch entsprechende Bildungsangebote k\u00f6nnte bereits fr\u00fchzeitig Verst\u00e4ndnis f\u00fcr andere Flecken dieser Erde und Situationen diverser Charaktere mit intersektionalen Erlebnissen und Erfahrungen geschaffen werden. Bzgl. des geschichtswissenschaftlichen Studiums an der Freien Universit\u00e4t Berlin wird bereits versucht, den in vorigen Generationen noch sehr popul\u00e4ren Eurozentrismus abzulegen, neue Perspektiven einzunehmen und andere Fragen zu stellen. In vielen Schulen sieht es meist noch nicht ganz so positiv aus. Und dieser Eurozentrismus kommt somit einer Degradierung anderer Kontinente und L\u00e4nder gleich, als ob diese einer n\u00e4heren Untersuchung die Zeit nicht wert w\u00e4ren. Was nat\u00fcrlich falsch ist. Durch die Besch\u00e4ftigung mit m\u00f6glicherweise \u201efremden\u201c oder noch unbekannten Kulturen werden Distanzen abgebaut, eine N\u00e4he zur jeweiligen Thematik hergestellt. Kinder und Jugendliche w\u00fcrden so besser verstehen, Verst\u00e4ndnis entwickeln, \u00c4ngste und Vorurteile abbauen, die eh v\u00f6llig unsinnig sind, und somit bereits fr\u00fch zu weltoffeneren Menschen werden. So zumindest meine Hoffnung. Weiterhin w\u00fcrden die Projektideen Kinder und Jugendliche zur Selbstst\u00e4ndigkeit erziehen und ihr Selbstbewusstsein st\u00e4rken. Sie m\u00fcssen ihre Interessen selbstst\u00e4ndig kommunizieren und sich mit einer Kultur besch\u00e4ftigen, welche ihnen in diesem oder jenem Moment interessant erscheint. Wenn sich die Person mit dieser anderen Kultur auseinandersetzt, und diese besser versteht, wird sie gleichzeitig auch offener daf\u00fcr, andere Interessen und Befindlichkeiten zu verstehen und zu respektieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vermittlung bspw. der Erkenntnisse der Geschlechterforschung auch im Geschichtsunterricht muss generell gr\u00f6\u00dferer Raum zugestanden werden. Dies bef\u00fcrwortet auch der Geschichtsdidaktiker und Historiker Martin L\u00fccke, der die \u201eGenderkompetenz als Teilkompetenz des historischen Lernens\u201c im gleichnamigen Kapitel behandelt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDas von der Geschlechterforschung produzierte Wissen \u00fcber die sozialen und kulturellen Ungleichheiten der Geschlechter und die damit verbundene Erkenntnis einer Geschlechter-Ungerechtigkeit dient der Forschung jedoch nicht als blo\u00dfer Selbstzweck, sondern soll f\u00fcr die Behebung dieser Missst\u00e4nde in der Gegenwart nutzbar gemacht werden.\u201c<a href=\"#_ftn10\">[10]<\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Dieses Zitat bringt es ziemlich akkurat auf den Punkt. Somit ist es im Sinne einer aufgekl\u00e4rten Gesellschaft und im Zuge des <em>Gender Mainstreaming<\/em> auch alles andere als falsch, Genderkompetenz im geschichtswissenschaftlichen Kontext tiefergehend zu behandeln. Beispiel: In Tagen, in denen wir \u00fcber die Ungleichbehandlung der Geschlechter und <em>toxische M\u00e4nnlichkeit <\/em>sprechen, in denen diese Probleme immer noch gegenw\u00e4rtig sind, ist es mehr als angebracht, diese Problemfelder historisch zu dekonstruieren, ihr Zustandekommen und die Hintergr\u00fcnde zu untersuchen, und eben auch, wohin dies alles f\u00fchren kann. Nur wer die Vergangenheit erforscht, kann die Gegenwart verstehen und eine bessere Zukunft designen. Zwar gibt es bereits vern\u00fcnftige Ans\u00e4tze, wie sie bereits in der sch\u00f6nen <em>Toolbox<\/em><a href=\"#_ftn11\">[11]<\/a>der Freien Universit\u00e4t zu finden sind, doch wird der Forschungsgegenstand vor allem im au\u00dferuniversit\u00e4ren Bildungsbereich noch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig stiefm\u00fctterlich behandelt, so zumindest mein bisheriger Eindruck. Dennoch ist davon auszugehen, dass die heterogenen Betrachtungsweisen von <em>Gender &amp; Diversity<\/em> einen zunehmend breiteren Raum im Bildungssektor zugeschrieben bekommen werden, wie es auch Oswalt f\u00fcr m\u00f6glich h\u00e4lt, denn die gesellschaftlichen Einfl\u00fcsse auf die Betrachtung und Bewertung der Geschichte sind erheblich:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eAus dem starken Einfluss der Gegenwart auf die Wahrnehmung der Vergangenheit wird deutlich, dass jeder wie auch immer geartete gesellschaftliche Ver\u00e4nderungsprozess auch einen profunden Einfluss auf alle Formen geschichtlichen Denkens haben muss. Die Zunahme <em>gesellschaftlicher Heterogenit\u00e4t <\/em>muss insofern profunde Auswirkungen auf alle Aspekte historischer Deutung haben.\u201c<a href=\"#_ftn12\">[12]<\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Diesem Zitat ist eigentlich nichts weiter hinzuzuf\u00fcgen, au\u00dfer, dass zu hoffen bleibt, dass die zunehmend heterogene und diverse Betrachtung von Geschichte sich auch tats\u00e4chlich bald im Geschichtsunterricht und der P\u00e4dagogik im Allgemeinen niederschlagen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Folgende Arbeiten bzgl. der Thematik k\u00f6nnten sich perspektivisch auf eine grundst\u00e4ndigere Ebene der P\u00e4dagogik zubewegen und hierbei nicht unbedingt die Lerninhalte behandeln, sondern den Zugang zu diesen, welcher nicht allen Menschen gleicherma\u00dfen zur Verf\u00fcgung steht. Wie Bernd Wagner feststellt, besteht beispielsweise noch ein starker Handlungsbedarf bzgl. einer \u201eindividuellen Lernberatung f\u00fcr Kinder aus bildungsfernen Elternh\u00e4usern\u201c.<a href=\"#_ftn13\">[13]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>Literaturverzeichnis<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ebitsch, Sabrina, <em>Wo ihr Kind am besten lernt<\/em>, 2017, https:\/\/www.sueddeutsche.de\/bildung\/schulformen-in-deutschland-wo-ihr-kind-am-besten-lernt-1.1482236-2 (abgerufen am 6. Juli 2020).<\/p>\n\n\n\n<p>Kohser-Spohn, Christiane, Die Kategorie Geschlecht in der Geschichtswissenschaft und in der Geschichtsdidaktik in Deutschland. R\u00fcckblick und Ausblick, in: ebd., Farkas-Baumann, Dorothea, <em>Internationale Schulbuchforschung. Frauen- und Geschlechtergeschichte im Unterricht aus europ\u00e4ischer Perspektive \/ Teaching the history of women and gender in Europe<\/em>, 2005, Vol. 27, No. 2, S.&nbsp;157-166.<\/p>\n\n\n\n<p>L\u00fccke, Martin, Walk on the wild side. Genderkompetenz, Zeitgeschichte und Historisches Lernen, in: Barricelli, Michele, Hornig, Julia, <em>Aufkl\u00e4rung, Bildung, \u201eHistotainment\u201c. Zeitgeschichte in Unterricht und Gesellschaft heute<\/em>, Frankfurt \/ Main u. a. 2007, S.&nbsp;223-236.<\/p>\n\n\n\n<p>Oswald, Vadim, Historisches Lernen zwischen Heterogenit\u00e4t und Standardisierung, in: Beckmann, Christof (Hrsg.), <em>Qualit\u00e4tsmanagement und Soziale Arbeit<\/em>, Wiesbaden 2009, S.&nbsp;167-192.<\/p>\n\n\n\n<p>Riegel, Christine, Diversity-<em>Kompetenz? <\/em>\u2013 Intersektionale Perspektiven der Reflexion, Kritik und Ver-\u00e4nderung, in: Faas, Stefan, Bauer, Petra, Treptow, Rainer (Hrsg.), <em>Kompetenz, Performanz, soziale Teilhabe. Sozialp\u00e4dagogische Perspektiven auf ein bildungstheoretisches Konstrukt<\/em>, Wiesbaden 2014, S.&nbsp;183-198.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Toolbox. Gender und Diversity in der Lehre.<\/em> https:\/\/www.genderdiversitylehre.fu-berlin.de\/toolbox\/index.html (abgerufen am 07. Juli 2020).<\/p>\n\n\n\n<p>Wagner, Bernd, Intersektionalit\u00e4t und Inklusion im Sachunterricht, in Backhaus, Joanna, Blmer, Daniel, u. a. (Hrsg.), <em>Perspektiven auf inklusive Bildung. Gemeinsam anders lehren und lernen, <\/em>Wiesbaden 2015, S.&nbsp;65-70, hier: S.&nbsp;S.65.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Vgl. Riegel, Christine, Diversity-<em>Kompetenz? <\/em>\u2013 Intersektionale Perspektiven der Reflexion, Kritik und Ver-\u00e4nderung, in: Faas, Stefan, Bauer, Petra, Treptow, Rainer (Hrsg.), <em>Kompetenz, Performanz, soziale Teilhabe. Sozialp\u00e4dagogische Perspektiven auf ein bildungstheoretisches Konstrukt<\/em>, Wiesbaden 2014, S.&nbsp;183-198, hier: S.&nbsp;183.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Vgl. ebd., S.&nbsp;189.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Vgl. Kohser-Spohn, Christiane, Die Kategorie Geschlecht in der Geschichtswissenschaft und in der Geschichtsdidaktik in Deutschland. R\u00fcckblick und Ausblick, in: ebd., Farkas-Baumann, Dorothea, <em>Internationale Schulbuchforschung. Frauen- und Geschlechtergeschichte im Unterricht aus europ\u00e4ischer Perspektive \/ Teaching the history of women and gender in Europe<\/em>, 2005, Vol. 27, No. 2, S.&nbsp;157-166, hier: S.&nbsp;161.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Vgl. ebd., S.&nbsp;163.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Vgl. ebd., S.&nbsp;164.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Vgl. Oswalt, Vadim, Historisches Lernen zwischen Heterogenit\u00e4t und Standardisierung, in: Beckmann, Christof (Hrsg.), <em>Qualit\u00e4tsmanagement und Soziale Arbeit<\/em>, Wiesbaden 2009, S.&nbsp;167-192, hier: S.&nbsp;175.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Vgl. Ebitsch, Sabrina, <em>Wo ihr Kind am besten lernt<\/em>, 2017, https:\/\/www.sueddeutsche.de\/bildung\/schulformen-in-deutschland-wo-ihr-kind-am-besten-lernt-1.1482236-2 (abgerufen am 6. Juli 2020).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Vgl. Riegel 2014, S.&nbsp;183.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Vgl. Kohser-Spohn 2005, S.&nbsp;157.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Vgl. L\u00fccke, Martin, Walk on the wild side. Genderkompetenz, Zeitgeschichte und Historisches Lernen, in: Barricelli, Michele, Hornig, Julia, <em>Aufkl\u00e4rung, Bildung, \u201eHistotainment\u201c. Zeitgeschichte in Unterricht und Gesellschaft heute<\/em>, Frankfurt \/ Main u. a. 2007, S.&nbsp;223-236, hier: S.&nbsp;226.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Vgl. https:\/\/www.genderdiversitylehre.fu-berlin.de\/toolbox\/index.html (abgerufen am 02. Juli 2020).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> Vgl. Oswalt 2009, S.&nbsp; 171.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> Vgl. Wagner, Bernd, Intersektionalit\u00e4t und Inklusion im Sachunterricht, in Backhaus, Joanna, Blmer, Daniel, u. a. (Hrsg.), <em>Perspektiven auf inklusive Bildung. Gemeinsam anders lehren und lernen, <\/em>Wiesbaden 2015, S.&nbsp;65-70, hier: S.&nbsp;S.65.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p>Quelle: Marcus Sch\u00e4fer: \u201eWas hat das alles mit mir zu tun?\u201c- Pl\u00e4doyer f\u00fcr einen diversen Geschichtsunterricht, in: Blog ABV Gender- und Diversitykompetenz FU Berlin, 22.04.2021, https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/abv-gender-diversity\/2021\/04\/22\/was-hat-das-alles-mit-mir-zu-tun-plaedoyer-fuer-einen-diversen-geschichtsunterricht\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marcus Sch\u00e4fer (SoSe 2020) Als ich neulich in einem Seminar f\u00fcr lateinamerikanische Geschichte sa\u00df, in dem viele Aspekte dieses spannenden Kulturkreises behandelt wurden, teilweise auch unter feministischen Vorzeichen, da versuchte ich mich zu erinnern, ob ich w\u00e4hrend meiner Schulzeit jemals etwas anderes gelernt hatte als europ\u00e4ische und vor allem deutsche Geschichte. 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