{"id":189,"date":"2024-07-25T10:48:00","date_gmt":"2024-07-25T08:48:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/?p=189"},"modified":"2024-07-25T10:50:30","modified_gmt":"2024-07-25T08:50:30","slug":"pionier-des-aegyptischen-films","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/2024\/07\/25\/pionier-des-aegyptischen-films\/","title":{"rendered":"Pionier des \u00e4gyptischen Films"},"content":{"rendered":"\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Mohammed Bayoumi (1894-1963) war ein \u00e4gyptischer Regisseur, Produzent, Kameramann und Schauspieler. Er gilt als Pionier des \u00e4gyptischen Films. Bayoumi wuchs als Sohn einer wohlhabenden H\u00e4ndlerfamilie in Tanta am Nildelta auf. Fr\u00fch machte er Erfahrungen mit der Kamera, indem er Portraits an Nachbarn verkaufte. Nach der Schule schlug er zun\u00e4chst eine Milit\u00e4rlaufbahn ein, wurde aber von den Engl\u00e4ndern 1918 aus der \u00e4gyptischen Armee entlassen, weil seine Haltung zu patriotisch war. <\/p>\n\n\n\n<p>1919\/20 reiste er durch Europa und lernte bei einem Aufenthalt in Berlin den Regisseur Wilhelm Karol kennen, der ihm einen Zugang zur UFA verschaffte. Bayoumi arbeitete dort sowohl in der Filmentwicklung, als auch als Nebendarsteller in Stummfilmen. Kurz darauf wurde er durch den Deutschen Kameramann B\u00e4ringer als Assistenz in der Photographie ausgebildet. Dieser half ihm letztendlich auch, bei der Beschaffung seines Equipments f\u00fcr sein erstes Fotostudio in \u00c4gypten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Das erste Filmstudio \u00c4gyptens<\/h4>\n\n\n\n<p>Im Kairo der 20er Jahre, gr\u00fcndete er das erste \u00e4gyptische Filmstudio namens Amun, in welchem er unter anderem eine Wochenschau mit kurzen Dokumentarfilmen produzierte. Er drehte 1923 seinen ersten Kurzspielfilm \u201eBarsum sucht eine Arbeit\u201c, der zugleich der erste \u00e4gyptische Film in der Filmgeschichte sein sollte. Darauf folgte die Kom\u00f6die \u201eDer Obersekret\u00e4r\u201c. Bayoumis Filme waren stark an internationale Filme des 20. Jahrhunderts angelehnt mit expressionistischen Elementen und erinnerten filmisch an \u201eCharlie Chaplin\u201c und \u201eDas Kabinett des&nbsp; Dr. Caligari\u201c.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio lyte-align aligncenter\"><div class=\"lyte-wrapper\" style=\"width:640px;max-width:100%;margin:5px;\"><div class=\"lyMe\" id=\"WYL_ivHn7V66cp8\"><div id=\"lyte_ivHn7V66cp8\" data-src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-content\/plugins\/wp-youtube-lyte\/lyteCache.php?origThumbUrl=%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2FivHn7V66cp8%2Fhqdefault.jpg\" class=\"pL\"><div class=\"tC\"><div class=\"tT\"><\/div><\/div><div class=\"play\"><\/div><div class=\"ctrl\"><div class=\"Lctrl\"><\/div><div class=\"Rctrl\"><\/div><\/div><\/div><noscript><a href=\"https:\/\/youtu.be\/ivHn7V66cp8\" rel=\"nofollow\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-content\/plugins\/wp-youtube-lyte\/lyteCache.php?origThumbUrl=https%3A%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2FivHn7V66cp8%2F0.jpg\" alt=\"YouTube-Video-Thumbnail\" width=\"640\" height=\"340\" \/><br \/>Dieses Video auf YouTube ansehen<\/a><\/noscript><\/div><\/div><div class=\"lL\" style=\"max-width:100%;width:640px;margin:5px;\"><br\/><span class=\"lyte_disclaimer\">ACHTUNG: Daten nach YouTube werden erst beim Abspielen des Videos \u00fcbertragen.<\/span><\/div><figcaption>Erster (erhaltener) \u00e4gyptischer Stummfilm: &#8222;Barsum sucht eine Arbeit&#8220;<\/figcaption><\/figure>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>1925 verkaufte er sein Filmequipment f\u00fcr wenig Geld an die Bank Misr, um gemeinsam mit Tal\u00b4at Harb (einem \u00e4gyptischen Unternehmer und Gr\u00fcnder der Bank Misr) Gesch\u00e4fte zu machen. Er wurde zum k\u00fcnstlerischen Direktor der \u00c4gyptische Gesellschaft f\u00fcr Theater und Kino ernannt, mit dem Ziel, eine eigene \u00e4gyptische Filmindustrie aufzubauen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>Als Filmemacher trat er gut f\u00fcnf Jahre zu fr\u00fch auf: Es fehlte noch an filmischer Infrastruktur, nicht zuletzt im Bereich des Vertriebs. Auch die Dominanz ausl\u00e4ndischer Kinobesitzer verlangsamte die Entwicklung eines Filmschaffens \u00e4gyptischer Pr\u00e4gung<\/em>.<\/p><cite>Michael L\u00fcders<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>In dieser Phase kehrt er nochmal nach Europa zur\u00fcck, um Ausr\u00fcstung f\u00fcr seine Gesch\u00e4fte zu finden. In Wien erwirbt er in dieser Zeit ein Diplom am Zentrum f\u00fcr Filmkunst. Auch im sp\u00e4teren Verlauf seines Lebens h\u00e4lt Bayoumi den Kontakt mit Europa und Deutschland aufrecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch bereits ein Jahr sp\u00e4ter stieg Bayoumi nach Differenzen mit Harb aus den gemeinsamen Unternehmungen aus und gr\u00fcndete erneut sein eigenes Studio in Alexandria. \u201eBayoumi Photo Film\u201c wurde ab 1932 die erste \u00e4gyptische Ausbildungsst\u00e4tte junger Filmemacher. 1933 drehte Bayoumi dann seinen letzten Film, bevor ihm die Ressourcen ausgingen und er sich aus dem Filmgesch\u00e4ft zur\u00fcckzog.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die arabischen L\u00e4nder vielen europ\u00e4ischen Pionieren der Fotografie und Filmkunst als Kulisse und Labor dienten, f\u00fchrte der Weg des wichtigsten \u00e4gyptischen Cineasten seinerzeit \u00fcber Berlin. Wie Mohammed Bayoumi zum Stummfilm kam beleuchtet dieser Blogbeitrag.<\/p>\n<p>Von Vera Schwenk<\/p>\n","protected":false},"author":3536,"featured_media":231,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[588938],"tags":[591797,594271,368681],"class_list":["post-189","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-sose-2024","tag-1918-1933","tag-kunstkultur","tag-nordafrika"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/189","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3536"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=189"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/189\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":233,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/189\/revisions\/233"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/media\/231"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=189"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=189"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=189"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}