{"id":289,"date":"2024-08-21T10:33:00","date_gmt":"2024-08-21T08:33:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/?p=289"},"modified":"2024-08-02T15:34:06","modified_gmt":"2024-08-02T13:34:06","slug":"fuer-aegypten-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/2024\/08\/21\/fuer-aegypten-in-berlin\/","title":{"rendered":"F\u00fcr \u00c4gypten in Berlin"},"content":{"rendered":"\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Mustafa K\u0101mil, auch bekannt als Mustafa K\u0101mil Pascha, war Anwalt, Journalist und nationalistischer Aktivist. Er wurde in Kairo am 14. August 1874 geboren und dort am 10. Februar 1908. Nach seiner Absolvierung in der Khidiwiyya High School in Kairo, wurde er als als Anwalt an der franz\u00f6sischen Rechtsfakult\u00e4t in Kairo und an der juristischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Toulouse in Frankreich ausgebildet. Sein Vater war Ingenieur, welcher zuerst in der \u00e4gyptischen Armee und dann f\u00fcr die zivilen Institutionen arbeitete.<\/p>\n\n\n\n<p>Er setzte sich f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit \u00c4gyptens und damit gegen die Besatzung durch Gro\u00dfbritannien ein. Sein Problem war schon immer die britische Herrschaft in \u00c4gypten. Die Bewunderung seiner Landsleute erwarb er, da er sich nicht scheute \u00f6ffentlich gegen die britische Besatzung zu agitieren. Dadurch war er eine wichtige Figur, die f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit und Entwicklung seines Landes bedeutend ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Kamil machte sich anfangs bemerkbar, als eine Gruppe von Studenten die er anf\u00fchrte, B\u00fcros der Al Muqattam Zeitung zerst\u00f6rte. Diese Zeitung unterst\u00fctze die britische Besetzung in \u00c4gypten. K\u0101mil gr\u00fcndete die nationalistische Zeitung &#8222;Al-Liwa&#8220;, (\u201eder Standard\u201c) und war ein eloquenter Sprecher, der die \u00e4gyptische Bev\u00f6lkerung mobilisierte und inspirierte. Die Zeitung diente zur Verbreitung politischer Ansichten seiner Gruppe und das Bewusstsein f\u00fcr die \u00e4gyptische Unabh\u00e4ngigkeit zu sch\u00e4rfen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\">Zerstobene Hoffnung<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"216\" height=\"278\" src=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/files\/2024\/07\/Bild2-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-291\" \/><figcaption>Das Plakat von 1895 zeigt Mustafa Kamil in der Mitte vor dem &#8222;Tempel der Vernunft&#8220;, wie er Marianne und anderen symbolhaften Nationalvertretern seine Petition f\u00fcr die \u00e4gyptische Unabh\u00e4ngigkeit \u00fcberreicht. Der britische L\u00f6we und Soldat im Vordergrund halten eine Frau (\u00c4gypten) in Ketten.<\/figcaption><\/figure><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>F\u00fcr Kamil war Frankreich das Symbol des europ\u00e4ischen Liberalismus, weshalb er auf franz\u00f6sische Unterst\u00fctzung baute. Mit dem nebenstehenden Plakat hoffte er, Frankreich dazu zu bewegen, Druck auf die Briten auszu\u00fcben, um deren Besatzung \u00c4gyptens zu beenden. Auf dem Bild sind Ber\u00fchmtheiten zu sehen, welche die jeweiligen Nationen symbolisch widerspiegeln. Sein Aufruf machte seinen Namen schlagartig auch au\u00dferhalb \u00c4gyptens bekannt. Das Poster wurde im Jahr 1895 in mehreren L\u00e4ndern nachgedruckt.<\/p>\n\n\n\n<p>1896\/97 weilte er w\u00e4hrend seiner Europareise auch in Berlin, um f\u00fcr seine politischen Anliegen zu werben. In mehreren Zeitungsartikeln wandte er sich hoffnungsvoll an die deutsche \u00d6ffentlichkeit:<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Ich bin \u00fcberzeugt, auch in Deutschland wird es mir gelingen, f\u00fcr das egyptische Volk Sympathie hervorzurufen<\/p><cite>\u201eDie Post\u201c vom 9. April 1897<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Diese Hoffnung sollte unerf\u00fcllt bleiben. Als Frankreich und Gro\u00dfbritannien 1904 die Entente Cordiale unterzeichneten, suchte K\u0101mil die Hilfe des osmanischen Sultans, um \u00c4gypten im Kampf gegen die britische Macht zu unterst\u00fctzen. Obwohl \u00c4gypten zu diesem Zeitpunkt nominal eine Provinz des osmanischen Reiches war, war K\u0101mil gegen eine Wiederherstellung der direkten osmanischen Herrschaft. Er sah jedoch die osmanische Solidarit\u00e4t als potenzielle Unterst\u00fctzung im Konflikt mit den Briten. <\/p>\n\n\n\n<p>Kamils fr\u00fcher Tod bedeutete einen Verlust f\u00fcr die \u00e4gyptische Nationalbewegung. Er starb 1908 bereits mit 33 Jahren und hinterlie\u00df ein Verm\u00e4chtnis, welches auch von <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/2024\/07\/15\/mahmud-husni-al-urabi-wie-aus-dem-gruender-der-kommunistischen-partei-aegyptens-ein-nationaler-sozialist-wurde\/\">anderen Aktivisten<\/a> der \u00e4gyptischen Nationalbewegung in Deutschland und Berlin aufgegriffen wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer wieder suchten Aktivisten f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit ihrer kolonisierten Heimatl\u00e4nder auch die Unterst\u00fctzung der deutschen Regierung und Bev\u00f6lkerung. Einer der ersten, der sich f\u00fcr die nationale Selbstbestimmung \u00c4gyptens hierzulande stark machte, war Mustafa Kamil Pascha. Wer war er und was machte ihn so bedeutend?<\/p>\n<p>Von Ranaa Khalaf<\/p>\n","protected":false},"author":3536,"featured_media":290,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[588938],"tags":[57981,368681,116,592782,12615],"class_list":["post-289","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-sose-2024","tag-kairo","tag-nordafrika","tag-politik","tag-vor-1918","tag-widerstand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/289","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3536"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=289"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/289\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":295,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/289\/revisions\/295"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/media\/290"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=289"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=289"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=289"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}