{"id":76,"date":"2024-06-17T12:10:00","date_gmt":"2024-06-17T10:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/?p=76"},"modified":"2024-06-14T12:38:36","modified_gmt":"2024-06-14T10:38:36","slug":"ein-ort-unvergesslicher-geschichten-des-nachdenkens-und-der-empathie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/2024\/06\/17\/ein-ort-unvergesslicher-geschichten-des-nachdenkens-und-der-empathie\/","title":{"rendered":"Ein Ort unvergesslicher Geschichten, des Nachdenkens und der Empathie"},"content":{"rendered":"\n<!--more-->\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Da\u00df meine Eltern so weitsichtig waren, sich von ihrem einzigen Sohn zu trennen und mich 1936 mit der sogenannten Jugend-Alijah nach Pal\u00e4stina zu schicken, rechne ich ihnen hoch an. Es rettete mir das Leben.<\/p><cite>Ernst Loewy<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><em>Zum Hintergrund des Zitats:<\/em> Die Jugend-Alijah war eine bedeutende j\u00fcdische Organisation, die 1933 gegr\u00fcndet wurde, um m\u00f6glichst viele j\u00fcdische Kinder aus Deutschland in Sicherheit und nach Pal\u00e4stina zu bringen. W\u00e4hrend des 2. Weltkriegs gelang es der Jugend-Alijah, etwa 21.000 Kinder und Jugendliche vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu retten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Spuren nach Pal\u00e4stina<\/h4>\n\n\n\n<p>Da sich das Exilmuseum noch in der Planung befindet, haben wir die sogenannte <em>Werkstatt Exilmuseum<\/em> besucht, welche f\u00fcr Interessierte schon jetzt offensteht. Die Er\u00f6ffnung des Museums, welches am Anhalter Bahnhof entstehen soll, ist f\u00fcr 2028 geplant.<\/p>\n\n\n\n<p>Derzeit befasst sich der Gro\u00dfteil des Museums mit Exilanten, die zwischen 1933-45 aus Nazideutschland geflohen sind. Teilweise vom Anhalter Bahnhof aus. \u00dcberwiegend finden sich darunter Geschichten, wie deutsche J\u00fcdinnen und Juden nach Pal\u00e4stina auswanderten. Auf den ausgestellten Fotow\u00e4nden werden jedoch einige Menschen vorgestellt, welche in den vergangenen Jahren auch aus arabischen L\u00e4ndern nach Deutschland geflohen sind. In der Konzeption der zuk\u00fcnftigen Dauerausstellung gibt es somit definitiv Platz f\u00fcr arabische Spuren. <\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl der Kern des Museums die Zeit des Nationalsozialismus ist, verweist es ebenso auf die heutige Zeit und die Gefl\u00fcchteten die heute in Deutschland im Exil leben. Das Museum wird eine durchaus wechselhafte Perspektive auf Deutschland als Exilland bieten &#8211; gerade auf f\u00fcr einen arabischen Kontext: Zum einen da viele J\u00fcdinnen und Juden aus Deutschland nach Pal\u00e4stina und sp\u00e4ter nach Israel geflohen sind &#8211; ihre Situation im dortigen Exil wird definitiv ein Schwerpunkt des Museums werden. Und zum anderen werden zum Themenkomplex <em>Exil heute<\/em> noch deutlich mehr arabische Spuren in dem Museum zu finden sein.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Werkstatt eines Museums<\/h4>\n\n\n\n<p>Die <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/stiftung-exilmuseum.berlin\/de\" target=\"_blank\">Werkstatt Exilmuseum<\/a> ist ein Vorg\u00e4nger und quasi ein Prototyp f\u00fcr das Museum, welches 2028 am Anhalter Bahnhof er\u00f6ffnet werden soll. Die Werkstatt besteht derzeit aus zwei Etagen: Die untere umfasst drei R\u00e4ume zum Thema Exil und dem Aufbau des k\u00fcnftigen Museums und die obere Etage ist eine Art Kinoraum.<\/p>\n\n\n\n<p>Im ersten Raum lassen sich zwei Fotow\u00e4nde finden, an denen Portr\u00e4ts von Menschen, welche in den vergangenen Jahren nach Deutschland oder vor 80 Jahren ins Ausland fl\u00fcchteten, zu sehen sind. Im zweiten Raum k\u00f6nnen Besucher sich einen \u00dcberblick \u00fcber die zentralen Inhalte des Museums und die geplante Konzeption verschaffen. Es stehen mehrere Vitrinen mit Zitaten, Bildern und Gegenst\u00e4nden zur Verf\u00fcgung. Die Zitate sind von Holocaust\u00fcberlebenden, in denen sie von ihrer Flucht nach Pal\u00e4stina, ihrem Leben im Exil und auch ihrer R\u00fcckkehr nach Deutschland berichten. Im dritten Raum wird die architektonische Gestaltung des zuk\u00fcnftigen Museums vorgestellt und auch auf die wichtige Bedeutung des Themas Exil bez\u00fcglich des Anhalter Bahnhofs eingegangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Besuch hat uns nochmal vor Augen gef\u00fchrt, inwiefern sich Flucht und Exil unterscheiden k\u00f6nnen und wie Menschen jeglicher Herkunft davon betroffen waren und sind. Erstaunlicherweise fanden wir dort sogar Ankn\u00fcpfungspunkte zu Arabischen Spuren in Deutschland.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Exilmuseum Berlin wird das Thema Exil zwischen 1933\u20131945 zum zentralen Thema haben. Ungef\u00e4hr eine halbe Million Menschen fl\u00fcchteten in jener Zeit vor den Nationalsozialisten ins Ausland. Von diesen Menschen und ihren Schicksalen m\u00f6chte das Museum erz\u00e4hlen. Doch auch f\u00fcr die Zeit nach 1945 bis heute sind Flucht und Exil in unserer Gesellschaft relevant.<\/p>\n<p>Von Sarah Alsarayrah, Assia Kaddache, Raphael Schmiedeke, P. Lange<\/p>\n","protected":false},"author":3536,"featured_media":77,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[588938],"tags":[590342,349558,90436,138435,41617],"class_list":["post-76","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-sose-2024","tag-1933-45","tag-exil","tag-flucht","tag-museum","tag-palaestina"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3536"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=76"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":81,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76\/revisions\/81"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/media\/77"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=76"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=76"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/arabischespuren\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=76"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}