Meine Zeit in Athen war eine der aufregendsten und lehrreichsten Phasen meines Lebens. Von der Ankunft bis hin zu den täglichen Begegnungen hatte jede Etappe des Aufenthalts ihren eigenen Charme – und auch ihre Herausforderungen. Im Folgenden möchte ich ausführlich über meine Erlebnisse berichten und meine Eindrücke teilen.
Die Ankunft
Der Beginn meiner Reise nach Athen war entspannt. Der Flug verlief angenehm und ruhig, und ich konnte die Aussicht auf die Ägäis und die umliegenden Inseln genießen, als wir uns Athen näherten. Schon von oben wirkte die Stadt beeindruckend – eine Mischung aus antiken Ruinen, weißen Häusern und modernem Großstadtleben.
Nach der Landung war ich gespannt, wie ich meinen Weg in die Stadt finden würde. Glücklicherweise ist der Athener Flughafen hervorragend angebunden. Ich entschied mich, die U-Bahn zu nehmen, was sich als ausgezeichnete Wahl herausstellte. Das Ticket für Studierende kostet ungefähr 5€ und das muss man am Schalter kaufen, nicht an einem von Automaten. Die Züge waren modern, sauber und zuverlässig, und die Fahrt vom Flughafen ins Zentrum gab mir die Gelegenheit, mich langsam mit der Stadt vertraut zu machen. Während der Fahrt konnte ich erste Blicke auf die Vororte erhaschen und einen Eindruck davon gewinnen, wie vielfältig Athen ist. Die ganze Fahrt dauert ungefähr 1 Stunde.
Die Unterkunft
Ich hatte mich für eine Unterkunft im Stadtteil Omonia entschieden, was sich leider als nicht die beste Wahl herausstellte. Omonia ist zentral gelegen und hat eine lange Geschichte, aber es gilt heute als eines der weniger attraktiven Viertel der Stadt. Die Straßen waren oft überfüllt, und die allgemeine Atmosphäre war manchmal etwas angespannt. Besonders abends fühlte ich mich dort nicht immer wohl, weshalb ich anderen empfehlen würde, Unterkünfte in Vierteln wie Plaka, Monastiraki oder Kolonaki zu wählen. In Omonia gibt es viel Obdachlose, Taschendiebe, Prostituierte, Drogen. Ich war mehrmals der Zeuge von Schlägereien.
Trotzdem konnte ich mich arrangieren und fand in der Umgebung einige interessante Aspekte. Es gibt in Omonia viele traditionelle Tavernen und Geschäfte, die authentische Einblicke in das alltägliche Leben der Athener bieten. Auch der Omonia-Platz, ein zentraler Verkehrsknotenpunkt, war nützlich, um schnell zu anderen Stadtteilen zu gelangen.
Die Universität
Die Universität war ohne Zweifel einer der besten Teile meines Aufenthalts in Athen. Die Gebäude waren nicht nur schön gestaltet, sondern auch gut ausgestattet, was das Arbeiten und Lernen angenehm machte. Besonders beeindruckt hat mich die Organisation und Unterstützung, die ich durch das Team vor Ort erhielt.
Meine Mentorin, Marina Vlachou, war eine wahre Inspiration. Sie war immer erreichbar, gut organisiert und zeigte echtes Interesse daran, dass ich mich sowohl akademisch als auch persönlich wohlfühlte. Ihre Professionalität hat mir sehr geholfen, mich schnell an das neue Umfeld zu gewöhnen. Ebenso hilfreich war meine Betreuerin Anna Chita, die für jede Frage ein offenes Ohr hatte und mich durch ihre freundliche Art motivierte.
Die Universität selbst bot ein beeindruckendes Netzwerk an Möglichkeiten. Ich hatte die Gelegenheit, an Seminaren und Veranstaltungen teilzunehmen, die nicht nur lehrreich, sondern auch inspirierend waren. Der Campus war ein Ort, an dem ich mich willkommen fühlte, und ich konnte viele wertvolle Kontakte knüpfen. Eine sehr gute Gelegenheit ist auch Fitnessstudio, das kostenlos ist. Der Nachteile ist nur, dass man eine Arztbescheinigung braucht. Das Gesundheitssystem in Griechenland ist schrecklich. Es gibt keine Privatpraxis. Man erledigt alles in Krankenhäusern. Viel Erfolg damit.
Praktikum
An der NKUA habe ich mein Praktikum mit Frau Vlachou und Frau Chournazidi gemacht. Mit Frau Vlachou habe ich 2 Kurse gemacht (Sprache 1 und Sprache 3). Mit Frau Chournazidi habe ich Sprache 1 gemacht.
Frau Vlachou und ich waren ein gutes Team. Sie hat mir jedes Wochenende die Vorbereitung für die kommende Woche zugeschickt, sodass ich mich auch vorbereiten könnte. Beide Mentorinnen haben mir gesagt, dass ich das übernehmen kann, was ich will. Manchmal habe ich einen Text, manchmal ein grammatisches Teil übernommen. Ich habe auch Videos vorbereitet und ein zugehöriges Arbeitsblatt. Ich habe auch eine Debatte organisiert, die sehr positiv angenommen wurde.
Die Studierenden waren nett, neugierig und hilfsbereit. Sie haben an allen Aktivitäten teilgenommen.
Griechenland
Was wäre ein Aufenthalt in Athen ohne die einzigartige Kultur und Gastfreundschaft Griechenlands? Das Land hat mich mit seiner Vielfalt und seiner Herzlichkeit komplett in den Bann gezogen.
Das Essen war ein absoluter Höhepunkt. Egal, ob ich in einer kleinen Taverne um die Ecke Souvlaki und griechischen Salat probierte oder in einer Konditorei köstliches Baklava und Loukoumades (griechische Donuts) genoss – jede Mahlzeit war ein Fest. Besonders beeindruckt hat mich die Frische der Zutaten und die Liebe zum Detail, die in jedem Gericht spürbar war.
Die Menschen, denen ich begegnet bin, waren freundlich und hilfsbereit. Viele waren neugierig, mehr über mich zu erfahren, und ich wurde oft mit einem Lächeln und einem „Kalos Orisate“ (Willkommen) begrüßt. Diese offene Art hat es mir leicht gemacht, mich schnell heimisch zu fühlen.
Das Wetter in Griechenland war einfach traumhaft. Die warmen Temperaturen und die vielen Sonnentage machten es möglich, die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten ausgiebig zu erkunden. Ich verbrachte Stunden damit, durch die Gassen von Plaka zu schlendern, die Akropolis zu bestaunen und in Cafés mit Blick auf das Meer zu sitzen.
Ausflüge
Während meines Aufenthalts in Griechenland hatte ich die Gelegenheit, zahlreiche Ausflüge zu unternehmen, die mir die reiche Kultur, beeindruckende Natur und bewegte Geschichte des Landes näherbrachten. Jeder Ort, den ich besuchte, hatte seinen eigenen Charakter und hinterließ einen bleibenden Eindruck. Alle diese Ausflüge habe ich mithilfe der Organisation ERASMUS LIFE ATHENS (siehe auf Instagram) unternommen.
Hier ist ein ausführlicher Bericht über meine Reisen nach Meteora, Delphi, Arachova, Sparta, Kreta, Heraklion und Knossos:
Meteora:
Der Ausflug nach Meteora war ein absolutes Highlight. Meteora, was so viel wie „schwebend in der Luft“ bedeutet, ist eine atemberaubende Region in Thessalien, die für ihre einzigartigen Felsenformationen und die darauf errichteten Klöster bekannt ist.
Die steilen Sandsteinfelsen, die scheinbar in den Himmel ragen, boten eine spektakuläre Kulisse. Die Klöster, von denen einige aus dem 14. Jahrhundert stammen, wirken wie Wunderwerke menschlicher Ingenieurskunst. Besonders beeindruckend fand ich das Kloster von Varlaam und das Große Meteoron, die beide reich an Geschichte und Kunst sind.
Die Aussicht von den Klöstern war überwältigend – ein endloses Panorama aus Bergen und Tälern, das mich für einen Moment alles um mich herum vergessen ließ. Der Aufstieg zu den Klöstern war zwar anstrengend, aber jede Stufe wert.
Delphi:
Delphi, das einst als „Nabel der Welt“ galt, war ein weiteres unvergessliches Ziel. Die Ruinen dieser antiken Stadt liegen malerisch an den Hängen des Parnass-Gebirges.
Ich begann meinen Besuch mit dem Heiligtum des Apollon, wo sich das berühmte Orakel befand. Der Tempel, obwohl heute nur noch in Ruinen erhalten, strahlte eine besondere Atmosphäre aus. Es war beeindruckend, an einem Ort zu stehen, der für die alten Griechen so zentral war. Auch das Theater und das Stadion, in denen einst Spiele und Aufführungen stattfanden, haben mich fasziniert.
Das Archäologische Museum von Delphi ergänzte den Besuch perfekt. Besonders die Statue des Wagenlenkers von Delphi, ein Meisterwerk antiker Kunst, hat mich begeistert.
Arachova:
Auf dem Weg nach Delphi machte ich Halt in Arachova, einem charmanten Bergdorf, das wie eine Postkartenkulisse wirkte. Die steilen Straßen, die traditionellen Steinhäuser und die kleine Kirche Agios Georgios gaben dem Ort eine gemütliche Atmosphäre.
Arachova ist besonders für seinen Käse und seinen Wein bekannt, und ich ließ es mir nicht nehmen, die lokalen Spezialitäten zu probieren. Der Ausblick auf die umliegenden Berge war ebenfalls fantastisch. Es war ein angenehmer Kontrast zur antiken Atmosphäre in Delphi und ein idealer Ort, um die griechische Bergkultur kennenzulernen.
Sparta:
Ein Besuch in Sparta war für mich eine Reise in die Welt der antiken Krieger und Legenden. Obwohl Sparta heute eine moderne Stadt ist, konnte ich die Überreste der antiken Stadt und den Stolz ihrer Geschichte spüren.
Besonders interessant fand ich das Archäologische Museum, das Artefakte aus der Zeit der Spartaner ausstellt. Auch die Statue von König Leonidas ist ein beeindruckendes Denkmal, das an die berühmte Schlacht der 300 erinnert.
Ein Spaziergang durch die Stadt gab mir einen Eindruck davon, wie sich alte Traditionen mit dem modernen Leben verbinden.
Kreta:
Mein Ausflug nach Kreta war eine Reise in eine ganz andere Welt. Die größte Insel Griechenlands ist ein Paradies aus Bergen, Stränden und jahrtausendealter Geschichte.
In Heraklion, der Hauptstadt, war der venezianische Hafen ein wunderschöner Ort für einen Spaziergang. Ich besuchte auch das Archäologische Museum von Heraklion, eines der bedeutendsten Museen Griechenlands. Es beherbergt Artefakte der minoischen Kultur, die auf Kreta blühte.
Ein weiteres Highlight war Knossos, der berühmte minoische Palast. Dieser archäologische Komplex, der als Sitz von König Minos gilt, hat mich mit seiner Größe und seinem Detailreichtum beeindruckt. Besonders die Fresken und die Labyrinthstruktur des Palastes waren faszinierend. Es fühlte sich an, als würde ich durch die Geschichte wandeln.
Fazit
Athen ist eine Stadt voller Gegensätze und Möglichkeiten. Trotz der Herausforderungen mit der Unterkunft war mein Aufenthalt eine unvergessliche Erfahrung, die mich auf vielfältige Weise bereichert hat. Die Mischung aus beeindruckender Geschichte, lebendiger Kultur und moderner Dynamik hat mich fasziniert. Besonders die Unterstützung an der Universität und die herzliche griechische Gastfreundschaft werden mir noch lange in Erinnerung bleiben.
Wenn ich eines aus meiner Zeit in Athen gelernt habe, dann ist es, dass es sich immer lohnt, offen für Neues zu sein und Herausforderungen mit einer positiven Einstellung zu begegnen. Ich freue mich darauf, eines Tages zurückzukehren und noch mehr von diesem wunderbaren Land zu entdecken.