{"id":1008,"date":"2023-11-23T10:51:58","date_gmt":"2023-11-23T09:51:58","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=1008"},"modified":"2024-02-22T13:32:20","modified_gmt":"2024-02-22T12:32:20","slug":"praktikum-in-der-chirurgie-in-marseille","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2023\/11\/23\/praktikum-in-der-chirurgie-in-marseille\/","title":{"rendered":"Praktikum in der Chirurgie in Marseille"},"content":{"rendered":"<p>Erfahrungsbericht Praktisches Jahr in der Chirurgie in Marseille<\/p>\n<p><em><strong>Zum Bewerbungsprozess<\/strong><\/em><br \/>\nIch habe mein Chirurgie-Tertial im Sommer 2023 in Marseille am Universit\u00e4tskrankenhaus La Timone absolviert. Ich habe mich etwa 9 Monate vorher direkt bei den Chef\u00e4rzten der einzelnen chirurgischen Fachrichtungen mit einem Bewerbungsschreiben und meinem Lebenslauf beworben. Die Emailadressen findet man auf der Website des Krankenhauses. Die Chefs haben mir dann relativ z\u00fcgig zugesagt und ich habe mich f\u00fcr zwei chirurgische Fachrichtungen entschieden: Viszeralchirurgie mit Schwerpunkt Leberchirurgie bei Prof. Hardwigsen und Unfallchirurgie bei Prof. Argenson. Ich war 8 Wochen in jeder Fachrichtung. Theoretisch w\u00e4re es auch m\u00f6glich, das gesamte Tertial nur in einem Bereich zu absolvieren, aber ich hatte Lust, verschiedene Fachrichtungen kennenzulernen. Anschlie\u00dfend habe ich mit Sandrine Kilman von der Universit\u00e4t Marseille Kontakt aufgenommen \u2013 da ich jedoch eher sp\u00e4t dran war mit meiner Bewerbung, konnte ich nicht mehr im Rahmen des ERASMUS-Programms in Marseille immatrikuliert werden. (Nicht einsch\u00fcchtern lassen: Sandrine Kilman antwortet nicht immer sofort, \u00f6fter muss man mehrfach nachhaken!) Daher habe ich dann die Formalit\u00e4ten mit Patrick Immormino vom Krankenhaus geregelt und mit ihm den Praktikumsvertrag unterschrieben. Anschlie\u00dfend habe ich mich bei der FU f\u00fcr die ERASMUS+ F\u00f6rderung beworben.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><em><strong>Zur Anerkennung des Praktikums:<\/strong><\/em><br \/>\nEs gibt einen Vordruck f\u00fcr das PJ vom Lageso. Diesen Vordruck haben mir die Chef\u00e4rzte sowie einer weiteren Person unterschrieben. Die weitere Person musste best\u00e4tigen, dass ich zwar nicht in Marseille immatrikuliert war, jedoch die gleichen Rechte und Pflichten w\u00e4hrend des Praktikums wie andere Studierende hatte. Nur mit dieser Unterschrift wird das Praktikum vom Lageso in Berlin anerkannt.<br \/>\nZur Vorbereitung<br \/>\nIch habe zur Vorbereitung einen Franz\u00f6sisch-Sprachkurs f\u00fcr Mediziner:innen an der Charit\u00e9 besucht. Das kann ich sehr empfehlen!<\/p>\n<p><strong><em>Zum Praktikum im Krankenhaus<\/em><\/strong><br \/>\nVom Praktikum im Krankenhaus war ich insgesamt etwas entt\u00e4uscht. In den ersten 8 Wochen war ich auf einer allgemein-\/viszeralchirurgischen Station mit einem Schwerpunkt auf Leberchirurgie. Wir waren gleichzeitig drei Erasmus-Studis und sechs franz\u00f6sische Studis auf der Station. Unsere offizielle Aufgabe sollte es sein, die Assistenz\u00e4rztinnen zu unterst\u00fctzen \u2013 es war immer eine Assistenz\u00e4rztin im OP, die andere auf Station. Auf Station hat die \u00c4rztin morgens zwischen 07:00-08:00 alle Patient:innen einmal ganz kurz visitiert und war danach fast die ganze Zeit am Schreibtisch, um Arztbriefe zu schreiben, Konsile und Bildgebungen anzumelden sowie sich um das Entlassmanagement zu k\u00fcmmern. Die Aufgaben, die f\u00fcr uns auf Station anfielen, waren somit auch eher b\u00fcrokratisch (CT anmelden, Krankentransport organisieren etc.). Insgesamt waren wir auch einfach zu viele Studierende gleichzeitig \u2013 und selbstverst\u00e4ndlich konnten die franz\u00f6sischen Studis die b\u00fcrokratischen Dinge besser ausf\u00fchren, sodass wir als Erasmus-Studis auch nicht so viele Aufgaben zugeteilt bekommen haben. Manchmal konnten wir einzelne Patient:innen auch untersuchen, aber insgesamt habe ich klinisch leider nicht so viel auf der Station gelernt.<br \/>\nZwei bis drei Studis durften au\u00dferdem bei den Operationen zugucken \u2013 bzw. teilweise auch assistieren, aber auch hier hatten die franz\u00f6sischen Studis oft den Vorrang. Insgesamt habe ich aber einige spannende OPs gesehen (Gastrektomien, Hepatektomien, Cholezystektomien, Briden-L\u00f6sungen bei Ileus, Operationen mit dem Da-Vinci-Roboter etc.). Das Team der Station ist zudem zust\u00e4ndig f\u00fcr die Entnahme von Lebern bei (toten) Organspender:innen in der Region. Ich hatte einmal die M\u00f6glichkeit, mit nach Avignon zu kommen und dort bei einer Organentnahme zu assistieren. F\u00fcr mich war das das absolute Highlight des Praktikums!<br \/>\nDen zweiten Teil des Praktikums habe ich dann auf einer unfallchirurgischen Station absolviert. Hier wurde mir schon zu Beginn mitgeteilt, dass auf Station nichts Spannendes stattfinde, ich mir aber alle Operationen anschauen k\u00f6nne, ab und zu durfte ich auch assistieren. Mit der Zeit haben sich die OPs aber sehr wiederholt (Radiusfraktur, H\u00fcft-TEPs, Gamma-Nagel, Sprunggelenksfrakturen), sodass ich mit der Zeit nicht mehr viel Neues dazu gelernt habe. Ich habe daher eine Woche auch in anderen chirurgischen Fachrichtungen hospitiert, besonders in der Plastische Chirurgie konnte ich bei der Versorgung von Polytrauma-Patient:innen sehr spannende Dinge sehen. Schlie\u00dflich habe ich dann noch zwei Wochen im Krankenhaus Sainte-Marguerite bei den ambulanten unfallchirurgischen\/orthop\u00e4dischen Konsultationen hospitiert. Das kann ich sehr empfehlen!<br \/>\nInsgesamt bedarf es wirklich viel Eigeninitiative, um Aufgaben zu bekommen und Dinge zu lernen und das macht es oft sehr anstrengend.<\/p>\n<p><em><strong>Zum Leben in Marseille<\/strong><\/em><br \/>\nMir hat das Leben in Marseille sehr gut gefallen \u2013 obwohl ich bei einem n\u00e4chsten Aufenthalt lieber zu einem anderen Zeitpunkt kommen w\u00fcrde. Zwischen Juli bis Mitte September ist die Stadt sehr touristisch gepr\u00e4gt und viele andere kulturellen \/ politischen Orte und Gruppen sind geschlossen. Viele Orte, die ich mir vorher rausgesucht habe, konnte ich dann erst in den letzten Wochen meines Aufenthaltes kennenlernen, was etwas schade war. Ich glaube, dass ich zu einem anderen Zeitpunkt daher auch schneller und einfacher Kontakte zu Locals h\u00e4tte kn\u00fcpfen k\u00f6nnen. Ein paar Orte, an denen ich gerne Zeit verbracht habe sind La Friche la Belle de Mai, Coco Velten, Extreme Jonglerie und nat\u00fcrlich immer gerne an den K\u00fcsten von Malmousque und auf dem Platz La Plaine. Gerne habe ich auch am Wochenende Ausfl\u00fcge in die Calanques unternommen (siehe Foto). Auch die Str\u00e4nde von Niolon sind wundersch\u00f6n.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erfahrungsbericht Praktisches Jahr in der Chirurgie in Marseille Zum Bewerbungsprozess Ich habe mein Chirurgie-Tertial im Sommer 2023 in Marseille am Universit\u00e4tskrankenhaus La Timone absolviert. Ich habe mich etwa 9 Monate vorher direkt bei den Chef\u00e4rzten der einzelnen chirurgischen Fachrichtungen mit einem Bewerbungsschreiben und meinem Lebenslauf beworben. Die Emailadressen findet man auf der Website des Krankenhauses. &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2023\/11\/23\/praktikum-in-der-chirurgie-in-marseille\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201ePraktikum in der Chirurgie in Marseille\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3982,"featured_media":1009,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[486393],"tags":[1222,339629,1072],"class_list":["post-1008","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-praktikum-europa","tag-frankreich","tag-marseille","tag-medizin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1008","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3982"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1008"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1008\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1011,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1008\/revisions\/1011"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1009"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1008"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1008"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1008"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}