{"id":1012,"date":"2023-11-23T10:58:23","date_gmt":"2023-11-23T09:58:23","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=1012"},"modified":"2024-02-22T12:44:47","modified_gmt":"2024-02-22T11:44:47","slug":"praktikum-in-einer-produktionsfirma-in-rom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2023\/11\/23\/praktikum-in-einer-produktionsfirma-in-rom\/","title":{"rendered":"Praktikum in einer Produktionsfirma in Rom"},"content":{"rendered":"<p>Das Studio liegt sehr zentral in der Via della Conciliazione, direkt am Petersplatz und geh\u00f6rt zu den kleineren Auslandsstudios des ZDF mit zwei Korrespondent:innen, zwei Producer:innen, Cutter:innen sowie einem Kamerateam. Die Unterscheidung zwischen Korrespondent:innen und Producer:innen gibt es ausschlie\u00dflich in den Auslandsstudios. Dabei \u00fcbernehmen Producer:innen die Planung und Durchf\u00fchrung von Drehterminen, Interviews und \u00dcbersetzungen sowie Recherchen. Korrespondent:nnen konzipieren Beitr\u00e4ge, sitzen mit Cutter:innen im Schnitt, formulieren und sprechen Texte in Beitr\u00e4gen ein und stehen in Schaltgespr\u00e4chen vor der Kamera. In der Praxis arbeiten beide eng zusammen und die Aufgaben flie\u00dfen ineinander \u00fcber. Im Inland hingegen arbeiten Redakteur:innen, die Beitr\u00e4ge von der Planung \u00fcber die Drehs bis zum Schnitt begleiten und einsprechen. Das Studio Rom ist verantwortlich f\u00fcr die Berichterstattung aus Italien, Griechenland, Malta und dem Vatikan und beliefert aufgrund der d\u00fcnnen Besetzung insbesondere die aktuellen Nachrichtensendungen des ZDF. Hinzu kommen ausf\u00fchrlichere Recherchebeitr\u00e4ge f\u00fcr das auslandsjournal und bei ausreichender Kapazit\u00e4t auch f\u00fcr St\u00fccke zu kulturellen und kulinarischen Themen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Mein Praktikumstag begann mit einer kollegialen Espressorunde und dem anschlie\u00dfenden Erstellen der Presseschau. Hierzu las ich Online- und gedruckte italienische Tageszeitungen wie Corriere della Sera, La Repubblica, Il Messaggero und Il Quotidiano und fasste die wichtigsten Informationen f\u00fcr alle im Studio zusammen. Eine weitere t\u00e4gliche Aufgabe bestand in der Sichtung der wichtigsten italienischen Nachrichtensendungen TG1 und TG2, eine Multitasking-Aufgabe, bei der Hospitant:innen die Inhalte, Bebilderungen und Autor:innen \u00fcbersetzen und f\u00fcr die Korrespondent:innen auflisten. Auf Basis dieser Liste wird folglich dar\u00fcber entschieden, welches Bildmaterial bei der RAI gekauft werden soll, da das ZDF Studio nicht alle Ereignisse selbst vor Ort filmen kann. F\u00fcr die Bestellung und \u00dcbertragung von TG-Bildmaterial sind dann wieder Praktikant:innen verantwortlich und kommunizieren dazu telefonisch mit den Sekretariaten der RAI-Nachrichtensendungen. Dazu unterst\u00fctzte ich die Kolleg:innen bei allen m\u00f6glichen Aufgaben, wie dem Erstellen eines Wochenangebots mit Beitragsideen, die w\u00f6chentlich an die Redaktionen nach Mainz und Berlin geschickt werden. Au\u00dferdem begleitete ich die Producer:innen bei Drehs, \u00fcbersetzte Interviews, sammeln Voxen in der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone, sa\u00df mit den Korrespondent:innen im Schnitt und erledigte Recherchen nach Absprache. Highlight war die Planung und Produktion eines eigenen Beitrags f\u00fcr das ZDF Mittagsmagazin. Dies umfasste die Recherche, Terminvereinbarung, Durchf\u00fchrung von Interviews, \u00dcbersetzung, Dreharbeiten mit Kamerateam, Archivrecherche, sowie den Schnitt mit einem Cutter bis zur Sendung des St\u00fcckes.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Zeit im Studio habe ich die zug\u00e4ngliche Art der Kolleg:innen und Begeisterungsf\u00e4higkeit f\u00fcr Ideen und Anregungen sehr gesch\u00e4tzt. Besonders die Gespr\u00e4che dar\u00fcber, wie Fernsehformate auf ein j\u00fcngeres Publikum zugeschnitten und interaktiver gestaltet werden k\u00f6nnten, bleiben mir in Erinnerung. Au\u00dferdem die recht fr\u00fche Erkenntnis, dass l\u00e4ngere Beitr\u00e4ge und Dokumentationen bei den vielen tagesaktuellen St\u00fccken leider etwas auf der Strecke bleiben. Ich bin daher schon auf der Suche nach einer Produktionsfirma in Berlin, um das Arbeiten an aufw\u00e4ndigeren Reportagen und Dokus kennenzulernen und zus\u00e4tzlich beim Campusradio eingestiegen. F\u00fcr das Vertrauen, einen eigenen Beitrag von vorne bis hinten planen und umsetzen zu d\u00fcrfen, bin ich ebenfalls dankbar. Diese Erfahrung ist im Nachhinein sicherlich die wertvollste der Hospitanz, auch wenn ich mir in einigen Situationen eine:n Ansprechpartner:in vor Ort oder eine schriftliche Anleitung gew\u00fcnscht h\u00e4tte. Beim Fernsehen kann man als Unerfahrene sonst leider unabsichtlich Gefahr laufen, viel Geld auszugeben oder vermeidbare Fehler zu machen, die dann auch die Kollegen betreffen. Das l\u00e4sst sich aus meiner Sicht aber z. B. mit einem Leitfaden einfach \u00e4ndern. Gerade bei einem eher d\u00fcnn besetzten Studio haben Praktikanten aus meiner Sicht das Potenzial, zu lernen, selbst kleinere Beitr\u00e4ge zu produzieren und damit gleichzeitig die anderen Producer zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikant:innen<\/strong><\/p>\n<p><em>Vorbereitung<\/em><br \/>\nIm Vorfeld einer Hospitanz ist eine inhaltliche und sprachliche Vorbereitung sehr hilfreich. Zum einen helfen hier journalistische und redaktionelle Vorerfahrungen durch Praktika oder die Teilnahme an studentischen Medienprojekten. Alternativ gibt es hierzu aber auch Enf\u00fchrungsliteratur. Au\u00dferdem wichtig ist ein gutes Allgemeinwissen \u00fcber die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Verh\u00e4ltnisse und aktuelle Entwicklungen innerhalb des Berichtsgebietes. Hier lohnt sich ein Blick in deutsche und internationale Tageszeitungen sowie die Nachrichtensendungen des ZDF. So siehst du auch direkt, welche Themen in der Vergangenheit im Fokus standen und in welchen Sendungs- und Beitragsformen aus Italien, Griechenland, dem Vatikan und Malta berichtet wurde. Mindestens genauso wichtig ist die sprachliche Vorbereitung, denn je besser die Italienischkenntnisse, desto vielseitigere Aufgaben k\u00f6nnen im Studio \u00fcbernommen werden. Hierzu geh\u00f6rt die Sichtung und Lekt\u00fcre von Nachrichten, die telefonische Terminvereinbarung von Drehs, das Sammeln von Voxen und die \u00dcbersetzung von Interviews aus dem Italienischen. Im Vorfeld empfehle ich daher, regelm\u00e4\u00dfig italienische Telegiornali zu schauen und Tageszeitungen zu lesen.<\/p>\n<p><em>Praktikumssuche<\/em><\/p>\n<p>Ein Praktikum im Auslandsstudio wollte ich machen, seit ich mit meinem Politikstudium begonnen und erste<br \/>\nredaktionelle Erfahrungen gesammelt habe. Da diese im deutschsprachigen Raum nur vom ZDF angeboten werden, schaute ich dort regelm\u00e4\u00dfig bei den ausgeschriebenen Praktikumspl\u00e4tzen im Ausland nach. Hier werden teilweise auch recht kurzfristige Hospitanzen angeboten \u2013 besonders in kleiner Studios, in denen Hospinant:innen vermutlich sogar mehr Aufgabe \u00fcbernehmen d\u00fcrfen. Die Bewerbung l\u00e4uft dann \u00fcber das ZDF-Bewerbungsportal.<\/p>\n<p><em>Wohnungssuche<\/em><br \/>\nAngehenden Praktikant:innen w\u00fcrde ich empfehlen, \u00fcber Erasmusu, Spotahome oder Uniplaces ein Zimmer von Deutschland aus buchen. Denn Wohnheime sind teuer, WG-Zimmer \u00fcber g\u00e4ngige Portale wie Idealista meistens nur f\u00fcr ein ganzes Jahr zu mieten und die Posts auf Facebook h\u00e4ufig Betrugsmaschen, auf die ich selbst fast hereingefallen w\u00e4re. Eine Reservierungsgeb\u00fchr oder Kaution sollte man, ohne das Zimmer und den\/die Vermieter:in gesehen zu haben, auf keinen Fall \u00fcberweisen. In Italien leben viele Studierende bei ihren Eltern oder in Privatzimmern, Wohngemeinschaften sind weniger verbreitet und in der Regel ohne Castings nach Laune der Eigent\u00fcmerInnen zusammengew\u00fcrfelt.<\/p>\n<p><em>Alltag und Freizeit<\/em><br \/>\nW\u00e4hrend meinem Praktikum habe ich Rom als Stadt mit seinen unterschiedlichen Seiten kennen- und lieben gelernt. Quirlig und beschaulich, nobel und derb kann die Metropole sein. Besonders au\u00dferhalb des historischen Zentrums. Antike Ruinen sind \u00fcberall in der Stadt verteilt, es gibt tolle Parks mit Seen und Pinienb\u00e4umen und einen botanischen Garten, in einer Stunde bringt der Zug einen ans Meer nach Santa Severa oder Anzio. Doch Rom hat neben der antiken auch eine junge, sehr lebendige Seite. Museen f\u00fcr Moderne Kunst (Galleria Nazionale, MAXXI), das Tanz- und Theaterfestival Romaeuropa, Studentenviertel wie San Lorenzo und das alternative Pigneto, in dem sich die R\u00f6merInnen abends auf einen Aperitivo und zum Leute gucken treffen (zum Beispiel im Lo Yeti oder der Libreria Tuba). Von A nach B kommt man am besten mit der Metro, und das ist in dem Fall w\u00f6rtlich gemeint, denn wirklich zuverl\u00e4ssig und bis zum sp\u00e4ten Abend f\u00e4hrt in Rom nur die Metrolinie B. Und nat\u00fcrlich muss hier auch noch die gro\u00dfartige r\u00f6mische K\u00fcche erw\u00e4hnt werden. Ich empfehle folgende Route: Cappuccino auf dem Mercato di Testaccio, Cornetto im Caf\u00e9 Tram Depot, dann den Avertin erklimmen und den Ausblick vom Orangengarten genie\u00dfen, Aperitivo in der Bar allo Statuto, Carbonara oder Pinsa bei La Percora Pazza, den Abend in der Bar dei Brutti ausklingen lassen. Und wo es die beste Pizza und das beste Pistazieneis gibt, findest Du am besten selbst heraus \u2013 oder fragst die R\u00f6merInnen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Studio liegt sehr zentral in der Via della Conciliazione, direkt am Petersplatz und geh\u00f6rt zu den kleineren Auslandsstudios des ZDF mit zwei Korrespondent:innen, zwei Producer:innen, Cutter:innen sowie einem Kamerateam. Die Unterscheidung zwischen Korrespondent:innen und Producer:innen gibt es ausschlie\u00dflich in den Auslandsstudios. 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