{"id":1071,"date":"2024-02-16T15:58:56","date_gmt":"2024-02-16T14:58:56","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=1071"},"modified":"2024-02-22T13:35:00","modified_gmt":"2024-02-22T12:35:00","slug":"praktikum-an-der-rijksuniversiteit-groningen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2024\/02\/16\/praktikum-an-der-rijksuniversiteit-groningen\/","title":{"rendered":"Praktikum an der Rijksuniversiteit Groningen"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe ein dreimonatiges Praktikum an der Universit\u00e4t Groningen (RUG) von M\u00e4rz bis Mai absolviert. Das Praktikum habe ich in der AG Feringa gemacht, um an molekularen Schaltern zu forschen.<\/p>\n<p><!--more--><strong>Praktikumsorganisation<\/strong><br \/>\nProf. Feringa hatte ich im Juni 2022 auf einer Konferenz kennenlernen k\u00f6nnen. Ich fand seinen Vortrag und seine Forschung sehr spannend, weswegen ich ihn danach gefragt hatte, ob er die Kapazit\u00e4t habe, um mich f\u00fcr ein Forschungspraktikum aufzunehmen. Ebenso wollte ich erfahren, wie es ist, in einer gro\u00dfen und etablierten Forschungsgruppe zu arbeiten, da ich bisher nur in kleinen Gruppen gearbeitet habe. Prof. Feringa sagte mir, dass es m\u00f6glich sei, man aber eigenes Funding f\u00fcr Lebenserhaltungskosten mitbringen sollte. Ein paar Monate sp\u00e4ter habe ich mich dann mit der Hilfe von Professoren aus Berlin, die mit Prof. Feringa in Kontakt stehen, in der Arbeitsgruppe beworben. Sobald die Stelle feststand, habe ich mich auf die F\u00f6rderung durch ERASMUS+ Praktikum beworben. Das Team an der FU war sehr hilfreich und konnten trotz der Weihnachtsfeiertage mich beraten. F\u00fcr die Versicherung habe ich mich bei dem DAAD-Versicherungspacket angemeldet. Ein Visum brauchte ich f\u00fcr die Niederlande nicht.<\/p>\n<p><strong>Wohnungssuche<\/strong><br \/>\nDie Niederlande, besonders Studierendenst\u00e4dte wie Groningen, sind daf\u00fcr bekannt, einen \u00e4u\u00dferst schwierigen Wohnungsmarkt zu haben. Dabei habe ich mich auf Seiten wie Kamernet angemeldet, bin mehreren Facebook-Gruppen beigetreten und habe mehrere Menschen dort angeschrieben. Neben dem habe ich mich auf einen Studentenwohnheimplatz beworben. Dabei sollte angemerkt werden: bei Kamernet gibt es einige gute Anzeigen, allerdings muss man einen Beitrag zahlen, um die Anbieter anzuschreiben, w\u00e4hrenddessen man bei Facebook man sehr vorsichtig sein muss, da sich auch Betrugsanzeigen im Umlauf befinden. Um sich bei der SSH (einem Wohnungsanbieter f\u00fcr Studierende) auf einen Studentenwohnheimplatz zu bewerben, muss man schon bei der Gastuniversit\u00e4t als Student*in im System sein. Durch die Feiertage hat dieser Prozess bei mir etwas in die L\u00e4nge gezogen. Schlie\u00dflich habe ich aber einen Monat vor Beginn des Praktikums im Upsilon Geb\u00e4ude der SSH in Groningen ein Zimmer bekommen k\u00f6nnen. Es handelte sich um ein Studio Zimmer mit eigener K\u00fcche und Bad. Die Miete lag bei ca. 750 Euro warm im Monat. Damit ist es am h\u00f6heren Ende der m\u00f6glichen Optionen. F\u00fcr den kurzen Zeitraum war es jedoch ein gutes Angebot und ich fand es im Nachhinein auch f\u00fcr mich sehr passend, ein Einzelzimmer zu haben und nicht in einer WG o.\u00c4. zu wohnen. Es war sicherlich vom Vorteil, dass ich nicht mit dem neuen Semester (im Februar) dort begonnen habe, da ich so nicht zu viel Konkurrenz hatte, um eine Unterkunft zu finden.<\/p>\n<p><strong>Bankkonto<\/strong><br \/>\nF\u00fcr ein dreimonatiges Praktikum ergab es keinen Sinn, sich bei einer niederl\u00e4ndischen Bank ein Konto zu \u00f6ffnen. Besonders f\u00fcr l\u00e4ngere Aufenthalte k\u00f6nnte ich mir aber vorstellen, dass es hilfreich sein k\u00f6nnte, eins zu haben. Viele Online-Zahlungen wie auch die Miete k\u00f6nnen nur mit einer Kreditkarte (bzw. Karte mit Visa-Funktion) oder \u00fcber das iDeal-Zahlungssystem, welches speziell f\u00fcr niederl\u00e4ndische Banken gilt, durchgef\u00fchrt werden. Mit meiner EC-Karte konnte ich leider oft Dinge nicht bezahlen, sodass ich auf Freunde und Familie, die eine Kompatible Karte hatten, angewiesen war.<\/p>\n<p><strong>Mobilit\u00e4t in der Stadt<\/strong><br \/>\nIch bin mit der Bahn ein paar Tage vor Arbeitsbeginn in die Niederlande eingereist, um die Stadt zu erkundigen und mich ein bisschen einzuleben. Um in der Stadt herumzukommen kann man gut mit dem Bus fahren. Die App f\u00fcr \u00d6PNV hei\u00dft in den Niederlanden \u201e9292\u201c. Darin kann man auch Tickets kaufen. Ansonsten gibt es in Groningen und einigen anderen St\u00e4dten in den Niederlanden auch die M\u00f6glichkeit, mit der tap-to-pay Funktion der Bankkarte Bus und Bahn zu fahren: Dazu muss man sich einfach mit der Karte im Bus ein- und auschecken. Die allermeisten Strecken hinterlegt man aber mit dem Fahrrad \u2013 Groningen ist sogar die Fahrradhauptstadt der Niederlande! Dazu habe ich mir in der Innenstadt ein Swapfiets-Fahrrad besorgt. Da man das Fahrrad entweder monatlich oder halbj\u00e4hrlich mietet, ist es eine perfekte Option f\u00fcr einen Austausch oder ein Praktikum.<\/p>\n<p><strong>Reisen<\/strong><br \/>\nWenn man am Wochenende oder an Feiertagen eine l\u00e4ngere Reise innerhalb der Niederlande machen will, gibt es viele Optionen, um an g\u00fcnstigere Bahnkarten zu kommen. Alles l\u00e4uft \u00fcber NS-Bahn. F\u00fcr Tagesausfl\u00fcge in andere St\u00e4dte lohnt es sich, in den \u201eSpordeelwinkel\u201c zu schauen, da man dort oft Rundtrip-Karten f\u00fcr den halben Preis bekommen kann. Wenn man in Gruppen (schon ab 2 Personen) f\u00e4hrt, sollte man auf jeden Fall sich ein Gruppenticket besorgen, da auch hier verglichen mit den regul\u00e4ren Tarifen man deutlich weniger zahlt. Besonders wenn man innerhalb eines Monats mehr reisen will, lohnt es sich, bei der NS-Bahn ein Abonnement zu besorgen. Einige meiner Freunde und Kolleg*innen benutzen den Weekend-Vrij-Tarif, wo man 35 Euro im Monat zahlt, um damit an Wochenenden kostenlos Reisen zu k\u00f6nnen und au\u00dferhalb der Hauptverkehrszeiten verg\u00fcnstigt f\u00e4hrt (als Vergleich: eine einfache Fahrt von Groningen nach Amsterdam kostet regul\u00e4r ca. 30 Euro). Um das Abonnement abzuschlie\u00dfen kann man dies, wenn man kein niederl\u00e4ndisches Bankkonto hat, telefonisch beantragen. W\u00e4hrend der drei Monate, die ich dort war, habe ich Amsterdam, Utrecht, Rotterdam, Den Haag, sowie die Groninger K\u00fcste (Lauwersoog und das Seehundzentrum in Pieterburen) erkundigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/strong><br \/>\nGroningen ist eine kleine Stadt, hat aber viel zu bieten. Besonders ist mir die Vielfalt an Restaurants aus aller Welt und Ausgehm\u00f6glichkeiten aufgefallen. Kulinarisch kann ich besonders empfehlen, die indonesische K\u00fcche zu probieren, wenn man in den Niederlanden ist. Sonst, in Groningen ist das italienische Restaurant \u201eGustatio\u201c sehr bekannt; hierf\u00fcr ist es sinnvoll, schon eine Woche im Voraus zu reservieren, da es immer voll ist. Mir pers\u00f6nlich hat auch sehr das mexikanische Restaurant \u201e11 Once\u201c gefallen, denn es ist sehr authentisch. Als Studentenstadt bietet es auch einiges Nachtleben.<br \/>\nWenn man Klassik mag, gibt es eine gro\u00dfe Vielfalt an Konzerten, die im SPOT\/Oosterpoort angeboten werden. Karten sind auch sehr verg\u00fcnstigt, wenn man U29 ist. So habe ich die weltber\u00fchmte Geigerin Janine Jansen im Konzert erleben k\u00f6nnen. F\u00fcr nicht-klassische Konzerte kann ich den Club \u201eVera\u201c empfehlen. F\u00fcr ein entspannteres Umfeld fand ich das \u201eCafe de Zolder\u201c super: es ist eine Bar, in der in einer Ecke Instrumente und Mikrofons stehen. Mit diesen machen die Besucher der Bar regelm\u00e4\u00dfig zusammen Musik, und es klingt richtig gut!<br \/>\nMit einem Studentenausweis der Groninger-Universit\u00e4ten kommt man kostenlos in die Museen der Stadt. Das Groninger Museum, welches direkt gegen\u00fcber dem Hauptbahnhof steht, beherbergt einiges an Kunst aus der Region Groningen, hat aber auch andere sich oft-wechselnde Ausstellungen. Ich fand auch die Ausstellungen des Universit\u00e4tsmuseums sehr interessant.<br \/>\nMein pers\u00f6nlicher Favorit in Groningen ist das \u201eForum\u201c Geb\u00e4ude. An sich ist es die Stadtbibliothek in Groningen, jedoch hat es so viel mehr zu bieten: zahlreiche Lern- und Entspannungsorte, eine Dachterrasse mit Ausblick auf die Stadt, eine 3D -Druckstation, ein Kino, Caf\u00e9s und Bars, Museumsausstellungen\u2026 ich habe dort viele Stunden verbringen k\u00f6nnen!<\/p>\n<p><strong>Sicherheit<\/strong><br \/>\nEine Nebensache, die ich erw\u00e4hnen will: mir, sowie anderen Kolleg*innen im B\u00fcro, wurde w\u00e4hrend der Mittagspause das Portemonnaie bzw. bei einem sogar sein Laptop gestohlen. Ich will damit betonen, dass man seine Wertsachen immer gut im Blick haben sollte, egal in welchem Land man sich befindet. Es war ein bisschen kompliziert, mit der niederl\u00e4ndischen Polizei zu kommunizieren, da uns unterschiedliche Dinge gesagt wurden. Letztenendes hatte ich ca. 3 Wochen nach dem Diebstahl einen Termin in der Polizeibeh\u00f6rde, um die Meldung abzugeben. Im Nachhinein w\u00e4re es am einfachsten gewesen, wenn eine*r meiner Kolleg*innen mit einem DigiD Konto (niederl\u00e4ndische Identifikationsplattform) die Meldung f\u00fcr mich online abgegeben h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Insgesamt hatte ich eine sehr gute Zeit in Groningen und der Alltag hat mir sehr gefallen. Besonderes als es w\u00e4rmer wurde konnte man spontan an den Wochenenden wegfahren und das Land erkundigen. Ich habe einige Dinge, die ich noch gerne machen w\u00fcrde, wie zum Beispiel die Hunebedden-Gesteine s\u00fcdlich von Groningen mit dem Fahrrad zu erkundigen. Demnach werde ich auf jeden Fall nochmal in die Niederlande reisen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe ein dreimonatiges Praktikum an der Universit\u00e4t Groningen (RUG) von M\u00e4rz bis Mai absolviert. Das Praktikum habe ich in der AG Feringa gemacht, um an molekularen Schaltern zu forschen.<\/p>\n","protected":false},"author":3982,"featured_media":1073,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[486393],"tags":[315,309092,486382,720],"class_list":["post-1071","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-praktikum-europa","tag-chemie","tag-forschungspraktikum","tag-groningen","tag-niederlande"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1071","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3982"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1071"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1071\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1074,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1071\/revisions\/1074"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1073"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1071"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1071"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1071"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}