{"id":1121,"date":"2024-02-29T11:56:32","date_gmt":"2024-02-29T10:56:32","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=1121"},"modified":"2024-02-29T11:56:54","modified_gmt":"2024-02-29T10:56:54","slug":"forschungspraktikum-auf-teneriffa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2024\/02\/29\/forschungspraktikum-auf-teneriffa\/","title":{"rendered":"Forschungspraktikum auf Teneriffa"},"content":{"rendered":"<p>Vorneweg kann ich ein Praktikum in der Ecomar Forschungsgruppe an der Universidad de La Laguna auf Teneriffa nur w\u00e4rmstens empfehlen. Da ist einerseits die Arbeit selbst, die aus einer Mischung aus eigenst\u00e4ndigen Projekten und dem Hineinschnuppern in die Forschung verschiedener Doktoranden besteht, und dann ist da nat\u00fcrlich noch der offensichtlichste Vorteil &#8211; die Insel selbst.<\/p>\n<p><!--more-->Leben auf Teneriffa:<br \/>\nDabei ist die Sch\u00f6nheit der Landschaft vielleicht nicht der entscheidende Punkt, sondern, dass man bei jedem Spaziergang am Strand Tiere entdecken kann, die man vorher noch nie gesehen hat. In meinen 5 Monaten Praktikum konnte ich allein beim Schnorcheln Meeresschildkr\u00f6ten, Oktopoden, Rochen und sogar eine vom Aussterben bedrohte Haiart sehen \u2013 vom Tauchen ganz abgesehen. Die Insel ist, wenig \u00fcberraschend, ein beliebtes Erasmus-Ziel. Man findet leicht Anschluss an andere internationale Studenten und es werden immer wieder Bar-Abende oder gemeinsame Wanderungen in den Nationalparks organisiert.<\/p>\n<p>Arbeit in der Ecomar Forschungsgruppe:<br \/>\nGleich zu Beginn meines Praktikums wurde mir die Aufgabe \u00fcbertragen, Unterwasser-Videos von La Palma auf Unterschiede ihrer Lebensgemeinschaften zu untersuchen \u2013 ein Projekt, an dem ich mein gesamtes Praktikum gearbeitet habe. Andere Praktikanten haben zwar zwischen verwandten Projekten gewechselt, aber in der Regel ist man l\u00e4ngere Zeit eigenverantwortlich f\u00fcr ein kleineres Forschungsprojekt zust\u00e4ndig oder unterst\u00fctzt einen Doktoranden. Dabei kann man jederzeit Fragen stellen und ich konnte mich auch w\u00f6chentlich mit meinem Mentor ausgetauscht, aber Eigeninitiative ist gefragt. Daf\u00fcr kann man selbstbestimmt arbeiten und eigene L\u00f6sungsans\u00e4tze einbringen.<br \/>\nDie Ecomar Forschungsgruppe teilt sich ihre R\u00e4ume mit \u201eBioecomac\u201c und wer sich f\u00fcr ein Praktikum interessiert, wird vielleicht auch hier f\u00fcndig. Es empfiehlt sich, sich je nach Interesse und Schwerpunkt f\u00fcr ein Praktikum direkt an den passenden Verantwortlichen zu wenden. Jos\u00e9 Carlos Hern\u00e1ndez P\u00e9rez ist Forschungsgruppenleiter von Ecomar und soweit ich feststellen konnte, spezialisiert auf Fische und Stachelh\u00e4uter. Marina Sabrina Clement Martin ist verantwortlich f\u00fcr Forschung an Korallen und Anemonen, und schlie\u00dflich arbeitet Natacha Aguilar de Soto zum Verhalten und \u00d6kologie von Meeress\u00e4ugern. Au\u00dferdem findet sich an der Universidad de La Laguna noch eine Forschungsgruppe der marinen Botanik. Diese Ansammlung unterschiedlicher Experten erlaubt \u201eHineinschnuppern\u201c \u00fcber das eigentliche Praktikum hinaus. Ich habe so auch beim Kalibrieren und Testen von Kameras zur Absch\u00e4tzung der Biomasse von Fischen, beim Z\u00e4hlen und Identifizieren von Meeress\u00e4ugern sowie bei Feldforschung in Gezeitenzonen ausgeholfen. Das Team ist herzlich und Engagement wird wertgesch\u00e4tzt. H\u00e4ufig werden die Praktika zu Projekt- und Laborarbeiten sowie Bachelorarbeiten ausgeweitet und gelegentlich sogar publiziert. Nur die Sprache kann ein Hindernis sein &#8211; zwar sprechen alle Mitglieder der Forschungsgruppe auch Englisch, jedoch auf sehr unterschiedlichem Niveau. Gute Spanischkenntnisse sind f\u00fcr die Arbeit vielleicht nicht unabdingbar, aber ohne sie bleibt man wahrscheinlich schnell au\u00dfen vor.<\/p>\n<p>Auch ganz grunds\u00e4tzlich kann ich ein Erasmus+ Praktikum nur empfehlen. Jede Universit\u00e4t ist von ihren eigenen Experten gepr\u00e4gt und im Bachelor ist es umso sinnvoller sich einen breiten \u00dcberblick zu verschaffen, um zu entscheiden, wo man die eigene Zukunft sieht. Das gilt besonders, falls man sich f\u00fcr Felder wie Meeresbiologie oder -\u00f6kologie interessiert, die in Berlin nicht gelehrt werden. Ein wenig praktische Erfahrung vor der Bachelorarbeit kann auch nicht schaden und dank der Erasmus-F\u00f6rderung ist das Ganze wahrscheinlich besser bezahlt als die allermeisten Praktikumspl\u00e4tze f\u00fcr Bachelorstudenten.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikant:innen<\/strong><br \/>\n<strong>Vorbereitung<\/strong><br \/>\nAm besten alle Unterlagen, die an die Fu m\u00fcssen vor der Abreise fertig machen und einreichen, Post auf und von den Kanaren ist eine Sache f\u00fcr sich.<\/p>\n<p><strong>Beantragung Visum<\/strong><br \/>\nBei Spanien zum Gl\u00fcck nicht n\u00f6tig. Aber wer l\u00e4nger als ein paar Monate auf Teneriffa bleibt profitiert von der Beantragung der NIE eine \u201eNummer zur Identifizierung von Ausl\u00e4ndern\u201c, die man vor Ort bei der Polizei beantragen kann. Termine und die n\u00f6tigen Dokumente gibt es online, das Ganze dauert in der Regel zwei Wochen. Mit der NIE, den Erasmus Unterlagen und einem Mietvertrag kann man dann bei der Oficina de Atenci\u00f3n Ciudadana ein \u201ecertificado de empadronamiento\u201c beatragen. Wartezeiten sind gerne lang aber es klappt, wenn man sich ca. eine halbe Stunde vor der eigentlichen \u00d6ffnungszeit anstellt. Die Bearbeitung des \u201ecertificado de empadronamiento\u201c dauert etwa einen Monat, bei der Abholung bittet man dann um ein \u201ecertificado de viaje\u201c, das eigentlich von Interesse ist, denn damit werden Schiffs und Flugreisen um 75% billiger und \u00d6ffentliche Verkehrsmittel-Abo\u2019s entweder billiger oder sogar kostenlos.<\/p>\n<p><strong>Praktikumssuche<\/strong><br \/>\nDie Ecomar Forschungsgruppe teilt sich ihre R\u00e4ume mit \u201eBioecomac\u201c und wer sich f\u00fcr ein Praktikum interessiert, wird vielleicht auch hier f\u00fcndig. Es empfiehlt sich, sich je nach Interesse und Schwerpunkt f\u00fcr ein Praktikum direkt an den passenden Verantwortlichen zu wenden. Jos\u00e9 Carlos Hern\u00e1ndez P\u00e9rez ist Forschungsgruppenleiter von Ecomar und soweit ich feststellen konnte, spezialisiert auf Fische und Stachelh\u00e4uter. Marina Sabrina Clement Martin ist verantwortlich f\u00fcr Forschung an Korallen und Anemonen, und schlie\u00dflich arbeitet Natacha Aguilar de Soto zum Verhalten und \u00d6kologie von Meeress\u00e4ugern. Au\u00dferdem findet sich an der Universidad de La Laguna noch eine Forschungsgruppe der marinen Botanik. Alle sind per Mail gut erreichbar, aber Hartn\u00e4ckigkeit zahlt sich aus, denn Emails gehen gerne unter, besonders w\u00e4hrend den Feldforschungskampagnen. Es kann gut sein, dass man mehrmals anfragen muss, bevor man eine Antwort erh\u00e4lt.<\/p>\n<p><strong>Wohnungssuche<\/strong><br \/>\nWer Gl\u00fcck hat findet auf der Website \u201eIdealista\u201c eine Unterkunft, aber die meisten Vermieter, die f\u00fcr die \u201ekurzen\u201c Erasmus-Zeitr\u00e4ume Zimmer anbieten, schicken ihre Angebote in Erasmus-WhatsApp-Gruppen. Vielleicht findet man solche Gruppen auch auf Facebook, ansonsten kann man das Erasmus-Team der Fu um den E-Mail-Kontakt von fr\u00fcheren Erasmus Studenten\/Praktikanten bitten, die einem den Zugang zu diesen<br \/>\nGruppen weiterleiten k\u00f6nnen. La Laguna ist nahe bei der Uni und vergleichsweise ruhig, nach Santa Cruz braucht man etwa eine halbe Dreiviertelstunde, falls man gerne mehr L\u00e4den\/Ausgehm\u00f6glichkeiten m\u00f6chte (die Stadt ist leider nicht sehr sch\u00f6n), wer gerne direkt in der Natur und am Meer wohnt, zum Beispiel zum Surfen kann sich in Bajamar oder La Punta de Hidalgo umsehen, allerdings braucht man dann ca. eine Stunde zur Uni.<\/p>\n<p><strong>Versicherung<\/strong><br \/>\nErasmus Praktikanten sollen sich \u00fcber die DAAD-Gruppenversicherung versichern, die deutsche<br \/>\nKrankenversicherung l\u00e4uft aber in Spanien gr\u00f6\u00dftenteils normal weiter.<\/p>\n<p><strong>Telefon-\/Internetanschluss<\/strong><br \/>\nTeneriffa mag vor der afrikanischen K\u00fcste liegen, aber da es politisch zu Spanien geh\u00f6rt gelten die in der EU \u00fcblichen Roamingkonditionen<\/p>\n<p><strong>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung<\/strong><br \/>\nNicht n\u00f6tig, man kann mit der EC und Kreditkarten zahlen, nur Geld abheben kostet eine Geb\u00fchr.<\/p>\n<p><strong>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/strong><br \/>\nLa Laguna, die Stadt, in der die Universit\u00e4t liegt ist vergleichsweise ruhig, es gibt ein paar sch\u00f6ne Caf\u00e9s und besonders das etwas alternativere \u201eCaf\u00e9 7\u201c ist bei Studenten beliebt. Clubs gibt es eigentlich nicht, eher Bars mit etwas mehr Platz in denen Musik gespielt wird und getanzt wird.<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><br \/>\nDer Norden von Teneriffa ist zwar auch sehr vom Tourismus gepr\u00e4gt aber im Vergleich zu der Hotellandschaft des S\u00fcdens regelrecht ruhig. Wandern im Anaga-Gebirge und im Teide-Nationalpark (dem Vulkan der Insel und h\u00f6chster Berg Spaniens) ist au\u00dfergew\u00f6hnlich. Ansonsten empfehle ich Tauchen und Schnorcheln bei jeder Gelegenheit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorneweg kann ich ein Praktikum in der Ecomar Forschungsgruppe an der Universidad de La Laguna auf Teneriffa nur w\u00e4rmstens empfehlen. Da ist einerseits die Arbeit selbst, die aus einer Mischung aus eigenst\u00e4ndigen Projekten und dem Hineinschnuppern in die Forschung verschiedener Doktoranden besteht, und dann ist da nat\u00fcrlich noch der offensichtlichste Vorteil &#8211; die Insel selbst.<\/p>\n","protected":false},"author":3982,"featured_media":1122,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[486393],"tags":[1109,309092,1762,301447],"class_list":["post-1121","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-praktikum-europa","tag-biologie","tag-forschungspraktikum","tag-spanien","tag-teneriffa"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1121","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3982"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1121"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1121\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1123,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1121\/revisions\/1123"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1122"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1121"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1121"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1121"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}