{"id":1159,"date":"2024-05-27T13:14:33","date_gmt":"2024-05-27T11:14:33","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=1159"},"modified":"2025-01-23T10:33:56","modified_gmt":"2025-01-23T09:33:56","slug":"forschen-am-karolinska-institut-in-schweden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2024\/05\/27\/forschen-am-karolinska-institut-in-schweden\/","title":{"rendered":"Forschen am Karolinska Institut in Schweden"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcblich beginnt man einen Bericht oder eine Geschichte am Anfang, ich werde das anders machen. Mir hat es in Stockholm am Karolinska Institut so gut gefallen, dass ich hier f\u00fcr meinen PhD bleiben werde und das nicht ohne gute Gr\u00fcnde!<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nNun aber zur\u00fcck zum Anfang. Wie so viele wollte ich die Gelegenheit im meinem Master nutzen ins Ausland zu gehen. Prim\u00e4r ging es mir um einen kulturellen Austausch, meine sprachlichen Kenntnisse zu verbessern und um neue Techniken, welche wichtig f\u00fcr meinen Laboraltag, sind zu erlenen. ERASMUS+ Praktikum bot mir die durch finanzielle Hilfe, ja Schweden ist teuer, die M\u00f6glichkeit genau diesen Plan umzusetzen.<\/p>\n<p>Mein erstes Highlight war, dass sich alles organisatorisch alles sehr einfach gestaltete und schneller als gedacht sa\u00df ich in eine Bahn in Richtung Stockholm. Dort wartete direkt das n\u00e4chste Highlight auf mich. In der Regel ist es nicht einfach, zumindest hatte ich das zuvor so in anderen Praktika so wahrgenommen, neue Menschen in einer Stadt kennen zu lernen. Dem war nicht so in Stockholm.<\/p>\n<p>In meinem Studentenwohnheim wurde ich von einer wilden Mischung an internationalen Studierenden empfangen, welche mir in der Zukunft noch ans Herz wachsen sollten. Nach dem zu diesem Zeitpunkt geltenden Tradition, wurde f\u00fcr jeden Neuank\u00f6mmling ein Dinner veranstaltet. So auch f\u00fcr mich. Dies gab mir die gro\u00dfartige M\u00f6glichkeit direkt von Tag 1 an mit Menschen unterschiedlichster Nationalit\u00e4ten in Kontakt zu kommen. In den folgenden Wochen und Monaten wurden aus den Bekanntschaften Freundschaften durch die unz\u00e4hligen Aktivit\u00e4ten, welche wir zusammen unternahmen. Um nur ein paar wenige aufzuz\u00e4hlen: Neben unz\u00e4hligen Stockholm Touren, Museums Besuchen, Bar Abenden, etc. haben wir es sogar an einem Wochenende in die n\u00f6rdlichste Stadt von Schweden, Kiruna, geschafft und alle zwei Wochen ein internationales Dinner veranstaltet. In einer Zeit von zunehmenden internationalen Konflikten war es erfrischend Ansichten und Erfahrungen mit anderen Nationalit\u00e4ten auszutauschen und das eigene Wissen \u00fcber die L\u00e4nder zu erweitern.<\/p>\n<p>Ein weiterer Aspekt war, dass durch unsere unz\u00e4hligen Ausfl\u00fcge, wir und ich ebenfalls tiefe Einblicke in die schwedische Kultur erlangt hatten, welche vielschichtig und faszinierend ist. Zusammenfassend kann ich jedem der es in einem Korridor mit 12 anderen Personen irgendwie aush\u00e4lt diese Erfahrung empfehlen, es gibt nur wenige M\u00f6glichkeiten mit so vielen offenen und unterschiedlichen Pers\u00f6nlichkeiten in Kontakt zu kommen wie dort.<\/p>\n<p>Da ich gerne das Wort Highlight verwende, ich kann es einfach nicht anders ausdr\u00fccken, w\u00fcrde ich jetzt gerne von meinem dritten Highlight berichten \u2013 das Karolinska Institut und mein Labor. Ein wichtiger Aspekt dieses Praktikums was auch in meinem Studium und meinen spezifischen Skills weiterzukommen. F\u00fcr mich als Masterstudent ist es unglaublich wichtig in eine Umgebung zu kommen, in welcher ich mich wohl f\u00fchle, welche mir Sicherheit gibt, allerdings auch erlaubt Dinge auszuprobieren und nicht zu sehr beschr\u00e4nkt, um mich pers\u00f6nlich weiterzuentwickeln. Um es in einem Satz zu beschreiben, an genauso einem Platz bin ich gelandet.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich zu meinem Wohnheim wurde ich sehr herzlich von meinen Laborkollegen und allen anderen Personen im Office empfangen, bei einer Tasse Kaffee, welche es am Karolinska Institute au\u00dferdem umsonst gibt. \u00c4hnlich zu meinem Wohnheim war meine Arbeitsgruppe und das allgemeine Umfeld sehr International, was mit nat\u00fcrlich dabei geholfen hat sprachlich sicherer zu werden. Ohne zu sehr in die f\u00fcr die meisten langweiligen Details meiner Arbeit zu gehen, kann ich zusammenfassend sagen, dass meine Arbeitsgruppe unglaubliches f\u00fcr mich geleistet hat. Wenn ich Hilfe oder wichtige Ratschl\u00e4ge beim L\u00f6sen von Problem ben\u00f6tigte, hatte ich immer sehr hilfsbereite Ansprechpartner. Allerdings gab es genug Raum, um viele meiner Ideen auszuprobieren und Eigenst\u00e4ndigkeit sowohl im handwerklichen als auch konzeptionellen zu erlernen. Neben spezifischen Skills im Bereich cryo-EM habe viel \u00fcber Experiment Design, Ausf\u00fchrung und Troubleshooting gelernt. Durch w\u00f6chentliche Labmeetings und weitere Pr\u00e4sentationen habe ich im Weiteren wichtige Skills im Bereich Kommunikation und Verteidigung meiner Ergebnisse erlernt, was in der Zukunft sehr wertvoll sein wird. Zusammenfassend bin jeden Tag gerne ins Labor gekommen, auch wenn es nat\u00fcrlich experimentell nicht immer \u201egut\u201c lief, aber das ist Forschung, da ich mich in einem Umfeld befand, welches mich enorm weitergebracht hat und auch pers\u00f6nlich viele weitere Einblicke in unterschiedliche Kulturen erm\u00f6glichte.<\/p>\n<p>Als abschlie\u00dfender Paragraf w\u00fcrde ich gerne noch ein paar Worte \u00fcber die \u201eSchweden\u201c verlieren. Schweden ist ein Land, das wie fast kein zweites Englisch spricht. Wirklich jede Person spricht fast perfekt Englisch, was sehr faszinierend ist. Im Weiteren waren alle Personen immer sehr hilfsbereit, wenn ich mich zum Beispiel mal wieder in einer U-Bahn-Station verlaufen hatte. Allerdings bin ich leider nur sehr wenig, bis auf meinen Chef, mit schwedischen Personen in Kontakt gekommen. Das ist wohl der Nachteil an meiner sehr internationalen WG und Labor. Somit ist es mir nur bedingt m\u00f6glich dar\u00fcber etwas zu berichten. Abseits dessen ist Schweden ein sehr modernes Land. Alles ist super organisiert, die Bev\u00f6lkerung ist zum gr\u00f6\u00dften Teil sehr weltoffen und da es Teil der EU ist sind auch viele organisatorischen Dinge sehr einfach.<\/p>\n<p>Neben einer sehr interessanten Geschichte, welche man sich in unz\u00e4hligen Musen anschauen kann, bietet Schweden eine unglaublich sch\u00f6ne Landschaft. Wie bereits zuvor angedeutet, habe ich diese zu gen\u00fcge mit meinem Mitbewohner und Laborkollegen erkundet. Neben den Nationalparks, welche einfach mit den \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind, gibt es unz\u00e4hlig viele sch\u00f6ne Ort, sei es an der K\u00fcste oder an einem der vielen Seen versteckt im Wald, welche erkundet werden k\u00f6nnen. Das l\u00e4sst dann auch im Winter ein bisschen die doch bedr\u00fcckende Dunkelheit vergessen.<\/p>\n<p>Als abschlie\u00dfenden Satz kann ich nur jedem dazu ermutigen erstens ein Praktikum im Ausland zu machen, die Erfahrung ist unbezahlbar und nat\u00fcrlich f\u00fcr dieses Praktikum nach Schweden an das Karolinska Institut zu kommen. Es lohnt sich!<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikant:innen<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Vorbereitung<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Beantragung Visum<\/strong><\/p>\n<p>Da EU nicht notwendig.<\/p>\n<p><strong>Praktikumssuche<\/strong><\/p>\n<p>Ich kann jedem nur empfehlen rechtzeitig damit anzufangen. Ja ich wei\u00df, dass dieser Satz h\u00e4ufig wiederholt wird, allerdings haben zumindest am Karolinska Institut die meisten Arbeitsgruppen eine Vorlaufzeit von 6-12 Monaten. Als ersten Punkt kann ich empfehlen sich \u00fcber die groben Fachrichtungen und das Land, in welches man Reisen will zu informieren. Als n\u00e4chsten Schritt habe ich mich durch die Internetseiten der unterschiedlichen schwedischen Universit\u00e4ten und Institute \u00fcber die Arbeitsgruppen informiert und diese dann kontaktiert. Im Weiteren kann ich jedem empfehlen andere Studierende, welche bereits im Ausland waren zu kontaktieren und eventuell den aktuellen PI\/Postdocs zu fragen, ob er\/sie jemanden kennt. Pers\u00f6nliche Kontakte helfen immer!<\/p>\n<p><strong>Wohnungssuche<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr mich hat sich die Wohnungssuche einfach gestaltet. Das Karolinska Institut bietet internationalen Studierenden kosteng\u00fcnstige Wohnheime an. Sollte dies nicht funktionieren kann ich jedem empfehlen \u00fcber Facebook Gruppen eine Wohnung zu finden. Wie in jeder Gro\u00dfstadt ist dies nat\u00fcrlich auch in Stockholm nicht ganz einfach.<\/p>\n<p><strong>Versicherung<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Punkt hat sich als sehr einfach herausgestellt. Meine Kranken- und Haftpflichtversicherung war auch im EU-Ausland g\u00fcltig. Die Laborversicherung wurde vom Karolinska Institut \u00fcbernommen, da jede Person, welche an das KI affiliiert ist, automatische versichert ist.<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><\/p>\n<p>Beginnt rechtzeitig mit eurer Planung an! Die Organisation, unterschreiben von allen Dokumenten und Wohnungssuche (wenn ihr keinen Platz im Wohnheim bekommt) ben\u00f6tigt Zeit.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Formalit\u00e4ten vor Ort<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Telefon-\/Internetanschluss<\/strong><\/p>\n<p>Telefon (Mobil) ist im EU-Ausland g\u00fcltig, Internet wurde von meinem Wohnheim bereitgestellt.<\/p>\n<p><strong>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung<\/strong><\/p>\n<p>Wird nicht ben\u00f6tigt da ein deutscher Bankaccount ebenfalls funktioniert und das Beantragen eines schwedischen Bankaccounts kompliziert ist. Allerdings ben\u00f6tigt ihr eine Kreditkarte (Debit ist ausreichend)<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><\/p>\n<p>Bargeld gibt es nicht mehr in Schweden und es wird nur mit Kreditkarte bezahlt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><strong>Alltag\/Freizeit<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/strong><\/p>\n<p>Schwedische Restaurant und Bars sind generell sehr teuer, von daher kann ich jedem empfehlen in bessere Restaurant zu gehen da diese im Verh\u00e4ltnis nicht so viel teurer sind. Im Weiteren ist das Nachtleben, abseits von WG Partys, weniger stark ausgepr\u00e4gt als in Deutschland. Allerdings bietet Stockholm sehr viele anderweitige kulturelle Aktivit\u00e4ten wie Musen, Bootstouren, Wanderungen etc.<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><\/p>\n<p>Stockholm biete viel Natur, bringt eure Wanderschuhe mit und erkundet das Umland mit euren neuen Freunden!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcblich beginnt man einen Bericht oder eine Geschichte am Anfang, ich werde das anders machen. Mir hat es in Stockholm am Karolinska Institut so gut gefallen, dass ich hier f\u00fcr meinen PhD bleiben werde und das nicht ohne gute Gr\u00fcnde!<\/p>\n","protected":false},"author":3982,"featured_media":1160,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[486393],"tags":[57568,309092,6942,339598],"class_list":["post-1159","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-praktikum-europa","tag-biochemie","tag-forschungspraktikum","tag-schweden","tag-stockholm"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1159","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3982"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1159"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1159\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1161,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1159\/revisions\/1161"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1160"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1159"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1159"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1159"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}