{"id":1186,"date":"2024-06-03T14:40:48","date_gmt":"2024-06-03T12:40:48","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=1186"},"modified":"2024-06-03T14:40:58","modified_gmt":"2024-06-03T12:40:58","slug":"mitarbeiten-beim-kite-runner-programm-in-istanbul","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2024\/06\/03\/mitarbeiten-beim-kite-runner-programm-in-istanbul\/","title":{"rendered":"Mitarbeiten beim Kite Runner-Programm in Istanbul"},"content":{"rendered":"<p>In diesem Bericht m\u00f6chte ich gerne \u00fcber meine Erfahrungen w\u00e4hrend meines Erasmus-Praktikums bei Diyalog-Derne\u011fi in Istanbul berichten. Mein Praktikum begann im Juni 2023 und erstreckte sich bis zum 30. September 2023. In dieser Zeit konnte ich an vielf\u00e4ltigen Aktivit\u00e4ten teilnehmen und wertvolle Erfahrungen sammeln.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nIm Jahr 2022 hatte die Diyalog-Derne\u011fi begonnen, das Kite Runner-Programm zu entwickeln. Dabei handelt es sich um ein vielf\u00e4ltiges Angebot von Unterst\u00fctzung und Workshops, sozialen Events und Netzwerkbildung f\u00fcr Afghanen mit journalistischem oder medialen Hintergrund. Auch Afghanen, die davon tr\u00e4umten, Journalisten oder Medienschaffende zu<br \/>\nwerden, waren herzlich willkommen. Ich war wirklich begeistert, ein Teil davon zu sein.<\/p>\n<p>Die Zielgruppen f\u00fcr das Kite Runner-Programm waren in erster Linie Afghanen in Istanbul, der T\u00fcrkei und Afghanistan selbst. Wir hatten uns das Ziel gesetzt, f\u00fcr Geschlechtergleichheit zu sorgen und insbesondere Frauen bei ihren Bed\u00fcrfnissen in Bezug auf Vernetzung und gemeinsamen Aktivit\u00e4ten zu unterst\u00fctzen. Die idealen Teilnehmer f\u00fcr das Kite Runner-Programm hatten eine ganze Reihe von Qualit\u00e4ten: Sie interessierten sich f\u00fcr Video- und Filmproduktion sowie Journalismus, waren leidenschaftlich f\u00fcr soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte und demokratische Prozesse, hatten F\u00e4higkeiten in Kunst, Design oder Kommunikation und zeigten Interesse an gemeindefreundlichen Praktiken.<\/p>\n<p>Im Jahr 2023 lag der Schwerpunkt darauf, die F\u00e4higkeiten von im Exil lebenden Medienarbeitern aus Afghanistan zu verbessern. Dazu geh\u00f6rten Sprachkenntnisse, Schreibfertigkeiten und Bearbeitungsf\u00e4higkeiten. Unser Ziel war es, dass die Teilnehmer:innen besser qualifiziert sind, um als freiberufliche Mitarbeiter:innen f\u00fcr internationale Medienunternehmen<br \/>\nzu arbeiten. Wir planten, vermehrt sichere Online-Aktivit\u00e4ten neben physischen Treffen in der T\u00fcrkei anzubieten, um Medienaktivisten und Journalisten aus Afghanistan zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Eine aufregende Neuigkeit war, dass wir den Co-Workingraum Postane im Zentrum von Istanbul als Partner f\u00fcr unsere physischen Aktivit\u00e4ten gewonnen hatten. Hier fanden \u00f6ffentliche Filmvorf\u00fchrungen, das Cross-Media-Labor und Videobearbeitungskurse statt. Postane ist ein urbaner Solidarit\u00e4tsraum, der soziale, \u00f6kologische und st\u00e4dtische Projekte unterst\u00fctzt.<br \/>\nEnde Mai haben wir uns mit den Teilnehmern aus dem Vorjahr und anderen kreativen Medienleuten in der T\u00fcrkei, Afghanistan, Iran, Bangladesch und Indien \u00fcber soziale Medien in Verbindung gesetzt. Diese Zeit nutzten wir auch, um die aktuellen Bed\u00fcrfnisse der Teilnehmer zu erforschen.<br \/>\nFolgende Aktivit\u00e4ten fanden seit dem regelm\u00e4\u00dfig statt:<\/p>\n<p><em>Sprachkurse<\/em>: Die Kurse fanden f\u00fcnfmal pro Woche online \u00fcber Zoom statt. Es handelte sich, um Englisch und T\u00fcrkisch Sprachkurse. Die Kurse konzentrierten sich darauf, die Sprachkenntnisse von Journalist:innen und Medienaktivist:innen zu verbessern, um ihre beruflichen Aktivit\u00e4ten in der T\u00fcrkei und international zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p><em>Arbeitsgruppe f\u00fcr Frauen<\/em>: Die w\u00f6chentliche Online-Arbeitsgruppe f\u00fcr Frauen f\u00f6rderte die St\u00e4rkung und Unterst\u00fctzung von weiblichen Medienarbeiterinnen aus Afghanistan in der T\u00fcrkei, im Iran, in Afghanistan, Pakistan und Indien. Die Schwerpunkte der Gruppe umfassten die Menschenrechtssituation in Afghanistan, die Situation von Frauen und<br \/>\nweiblichen Medienarbeiterinnen in Afghanistan sowie die Situation von Journalist:innen innerhalb und au\u00dferhalb von Afghanistan. Diese Arbeitsgruppe half weiblichen Medienaktivistinnen dabei, ihre individuellen und beruflichen Bed\u00fcrfnisse als unabh\u00e4ngige Journalistinnen zu formulieren und eine Plattform f\u00fcr sie zu schaffen, um ihre Arbeit frei zu<br \/>\nver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p><em>\u00d6ffentliche Filmvorf\u00fchrungen mit Diskussion<\/em>: Bislang fanden drei \u00f6ffentliche Filmvorf\u00fchrungen im Rahmen des Kite Runner-Programms bei Postane statt, bei denen Filme von im Exil lebenden Filmemachern aus Afghanistan gezeigt wurden. Die zweite Vorf\u00fchrung wurde auch live \u00fcber Zoom \u00fcbertragen. Nach den Vorf\u00fchrungen gab es lebhafte Diskussionen \u00fcber die Filme, die aktuelle Lebenssituation in Afghanistan und die Rolle der Medien bei den Teilnehmer:innen in Postane und online. Besondere G\u00e4ste der ersten Vorf\u00fchrung waren der Pr\u00e4sident des Afghan Journalist Safety Committee, eine bekannte Fotografin, Journalistin und Malerin aus Teheran, sowie eine Moderatorin bei Alborz TV.<\/p>\n<p><em>Cross-Media-Labor<\/em>: Seit Juli wurden die Aktivit\u00e4ten erweitert, um das hybride Cross-Media-Labor einzubeziehen, das sich w\u00f6chentlich verschiedene Medienformate erforscht. Innerhalb dieses Labors wurden Kurzfilmproduktion, animierte Filme, Graphic Novels und die Ver\u00f6ffentlichung von Texten online als neue Form Online Textver\u00f6ffentlichungen gesprochen. Wir erhielten auch Einblicke von Experten wie einem Fotojournalisten aus Afghanistan.<br \/>\nSeit August bieten wir au\u00dferdem einen Videobearbeitungsworkshop sowie rechtliche Beratung f\u00fcr im Exil lebende afghanische Journalisten an.<\/p>\n<p>Mein Erasmus-Praktikum bei der Diyalog-Derne\u011fi war eine erstaunliche Erfahrung. Ich habe nicht nur meine F\u00e4higkeiten und Kenntnisse erweitert, sondern auch wunderbare Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt getroffen. Das Kite Runner-Programm ist eine beeindruckende Initiative, die kulturellen Austausch, Sprachlernen und kreative Entfaltung f\u00f6rdert. Ich bin gespannt auf die zuk\u00fcnftige Entwicklung des Programms und darauf, wie es das Leben der Teilnehmer und der Gemeinschaft positiv beeinflussen wird.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikant:innen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vorbereitung<\/strong>:<\/p>\n<p>Hierzu l\u00e4sst sich nicht viel sagen, da ich bereits in der T\u00fcrkei im Rahmen meines Erasmus Auslandssemesters war. Die Organisation habe ich \u00fcber Freunde vor Ort kennengelernt.<\/p>\n<p><strong>Beantragung Visum<\/strong>:<\/p>\n<p>Da ich breits ein Studierendenvisum vor Ort hatte, und au\u00dferdem unbezahlt f\u00fcr eine NGO gearbeitet habe, war ein Arbeitsvisum nicht notwendig. Ich denke hier varriert der Umstand sehr stark, f\u00fcr mich hatte dies auf diese Art und Weise geklappt, kann aber auch sehr unterschiedlich von Person zu Person sein.<\/p>\n<p><strong>Praktikumssuche:<\/strong><\/p>\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, ging das f\u00fcr mich \u00fcber Freunde sehr einfach. Ich fand es allerdings schwer aus Deutschland einen Praktikumsplatz zu finden. Viele NGOs sind sehr lokal und nieschig angesetzt, es kann schwieirg sein nach au\u00dfen Einblicke in diese Arbeit zu bekommen.<\/p>\n<p><strong>Wohnungssuche<\/strong>:<\/p>\n<p>Der Istanbuler Wohnungsmarkt ist der blanke Horror, es passiert schnell, dass man umziehen muss oder einfach in schlechten, zu teuren Zimmern landet. Ich empfehle daher, \u00fcber Freunde versuchen Konatakt zu Leuten vor Ort zu bekommen und dar\u00fcber zu schauen, ob man das alte Zimmer von jemanden \u00fcbernehmen kann.<\/p>\n<p><strong>Versicherung<\/strong>:<\/p>\n<p>Deutsche Krankenversicherungen haben einen Pakt mit T\u00fcrkischen Versicherungen. Mit eurem Nachweis \u00fcber euren Versicherungsstatus geht ihr Vorort zur Beh\u00f6rde, au\u00dferdem mit eurem Visum, die registrieren euch dann. Es handelt sich allerdings um eine sehr basic Versicherung. Viele Ausl\u00e4nder schlie\u00dfen deswegen oft eine private Reisekrankenversicherung ab.<\/p>\n<p><strong>Sonstiges :<\/strong><\/p>\n<p>T\u00fcrkisch Kenntnisse sind schon wichtig, man sollte die basics k\u00f6nnen, um sich im Alltag bewegen zu k\u00f6nnen. Viele Leute sprechen wenig, bis kein Englisch.<\/p>\n<p><strong>Telefon-\/Internetanschluss:<\/strong><\/p>\n<p>SIM- Karten lassen sich einfach vor Ort kaufen (nicht am Flughafen!!), WLAN gibt es sicherlich in den WGs<\/p>\n<p><strong>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung:<\/strong><\/p>\n<p>Nicht n\u00f6tig, es reicht eine Kreditkarte, die International funktioniert.<\/p>\n<p><strong>\u00a0Ausgehm\u00f6glichkeiten:<\/strong><\/p>\n<p>Istanbul ist einer der gr\u00f6\u00dften Metropolen der Welt, es ist f\u00fcr jeden was dabei die Stadt ist voll mit kulturellen Angeboten, ausgehm\u00f6glichekiten, Theatern, Bars, jeglicher Art von Musik, Tanzkursen, etc.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Bericht m\u00f6chte ich gerne \u00fcber meine Erfahrungen w\u00e4hrend meines Erasmus-Praktikums bei Diyalog-Derne\u011fi in Istanbul berichten. Mein Praktikum begann im Juni 2023 und erstreckte sich bis zum 30. September 2023. 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