{"id":1264,"date":"2024-06-26T07:00:30","date_gmt":"2024-06-26T05:00:30","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=1264"},"modified":"2025-01-23T10:27:35","modified_gmt":"2025-01-23T09:27:35","slug":"forschen-an-der-universidade-do-porto","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2024\/06\/26\/forschen-an-der-universidade-do-porto\/","title":{"rendered":"Forschen an der Universidade do Porto"},"content":{"rendered":"<p>Ich hatte die Gelegenheit, ein Praktikum am i3s (Instituto de Investiga\u00e7\u00e3o e Inova\u00e7\u00e3o em Sa\u00fade) in Porto zu absolvieren, und zwar in der Gruppe Neuroengineering und Computational Neuroscience. Die Erfahrung war insgesamt sehr positiv, und ich habe w\u00e4hrend meiner Zeit dort einige wertvolle Erkenntnisse gewonnen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>i3s, das Institut f\u00fcr Forschung und Innovation im Bereich Gesundheit, steht seit seiner Gr\u00fcndung im Jahr 2015 an der Spitze der gesundheitsbezogenen Forschung. Mit den Schwerpunkten Krebs, Infektion, Immunit\u00e4t und Regeneration sowie Neurobiologie und neurologische Erkrankungen vereint das i3s drei gro\u00dfe Institute der Universit\u00e4t Porto &#8211; IBMC, INEB und IPATIMUP.<\/p>\n<p>Die Entscheidung, dem deutschen Winter zu entfliehen, f\u00fchrte dazu, dass ich mich nach Praktikumsm\u00f6glichkeiten in Portugal und Spanien umsah. Nachdem ich mir verschiedene Arbeitsgruppe herausgesucht hatte und mich dann an die Forschungsgruppen mit der h\u00f6chsten pers\u00f6nlichen Priorit\u00e4t gewandt hatte, erhielt ich gl\u00fccklicherweise eine Antwort. Anschlie\u00dfend setzte ich mich mit dem in Erasmus Beauftragten des Fachbereichs Biochemie in Kontakt und wir kl\u00e4rten direkt alle Fragen, die ich hatte und welche Formalien auf mich zukamen. Ebenso stand ich st\u00e4ndigen Kontakt mit meinem zuk\u00fcnftigen Supervisor. Da ich davon ausging, dass Englisch die Hauptsprache in den wissenschaftlichen Arbeitsgruppen sein w\u00fcrde, bereitete ich mich nur minimal auf Sprachbarrieren vor, lernte jedoch einige grundlegende portugiesische S\u00e4tze.<\/p>\n<p>Trotz anf\u00e4nglicher Versuche bei der Universit\u00e4t erwies sich die Unterbringung in einem Studentenwohnheim als nicht machbar. Ich entschied mich f\u00fcr Airbnb. Allerdings erfuhr ich sp\u00e4ter durch Gespr\u00e4che mit anderen ausl\u00e4ndischen Studierenden vor Ort von besseren Alternativen, wie beispielsweise HousingAnywhere. Auch wenn mir die Universit\u00e4t Porto bei diesem Thema nicht weiterhelfen konnte, genoss ich trotzdem einige Vorteile, wie beispielsweise die Nutzung des Universit\u00e4tseigenen Fitness Studios nahe dem Institut.<\/p>\n<p>Die Anfangsphase umfasste umfangreiche Recherchen und Literaturrecherchen zu Astrozyten. Einf\u00fchrungskurse \u00fcber Ethik, Sicherheit und Datenschutz waren obligatorisch. Ebenso war ein praktischer Sicherheitskurs Pflicht, in dem unteranderem der Umgang mit dem Feuerl\u00f6scher noch einmal ge\u00fcbt wurde. Der Schwerpunkt meines Praktikums lag auf der Untersuchung der Elektrophysiologie von Astrozyten durch elektrische Signalaufzeichnungen auf Mikroelektroden-Arrays (MEAs). Da ich hierbei mit Zellen arbeitete, musst ich hier von meinem Supervisor eingearbeitet werden. Dieses praktische Wissen wurde dann auch abgefragt und \u00fcberpr\u00fcft. Generell hatte ich im Institut immer das Gef\u00fchl, dass sehr auf die Sicherheit der Mitarbeitenden geachtet wurde und das im Allgemeinen alles sehr organisiert ablief.<\/p>\n<p>Die Signale, die von den Astrozyten aufgenommen wurden, verglich ich mit Signalen, die entstanden, als sich lediglich Puffer in dem MEA befand. Ziel war es einen biologischen Fingerabdruck typisch f\u00fcr Astrozyten zu identifizieren. Diese Gliazellen galten lange als elektrisch still, aber erfahren in den letzten Jahren zunehmend mehr Aufmerksamkeit auf Grund ihrer potentiellen Rolle im Krankheitsbild von Epilepsie und neurodegenerativen Krankheiten. Die aufgenommenen Signale wurden mit der Hilfe von MATLAB ausgewertet und analysiert. Leider konnte der gew\u00fcnschte Fingerabdruck trotz akribischer Datenanalyse nicht gefunden werden. Dennoch lernte ich viel \u00fcber den Umgang mit neuronalen und Gliazellen, sowie \u00fcber die Handhabung von MATLAB.<\/p>\n<p>Die Unterst\u00fctzung vor Ort, insbesondere durch Miguel, spielte dabei eine entscheidende Rolle. Sein Fachwissen und sein ruhiges Auftreten milderten jegliche Bef\u00fcrchtungen w\u00e4hrend der Experimente. Die regelm\u00e4\u00dfige Teilnahme an Labmeeting erm\u00f6glichte es, Einblicke in die Arbeit der Kollegen zu erhalten und konstruktive Kritik zu \u00fcben und zu erhalten, wodurch ein Umfeld der gemeinsamen Verbesserung gef\u00f6rdert wurde.<\/p>\n<p>Bei diesen Meetings und in den Mittagspausen wurde durchweg Englisch gesprochen, um die Offenheit der Gruppe zu gew\u00e4hrleisten. Die Aufgeschlossenheit der Arbeitsgruppe ging \u00fcber die Forschung hinaus und erm\u00f6glichte mir die Teilnahme an sozialen Aktivit\u00e4ten wie Weihnachtsessen und Treffen nach der Arbeit. Diese Interaktionen haben nicht nur meinen Einblick in die portugiesische Kultur und Politik vertieft, sondern auch die Gemeinsamkeiten zwischen der deutschen und der portugiesischen Kultur hervorgehoben.<\/p>\n<p>Zusammenfassend kann ich sagen, dass meine Zeit bei i3s eine umfassende und durchweg positive Erfahrung in der Neuroengineering-Forschung bot. Das integrative Umfeld, die erworbenen praktischen F\u00e4higkeiten und der Einblick in die portugiesische Kultur und Politik waren wertvolle Aspekte des Praktikums.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikant:innen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vorbereitung<\/strong><\/p>\n<p>Die Sprache zu lernen ist immer gut, aber in Porto nicht unbedingt notwendig, da eigentlich jeder Englisch spricht. Sonst ist es ratsam alle Dokumente so schnell wie m\u00f6glich zusammen zu sammeln, um sich eventuellen Stress zu ersparen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Beantragung Visum<\/strong><\/p>\n<p>Keine Erfahrung, da innerhalb der EU kein Visum ben\u00f6tigt wird<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Praktikumssuche<\/strong><\/p>\n<p>Initiativbewerbung an mehrere Stellen gleichzeitig schicken, wenn es sich um wissenschaftliche Arbeitsgruppe handelt, immer die entsprechenden Postdocs mit in den CC tun, da diese eher auf E-Mails antworten<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wohnungssuche<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe meine Unterkunft auf Airbnb gefunden, sonst ist HousingAnywhere eine gute Adresse<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Versicherung<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe das DAAD-Paket genommen, dies ist aber vermutlich nicht n\u00f6tig, einfach eine E-Mail an Krankenkasse und Haftpflichtversicherer schicken<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Telefon-\/Internetanschluss<\/strong><\/p>\n<p>Nicht notwendig<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung<\/strong><\/p>\n<p>Da ich bei der DKB bin, konnte ich \u00fcberall kostenlos Geldbetr\u00e4ge \u00fcber 50\u20ac abheben, in Portugal kann aber eh \u00fcberall mit Karte bezahlt werden<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/strong><\/p>\n<p>Da es in Porto viele Studierende gibt, gibt es hier auch viele Bars und Tanzbars nahe des Zentrums<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich hatte die Gelegenheit, ein Praktikum am i3s (Instituto de Investiga\u00e7\u00e3o e Inova\u00e7\u00e3o em Sa\u00fade) in Porto zu absolvieren, und zwar in der Gruppe Neuroengineering und Computational Neuroscience. Die Erfahrung war insgesamt sehr positiv, und ich habe w\u00e4hrend meiner Zeit dort einige wertvolle Erkenntnisse gewonnen.<\/p>\n","protected":false},"author":3982,"featured_media":1265,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[486393],"tags":[57568,309092,486527,12055],"class_list":["post-1264","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-praktikum-europa","tag-biochemie","tag-forschungspraktikum","tag-porto","tag-portugal"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1264","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3982"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1264"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1264\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1266,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1264\/revisions\/1266"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1265"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1264"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1264"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1264"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}