{"id":136,"date":"2020-01-07T13:05:08","date_gmt":"2020-01-07T12:05:08","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=136"},"modified":"2024-02-22T14:10:42","modified_gmt":"2024-02-22T13:10:42","slug":"forschungspraktikum-in-leicester","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2020\/01\/07\/forschungspraktikum-in-leicester\/","title":{"rendered":"Forschungspraktikum in Leicester"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr mich war schon w\u00e4hrend des ersten Semesters im Studium klar, dass ich die Zeit nutzen m\u00f6chte, um eine Auslandserfahrung zu machen. Einerseits, um mein Fachenglisch zu verbessern und praktische Erfahrung zu sammeln. Andererseits, zum Kontakte kn\u00fcpfen und, seien wir mal ehrlich,<!--more--> Auslandsaufenthalte sind heutzutage in den meisten Bereichen in der Arbeitswelt ein Muss. Daher empfand ich ein Praktikum pers\u00f6nlich sinnvoller, als die vermutlich beliebtere Variante eines Auslandssemesters. W\u00e4hrend meines Bachelors in Berlin hatte ich mich bereits f\u00fcr ein finanziertes Programm f\u00fcr Auslandspraktika beworben, Rise weltweit von der DAAD. Ich hatte damals leider nicht das Gl\u00fcck unter den ausgew\u00e4hlten Stipendiatinnen zu sein. Zu der Zeit erfuhr ich von einem Professor, dass es eine weitere M\u00f6glichkeit gibt mit einer finanziellen Unterst\u00fctzung ein Praktikum im Ausland zu absolvieren. Zudem eine M\u00f6glichkeit mit offeneren Richtlinien, da man sich nicht wie im DAAD Programm das Praktikum aus einer bestehenden Liste ausw\u00e4hlt, sondern sich die Arbeitsstelle frei selbst in Europa sucht. Daher kam ich auf ERASMUS+ f\u00fcr Praktika.<br \/>\nDa mir die freie Suche im Internet nach Pl\u00e4tzen zu willk\u00fcrlich erschien, fragte ich erstmal bei einer Professorin um Rat f\u00fcr ein geeignetes Praktikum. Mit ihrer Hilfe und Kontakten fand ich eine Stelle in einer Arbeitsgruppe in Leicester, UK. Nach der Zusage begann ich alle ben\u00f6tigten Unterlagen zusammenzusuchen. Dabei war Website der FU hilfreich, aber auch ein Gang ins ERASMUS B\u00fcro hat alle Fragen beseitigt. Mit diesem Schritt w\u00fcrde ich sofort beginnen, da sich das Zusammensuchen der Unterschriften f\u00fcr die Unterlagen des ERAMUS Antrags doch recht lange hinzog. Nebenbei begann ich meine Suche nach einer Unterkunft, buchte meine Zugtickets und die Vorfreude begann. (Genaueres dazu steht in den Tipps f\u00fcr andere Praktikanten weiter unten).<br \/>\nIch fuhr drei Tage vor meines ersten Arbeitstages nach Leicester, um mir schon einmal die Stadt ansehen zu k\u00f6nnen und mich etwas einzuleben. Die Stadt ist eine typische englische Kleinstadt mit vielen alten sehr sch\u00f6nen viktorianischen Geb\u00e4ude, Kirchen und Pubs. Ich hatte das Gl\u00fcck direkt am zweiten Tag \u00fcber Facebook Marketplace einer netten Dame ein Fahrrad, f\u00fcr vergleichsweise wenig Geld, abkaufen zu k\u00f6nnen. Das habe ich auch tagt\u00e4glich gebraucht, da die \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel sehr zu w\u00fcnschen \u00fcbriglassen. Das ist leider kein Vergleich mit den Londoner oder Berliner Verh\u00e4ltnissen.<br \/>\nAm Montag begann dann mein erster Arbeitstag, an dem ich vor allem b\u00fcrokratische Dinge erledigen mussten, wie das Beantragen eines Mitarbeiterausweises und meiner Einloggdaten. Ich fand mich sehr schnell in meine Aufgaben ein, was am guten Arbeitsklima und an meinen offenen und hilfsbereiten Arbeitskollegen lag. Zu beginn war noch nicht ganz klar, welche Aufgaben ich \u00fcbernehmen werde, jedoch welche Methoden ich erlernen wollte. Die Arbeitsgruppe erforscht Calcium Kan\u00e4le im auditorischen Gehirn von M\u00e4usen mit dem Fokus auf Elektrophysiologie, in meinem Fall \u201ewhole-cell patch clamping\u201c und anschlie\u00dfend auch noch ATP-imaging. Da ich mir die Methode sehr schnell aneignete, konnte ich beim Erheben und Auswerten von Daten f\u00fcr das n\u00e4chste Wissenschaftspaper einer Doktorandin beitragen.<br \/>\nAn den Wochenenden hatte ich frei und nutze die Tage, um mir England anzusehen. Leicester hat eine ideale Lage f\u00fcr Tagesausfl\u00fcge in die n\u00e4chstgelegenen St\u00e4dte, aber auch in Leicester selber finden immer wieder interessante Feste statt. So war ich z.B. auf dem Diwali Fest und beim sehr hoch angepriesenem Christmas Light Switch on. Die Stadt selber hat schon vieles zu bieten und \u00fcber ERASMUS Veranstaltungen der Universit\u00e4t fand ich auch au\u00dferhalb der Arbeit Anschluss zu anderen internationalen und einheimischen Studenten.<br \/>\nDie Stadt und das Land kann ich allen nur empfehlen, die mit den Gedanken spielen ein Praktikum in Leicester zu machen.<\/p>\n<p>Das Foto zeigt das Setup, an dem ich haupts\u00e4chlich im Labor gearbeitet habe.<\/p>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikanten<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vorbereitung<\/strong><br \/>\nWenn man mit dem Gedanken spielt, w\u00e4hrend des Studiums ins Ausland zu wollen, sollte man die M\u00f6glichkeit auf jeden Fall nutzen. Selbst wenn man sich unsicher ist, gibt es \u00fcber das ERASMUS+ Programm auch f\u00fcr Studierende mit Zweifeln und weniger finanziellen Mitteln eine hervorragende M\u00f6glichkeit, da man Unterst\u00fctzung erh\u00e4lt und jeder sich den Ort, die Stelle und vor allem die L\u00e4nge des Praktikums selbst aussuchen kann. Es gibt allerdings zuvor einiges zu organisieren und besonders mit der Wohnungssuche und der Beantragung der ERASMUS Unterst\u00fctzung sollte man m\u00f6glichst sofort beginnen.<\/p>\n<p><strong>Praktikumssuche<\/strong><br \/>\nBevor ich anfing wild im Internet zu suchen, fragte ich meine Professorin an der Universit\u00e4t im gew\u00fcnschten Fachbereich um Tipps und m\u00f6gliche Praktikumsstellen. Sie suchte mir Arbeitsgruppen in Forschungsbereichen heraus, mit denen sie schon einmal gearbeitet hatte und die auf mein Interessengebiet zutrafen. Daraufhin nannte sie mir drei verschiedene Professoren verteilt in Europa, an die ich meine Bewerbungen schickte und das Gl\u00fcck einer Zusage hatte.<\/p>\n<p><strong>Wohnungssuche<\/strong><br \/>\nDie Wohnungssuche erwies sich zu Beginn als eher schwer, da die meisten Unterk\u00fcnfte, die ich fand f\u00fcr Langzeitaufenthalte bzw. f\u00fcr Studierende ausgeschrieben waren, die mindestens ein gesamtes Semester in der Stadt blieben. Allerdings gibt es von der Universit\u00e4t von Leicester Unterk\u00fcnfte f\u00fcr nicht immatrikulierten Praktikanten oder Mitarbeitern auf dem Campus. Diese sind preislich recht hoch angesetzt, weshalb ich eine Suche \u00fcber Airbnb, wor\u00fcber ich eine sch\u00f6ne Unterkunft fand, oder privat \u00fcber Facebook empfehlen kann.<\/p>\n<p><strong>Versicherung<\/strong><br \/>\nVersichert habe ich mich \u00fcber den ADAC Auslandskrankenschutz. Eine Langzeitauslandskrankenversicherung, die genau f\u00fcr meine drei Monate in England lief. Man muss mit einer Selbstbeteiligung von 50\u20ac rechnen, allerdings ist sie vergleichsweise g\u00fcnstiger als andere Versicherungen zu dem Zeitpunkt.<\/p>\n<p><strong>Formalit\u00e4ten vor Ort<\/strong><br \/>\n<strong>Telefon-\/Internetanschluss<\/strong><br \/>\nIch konnte meinen Mobilen Handyvertrag von Zuhause ohne Probleme weiter nutzen, da ich innerhalb der EU blieb, begrenzt auf drei Monate.<\/p>\n<p><strong>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung<\/strong><br \/>\nIch hatte bereits zuvor ein Bankkonto bei der DKB. Hier kann man als Aktivkunde mit der Kreditkarte weltweit kostenlos Geld abheben und bezahlen.<\/p>\n<p><strong>Alltag\/Freizeit<\/strong><br \/>\n<strong>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/strong><br \/>\nIch wohnte in der N\u00e4he des Stadtzentrums, hatte daher gute Anbindungen zum Stadtgeschehen. Mein Mitbewohner der Airbnb Wohnung, zeigte mir zudem vieles in der Innenstadt und gab mir Tipps f\u00fcr Ausgehm\u00f6glichkeiten. Zudem hilft es immer, auf ausgeschriebene Events der Universit\u00e4t oder des Arbeitsplatzes zu gehen und \u00fcber Facebook Veranstaltungen fand ich auch viele lokale Events.<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><br \/>\nAu\u00dferdem kaufte ich mir am zweiten Tag nach meiner Anreise ein Fahrrad \u00fcber Facebook Marketplace, um weiterhin mobil zu sein, da die \u00d6ffentlichen Verkehrsmittel in Leicester nicht die hervorragendsten sind.<\/p>\n<p>Bildquelle: privat<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr mich war schon w\u00e4hrend des ersten Semesters im Studium klar, dass ich die Zeit nutzen m\u00f6chte, um eine Auslandserfahrung zu machen. Einerseits, um mein Fachenglisch zu verbessern und praktische Erfahrung zu sammeln. 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