{"id":1428,"date":"2024-11-15T07:00:56","date_gmt":"2024-11-15T06:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=1428"},"modified":"2025-09-01T13:05:19","modified_gmt":"2025-09-01T11:05:19","slug":"1428","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2024\/11\/15\/1428\/","title":{"rendered":"Psychosoziale Arbeit und Forschung an der KU Leuven"},"content":{"rendered":"<p>Mein viermonatiger Aufenthalt an der KU Leuven war eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Erfahrung, die sowohl meine wissenschaftlichen als auch meine praktischen F\u00e4higkeiten enorm bereichert hat. Von Anfang an f\u00fchlte ich mich an der Universit\u00e4t willkommen und eingebunden in ein dynamisches und interdisziplin\u00e4res Team, das mir wertvolle Einblicke und Entwicklungsm\u00f6glichkeiten bot.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>W\u00e4hrend meines Aufenthalts hatte ich die Gelegenheit, psychosoziale Unterst\u00fctzungsgruppen f\u00fcr Gefl\u00fcchtete zu leiten. Diese Erfahrung war nicht nur bereichernd, sondern auch eine tiefe emotionale Herausforderung, da ich hautnah miterleben konnte, wie therapeutische Interventionen in einem transkulturellen Kontext angewendet werden. Es war faszinierend, die unterschiedlichen Ans\u00e4tze kennenzulernen und zu sehen, wie sie je nach kulturellem Hintergrund der Teilnehmenden adaptiert wurden. Diese praktische Erfahrung hat meine Sicht auf die klinische Arbeit mit traumatisierten Menschen erweitert und mir wichtige Erkenntnisse f\u00fcr meine weitere berufliche Laufbahn vermittelt.<\/p>\n<p>Ein weiterer Schwerpunkt meines Praktikums war die Forschung. Ich konnte an laufenden Forschungsprojekten teilnehmen und dadurch wertvolle F\u00e4higkeiten in der Analyse von klinischen und transkulturellen Daten erwerben. Besonders stolz bin ich darauf, qualitative Interviews durchgef\u00fchrt und mein eigenes Forschungsprojekt entwickelt zu haben. Diese Arbeit hat mir nicht nur ein tieferes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr qualitative Forschungsmethoden vermittelt, sondern auch mein Interesse an der Forschung weiter gefestigt. Die Betreuung durch erfahrene Forschende hat mir geholfen, meine methodischen Kenntnisse zu vertiefen und mein eigenes Forschungsinteresse zu konkretisieren.<\/p>\n<p>Dank der hervorragenden Betreuung und des Mentorings w\u00e4hrend meines Aufenthalts konnte ich einen spezifischen Forschungsfokus entwickeln. Die Unterst\u00fctzung, die ich bei der Vertiefung meines methodischen Wissens erhielt, war von unsch\u00e4tzbarem Wert und wird meine zuk\u00fcnftige Forschung pr\u00e4gen. Besonders die Arbeit mit qualitativen Methoden, vom Design \u00fcber die Datenerhebung bis hin zur Datenanalyse, hat mir gezeigt, wie tiefgr\u00fcndig und bedeutend diese Herangehensweise f\u00fcr Untersuchungen sein kann. Wenn ich \u00fcber diese Zeit nachdenke, bin ich immer wieder davon beeindruckt zu sehen, wie schnell ich Teil des Teams und mitgedacht wurde. Meine Kolleg:innen haben mich sehr gut aufgenommen und ich konnte mich stehts an sie wenden. Auch bei der Suche einer Unterkunft haben sie mir geholfen, sodass ich relative schnell einen Ort fand. Ich wei\u00df aber auch, dass man sich an das B\u00fcro der Universit\u00e4t wenden kann, die einen ber\u00e4t und hilft.<\/p>\n<p>Neben dem inhaltlichen, fand ich den Ort einfach sehr sch\u00f6n. Leuven ist eine kleine Stadt mit 100.000 Einwohnern, in der man viele alte und wundersch\u00f6ne Geb\u00e4ude findet. Es ist eine Studierendenstadt, sodass dort immer einiges los war (witzigerweise nicht am Wochenende, da die Studierenden nach Hause fuhren). Auch hier gelang es mir sehr gut Anschluss zufinden, da es f\u00fcr internationale Studierende auch z.B. ein Cafe (das Pangea) gibt wo sich getroffen und kennengelernt werden kann. Von Leuven aus war man auch sehr schnell mit dem Zug in Br\u00fcssel (ca. 20 Minuten).<\/p>\n<p>Insgesamt war mein Aufenthalt an der KU Leuven eine pr\u00e4gende und \u00e4u\u00dferst bereichernde Erfahrung. Ich habe nicht nur meine fachlichen und methodischen F\u00e4higkeiten erweitert, sondern auch wertvolle pers\u00f6nliche Erfahrungen gesammelt, die mich in meiner weiteren Karriere begleiten werden. Die Kombination aus praktischer klinischer Arbeit, tiefgreifender Forschung und interdisziplin\u00e4rer Zusammenarbeit war eine ideale Mischung, die meinen Horizont erweitert und meine Leidenschaft f\u00fcr die wissenschaftliche Arbeit gest\u00e4rkt hat.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikant:innen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vorbereitung<\/strong><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich gab es gar nicht so viel Vorzubereiten. Ich glaube, das, was viel Zeit eingenommen hatte, war die ERASMUS Unterlagen auszuf\u00fcllen und unterschrieben zusammenzubekommen. Eine sehr hilfreiche Quelle ist das ERASMUS B\u00fcro, hier habe ich viel Unterst\u00fctzung bekommen und auch kleinere Fragen wurden immer sehr freundlich beantwortet. Die andere Herausforderung ist die Wohnungssuche, da bietet die KU Leuven aber wirklich viel Unterst\u00fctzung. Ich hatte das Anfangs zu wenig beansprucht, aber kann andere nur ermutigen sich an sie zu wenden. Ihr findet \u00fcber die Website alle Informationen die ihr ben\u00f6tigt (<a href=\"https:\/\/www.kuleuven.be\/english\/life-at-ku-leuven\/housing\">https:\/\/www.kuleuven.be\/english\/life-at-ku-<\/a> <a href=\"https:\/\/www.kuleuven.be\/english\/life-at-ku-leuven\/housing\">leuven\/housing<\/a>) und die Mitarbeitenden vor Ort sind sehr freundlich und helfen gerne weiter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Beantragung Visum<\/strong><\/p>\n<p>Dank der EU-Mitgliedschaft ist das nicht notwendig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Praktikumssuche<\/strong><\/p>\n<p>Wenn auch ihr \u00fcberlegt ein \u00e4hnliches Praktikum an einer Universit\u00e4t zu absolvieren, kann ich nur empfehlen Initiativbewerbungen zu schreiben. Menschen sind sehr offen internationale Studierende aufzunehmen. Ich erinnere, dass ich das auch merkw\u00fcrdig fand, aber wie sich herausstellte, ist das der Weg, der oft genutzt wird. Also kann ich euch nur dazu ermutigen!<\/p>\n<p>Im besten Fall schaut ihr euch an, in welche Arbeitsgruppe ihr m\u00f6chte und welche \u00dcberschneidungen es mit euren eigenen Interessen gibt und schreibt ein Anschreiben und treten dar\u00fcber in Kontakt, um im zweiten Schritt herauszufinden, welche weitere Informationen ben\u00f6tigt werden, da dieses Vorgehen bei verschiedenen Arbeitsbereichen unterschiedlich gehandhabt wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wohnungssuche<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Suche nach einer Unterkunft gibt es online sehr viele Angebote. Der Huisvestingsdienst der Universit\u00e4t bietet eine umfassende \u00dcbersicht \u00fcber offizielle Unterk\u00fcnfte der KU Leuven sowie privat vermietete, aber vertrauensw\u00fcrdige Unterk\u00fcnfte an. In Belgien bevorzugen viele Studierende das sogenannte \u201eKot\u201c, ein privates Zimmer mit Waschbecken, das \u00fcber eine geteilte K\u00fcche und ein geteiltes Bad verf\u00fcgt- also quasi unser Studierendenwohnheim. Ich selbst hatte das gro\u00dfe Gl\u00fcck in Groot Begjienhof unterkommen zu k\u00f6nnen. Es ist ein gut erhaltenes und vollst\u00e4ndig restauriertes historische Viertel im S\u00fcden des Stadtzentrums von Leuven. Dieses Viertel, das sich an der Schapenstraat unweit des Naamsepoorts befindet, besteht aus etwa zehn Stra\u00dfen und ist als einer der gr\u00f6\u00dften noch erhaltenen Beginenh\u00f6fe in Flandern bekannt. Die Dijle, ein kleiner Fluss, flie\u00dft mitten durch den Hof und teilt sich in zwei Arme, die durch einen Verbindungsgraben und insgesamt drei Br\u00fccken miteinander verbunden sind. Besonders bemerkenswert ist, dass dieser Beginenhof auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes steht und damit zu den kulturellen Sch\u00e4tzen der Region z\u00e4hlt. Es ist ein sehr sch\u00f6ner Ort und dennoch sollte ber\u00fccksichtigt werden, dass er etwas teuer im Vergleich zu einem Kot ist und dass das Geb\u00e4ude zwar restauriert ist, aber nicht so gut W\u00e4rme und K\u00e4lte isoliert, wie modernere Geb\u00e4ude. Wer hier unterkommen m\u00f6chte muss sich auch relativ fr\u00fch darum k\u00fcmmern. Auch dar\u00fcber findet ihr auf der Website der Universit\u00e4t mehr Infos.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Versicherung<\/strong><\/p>\n<p>Es empfiehlt sich eine Haftpflichtversicherung sowie eine Auslandskrankenversicherung zu haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Telefon-\/Internetanschluss<\/strong><\/p>\n<p>Im Besten Fall nehmt ihr euren Router mit, wenn ihr ihn nicht ben\u00f6tigt. Ich habe mir vor Ort einen gekauft, da ich nicht dran gedacht hatte. Im Zweifel findet ihr aber alles auch in Belgien.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung<\/strong><\/p>\n<p>Nicht notwendig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/strong><\/p>\n<p>Ich empfehle sehr die Culture Card zu machen. Die kostet glaube 25 Euro f\u00fcr das ganze Semester und ihr erhaltet dar\u00fcber Verg\u00fcnstigungen f\u00fcr kulturelle Angebote. Das Pangaea organisiert eine Vielzahl an Events f\u00fcr internationale Studierende, darunter Tages- und Wochenendausfl\u00fcge and denen man ganz einfach teilnehmen kann. Au\u00dferdem empfiehlt es sich auch eine Sportkarte zu beantragen. Dar\u00fcber erh\u00e4lt man Zugang zum gesamten Sportangebot der Universit\u00e4t, einschlie\u00dflich des Hallenbads. Innerhalb der Uni gibt es zudem zahlreiche Veranstaltungen und Vort\u00e4ge zu denen man \u00fcber die E-Mail eingeladen wird. F\u00fcr die Fortbewegung empfiehlt es sich, ein Fahrrad bei z.b.Velo auszuleihen. In der Stadt kann man sich auch ein Busticket f\u00fcr das gesamte Semester machen (das war auch sehr g\u00fcnstig und kostete f\u00fcr das ganze Semester 25Euro). Da Leuven aber nicht gro\u00df ist, kann man gut Laufen und wer ein Rad hat ben\u00f6tigt das eigentlich nicht. Nehmt ein Passbild mit, falls ihr ein solches Fahrticket beantragen wollt.<\/p>\n<p>Ansonsten gibt es in Leuven jeden Freitag und Samstag einen Markt. Es gibt sehr viele Bars, zwei Kinos und das STUK, in welchem Konzerte und andere musikalische Events organisiert werden. Es gibt auch kleinere Museen und mein pers\u00f6nliches Highlight war die Universit\u00e4tsbibliothek, die ein MUST SEE ist und auf der h\u00f6chsten Etage ebenfalls ein Museum enth\u00e4lt sowie einen tollen Ausblick erm\u00f6glicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein viermonatiger Aufenthalt an der KU Leuven war eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Erfahrung, die sowohl meine wissenschaftlichen als auch meine praktischen F\u00e4higkeiten enorm bereichert hat. 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