{"id":162,"date":"2020-01-07T13:50:03","date_gmt":"2020-01-07T12:50:03","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=162"},"modified":"2024-02-21T17:03:12","modified_gmt":"2024-02-21T16:03:12","slug":"162","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2020\/01\/07\/162\/","title":{"rendered":"Praktikum in sozialem Projekt in Chile"},"content":{"rendered":"<p>Keine drei Wochen ist es nun her, dass ich mein Praktikum in einem Verein in Chile, der Kinder und Jugendliche in schwierigen sozialen Situationen unterst\u00fctzt, beendet habe und nicht mehr den tagt\u00e4glichen Weg von 1,5 Stunden nach Casas Viejas, in eine fast andere Welt, angetreten habe. Nun bin ich unterwegs, in Chile, in Argentinien und genie\u00dfe die Sch\u00f6nheiten dieser L\u00e4nder. Und dabei l\u00e4sst mich kaum der Gedanke los: Habe ich alles gegeben, habe ich genug getan in den drei Monaten?<!--more--><\/p>\n<p>Alles f\u00e4ngt an am 28. Januar, knapp zwei Wochen nachdem ich in Santiago angekommen bin und gerade angefangen habe, mich in meinem sch\u00f6nen Haus in einer sehr residentiellen Gegend der Stadt wohlzuf\u00fchlen. Mit den Freiwilligen im Projekt fahre ich gemeinsam in die Arbeit und lerne unsere Chefin vor Ort kennen, eine in der Gegend bekannte und einflussreiche Pers\u00f6nlichkeit, an die sich im Zweifel gewendet wird, wenn es ein Problem gibt. Anstatt mich langsam einzuarbeiten, bin ich sofort bei allen anfallenden Aufgaben eingespannt, von Kochen \u00fcber Putzen und Abwaschen bis nat\u00fcrlich zur Betreuung der Kinder.<\/p>\n<p>Diese sind zwischen 5 und 15 Jahre alt und gerade die j\u00fcngeren sind sehr offen, mich kennen zu lernen. W\u00e4hrend ich anfangs angenehm \u00fcberrascht bin \u00fcber die lockere Art der Kinder, bemerke ich bald ungew\u00f6hnliche Verhaltensweisen oder Stimmungsschwankungen. Manche erz\u00e4hlen nach einiger Zeit bereits sehr offen von Problemen zu Hause, in der Schule oder allgemein im Ort. Besonders als ich die T\u00e4tigkeiten im B\u00fcro aufnehme und anfange, an dem Portfolio zu arbeiten, das Sozialreportagen \u00fcber die einzelnen Kinder enth\u00e4lt, eingebettet in Familie und Umfeld, erfahre ich von schlimmen Dingen, die den Kindern widerfahren sind und oft noch widerfahren. Meine chilenischen Kolleg*innen, die auch vor Ort leben, versuchen hierbei zu intervenieren, w\u00e4hrend ich mich bald entscheide, einen eigenen mir wichtigen Impuls einzubringen, n\u00e4mlich regelm\u00e4\u00dfige Gespr\u00e4chsrunden bez\u00fcglich Geschlechtergerechtigkeit. Gem\u00e4\u00df des jeweiligen Alters der anwesenden Kinder versuche ich, ein Bewusstsein daf\u00fcr zu schaffen, dass jedes Kind das Recht hat, die Dinge zu tun, die es will. In Anbetracht des stark konservativ gepr\u00e4gten Umfeld scheint mir dies eine wichtige Aufgabe, um ein respektvolles Zusammenleben aller mit voranzutreiben.<\/p>\n<p>Ein weiteres f\u00fcr mich sehr wichtiges Anliegen ist es, die Ern\u00e4hrung ges\u00fcnder zu gestalten. Da das Projekt sowieso gerade in der Umbruchphase ist, bietet sich ein guter Moment, auch dies anzupacken, sodass ich in meiner Funktion als Praktikantin nach einigen Wochen Erfahrung daf\u00fcr verantwortlich werde, die Lebensmittel zu bestellen und einen w\u00f6chentlichen Ern\u00e4hrungsplan aufzustellen. Dies stellt sich als immer wiederkehrender Konfliktpunkt dar, nachdem verschiedene Ansichten bez\u00fcglich gesunder Ern\u00e4hrung aufeinander prallen.<\/p>\n<p>Dies gilt dar\u00fcber hinaus f\u00fcr verschiedene Bereiche, weshalb f\u00fcr mich die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung, jedoch auch gr\u00f6\u00dfter pers\u00f6nlicher Fortschritt dieser drei Monate (gewesen) ist, zu sehen, wie mir wichtige Prinzipien mit der Realit\u00e4t konfrontiert werden, was mich auf teilweise schmerzliche Art und Weise gelehrt hat, das Bewusstsein f\u00fcr unterschiedliche Lebensarten zu sch\u00e4rfen und vor allem Kompromisse einzugehen.<\/p>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikanten<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vorbereitung<br \/>\n<\/strong>Vertrautmachen mit dem Land, der Stadt, Geschichte; Fotos ansehen, um Vorfreude zu steigern; klassische Werke der hiesigen Literatur anlesen<\/p>\n<p><strong>Praktikumssuche<br \/>\n<\/strong>Rumfragen<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Wohnungssuche<br \/>\n<\/strong>AirBnB, in meinem Fall: Freunde \u00fcber Freunde etc.<\/p>\n<p><strong>Versicherung<br \/>\n<\/strong>ADAC Auslandsversicherung<\/p>\n<p><strong>Telefon-\/Internetanschluss<br \/>\n<\/strong>Am besten von Locals erkl\u00e4ren lassen; in Chile werden unpersonalisierte Simkarten von WOM oft auf der Stra\u00dfe verschenkt, die sich leicht aktivieren und \u00fcber Superm\u00e4rkte etc. wiederaufladen lassen<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung<br \/>\n<\/strong>Ggf. nicht notwendig; geringste Abhebegeb\u00fchr in Chile: bei einigen (nicht allen) Filialen von Scotiabank<\/p>\n<p><strong>\u00a0Alltag\/Freizeit<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ausgehm\u00f6glichkeiten<br \/>\n<\/strong>Barrio Lastarria<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<br \/>\n<\/strong>Centro Cultural Gabriela Mistral (vielf\u00e4ltiges kulturelles Angebot)<\/p>\n<p>Bildquelle: privat<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keine drei Wochen ist es nun her, dass ich mein Praktikum in einem Verein in Chile, der Kinder und Jugendliche in schwierigen sozialen Situationen unterst\u00fctzt, beendet habe und nicht mehr den tagt\u00e4glichen Weg von 1,5 Stunden nach Casas Viejas, in eine fast andere Welt, angetreten habe. 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