{"id":1787,"date":"2025-08-29T07:04:55","date_gmt":"2025-08-29T05:04:55","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=1787"},"modified":"2025-08-22T11:36:48","modified_gmt":"2025-08-22T09:36:48","slug":"mein-praktikum-an-der-deutschen-schule-in-bilbao-spanien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2025\/08\/29\/mein-praktikum-an-der-deutschen-schule-in-bilbao-spanien\/","title":{"rendered":"Mein Praktikum an der Deutschen Schule in Bilbao, Spanien"},"content":{"rendered":"<p>Es sind erst ein paar Wochen vergangen, doch ich vermisse Bilbao, das Meer und alles was dazu geh\u00f6rt hat jetzt schon!<br \/>\nIch habe von September bis Weihnachten 2024 ein freiwilliges Praktikum in der Primarstufe der deutschen Auslandsschule im spanischen Baskenland, in Bilbao, absolviert.<\/p>\n<p><!--more--> Am Ende meines Masterstudiums zur Grundschullehrerin und vor Beginn meines Referendariats wollte ich unbedingt nochmal etwas Neues von der Welt sehen. So hat es sich ergeben, dass ich nach Bilbao gekommen bin. Die Zeit an der Schule und in Bilbao mit einer neuen Kultur und Sprache war f\u00fcr mich eine superspannende Erfahrung, \u00fcber die ich in diesem kurzen Bericht gerne mehr erz\u00e4hlen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Ich kam in der ersten Septemberwoche 2024 in Bilbao an. Vor dem richtigen Schulstart gab es drei Einf\u00fchrungstage, an denen uns unter anderem die Schule gezeigt wurde. Wir als Praktikanten wurden an der Schule zu Beginn freundlich empfangen und dem gesamten Kollegium vorgestellt. Wir haben unsere individuellen Stundenpl\u00e4ne bekommen und haben dann in unseren jeweiligen Klassen bei der Vorbereitung geholfen. Die meisten von uns wurden einer Stammklasse zugeteilt, so auch ich. Trotzdem konnte man auch im Laufe des Praktikums individuelle W\u00fcnsche oder \u00c4nderungsvorschl\u00e4ge \u00e4u\u00dfern und es wurde so gut es ging darauf R\u00fccksicht genommen. Wir in der Grundschule hatten eine Hauptansprechpartnerin, die sich viel M\u00fche gegeben hat und immer ein offenes Ohr f\u00fcr uns hatte.<\/p>\n<p>Was sich f\u00fcr mich als eine der interessantesten und wertvollsten Erfahrungen w\u00e4hrend des Praktikums herausstellte, war der Umgang mit Mehrsprachigkeit und einem mehrheitlichen Anteil an nicht-deutsch-muttersprachlichen Kindern. Die meisten der Kinder kamen aus rein spanischen Familien und haben erst an der Schule bzw. im dort inkludierten Kindergarten begonnen, Deutsch zu lernen. Deutsch ist auch die Lern- und Arbeitssprache an der Schule, abgesehen von den F\u00e4chern Spanisch, Baskisch und Naturwissenschaften. Untereinander unterhielten sich die Kinder jedoch fast ausschlie\u00dflich auf Spanisch, sei es im Unterricht oder in den Pausen. Die damit einhergehenden sprachlichen Schwierigkeiten in Deutsch waren stark auszumachen, vor allem im m\u00fcndlichen Ausdruck und im Lesen. Es war interessant zu erfahren, wie man damit am besten im Unterricht umgeht und wie man den Kindern helfen kann.<\/p>\n<p>In meiner Klasse, einer vierten, habe ich mich unter den Kindern sehr wohl gef\u00fchlt und konnte eine gute Beziehung zu ihnen aufbauen. Die Klasse galt unter der Lehrerschaft als eine der schwierigeren, denn es gab insgesamt zwei problematischere emotional-soziale F\u00e4lle und auch ein, zwei Kinder mit Schwierigkeiten im Bereich Lernen, daher waren wir teilweise zu dritt als Praktikantinnen in der Klasse plus Lehrkraft. Unsere Unterst\u00fctzung war zwar auf den ersten Eindruck willkommen, jedoch war es manchmal schwierig, sich wirklich einbringen und auch eigenen Unterricht halten zu k\u00f6nnen. Die Kommunikation mit der Lehrerin hat dahingehend leider nicht wie erwartet funktioniert und vieles verlief zwischen T\u00fcr und Angel. Mir haben zudem zwischendurch Reflexions-bzw. Feedbackgespr\u00e4che gefehlt, in denen man sich unter Lehrern und Praktikanten austauschen und Verbesserungsvorschl\u00e4ge oder W\u00fcnsche h\u00e4tte \u00e4u\u00dfern k\u00f6nnen. So h\u00e4tte auch ich gern mehr pers\u00f6nliches und didaktisches Feedback bekommen, und dies gern umgesetzt. Die Unterrichtsmethoden und -rituale in meiner Klasse waren aus meiner Sicht ausbauf\u00e4hig, daher konnte ich mich nicht vollends mit der Schule identifizieren und was die didaktischen Methoden angeht nicht viel f\u00fcr mich und meine eigene Arbeit als Lehrerin mitnehmen. Dies kann aber an der Klasse bzw. Klassenlehrerin gelegen haben, von anderen Praktikantinnen habe ich Besseres geh\u00f6rt. Daraus habe ich aber auch gelernt, die eigenen W\u00fcnsche und Interessen mehr zu vertreten und mehr Eigeninitiative zu zeigen.<br \/>\nDazu sollte erw\u00e4hnt werden, dass wir au\u00dfergew\u00f6hnlich viele Praktikanten an der (Grund-)Schule waren und die Verteilung auf die Klassen vielleicht etwas besser h\u00e4tte gestaltet werden k\u00f6nnen. Trotz ein paar negativer Aspekte ziehe ich daraus viel Positives, auch was kollegiale Kommunikation angeht, kann dies f\u00fcr mich als Erfahrung nutzen und es vielleicht in einem neuen Schulsetting anders angehen.<\/p>\n<p>Abseits vom Praktikum an der Deutschen Schule hat mich die Zeit in Bilbao in meiner individuellen Entwicklung stark positiv gepr\u00e4gt. Aus der eigenen Komfortzone herauszubrechen, in einer zun\u00e4chst fremden Stadt zu leben war etwas komplett Neues und Aufregendes f\u00fcr mich. Ich habe die spanische bzw. baskische Kultur und Mentalit\u00e4t lieben gelernt, so viele tolle Menschen getroffen und neue Freundschaften gekn\u00fcpft. Durch u.a. Happy Erasmus hatte ich auch au\u00dferdem die M\u00f6glichkeit, viele wundervolle Orte rund um Bilbao, die ebenso wundersch\u00f6ne Stadt Valencia sowie ein paar franz\u00f6sische St\u00e4dte zu entdecken. Aber auch Bilbao selbst hatte super viel zu bieten und ist generell eine sehr sch\u00f6ne, abwechslungsreiche und lebendige Stadt. Besonders die N\u00e4he sowohl zum Meer als auch zu den Bergen hatte etwas wirklich Magisches! F\u00fcr Wanderbegeisterte und Surfer (oder welche, die es ausprobieren m\u00f6chten) ist Bilbao der perfekte Ort zum Leben.<br \/>\nGleichzeitig habe ich aber auch vieles aus meinem Alltag und Leben in Deutschland sch\u00e4tzen gelernt, bin nach dieser insgesamt sehr gro\u00dfartigen Erfahrung dennoch motiviert, noch mehr von der Welt zu entdecken, und andere deutsche Auslandsschulen oder einen l\u00e4ngeren Auslandsaufenthalt in Betracht zu ziehen.<\/p>\n<p>Eine solche Gelegenheit zu nutzen, sich aus der Komfortzone zu trauen und f\u00fcr eine Zeit mal auf einem anderen Fleck Erde zu leben kann ich daher jedem nur ans Herz legen!<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikant:innen<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vorbereitung<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe mich ca. \u00bd Jahr vorher beworben und auch relativ schnell eine positive R\u00fcckmeldung bekommen. Bei Deutschen Schulen in anderen L\u00e4ndern ist es sinnvoll, sich noch weiter im Voraus (1 Jahr) zu bewerben. Dann gilt es, rechtzeitig ein F\u00fchrungszeugnis zu beantragen, welches aber nicht \u00e4lter als 3 Monate sein sollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Beantragung Visum<\/strong><\/p>\n<p>Ein Visum wird in Spanien nicht ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Praktikumssuche<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe mich \u00fcber die Website des Bundesamts f\u00fcr Ausw\u00e4rtige Angelegenheiten informiert. Dort gibt es eine Auflistung aller deutschen Auslandsschulen, wor\u00fcber man auch zu Kontakt und Websites der jeweiligen Schulen gelangt.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wohnungssuche<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe \u00fcber Idealista gesucht, was meist auch noch recht kurzfristig (1 oder auch \u00bd Monat vorher) m\u00f6glich ist. Es gab super viele Angebote. In Bilbao zahlt man ca. 400 bis 600\u20ac pro Monat f\u00fcr ein WG-Zimmer. Ich habe mein Zimmer dann \u00fcber die Vermietung Habitacci\u00f3n bekommen, es gab ein paar kleinere Probleme, aber ansonsten war ich zufrieden. Man muss mehr oder weniger Gl\u00fcck haben, in was f\u00fcr einer Wohnung und mit welchen Leuten man landet.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Versicherung<\/strong><\/p>\n<p>Da ich zu dem Zeitpunkt privatversichert (\u00fcber die Beihilfe) war, hatte sich bei mir nichts ge\u00e4ndert. Man sollte in jedem Fall eine Art Bescheinigung von der Krankenkasse dabeihaben und sich vorher bei der KK informieren.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/strong><\/p>\n<p>Bilbao hat alles zu bieten, wonach man sucht: Bars, Caf\u00e9s, auch viele Sportm\u00f6glichkeiten. Vor allem \u00fcber Happy Erasmus wird viel organisiert. Dar\u00fcber kann man sich auch super mit anderen Leuten zu verkn\u00fcpfen und den WhatsApp-gruppen beizutreten. Happy Erasmus bietet auch super viele g\u00fcnstige Tages- oder Wochenendtrips in der Umgebung und auch ganz Spanien und Umland an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es sind erst ein paar Wochen vergangen, doch ich vermisse Bilbao, das Meer und alles was dazu geh\u00f6rt hat jetzt schon! 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