{"id":1809,"date":"2025-09-05T07:00:33","date_gmt":"2025-09-05T05:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=1809"},"modified":"2025-09-01T12:40:42","modified_gmt":"2025-09-01T10:40:42","slug":"erfahrungsbericht-ueber-mein-4-monatiges-praktikum-in-der-allgemeinen-chirurgie-am-karapitiya-teaching-hospital-in-galle-sri-lanka","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2025\/09\/05\/erfahrungsbericht-ueber-mein-4-monatiges-praktikum-in-der-allgemeinen-chirurgie-am-karapitiya-teaching-hospital-in-galle-sri-lanka\/","title":{"rendered":"Erfahrungsbericht \u00fcber mein 4-monatiges Praktikum in der Allgemeinen Chirurgie am Karapitiya Teaching Hospital in Galle, Sri Lanka"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen des Praktischen Jahres meines Medizinstudiums hatte ich die Gelegenheit, ein viermonatiges Praktikum in der Abteilung f\u00fcr Allgemeine Chirurgie am Karapitiya Teaching Hospital in Galle, Sri Lanka, zu absolvieren. Diese Zeit war f\u00fcr mich sowohl fachlich als auch pers\u00f6nlich eine \u00e4u\u00dferst bereichernde Erfahrung, die mir wertvolle Einblicke in die chirurgische Patientenversorgung in einem internationalen Umfeld erm\u00f6glichte.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Einarbeitung und Arbeitsalltag<\/strong><\/p>\n<p>Zu Beginn meines Praktikums bekam ich mit weiteren Medizinstudierenden aus Deutschland und anderen L\u00e4ndern u.a. Schweden und Australien, eine ausf\u00fchrliche Einf\u00fchrungsveranstaltung sowie eine F\u00fchrung \u00fcber das Fakult\u00e4ts- sowie das Klinikums Gel\u00e4nde. Zus\u00e4tzlich bekam jeder Medizinstudierende einen Ausdruck des Klinikums Gel\u00e4ndes mit Markierungen der f\u00fcr uns relevanten OP-S\u00e4le und einen Stundenplan. Das Krankenhaus ist eines der gr\u00f6\u00dften Lehrkrankenh\u00e4user Sri Lankas und dient als wichtige Anlaufstelle f\u00fcr Patienten aus der gesamten Region. Die Struktur des Gesundheitswesens, die Ressourcenverf\u00fcgbarkeit und die Arbeitsweise in einem Krankenhaus mit begrenzten Mitteln waren f\u00fcr mich zun\u00e4chst eine Umstellung, doch ich konnte mich schnell anpassen und wertvolle Erfahrungen sammeln. Mein Arbeitsalltag bestand aus der Teilnahme an morgendlichen Visiten, der Unterst\u00fctzung bei der Patientenversorgung sowie der Observation und Assistenz bei verschiedenen chirurgischen Eingriffen. Dabei hatte ich die M\u00f6glichkeit, sowohl kleinere Eingriffe zu beobachten als auch bei gr\u00f6\u00dferen Operationen im OP-Saal dabei zu sein. Besonders beeindruckend war f\u00fcr mich die Routine und Pr\u00e4zision, mit der die Chirurgen arbeiteten, selbst unter herausfordernden Bedingungen.<\/p>\n<p><strong>Erfahrungen im OP und auf der Station<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend meines Praktikums konnte ich viele praktische F\u00e4higkeiten wie z.B. die erste Wundversorgungen und verschiedene Nahttechniken beobachten und Fragen dazu stellen. Besonders wertvoll war die enge Zusammenarbeit mit den einheimischen Medizinstudenten und Assistenz\u00e4rzten\/ Fach\u00e4rzten, die stets bereit waren, ihr Wissen weiterzugeben, medizinische Zusammenh\u00e4nge zu erkl\u00e4ren und im Kontakt mit Patienten zu dolmetschen.<\/p>\n<p>Ein bedeutender Aspekt meines Praktikums war das breite Spektrum an chirurgischen F\u00e4llen, die ich miterleben durfte. Von Routineeingriffen bis hin zu Notfalloperationen \u2013 die Vielfalt der Krankheitsbilder war enorm. Durch die hohe Patientenzahl und begrenzte Ressourcen musste das Team oft pragmatische L\u00f6sungen finden, was mir eine neue Perspektive auf das medizinische Arbeiten gab.<\/p>\n<p><strong>Herausforderungen und pers\u00f6nliche Entwicklung<\/strong><\/p>\n<p>Eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen war f\u00fcr mich die Sprachbarriere, da viele Patienten kein Englisch und nur Singhalesisch oder Tamil sprachen. Dennoch konnte ich mich durch die Unterst\u00fctzung der einheimischen Mediziner und Krankenpflegenden und die nonverbale Kommunikation ausreichend gut verst\u00e4ndigen und so auch mit den Patienten interagieren. Zudem habe ich schnell gelernt, mich flexibel an neue Situationen anzupassen und auch in stressigen Momenten konzentriert zu arbeiten.<\/p>\n<p>Besonders beeindruckt hat mich die Offenheit und Hilfsbereitschaft des medizinischen Personals. Trotz oft schwieriger Arbeitsbedingungen begegneten mir die \u00c4rzte und Pflegekr\u00e4fte mit gro\u00dfer Geduld und Engagement. Diese Erfahrung hat mich sowohl fachlich als auch pers\u00f6nlich weitergebracht und meinen Wunsch, mich weiter in der Chirurgie zu engagieren, noch verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Mein Praktikum in der Allgemeinen Chirurgie am Karapitiya Teaching Hospital war eine unvergessliche und lehrreiche Erfahrung. Ich konnte mein medizinisches Wissen vertiefen, wertvolle praktische Fertigkeiten erwerben und gleichzeitig wertvolle interkulturelle Eindr\u00fccke sammeln. Die Arbeit in einem international gepr\u00e4gten Krankenhaus hat meinen Horizont erweitert und mich in meiner beruflichen Entwicklung best\u00e4rkt. Ich bin sehr dankbar f\u00fcr diese Gelegenheit und kann ein solches Praktikum jedem Medizinstudierenden empfehlen, der seine chirurgischen Kenntnisse vertiefen und wertvolle Erfahrungen in einem spannenden medizinischen Umfeld sammeln m\u00f6chte.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikant:innen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vorbereitung<\/strong><\/p>\n<p>Bewerbung mindestens 3-4 Monate im Voraus \u00fcber das Bewerbungsformular des Karapitiya Teaching Hospitals. Die Antwort\/ Zusage erfolgt i.d.R. max. 2 Wochen sp\u00e4ter per Mail.<\/p>\n<p><strong>Beantragung Visum<\/strong><\/p>\n<p>Das Visum kann simpel und kurzfristig online beantragt werden und kostet 55 US Dollar f\u00fcr 4 Wochen. Das Visum kann online verl\u00e4ngert werden. Bei Fragen zum Visum helfen die Ansprechpartner des Karapitiya Teaching Hospitals.<\/p>\n<p><strong>Praktikumssuche<\/strong><\/p>\n<p>Durch die Vielzahl an bereits bestehenden Erfahrungsberichten und positiver Mundpropaganda erwies sich die Praktikumssuche sowie die Bewerbung als sehr unkompliziert.<\/p>\n<p><strong>Wohnungssuche<\/strong><\/p>\n<p>Nach erfolgreicher Bewerbung am Karapitiya Teaching Hospital bekommt jeder Studierende einen Link zum Sanron Home Stay, einer studentischen Unterbringung in Krankenhaus N\u00e4he, die preiswerte, klimatisierte Einzel- und Mehrbettzimmer f\u00fcr Medizinstudierende zur Verf\u00fcgung stellt.<\/p>\n<p><strong>Versicherung<\/strong><\/p>\n<p>Die studentische Krankenversicherung f\u00fcr das Ausland ist \u00fcber den Marburger Bund kostenlos und sollte im Voraus durch Kontaktaufnahme mit dem Marburger Bund abgeschlossen werden.<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><\/p>\n<p>Insgesamt ist der Aufwand bez\u00fcglich Formalit\u00e4ten gering. Die Ansprechpartner des Karapitiya Teaching Hospital antworten stets zeitnah und zuverl\u00e4ssig per Mail auf Englisch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><strong>Formalit\u00e4ten vor Ort<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Telefon-\/Internetanschluss<\/strong><\/p>\n<p>Eine Sim-Karte f\u00fcr das Handy (z.B. Anbieter Dialog) kann am Flughafen in Colombo erworben werden. Kosten ca. 12 Euro f\u00fcr 25-50 GB pro Monat.<\/p>\n<p><strong>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung<\/strong><\/p>\n<p>Die Er\u00f6ffnung eines Bankkontos ist nicht notwendig. Mittels Kreditkarte\/ Visa Karte kann in Sri Lanka<\/p>\n<p>z.B. bei der Bank of Ceylon oder der Peoples Bank geb\u00fchrenfrei Bargeld abgehoben werden.<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><\/p>\n<p>Durch die gro\u00dfe Beliebtheit des Praktikums und somit gro\u00dfe Anzahl an Medizinstudierenden f\u00e4llt es sehr leicht Kontakte zu kn\u00fcpfen, auch wenn man allein anreist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><strong>Alltag\/Freizeit<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/strong><\/p>\n<p>Zahlreiche Freizeitm\u00f6glichkeiten wie z.B. Strandbesuche, Schnorcheln, Surfen, Yoga, Nationalparks, Regenwald, Wandern, Reisen. Viele traditionelle wie auch europ\u00e4ische Restaurants\/ Caf\u00e9s. Zahlreiche Shoppingm\u00f6glichkeiten f\u00fcr den kleinen und gr\u00f6\u00dferen Geldbeutel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><\/p>\n<p>In weniger Touristischen Gegenden in Sri Lanka ist es \u00fcblich die Knie und Schultern beim Ausgehen zu bedecken. In Touristischen Gebieten und am Strand ist europ\u00e4ische Kleidung allt\u00e4glich. Durch die \u00fcberwiegend buddhistische Bev\u00f6lkerung ist das Reisen im Land auch allein als Frau sehr sicher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen des Praktischen Jahres meines Medizinstudiums hatte ich die Gelegenheit, ein viermonatiges Praktikum in der Abteilung f\u00fcr Allgemeine Chirurgie am Karapitiya Teaching Hospital in Galle, Sri Lanka, zu absolvieren. 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