{"id":1863,"date":"2025-09-25T07:04:34","date_gmt":"2025-09-25T05:04:34","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=1863"},"modified":"2025-09-15T11:48:03","modified_gmt":"2025-09-15T09:48:03","slug":"1863","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2025\/09\/25\/1863\/","title":{"rendered":"Forschen an der Cornell University (WCM)"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe mein Praktikum am Weill Cornell Medical College (WCM) in New York in den Vereinigten Staaten absolviert. <!--more-->WCM ist die Medizinhochschule der Cornell University, deren Hauptcampus sich eigentlich in Ithaca, etwa f\u00fcnf Stunden von New York City entfernt, befindet. Neben der M\u00f6glichkeit Medizin zu studieren, gibt es am WCM auch eine Graduiertenschule im Bereich Life Sciences. Die Universit\u00e4t ist an das New York Presbytarian Hospital angegliedert und Teil des Tri-Institutional Campus, zusammen mit der Rockefeller University und dem Memorial Sloan Kettering Cancer Center. Der Campus befindet sich in der Upper East Side in Manhattan. Derzeit arbeiten am WCM etwa 1800 Personen, die Zahl variiert aber, je nachdem welche Organisationen man dazu z\u00e4hlt. WCM ist in viele verschiedene Institute aufgegliedert. Das Praktikum habe ich im Labor von Joshua Levitz im Department for Biochemistry absolviert, welches etwa<br \/>\n10 verschiedene Arbeitsgruppen beherbergt. In unserem Labor haben etwa 17 Personen gearbeitet. Als Arbeitsplatz im akademischen Bereich waren die anderen Mitarbeiter haupts\u00e4chlich Postdocs oder PhD-Studenten und die Fluktuation hoch. Inhaltlich besch\u00e4ftigt sich das Labor mit Neurobiologie, wobei sich die Arbeit in eine Gruppe, die methodisch eher im Bereich Verhaltensforschung und eine die st\u00e4rker biochemisch\/-physikalisch orientiert gearbeitet hat, aufgeteilte. Spezifischer fokussiert sich die Arbeit auf die Erforschung einer bestimmten gruppe neuronaler Rezeptoren (den metabotropen Glutamat Rezeptoren auch mGluRs), sowie der Entwicklung von photopharmakologischen Methoden zur pr\u00e4zisen Steuerung von diesen. \u00c4hnlich wie Labore an der Freien Universit\u00e4t hat sich die Arbeit besonders auf Grundlagenforschung konzentriert, wobei der Ansatz bedingt durch die Angliederung an ein Krankenhaus st\u00e4rker translational war, mit dem Anspruch neue therapeutische Strategien zu entwickeln.<\/p>\n<p>Neben der Betreuung durch den Leiter des Labors, habe ich insbesondere in einem Forschungsprojekt eines Postdocs gearbeitet. Das Projekt dreht sich um die Erforschung von Proteininteraktionen der mGluRs und deren Kartographierung. Innerhalb dessen wurde ich mit einem eigenen kleinen Forschungsauftrag vertraut, den ich \u2013 stets in R\u00fccksprache \u2013 in Eigenverantwortung durchgef\u00fchrt habe. Dabei habe ich viele verschiedene biochemische Methodiken angewandt, von denen ich die meisten erst im Verlauf des Praktikums erlernt habe.<\/p>\n<p>Den Kontakt zu dem Leiter des Labors habe ich zun\u00e4chst \u00fcber einen meiner Tutoren im Studium bekommen, der selbst f\u00fcr eine Zeit dort gearbeitet hat. Daher stellte sich die Kontaktaufnahme als relativ einfach heraus. Ich habe den Leiter per E-Mail kontaktiert, worauf er mich zu einem Videotelefonat eingeladen hat. Darin habe ich dann meine bisherigen Erfahrungen geschildert und dargelegt, welche inhaltlichen Schwerpunkte des Labors mich interessieren w\u00fcrden. Nachdem er schnell signalisiert hat, dass es sich ein Praktikum prinzipiell vorstellen kann, habe ich dann noch mit drei weiteren Mitarbeitern telefoniert. Unter anderem dem Postdoc, mit dem ich sp\u00e4ter vor allem zusammengearbeitet hat. Gegen\u00fcber ihm konnte ich dann noch einmal speziell \u00e4u\u00dfern, welche Themengebiete und Methoden mich im Besonderen interessieren. Daraufhin habe ich die Zusage f\u00fcr den Praktikumsplatz erhalten. Initial wollte ich das Praktikum bereits im vergangenen Januar bis M\u00e4rz absolvieren, direkt im Anschluss an ein Auslandsemester, das ich in Portland gemacht habe. Da ich damals allerdings Schwierigkeiten mit der Verl\u00e4ngerung meines Visums hatte, habe ich dann erst das n\u00e4chste Semester an der FU belegt und im September mit dem Praktikum begonnen. Freundlicherweise hatte mein Betreuer viel Geduld in dem Prozess und hat es mir erm\u00f6glich auch sp\u00e4ter zu beginnen. Die Bewerbung selbst hat sich dementsprechend einfach gestaltet, das Problem war vielmehr die Beschaffung des Visums. In diesem Prozess habe ich allerdings viel Unterst\u00fctzung durch die Verwaltung des Instituts am WCM erhalten.<\/p>\n<p>Vor dem eigentlichen Start des Praktikums kam es dann noch zu einigen weiteren Telefonaten, in denen wir konkretisiert haben an was genau ich arbeiten k\u00f6nnte. Dies bot mir auch die M\u00f6glichkeit mich bereits im Voraus in die Thematik einzulesen, was mir den Einstieg in die Arbeit erleichtert hat. Meine Erwartungen bezogen sich vor allem auf die eigenst\u00e4ndige Durchf\u00fchrung eines kleine Forschungsprojekts sowie dem Erlernen neuer Methoden. Dabei wollte ich insbesondere herausfinden, ob ich es mir vorstellen kann, sp\u00e4ter im wissenschaftlichen Bereich zu arbeiten und eine Promotion anzustreben. W\u00e4hrend des Studiums absolviert man zwar einige Laborpraktika, f\u00fchrt dabei aber vor allem \u201cTextbuch\u201d-Experimente, die keine wirkliche wissenschaftliche Relevanz haben und oft auf veraltete Methoden zur\u00fcckgreifen. Daher war es mir ein besonderes Anliegen in die Welt des wissenschaftlichen Arbeitens einzutauchen, um einen Eindruck zu gewinnen, wie sich der Alltag in der Forschung gestaltet.<\/p>\n<p><strong>Hauptteil<\/strong><\/p>\n<p>Zu Beginn meines Praktikums habe ich zun\u00e4chst eine weitere Woche verbracht, in der ich mich haupts\u00e4chlich weiter durch das Lesen wissenschaftlicher Artikel in die Thematik vertieft habe und vor Ort mit meinen Vorgesetzen die Planung meiner Arbeit besprochen habe. W\u00e4hrenddessen habe ich zudem bei der Durchf\u00fchrung verschiedener Methoden im Labor zugeschaut und assistiert, um die Arbeitsabl\u00e4ufe zu erlenen. In der folgenden Zeit wurden mir dann immer mehr Arbeiten zur selbstst\u00e4ndigen Durchf\u00fchrung \u00fcbertragen. W\u00e4hrend die T\u00e4tigkeiten zun\u00e4chst inhaltlich noch der Mitarbeit in Projekten meiner Kollegen gedient haben, habe ich zudem simultan mein eigenes Projekt begonnen. Der Fokus bezog sich dabei auf die Erforschung des Interaktionsnetzwerkes von mGluRs, um zu untersuchen mit welchen Proteinen die Rezeptoren nach ihrer Aktivierung interagieren. Dies dient insbesondere der Erweiterung unseres Verst\u00e4ndnisses Rezeptor-Funktion und wie diese kontrolliert wird. Aus klinischer Perspektive ist dies besonders relevant, da Dysfunktionen der Rezeptoren mit einer Vielfalt neuropsychiatrischer Erkrankungen in Verbindung stehen. Ein tiefgr\u00fcndigeres Wissen \u00fcber mGluRs auf Grundlagenebene tr\u00e4gt dementsprechend langfristig dazu bei bessere und pr\u00e4zisere Therapeutika zu entwickeln und an die Heilung dieser Krankheiten zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>F\u00fcr meinen Versuch haben wir einen \u201cProximity-Labeling-Proteomics\u201d Ansatz verfolgt, wobei mit den Rezeptoren interagierende Proteine \u00fcber eine enzymatische Reaktion markiert werden und anschlie\u00dfend massenspektrometrisch untersucht werden. Meine erste Aufgabe bestand darin, eine Zelllinie zu generieren, die unsere Rezeptor- Konstrukte stabil exprimiert. Methodisch habe ich daf\u00fcr vor allem in der Zellkultur gearbeitet und eine lentivirale Transduktion durchgef\u00fchrt. Anschlie\u00dfend mussten wir die Zelllinie charakterisieren, insbesondere, um die Expression der rekombinanten Proteine, sowie deren Funktionalit\u00e4t zu testen. Daf\u00fcr habe ich in erster Linie extensiv auf Fluoreszenzmikroskopie zur\u00fcckgegriffen, und konnte viele Erfahrungen sowohl in der Benutzung des Mikroskops als auch der Quantifizierung der erhaltenen Daten sammeln. Dar\u00fcber hinaus habe ich zudem einige Western-Blots durchgef\u00fchrt, als eine weitere biochemische Methode. In einem weiteren Projekt konnte ich zudem eine \u201cSingle- Molecule-Microscopy\u201d-Methode erlernen zur direkten Studie von Protein-Interaktionen, sowie die Nutzung eines konfokalen Mikroskops f\u00fcr hochaufl\u00f6sende Ko- Lokalisationsstudien. Den genauen Ablauf meiner Experimente habe ich dabei selbst geplant, wobei einige Protokolle bereits im Labor etabliert waren. Vor der eigentlichen Durchf\u00fchrung der Versuche habe ich zudem immer R\u00fccksprache mit dem Betreuer meines Projekts gehalten. Die experimentelle Arbeit habe ich ebenfalls eigenst\u00e4ndig durchgef\u00fchrt, wobei mich meine Kollegen insbesondere zu Beginn h\u00e4ufiger unterst\u00fctzt haben. Das Pensum an ben\u00f6tigter Hilfe ist dabei kontinuierlich geringer geworden, zum einem aufgrund des generierten Wissens, aber auch der Selbstsicherheit in der experimentellen Durchf\u00fchrung. In \u00e4hnlicher Weise verhielt es sich mit der Auswertung meiner Daten, auch hier habe ich zun\u00e4chst Unterst\u00fctzung ben\u00f6tigt, konnte aber im Verlauf zunehmend eigenst\u00e4ndig arbeiten. Auch wenn der grobe Rahmen meiner Experimente durch einen Rahmenplan vorgegeben habe, wurden mir von meinen Vorgesetzten dennoch viele Freiheiten gelassen meine eigenen Ideen einzubringen, etwa f\u00fcr das Testen neuer Konditionen.<\/p>\n<p>Die Erwartungen meiner Vorgesetzten waren dabei nicht konkret spezifiziert, so gab es meist keine direkten w\u00f6chentlichen Ziele, vielmehr wurde von mir erwartet Eigenmotivation zu demonstrieren und meine Arbeitszeit selbstst\u00e4ndig eizuteilen. Dabei musste ich in regelm\u00e4\u00dfigen Treffen vorzustellen, welche Experimente ich durchgef\u00fchrt habe und welche Erkenntnisse ich dabei gewinnen konnte, um darauf aufbauend zu diskutieren, welche Strategien f\u00fcr das zuk\u00fcnftige Vorgehen als sinnvoll erscheinen. F\u00fcr das Arbeiten sowohl theoretisch im Vorbereiten und Deuten der Experimente als auch praktisch bei deren Durchf\u00fchrung, war das im Studium erlernte Wissen und die erworbenen F\u00e4higkeiten entscheidend. Auch wenn ich methodisch fast alles w\u00e4hrend des Praktikums erlernt habe, hat mir der Hintergrund meines Studiums enorm dabei geholfen viele Konzepte und Techniken schnell zu durchdringen und erfolgreich durchzuf\u00fchren. Dies galt insbesondere bei der Erfassung des biologischen Hintergrunds meiner Forschung als auch der grundlegenden Vertrautheit mit vielen Ger\u00e4ten und Instrumenten im Labor (wenn auch nur theoretischer Natur).<\/p>\n<p>Die Gestaltungsfreiheit f\u00fcr die Experimente \u00fcbertrug sich auch auf die Gestaltung meines Arbeitsalltags, den ich nach dem Bedarf der Versuche gestalten konnte. Meistens habe ich um 09:30 Uhr begonnen zu arbeiten und konnte das Labor um 18:00 Uhr verlassen. Oftmals bin ich jedoch auch l\u00e4nger geblieben, etwa um ein Experiment zu beenden oder die Planung f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag abzuschlie\u00dfen. Denn auch wenn ich versucht habe meine Versuche bereits weiter im Voraus zu organisieren, h\u00e4ngt in der Forschung auch vieles oft von tagesaktuellen Ergebnissen an, sodass Anpassungen oft n\u00f6tig waren. Das Tempo bei der Arbeit habe ich als hoch empfunden, da der Leiter des Labors in hoher Frequenz neue Ergebnisse erwartet hat, um die Publikation der Daten voranzutreiben. F\u00fcr mich galt dies zwar nur eingeschr\u00e4nkt, da definitiv darauf R\u00fccksicht genommen wurde, dass ich neu in das Feld eingestiegen bin. Durch das Umfeld bedingt, habe ich mich allerdings an das hohe Arbeitstempo schnell gew\u00f6hnt und angepasst. Da nahezu alle Projekte nicht nur von einem Mitarbeiter bearbeitet wurden, sowie viele Ressourcen geteilt wurden, war die Arbeitsatmosph\u00e4re zudem sehr kooperativ. Dies bezog sich insbesondere auf die Planung und Aufteilung von Experimenten, und somit die Koordination der n\u00e4chsten Schritte und wer sie am besten unternimmt, als auch die Durchf\u00fchrung selbst, wobei in vielen Experimenten zumindest die Vorbereitung eine kollektive Anstrengung war. Neben gemeinsamer Arbeit an Projekten, haben sich die verschiedenen Mitarbeiter des Labors zudem laufend unterst\u00fctzt, etwa wenn jemand anders mehr Erfahrung auf einem bestimmten Themengebiet hatte oder bei der kritischen Diskussion von Ergebnissen. \u00dcber das Labor hinaus gab es zudem Kooperationen mit anderen Arbeitsgruppen, zum Teil durch Personen, die in zwei verschiedenen Laboren gleichzeitig t\u00e4tig waren, als durch gemeinsame Forschungsprojekte oder das Teilen von Instrumenten. Dar\u00fcber hinaus gab es zudem einige universit\u00e4ts\u00fcbergreifende Einrichtungen, die ich zum Beispiel h\u00e4ufig f\u00fcr konfokale Mikroskopie Experimente eingesetzte habe.<\/p>\n<p>Die Betreuungssituation empfand ich als gut, insbesondere durch den Postdoc mit dem ich viel zusammengearbeitet hat. Er hat sich viel Zeit genommen insbesondere zu Beginn, um mich umfassend einzuarbeiten und stand sp\u00e4ter stets f\u00fcr R\u00fcckfragen bereit. Dabei hat er zwar schnell von mir eingefordert selbstst\u00e4ndig zu arbeiten, ich empfand dies aber als Ansporn selbst mehr Verantwortung zu \u00fcbernehmen, auch um meiner eigenen Erwartung ein kleines Projekt in Eigenregie durchzuf\u00fchren, gerecht zu werden. Dar\u00fcber hinaus waren alle anderen Mitarbeiter immer sehr hilfsbereit und haben sich Zeit genommen meine Fragen zu beantworten, was ich als sehr fruchtbare und produktive Atmosph\u00e4re wahrgenommen habe. Durch die fast t\u00e4glichen Treffen mit meinem Vorgesetzten sowie die Pr\u00e4sentation meiner Ergebnisse vor Ihm oder auch anderen Mitarbeitern habe ich zudem stets eine Evaluation meiner T\u00e4tigkeiten bekommen. Einzig die Betreuung durch den Leiter h\u00e4tte ich mir intensiver gew\u00fcnscht. So haben die Treffen mit ihm nur in unregelm\u00e4\u00dfigen meist gr\u00f6\u00dferen Abst\u00e4nden stattgefunden und ich hatte oft das Gef\u00fchl er interessiert sich nicht sonderlich f\u00fcr meine Arbeit. Zwar wurde dies gut durch die anderen Labormitarbeiter aufgefangen, eine st\u00e4rkere R\u00fcckmeldung von seiner Instanz w\u00e4re allerdings hilfreich gewesen, und h\u00e4tte mich sicher noch mehr in meiner T\u00e4tigkeit best\u00e4rkt und vielleicht auch neue Ideen zu m\u00f6glichen Versuchen hervorgebracht.<\/p>\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, habe ich das Arbeitspensum, als hoch empfunden, was zu Beginn sicherlich etwas \u00fcberfordernd war. Dies lag aber nicht vordergr\u00fcndig an der Menge an Arbeit, die ich am Anfang zu bew\u00e4ltigen hatte, sondern eher an dem fehlenden Wissen sowohl die biologischen Grundlagen als auch die genutzten Methoden betreffend. So kam es h\u00e4ufig zu Situationen, in denen ich sehr viele R\u00fcckfragen stellen musste, oft auch mehrfach, um Konzepte zu durchdringen und anschlie\u00dfend die Versuche durchzuf\u00fchren. Durch das Lesen vieler Publikation in dem Feld aber auch durch das Durchf\u00fchren der Experimente, konnte ich diese L\u00fccken allerdings mit der Zeit f\u00fcllen und habe mich immer sicherer im Arbeitsalltag gef\u00fchlt. Nicht allein, weil weniger Probleme aufgetreten sind, sondern auch weil ich mich besser im Stande sah, die auftretenden Schwierigkeiten anzugehen und eine L\u00f6sung zu finden. Zudem hat das kooperative Arbeitsumfeld sehr dazu beigetragen, mich stets zu unterst\u00fctzen, wenn ich ein Problem hatte, selbst, wenn es nur darum ging ein Reagenz zu finden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Praktikums konnte ich eine Vielzahl von Kompetenzen erwerben. Insbesondere fachlich habe ich mich enorm weiterentwickelt, sowohl was die Kenntnisse in dem spezifischen von dem Labor erforschten Bereich anbelangt, aber vor allem die Vielzahl der Labortechniken, die ich erlernen konnte, betreffend. Dar\u00fcber hinaus war es zudem \u00e4u\u00dferst fruchtbar mit anderen an Forschungsprojekten zusammen zu wirken. Dadurch wurde mir aufgezeigt was f\u00fcr ein gro\u00dfer organisatorischer Aufwand hinter Forschung steckt, aber auch wie man diesen organisatorisch bew\u00e4ltigen. Als besonders hilfreich habe ich dabei die vielen Treffen empfunden, vor allem das w\u00f6chentliche Lab- Meeting, in dem je ein bis zwei Mitglieder des Labors ihre aktuelle Forschung vorgestellt habe. Dadurch hat man auch einen umfassenderen \u00dcberblick \u00fcber die T\u00e4tigkeiten des Labors erhalten, was stets auch zu neuen produktiven Gedanken gef\u00fchrt hat. Zudem habe ich das Arbeiten mit einer Arbeitsorganisationsapp erlernt. Meine eigene Pr\u00e4sentation im Lab-Meeting konnte ich zudem dazu nutzen, meine F\u00e4higkeiten zur Pr\u00e4sentation wissenschaftlicher Ergebnisse auszubauen. Auch im Bezug darauf wie man gut und souver\u00e4n mit R\u00fcckfragen umgeht.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe das Praktikum haupts\u00e4chlich als ausf\u00fchrlichen Test betrachtet, ob ich es mir vorstellen kann eine wissenschaftliche Karriere anzustreben und in diesem Bereich l\u00e4ngerfristig zu arbeiten. Vor diesem Hintergrund hat mich das Praktikum sehr best\u00e4tigt, da es mir aufgezeigt hat, dass mir die wissenschaftliche Arbeit sowohl Spa\u00df macht als auch, dass ich mir ihr gewachsen f\u00fchle. Die erfolgreiche Durchf\u00fchrung eines eignen Forschungsprojektes sowie dessen inhaltlicher Auswertung haben mich motiviert in Zukunft weiter in einem solchen Format zu arbeiten. Zudem hatte ich bereits vorher den Wunsch ein PhD Programm in den USA zu absolvieren. Auch in diesem Zusammenhang war das Praktikum ein Erfolg, da es mir verdeutlicht hat, dass es mir gelingt mich auch in einem fremden Land und dessen fremder Arbeitskultur zurechtzufinden. Da ich vorher kaum mit Neurowissenschaften in Kontakt gekommen bin, hat mir die Zeit in dem Labor zudem neue inhaltliche Perspektiven aufgezeigt. Das gleiche gilt f\u00fcr eine Bandbreite an Methoden, die ich erlernen konnte, und die mir ganz neue M\u00f6glichkeiten in der Forschung und f\u00fcr zuk\u00fcnftige Fragestellungen er\u00f6ffnet haben. Insgesamt kann ich daher festhalten, dass mir das Praktikum sehr zugesagt hat und einen wichtigen Schritt auf meinem Weg einer angestrebten akademischen Karriere darstellt. Dies lag sowohl am spannenden Inhalt als auch an den vielen tollen Menschen, die ich w\u00e4hrend meiner Zeit dort kennenlernen durften und die mir gezeigt haben wie wertvoll ein kooperatives Arbeitsumfeld ist. Einzig die etwas nachl\u00e4ssige Betreuung durch den Leiter des Labors hat mir nicht gefallen, da dies mir von seiner Seite nicht den Eindruck vermittelt hat, meine Arbeit sei wertvoll f\u00fcr das Labor. Zudem habe ich in Kontakt mit anderen Mitarbeitern festgestellt, dass es zum Teil nicht umsetzbare Vorstellungen hatte, wie schnell bestimmte Experimente durchgef\u00fchrt werden sollten. Durch die Reaktionen der anderen Mitarbeiter konnte ich dadurch aber auch einen ersten Einblick erlangen, wie man jemandem in leitender Position die pers\u00f6nlichen Grenzen verdeutlicht. Da Forschungsarbeit oft sehr intensiv ist, betrachte ich dies zudem als eine wertvolle Erfahrung.<\/p>\n<p>Das Kennenlernen der vielen Mitarbeiter des Labors aber auch der vielen anderen Wissenschaftler am WCM, hat es mir zudem erm\u00f6glicht viele neue Kontakte zu kn\u00fcpfen. Durch den Leiter des Labors kann ich zudem auf einer umfassenderes Kontaktnetzwerk zur\u00fcck greifen, da er zu vielen Forschern in dem Feld pers\u00f6nliche Beziehungen pflegt. F\u00fcr potenzielle andere Labore, in denen ich in der Zukunft arbeiten m\u00f6chte, stellt dies einen entscheidenden Vorteil dar. Dazu wird auch die Publikation meiner Ergebnisse als Teil eines Artikels in einem wissenschaftlichen Magazin beitragen.<\/p>\n<p>Zusammenfassend, kann ich ein Praktikum am WCM \u2013 auch speziell im Labor von Joshua Levitz \u2013 anderen Studenten definitiv empfehlen. Man sollte jedoch eine hohe Eigenmotivation mitbringen sowie die Bereitschaft schnell in Eigenverantwortung und viel zu arbeiten. Dazu geh\u00f6rt auch \u00f6fter Misserfolg zu akzeptieren und sich davon nicht abbringen zu lassen weiter seinem Projekt zu arbeiten. Bringt man dies mit, kann ein Praktikum dort eine wertvolle Erfahrung sein, da es die M\u00f6glichkeit bietet auf eine umfassende und sehr gut finanzierte Forschungsinfrastruktur zur\u00fcckzugreifen. Dadurch ist es eine m\u00f6glich umfassende F\u00e4higkeit zu erlernen, viele Kontakte zu kn\u00fcpfen und einen Einblick in das Arbeitsumfeld in einem anderen Land zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe mein Praktikum am Weill Cornell Medical College (WCM) in New York in den Vereinigten Staaten absolviert.<\/p>\n","protected":false},"author":3982,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9,486392],"tags":[57568,309092,784,527],"class_list":["post-1863","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-praktikum-weltweit","tag-biochemie","tag-forschungspraktikum","tag-new-york","tag-usa"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1863","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3982"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1863"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1863\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1865,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1863\/revisions\/1865"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1863"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1863"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1863"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}