{"id":1870,"date":"2025-10-03T07:02:30","date_gmt":"2025-10-03T05:02:30","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=1870"},"modified":"2025-09-15T12:36:39","modified_gmt":"2025-09-15T10:36:39","slug":"1870","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2025\/10\/03\/1870\/","title":{"rendered":"Kunstgeschichtliches Praktikum in einer Galerie in Jakarta"},"content":{"rendered":"<p>Nach drei Jahren Studium der Ostasiatischen Kunstgeschichte habe ich mich entschieden, ein Praktikum in einer zeitgen\u00f6ssischen Kunstgalerie in Jakarta, Indonesien, zu absolvieren.<!--more--> Mein Ziel war es, mein Wissen zu erweitern und praktische Erfahrungen zu sammeln, die \u00fcber die theoretischen Inhalte meines Studiums hinausgehen. In der Galerie wollte ich insbesondere die Kunstszene S\u00fcdostasiens erkunden, die in meinen bisherigen Studieng\u00e4ngen nur am Rande behandelt wurde. Die Vielfalt und Dynamik dieser Region faszinierte mich, und ich war neugierig, die zeitgen\u00f6ssische Kunst und die damit verbundenen kulturellen Str\u00f6mungen aus erster Hand zu erleben. Zudem war das Wetter in Jakarta w\u00e4hrend meines Aufenthalts angenehm und ein willkommener Gegensatz zu den winterlichen Bedingungen in Berlin und Ostasien.<\/p>\n<p>Jakarta ist nicht nur die Hauptstadt Indonesiens, sondern auch ein pulsierendes Zentrum f\u00fcr Kunst und Kultur in S\u00fcdostasien. Die Stadt hat in den letzten Jahren ein bemerkenswertes Wachstum in der Kunstszene erfahren und zieht K\u00fcnstler, Galerien und Kunstliebhaber aus der ganzen Welt an. Im Vergleich zu den etablierten Kunstm\u00e4rkten in Europa und Ostasien, die von Tradition und Geschichte gepr\u00e4gt sind, bietet Jakarta eine erfrischende, avantgardistische Perspektive. Hier verschmelzen traditionelle indonesische Elemente mit modernen und globalen Einfl\u00fcssen, was zu einer einzigartigen kreativen Identit\u00e4t f\u00fchrt. Diese Vielfalt macht es einfacher, innovative Arbeiten zu entdecken, die oft einen Dialog zwischen verschiedenen Kulturen f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend meines Praktikums in der Galerie arbeitete ich als Marketing- und Pressepraktikantin, wobei meine Hauptaufgabe darin bestand, das Team bei der Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit zu unterst\u00fctzen. Dazu geh\u00f6rte das Schreiben, Recherchieren und \u00dcbersetzen von Pressemitteilungen und Social-Media-Inhalten. Diese T\u00e4tigkeit erm\u00f6glichte mir nicht nur, meine schriftlichen F\u00e4higkeiten zu verbessern, sondern auch tiefere Einblicke in die Kunstszene zu gewinnen, indem ich mit verschiedenen K\u00fcnstlern in Kontakt trat, die zu den Schwerpunkten der Galerie passen. Ich hatte die Gelegenheit, bedeutende moderne Meister und zeitgen\u00f6ssische K\u00fcnstler aus S\u00fcdost-, Ost- und S\u00fcdostasien kennenzulernen. Ein herausragendes Erlebnis war meine Unterst\u00fctzung beim Verkauf von Kunstwerken w\u00e4hrend der internationalen Kunstmesse Art Jakarta, wo ich weitere Galerien und K\u00fcnstler aus der Region entdeckte und wertvolle Kontakte kn\u00fcpfen konnte. Des Weiteren arbeitete ich an der \u00dcbersetzung von Interviews mit deutsch-\u00f6sterreichischen Medien bez\u00fcglich der Ausstellung eines K\u00fcnstlers aus der Galerie, was meine \u00dcbersetzungsf\u00e4higkeiten forderte und mir half, die \u00d6ffentlichkeitsarbeit gezielt zu gestalten. Ich stellte auch Informationen<br \/>\nund Pr\u00e4sentationen f\u00fcr private Sammler und \u00f6ffentliche Kunstprojekte zusammen und lernte so die t\u00e4glichen Abl\u00e4ufe einer Galerie kennen. Der Kontakt zu Gastk\u00fcnstlern und das Eintauchen in die indonesische Galerieszene bereicherten meine Erfahrungen zus\u00e4tzlich und erweiterten meine Perspektive auf die zeitgen\u00f6ssische Kunst in S\u00fcdostasien.<\/p>\n<p>Das Praktikum hat nicht nur meinen Horizont als Kunsthistoriker erweitert, sondern auch meine beruflichen Perspektiven klarer gemacht. Die praktischen Erfahrungen, die ich gesammelt habe, sind von unsch\u00e4tzbarem Wert f\u00fcr mein zuk\u00fcnftiges Studium und meine Karriere. Ich habe gelernt, besser mit Menschen aus unterschiedlichen kulturellen Hintergr\u00fcnden zu kommunizieren, was f\u00fcr meine Arbeit als Kunsthistoriker unerl\u00e4sslich ist. Die Auseinandersetzung mit der muslimischen Kultur in Jakarta und die Herausforderungen der Sprachbarriere haben mir geholfen, Empathie und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr verschiedene Sichtweisen zu entwickeln. Insgesamt war mein Aufenthalt in Jakarta eine bereichernde Erfahrung, die meine F\u00e4higkeiten, meine Perspektive auf Kunst und die Bedeutung von kultureller Vielfalt nachhaltig gepr\u00e4gt hat.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikant:innen<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Vorbereitung<\/strong><\/em><br \/>\nPlane viel Zeit f\u00fcr die Bewerbung ein. Viele Galerien antworten langsam und manche nehmen normalerweise nur Praktikanten aus der nahen Umgebung an. Mach daher auch klar, dass du f\u00fcr die Zeit des Praktikum in der N\u00e4he wohnen wirst. Meistens wird ein Interview n\u00f6tig.<\/p>\n<p><em><strong>Beantragung Visum<\/strong><\/em><br \/>\nMan kann sich online auf der indonesischen Seite bewerben. Damit habe ich aber schlechte Erfahrungen gemacht. Niemand reagiert auf Emails und sie arbeiten sehr langsam. Lieber zur Botschaft gehen und mit einer Person direkt reden.<\/p>\n<p><em><strong>Praktikumssuche<\/strong><\/em><br \/>\nGoogle Maps oder direkt im Internet suchen. Die meisten zeitgen\u00f6ssischen Kunstgalerien haben einen englischen Internetauftritt.<\/p>\n<p><em><strong>Wohnungssuche<\/strong><\/em><br \/>\nDie Wohnungssuche klappt am besten vor Ort. Also erstmal Hotel oder AirBnb buchen und dann Kontakte mit Marklern kn\u00fcpfen. Ich fand die Seite Rumah123 hilfreich.<\/p>\n<p><strong><em>Versicherung<\/em><\/strong><br \/>\nDAAD Gruppe-Versicherung<\/p>\n<p><em><strong>Sonstiges<\/strong><\/em><br \/>\nDas Wetter ist im Winter immer noch sehr warm und schw\u00fcl, aber fast alle \u00f6ffentlichen Geb\u00e4ude sind klimatisiert. Drau\u00dfen herumlaufen ist hier schwieriger, auf der Stra\u00dfe gibt es viel mehr Autos und Motorr\u00e4der, und Fu\u00dfwege sind oft besch\u00e4digt oder fehlen. Es wird erwartet, dass man von Lobby zu Lobby gefahren wird. Es gibt viele Mobilit\u00e4ts-Apps wie Gojek oder Grab.<br \/>\nDas Essen ist scharf, man sollte sich vorsichtig herantasten.<br \/>\nDie Leute hier sind sehr nett und hilfsbereit, wenn man nicht sicher ist wegen Essen oder Route, gerne lokale Leute fragen.<\/p>\n<p><em><strong>Formalit\u00e4ten vor Ort<\/strong><\/em><br \/>\nVisum rechzeitig vor Ablauf verl\u00e4ngern.<\/p>\n<p><em><strong>Telefon-\/Internetanschluss<\/strong><\/em><br \/>\nEs gibt im Flughafen direkt m\u00f6glichkeit eine SIM-Karte zu kaufen und Internet zu aktivieren.<\/p>\n<p><strong><em>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung<\/em><\/strong><br \/>\nIch habe kein Konton er\u00f6ffnet, da man hier auch gut mit Bargeld und internationaler Karte bezahlen konnte. Die Kosten f\u00fcr Strom und Wasser habe ich an meinen Markler \u00fcberwiesen, und er hat das weitergeleitet, da das nur mit lokalem Bankkonto bezahlt werden konnte.<\/p>\n<p><strong><em>Alltag\/Freizeit<\/em><\/strong><br \/>\nMit den Apps Grab, Gojek oder Tokopedia kann man fast alle Sachen f\u00fcr den Alltag kaufen.<\/p>\n<p><em><strong>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/strong><\/em><br \/>\nEs gibt viele Gallerien, Parks und Shopping Malls.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach drei Jahren Studium der Ostasiatischen Kunstgeschichte habe ich mich entschieden, ein Praktikum in einer zeitgen\u00f6ssischen Kunstgalerie in Jakarta, Indonesien, zu absolvieren.<\/p>\n","protected":false},"author":3982,"featured_media":1871,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9,486392],"tags":[318235,522948,1267],"class_list":["post-1870","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-praktikum-weltweit","tag-indonesien","tag-jakarta","tag-kunstgeschichte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1870","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3982"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1870"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1870\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1873,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1870\/revisions\/1873"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1871"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1870"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1870"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1870"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}