{"id":1876,"date":"2025-10-07T07:04:31","date_gmt":"2025-10-07T05:04:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=1876"},"modified":"2025-09-15T12:36:52","modified_gmt":"2025-09-15T10:36:52","slug":"praktikum-an-einem-college-und-lycee-in-montpellier-frankreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2025\/10\/07\/praktikum-an-einem-college-und-lycee-in-montpellier-frankreich\/","title":{"rendered":"Praktikum an einem Coll\u00e8ge und Lyc\u00e9e in Montpellier, Frankreich"},"content":{"rendered":"<p>Mein Erfahrungsbericht kann eine Bereicherung insbesondere f\u00fcr Studierende mit Kind(ern) sein.<\/p>\n<p>Die Vorbereitungen f\u00fcr das Praxissemester begannen schon ein ganzes Jahr vor Praktikumsbeginn.<!--more--><br \/>\nF\u00fcr die Planung war es mir wichtig, alle relevanten Informationen zu beschaffen, die f\u00fcr die Bewerbung bei Erasmus+ von Bedeutung und die f\u00fcr die Durchf\u00fchrung eines Praxissemesters im Ausland von N\u00f6ten waren. Dies war insofern wichtig, als dass ich Kurse in das 2. Mastersemester vorverlegen musste, um f\u00fcr das Praxissemester ins Ausland gehen zu d\u00fcrfen. Daf\u00fcr habe ich mit Koordinator*innen meiner beiden F\u00e4cher und des Praktikumb\u00fcros der FU gesprochen, die mich sehr ausf\u00fchrlich beraten und auf all meine Fragen antworten konnten.<br \/>\nParallel dazu musste ich Fristen f\u00fcr die Einschulung meiner Kinder (5 und 9 Jahre alt) in Montpellier einhalten und auch hierf\u00fcr einiges an Unterlagen einreichen. Da wir uns bewusst um franz\u00f6sische Schulen (\u00e9cole maternelle Anne Frank und \u00e9cole \u00e9l\u00e9mentaire Charles Dickens) mit jeweils einer section allemande (deutschsprachiger Schwerpunkt) bem\u00fcht hatten, um ihnen einen vereinfachten sprachlichen Einstieg zu erm\u00f6glichen, stand nicht nur der Austausch und das Bem\u00fchen auf diese Schulen zu kommen im Fokus, sondern ebenso die Wohnungssuche im Einzugsgebiet dieser Schulen. Dank Airbnb hatte ich schnell eine passende Wohnung gefunden und mit den Vermietern einen finanziellen Kompromiss ausgehandelt, der beiden Seiten zusagte. Die Wohnung lag 2 Gehminuten von der Schule und 10 Fahrradminuten von meiner Praktikumsschule entfernt.<\/p>\n<p>In den Sommerferien sind wir drei Wochen vor Schul-\/Praktikumsbeginn nach Montpellier gekommen. Diese Zeit war n\u00f6tig, um alle administrativen Schritte vor Ort zu gehen und um die Kinder sich an die neue Umgebung gew\u00f6hnen zu lassen. Wichtig war in dieser Zeit die Einschulungen zu finalisieren, lokale Vertr\u00e4ge abschlie\u00dfen (Strom, Wasser, Versicherungen, Bankkonto, Sim-karten&#8230;) und den Mentor meiner Praktikumsschule kennenzulernen.<br \/>\nUm Missverst\u00e4ndnisse vorzubeugen hatte ich meinem Mentor schon im Vorfeld mitgeteilt, dass ich durch die Familie zeitlich eingeschr\u00e4nkter sein werde, was f\u00fcr ihn \u00fcberhaupt kein Problem war. Ich konnte mir meine Hospitationsstunden so legen, wie ich es wollte, ebenso durfte ich meine Einzelstunden und Unterrichtsreihen halten, wann es mir passte. Dies verlief deswegen so problemlos, weil ich die Lehrkr\u00e4fte am Anfang des Schuljahres darauf angesprochen hatte und die Termine festlegte. So geriet ich nicht in Zeitnot, was in Anbetracht eines stressigen Schulalltags und hinzukommenden Sch\u00fcleraustauschen oder Weiterbildungen, n\u00fctzlich war. Diese Strukturierung am Anfang des Praktikums war f\u00fcr mich im Verlauf des Halbjahres eine gro\u00dfe St\u00fctze und Orientierung.<\/p>\n<p>Das Georges Clemenceau ist ein Coll\u00e8ge und Lyc\u00e9e, umfasst also Mittel- und Oberstufe.<br \/>\nW\u00e4hrend meiner Praktikumszeit, traf ich insgesamt sehr nette, verst\u00e4ndnisvolle, hilfsbereite und gespr\u00e4chsbereite Lehrer*innen und Schulpersonal. Sie waren nicht nur alle bereit mich in ihren Unterricht mitzunehmen, sondern auch an meiner Meinung und Kritik als Studentin interessiert. Das Miteinander war immer sehr wohlwollend und respektvoll.<br \/>\nIch hospitierte bei sieben unterschiedlichen Lehrkr\u00e4ften, die ihren Unterricht entweder auf deutsch oder franz\u00f6sisch hielten. Dies kam darauf an, ob eine Klasse in Deutsch als Fremdsprache unterrichtet wurde, oder ob es eine Abibac-Klasse war, die zus\u00e4tzlich in Geschichte\/Erdkunde (histoire\/g\u00e9ographie) und in Sozialkunde (EMC= Enseignement moral et civique) auf deutsch Unterricht erhielt. Neben den Abibac-Klassen erhielt ich noch Einblick in EURO-Klassen, die \u00fcber weniger deutschsprachige Anteile in ihrem Curriculum verf\u00fcgen. Au\u00dferdem durfte ich in den ersten Monaten deutsche Austauschsch\u00fcler*innen in Franz\u00f6sisch unterrichten. In dieser f\u00fchrte ich meine Franz\u00f6sischreihe und in einer 10. AbiBac-Klasse meine Politikreihe durch. Einzelstunden hielt ich in allen Klassen.<br \/>\nEin weiterer Einblick, der f\u00fcr mich pers\u00f6nlich und als Lehrkraft sehr bereichernd war, bekam ich im FLE Unterricht, Franz\u00f6sisch als Fremdsprache (FLE= fran\u00e7ais langue \u00e9trang\u00e8re), vergleichbar mit deutschen Willkommensklassen. Ich sah, wie Franz\u00f6sisch als Fremdsprache Kindern unterrichtet wurde, die zuvor in ihren Heimatl\u00e4ndern in anderen Sprachen zur Schule gingen und unterschiedlich alt waren. Dieser Unterricht war f\u00fcr mich in p\u00e4dagogischer, didaktischer und insbesondere in menschlicher Hinsicht lehrreich und nachhaltig pr\u00e4gend.<br \/>\nAuch wenn diese Sch\u00fcler*innen aus der FLE-Klasse nicht meinen zuk\u00fcnftigen Sch\u00fcler*innen in Deutschland entsprachen, kam die Fremdsprachendidaktik in Franz\u00f6sisch hier am st\u00e4rksten zu tragen. Der Ansatz dieses Unterrichts war ein ganz anderer, mir neuer, als jener in Deutschland und erweiterte meine Kenntnis ungemein.<\/p>\n<p>Die Zeit am Georges Clemenceau war eine sehr bereichernde und pr\u00e4gende Zeit f\u00fcr mich. Ich konnte sowohl sprachlich meine Kompetenzen nachhaltig ausbauen, einen fundierten Einblick in den Schulalltag erhalten, unterschiedliche Lehrkr\u00e4fte auf unterschiedliche Weise unterrichten sehen und meine Rolle als zuk\u00fcnftige Lehrkraft ausprobieren. Dabei sind wahrscheinlich nicht nur mir, sondern insbesondere den Sch\u00fcler*innen meine f\u00fcr Frankreich untypische Art zu unterrichten, aufgefallen \u2013 kein Frontalunterricht, sondern mehr Methodenvielfalt, Partizipation und Interaktion.<br \/>\nUnd auch wenn franz\u00f6sischen Schulen nachgesagt wird, dass die Lehrkr\u00e4fte sehr autorit\u00e4r unterrichten und mit den Sch\u00fcler*innen umgehen, habe ich gelernt, dass es entscheidend ist, wie diese Autorit\u00e4t umgesetzt wird. Deutsche und franz\u00f6sische Schulkulturen k\u00f6nnten viel voneinander lernen&#8230;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikant:innen<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Vorbereitung<\/strong><\/em><br \/>\n1 Jahr lang vorher<\/p>\n<p><strong><em>Praktikumssuche<\/em><\/strong><br \/>\nFreundin hat mich vermittelt<\/p>\n<p><em><strong>Wohnungssuche<\/strong><\/em><br \/>\nLeboncoin.fr<br \/>\nAirbnb.fr<\/p>\n<p><em><strong>Versicherung<\/strong><\/em><br \/>\nKrankenversicherung: ADAC<br \/>\nUnfallversicherung: ADAC<br \/>\nPrivate Haftpflichtversicherung: Huk Coburg<br \/>\nFormalit\u00e4ten vor Ort<\/p>\n<p><em><strong>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung<\/strong><\/em><br \/>\nLa banque postale<\/p>\n<p><strong><em>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/em><\/strong><br \/>\nHalle Tropisme<br \/>\nPic Saint Loup<br \/>\nMarch\u00e9 des Arceaux<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Erfahrungsbericht kann eine Bereicherung insbesondere f\u00fcr Studierende mit Kind(ern) sein. 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