{"id":1895,"date":"2025-10-16T07:01:17","date_gmt":"2025-10-16T05:01:17","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=1895"},"modified":"2025-09-22T12:22:26","modified_gmt":"2025-09-22T10:22:26","slug":"biologie-forschungen-in-paris","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2025\/10\/16\/biologie-forschungen-in-paris\/","title":{"rendered":"Biologie-Forschungen in Paris"},"content":{"rendered":"<p>Die Arbeitsgruppe, in der ich mein Praktikum absolviert habe, wird von zwei PIs geleitet und besteht ansonsten vor allem aus PhD-Studierenden. Trotz des eher jungen Teams greifen die Mitarbeitenden auf einen breiten Erfahrungsschatz zur\u00fcck, da einer der beiden PIs bereits seit 1994 als PI arbeitet.<!--more--> Das Labor ist modern eingerichtet und verf\u00fcgt \u00fcber die neuesten Tools zum Erforschen des Modellorganismus Drosophila melanogaster. Alles was ich w\u00e4hrend meines Praktikums an Arbeitsmaterial ben\u00f6tigt habe, wurde mir auf der Stelle zur Verf\u00fcgung gestellt oder auf schnellstm\u00f6glichem Wege bestellt. Ich hatte alle zwei Wochen einen Progress Report, bei dem mein Supervisor mich dabei unterst\u00fctzt hat, mein Projekt voranzubringen. Wir mussten das Protokoll f\u00fcr meine Experimente mehrmals anpassen, da sich w\u00e4hrend der Experimente neue Fragen aufgetan haben. Auch bei R\u00fcckfragen zwischendrin stand mir seine T\u00fcr immer offen. Ich konnte aber auch jede andere Person in der Arbeitsgruppe um Hilfe bitten oder bekam Fragen beantwortet. Ich habe schon f\u00fcr meine Bachelorarbeit mit dem Modellorganismus Drosophila melanogaster gearbeitet, aber die Zusammenarbeit mit so vielen verschiedenen Leuten mit unterschiedlichen Erfahrungen und Wissen hat mir noch einmal einen viel tieferen Eindruck gew\u00e4hrt. Manche Protokolle liefen hier anders ab und ich konnte die f\u00fcr mich beste Variante festlegen. Wenn ich Vorschl\u00e4ge hatte, wurden sie mit Interesse aufgenommen und es entstanden eine Menge Gespr\u00e4che mit den PhD-Studierenden, mit denen ich meine Erfahrungen ausgetauscht habe. Moderne Setups erleichterten einige Teilschritte meiner Experimente und sparten so eine Menge Zeit. Wenn ich meine Arbeitsgruppe an der Freien Universit\u00e4t zur\u00fcckkehre, kann ich vielleicht bei einigen Setups, die wir gerade etablieren und die ich in meinem Praktikum bereits verwendet habe, behilflich sein. Gleichzeitig habe ich bereits mit einem Setup in Berlin gearbeitet, das hier noch neu war, sodass ich bei der Einweihung behilflich sein konnte.<\/p>\n<p>Die ganze Zeit \u00fcber wurde mir das Gef\u00fchl gegeben hier willkommen zu sein und dass man viel auf meine bisherigen Erfahrungen gab. Wir haben unsere Arbeit verglichen und Gemeinsamkeiten gefunden und konnten einander hilfreiche Tipps geben. Die Arbeitsgruppe r\u00fchmt sich mit einem hohen Output qualitativ sehr hochwertiger wissenschaftlicher Arbeit. Es werden regelm\u00e4\u00dfig Paper in renommierten Fachzeitschriften ver\u00f6ffentlicht. Von der Expertise und Erfahrung der Mitarbeitenden hier konnte ich sehr profitieren. Daf\u00fcr wird von den Mitarbeitenden und auch von mir nat\u00fcrlich sehr viel Flei\u00df und genaues Arbeiten erwartet. Wer in dieser Arbeitsgruppe arbeitet und beispielsweise einen PhD hier macht, auf die oder den wartet viel Arbeit, die aber so gut wie immer dann von Erfolg gekr\u00f6nt ist.<\/p>\n<p>Die Arbeitsgruppe ist sehr angesehen und bekannt. Dennoch blieb auch mal Zeit f\u00fcr gemeinsame Aktivit\u00e4ten. Die Arbeitsgruppe ist vor kurzem in ein neues Geb\u00e4ude gezogen. In der N\u00e4he gibt es eine Menge Restaurants. Jeden Tag wurde die Mittagspause gemeinsam verbracht und daf\u00fcr vorher die Umgebung unsicher gemacht, um sich eine leckere und meistens recht g\u00fcnstige Mahlzeit zu organisieren. In Paris gibt es eine Menge Verg\u00fcnstigungen f\u00fcr Studierende; mehrere Restaurants und Imbisse bieten Studierenden-Men\u00fcs an. F\u00fcr Menschen unter 26 gibt es h\u00e4ufig verg\u00fcnstigten Eintritt in Museen und Kinos. Paris hat mehr als 150 Museen und wundersch\u00f6ne Sehensw\u00fcrdigkeiten, viele weltber\u00fchmt. Trotz der Menge an Arbeit habe ich mir am Wochenende immer die Zeit genommen mir diese anzusehen oder mit den Kolleginnen und Kollegen die Stadt unsicher zu machen. Drei Monate waren nicht einmal ansatzweise genug Zeit, um mir alles anzusehen.<\/p>\n<p>Es ist allerdings wichtig zu bedenken, dass die Lebenserhaltungskosten, allein die Miete, wirklich sehr teuer ist, noch deutlich teurer als in Berlin, wenn man nicht gerade sehr viel Gl\u00fcck hat. Ich habe vor dem Praktikum viel angespart. F\u00fcr die Miete sollte mindestens mit 900 Euro f\u00fcr ein WG-Zimmer gerechnet werden, wenn geplant wird in Paris direkt zu wohnen und in keinem der angrenzenden Bezirke. Die Miete schwankt wie in Berlin von Bezirk zu Bezirk. Ich habe sehr nah (halbe Stunde Fu\u00dfweg) am ESPCI gewohnt. Die ESPCI (\u00c9COLE SUP\u00c9RIEURE DE PHYSIQUE ET DE CHIMIE INDUSTRIELLES DE LA VILLE DE PARIS) ist eine Hochschule in der 10 Labore aus den Bereichen Physik, Chemie und Biologie forschen. Soweit ich mitbekommen habe, sind die meisten von ihnen offen f\u00fcr studentische Praktika. Ich kann die ESPCI als Anlaufstelle bei der Praktikumssuche nur empfehlen. Ich habe hier sehr viel gelernt, ein Netzwerk mit sehr klugen K\u00f6pfen gekn\u00fcpft und neue Freundschaften geschlossen. Meine Masterarbeit kann auf dem aufbauen, was ich hier an Ergebnissen gesammelt habe.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikant:innen<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Vorbereitung<\/strong><\/em><br \/>\nIn Bibliotheken kann man sich Reisef\u00fchrer ausleihen. Das fand ich sehr hilfreich, um einen kleinen Eindruck der 20 unterschiedlichen Bezirke in Paris zu bekommen<\/p>\n<p><em><strong>Beantragung Visum<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Nicht vonn\u00f6ten. Meine Betreuerin von der Freien Universit\u00e4t ist mit dem Flugzeug angereist, um sich meine Pr\u00e4sentation anzusehen. Sie brauchte nicht einmal ihren Reisepass, der Personalausweis hat gereicht. Frankreich geh\u00f6rt zum Schengen-Raum.<\/p>\n<p><em><strong>Praktikumssuche<\/strong><\/em><br \/>\nZumindest was das ESPCI angeht, kann man die Arbeitsgruppen einfach mit einer kleinen Email-Bewerbung anschreiben. Ansonsten k\u00f6nnte es sich lohnen sich Paper anzusehen von Themen, an denen man interessiert ist und die Arbeitsgruppen, die diese Paper ver\u00f6ffentlicht haben, anzuschreiben. Oder Konferenzen besuchen falls m\u00f6glich, auf denen man bereits pers\u00f6nlich mit den PIs in Kontakt treten kann.<\/p>\n<p><em><strong>Wohnungssuch<\/strong><strong>e<\/strong><\/em><br \/>\nDas war f\u00fcr mich das schwierigste Thema und ich habe auch nicht die beste L\u00f6sung gefunden. Ich w\u00fcrde sagen, fangt damit so fr\u00fch wie m\u00f6glich an. Ich habe mir eine Airbnb-Wohnung gesucht, w\u00fcrde das aber nicht weiterempfehlen.<\/p>\n<p><em><strong>Versicherung<\/strong><\/em><br \/>\nDer DAAD! Kann ich nur weiterempfehlen! Einfach, g\u00fcnstig, komplett unproblematisch.<\/p>\n<p><strong>Formalit\u00e4ten vor Ort<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Telefon-\/Internetanschluss<\/strong><\/em><br \/>\nInternetanschluss war in meiner Wohnung vorhanden. Das wird von Unterkunft zu Unterkunft unterschiedlich sein.<\/p>\n<p><em><strong>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung<\/strong><\/em><br \/>\nIch konnte \u00fcberall mit meiner normalen DEBIT-Karte der Deutschen Bank bezahlen. Ihr solltet euch allerdings Bargeld mitnehmen. Es kann sein, dass ihr keine Waschmaschine habt (so war es bei mir und das ist wohl h\u00e4ufiger der Fall was ich so geh\u00f6rt habe) und die meisten Waschsalons nehmen nur Bargeld. F\u00fcr den Trockner ben\u00f6tigt ihr M\u00fcnzen. An den ATM m\u00fcsst ihr Geb\u00fchren zahlen.<\/p>\n<p><strong>Alltag\/Freizeit<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/em><\/strong><br \/>\nMuseen, Sehensw\u00fcrdigkeiten, an jeder Ecke Caf\u00e9s und Restaurants, Kinos die Filme auf Englisch anbieten, tolle Parks zum Spazieren gehen und joggen. Einfaches Mieten von Fahrr\u00e4dern, ansonsten ein klasse Personennahverkehr. Was ich empfehlen kann ist vom Eifelturm zum Triumphbogen zu laufen. Eine halbe Stunde Fu\u00dfweg, an der Seine lang und \u00fcber die Avenue des Champs-\u00c9lys\u00e9es. Es ist zu jeder Tages-und Nachzeit etwas los. Einkaufen kann man noch locker bis 22 Uhr, auch sonntags.<\/p>\n<p><strong><em>Sonstiges<\/em><\/strong><br \/>\nKauft nicht bei Monoprix. Das ist der teuerste Laden. Carrefour oder Franprix sind mittelpreisig, da kann man gut hingehen. Aber nicht zu Carrefour express, das ist wieder teurer als der normale Carrefour. In Paris gibt es mehrere Lidl, das Sortiment ist da sehr \u00e4hnlich zu unserem. Da ist es am g\u00fcnstigsten Solltet ihr im Restaurant Fleisch bestellen, bestellt es nicht well done, das macht der Koch nicht \ud83d\ude09 Medium ist \u00e0 point.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Arbeitsgruppe, in der ich mein Praktikum absolviert habe, wird von zwei PIs geleitet und besteht ansonsten vor allem aus PhD-Studierenden. 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