{"id":1911,"date":"2025-11-29T07:00:38","date_gmt":"2025-11-29T06:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=1911"},"modified":"2025-12-19T14:08:57","modified_gmt":"2025-12-19T13:08:57","slug":"biochemie-praktikum-an-der-universitaet-kopenhagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2025\/11\/29\/biochemie-praktikum-an-der-universitaet-kopenhagen\/","title":{"rendered":"Biochemie-Praktikum an der Universit\u00e4t Kopenhagen"},"content":{"rendered":"<p>Von Sommer 2024 bis Winter 2025 habe ich im Rahmen eines Erasmus+ Praktikums \u00fcber sechseinhalb Monate in Kopenhagen verbracht, wo ich im Rahmen eines Forschungsprojekts in der Proteinbiochemie an der Universit\u00e4t Kopenhagen t\u00e4tig war. Nachdem ich die ersten drei Monate bereits die d\u00e4nische Hauptstadt erkundet und erlebt hatte, m\u00f6chte ich im Folgenden meine Erlebnisse und Erfahrungen der darauffolgenden drei Monate n\u00e4her beleuchten.<!--more--><br \/>\nDie Anreise von Berlin nach Kopenhagen gestaltet sich mit der Bahn denkbar unkompliziert. Lediglich in Hamburg sollte man einen gro\u00dfz\u00fcgigeren Zeitpuffer f\u00fcr den Umstieg einplanen. Die Eurocity- Verbindung selbst ist komfortabel und besonders bei fr\u00fchzeitiger Buchung preislich attraktiv. Die Abteile bieten eine angenehme Atmosph\u00e4re, die zwanglose Gespr\u00e4che mit Mitreisenden f\u00f6rdert. Da ich mich zu diesem Zeitpunkt bereits gut in Kopenhagen eingelebt hatte, stand f\u00fcr mich jedoch die Anreise nicht mehr im Fokus.<br \/>\nMein Wohnort, ein modernes Studierendenwohnheim, erwies sich als idealer Ort, um schnell Kontakte zu internationalen Studierenden zu kn\u00fcpfen, vor allem zu solchen die nicht meinem Fachgebiet angeh\u00f6rten. Besonders die gemeinsamen Abende in der Wohnheimsk\u00fcche waren eine Bereicherung.<br \/>\nZus\u00e4tzlich bot das Erasmus-Netzwerk Kopenhagen (ESN Cph) zahlreiche Gelegenheiten, Freundschaften zu schlie\u00dfen und gemeinsam die d\u00e4nische Hauptstadt und das Umland zu erkunden. Diese neu gewonnenen Bekanntschaften waren ein willkommener Ausgleich zum Arbeitsalltag und erm\u00f6glichten es mir, mich in der fremden Umgebung schnell heimisch zu f\u00fchlen. Daher kann ich jedem w\u00e4rmstens empfehlen, sich mit den lokalen Erasmus Student Networks zu befassen und zumindest ein paar mal die Treffen zu besuchen. Durch einen geregelten Arbeitsablauf und den R\u00fcckhalt eines aufbauenden sozialen Umfelds gelang die Integration in Kopenhagen zunehmend m\u00fchelos. Die anf\u00e4ngliche Herausforderung, sich in einer fremden Stadt mit neuer Sprache und Kultur zurechtzufinden, wurde f\u00fcr mich immer mehr zu einem Gef\u00fchl der Vertrautheit. F\u00fcr mich war besonders die d\u00e4nische Weihnachtszeit mit ihren Traditionen und<br \/>\nFeierlichkeiten ein Erlebnis. Auch im Arbeitsumfeld fand ich mich immer besser zurecht und sch\u00e4tzte das kollegiale Klima im Labor und B\u00fcro bis zum Ende sehr.<\/p>\n<p>29<br \/>\nMein Praktikum konzentrierte sich auf das Forschungsprojekt, das ich bereits in der ersten Phase meines Erasmus-Aufenthalts gemeinsam mit meinem Laborpartner begonnen hatte. In den folgenden Monaten lag der Schwerpunkt auf der Weiterf\u00fchrung dieser Arbeit und der detaillierten Analyse der gewonnenen Daten \u2013 diesmal mit getrennten Aufgaben, die uns eine weiterfl\u00e4chige Abdeckung des Themenbereichs erm\u00f6glichten. Die Planung und Organisation neuer Experimente r\u00fcckte dabei verst\u00e4rkt in den<br \/>\nVordergrund. Diese F\u00e4higkeit, strukturiertes Projektmanagement, hatte ich mir als wesentliches Lernziel f\u00fcr meinen Auslandsaufenthalt gesetzt und konnte sie in dieser Zeit ausbauen. Wissenschaftliche Recherchen blieben essenziell f\u00fcr die Konzeptentwicklung, und der kontinuierliche Austausch mit meinem Laborpartner war eine wertvolle Unterst\u00fctzung. Nach der Einarbeitungsphase im Sp\u00e4tsommer gestaltete sich die Durchf\u00fchrung neuer Versuche im Winter nun routinierter und ich profitierte von der etablierten Freiheit in der pers\u00f6nlichen Arbeitsorganisation. Wie bereits zu Beginn meines vorherigen Forschungsprojekts konnte ich auf Labormethoden aus vorherigen Praktika und dem Grundstudium zur\u00fcckgreifen und meine praktischen Fertigkeiten festigen.<br \/>\nRegelm\u00e4\u00dfige Besprechungen mit unserem Betreuer, f\u00fcr die wir kurze Pr\u00e4sentationen vorbereiteten, waren ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags und trugen ma\u00dfgeblich zum Fortschritt des Projekts bei.<br \/>\nVergleichend zu meiner ersten Einsch\u00e4tzung nach der H\u00e4lfte des Praktikums, best\u00e4tigte sich meine Wahrnehmung bez\u00fcglich der Herausforderungen in der Forschung: Viele Dinge im Laboralltag werden auf jeden Fall nicht so funktionieren wie man sich es davor vorstellt, jedoch lernt man als Wissenschaft betreibender Mensch schnell, mit diesen R\u00fcckschl\u00e4gen umzugehen.<br \/>\nAuch gr\u00f6\u00dfere Fehler in der Projektplanung sind gut m\u00f6glich, weshalb es wichtig ist, sich nicht zu dogmatisch an urspr\u00fcngliche Vorstellungen zu klammern. Daher finde ich, dass dieses Projekt meine Frustrationstoleranz im Umgang mit langfristigen Vorhaben sp\u00fcrbar gest\u00e4rkt hat.<\/p>\n<p>Ich bleibe bei meiner Einsch\u00e4tzung, dass Kopenhagen eine sehr lebenswerte Stadt ist, mit gro\u00dfartigem \u00f6ffentlichen Nahverkehr, guter Erreichbarkeit aller Orte per Fahrrad mit exzellenten Radwegen (defintiv Kauf- \/ Leihempfehlung im Sommer!) und einem tollen Nachtleben.<br \/>\nMan kommt defintiv gut in kurzer Zeit von einem Ort zum n\u00e4chsten und alles f\u00fchlt sich sicher, sauber und angenehm an. Besonders erw\u00e4hnen m\u00f6chte ich die (sich saisonal ver\u00e4ndernden) Angebote in B\u00e4ckereien an tollen Backwaren, die Gr\u00fcnanlagen und die Badekultur, auch bei kalten Temperaturen.<br \/>\nInsgesamt hat mich der Erasmusaufenthalt in Kopenhagen pers\u00f6nlich und professionell weit voran gebracht. Zum Ende meiner Zeit habe ich mich wie zu Hause gef\u00fchlt und gleichzeitig konnte ich wie nie zuvor Einfluss auf mein Forschungsprojekt nehmen und selbst viele Dinge ansto\u00dfen. Die gesteigerte Eigeninitiative, die ich entwickeln konnte, erstreckte sich auch auf mein Leben au\u00dferhalb des Labors, da man sich in einer fremden Stadt nicht auf bestehende Freundeskreise und Netzwerke verlassen kann.<br \/>\nIch konnte viele tolle Menschen kennen lernen und neben der d\u00e4nischen Kultur viel \u00fcber viele andere europ\u00e4ische und internationale Kulturen lernen!<br \/>\nIch habe das Gef\u00fchl, dass diese Zeit meine pers\u00f6nlichen Sichtweisen auf Internationalit\u00e4t und was es hei\u00dft Europ\u00e4er zu sein nochmal ge\u00e4ndert hat. Von daher kann ich jedem w\u00e4rmstens ein Auslandspraktikum in Kopenhagen in der Proteinbiochemie empfehlen. Dabei m\u00f6chte ich jedoch auf den Mietenmarkt und die hohen Lebenshaltungskosten in der Stadt hinweisen (und ganz nebenbei den omnipr\u00e4senten Wind). Davon abschrecken lassen sollte man sich aber m\u00f6glichst nicht, denn insbesondere im Sommer ist die Stadt eine der lebenswertesten St\u00e4dte die ich kennenlernen durfte. Ich bin \u00fcberaus dankbar, dass mir das Erasmus+ Stipendium diese Zeit erm\u00f6glichen konnte und hoffe, dass diese F\u00f6rderung auch weiteren Generationen von Studierenden erhalten bleibt, da sie meiner Meinung nach die europ\u00e4ische Integration f\u00f6rdert und den Stipendiaten eine gro\u00dfe pers\u00f6nliche Weiterbildung erm\u00f6glicht, welche sicher Europa und ihrem Heimatland zugute kommt!<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikant:innen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vorbereitung<\/strong><br \/>\n<strong>Gen\u00fcgend Vorlaufzeit einplanen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Praktikumssuche<\/strong><br \/>\nOnline-Angebote der jeweiligen Universit\u00e4ten durchforsten, manchmal sind interessante Gruppen etwas versteckt, es lohnt sich!<\/p>\n<p><strong>Wohnungssuche<\/strong><br \/>\nMit hohen Kosten rechnen, wenn m\u00f6glich in ein Studierendenwohnheim ziehen, nur im Notfall auf Angebote der universit\u00e4tsnahen Stiftung f\u00fcr Wohnungen zur\u00fcckgreifen da teuer, nicht auf Betrug auf Facebook hereinfallen, wenn m\u00f6glich Kontakte in der Stadt f\u00fcr Wohnungsbesichtigungen in Anspruch nehmen<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><br \/>\nRegenkleidung mitnehmen! Es wird einen Gro\u00dfteil der Zeit entweder\u00a0 regnen oder danach aussehen; sonst viel Wind erwarten<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><br \/>\nAnmeldung bei den d\u00e4nischen Beh\u00f6rden schnell abschlie\u00dfen, da mit einer CPR-Nummer Vorteile kommen; Registrierung geht sehr schnell<\/p>\n<p><strong>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/strong><br \/>\nGro\u00dfe Dichte an Backereien mit \u00e4u\u00dferst hochqualitativem Geb\u00e4ck, Caf\u00e9s, Bars, Parks in und um Kopenhagen<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><br \/>\nAngebote des ESN Copenhagen nutzen! Vernetzung mit anderen Erasmus-Studierenden lohnt sich<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Sommer 2024 bis Winter 2025 habe ich im Rahmen eines Erasmus+ Praktikums \u00fcber sechseinhalb Monate in Kopenhagen verbracht, wo ich im Rahmen eines Forschungsprojekts in der Proteinbiochemie an der Universit\u00e4t Kopenhagen t\u00e4tig war. 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