{"id":1957,"date":"2026-01-14T07:00:44","date_gmt":"2026-01-14T06:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=1957"},"modified":"2026-01-09T12:05:32","modified_gmt":"2026-01-09T11:05:32","slug":"als-fremdsprachenassistentin-frankreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2026\/01\/14\/als-fremdsprachenassistentin-frankreich\/","title":{"rendered":"Als Fremdsprachenassistentin in Frankreich"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend meines Einsatzes als Fremdsprachenassistentin konnte ich wertvolle p\u00e4dagogische Erfahrungen sammeln, sowohl im Unterricht als auch im Austausch mit den Lehrkr\u00e4ften und Sch\u00fcler*innen. Besonders dankbar war ich f\u00fcr die Unterst\u00fctzung meiner Kolleginnen und Kollegen, die mir mit gro\u00dfem Engagement zur Seite standen. Sie gaben mir regelm\u00e4\u00dfig Feedback zu meinen geplanten Aktivit\u00e4ten, machten Vorschl\u00e4ge zur Verbesserung und nahmen sich Zeit f\u00fcr den fachlichen Austausch. Das hat mir nicht nur inhaltlich geholfen, sondern mir auch das Gef\u00fchl gegeben, ein gesch\u00e4tztes Mitglied des Teams zu sein.<!--more--><\/p>\n<p>Im Unterricht habe ich eine Vielzahl an Aktivit\u00e4ten durchgef\u00fchrt, die sowohl sprachliche als auch kulturelle Aspekte abdeckten. So habe ich Pr\u00e4sentationen \u00fcber Deutschland im Allgemeinen und \u00fcber Berlin im Speziellen gehalten. Dar\u00fcber hinaus habe ich Rollenspiele vorbereitet, bei denen die Sch\u00fcler*innen einfache Alltagssituationen auf Deutsch \u00fcben konnten. Besonders beliebt waren Spiele und Gespr\u00e4chsanl\u00e4sse rund um deutsche Feiertage wie Weihnachten und Silvester. Auch kulturelle Br\u00e4uche und landestypische Traditionen waren oft Thema. Erg\u00e4nzend dazu habe ich bei Unterrichtseinheiten mitgewirkt, die sich an den offiziellen Lehrpl\u00e4nen orientierten \u2013 beispielsweise bei Themen zur deutschen Geschichte oder Gesellschaft.<\/p>\n<p>Die Zusammenarbeit mit meiner Betreuungslehrkraft war sehr angenehm und produktiv. Sie stimmte sich regelm\u00e4\u00dfig mit mir ab, besprach mit mir, welche Inhalte in den n\u00e4chsten Stunden behandelt werden sollten, und gab mir dann die Freiheit, diese in eigene Unterrichtseinheiten umzusetzen. In vielen F\u00e4llen habe ich die Stunde eigenst\u00e4ndig vorbereitet und durchgef\u00fchrt oder einzelne Teile moderiert und angeleitet. Diese Verantwortung hat mir zun\u00e4chst etwas Respekt eingefl\u00f6\u00dft \u2013 besonders, da ich nicht damit gerechnet hatte, so fr\u00fch eigenst\u00e4ndig unterrichten zu m\u00fcssen.<br \/>\nR\u00fcckblickend war das aber ein gro\u00dfer Gewinn, denn es hat mich fachlich und pers\u00f6nlich wachsen lassen.<\/p>\n<p>Die Sch\u00fcler*innen, mit denen ich gearbeitet habe, waren zwischen 12 und 18 Jahre alt und somit sowohl am Coll\u00e8ge als auch am Lyc\u00e9e angesiedelt. Die sprachlichen Niveaus lagen \u00fcberwiegend im Bereich A1 bis gutes A2, wobei das Interesse am Deutschlernen stark variierte. Am Coll\u00e8ge habe ich eine deutlich h\u00f6here Motivation und Freude am Unterricht gesp\u00fcrt. Viele der Sch\u00fcler*innen waren intrinsisch motiviert und offen f\u00fcr die deutsche Sprache und Kultur. Am Lyc\u00e9e war die Motivation mitunter etwas geringer, doch durch kreative Ans\u00e4tze kann das Interesse geweckt werden.<\/p>\n<p>Au\u00dferhalb des regul\u00e4ren Unterrichts gab es nur wenige Aktivit\u00e4ten, meist in Form von Museumsbesuchen, bei denen ich die Sch\u00fcler*innen begleitet habe. Dennoch haben auch diese Gelegenheiten dazu beigetragen, den Kontakt zu st\u00e4rken und den Unterrichtsinhalt lebendig zu machen.<\/p>\n<p>Mein Alltag bestand haupts\u00e4chlich aus der Vorbereitung des Unterrichts, Recherchen sowie allt\u00e4glichen Aufgaben wie dem Einkaufen. Die Einkaufsm\u00f6glichkeiten lagen in der Regel etwa 20 Minuten Fu\u00dfweg entfernt, was manchmal etwas m\u00fchsam war \u2013 vor allem, weil der n\u00e4chstgelegene Supermarkt eine eher begrenzte Auswahl hatte und zudem teurer war als die anderen L\u00e4den.<\/p>\n<p>Um mich einzuleben, habe ich versucht, aktiv auf Kolleginnen und Kollegen zuzugehen und Kontakte zu kn\u00fcpfen. Mit ein, zwei Kolleg*innen habe ich mich regelm\u00e4\u00dfig getroffen, wir sind zusammen in die Stadt gefahren und haben gemeinsam etwas unternommen. Auch der Austausch mit anderen Fremdsprachenassistent*innen hat mir sehr geholfen, mich vor Ort wohlzuf\u00fchlen.<\/p>\n<p>F\u00fcr zuk\u00fcnftige FSA kann ich nur empfehlen, offen auf Menschen zuzugehen, sei es bei einem Spaziergang, im Caf\u00e9 oder im Park. Wer gerne liest, kann sich einem Buchclub anschlie\u00dfen, und wer sportlich ist, findet vielleicht \u00fcber ein Fitnessstudio Anschluss. Solche Orte sind ideale Gelegenheiten, um mit Einheimischen ins Gespr\u00e4ch zu kommen und Freundschaften aufzubauen.<\/p>\n<p>Offenheit, Eigeninitiative und ein bisschen Geduld helfen dabei, sich schnell einzuleben und die Zeit vor Ort wirklich zu genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Alles in allem wurde meine Erwartung an die Rolle der FSA in vielerlei Hinsicht \u00fcbertroffen. Ich hatte nicht nur die M\u00f6glichkeit, praktische Lehrerfahrung zu sammeln, sondern bekam auch einen tiefen Einblick in das franz\u00f6sische Schulsystem, in interkulturelle Kommunikation und in das konkrete Arbeiten mit heterogenen Lerngruppen.<br \/>\nBesonders wichtig war f\u00fcr mich die Erkenntnis, dass der Lehrer*innenberuf tats\u00e4chlich das Richtige f\u00fcr mich ist. Die Erfahrung hat meinen Berufswunsch best\u00e4rkt und mir gezeigt, dass ich mit Freude, Kreativit\u00e4t und Engagement einen echten Beitrag leisten kann.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikant:innen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vorbereitung<\/strong><\/p>\n<p>Da mein Sprachniveau zu Beginn nur auf A2 lag, habe ich im Vorfeld besonders intensiv an meinen Franz\u00f6sischkenntnissen gearbeitet. Neben dem Sprachenlernen gab es nat\u00fcrlich auch viele organisatorische Aufgaben, die vor der Abreise erledigt werden mussten. Ich habe mich um alle notwendigen Versicherungen gek\u00fcmmert, Dokumente zusammengetragen und gleichzeitig meine Wohnung in Deutschland untervermietet, um finanziell abgesichert zu sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Beantragung Visum<\/strong><\/p>\n<p>War bei mir nicht n\u00f6tig<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Praktikumssuche<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe von meiner Uni \u00fcber das Programm erfahren<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wohnungssuche<\/strong><\/p>\n<p>Mir wurde ein Zimmer in einer Dienstwohnung gestellt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Versicherung<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe ein Versicherungspaket bei der DAAD abgeschlossen (Reise-;Haft- und Krankenversicherung)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><strong>Formalit\u00e4ten vor Ort<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Telefon-\/Internetanschluss<\/strong><\/p>\n<p>In Frankreich kriegt man g\u00fcnstige Sim-Karten mit monatlichem Internet und Anruf flat ( mein Tarif hat nur 20\u20ac f\u00fcr 300GB im Monat gekostet + Anruf Flat)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung<\/strong><\/p>\n<p>Ich musste ein franz\u00f6sisches Bankkonto er\u00f6ffnen, das ich allerdings nie benutzt habe, dies war auch nicht teuer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><strong>Alltag\/Freizeit<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt ganz viele Bars und Caf\u00e9s im Zentrum von Paris und etliche Restaurants. Die Museen kann ich euch auch nur ans Herz legen, vor allem das Mus\u00e9e d\u2019Orsay.<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><\/p>\n<p>Bleibt positiv und offen und genie\u00dft all die Eindr\u00fccke, die auf euch einprasseln werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend meines Einsatzes als Fremdsprachenassistentin konnte ich wertvolle p\u00e4dagogische Erfahrungen sammeln, sowohl im Unterricht als auch im Austausch mit den Lehrkr\u00e4ften und Sch\u00fcler*innen. Besonders dankbar war ich f\u00fcr die Unterst\u00fctzung meiner Kolleginnen und Kollegen, die mir mit gro\u00dfem Engagement zur Seite standen. 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