{"id":234,"date":"2020-01-21T14:39:34","date_gmt":"2020-01-21T13:39:34","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=234"},"modified":"2024-02-21T17:06:12","modified_gmt":"2024-02-21T16:06:12","slug":"daf-praktikum-in-norwegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2020\/01\/21\/daf-praktikum-in-norwegen\/","title":{"rendered":"DaF-Praktikum in Norwegen"},"content":{"rendered":"<p>Das 4-monatige DaF-Praktikum in Troms\u00f8 ist tats\u00e4chlich eine wundersch\u00f6ne Erfahrung gewesen, wo ich viel Neues dazugelernt, viele Leistungen erbracht, viele nette Leute kennengelernt und viel Spa\u00df gehabt habe. Ich erinnere mich noch daran, dass viele <!--more-->meiner Mitstudierenden sich geweigert haben, das Herbst- bzw. Wintersemester in einer Stadt n\u00f6rdlich des Polarkreises zu verbringen. Haupts\u00e4chlich hatten sie Angst vor der K\u00e4lte, der Dunkelheit und den hohen Lebenskosten. Aus meiner eigenen Erfahrung stelle ich zun\u00e4chst fest, dass es nicht extrem kalt in Troms\u00f8 ist; doch im Winter schneit es h\u00e4ufig und heftig. Wer sich f\u00fcr die Schneelandschaft oder den Schneesport interessiert, dem wird Troms\u00f8 unbedingt gefallen. Man erlebt in Troms\u00f8 die Polarnacht \u2013 d.h. das Sonnenlicht gibt es ab Ende Nov. nicht mehr. In \u201eewiger Dunkelheit\u201c ger\u00e4t die Stadt jedoch nicht, da sie mit vielerlei Lampen bzw. Laternen beleuchtet wird. Das Nordlicht, das in diesem Gebiet deutlich h\u00e4ufiger vorkommt, ist au\u00dferdem ein exklusiver Vorteil. Aber leider sind die Lebenskosten (Wohnen und Essen) in dieser nordnorwegischen Stadt ziemlich hoch: ich habe aus verschiedenen Gr\u00fcnden kein Zimmer im Studentenwohnheim bekommen, was bei mir zu h\u00f6heren monatlichen Ausgaben gef\u00fchrt hat. Dieses Problem habe ich mit den Koordinatoren in der Praktikumseinrichtung besprochen. In n\u00e4chster Zukunft m\u00f6gen den kurzzeitigen Praktikanten auch g\u00fcnstige Unterk\u00fcnfte angeboten werden.<\/p>\n<p>An der Einrichtung studieren inzwischen nur etwa halb so viele Studierende wie an der FU, sodass man mit kleineren Lernergruppen (weniger als 10 Teilnehmer) rechnen kann. Im Herbstsemester 2019 gab es 2 Lehrveranstaltungen in Bezug auf DaF f\u00fcr mich. Der Grundkurs DaF-Syntax II (B1-B2), wobei ich im Prinzip nur hospitieren musste, besch\u00e4ftigte sich mit 3 Sprachlernthemen: Infinitivphrasen, Tempora und Konjunktiv. Darin wurde zudem die deutsch-norwegische Sprachkomparatistik (betrifft nur bokm\u00e5l, im Folgenden auch so gemeint) auch mit einbezogen. Ich sollte nicht nur beobachten, wie diese grammatischen Ph\u00e4nomene in Norwegen unterrichtet wurden, sondern auch darauf aufpassen, wie die \u00c4hnlichkeiten sowie die Unterschiede zwischen Deutsch und Norwegisch \u2013 einer westgermanischen und einer nordgermanischen Sprache \u2013 zu behandeln waren. Der Kurs hat sich mit der Grammatik sowie den sprachkomparatistischen Nuancen sehr ausf\u00fchrlich auseinandergesetzt. Auch auf meine Fragen \u00fcber die norwegische Sprache hat die Dozentin detailliert geantwortet. Die norwegischen Studenten haben dabei gro\u00dfes Interesse an der deutschen Sprache gezeigt und st\u00e4ndig \u00fcber das Gelernte reflektiert. Sie haben sich ums Sprachlernen bem\u00fcht, sodass am Ende die optimalen Lernergebnisse erzielt worden sind.<\/p>\n<p>Die andere Lehrveranstaltung war der DaF-Einf\u00fchrungskurs (A1), der allen Studierenden bzw. Forschern an der Einrichtung zur Verf\u00fcgung stand. Der wurde auch mehrsprachig gef\u00fchrt: vor allem auf Deutsch und Englisch, ggf. auch auf Norwegisch. Die Unterrichtseinheiten dauerten jeweils 135 Minuten (Zwischenpausen nicht eingeschlossen), i.e. 50% l\u00e4nger als der herk\u00f6mmliche 90-min\u00fctige Unterricht. Die Teilnehmer daran waren entweder Nullanf\u00e4nger, die sich f\u00fcr die deutsche Sprache und Kultur interessierten, oder diejenigen, die in der Schule Deutsch als zweite Fremdsprache gelernt haben. Die Dozentin war wie immer sehr hilfsbereit, wenn ich Fragen \u00fcber Unterrichtsvorbereitung bzw. Materialauswahl hatte oder bei der Unterrichtsdurchf\u00fchrung auf irgendein Problem stie\u00df. Ihre interaktiven didaktischen Methoden konnten sehr effektiv das Lerninteresse der Teilnehmenden erwecken und haben mich zur Gestaltung von meinem eigenen Lehrstil inspiriert. Zudem haben die Lernenden im Kurs mich \u00e4u\u00dferst beeindruckt: Sie waren wirklich begeistert vom Deutschlernen und selbstmotiviert und wurden kaum von den grammatischen Schwierigkeiten frustriert; ihre aktive Teilhabe, ihr starkes Engagement und ihre ehrlichen Feedbacks haben mir erm\u00f6glicht, vielf\u00e4ltige didaktische Ans\u00e4tze auszuprobieren. Sie freuten sich immer auf neue W\u00f6rter, Redewendungen sowie grammatische Regeln, weshalb ich au\u00dferhalb der Unterrichtsstunden mit ihnen noch sehr viel dar\u00fcber geredet habe. Dabei habe ich bemerkt, dass ihre Sprachf\u00e4higkeiten dadurch allm\u00e4hlich erweitert wurden. Zum Schluss haben sie gesagt, dass sie mit diesem Kurs \u201emega zufrieden\u201c waren und viel gelernt haben. Da ist mein Leistungsbewusstsein gestiegen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus habe ich die Chance wahrgenommen, einen Norwegischkurs auf Niveau A1 f\u00fcr internationale Studierende und Praktikanten zu belegen. Die Norwegischkenntnisse haben mir einerseits beim Erlernen bzw. Verstehen der norwegischen Sprache und Kultur geholfen. Andererseits konnte ich dank dieses Kurses nachvollziehen, warum manche Teilnehmer im A1-Kurs die gleichen merkw\u00fcrdigen Fehler gemacht haben. Daher konnte ich die A1-Lernenden besser lehren, indem ich z.B. sie auf einige typische \u201efalsche Freunde\u201c hinwies und ihnen die Unterschiede erkl\u00e4rte.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich bedanke ich mich herzlich auch bei meiner fachlichen Betreuerin f\u00fcr ihre Unterst\u00fctzung. Sie ist immer dazu bereit, Hilfe anzubieten sowie Ratschl\u00e4ge zu geben. Ohne ihre Bem\u00fchungen w\u00e4re alles wohl nicht so reibungslos gelaufen: Sie hat mir beispielsweise viele Hinweise gegeben, als die norwegische Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde (Abk. auf Norwegisch: UDI) mir das Leben erschwert hat; auch sie hat mir viel \u00fcber die norwegische Sprache sowie Kultur erz\u00e4hlt, damit ich mit einer neuen fremden Kultur angemessen bzw. rational umgehen und bei der Unterrichtsdurchf\u00fchrung die interkulturellen Faktoren besser ber\u00fccksichtigen konnte. Dank ihrer Hilfe haben sich meine interkulturellen Kompetenzen verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Im Gro\u00dfen und Ganzen w\u00fcrde ich sagen, dass dieses DaF-Praktikum an der Einrichtung in Troms\u00f8 eine ausgezeichnete Gelegenheit f\u00fcr die DaF-Studierenden ist. Man kann seine didaktischen Kenntnisse sowie F\u00e4higkeiten dadurch vertiefen, dass man das Gelernte in die Praxis umsetzt. Selbstverst\u00e4ndlich l\u00e4sst sich die Chance nutzen, die norwegische Sprache zu lernen und das interkulturelle Verst\u00e4ndnis zu f\u00f6rdern. Ich w\u00fcrde meine DaF-Praxis in\u00a0Troms\u00f8 als ein wunderbares Abenteuer bezeichnen und m\u00f6chte anderen Interessierten so eine ideale Praktikumsm\u00f6glichkeit auf jeden Fall empfehlen.<\/p>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikanten<\/strong><br \/>\n<strong>Vorbereitung<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Lehrwerke in Deutschland besorgen: Delfin Teil 1 (Hueber); Lern- und \u00dcbungsgrammatik DaF (Duden)<\/li>\n<li>ein bisschen norwegische Sprachkenntnisse erwerben<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Praktikumssuche<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>die Semesterzeiten beachen (Fr\u00fchlingssemester: Anfang Jan. \u2013 Mitte Jun.; Herbstsemester: Mitte Aug. \u2013 Mitte Dez.)<\/li>\n<li>m\u00f6glichst fr\u00fch Kontakt aufnehmen<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Wohnungssuche<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>m\u00f6glichst fr\u00fch mit der Wohnungssuche anfangen<\/li>\n<li>Studentenheim mag nicht verf\u00fcgbar sein<\/li>\n<li>evtl. auf Airbnb u.a. zur\u00fcckgreifen<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Versicherung<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Gesundheitskarte bzw. EHIC gilt in Norwegen<\/li>\n<li>Privathaftpflichtversicherung ist selbst abzuschlie\u00dfen<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Wasserdichte Antirutsch-Schuhe dabeihaben &#8211; Es kann ab Ende Okt. beginnen zu schneien; der Boden ist daher sehr rutschig<\/li>\n<li>Schulspikes sind auch eine L\u00f6sung dazu<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Formalit\u00e4ten vor Ort<\/strong><br \/>\n<strong>Telefon-\/Internetanschluss<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>auf Roaming-Geb\u00fchren aufpassen oder eine vertragslose Prepaidkarte mit Roamingdaten nutzen \u2013 es ist unn\u00f6tig, mit Telenor u.a. neue Vertr\u00e4ge zu schlie\u00dfen.<\/li>\n<li>keine Sorgen um Internetzugang &#8211; kaum eine Wohnung ohne Highspeed-WLAN in Troms\u00f8<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Man braucht kein norwegisches Bankkonto neu zu er\u00f6ffnen.<\/li>\n<li>\u00dcberall kann man mit Visa oder MasterCard bezahlen \u2013 sogar in den Mensen.<\/li>\n<li>max. 1000 NOK Bargeld mithaben \u2013 mehr braucht man nicht<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Durchs App Troms Mobillett lassen sich elektronische Fahrkarten kaufen.<\/li>\n<li>das App Troms Reise nutzen &#8211; Bushaltestellen findet man nicht auf Google Maps<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Alltag\/Freizeit<\/strong><br \/>\n<strong>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Nordlicht auf Kval\u00f8ya<\/li>\n<li>die Eismeerkathedrale<\/li>\n<li>\u00dcberblick \u00fcber die Stadt auf den Fjellheisen<\/li>\n<li>Planetariet<\/li>\n<li>Skilaufen im Winter<\/li>\n<li>Wal-Safari<br \/>\n&#8230;und mehr<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Nerstranda und Jekta Storsenter \u2013 zwei Kaufzentren<\/li>\n<li>Caf\u00e9 Ris\u00f8 \u2013 eines der besten Caf\u00e9s in der Stadt<\/li>\n<li>Mack \u2013 die n\u00f6rdlichste Brauerei weltweit<br \/>\n&#8230;und mehr<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bildquelle: privat<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das 4-monatige DaF-Praktikum in Troms\u00f8 ist tats\u00e4chlich eine wundersch\u00f6ne Erfahrung gewesen, wo ich viel Neues dazugelernt, viele Leistungen erbracht, viele nette Leute kennengelernt und viel Spa\u00df gehabt habe. 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