{"id":312,"date":"2020-02-21T11:51:00","date_gmt":"2020-02-21T10:51:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=312"},"modified":"2024-02-21T17:14:25","modified_gmt":"2024-02-21T16:14:25","slug":"psychologie-praktikum-in-jerusalem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2020\/02\/21\/psychologie-praktikum-in-jerusalem\/","title":{"rendered":"Psychologie-Praktikum in Jerusalem"},"content":{"rendered":"<p>Das Praktikum habe ich in meinem letzten Master Semester gemacht. F\u00fcr mich war es ein toller Abschluss der universit\u00e4ren Ausbildung. Ich habe von dem Programm von einer befreundeten Mitstudentin erfahren. Obwohl mein Master einen klinischen Schwerpunkt hat, habe ich mich f\u00fcr eine T\u00e4tigkeit an der Einrichtung entschieden, da dort Englisch als Arbeitssprache genutzt wird.<!--more--><\/p>\n<p>Schlie\u00dflich habe ich einen Praktikumsplatz in einem Labor gefunden. Die Forschung konzentriert sich auf zwischenmenschliche Regulationsmechanismen, und Bindungen beziehungsweise behaviorale- und physiologische Synchronit\u00e4t in Dyaden. Vor allem die Interaktion von M\u00fcttern und Kleinkindern wird untersucht, ich war jedoch in einem Projekt zu romantischen Bindungen t\u00e4tig. F\u00fcr mich hat es besser gepasst, da ich schon vorher Erfahrungen in der psychologischen Paartherapie sammeln konnte.Das Team bestand haupts\u00e4chlich aus <em>research assistants<\/em>, also Bachelor Studierenden, die ein Forschungsmodul absolvieren mussten. Dar\u00fcber hinaus gab die Leitung, ein paar Studierende im Master- und zwei w\u00e4hrend des PhD. Ich war in meiner Arbeitsgestaltung \u00fcberaus frei und flexibel. Haupts\u00e4chlich habe ich mich mit der Leiterin und einer der PhD Studentinnen koordiniert. Bei Bedarf haben wir in bestimmten Projekten <em>research assistants<\/em> dazu geholt, trainiert und die Arbeit in der Gruppe aufgeteilt. Meine Hauptt\u00e4tigkeit war in einem laufenden Experiment zum Thema Speed Dating. F\u00fcr eine neue experimentelle Welle haben wir Teilnehmende rekrutiert und Daten erhoben. Bereits bestehende Daten habe ich mit MatLab und R analysiert, Aufnahmen der Vokalisation mittels der Software PRAAT. Inhaltlich fokussierte sich meine Arbeit auf die Analyse von synchronem Verhalten, wozu ein MatLab Skript angepasst und ausgef\u00fchrt werden musste. Es ist geplant, dass die Ergebnisse des Praktikums in einem Paper ver\u00f6ffentlicht werden. Deshalb habe ich beim Schreiben des Manuskripts f\u00fcr das Paper geholfen. Die meiste Interaktion im Team gab es w\u00e4hrend der w\u00f6chentlichen Meetings, in denen aktuelle Projekte und Probleme besprochen wurden. Manchmal wurde auch ein themenrelevantes Paper vorgestellt. Zudem besuchte ich die w\u00f6chentliche Vortragsreihe des Instituts. Dort stellen interne und externe Referent*innen ihre aktuelle Forschung vor. Eine weitere spannende M\u00f6glichkeit war der Besuch zweier Konferenzen in Jerusalem. Diese waren zum Thema &#8222;Connections and Communication in the Human Brain&#8220; und &#8222;Deconstructing and Reconstructing Consciousness&#8220;. Der Besuch der Konferenzen war fakultativ und selbstorganisiert. Insgesamt hatte ich w\u00e4hrend des Praktikums viele Freir\u00e4ume, so dass ich eigenst\u00e4ndig inhaltliche Schwerpunkte setzen konnte und musste. Da ich meine Arbeitszeit selbstbestimmt einteilen konnte, war es kein Problem, mehrmals Besuch zu bekommen. Ich habe mich dazu entschieden, nicht in den Studierendenwohnheimen zu wohnen, da diese sehr weit au\u00dferhalb liegen. In meiner WG konnte ich zudem auch Israelis in meinem Alter kennenlernen, die mir auch bei allt\u00e4glichen Fragen gut weiterhelfen konnten. Das w\u00fcrde ich auf jeden Fall wieder so machen.<\/p>\n<p>Israel ist ein wirklich spannendes und tolles Land. Politische Spannungen gab es auch w\u00e4hrend meines Praktikums, jedoch war mein Alltag davon so gut wie gar nicht beeinflusst. Im Vergleich zu Tel Aviv ist Jerusalem meiner Erfahrung nach vielseitiger und sch\u00f6ner. Die Ruhe und das Stillstehen des Verkehrs am Wochenende (Freitag und Samstag) war nach dem Leben in Berlin ungewohnt, aber es gibt trotzdem M\u00f6glichkeiten, die Zeit gut zu nutzen.<\/p>\n<p>Das ERASMUS+ weltweit Programm war eine bereichernde Erfahrung und ich kann es in vollen Z\u00fcgen weiter empfehlen.<\/p>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikanten<\/strong><br \/>\n<strong>Vorbereitung<\/strong><br \/>\nEs empfiehlt sich, vorher mit Supervisor*in und\/oder Mentor*in per skype oder Telefon zu sprechen, um Punkte der Vorbereitung gemeinsam zu kl\u00e4ren. Inhaltlich ist es sinnvoll, wissenschaftliche Artikel zum Thema des Praktikums zu lesen.<\/p>\n<p><strong>Praktikumssuche<\/strong><br \/>\nIch habe mir per Mail an Forschungsgruppen an der Einrichtung gewandt und mich initiativ auf einen Praktikumsplatz beworben.<\/p>\n<p><strong>Wohnungssuche<\/strong><br \/>\nViele Angebote gibt es in Facebook Gruppen, wie Secret Jerusalem, \u05e1\u05d0\u05d1\u05dc\u05d8 \u05d9\u05e8\u05d5\u05e9\u05dc\u05d9\u05dd | Sublet Jerusalem, \u05d3\u05d9\u05e8\u05d5\u05ea \u05de\u05e4\u05d4 \u05dc\u05d0\u05d5\u05d6\u05df oder Sublet &#8211; \u05e1\u05d0\u05d1\u05dc\u05d8 \u05d7\u05d3\u05e8\u05d9\u05dd\/ \u05d3\u05d9\u05e8\u05d5\u05ea<\/p>\n<p><strong>Versicherung<\/strong><br \/>\nIch hatte eine Zusatzversicherung der TK (envivas), aber es gibt auch ein komplett Angebot zur Auslandsversicherung vom DAAD.<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><br \/>\nBei der Praktikumseinrichtung muss man einen Sicherheitscheck passieren. Daf\u00fcr am besten den Reisepass zur Identifikation mitbringen.<\/p>\n<p><strong>Formalit\u00e4ten vor Ort<\/strong><br \/>\n<strong>Telefon-\/Internetanschluss<\/strong><br \/>\nWIFI in ist in der Einrichtung vorhanden, auch ohne Nutznamen und Passwort. Israelische SIM Karten sind g\u00fcnstig und empfehlenswert, in meinem Fall habe ich eine einmonatige PrePaid Karte, mit Telefon- und SMS Flat und 20GB f\u00fcr 90 NIS bekommen.<br \/>\n<strong><br \/>\nBank\/Kontoer\u00f6ffnung<\/strong><br \/>\nDas war bei mir nicht n\u00f6tig, alles lief per Visa Card. Eine \u00dcberweisung au\u00dferhalb der EU kostete in meinem Fall ca. 30 Euro.<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><br \/>\nDen \u00f6ffentlichen Nahverkehr nutzt man \u00fcber eine gr\u00fcne Karte namens Rav Kav. Die kann man meist an central bus stations oder kleinen Telefonshops kaufen. In Jerusalem kann man diese an Stationen der Stra\u00dfenbahn aufladen oder an Schaltern des nationalen Busunternehmens Egged (auch z.B. an der Central Bus Station). Auch Monatskarten kann man f\u00fcr 213 NIS erwerben.<\/p>\n<p><strong>Alltag\/Freizeit<br \/>\nAusgehm\u00f6glichkeiten<\/strong><br \/>\nBars: HaTaklit und BeerBazaar auf dem Souk Mahane Yehuda<br \/>\nEssen: Viele M\u00f6glichkeiten auf der Aza Street in Rehavya, Ben Sira Hummus<br \/>\nCaf\u00e9s: Tmol Shilshom<br \/>\n<strong><br \/>\nSonstiges<\/strong><br \/>\nDie Einrichtung verf\u00fcgt \u00fcber einen tollen botanischen Garten &#8211; empfehlenswert f\u00fcr Ruhepausen.<br \/>\nW\u00e4hrend des Shabbats (Freitag Nachmittag bis Samstag Abend) gibt es keinen \u00d6PNV in Jerusalem, au\u00dfer den arabischen Bussen in Ost Jerusalem. Wenn man \u00fcber das Wochenende verreisen will, am besten schon Donnerstag Abend den Bus oder Zug nehmen und Samstag Abend zur\u00fcck kommen.<\/p>\n<p>Bildquelle: privat<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Praktikum habe ich in meinem letzten Master Semester gemacht. F\u00fcr mich war es ein toller Abschluss der universit\u00e4ren Ausbildung. Ich habe von dem Programm von einer befreundeten Mitstudentin erfahren. 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