{"id":490,"date":"2021-02-11T10:52:39","date_gmt":"2021-02-11T09:52:39","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=490"},"modified":"2024-02-21T17:34:56","modified_gmt":"2024-02-21T16:34:56","slug":"laborpraktikum-in-frankreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2021\/02\/11\/laborpraktikum-in-frankreich\/","title":{"rendered":"Laborpraktikum in Frankreich"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen meines Masterstudiums sind drei verschiedene Forschungspraktika von jeweils 12 Wochen vorgesehen. Eines dieser Praktika wollte ich daf\u00fcr nutzen, um ein anderes Land mit seinen Bewohnern und der zugeh\u00f6rigen Kultur kennenzulernen. <!--more-->Au\u00dferdem wollte ich meine Englisch-Kenntnisse verbessern, da gerade in der Forschung Englisch die vorrangige Sprache ist. Deswegen plante ich anfangs einen Aufenthalt in England. Da dieser kurzfristig aufgrund der dortigen Corona-Lage abgesagt wurde, habe ich mich f\u00fcr ein Partnerlabor in Grenoble (Frankreich) entschieden. Anfangs hat es mich sehr abgeschreckt, da mein Franz\u00f6sisch nur sehr elementar war. Im Nachhinein bin ich f\u00fcr diese Erfahrung aber sehr dankbar. Ich habe gelernt, dass es gar nicht so schlimm ist, aus seiner Komfortzone herauszukommen und bin so \u00fcber mich hinausgewachsen.<\/p>\n<p>Zwei Wochen bevor mein Laborpraktikum angefangen hat, bin ich bereits nach Grenoble gereist und habe die Zeit genutzt, mich gem\u00fctlich in meiner kleinen Wohnung einzurichten (es sind einige Pflanzen bei mir eingezogen), mir ein Fahrrad zuzulegen und die Gegend zu erkunden. Das hat mir sehr geholfen, mich an die neue Situation zu gew\u00f6hnen und mich einzuleben.<\/p>\n<p>An meinem ersten Praktikumstag wurde ich von meiner gesamten Arbeitsgruppe empfangen (sogar ein Mitarbeiter im Urlaub kam vorbei, um mich kennenzulernen) und wir haben gemeinsam einen Kaffee getrunken und mir wurde das Projekt erneut erl\u00e4utert und die R\u00e4umlichkeiten gezeigt.<\/p>\n<p>In meiner Arbeitsgruppe wurde ich super freundlich aufgenommen. Jeder war stark bem\u00fcht, dass ich mich auf der Arbeit, aber auch in meinem neuen Zuhause wohl f\u00fchlte. Bereits in der ersten Woche wurde ich von einem Arbeitskollegen eingeladen, damit ich seine Familie und typisch franz\u00f6sisches Essen kennenlerne. Auch meine Chefin lud mich zu sich nach Hause ein, damit wir in gem\u00fctlicher Atmosph\u00e4re meine Ergebnisse besprechen konnten.<\/p>\n<p>Der Laboralltag entsprach einem normalen Alltag, wie ich ihn bereits aus anderen Laboren kannte. Ich habe aber viel in Richtung Mikroskopie gelernt.<\/p>\n<p>\u00dcber eine Facebook-Gruppe f\u00fcr englischsprachige Personen in Grenoble habe ich mehrere nette Menschen kennengelernt. Leider musste dieser Kontakt durch den Lockdown eingestellt werden. Mit einer Person bin ich aber \u00fcber die sozialen Medien in Kontakt geblieben.<\/p>\n<p>Ganz besonders gef\u00e4llt mir das Lebensgef\u00fchl hier in Grenoble. Ich habe das Gef\u00fchl, dass die Menschen hier sehr stark ihr Leben genie\u00dfen und die Freizeit gerne mit Freunden in Caf\u00e9s und Bars verbringen. Besonders gefallen hat mir der Wochenmarkt. Dieser findet jeden Tag der Woche, au\u00dfer montags, statt und bietet eine riesige Auswahl an frischem Obst, Gem\u00fcse, Fleisch, Fisch und nat\u00fcrlich auch Wein und K\u00e4se. Au\u00dferdem wurde ich \u00fcberall stets freundlich empfangen. F\u00fcr mich war es eine absolut neue Erfahrung, beim Betreten eines Supermarktes vom Personal freundlich begr\u00fc\u00dft zu werden.<\/p>\n<p>Die Anschaffung eines Fahrrads war eine sehr gute Entscheidung. Der Arbeitsweg ist mir dadurch gleich viel einfacher gefallen. In Grenoble hat fast t\u00e4glich die Sonne geschienen und der Ausblick auf die Berge ist einfach atemberaubend. Ich werde auf jeden Fall wieder nach Grenoble kommen, um nochmal das Leben, die Menschen und besonders auch die Berge au\u00dferhalb der Corona-Pandemie kennenzulernen und meine Arbeitskollegen wiederzutreffen.<\/p>\n<p>Mir hat das Leben allein in einem fremden Land, mit einer mir eher fremden Sprache sehr viel Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein beschert. Ich kann jedem empfehlen, sich dieser Herausforderung zu stellen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikanten<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vorbereitung<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund der Corona-Pandemie war es mir nicht m\u00f6glich mein Praktikum in Frankreich langfristig vorzubereiten. Circa 2 Monate vor dem Start bekam ich die Zusage von meiner Praktikumsstelle und danach musste viel B\u00fcrokratisches erledigt werden. Da Praktikanten in Frankreich eine Verg\u00fctung bekommen, sollte man sich fr\u00fchzeitig um alles k\u00fcmmern, da die finanziellen Mittel beantragt werden m\u00fcssen und Vertr\u00e4ge zwischen dem Institut, Fachbereich, der Forschungsgruppenleiterin und dem Praktikanten geschlossen werden m\u00fcssen. Auf Nachfrage hat mir meine Arbeitsgruppe verschiedene Paper zu meinem Forschungsthema geschickt. Somit konnte ich mich schon einmal in die Thematik einarbeiten.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Praktikumssuche<\/strong><\/p>\n<p>Durch den Kontakt mit einem anderen Labor, dass sich auch mit dem Toxoplasma gondii Parasiten besch\u00e4ftigt, wurde mir der Kontakt zu meiner Praktikumsstelle vermittelt. Nachdem ich mich durch die Abstracts verschiedener Paper der Arbeitsgruppe gelesen hatte und ein Skype-Meeting stattgefunden hat, musste sich &#8222;nur&#8220; noch um die Formalit\u00e4ten gek\u00fcmmert werden.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Wohnungssuche<\/strong><\/p>\n<p>Die Wohnungssuche ist mir relativ schwergefallen. Da ich ziemlich kurzfristig (2 Monate vorher) angefangen habe, meine Unterkunft zu suchen, war ein Studentenheim schon ausgebucht. Leider kann ich sonst auch die Studentenheime in Grenoble nicht empfehlen, da diese nicht auf ausl\u00e4ndische Praktikanten eingestellt sind. H\u00e4ufig m\u00f6chten sie franz\u00f6sische B\u00fcrgen haben oder man muss \u00fcber eine externe Firma einen B\u00fcrgen &#8222;kaufen&#8220;. Das hei\u00dft, man schickt all seine Kontoausz\u00fcge und erwarteten Eink\u00fcnfte an die Firma und die b\u00fcrgen f\u00fcr einen. Daf\u00fcr muss man prozentuelle Anteile von der Miete auch an die Firma zahlen. Anderen Studentenheimen war meine Aufenthaltsdauer zu kurz oder ich zu alt. F\u00fcndig bin ich bei einem &#8222;Apparthotel&#8220; (Privilodges) geworden. Mir war es sehr wichtig mein eigenes Badezimmer zu haben. Dies bekam ich dort und auch eine kleine eigene K\u00fcche. In der Miete waren alle Kosten enthalten (z.B. Strom, Wasser und Internet). Somit musste ich mich gl\u00fccklicherweise nicht damit besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Versicherung<\/strong><\/p>\n<p>Im Vorfeld habe ich mich um diverse Versicherungen gek\u00fcmmert. Bei Unterzeichnung des Mietvertrags musste ich eine Hausratsversicherung vorweisen. Au\u00dferdem habe ich eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, die von meiner regul\u00e4ren Krankenkasse angeboten wurde.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Formalit\u00e4ten vor Ort<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Telefon-\/Internetanschluss<\/strong><\/p>\n<p>Durch das Europ\u00e4ische Roaming-Abkommen, konnte ich weiterhin meinen deutschen Handyvertrag nutzen. Das Internet war bereits in meiner Unterkunft vorhanden und wurde monatlich \u00fcber die Miete abgerechnet.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung<\/strong><\/p>\n<p>Da in Frankreich auch mit dem Euro bezahlt wird, gibt es keine Probleme mit dem Geldwechsel. Au\u00dferdem ist es \u00fcblich, mit der Kreditkarte zu bezahlen, z.B. auch auf dem Wochenmarkt.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Sonstiges<\/strong><\/p>\n<p>Es lohnt sich auf jeden Fall sich ein Fahrrad anzuschaffen. Dadurch ist man viel mobiler und flexibler. F\u00fcr die Tage mit schlechtem Wetter empfehle ich eine Monatskarte f\u00fcr die \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel zu kaufen. Die Kosten daf\u00fcr k\u00f6nnen teilweise von der Praktikumsstelle \u00fcbernommen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Alltag\/Freizeit<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/strong><\/p>\n<p>Zu Anfang meines Aufenthalts war ein unbeschwertes Ausgehen noch m\u00f6glich. Daf\u00fcr hat sich das Viertel &#8222;Championnet&#8220; sehr gut geeignet. Dort befinden sich viele kleine Bars und Restaurants. Leider hat sich das durch die Corona-Pandemie nach kurzer Zeit ge\u00e4ndert, die Bars und Restaurants wurden geschlossen und es herrschte ein Ausgehverbot.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Sonstiges<\/strong><\/p>\n<p>Es ist auf jeden Fall sehr wichtig, ein paar Brocken Franz\u00f6sisch zu sprechen. Gerade beim B\u00e4cker oder im Restaurant wird erwartet, dass man auf Franz\u00f6sisch bestellt. Es ist nicht so schlimm, wenn es nicht ganz fehlerfrei ist. Die Franzosen wissen es aber sehr zu sch\u00e4tzen, wenn man sich die M\u00fche macht. Ich hatte vier Jahre franz\u00f6sisch in der Schule. Da das aber schon einige Jahre her ist, hat mir besonders die F\u00e4higkeit f\u00fcr Small Talk gefehlt. Geholfen hat mir eine Sprachlernapp. Au\u00dferdem findet man bei Facebook verschiedene Sprachlerngruppen, die sich locker in der Freizeit im Park oder Caf\u00e9 treffen und ein wenig auf Franz\u00f6sisch reden und somit die Sprachkenntnisse verbessern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen meines Masterstudiums sind drei verschiedene Forschungspraktika von jeweils 12 Wochen vorgesehen. 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