{"id":529,"date":"2021-07-27T11:15:59","date_gmt":"2021-07-27T09:15:59","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=529"},"modified":"2024-02-22T11:26:44","modified_gmt":"2024-02-22T10:26:44","slug":"forschungspraktikum-in-daenemark","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2021\/07\/27\/forschungspraktikum-in-daenemark\/","title":{"rendered":"Forschungspraktikum in D\u00e4nemark"},"content":{"rendered":"<p>Mein f\u00fcnfmonatiges Praktikum in D\u00e4nemark verlief trotz Einschr\u00e4nkungen im Laboralltag wegen der Pandemie gut und ich konnte mein Labor-Projekt erfolgreich abschlie\u00dfen. W\u00e4hrend der f\u00fcnf Monate konnte ich einen tiefen Einblick in die biomedizinische Forschung in Lyngby gewinnen und meine fachlichen Kenntnisse im Labor vertiefen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Durch mein Projekt hatte ich die M\u00f6glichkeit, an der Entwicklung bzw. Testung von in dem Labor entwickelten Antik\u00f6rpern mitzuarbeiten: Diese Antik\u00f6rper sind Teil eines neuartigen Ansatzes, konventionelle Gegengifte gegen Vergiftungen durch Schlangenbisse durch im Labor entwickelte, effektivere und kosteng\u00fcnstigere humane Antik\u00f6rper zu ersetzen. Im n\u00e4chsten Schritt werden die Antik\u00f6rper in Costa Rica im Mausmodell getestet. In meinem Masterstudiengang wird ein gro\u00dfer Fokus auf die praktische Ausbildung im Labor gelegt und wir k\u00f6nnen aus vielen unterschiedlichen Fachrichtungen w\u00e4hlen. F\u00fcr mein letztes Praktikum im Master hatte ich deswegen nach einem biotechnologischen Praktikum mit Fokus auf Antik\u00f6rperentwicklung gesucht. Vier Monate vor meinem gew\u00fcnschten Praktikumsbeginn habe ich mich per Mail beworben und sehr schnell die M\u00f6glichkeit bekommen, mich mit dem Professor selbst und zwei seiner Doktoranden per Videochat zu unterhalten, um ein spannendes Projekt f\u00fcr meinen Aufenthalt zu erarbeiten. Zu Beginn des Praktikums habe ich eine theoretische Einf\u00fchrung in mein Projekt bekommen und mich selbst\u00e4ndig in das Thema \u201aSchlangenbisse und Gegenmittel\u2018 eingelesen. Das Labor nimmt regelm\u00e4\u00dfig ERASMUS+ oder Direktaustausch Praktikanten auf, weswegen ich schnell in die Arbeitsabl\u00e4ufe eingef\u00fchrt wurde. Das Laborteam ist au\u00dferdem auch sehr gut darin, internationale Neuank\u00f6mmlinge in die Gruppe zu integrieren und ich wurde direkt von Anfang an auch zu Freizeitaktivit\u00e4ten eingeladen. Leider waren die (Freizeit-)M\u00f6glichkeiten in den Wintermonaten aufgrund der Pandemie sehr beschr\u00e4nkt und umso wichtiger waren die \u201aHigh Impact Coffee Breaks\u2018 oder Online-Spieleabende, die Austausch \u00fcber wissenschaftliche und pers\u00f6nliche Themen m\u00f6glich gemacht haben. Besonders hilfreich waren die Tipps und Tricks der anderen internationalen Studierenden, da die administrative Arbeit, in D\u00e4nemark ein Praktikum zu machen (besonders unter Pandemiebedingungen) sehr zeitintensiv ist.<\/p>\n<p>Zuerst wurde ich im Labor in die Zellkultur und die Arbeit mit den beiden Zelllinien eingef\u00fchrt, bevor ich dann das eigentliche Experiment machen konnte. In der Zellkultur konnte ich von Anfang an sehr unabh\u00e4ngig arbeiten, die Experimente eigenst\u00e4ndig planen und selbst durchf\u00fchren. Aufgrund der Pandemie gab es Lieferschwierigkeiten bei beinahe allen ben\u00f6tigten Komponenten f\u00fcr den Versuch (Zellgef\u00e4\u00dfe, Zellen, Handschuhe, Desinfektionsmittel), doch durch Kontakte der Gruppe innerhalb der Universit\u00e4t konnten wir den Versuch trotzdem erfolgreich durchf\u00fchren. Die ersten Ergebnisse sahen leider anfangs nicht sehr vielversprechend aus, allerdings hat sich nach einer ausgiebigen Fehlersuche herausgestellt, dass die Probleme durch Temperaturschwankungen der Detektionsfl\u00fcssigkeit verursacht wurden. Nachdem dieses Problem behoben war, konnte ich die Antik\u00f6rper, die mein Betreuer in seiner Masterarbeit designt und aufgereinigt hatte, im Zellmodell testen. Alle sechs Antik\u00f6rper waren in der Lage, das Schlangengift zu binden und so die menschlichen Bindegewebszellen erfolgreich vor Vergiftungserscheinungen und Zelltod zu bewahren.<\/p>\n<p>Im gesamten Prozess wurde ich von einem Doktoranden der Arbeitsgruppe betreut und habe in der Zellkultur eine Postdoc als Ansprechpartnerin gehabt. Da das Experiment noch nicht vollst\u00e4ndig im Labor etabliert war, hat es einige Zeit und viele Diskussionen \u00fcber potenzielle Fehlerquellen gebraucht, um die anf\u00e4nglichen Probleme zu l\u00f6sen. In D\u00e4nemark sind die Hierarchien in den universit\u00e4ren Forschungseinrichtungen flacher als in Deutschland und besonders in dieser Gruppe wird von Masterstudenten auch viel Eigeninitiative erwartet, was am Anfang etwas \u00fcberfordernd war. Allerdings war es mir aber am Ende dann aber m\u00f6glich, auch viele eigene Ideen in das Projekt einzubringen und so selbst aktiv an der Forschung teilzuhaben. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meinem Praktikum, sowohl inhaltlich als auch pers\u00f6nlich habe ich viel dazugelernt und viele neue Erfahrungen gemacht.<\/p>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikanten<\/strong><\/p>\n<p><strong>Praktikumssuche<\/strong><\/p>\n<p>Viele d\u00e4nische Universit\u00e4ten zeigen aktuelle Forschung und Forschungsgruppen online, sodass man sich direkt bei den Professoren f\u00fcr ein Praktikum bewerben kann. Die d\u00e4nischen Masterstudieng\u00e4nge enthalten \u00e4hnliche Praktika, sodass meistens Level und Arbeitsaufwand gut eingesch\u00e4tzt werden.<\/p>\n<p><strong>Wohnungssuche<\/strong><\/p>\n<p>Die d\u00e4nischen Universit\u00e4ten bieten viele Wohnheim Pl\u00e4tze an, die sind aber nur teilweise billiger als die WG-Alternativen.<\/p>\n<p><strong>Versicherung<\/strong><\/p>\n<p>Wenn man als Student eine Aufenthaltsgenehmigung bekommt (auch als Europ\u00e4er n\u00f6tig) und dann sich im System registriert, wird man automatisch krankenversichert in D\u00e4nemark.<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><\/p>\n<p>In D\u00e4nemark ist die Personalnummer (CPR number) sehr wichtig. Die zu bekommen, bedeutet viel Papierarbeit und G\u00e4nge zu Beh\u00f6rden, ist aber unverzichtbar, wenn man f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit bleiben will.<\/p>\n<p><strong>Telefon-\/Internetanschluss<\/strong><\/p>\n<p>Internetanschluss ist in Studentenwohnheimen eigentlich immer \u00fcber den Vermieter geregelt. Der deutsche Handytarif gilt unter gleichen Bedingungen in D\u00e4nemark. Eine d\u00e4nische Telefonnummer kann man nur bekommen, wenn man eine Personalnummer hat.<\/p>\n<p><strong>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung<\/strong><\/p>\n<p>Eine Kontoer\u00f6ffnung in D\u00e4nemark ist sehr schwierig, da das ganze System mit der Personalnummer arbeitet und f\u00fcr Nicht-D\u00e4nen andere Bedingungen gelten (keine Nutzung der Karte im europ\u00e4ischen Ausland, Sondergenehmigung f\u00fcr Auslands\u00fcberweisungen etc.).<\/p>\n<p><strong>Alltag\/Freizeit<\/strong><\/p>\n<p>Lyngby ist eine Studentenstadt und nur 20 min mit dem Zug von Kopenhagen entfernt, dementsprechend sind die Freizeitm\u00f6glichkeiten sehr vielf\u00e4ltig. Mit dem Fahrrad ist man schnell am Meer oder an einem der drei Seen in der N\u00e4he.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein f\u00fcnfmonatiges Praktikum in D\u00e4nemark verlief trotz Einschr\u00e4nkungen im Laboralltag wegen der Pandemie gut und ich konnte mein Labor-Projekt erfolgreich abschlie\u00dfen. 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