{"id":576,"date":"2022-02-10T12:34:58","date_gmt":"2022-02-10T11:34:58","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=576"},"modified":"2024-02-22T11:34:11","modified_gmt":"2024-02-22T10:34:11","slug":"forschungspraktikum-in-schweden-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2022\/02\/10\/forschungspraktikum-in-schweden-2\/","title":{"rendered":"Forschungspraktikum in Schweden"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Bericht \u00fcber mein Erasmus Auslandsstudium soll meine Erfahrungen zusammenfassen, und Interessierten bei ihrer Entscheidung helfen. Ich habe mein Auslandsstudium im Zeitraum vom Mitte August bis Mitte November 2021 absolviert. Mein Chemie Masterstudium war zu diesem Zeitpunkt in den letzten Z\u00fcgen und es stand nur noch die Meisterarbeit aus. Trotzdem wollte ich die letzte Chance ergreifen, w\u00e4hrend meiner Studienzeit in ein anderes Land zu gehen, um eine neue Kultur, Menschen, aber auch ein neues universit\u00e4res Umfeld kennenzulernen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Vorbereitung <\/strong><\/p>\n<p>Die Vorbereitung begann im Mai 2020 mit der Bewerbung f\u00fcr das Erasmus+ Programm. Da es sich hierbei nur um eine Bewerbung f\u00fcr ein Praktikum und nicht f\u00fcr ein ganzes Auslandssemester handelt, ist die Bewerbungsfrist mit 2 Monaten vor Beginn des Praktikums sehr \u00fcberschaubar. Die Stadt Uppsala erschien mir eine gute Wahl, da sie kleiner als Berlin ist, aber dennoch nicht allzu klein. Die Universit\u00e4t pr\u00e4sentierte sich modern und mit interessanten Arbeitsgruppen. Der weitere Bewerbungsprozess verlief sehr einfach, wobei der Erasmuskoordinator der Chemie an der FU, sowie an der Gastuniversit\u00e4t sehr schnell und zuverl\u00e4ssig die Dokumente bearbeitet haben. Zur sprachlichen Vorbereitung habe ich die von der OLS angebotenen Englisch-Sprachkurse genutzt.<\/p>\n<p><strong>Anreise<\/strong><\/p>\n<p>Die Reise gestaltete sich trotz der Corona Situation als sehr einfach. Als geimpfte Person mussten keine weiteren Tests oder Quarant\u00e4ne Pflichten ber\u00fccksichtig werden und es war mir m\u00f6glich direkt von Berlin aus nach Stockholm zu fliegen und von dort aus mit dem Zug 20 min nach Uppsala weiter zu fahren.<\/p>\n<p><strong>Unterkunft im Gastland<\/strong><\/p>\n<p>Die Suche nach einer Unterkunft war nicht ganz so einfach. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in Schweden nur sehr wenig Angebote \u00fcber die klassischen \u201aWG-gesucht\u2018-Internetseiten. Von der Universit\u00e4t aus hatte ich (da ich offiziell nur Praktikantin und keine Studentin war) keinen direkten Anspruch auf einen Platz im Studentenwohnheim. Ich konnte mich lediglich auf eine Warteliste schreiben lassen. Da jedoch der Semesterstart vor der T\u00fcr stand, waren meine Chancen recht gering. Es hat dann etwas gebraucht bis ich verstanden habe, dass in Schweden noch sehr viel \u00fcber Facebook organisiert wird und es dort zahlreiche Gruppen gibt, die sich mit Uppsala housing besch\u00e4ftigen. \u00dcber solch eine Gruppe habe ich dann selbst eine Anzeige geschaltet und dann auch sehr schnell viele R\u00fcckmeldungen bekommen. Ab da ging die Wohnungssuche ganz einfach und nach ca. einer Woche hatte ich ein Zimmer f\u00fcr 500 \u20ac pro Monat. Bei meiner Wohnungswahl war mir eine gute Verkehrsanbindung zur Universit\u00e4t, aber auch zum Stadtzentrum sehr wichtige. Meine Unterkunft war sehr nah am Stadtzentrum (10 min zu Fu\u00df) und direkt neben dem Botanischen Garten. Auch das Universit\u00e4tsgeb\u00e4ude (BMC) an dem ich mein Praktikum absolviert habe war nur 1,2 km entfernt und somit sehr gut mit dem Fahrrad (5 min) oder zu Fu\u00df (15 min) zu erreichen.<\/p>\n<p><strong>Transport<\/strong><\/p>\n<p>Generell kann man die Stadt auf Grund ihrer Gr\u00f6\u00dfe sehr gut zu Fu\u00df erkunden. Ansonsten gibt es ein Busliniennetzwerk mit dem man durch ganz Uppsala fahren kann. Abends fahren die Busse unter der Woche bis ca. 1 Uhr, am Wochenende sogar bis 2:30 Uhr, so dass man auch sp\u00e4t abends noch zuverl\u00e4ssig nach Hause kommt. Ein Busticket kostet 3,30 \u20ac und ist ab dem Kauf f\u00fcr 2 stunden g\u00fcltig. Da ich selbst sehr zentral gewohnt habe, bin ich w\u00e4hren meines ganzen Aufenthaltes nur vier mal mit dem Bus gefahren und habe sonst immer das Fahrrad genommen oder bin zu Fu\u00df gegangen.<\/p>\n<p><strong>Praktikum an der Gasthochschule<\/strong><\/p>\n<p>Das Praktikum verlief sehr gut und unkompliziert. Die Tatsache, dass alle perfektes Englisch sprechen und auch alles darauf ausgelegt ist, erleichtert es sehr. Innerhalb der Arbeitsgruppe wurde ich sehr herzlich und offen empfangen und habe mich mit allen Leuten sehr gut verstanden. Wir sind des \u00d6fteren zusammen ausw\u00e4rts Mittagessen gegangen und haben so sehr viel Zeit auch au\u00dferhalb des Labors miteinander verbracht. Da Corona in Schweden zu diesem Zeitpunkt keine gro\u00dfe Rolle spielte, war das Arbeitsleben auch nicht wirklich eingeschr\u00e4nkt &#8211; es wurden zum Beispiel zu keiner Zeit Masken getragen. Die einzige Einschr\u00e4nkung war zu beginn, dass unsere Gruppen Seminare noch online stattgefunden haben. Dies hat sich dann jedoch nach einem Monat (nach dem offiziellen \u201afreedom day\u2018) auch wieder ge\u00e4ndert und wir durften uns in Pr\u00e4senz treffen.<\/p>\n<p><strong>Kompetenzen und Lernerfolge<\/strong><\/p>\n<p>Das absolvierte Forschungspraktikum hat meine fachlichen Kompetenzen auf jeden Fall ausgebaut, besonders im Bereich der elektrochemischen Untersuchungen, da diese bis zu diesem Zeitpunkt noch keine gro\u00dfe Rolle in meiner Ausbildung gespielt haben. Die Betreuung war leider durch verschiedene Umst\u00e4nde nicht ideal, was jedoch auch dazu gef\u00fchrt hat, dass ich mit einigen Problemen auf mich selbst gestellt war und somit auch nochmal mehr Erfahrung sammeln konnte. Sprachlich habe ich mich besonders in der englischen Sprache weiterentwickelt. Es f\u00e4llt mir jetzt sehr viel leichter sowohl fachliche als auch allt\u00e4gliche Konversationen zu f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Alltag und Freizeit<\/strong><\/p>\n<p>Die meisten kontakte haben sich durch das Praktikum, die Universit\u00e4t im Allgemeinen oder den WhatsApp Erasmus Gruppen ergeben. Sobald man einen kleinen sozialen kreis aufgebaut hatte, war das Konzept \u201aFreunde \u00fcber Freunde treffen\u2018 nat\u00fcrlich sehr popul\u00e4r. Ein weiterer Studentenherd stellten die sogenannten Nations dar. Dieses Konzept ist in etwa mit den deutschen \u201aBurschenschaften\u2018 zu vergleichen, jedoch ist dies in Schweden nicht so konservativ belastet wie in Deutschland. Die Nations sind offen f\u00fcr alle Studierende, die eine Nationcard besitzen. Diese kann, man kann sich f\u00fcr ein Semester f\u00fcr 30 \u20ac kaufen und dann alle 13 Nations in Uppsala nutzen. Der Vorteil ist, dass fast alle Nations ein eigenes Restaurant\/Pub\/Club besitzen, wodurch sie zu dem gr\u00f6\u00dften Mittelpunkt des studentischen leben werden. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass sowohl Essen, als auch Alkohol deutlich g\u00fcnstiger sind, als man sie sonst in Schweden bekommt (in etwa deutsche Preise). Oft werden in diesem Rahmen auch Themenabende oder spezielle Events angeboten. Die Stadt an sich ist sehr sauber, architektonisch wundersch\u00f6n und biete viele kulturelle Begegnungssta\u0308tte. Das Wetter war zu meiner Zeit sehr durchwachsen, allerdings gab es mehr sonnige Tage als ich es erwartet h\u00e4tte. Generell hat Schweden Landschaftlich sehr viel zu bieten. Besonders die Weite und die Hektar gro\u00dfen Seenlandschaften mit ihren wundersch\u00f6nen Sonnenunterg\u00e4ngen haben es mir angetan. Das direkte Umland hat auch recht viel zu bieten, so kann man beispielsweise innerhalb 1 \/12 h mit dem Bus an die Ostsee fahren, oder mit dem Zug innerhalb 30 min Stockholm erreichen \u2013 was nat\u00fcrlich ein sehr beliebtes Ausflugsziel ist.<\/p>\n<p><strong>Finanzen<\/strong><\/p>\n<p>Finanziell gesehen reicht das Geld des Erasmusstipendiums gerade um sein Zimmer zu bezahlen. Lebensmittel kosten sind circa 30-50 % teurer als in Deutschland, wodurch ein Job vor Ort, Remote oder Gespartes essenzielle wird. Besonders wenn man noch im Land reisen m\u00f6chte, muss man ein wenig in die Taschen greifen. Lebensmittel k\u00f6nnen gut bei ICA, Hemk\u00f6p, Coop oder Lidl eingekauft werden. Generell hat man in Schweden ein sehr gro\u00dfes Sortiment an veganen Produkten.<\/p>\n<p><strong>Interkulturelle Erfahrung<\/strong><\/p>\n<p>Meine Erfahrung von dem Austausch habe meine Erwartungen bei weitem \u00fcbertroffen. Ich habe sehr viele unterschiedlich Menschen kennenlernen d\u00fcrfen, die aus unterschiedlichsten Teilen Europas zusammengekommen sind. Viele neue Freundschaften wurde gekn\u00fcpft besonders mit anderen Erasmusstudierenden mit denen ich zusammen die schwedische Kultur kennenlernen durfte. Die Schweden die ich in kennenlernen durfte, waren immer sehr zuvorkommend aber doch recht sch\u00fcchtern. Nach meinem Austausch f\u00fchle ich mich wesentlich mehr als EU-Bu\u0308rger und finde es toll, dass so viele unterschiedliche Kulturen so nah beieinander in Europa sind und es kein Problem ist, von einem Land ins Andere zu reisen.<\/p>\n<p><strong>Fazit <\/strong><\/p>\n<p>Meine Erfahrung im Auslandsstudium war nur positiv. Trotz COVID war die Stadt voller Studenten und vielen Internationals, was nach 1 \u00bd Jahren \u201aCorona-Studium\u2018 einfach mal wieder sehr gutgetan hat. In meinem Studium besonders durch das Praktikum habe ich mich wissenschaftlich sehr stark entwickelt, was den Aufenthalt akademisch ebenfalls als Erfolg verbuchen l\u00e4sst. Nicht zu vergessen, sind all die sch\u00f6nen Begegnungen, die ich hatte, mit gro\u00dfartigen Menschen und besonders die, die ich jetzt zu meinen Freunden z\u00e4hlen darf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Bericht \u00fcber mein Erasmus Auslandsstudium soll meine Erfahrungen zusammenfassen, und Interessierten bei ihrer Entscheidung helfen. Ich habe mein Auslandsstudium im Zeitraum vom Mitte August bis Mitte November 2021 absolviert. Mein Chemie Masterstudium war zu diesem Zeitpunkt in den letzten Z\u00fcgen und es stand nur noch die Meisterarbeit aus. 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