{"id":599,"date":"2022-03-24T11:27:55","date_gmt":"2022-03-24T10:27:55","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=599"},"modified":"2024-02-22T11:38:56","modified_gmt":"2024-02-22T10:38:56","slug":"praktikum-im-bereich-pharmazie-in-schweden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2022\/03\/24\/praktikum-im-bereich-pharmazie-in-schweden\/","title":{"rendered":"Praktikum im Bereich Pharmazie in Schweden"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe mich im Rahmen meines Praktischen Jahrs (Pharmazie) f\u00fcr einen Auslandsaufenthalt in Schweden entschieden. Das Institut war f\u00fcr mich schon immer ein begehrtes Ziel und ich ergriff nun die M\u00f6glichkeit ein wenig in den Bereich der Forschung zu schnuppern.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ich informierte mich \u00fcber m\u00f6gliche Kontakte nach Schweden von meiner Heimatuniversit\u00e4t, kam dort leider nicht weiter. Ich recherchierte auf eigene Faust und fand einige ansprechende Arbeitsgruppen und schrieb Emails an die Gruppenleiter. Die R\u00fcckmeldung kam relativ schnell und ich entschied mich f\u00fcr eine Arbeitsgruppe. Nach einem Skype-Interview und einigen Schriftwechseln stand ein Projektplan fest und ich machte mich auf die Suche nach Finanzierungsm\u00f6glichkeiten und stie\u00df auf die M\u00f6glichkeit durch Erasmus+ eine finanzielle Unterst\u00fctzung zu erhalten. Zun\u00e4chst konzentrierte ich mich auf mein bevorstehendes Staatsexamen und widmete mich nach erfolgreichem Bestehen dem Bewerbungsprozess (ich w\u00fcrde euch raten das fr\u00fcher zu tun!)<\/p>\n<p>Ich reiste eine Woche vor Beginn meines Praktikums nach Stockholm und nutzte die Zeit um mir m\u00f6gliche WGs anzuschauen. Ich hatte Gl\u00fcck und bekam direkt meine Wunschwohnung und konnte 1 Woche sp\u00e4ter einziehen. Das Zimmer war \u201em\u00f6bliert\u201c (Bett, Stuhl und Kommode) und das Bad war mit einer Waschmaschine und einem Trockner ausgestattet. Nach 2 Monaten zog ich aus pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden um und fand eine WG-Zimmer \u00fcber erasmusu.com. Es war sehr g\u00fcnstig, aber auch weit von der Bahnstation entfernt. Ich kaufte mir ein Fahrrad (Achtung vor Betr\u00fcgern!!) und radelte ab sofort zur Arbeit.<\/p>\n<p>Mein erster Arbeitstag war sehr entspannt (1. August), denn viele Kollegen waren noch im Sommerurlaub. Ich lernte einige Kollegen bei einem Morgenkaffee kennen und wurde anschlie\u00dfend durch die Einrichtung gef\u00fchrt. Es folgte eine Sicherheitseinweisung und b\u00fcrokratische Angelegenheiten. Mir gefiel die praxisorientierte Herangehensweise sehr, da ich bereits in der ersten Woche anfing praktisch im Labor zu arbeiten. Viel Hintergrundwissen eignete ich mir durch Literaturrecherche und zur Verf\u00fcgung gestellten Schriftwerken an; bei Fragen waren die Kollegen sehr offen und hilfsbereit. Ich arbeitete mich ziemlich rasch in das Thema ein und begann immer mehr selbstst\u00e4ndig zu arbeiten. Durch w\u00f6chentliche Meetings konnte ich meine Fertigkeiten im Pr\u00e4sentieren verfeinern sowie auch wertvolle Tipps f\u00fcr das weitere Vorgehen sammeln. Neben meinem Praktikum konnte ich noch weitere Erfahrungen sammeln durch Incubator-Programme und Hackathons. Schweden hat mit seinem Innovationsdenken bereits weitere Programme entwickelt, die Personen mit naturwissenschaftlichen Fachwissen mehr in die Entrepreneur-Richtung leitet. Das gibt es in Deutschland leider noch nicht.<\/p>\n<p>Zu einem etwas anderem Thema, es gibt an der Uni einige M\u00f6glichkeiten um Mittagessen zu kaufen, jedoch bewegen sich die Preise um die 10\u20ac pro Mahlzeit. Fast alle bringen sich ihr eigenes Essen mit und man kann es in K\u00fchlschr\u00e4nken aufbewahren sowie zur Mittagszeit dann in den Mikrowellen aufw\u00e4rmen.<\/p>\n<p>Leider war die Situation durch die Corona-Pandemie ein wenig kritisch. Schweden bot dennoch im Vergleich zu Deutschland noch einige \u201eAusgeh-M\u00f6glichkeiten\u201c.<\/p>\n<p>Ich bin sehr froh, dass ich im Juli\/August mein Reise angetreten bin, sodass ich den wundersch\u00f6nen Sommer in Stockholm noch miterleben konnte. Rundum und in Stockholm sind sehr viele Seen und Badem\u00f6glichkeiten zu finden, auch viele W\u00e4lder mit M\u00f6glichkeit zum Beeren sammeln. Auch den Herbst und Winter durfte ich somit miterleben; der Herbst war teilweise sonnig aber auch grau. Im Vergleich zu Berlin sanken die Temperaturen relativ schnell. Der Winter ist sehr duster und grau, vor allem ohne Schnee. Um dagegen zu halten ist es empfehlenswert viel zu Unternehmen, damit man nicht die Motivation verliert und in den Winterschlaf f\u00e4llt. Im Dezember fiel dann auch sehr viel Schnee, was zu langen Spazierg\u00e4ngen einl\u00e4dt.<\/p>\n<p><strong>Vorbereitung<\/strong><\/p>\n<p>Informiert euch rechtzeitig (!) wie eine F\u00f6rderung m\u00f6glich ist, alle Dokumente unterschrieben zu bekommen kann ebenfalls einige Zeit kosten.<\/p>\n<p><strong>Praktikumssuche<\/strong><\/p>\n<p>Proaktiv \u201eBewerbungsemails\u201c schreiben und an die Arbeitsgruppe senden, Schweden sind sehr kommunikativ, offen und freundlich; eine Antwort kam schnell und der weitere Verlauf war unkompliziert.<\/p>\n<p><strong>Wohnungssuche<\/strong><\/p>\n<p>Da ich f\u00fcr ein unbezahltes Praktikum am Karolinska Institut angestellt war, hatte ich keinen Anspruch auf ein Zimmer im Studentenwohnheim sowie andere Studi-benefits.<\/p>\n<p>Schweden haben eine sehr lockere Lebensart, ich war bereits 6 Monate vorher in Stockholm um mir Wohnungen anzuschauen, das ist nicht \u00fcblich. Ich habe dann eine Wohnung relativ kurzfristig einen Monat vor Beginn des Praktikums gefunden.<\/p>\n<p>Zwischendurch bin ich aus pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden noch einmal umgezogen und habe eine neue Unterkunft \u00fcber erasmusu.com gefunden.<\/p>\n<p><strong>Versicherung<\/strong><\/p>\n<p>Als TK-Mitglied, die Zusatzversicherung von Envivas.<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><\/p>\n<p>Es ist sehr angenehm, dass so gut wie alle in Schweden sehr gutes Englisch sprechen, sodass eine Kommunikation nicht schwer ist. Die Schweden freuen sich jedoch, wenn man versucht sich auf ihre Sprache und somit auch die Kultur einzulassen. Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nnen Schweden anfangs etwas k\u00fchl und nicht so sozial wirken, sie brauchen einfach nur ein wenig l\u00e4nger bzw. sie haben eine andere Art dies zu zeigen.<\/p>\n<p><strong>Telefon-\/Internetanschluss<\/strong><\/p>\n<p>All-incl. In der Miete (WG-Zimmer)<\/p>\n<p><strong>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung<\/strong><\/p>\n<p>Nicht n\u00f6tig. Revolut oder N26 sollen gute Kurse f\u00fcr Geldtransfer haben<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt die M\u00f6glichkeit einer Studierendengewerkschaft beizutreten, f\u00fcr das Karolinska Institut ist es \u201eMedicinska F\u00f6reningen\u201c<\/p>\n<p>Dies war nur m\u00f6glich, da mein Gruppenleiter mir eine Best\u00e4tigung ausgestellt hat, dass ich \u201evisiting student\u201c bin und ich daher so einen Anspruch auf Studierenden-Vorteile erlangen kann (zB Verg\u00fcnstigung f\u00fcr SL-Ticket, diverse Rabatte im Einzelhandel und Restaurants)<\/p>\n<p>Es ist allgemein bekannt, dass Skandinavien \u201eteuer\u201c ist. Es empfiehlt sich nat\u00fcrlich ein wenig anzusparen um dann auch Dinge \u201eunternehmen\u201c zu k\u00f6nnen, wenn man sich im Ausland aufh\u00e4lt. Ich kann dazu sagen, dass ich ca. 1000 \u20ac im Monat inkl. Miete ausgegeben habe.<\/p>\n<p><strong>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/strong><\/p>\n<p>Durch die Corona-Pandemie waren die Clubs zwar ge\u00f6ffnet, jedoch waren die Tanzfl\u00e4chen nicht ge\u00f6ffnet und es gab \u201enur\u201c Barbetrieb. Restaurants waren ebenfalls ge\u00f6ffnet, jedoch waren Sitzpl\u00e4tze begrenzt und Abstand zwischen den Tischen gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n<p>Zum Ende meines Auslandsaufenthaltes wurde der Verkauf von Alkohol in Bars und Restaurants begrenzt, sodass nach 22 Uhr (sp\u00e4ter schon ab 20 Uhr) kein Alkohol mehr verkauft wurde.<\/p>\n<p>Ich bin gerne mit Freunden ins \u201eThe Roq\u201c gegangen, eine Spiel-Bar mit Pool, Ping-Pong und Shuffle-Board- M\u00f6glichkeiten. Au\u00dferdem war ein Arcade-Bereich vorhanden. Gerne bin ich in S\u00f6dermalm unterwegs gewesen, dort gibt es eine gro\u00dfe Auswahl. Alkohol (sowie auch alles andere) ist in Schweden \u00e4u\u00dferst kostspielig, auch kann man Alkohol nur im Systembolaget kaufen (\u00d6ffnungszeiten beachten!), daher empfehle ich, wenn m\u00f6glich, etwas aus dem Duty Free Shop mitzunehmen.<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin ein sehr kommunikativer und aktiver Mensch, daher habe ich bereits in meiner ersten Woche versucht neue Kontakte zu kn\u00fcpfen. Ich suchte bei Facebook nach Erasmus-Gruppen und wurde f\u00fcndig (ESN Erasmus Stockholm), dort wurde auch auf eine Whatsapp-Gruppe verwiesen. \u00dcber diese Gruppe habe ich ein paar Personen kennengelernt und so auch meinen Bekanntenkreis erweitert. Auch hatte ich Gl\u00fcck mit meiner Arbeitsgruppe, da viele Kollegen in meinem Alter sind und wir einiges unternehmen konnten. Viele Museen verlangen keine Eintritt und sind wirklich sehenswert !<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe mich im Rahmen meines Praktischen Jahrs (Pharmazie) f\u00fcr einen Auslandsaufenthalt in Schweden entschieden. 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