{"id":602,"date":"2022-03-24T11:53:23","date_gmt":"2022-03-24T10:53:23","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=602"},"modified":"2024-02-22T11:39:26","modified_gmt":"2024-02-22T10:39:26","slug":"praktikum-an-einem-institut-fuer-kunstgeschichte-in-frankreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2022\/03\/24\/praktikum-an-einem-institut-fuer-kunstgeschichte-in-frankreich\/","title":{"rendered":"Praktikum an einem Institut f\u00fcr Kunstgeschichte in Frankreich"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe in Paris ein sechsmonatiges Praktikum\u00a0 an einem deutschsprachigen Wissenschaftsinstitut f\u00fcr Kunstgeschichte absolviert. Das Institut ist sehr zentral im ersten Arrondissement gelegen. Ich habe dort in zwei Infrastrukturen des Hauses mitgearbeitet und unglaublich viel gelernt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ich wurde durch eine Ausschreibung im Uni-Verteiler einer Freundin auf das Praktikum aufmerksam; die Freundin leitete mir die Ausschreibung weiter. Ich hatte vor, in Frankreich \u2013 um mein Franz\u00f6sisch aufzubessern &#8211;\u00a0 ein mindestens drei-monatiges Praktikum zu absolvieren. Als Alternativen hatte ich an Institute und Museen in S\u00fcdfrankreich gedacht. Eigentlich wollte ich mir Paris nicht antun, habe mich dann aber dennoch beworben, da mir das deutschsprachige Umfeld einen seichten Einstieg f\u00fcr mein br\u00f6ckeliges Franz\u00f6sisch bieten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>In die Bewerbung an das Institut habe ich sehr viel Sorgfalt gesteckt. Schon nach zwei Wochen nach Eingang der Bewerbung bekam ich positive Resonanz. Ein Bewerbungsgespr\u00e4ch war nicht n\u00f6tig, und wie ich von vorherigen Praktikant:innen geh\u00f6rt habe, war dies auch nicht \u00fcblich. Nach der Zusage habe ich mich um die Bewerbungsschritte f\u00fcr das Erasmus+ Stipendium bem\u00fcht. Ich habe schon sehr fr\u00fch \u2013 im Juni \u2013 nach einer Wohnung geschaut und eine kostspielige aber sichere und nahgelegene Wohnung auf WG Gesucht gefunden. Man sollte Zeit, Geld und alle M\u00f6glichkeiten (Le Bon Coin, Colocation, Facebookgruppen) ausnutzen, um eine Wohnung oder ein Zimmer zu finden. Oft kostet eine Sardinenschachtel von 8qm mit Toilette auf dem Gang 550 Euro aufw\u00e4rts.<\/p>\n<p>Das Praktikum war gro\u00dfartig, ich habe mit zwei Forschungsleiterinnen gearbeitet, einerseits in der Forschungsf\u00f6rderung, was das Begleiten und Ausw\u00e4hlen von Stipendiat:innen betrifft, und andererseits bei den Deutschen Publikationen, wo ich die M\u00f6glichkeit hatte, Buchver\u00f6ffentlichungen in deutscher Sprache zu begleiten. In diesen beiden Bereichen habe ich sehr viel dazu gelernt. Das Lesen von Bewerbungen hat meinen eigenes Vorgehen beim Bewerbungsschreiben gesch\u00e4rft und der Begleitungsprozess vom Manuskript bis zum Druck wurde mir nun in allen komplexen Einzelschritten offenbart. Ich habe lektoriert, nach Bildern und Bildrechten recherchiert, Titel-, Buchcover und Layoutgestaltung begleitet. Diese Art von Verlagst\u00e4tigkeit hat mir so gut gefallen, dass ich nicht abgeneigt bin, das Publikationswesen als m\u00f6gliche Branche einer sp\u00e4teren T\u00e4tigkeit zu sehen. Vor allem habe ich neben dieser Arbeit auch umfassend f\u00fcr meine Betreuerinnen zu ihren Forschungsprojekten recherchieren k\u00f6nnen. Dadurch wurden mir einige, mir noch sehr unbekannte Forschungsfelder der Kunstgeschichte n\u00e4hergebracht, wie z.B. die brasilianische Moderne, mir noch unbekannte franz\u00f6sische K\u00fcnstler:innen oder weibliche Positionen im Surrealismus. Auch der wissenschaftliche Austausch geschieht auf Augenh\u00f6he und mit gro\u00dfem Interesse. Alle Mitarbeitenden und Forschenden sind super aufgeschlossen, hilfsbereit und interessiert. Ich selbst habe zwar neben den 35+ Stunden nicht mehr allzu viel Zeit f\u00fcr eine intensive eigene Masterrecherche gehabt, jedoch meine Literaturliste erweitern und durch Gespr\u00e4che meine Ideen nach vorne bringen k\u00f6nnen. Des Weiteren war es mir trotzdem neben dem Praktikum m\u00f6glich, an einer Hausarbeit und einem Seminar teilzunehmen, wie auch an meinem Masterkolloquium. Folglich hat mich dieses Praktikum nicht nur fachlich weitergebracht, sondern auch den Umgang im professionellen Umfeld gesch\u00e4rft und meine Kompetenzen im Zeitmanagement verbessert.<\/p>\n<p>Die Arbeitssprache war innerhalb meines B\u00fcros und auch in den Gespr\u00e4chen mit meinen Chefinnen immer deutsch. Das hat mein eigentliches Ziel, meine Franz\u00f6sischkenntnisse zu erweitern, weniger gen\u00fctzt. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich war dieser \u201eseichte\u201c Einstieg in die Sprache (Durch eher informeller Gespr\u00e4che etc.) ganz recht. Meine Kenntnisse haben sich nicht immens verbessert, aber ich habe weniger Angst, franz\u00f6sisch zu sprechen.<\/p>\n<p>Die Stadt ist f\u00fcr in Berlin-wohnende eine leichte Umstellung, aber kein Kulturschock. Meiner Meinung nach hat Paris Vor- und Nachteile. Dass das Barleben drau\u00dfen unter Heizstrahlern stattfand, machte die Stadt auch in Covid- und Winterzeiten erlebbar. Die Kultur ist reichhaltig und es gibt unendliche M\u00f6glichkeiten, Konzerte, Ausstellungen, Museen oder Theater und Kinos zu besuchen. Das ist man ebenso in Berlin gewohnt. Die Dichte der Stadt jedoch ist ungew\u00f6hnlich. Ich wohnte sehr zentral, und konnte somit die meisten Orte zu Fu\u00df erlaufen und so die Stadt erleben und erfahren. Die Luftqualit\u00e4t ist merklich schlechter und gr\u00fcne Oasen, wie in Berlin mit den Parks gegeben, sind sp\u00e4rlich. Wenn man daf\u00fcr die Zeit hat, kann man immer raus in die Natur fahren und spazieren gehen. Die Stadt ist so sch\u00f6n, dass sie zumindest mir den Winter erleichtert hat. Gro\u00dfer Unterschied zum kalten, grauen Berliner Winter.<\/p>\n<p><strong>Vorbereitung<\/strong><\/p>\n<p>Nehmt euch besonders f\u00fcr die Wohnungssuche genug Zeit. Ich kannte viele, die mit einer unsicheren Wohnungslage in das Erasmus oder Praktikum starteten und das ist echt nervig, sich damit auch noch besch\u00e4ftigen zu m\u00fcssen. Aber es ist mindestens genauso schwer hier was zu finden wie in Berlin\u2026 wirklich verflixt.<\/p>\n<p><strong>Praktikumssuche<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe die Annonce \u00fcber eine Freundin mitbekommen. Ihr k\u00f6nnt euch aber auch mal bei den Websites des Deutsch-Franz\u00f6sischen Jugendwerks umschauen (<a href=\"https:\/\/www.dfjw.org\/\">https:\/\/www.dfjw.org\/<\/a>) oder auf <a href=\"https:\/\/www.welcometothejungle.com\/fr\">https:\/\/www.welcometothejungle.com\/fr<\/a><\/p>\n<p><strong>Wohnungssuche<\/strong><\/p>\n<p>Sehr schwer: folgende Websites k\u00f6nnten helfen: <a href=\"http:\/\/www.lacartedescolocs.fr\/colocations\/fr\/ile-de-france\/paris\">www.lacartedescolocs.fr\/colocations\/fr\/ile-de-france\/paris<\/a>; <a href=\"http:\/\/www.leboncoin.fr\">www.leboncoin.fr<\/a>; <a href=\"http:\/\/www.seloger.com\">www.seloger.com<\/a>; <a href=\"http:\/\/www.pap.fr\">www.pap.fr<\/a>; <a href=\"http:\/\/www.immojeune.com\">www.immojeune.com<\/a>; www.appartager.com; <a href=\"http:\/\/www.recherche-colocation.com\/paris.html\">www.recherche-colocation.com\/paris.html<\/a><\/p>\n<p>Au\u00dferdem gibt es die M\u00f6glichgeld, Wohngeld vom franz\u00f6sischen Staat zu beantragen. Das ist aber sehr aufwendig, da man daf\u00fcr ein franz\u00f6sischen Konto und eine franz\u00f6sische Handynummer ben\u00f6tigt. Ein paar Infos dazu: <a href=\"https:\/\/www.allemagne.campusfrance.org\/wohngeld-studium-frankreich\">https:\/\/www.allemagne.campusfrance.org\/wohngeld-studium-frankreich<\/a><\/p>\n<p><strong>Versicherung<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe einfach eine einmalige Unfallversicherung f\u00fcr den Zeitraum des Praktikums abgeschlossen. Die allgemeine Krankenversicherung gilt EU-weit, sodass ich keine Zusatzversicherung abgeschlossen habe. Aber wer auf Nummer sicher gehen m\u00f6chte, kann dies tun.<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><\/p>\n<p>Seid euch bewusst, dass Paris sehr teuer ist. Essen kochen ist oft nur auf einer Herdplatte m\u00f6glich, Essen gehen startet bei acht Euro f\u00fcr ein kleines Gericht. Mittagsgerichte sind oft im Men\u00fc und g\u00fcnstiger als abends. Alkohol in Bars ist teuer, es gibt aber die App \u201eMisterGoodBeer\u201c, die auf einer Karte anzeigt, welche Happy-Hour-Preise wo gelten und g\u00fcnstig sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe in Paris ein sechsmonatiges Praktikum\u00a0 an einem deutschsprachigen Wissenschaftsinstitut f\u00fcr Kunstgeschichte absolviert. Das Institut ist sehr zentral im ersten Arrondissement gelegen. 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