{"id":676,"date":"2022-07-21T11:33:49","date_gmt":"2022-07-21T09:33:49","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=676"},"modified":"2024-02-22T11:47:40","modified_gmt":"2024-02-22T10:47:40","slug":"forschungspraktikum-im-bereich-neurowissenschaft-in-schweden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2022\/07\/21\/forschungspraktikum-im-bereich-neurowissenschaft-in-schweden\/","title":{"rendered":"Forschungspraktikum im Bereich Neurowissenschaft in Schweden"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe mein durch Erasmus gef\u00f6rdertes Master-Praktikum f\u00fcr vier Monate am Department of Clinical Neuroscience am Karolinska Institut in Stockholm, Schweden gemacht. Die Forschungsgruppe \u201ePerception Lab\u201c befasst sich dort mit dem Geruchssinn und erforscht unter anderem, wie Ger\u00fcche in klinischen und gesunden Populationen unterschiedlich wahrgenommen werden und im Gehirn verarbeitet werden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mein Forschungspraktikum habe ich dort in einem Projekt absolviert, welches sich mit Verhaltenskorrelaten in Reaktion auf positive und negative Bilder, sowie Ger\u00fcche, besch\u00e4ftigt. Hierbei interessiert es uns besonders, ob positive, negative und neutrale Stimuli sich verschieden auf die K\u00f6rperhaltung (nach vorne oder nach hinten Beugen), sowie auf den Gesichtsausdruck, auswirken. Diese Ver\u00e4nderung in der K\u00f6rperhaltung kann als ein Indikator einer Vermeidungsreaktion oder einer Ann\u00e4herungsreaktion in Bezug auf positive Bilder oder Ger\u00fcche gesehen werden. Nach einer Pilotphase mit Verhaltensdaten ist auch das Sammeln von neurowissenschaftlichen Daten (EEG) angedacht.<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im Rahmen des Projektes mit visuellen Reizen (emotionale Bilder) habe ich verschiedene Aufgaben \u00fcbernommen und unterst\u00fctzt. Zuerst war ich an der Konzeption der Studie zur visuellen Wahrnehmung beteiligt. Diese half ich theoretisch zu planen und implementierte sie, was sowohl den Umgang mit Hardware (Computer, Computer-Ports, Externe Hardware, und deren Kopplung) und Software (in diesem Fall die Experimentalsoftwares E-prime, Labchart, Psychopy und FARMI Framework) bedeutete. Nach Abschluss dieser Phase war ich f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der visuellen Wahrnehmungsstudie, einschlie\u00dflich Datenerfassung, Datenaufbereitung und Datenanalyse mitverantwortlich. F\u00fcr die Datenanalyse\/Vorverarbeitung nutze ich haupts\u00e4chlich R und Python. Zudem f\u00fchrte ich eine Literaturrecherche f\u00fcr Wahrnehmungsstudien im Zusammenhang mit Ann\u00e4herungs- und Vermeidung durch, welche f\u00fcr folgende Publikationen relevant ist.<\/p>\n<p>Im Rahmen des Geruchsprojektes war ich von Beginn an der Entwicklung der Studie beteiligt. Dazu geh\u00f6rte es Geruchsstimuli im chemischen Labor vorzubereiten, wozu ich das genaue Pipettieren und Mischen von Geruchssubstanzen und L\u00f6sungsmitteln erlenen musste. Zudem lernte ich die Installation\/Arbeit mit einem Olfaktometer (einem Ger\u00e4t, mit welchem es m\u00f6glich ist Ger\u00fcche sehr kontrolliert und f\u00fcr Experimentalsettings sinnvoll zu pr\u00e4sentieren, siehe Bild 1). Zum Ende meines Praktikums war diese Studie fertig gestellt, sodass wir mit der Pilotierung des Experimentes mit ersten Proband:innen beginnen konnten.<\/p>\n<p>Zuletzt geh\u00f6rte zu meinem Praktikum nat\u00fcrlich die Teilnahme an w\u00f6chentlichen Laborbesprechungen und monatlichen Abteilungsbesprechungen. Zus\u00e4tzlich fanden besondere Treffen zum Beispiel im Rahmen des Olfactus Meeting statt. Dieses Treffen findet j\u00e4hrlich statt und dient dem Austausch und der Vernetzung zwischen verschiedenen Geruchsforschungsgruppen. Zuletzt nahm ich an den Gruppeninternen Journal Club-Meetings teil, in denen wir und gegenseitig einschl\u00e4gige Publikationen aus unserem Feld pr\u00e4sentierten und diskutierten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Meine Zeit am Department of Clinical Neuroscience in Stockholm war f\u00fcr mich sehr einschl\u00e4gig und lehrreich. Meinem Ziel mehr \u00fcber die Geruchsforschung zu lernen konnte das Praktikum voll entsprechen. Ich habe viel zum Umgang mit Geruchsstimuli gelernt, vor allem aber unerwartet viel praktisch gearbeitet; sei es beim Installieren neuer Ports in Computern, Pipettieren oder Schrauben im Olfaktometer. Die praktische Arbeit habe ich hierbei sehr genossen. Interessant war f\u00fcr mich zudem besonders die Forschungskultur und -praxis in einem Land au\u00dferhalb von Deutschland kennenzulernen. Das Perception Lab und seine Mitglieder nahm ich hierbei als sehr aufgeschlossen, international, unhierarchisch und unb\u00fcrokratisch wahr. F\u00fcr meine weitere Laufbahn in der Forschung konnte ich im Praktikum einschl\u00e4gige Erfahrungen bez\u00fcglich der Entwicklung und Realisierung von Studien gewinnen. Im Herbst beginne ich mein PhD Programm, f\u00fcr das ich mich aufgrund dieser Erfahrung best\u00e4rkt f\u00fchle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikant:innen<\/strong><\/p>\n<p>Auslands-Bafoeg wird nur f\u00fcr den von der Uni vorgeschriebenen Praktikumsaufenthalt ausgezahlt, was mir leider nicht klar war. Mir fehlten deswegen, weil ich infolge des Auslandsbafoegs kein Inlands-Bafoeg beantragt hatte, eine komplette Monatsrate!! Unbedingt direkt Folgeantrag f\u00fcr regul\u00e4res Inlands-Bafoeg stellen.<\/p>\n<p><strong>Praktikumssuche<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber vergangene Kontakte und Praktika. Lieber mehr Stellen anschreiben und nicht scheu sein.\u00a0 Teilweise reicht auch erstmal eine kurze Anfrage vorzuschicken, ob es \u00fcberhaupt Sinn macht eine ausf\u00fchrliche Bewerbung hinterherzuschicken.<\/p>\n<p><strong>Wohnungssuche<\/strong><\/p>\n<p>WGs sind in Schweden sehr untypisch und wenn dann \u00fcber fb oder blocket zu finden. Der Markt ist sehr umk\u00e4mpft und deutlich teurer als in Deutschland. Oftmals wohnt man mit \u00e4lteren Menschen zusammen. Deswegen war f\u00fcr mich die Unterbringung in einem Studentenwohnheim am geeignetsten (dort unbedingt fr\u00fch bewerben, da oftmals Bewerbungseingang als ein Kriterium f\u00fcr die Priorit\u00e4t der Bewerbung gilt!)<\/p>\n<p><strong>Versicherung<\/strong><\/p>\n<p>Die DAAD Auslandsversicherung hat bei mir ausgereicht, es ist aber auch nichts vorgefallen. Es ist wohl nicht so enfach in Schweden einen Arzt aufzusuchen weil alles an eine sog. Personennummer gekn\u00fcpft ist, die man bei k\u00fcrzeren Aufenthalten nicht bekommt. Wer also schon weiss dass er:sie:they medizinische Unterst\u00fctzung braucht, sollte sich dringend im Vorhinein informieren, wie das Prozedere ohne Personennummer in Schweden funktioniert.<\/p>\n<p><strong>Formalit\u00e4ten vor Ort<\/strong><\/p>\n<p>Telefon-\/Internetanschluss:\u00a0 War vom EU-Tarif abgedeckt, da ich nicht l\u00e4nger als 4 Monate in Schweden war, sonst kann es aber zu Aufpreisen kommen.<\/p>\n<p><strong>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/strong><\/p>\n<p>Stockholm ist auf einem Badesee gelegen und hat viele M\u00f6glichkeiten in der Natur zu sein und zu klettern. Ausgehen ist deutlich teurer und begrenzter m\u00f6glich als in Gro\u00dfst\u00e4dten in Deutschland. Im Sommer halten sich deswegen viele draussen auf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe mein durch Erasmus gef\u00f6rdertes Master-Praktikum f\u00fcr vier Monate am Department of Clinical Neuroscience am Karolinska Institut in Stockholm, Schweden gemacht. 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