{"id":733,"date":"2022-10-20T10:16:15","date_gmt":"2022-10-20T08:16:15","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=733"},"modified":"2024-02-22T11:55:15","modified_gmt":"2024-02-22T10:55:15","slug":"733","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2022\/10\/20\/733\/","title":{"rendered":"Forschungspraktikum in Organischer Chemie in Italien"},"content":{"rendered":"<p>Nach fast f\u00fcnf Monaten in Italien, kann ich jedem diese Erfahrung nur w\u00e4rmstens empfehlen. Und mit w\u00e4rmstens meine ich allerdings nur, wenn man konstanten Temperaturen um die 40 \u00b0C gut standhalten<br \/>\nkann. \ud83d\ude09 Mein Praktikum war ein Forschungspraktikum an der Universit\u00e4t von Bologna im Bereich der organischen Chemie. Hier habe ich mich mit Peroxiden, Antioxidantien und Fluoreszenzmarkern besch\u00e4ftigt und muss sagen, dass ich hier wirklich sehr viel mitnehmen konnte.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das Leben in der Arbeitsgruppe ist doch sehr unterschiedlich zu dem in Deutschland, was ich sonst gew\u00f6hnt bin. Das beginnt zum einen schon bei den angenehmeren Arbeitszeiten von \u201enur\u201c 9 bis 17 Uhr und einer ausgiebigen Mittagspause zwischendurch, und endet bei dem Umgang und Verh\u00e4ltnis zwischen ProfessorIn und StudentIn. Da die Arbeitsgruppen generell wesentlich kleiner als in Berlin oder generell Deutschland sind, und ProfessorInnen meist nur ein, bis zwei PhDs haben, ist der Betreuungsschl\u00fcssel sehr viel kleiner, man erh\u00e4lt viel mehr Feedback direkt von der\/die ProfessorIn und f\u00fchlt sich meiner Meinung nach ein bisschen mehr gebraucht und auch wertgesch\u00e4tzt. Nat\u00fcrlich kann ich das nicht<br \/>\nallgemein f\u00fcr alle Arbeitsgruppen in Italien sagen und auch nicht f\u00fcr alle in Deutschland, es ist nur meine Wahrnehmung, die hier aus mir spricht.<br \/>\nLediglich die Kommunikation gerade mit manchen anderen Studis, hat sich etwas schwieriger gestaltet als erwartet. Grund hierf\u00fcr waren meine mangelnden Italienisch Kenntnisse und deren Scheuheit (ist das ein<br \/>\nWort?) Englisch zu sprechen. Grund hierf\u00fcr k\u00f6nnte sein, dass die Masterstudieng\u00e4nge im chemischen Bereich in Bologna, nicht auf Englisch stattfinden. Dieses trifft bei mir etwas auf Unverst\u00e4ndnis, da Forschung allgemein bekannt, grunds\u00e4tzlich auf Englisch stattfinden \u2013 seien es Publikationen, Pr\u00e4sentationen und Poster auf Konferenzen; Forschungsaufenthalte in anderen L\u00e4ndern und Arbeitsgruppen; oder aber, wie in meinem Falle, die Kommunikation mit einem internationalen<br \/>\nForschungsteam. Zur meiner Arbeits an der Praktikumsstelle kann ich also festhalten, dass ich mich sehr gut aufgehoben gef\u00fchlt habe. Es waren alle sehr freundlich zu mir und ich konnte viel lernen und mitnehmen.<\/p>\n<p>Das Leben au\u00dferhalb des Labors war gepr\u00e4gt von vielen Unternehmungen in Italien. Grunds\u00e4tzlich bin ich neben dem Studium begeisterte Kletterin und gerade hierf\u00fcr ist Italien nat\u00fcrlich der Wahnsinn. Es f\u00e4ngt an mit g\u00fcnstigen und schnellen Regionalz\u00fcgen, von denen wir in Deutschland nur tr\u00e4umen k\u00f6nnen. Hier kommt man von Bologna f\u00fcr 15 \u20ac nach zum Beispiel Ancona; mit dem Zug sogar schneller als mit dem Auto und kann hier ein Paar der sch\u00f6nsten Str\u00e4nde an der Adria besichtigen, oder nach S\u00fcdtirol; an den<br \/>\nGardasee ins Klettemekka nach Arco; an den Largo si Suviana im Apennin; Pietra di Bismantova in der N\u00e4he von Parma und und und&#8230; Dies waren nur ein Paar der beeindruckendsten Orte, die ich w\u00e4hrend der Wochenenden besucht habe. Wof\u00fcr Italien neben der sch\u00f6nen Natur und Str\u00e4nden bekannt ist, ist das Essen. Hiervon gibt es in Bologna mehr als genug, sei es der traditionelle Bolognese, die ihren Ursprung nat\u00fclich hier hat, wahsinnig gute Pizza, Lasagne und vom Eis m\u00f6chte ich gar nicht erst anfangen. Es ist<br \/>\nsehr schwierig eine schlechte Eisdiele zu finden. Auch ein Aperitif am Nachmittag darf nicht fehlen, an den Aperol oder Campari Spritz habe ich mich hier doch sehr gew\u00f6hnt.<\/p>\n<p>Was sich zu Beginn allerdings als schwieriger gestaltet hat, als gedacht, war die Wohnungssuche. Da Bologna eine Stadt ist mit sehr vielen StudentInnen und an einer Seite durch Berge begrenzt ist, herrscht absolute Wohnungsnot. Da sind ErasmusstudentInnen nicht unbedingt das, was man gerne nimmt. Ich habe hierf\u00fcr bei Facebookgruppen gesucht und bin neben sehr vielen Anfragen von Betr\u00fcgerInnen (also passt auf und \u00fcberwei\u00dft niemanden irgendwas im voraus!!!) auch f\u00fcndig geworden. Man muss sich<br \/>\nallerdings darauf einstellen, dass man vielleicht auch im Doppelzimmer wohnen muss, oder erst etwas findet, wenn man vor Ort ist. Es l\u00e4uft wie in vielen anderen St\u00e4dten meist alles \u00fcber Kontakte.<\/p>\n<p>Das waren meine Erfahrungen. Alles in allem war es eine sehr sch\u00f6ne Zeit und ich hoffe, dass ich noch einmal wiederkommen kann. Ich kann es jedem nur empfehlen, wenn es geht, einmal ins Ausland zu gehen!<\/p>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikant:innen<\/strong><br \/>\n<strong>Praktikumssuche<\/strong><br \/>\n2 Monate also 4 Monate vor Beginn, weil ich 2 Monate vorher ja die Bewerbung an Erasmus abschicken m\u00fcsst.<\/p>\n<p><strong>Versicherung<\/strong><br \/>\nMeine Versicherungen waren auch im EU Ausland g\u00fcltig, informiert euch hier erst, bevor ihr etwas abschlie\u00dft.<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><br \/>\nWohnungssuche auf jeden Fall auf soziale Medien ausweiten.<\/p>\n<p><strong>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung<\/strong><br \/>\nEine Kreditkarte w\u00e4re gut; habe die von N26, damit ich \u00fcberall geldabheben konnte.<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><br \/>\nOhne einen Ventilator h\u00e4tte ich es wohl nachts nicht ausgehalten. Besorgt euch ein Fahrrad oder nehmt ein gutes aus Deutschland mit. Dann k\u00f6nnt ihr den Reno entlang durch den Apennin fahren und bleibt nicht innerhalb der Stadtmauern, wie 90% der Studis. Labas (ein PonteSociale) kann ich<br \/>\nauch nur empfehlen, hier ist jeden Mittwoch Party mit selbstgemachter Pizza und Livemusik. Dort werden auch kostenlose Sprachkurse angeboten und dort ist Efesta, eine ehrenamtliche Fahrradwerkstatt, wo ihr ein Fahrrad kaufen, aber auch mitarbeiten k\u00f6nnt. Die Leute da sind super!<\/p>\n<p><strong>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/strong><br \/>\nDievers, Bars, Restaurants (Im Zapap gibt es auch Vegane Pizza). Der Spritz sollte nicht mehr als 4,50 \u20ac kosten. Beim Bier gibt es nicht Grande sondern nur Media, was quasi Grande ist f\u00fcr meist 5 \u20ac. Warum es nicht Grande hei\u00dft, konnte mir keiner sagen.<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><br \/>\nIch kann die zwei Kletterhallen (UrbanUp und Monkeys) sehr empfehlen. Da lernt man auch sehr gut gleichgesinnte<br \/>\nkennen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach fast f\u00fcnf Monaten in Italien, kann ich jedem diese Erfahrung nur w\u00e4rmstens empfehlen. Und mit w\u00e4rmstens meine ich allerdings nur, wenn man konstanten Temperaturen um die 40 \u00b0C gut standhalten kann. \ud83d\ude09 Mein Praktikum war ein Forschungspraktikum an der Universit\u00e4t von Bologna im Bereich der organischen Chemie. 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