{"id":739,"date":"2022-10-20T10:33:59","date_gmt":"2022-10-20T08:33:59","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=739"},"modified":"2024-02-22T11:56:20","modified_gmt":"2024-02-22T10:56:20","slug":"forschungspraktikum-im-bereich-neurobiologie-in-london","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2022\/10\/20\/forschungspraktikum-im-bereich-neurobiologie-in-london\/","title":{"rendered":"Forschungspraktikum im Bereich Neurobiologie in London"},"content":{"rendered":"<p>God save the Queen, long live the King. \u00dcber die ersten Tage des Junis habe ich in London noch die gro\u00dfen Feierlichkeiten zum 75. Kronjubil\u00e4um der Queen miterlebt. Vier freie Tage am St\u00fcck. In England eine Seltenheit.<br \/>\nJubil\u00e4umsgl\u00fcckw\u00fcnsche in allen Schaufenstern, imposante Girlanden von \u00fcberdimensionalen, englischen Flaggen zwischen den Geb\u00e4uden, Union Jack for all. In den Pubs wurde ausgelassen gefeiert. F\u00fcr mich als Deutsche war dieser offene Nationalismus-Jubel befremdlich, fast unangenehm. Aber, man muss es den Briten lassen, ihre Liebe zur Queen eint sie. Kurz nachdem ich aus London abgereist war, starb Queen Elizabeth II. Unerwartet und unvorbereitet. 96 Jahre sind schlie\u00dflich kein Alter.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nAls ich Anfang Mai nach London ging, regnete es noch h\u00e4ufig. Um unn\u00f6tiges Gep\u00e4ck zu sparen, hatte ich meinen Regenschirm in Berlin liegen gelassen. Ein schwerer Fehler. In London kosten Regenschirme 10 Pfund aufw\u00e4rts. Die wissen womit sich Geld verdienen l\u00e4sst. Nat\u00fcrlich kam ich um den Kauf nicht herum. Wie ich geflucht habe. Da der \u00f6ftl. Nahverkehr recht teuer ist, beschloss ich den t\u00e4glichen Weg ins Forschungsinstitut zu laufen.<br \/>\nErstaunlicherweise schienen alle um mich herum auch auf dem Weg zur Arbeit zu sein. Aus Berliner Sicht eine Kuriosit\u00e4t. Jeden Morgen, wenn ich von Norden gen S\u00fcden durch die City of London lief, hetzten mir, bewaffnet mit Aktentasche in der einen und Handy in der anderen Hand, Massen von Anzug-Tragenden entgegen. Alle 3-4 Minuten entlie\u00dfen die UBahn<br \/>\nAusg\u00e4nge neue Schw\u00e4rme von Arbeitswilligen, die zu den vielen Banken und Versicherungsgeb\u00e4uden str\u00f6mten. Nach 9 Uhr war dieses Spektakel beendet und die Stra\u00dfen fast leer. Wenn ich am fr\u00fchen Abend nach Hause lief, traf ich sie erneut. Sie standen in Trauben vor den Pubs. Gef\u00fchlt gab es au\u00dfer Banken und Versicherungen nur Pubs. Fast an jeder Ecke, an der ich vorbeikam, tummelten sich wieder Anzug-Tragende, die Aktentasche und Handy gegen ein Bier eingetauscht hatten. Da Pubs gegen 22\/23 Uhr schlie\u00dfen galt es keine Zeit zu verlieren und so wurde pronto ein Bier<br \/>\nnach dem anderen ges\u00fcffelt.<\/p>\n<p>Das Institut an dem ich arbeitete lag auf der S\u00fcdseite der London Bridge. Die Forschungsgruppe bestand aus meinem PI, einer Postdoktorandin und einem Postdoktoranden. Sie war also klein. Mein PI arbeitete haupts\u00e4chlich im Home Office und war, wenn \u00fcberhaupt, nur Donnerstags und Freitags im Labor. Betreut wurde ich von der Postdoktorandin. Da ich sehr schnell eingearbeitet war, lie\u00df sie mich fr\u00fch allein und widmete sich wieder ihren eigenen Aufgaben. Es gefiel mir auf mich allein gestellt zu sein, zumindest zu einem gewissen Grad. Ich konnte mir meine Arbeit vollkommen frei<br \/>\neinteilen. So arbeitete ich viel zeiteffektiver und schneller. Es blieb mir viel Spielraum eigene Ideen auszuprobieren. Mir machte meine Arbeit gro\u00dfen Spa\u00df also arbeitete ich nicht ganz so lax ein wie die fehlende Kontrolle vermutlich zulie\u00df, 8\/9h t\u00e4glich. Hin und wieder h\u00e4tte ich mir allerdings mehr Betreuung gew\u00fcnscht. Ich sa\u00df in einem Gro\u00dfraumb\u00fcro mit rund 10 &#8211; 15 anderen research assistants, PhD students, postdocs und trainees aus<br \/>\nanderen Arbeitsgruppen. Anders als in Deutschland, herrschte eine flache Hierarchie. PIs sprach man generell mit dem Vornamen an. Siezen gestaltet sich im Englischen auch etwas schwierig. Reger Austausch war nicht nur willkommen sondern selbstverst\u00e4ndlich. Auch die Arbeitsdynamik war ungewohnt entspannt. Alle kamen und gingen wann sie wollten. Niemand gl\u00e4nzte durch Anwesenheit. Wollte ich morgens schwimmen gehen, konnte ich das ohne Zeitdruck oder schlechtes Gewissen tun. Keine\/r w\u00e4re auf die Idee gekommen nachzuhaken warum ich sp\u00e4ter gekommen sei. Daf\u00fcr h\u00e4tte es ihnen erst einmal auffallen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Leider war es so wesentlich schwieriger Anschluss zu finden. Es gab keine t\u00e4glichen, gemeinsamen Mittagessen. Die Leute waren einfach zu unregelm\u00e4\u00dfig dort. Auch sind die Briten zwar sehr h\u00f6flich und freundlich, aber \u00fcber seichten Smalltalk geht die Konversation lange nicht hinaus. Und da sich die meisten auf ihre Arbeit fokussierten sobald sie im Institut waren, war es manchmal kompliziert \u00fcberhaupt ins Gespr\u00e4ch zu kommen. Erst nach etwa 2 Monaten hatte ich das Gef\u00fchl integriert zu sein. Bis jetzt denke ich, dass das sogar noch schnell war und nicht die Regel. Als Anekdote: Eine<br \/>\njunge Forschungsassistentin, mit der ich mich anfreundete, begleitete mich zu einem Mittagessen mit zwei Doktoranden. Einer der Doktoranden fragte sie beim Essen wie sie denn hei\u00dfe und ob sie neu im Institut sei. Ich war<br \/>\nperplex. Sie arbeitete dort seit \u00fcber einem Jahr, im gleichen B\u00fcro wie er! Ein kleiner Tip: mit franz\u00f6sisch-, italienisch, polnisch-, \u2026 st\u00e4mmigen Kolleginnen freundet man sich viel schneller an. Es gab andere Praktikant\/innen im Institut. Meist waren sie britisch oder amerikanisch und deutlich j\u00fcnger, zwischen 20-22. Was mich sehr erstaunte, war, dass sie, auch bei gleicher Qualifikationsstufe, wesentlich weniger praktische<br \/>\nErfahrung hatten als ich. Sie kannten die meisten Methoden nur vom Zuschauen (wenn \u00fcberhaupt) und waren eher unselbstst\u00e4ndig in der Laborarbeit. Meine zentrale Erkenntnis: Deutsche Universit\u00e4ten vermitteln ein \u00fcberdurchschnittlich hohes Ma\u00df an Selbstst\u00e4ndigkeit. Es gibt also keinen Grund f\u00fcr Selbstzweifel. Im Gegenteil, mit einem deutschen Abschluss kann man selbstbewusst und mit Vertrauen in die eigenen F\u00e4higkeiten in die Arbeitswelt eintreten.<\/p>\n<p>Da ich mich in der ersten Wochen h\u00e4ufig allein f\u00fchlte, kundschaftete ich schnell alle m\u00f6glichen, kosteng\u00fcnstigen Besch\u00e4ftigungen aus. Nat\u00fcrlich sind Gallerien umsonst. Gl\u00fccklicherweise auch Museen. Ich fand eine Seite \u00fcber die ich als Studentin an skandal\u00f6s g\u00fcnstige Tickets f\u00fcr klassische Konzerte kam (student pulse london, 5-10 Pfund\/Ticket, billiger<br \/>\nals Kino!). Also ging ich etwa ein- bis zweimal die Woche ins Barbican, in die Royal Festival Hall oder in die Oper (Die Briten haben eine absolute Faszination f\u00fcr Richard Wagner. Ich habe keinen Komponisten so oft in den Programmen gefunden wie ihn). An den Wochenenden st\u00f6berte ich durch Buchl\u00e4den oder machte lange Spazierg\u00e4nge durch verschiedene Teile von London und klapperte die Gallerien ab. Nat\u00fcrlich war die Pub Kultur nicht nur auf den Finanzsektor beschr\u00e4nkt. Auch Leute aus dem Institut gingen hin und wieder in den Pub. Wenn auch wesentlich seltener als vor der Pandemie, wie mir gegen\u00fcber betont wurde. Zum Gl\u00fcck ist es in London Usus, dass besser verdienende die erste Runde ausgeben. Als ausgleichende Ma\u00dfnahme der Einkommensverh\u00e4ltnisse. In der UK steht man dem Sozialismus doch nicht so ablehnend gegen\u00fcber wie es die Tories<br \/>\ngern propagieren.<\/p>\n<p>Ich mochte meine Zeit in London sehr. Nat\u00fcrlich waren nicht alle meine Erlebnisse positiv. Ich hatte zum Beispiel einige ungute Situationen mit dem Postdoktoranden, der in der Arbeitsgruppe arbeitete und die meine Arbeit dort sehr \u00fcberschatteten, besonders zum Ende hin. Dennoch, mir gefiel London. Die Stadt hatte einen ganz bestimmten Vibe. Es gab jeden Tag etwas neues zu entdecken, etwas neues zu sehen, etwas neues zu erkunden. Ich mochte das Zusammenspiel von Klassischem und Hochmodernem. Die viktorianischen H\u00e4user mit ihren Vorg\u00e4rten und die verglasten, das Sonnenlicht reflektierenden Fassaden der Finanzhochh\u00e4user. Die gr\u00fcnen Parks \u00fcberall und kleine<br \/>\nromantische Caf\u00e9s neben elit\u00e4ren Bars, in denen Banker Anlagen Tips austauschten. Es kam mir vor als g\u00e4be es eine konstante Bewegung in der Stadt, die immer neue M\u00f6glichkeiten hervorbrachte. In London ist viel Geld und Kapital ans\u00e4ssig, was sich \u00fcberall zeigt. Chancen wirken wie zum Greifen nahe. Es ist als br\u00e4uchte man nur das richtige Timing<br \/>\nund eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein. Mit ein wenig Geduld lernte ich Leute kennen, mit denen ich mich sehr gut verstand und viele Interessen teilte. Meine Wochenende waren bald zu ausgebucht um noch allein durch Museen oder Gallerien zu streifen. Was mich mit den Leuten in London besonders verband war Humor. Wir wetteten zum Beispiel mehrere Tage gegen den R\u00fccktritt von Boris Johnson. Wir mussten ganz sch\u00f6n blechen beim n\u00e4chsten Pub Besuch. Ich w\u00fcrde jederzeit wiederkommen. Von daher, um es mit den glorreichen Worten Boris Johnsons bei seiner letzten Rede im britischen Unterhaus zu sagen: \u201eHasta la vista, baby.\u201c<\/p>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikant:innen<\/strong><br \/>\n<strong>Vorbereitung<\/strong><br \/>\nIm Unterschied zu einem Erasmus Auslandssemester, bewarb ich mich nicht beim Erasmus B\u00fcro sondern bei dem PI (Principal Investigator) der Arbeitsgruppe am Kings College London direkt. Die Bewerbung war initiativ und erst nachdem diese erfolgreich war, wandte ich mich an das Erasmus+ Praktikum Team. Da durch den Brexit sehr viele Fragen und Regelungen in der Schwebe h\u00e4ngen galt es in erster Linie die aktuell g\u00fcltigen Bestimmungen in Erfahrung zu bringen. Anschlie\u00dfend gab es einen kleinen Marathon von Ausf\u00fcllen, Rumschicken und Organisieren von Dokumenten,<br \/>\nAntr\u00e4gen, Erkl\u00e4rungen und Wohnungssuche.<\/p>\n<p><strong>Beantragung Visum\/Anmeldung<\/strong><br \/>\nBei einem Aufenthalt unter 6 Monaten (und ohne Kontakt zu Patienten oder humanem Material) wird (gem\u00e4\u00df derzeitiger Regelung) kein Visum ben\u00f6tigt, sondern es reicht ein Standard Visitor Visa. Hierzu ben\u00f6tigt man unbedingt einen g\u00fcltigen Reisepass. Es muss nichts zur Einreise ausgef\u00fcllt oder beantragt werden. Am Londoner Flughafen geht es durch die Einreise Kontrolle f\u00fcr EU-Staaten. Man scannt den Reisepass am Einreiseterminal und ist in London. Zus\u00e4tzlich zum Erasmus+ Traineeship Antrag an der FU musste ich ein \u00e4hnliches Verfahren auch am Kings College London durchlaufen. Es lief \u00fcber eine Bewerbungsplattform des KCLs auf der ich meine Daten und Unterlagen hoch lud. F\u00fcr den Antrag am KCL brauchte ich das bereits bewilligte Learning Agreement und einen Acceptance Letter meines PIs.<br \/>\nTip: es gibt eine Government Web Page zu Visa Fragen. Sie ist unglaublich konter-intuitiv aufgebaut und die gesuchten Infos sind nur sehr schwer zu finden. Nicht verzweifeln. Die einfachste Variante Visa Fragen zu kl\u00e4ren ist \u00fcber den Checkyour-Visa-Fragebogen: https:\/\/www.gov.uk\/check-uk-visa. F\u00fcr Aufenthalte \u00fcber 6 Monate muss ein Student Visum (Tier4, f\u00fcr das im Vorfeld ein Certificate of Sponsorship CoS durch die Host Uni beantragt werden muss) beantragt werden, das ich nicht brauchte, daher kann ich wenig dazu schreiben, au\u00dfer, es dauert in der Regel 3-4 Monate von<br \/>\nBeantragung bis Bewilligung und kostet mehrere hundert Pfund.<\/p>\n<p><strong>Praktikumssuche<\/strong><br \/>\nIch wusste schon l\u00e4ngere Zeit, dass ich mich in diesem Labor bewerben wollte und so schrieb ich eine Mail an den PI in London. Auf meine Bewerbung bekam ich Innerhalb von einer Woche eine positive R\u00fcckmeldung und der PI und ich trafen uns online f\u00fcr ein Interview. Rund 6 Wochen sp\u00e4ter war ich in London, dh. es kann schnell gehen. (Mein PI h\u00e4tte<br \/>\nmich auch direkt in der Woche nach meinem ersten Interview anfangen lassen, das passte allerdings mit allen Formalit\u00e4ten + Wohnungssuche nicht.)<\/p>\n<p><strong>Wohnungssuche<\/strong><br \/>\nDer wohl schwierigste Teil des Unterfangens. London ist extrem teuer. Der Wohnungsmarkt ist nicht reguliert oder gesteuert und die Preise steigen stetig und steil. Im Durchschnitt geben Londonerinnen und Londoner 2\/3 ihres Monatsgehaltes f\u00fcr Miete aus. Und das spiegelt nur den Durchschnitt wieder. Wer auch immer f\u00fcr eine Weile plant nach London zu gehen sollte sich auf hohe Mietkosten einstellen. \u00dcbrigens ist es total \u00fcblich, dass auch (junge) Berufst\u00e4tige in shared flats wohnen.<br \/>\nHilfreiche Tips: Ganz generell ist der S\u00fcden (s\u00fcdlich der Themse) g\u00fcnstiger als der Norden. Was bei den Mieten ratsam ist mit einzurechnen, ist der Anfahrtsweg zur Arbeit. Der \u00f6ftl. Nahverkehr in London ist teuer. Es gibt weder Monats oder Jahreskarten noch Studententickets. F\u00fcr jede Strecke l\u00f6st man ein Einzelticket (Hier gibt es noch kleine Einschr\u00e4nkungen, die die Kosten aber nur geringf\u00fcgig senken. Beschreibe ich weiter unten unter Sonstiges). Dh. umso regelm\u00e4\u00dfiger man die Bahn zur Uni\/Praktikum nimmt, desto h\u00f6her die monatlichen Kosten. Diese empfehle ich<br \/>\ndringend auf die Miete drauf zu rechnen: Ein zentral gelegenes Zimmer von dem aus ich zur Uni, Praktikum laufen kann und 750 Pfund zahle ist mit hoher Wahrscheinlichkeit immer noch g\u00fcnstiger als ein Zimmer 1-2 Zonen weiter weg f\u00fcr das ich zwar 100 Pfund weniger Mieter zahle, aber t\u00e4glich auf Bus und Bahn angewiesen bin. Ein guter Anfang ist sich einen \u00dcberblick \u00fcber die aktuell durchschnittlichen Mieten der einzelnen Bezirke (Burroughs) zu verschaffen: https:\/\/www.london.gov.uk\/what-we-do\/housing-and-land\/improving-private-rented-sector\/london-rents-map oder https:\/\/<br \/>\nwww.spareroom.co.uk\/content\/info-landlords\/average-rent-london. Der Wohnungsmarkt ist wie alles in London ein profitorientiertes Business. Die Mieten variieren sehr stark. Die Miete sollte aber nicht mehr als 50-100 Pfund \u00fcber den aktuellen Durchschnittspreisen liegen. Alles andere ist Abzocke. Die Unterk\u00fcnfte der einzelnen Unis zum Beispiel liegen<br \/>\ngenerell weit (!) \u00fcber den Durchschnittspreisen. Ich w\u00fcrde raten privat zu mieten. Privat eine Unterkunft zu finden funktioniert nat\u00fcrlich vor Ort besser als von au\u00dferhalb. Allerdings findet seit der Pandemie in London enorm viel online\/ digital statt und viele Landlords\/-ladies bieten Wohnungsbesichtigungen \u00fcber Zoom o. \u00c4. an. Es ist also machbar. Es gibt<br \/>\nverschiedene Seiten um Zimmer zu finden, die h\u00e4ufigste ist https:\/\/www.spareroom.co.uk\/ . Hier lohnt es sich ein ansprechendes Profil zu machen um mehr Erfolg zu haben. Ich pers\u00f6nlich hatte aber auch nicht mehr als Name und Bild online und wurde relativ schnell f\u00fcndig. Das hing vermutlich mit dem Zeitpunkt zusammen. \u00dcber den Sommer sind viele<br \/>\neher im Urlaub als auf Zimmersuche. Zu Beginn des Semesters (Sept.\/Okt.) ist es eher schwierig ein Zimmer zu finden. Nicht entmutigen lassen, viele Anfragen heraus schicken und hohe Frustrations Toleranz\/langen Atem haben. Man findet immer etwas. Last but not least: Hier eine ungef\u00e4hre Zusammenfassung welche Bezirke cool\/hip sind und welche shit:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"05o8InYzIq\"><p><a href=\"https:\/\/www.montcalm.co.uk\/blog\/what-every-london-borough-is-the-best-and-worst-at\/\">What Every London Borough is the Best (and Worst) At<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8220;What Every London Borough is the Best (and Worst) At&#8221; &#8212; Montcalm London Marble Arch\" src=\"https:\/\/www.montcalm.co.uk\/blog\/what-every-london-borough-is-the-best-and-worst-at\/embed\/#?secret=05o8InYzIq\" data-secret=\"05o8InYzIq\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>Ich pers\u00f6nlich habe erst South-East in South Bermondsey gewohnt, was mir absolut nicht gefallen hat und mir auch zu teuer war f\u00fcr die Gegend. Dann bin ich North-East nach Hoxton gezogen, was mir sehr gut gefallen hat. Meiner (begrenzten) Erfahrung nach waren die angenehmsten Bezirke Hoxton, Shoreditch und Dalston.<\/p>\n<p><strong>Versicherung<\/strong><br \/>\nEine Auslandskrankenversicherung + Unfall-\/Haftpflichtversicherung ist Pflicht. Ich schloss die DAAD Kombi-Versicherung von 38 Euro\/mtl. ab. Sie war im Vergleich mit anderen die g\u00fcnstigste.<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><br \/>\nGeld, stellt sicher, dass ihr Geld habt, mindestens 1300 Euro im Monat, tendenziell mehr. Selbst in meinem sparsamsten Monat bin ich nicht unter 400-450 \u00a3 allein f\u00fcr Essen etc. gekommen. Pub Besuche NICHT mit eingerechnet.<\/p>\n<p><strong>Formalit\u00e4ten vor Ort<\/strong><br \/>\nMeine erste Woche war gef\u00fcllt mit b\u00fcrokratischen Erledigungen: Student ID Card besorgen, mein Studentenkonto und Email Adresse freischalten, Zugang zum Institut bewilligen lassen, Sicherheitsbelehrung um im Labor arbeiten zu d\u00fcrfen usw. usw. Vieles davon lief \u00fcber Online Kurse und Videos. F\u00fcr die Besorgung der Unterlagen und meines Studierenden Ausweises musste ich aber von einem Campus zum n\u00e4chsten und da sehr viel irgendwie nicht funktionierte (Meine ID Card konnte erst nicht freigeschaltet werden, weil ein anderes B\u00fcro mich noch nicht in ein Online Verzeichnis eingetragen hatte etc.), dauerte alles wesentlich l\u00e4nger als mir lieb war. Auch die Briten haben ein Talent f\u00fcr ineffektive B\u00fcrokratie.<\/p>\n<p><strong>Telefon-\/Internetanschluss<\/strong><br \/>\nIch konnte meine deutsche Handy Karte benutzen (Aldi Talk). Nach wie vor gilt die UK wie ein anderes EU-Land was Roaming etc. angeht.<\/p>\n<p><strong>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung<\/strong><br \/>\nDa die britische W\u00e4hrung nicht Euro ist, ist es sinnvoll ein Konto zu haben, mit dem automatisch und vor allem OHNE zus\u00e4tzliche Geb\u00fchren oder hohen Wechselkurs in Pfund gezahlt werden kann. Das gilt nur f\u00fcr Konten bei der DKB oder Commerzbank. Da alles, wirklich alles in London mit Karte gezahlt wird (die meisten Gesch\u00e4fte, Caf\u00e9s, Bars, Restaurants,\u2026 bieten Bezahlung nicht einmal mehr an) ist eine Visa\/Mastercard unbedingt erforderlich. Ich habe ein neues Konto er\u00f6ffnet bei REVOLUT. REVOLUT ist ein reines Online Konto, das globales Bezahlen in diversen W\u00e4hrungen<br \/>\nerm\u00f6glicht. Es funktioniert \u00fcber eine App und bietet einen der g\u00fcnstigsten EUR-GBP Wechselkurse. Ausserdem muss keine physische Karte bestellt werden, sondern die kostenlose Mastercard kann ganz simple mit Applepay oder Googlepay f\u00fcr kontaktloses Zahlen verbunden werden. Es gibt ein paar Dinge zu beachten, beispielsweise ist Umtauschen am Wochenende geb\u00fchrenpflichtig und es k\u00f6nnen nicht mehr als 1000 EUR\/GBP im Monat geb\u00fchrenfrei gewechselt werden. Alternativ gibt es noch Monzo, das nach einem \u00e4hnlichen Prinzip funktioniert.<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><br \/>\n\u00d6ffentlicher Nahverkehr: Transport for London (TfL). Teuer, nicht klimatisierte U-bahnen, zu Sto\u00dfzeiten vollkommen \u00fcberf\u00fcllt und stickig. Unbedingt die App TfL Oyster installieren! Ebenso wie die App City Mapper, die einem genau anzeigt wie man von A nach B kommt und wie lange es mit zu Fu\u00df oder anderen Fortbewegungsmitteln dauert\/kostet. Wie oben schon erw\u00e4hnt muss f\u00fcr jede Fahrt ein Ticket gel\u00f6st werden. Busse (1,65 \u00a3) sind g\u00fcnstiger als die Underground (2,60 \u00a3), wenn man in einer Fahrt von Underground auf Bus\/Zug umsteigt, bezahlt man die jeweiligen Tickets drauf (Bus+Underground 4.25 \u00a3). Es lohnt sich also beim gleichen Verkehrsmittel zu bleiben. F\u00fcr die Busse zahlt man f\u00fcr 90 min in eine Richtung, dh. es kann in gleicher Richtung innerhalb von 90 min so oft umgestiegen werden wie einem beliebt.<br \/>\nTfL Oyster App: Es gibt so genannte TfL Oyster Cards, mit denen billiger gefahren werden kann. Die App funktioniert im Grunde wie eine Oyster Card: Man erstellt einen Account \u00fcber denen alle Fahrten die man t\u00e4tigt getreckt werden. Man kann auch eine virtuellen Master- oder Kreditkarte mit der App verbinden um direkt kontaktlos bezahlen zu k\u00f6nnen. Die<br \/>\nOyster Card bewirkt, dass es \u201eCaps\u201c auf die t\u00e4glichen bzw. w\u00f6chentlich Fahrtkosten gibt. Wenn ich mich recht erinnere gilt ein Cap von maximal 6 \u00a3 pro Tag und 30 \u00a3 pro Woche. So regulieren sich die Fahrtkosten ein wenig. Dennoch, sollte man 5 Tage\/ Woche morgens und abends mit der Underground fahren \u00fcberschreiten sie bei Weitem die Kosten eines<br \/>\nBerliner Monatstickets. Au\u00dfer man nimmt ausschlie\u00dflich den Bus. Das w\u00e4re in etwa so teuer wie ein normales Umweltticket. Au\u00dferdem gibt es unterschiedliche Preise f\u00fcr unterschiedliche Zonen (wie beim A, B, C Bereich in Berlin, in London gibt es allerdings 9 Zonen) und f\u00fcr peak \/ off-peak Zeiten (peak time ist 6.30-9.30 am und 4-7 pm).<\/p>\n<p><strong>Alltag\/Freizeit<\/strong><br \/>\nUnter der Woche waren meine Tage gef\u00fcllt mit work, work, work, work, work. Abends evtl. ein klassisches Konzert. In meiner Freizeit habe ich London erkundet, Museen, Gallerien, Pubs, Bars, Gegenden, Caf\u00e9s. Besonders In Restaurants bin ich unglaublich wenig gegangen, weil sie mir einfach zu teuer waren. F\u00fcr ein Pizzaessen in einer gem\u00e4\u00dfigt g\u00fcnstigen<br \/>\nPizzeria habe ich +1 Getr\u00e4nk und Tip (es werden immer automatisch 12,5% Tips auf die Rechnung draufgeschlagen) 19 \u00a3 gezahlt. Mir pers\u00f6nlich ist das das Essen gehen nur in Ausnahmef\u00e4llen wert gewesen. Es gibt unglaublich viele Seiten, die verg\u00fcnstigte Tickets f\u00fcr Studierende anbieten. Es lohnt sich hiernach zu suchen. Ich pers\u00f6nlich habe sehr viel die Seite Student Pulse London f\u00fcr g\u00fcnstige Tickets zu klassischen Konzerten genutzt. Es gibt<br \/>\nau\u00dferdem auch vieles was umsonst angeboten wird, z. Bspl. Meditation in einem Buddhistischen Tempel\/ Gemeindzentrum in Bethnal Green.<br \/>\nLeider hat London keine Schwimm- oder Freibad Kultur. Es gibt nur wenig Schwimm- oder Freib\u00e4der und die sind auch recht teuer (ca. 5 \u00a3). zum Gl\u00fcck gab es direkt hinter meinem Institut eines, ein Hallenbad das recht wenig besucht war. An hei\u00dfen, sonnigen Tagen sind sie au\u00dferdem heillos ausgebucht. Es gibt auch nur begrenzt Seen, in denen man schwimmen gehen kann (darf), die alle wie ein Schwimmbad organisiert sind (Eintritt+Tickets vorher online buchen). Die zwei Tage mit 40 Grad, die ich London erlebt habe, verbrachte ich also im klimatisierten Institut.<\/p>\n<p><strong>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/strong><br \/>\nPlenty! Allerdings ist alles auch wieder sehr\u2026teuer. Es gibt eine Website, die eine sehr gute \u00dcbersicht \u00fcber Londoner Happenings bietet: https:\/\/www.timeout.com\/london. Es ist f\u00fcr jede\/n etwas dabei.<\/p>\n<p>London ist eine Erfahrung und das Geld wert!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>God save the Queen, long live the King. \u00dcber die ersten Tage des Junis habe ich in London noch die gro\u00dfen Feierlichkeiten zum 75. Kronjubil\u00e4um der Queen miterlebt. Vier freie Tage am St\u00fcck. In England eine Seltenheit. Jubil\u00e4umsgl\u00fcckw\u00fcnsche in allen Schaufenstern, imposante Girlanden von \u00fcberdimensionalen, englischen Flaggen zwischen den Geb\u00e4uden, Union Jack for all. 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