{"id":807,"date":"2023-05-15T11:42:23","date_gmt":"2023-05-15T09:42:23","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=807"},"modified":"2024-02-22T13:52:25","modified_gmt":"2024-02-22T12:52:25","slug":"praktikum-in-einem-forschungsinstitut-in-spanien-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2023\/05\/15\/praktikum-in-einem-forschungsinstitut-in-spanien-2\/","title":{"rendered":"Praktikum in einem Forschungsinstitut in Spanien"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe das Erasmus+Praktikum an der EEZA (Estaci\u00f3n Experimental de Zonas \u00c1ridas), einem Institut des CSIC (Consejo Superior de Investigaciones Cient\u00edficas) absolviert. Das EEZA befindet sich auf dem<br \/>\nGel\u00e4nde der Universit\u00e4t Almer\u00eda, ist aber davon unabh\u00e4ngig. In dem Forschungsinstitut habe ich vor allem an meinem eigenen Projekt gearbeitet, \u00fcber das ich im Anschluss an das Praktikum auch meine<br \/>\nBachelorarbeit schreibe.<!--more--><\/p>\n<p>Ich habe das Praktikum somit als Projekt- &amp; Laborarbeit angemeldet (welche f\u00fcr den Monobachelorabschluss im Fach Biologie verpflichtend ist). Konkret habe ich w\u00e4hrend des Praktikums an zwei Experimenten gearbeitet, mit denen ich den Einfluss von Mikroplastik auf verschiedene (einheimische und invasive) Pflanzen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien untersucht habe.<br \/>\nZu meinen Aufgaben im Praktikum geh\u00f6rten die Planung der Experimente, die Organisation und Beschaffung der ben\u00f6tigten Materialien, die Vorbereitung aller notwendigen Dinge und die Durchf\u00fchrung und anschlie\u00dfend die Auswertung der Experimente. Dabei habe ich viele Bereiche der Arbeit in einem Labor kennengelernt. Unter anderem habe ich \u00fcber den Umgang mit technischen Ger\u00e4ten wie einem Autoklav oder Klimakammern gelernt, Prozesse wie die Sterilisation von Samen oder<br \/>\nErde durchgef\u00fchrt und pflanzenphysiologische Merkmale wie die Photosyntheseaktivit\u00e4t oder Blatt- und Wurzeleigenschaften gemessen. Auch die anschlie\u00dfende Auswertung mit dem Statistikprogramm R<br \/>\ngeh\u00f6rte zu meinen Aufgaben.<br \/>\nInsgesamt war das Praktikum f\u00fcr mich ein umfangreicher Einblick in die Arbeit in der Wissenschaft, bei dem ich sehr viel gelernt habe und der mich f\u00fcr zuk\u00fcnftige Arbeiten im Studium und danach vorbereitet hat. W\u00e4hrend der gesamten Zeit des Praktikums habe ich viel Unterst\u00fctzung der Forschenden und technischen Angestellten am EEZA bekommen. Mir wurden alle Hintergr\u00fcnde erkl\u00e4rt, bei Fragen war immer jemand da und ich habe mich sehr gut aufgehoben gef\u00fchlt. Au\u00dferdem stand ich auch im engen<br \/>\nAustausch mit meiner Betreuerin in Berlin.<br \/>\nZur Stadt Almer\u00eda: Die Stadt Almer\u00eda liegt an der spanischen S\u00fcdk\u00fcste ganz im Osten. Direktfl\u00fcge von Deutschland zum Flughafen Almer\u00eda gibt es aktuell nur im Sommer. Ansonsten ist man nach dem Flug aus Deutschland zu einem Flughafen in Spanien noch auf einen Bus angewiesen. Von M\u00e1laga f\u00e4hrt der zwischen 2-4 Stunden, von Madrid etwa 6 Stunden oder von Barcelona 12 Stunden. Diese Busse gewinnen auch an Bedeutung, wenn man aus Almer\u00eda in andere spanische St\u00e4dte reisen (und dabei auf Inlandsfl\u00fcge verzichten) m\u00f6chte. Die Zugverbindung ist leider nicht gut ausgebaut, von daher sind die Busse oder BlaBlaCar meist die beste Alternative, wenn man nicht selbst ein Auto hat. Almer\u00eda besticht durch gutes Wetter und einem sch\u00f6nen Strand, die Natur in der Umgebung ist einzigartig und der Nationalpark Cabo de Gata mit gro\u00dfartigen Steink\u00fcsten ist in der N\u00e4he. Auch hier ist man allerdings wieder auf ein eigenes Auto angewiesen. Die Innenstadt ist eher klein, es gibt einige Museen und Veranstaltungen, aber das Angebot ist begrenzt. Wer kein Spanisch spricht, sollte vorher lieber noch einige Kurse belegen, denn die meisten Menschen aus Almer\u00eda sprechen kein Englisch und damit kann die Verst\u00e4ndigung sonst etwas holprig werden. Vor Ort werden einige Sprachkurse vom \u201eSprachenzentrum\u201c an der Uni angeboten (nicht nur f\u00fcr Spanisch) und es gibt auch einige private Sprachschulen.<br \/>\nAllgemeines: Wer Lust auf einen echten kulturellen Austausch hat und dabei auch mal auf die deutsche Effizienz, P\u00fcnktlichkeit und Geschwindigkeit verzichten kann, ist hier genau richtig. Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Uhren in S\u00fcdspanien etwas langsamer ticken als in Deutschland. Das zeigt sich in jedem Bereich des Lebens und brachte nat\u00fcrlich Vor- aber auch Nachteile: Die Arbeitsatmosph\u00e4re in meinem Praktikum war sehr gelassen und entspannt, die Beziehung unter den<br \/>\nKolleg*innen freundschaftlich und Stress oder angespannte Situationen gab es kaum. Egal welche Frage ich hatte, meine Kolleg*innen haben sie mir beantwortet oder gemeinsam probiert, eine L\u00f6sung zu finden. Auch der Lebensstil in Spanien ist relaxter als in Deutschland und man hat das Gef\u00fchl, dass die Menschen allgemein etwas ausgeglichener und offener sind. Allt\u00e4gliche Dinge, die in Deutschland (oder vor allem in Berlin) selbstverst\u00e4ndlich sind, sind hier aber einfach noch nicht so weit. Dazu z\u00e4hlen zum Beispiel vegetarische oder vegane Angebote in Superm\u00e4rkten oder (vor allem) in Restaurants oder eine funktionierende M\u00fclltrennung. Au\u00dferdem sollte man bedenken, dass die spanische Kultur generell<br \/>\netwas lauter und das Geschlechterbild meiner Erfahrung nach noch nicht ganz so weit entwickelt ist. (Diese Erfahrung kann aber auch dadurch begr\u00fcndet sein, dass Almer\u00eda eine eher kleinere Stadt ist. Ich<br \/>\nkann mir vorstellen, dass das in gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten wie Barcelona oder Madrid anders ist). Insgesamt hatte ich wirklich eine gute Zeit in Almer\u00eda und konnte die f\u00fcnf Monate nutzen, um das Land, die Sprache und Kultur kennenzulernen, neue Menschen aus aller Welt zu treffen und viel \u00fcber meinen potentiellen sp\u00e4teren Beruf zu lernen. Wenn ihr die M\u00f6glichkeit f\u00fcr ein Erasmussemester habt, k\u00f6nnt ihr hier wirklich viele Erfahrungen sammeln und einfach mal f\u00fcr eine Zeit aus dem Alltag entfliehen. Genie\u00dft es.<\/p>\n<p><em><strong>Tipps f\u00fcr andere Praktikant:innen<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Vorbereitung<\/em><br \/>\nNat\u00fcrlich bedeutet ein Erasmus+Praktikum erstmal Aufwand in Form von Organisation, Papierkram, Deadlines, Bewerbungen und und und. Generell habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass sich alle (sowohl die Uni in Deutschland als auch die aufnehmende Partneruni\/ das Unternehmen) \u00fcber interessierte Leute freuen und probieren, den Prozess so angenehm wie m\u00f6glich zu gestalten. Also lasst euch von dem anf\u00e4nglichen Aufwand nicht abschrecken.<\/p>\n<p><em>Praktikumssuche<\/em><br \/>\nDa das Praktikum sozusagen der praktische Teil meiner Bachelorarbeit war, bin ich \u00fcber meine Betreuerin in Deutschland auf das EEZA und die M\u00f6glichkeit eines Praktikums dort aufmerksam geworden.<\/p>\n<p><em>Wohnungssuche<\/em><br \/>\nIch habe mein WG-Zimmer \u00fcber idealista gefunden. Diese Seite ist vergleichbar mit ebay-Kleinanzeigen in Deutschland. Ansonsten wird auch Facebook viel f\u00fcr die Absprache unter Erasmus- Studierenden und die Wohnungssuche benutzt.<\/p>\n<p><em>Versicherung<\/em><br \/>\nEs wird eine Versicherung vom DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) \u201eempfohlen\u201c, die ich abgeschlossen habe. Ich musste in der Zeit aber gl\u00fccklicherweise keine Versicherung in Anspruch nehmen.<\/p>\n<p><em>Sonstiges<\/em><br \/>\nAuch in Spanien wird es im Winter mal kalt. Das merkt man vor allem in den H\u00e4usern, die nicht auf k\u00e4ltere Temperaturen ausgelegt sind und dementsprechend h\u00e4ufig keine Heizung haben. In meiner WG und auch im Institut, in dem ich gearbeitet habe, hatte ich dann meist 2 Pullover an.<br \/>\nAchtet also drauf, euch auch warme Kleidung mitzunehmen \u2013 auch nach S\u00fcdspanien.<\/p>\n<p><strong>Formalit\u00e4ten vor Ort<\/strong><\/p>\n<p><em>Telefon-\/Internetanschluss<\/em><br \/>\nIn meiner WG gab es WLAN. Ansonsten habe ich meinen deutschen Handyvertrag weiter benutzt.<\/p>\n<p><em>Bank\/Kontoer\u00f6ffnung<\/em><br \/>\nHab ich nicht gebraucht. In Spanien ist Kreditkartenzahlung deutlich weiter verbreitet als in Deutschland, was ich als sehr angenehm empfunden hab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe das Erasmus+Praktikum an der EEZA (Estaci\u00f3n Experimental de Zonas \u00c1ridas), einem Institut des CSIC (Consejo Superior de Investigaciones Cient\u00edficas) absolviert. Das EEZA befindet sich auf dem Gel\u00e4nde der Universit\u00e4t Almer\u00eda, ist aber davon unabh\u00e4ngig. 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