{"id":811,"date":"2023-05-15T11:48:12","date_gmt":"2023-05-15T09:48:12","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/?p=811"},"modified":"2024-02-22T13:52:15","modified_gmt":"2024-02-22T12:52:15","slug":"praktikum-in-einem-forschungsinstitut-in-portugal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/auslandspraktikum\/2023\/05\/15\/praktikum-in-einem-forschungsinstitut-in-portugal\/","title":{"rendered":"Praktikum in einem Forschungsinstitut in Portugal"},"content":{"rendered":"<p>Mein Praktikum absolvierte ich am CCMAR, einem Forschungsinstitut f\u00fcr Meereswissenschaften. Ich habe mich f\u00fcr ein Praktikum am CCMAR entschieden, da ich meine bisherigen Erfahrungen in molekularen Pflanzenwissenschaften mit einem Einblick in die Meeresbiologie erweitern wollte. F\u00fcr Portugal und die Algarve entschied ich mich aufgrund bisheriger Reisen dorthin, auf denen ich sehr viele positive Eindr\u00fccke vom Land, der Natur und den Menschen machte, welche ich vertiefen wollte.<!--more--><\/p>\n<p>Meine Anfrage f\u00fcr ein Praktikum im Bereich der Pflanzengenetik wurde an die Leiterin der Arbeitsgruppe \u201eBiogeographical Ecology and Evolution\u201c weitergeleitet. Sie schlug mir unter anderem die Erforschung der Populationsgenetik von Mangroven aus Nordwest-Afrika vor. Ich erhoffte mir, die Mechanismen und Arbeitsweisen der Populationsgenetik kennenzulernen und etwas \u00fcber marine \u00d6kosysteme zu lernen. Au\u00dferdem erwartete ich, meine molekularbiologischen F\u00e4higkeiten zu st\u00e4rken, sowie statistische Analysen anhand genotypischer Daten durchzuf\u00fchren, um auf Populationsmerkmale und -strukturen zu schlie\u00dfen. Au\u00dferdem sollte ich das Schreiben wissenschaftlicher Publikationen trainieren und durch den Auslandsaufenthalt meine Englischkenntnisse und meine Selbstst\u00e4ndigkeit st\u00e4rken.<br \/>\nMeine Aufgaben sollten ein Screening von Mangrovenpopulationen auf molekulare Marker umfassen. Dies beinhaltet DNA-Extraktion, PCR, Gelelektrophorese und Genotypisierung, sowie die anschlie\u00dfende Analyse und Interpretation der Daten.<\/p>\n<p>Das Centre of Marine Sciences (CCMAR) in Faro ist eins der leitenden Forschungsinstitute der Meereswissenschaften in Portugal, mit Experten der Meeresbiologie, \u00d6kologie, Ozeanografie, Umweltwissenschaften, Biotechnologie, Fischerei und Aquakultur. Schwerpunkt sind die Ursachen und Auswirkungen der Umweltver\u00e4nderungen auf marine \u00d6kosysteme. Konservierung und Management sowie die Nutzung des Potentials lebender Meeresressourcen im Hinblick auf diese Umweltver\u00e4nderungen bestimmen die Forschungsstrategien. Das CCMAR besch\u00e4ftigt ungef\u00e4hr 200 Mitarbeiter. Die Arbeitsgruppe \u201eBiogeographical Ecology and Evolution\u201c untersucht Muster und Prozesse der Populationsbiologie auf \u00f6kologischer bis zu evolution\u00e4rer Ebene. Mit meinem Supervisor sollte Avicennia germinans, eine Mangrovenart, auf bereits ver\u00f6ffentlichte molekulare Marker, Mikrosatelliten genannt, untersucht werden. Zuerst sollten der Amplifikationserfolg sowie Polymorphismen herausgearbeitet werden. Diese L\u00e4ngenpolymorphismen k\u00f6nnen auf Populationsmerkmale und -konnektivit\u00e4t schlie\u00dfen lassen.<br \/>\nDa ein ehemaliger Praktikant bereits von verschiedenen Mangrovenpopulationen aus Guinea-Bisseau DNA extrahiert hatte, konnte ich direkt damit beginnen, die Amplifikation der Marker zu testen. Dazu wurden die bereits vorhandenen Primer genutzt. Ich f\u00fchrte f\u00fcr jedes Primerpaar eine PCR mit ein paar Testproben durch. Nachdem alle erfolgreich waren, konnte ich versuchen, mehrere Primer in einer PCR zu vereinen. Da dies auch zu funktionieren schien, was ich mit einer Gelelektrophorese validierte, schickten wir ein paar Proben einer Population zur Genotypisierung ein. Mit dem Programm \u201eStrand\u201c konnten diese Daten analysiert werden. Einer der PCR Multiplexe hat nicht richtig funktioniert, und so separierte ich die enthaltenen Primer wieder f\u00fcr die n\u00e4chsten PCRs. Ich entschied mich, 8 Populationen auf 14 Mikrosatelliten zu untersuchen. Ich f\u00fchrte dazu wieder PCRs durch, welche anschlie\u00dfend wieder zur Genotypisierung geschickt wurden. Anhand dieser Daten konnte ich nun \u00fcberpr\u00fcfen, ob es Unterschiede zwischen Populationen auf Inseln oder auf dem Festland, zwischen Nord und S\u00fcd, etc. gibt.<\/p>\n<p>Alles in allem hat mir das Praktikum trotz des spannenden Themas nicht gefallen. Dies hat mehrere Gr\u00fcnde. Als ich ankam, hatte ich schon das Gef\u00fchl, dass mein Supervisor nicht vorbereitet war und nicht richtig wusste, was meine Forschungsfrage ist und womit ich anfangen soll. Er hatte sehr wenig Zeit und ich musste oft und lange warten, bis er Zeit f\u00fcr mich hatte. Ich wurde nicht der Arbeitsgruppe vorgestellt und habe auch keinerlei Einf\u00fchrung in das Institut und die Arbeit bekommen. Die Arbeitsgruppenleiterin, die mir das Thema und meinen Supervisor zuteilte, war auch sehr besch\u00e4ftigt und ich habe sie erst nach einiger Zeit kennengelernt und einen ungef\u00e4hren Arbeitsplan mit ihr besprochen. Als ich dann endlich mit der Laborarbeit anfangen konnte, merkte ich, dass die Ausstattung des Labors mangelhaft war, d.h. die Ger\u00e4te, die ich ben\u00f6tigte, waren alt und defekt und es war unorganisiert. Dies f\u00fchrte zu langen Wartezeiten. Ich war leider sehr frustriert, da ich das Gef\u00fchl hatte, mein Potential nicht richtig nutzen zu k\u00f6nnen und meine Betreuung nicht optimal war. Ich hatte die Erwartung, viel zu lernen und zu arbeiten, aber diese wurden nicht erf\u00fcllt. Aufgrund dessen habe ich mein Praktikum, statt wie geplant nach 4 Monaten, vorzeitig nach 2,5 Monaten beendet.<br \/>\nIch habe meine molekularbiologischen F\u00e4higkeiten, vor allem im Bereich der PCR, trainiert. Au\u00dferdem habe ich gelernt, Mikrosatelliten zu genotypisieren und mit dem mir neuen Programm \u201aStrand\u2018 die Daten auszuwerten. Des Weiteren lernte ich eigenst\u00e4ndig zu arbeiten. Au\u00dferdem war der Auslandsaufenthalt gut f\u00fcr meine Englischkenntnisse und f\u00fcr meine Selbstst\u00e4ndigkeit, und ich habe einiges \u00fcber mich gelernt.<br \/>\nAbschlie\u00dfend w\u00fcrde ich ein Praktikum am CCMAR aufgrund meiner schlechten Erfahrungen leider nicht empfehlen. Mit Sicherheit gibt es andere Arbeitsgruppen, in denen es besser l\u00e4uft. F\u00fcr meinen weiteren Berufsweg denke ich, dass es wichtig war, diese Erfahrung zu machen, da ich nun wei\u00df, unter welchen Bedingungen ich nicht arbeiten m\u00f6chte und dass ich mir sicher bin, langfristig in Berlin bleiben zu wollen. Falls ich doch nochmal ins Ausland gehe, w\u00fcrde ich mich vorher mehr \u00fcber den Ort und das Institut informieren und eher eine Gro\u00dfstadt bevorzugen.<\/p>\n<p><strong><em>Tipps f\u00fcr andere Praktikant:innen<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Vorbereitung<\/em><br \/>\nLest euch Praktikumsberichte durch, besch\u00e4ftigt euch mit dem Land und der Stadt, in die ihr gehen wollt und k\u00fcmmert euch rechtzeitig um die Bewerbung, da das Ausf\u00fcllen des Learning Agreements lange dauern kann aufgrund des st\u00e4ndigen hin- und her Schickens.<\/p>\n<p><em>Praktikumssuche<\/em><br \/>\nIch habe nach Universit\u00e4ten und Forschungsinstituten im Internet geschaut und erstmal eine Mail geschrieben und gefragt, ob ein Erasmus Praktikum m\u00f6glich w\u00e4re.<\/p>\n<p><em>Wohnungssuche<\/em><br \/>\nWar sehr schwierig. Ich habe in der ersten Woche in einer Ferienwohnung gewohnt, da es vor Ort leichter war etwas zu finden, da die Besichtigung der Zimmer immer sehr kurzfristig war.<\/p>\n<p><em>Versicherung<\/em><br \/>\nDer DAAD biete extra eine Versicherung an f\u00fcr Auslandspraktika, welche Unfall-, Haftpflicht- und Krankenversicherung umfasst. F\u00fcr Deutschland habe ich eine Anwartschaft beantragt.<\/p>\n<p><strong>Formalit\u00e4ten vor Ort<\/strong><\/p>\n<p><em>Telefon-\/Internetanschluss<\/em><br \/>\nInternetanschluss war bei den Einzelnen Zimmern vorhanden<\/p>\n<p><strong>Alltag\/Freizeit<\/strong><\/p>\n<p><em>Ausgehm\u00f6glichkeiten<\/em><\/p>\n<p>Nicht viele, auch nicht die besten. Ich fand die Stadt Faro nicht sch\u00f6n und eher langweilig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Praktikum absolvierte ich am CCMAR, einem Forschungsinstitut f\u00fcr Meereswissenschaften. 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